Keramik-Restaurierung - Claudia Floegel Müller - E-Book

Keramik-Restaurierung E-Book

Claudia Floegel Müller

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Beschreibung

In diesem kurzen Buch geht es um eine generelle Übersicht zum Thema Keramikrestaurieren. Es richtet sich an Kunst-, Archäologie- und Restaurierungsstudenten, Keramiker, Museumspersonal und alle anderen, die sich für das Thema interessieren und darüber informieren möchten. Aufgeführt werden in zusammenfassender Form geschichtliche Aspekte, die Arbeit des Restaurators, die unterschiedlichen möglichen Schäden an keramischen Objekten sowie die schrittweise Behandlung derselben samt der benötigten Materialien. Es werden alle wichtigen Punkte dargestellt, ohne ins Detail zu gehen, um den Lesern einen Einstieg in das Fachgebiet zu ermöglichen und Verständnis für diese Arbeit zu erhalten. "Keramikrestaurator" ist ein ernstzunehmender Beruf, der neben sehr vielen naturwissenschaftlichen und kunsthistorischen Kenntnissen auch handwerkliches Geschick erfordert!

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Seitenzahl: 24

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Claudia Floegel Müller

Keramik-Restaurierung

Einführung in die theoretischen Grundlagen

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Teil 1Einführung

Teil 2 Schäden an Keramikobjekten

Teil 3 Die Restaurierung

Impressum

Teil 1Einführung

1. Allgemeines zum Thema Restaurieren

Was versteht man heute unter dem Begriff Restaurieren?

Bevor ich etwas näher auf die praktischen Arbeitsschritte eingehe, möchte ich mit einer Definition beginnen:

Unter Restaurieren versteht man eine Summe von Vorgehensweisen, die in dem Objekt seine ursprüngliche Form und Farbe erkennen lassen, sowie konservierenden Eingriffen, die es in Zukunft vor jeglichen Umwelteinflüssen schützen sollen.

Die Grundlagen des Restaurierens von Kunstwerken des nationalen Kulturgutes wurden in einem Dokument klar und bündig zusammengefasst: es handelt sich um die sogenannte Carta di Venezia, das 1964 von einer Gruppe von Restauratoren, Archäologen, Historikern und Architekten verfasst wurde. Darauf aufbauend wurde 1972 in Italien vom Ministerium für öffentliche Angelegenheiten ein anderes Dokument veröffentlicht, die Carta di Restauro, das ein Grundlagenkonzept mit den wichtigsten Anhaltspunkten für Restauratoren darstellt und in vielen Ländern akzeptiert und zum Teil auch in die Verfassung aufgenommen wird.

Im Jahre 1987 wurde in Italien erneut ein Dokument veröffentlicht, das die Grundlagen der Restaurierung von Kunstobjekten und Kulturgut beinhaltet.

Das Restaurieren, so wie es heutzutage durchgeführt wird, ist eine relativ junge Kunst: Wurden früher kaputtgegangene Gegenstände repariert, um sie weiter verwenden zu können, so herrscht heute eine Trennung zwischen Gebrauchsgegenstand und Kunstobjekt, und restauriert werden nur letztere.

Und so unterscheidet man die Arbeit des Restaurators in zwei Aufgabengebiete:

Zum einen für das Museum, zum anderen für den Kunsthandel und das Antiquariat. Arbeitet man als Restaurator für ein Museum, so ist das Ziel einer Restaurierung, den Originalzustand eines Objekts wieder herzustellen und dieses für die Zukunft zu konservieren. Es geht nicht darum, eine alte historische Keramik wieder „wie neu“ erscheinen zu lassen! Risse, Brüche und Fehlstellen sollen sichtbar bleiben, da sie zur Geschichte des Objekts gehören, aber sie sollen nicht seinen Gesamteindruck stören. Nach der Konservierung des historischen Materials geht es also darum, das Objekt unter ästhetischen Gesichtspunkten zu präsentieren. Es ist sehr viel schöner, eine Form als Ganzes zu sehen oder den Fortlauf einer Dekoration, als nur einzelne Fragmente. Wichtig ist dabei aber, dass die Ergänzung nicht vordergründig ins Auge fällt.

Zu erwähnen sei an dieser Stelle noch die Arbeit des Restaurators „in situ“, dessen Arbeitsplatz die Ausgrabungsstätten sind. Er ist dafür verantwortlich, dass das gefundene Material fachgerecht geborgen und in die Werkstatt transportiert wird.

Dagegen muss ein Restaurator, der für das Antiquariat arbeitet, den Schaden an den Objekten vertuschen, um sie fehlerfrei präsentieren zu können. Diese Restaurierung dient eher kommerziellen Zwecken als der Bewahrung historischer Zeugnisse. Dabei wird auch meist das Original übermalt, um den Übergang zu den Fehlstellen unsichtbar zu machen.