Kinder sind die Pest! - Bunmi Laditan - E-Book

Kinder sind die Pest! E-Book

Bunmi Laditan

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Beschreibung

"Warum hasst mich mein Kind?" Gut, vielleicht ist "hassen" übertrieben, aber diese oder ähnliche Fragen stellen sich täglich Tausende von Eltern, wenn der Wahnsinn ins Kinderzimmer Einzug hält. Denn Kinder können kleine Psychopathen sein und sich wie das Zentrum des Universums aufführen, ohne auf die Bedürfnisse ihrer fürsorglichen Eltern zu achten. Wann immer Eltern drohen, von Rachegefühlen und Fluchtgedanken übermannt zu werden, sollte dieses Buch konsultiert werden - mit zahlreichen Tipps fürs Essen, Zähneputzen, Schlafengehen, Urlaubmachen und viele andere Krisenmomente im Alltag.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 137

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Buch

Manchmal können Kinder wie kleine Psychopathen sein und sich wie das Zentrum des Universums aufführen, ohne auf die Bedürfnisse ihrer fürsorglichen Eltern zu achten. Wann immer Eltern drohen, von Rachegefühlen und Fluchtgedanken übermannt zu werden, sollte dieses Buch konsultiert werden.

Autorin

Bunmi Laditan ist freie Journalistin und fürsorgliche Mutter. Sie arbeitet unter anderem für die Huffington Post, Good Morning America und parenting.com und lebt mit ihrer Familie bei Montreal, Kanada.

Bunmi Laditan

Kinder sind die Pest

und man liebt sie trotzdem

Aus dem Amerikanischenvon Regina SchneiderIllustrationen von Tim TomkinsonDesign von Nick Caruso

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.Der Verlag weist ausdrücklich darauf hin, dass im Text enthaltene externe Links vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden konnten. Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags ist daher ausgeschlossen.

Alle Ratschläge in diesem Buch wurden vom Autor und vom Verlag sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors beziehungsweise des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.

1. Auflage

Deutsche Erstausgabe November 2016

Wilhelm Goldmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Copyright © 2016 der deutschsprachigen Ausgabe:

Wilhelm Goldmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH,

Neumarkter Str. 28, 81673 München

Copyright © 2015 der Originalausgabe: Bunmi Laditan

Originaltitel: Toddlers are a**holes: It’s not your fault

Originalverlag: Published by arrangement with Workman Publishing Company, Inc., New York, USA

Umschlag: Uno Werbeagentur, München

Umschlagmotiv: FinePic®, München

Redaktion: Manuela Knetsch

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

JE · Herstellung: cb

ISBN 978-3-641-18737-8V001

www.goldmann-verlag.deBesuchen Sie den Goldmann Verlag im Netz

Inhalt

Vorwort

1 – Was ist ein Kleinkind – und wie lebt man mit ihm?

2 – Kleinkinder-Evolutionstheorie

3 – Körperpflege – das tägliche Programm

4 – Essenszeit – oder: die reinste Hölle

5 – Was noch auf Sie zukommt

6 – Wie Sie sich Ihr Kind vom Rockzipfel halten

7 – Nervige Eltern

8 – Muss ich alles dreimal sagen?

9 – Wie Sie es schaffen, nicht zu explodieren

10 – Ab in die Kita – ohne schlechtes Gewissen!

11 – Schlafengehen – ganz großes Kino

12 – Töpfchentraining – Wenn die Kacke am Dampfen ist

13 – Survivel-Guide für die Feiertage

14 – Sexleben? Welches Sexleben?

15 – Klassische Katastrophen

16 – Zu guter Letzt

Zu guter Letzt

Dieses Buch ist meinen bezaubernden kleinen Nervensägen gewidmet.Auch wenn mir die Haare ausfallen, ich glaube, unsere Kinder sind das allergrößte Geschenk!

Vorwort

Liebe Leser,

Ob Sie diese Zeilen im Lichtschein Ihres Handys lesen, während Sie sich im Klo eingeschlossen haben, oder im Auto, während Ihr Kind hinter Ihnen auf der Rückbank schläft: Herzlich willkommen!

Kleine Kinder sind zum Knuddeln süß. Und das hat sich die Natur nicht ohne Grund so ausgedacht. Das Kleinkindalter nämlich ist die Zeit, in der Sie wahrscheinlich mehr als einmal gute Lust haben, den kleinen Wonneproppen auf einem öffentlichen Spielplatz auszusetzen und ihm ein Schild um den Hals zu hängen: »Ich bin ein kleiner Kotzbrocken, und meine Eltern konnten mich nicht mehr ertragen.«

Dieser frühkindliche »Terror« ist aber eine völlig normale Entwicklungsphase. Sie ähnelt der Pubertät, nur geht es hier vorwiegend darum, Essen auf den Boden zu werfen und Launen an den Tag zu legen, die Sie die letzten Nerven kosten.

Kleine Kinder sind echte Nervensägen. Jawohl, das sind sie. Erinnern Sie sich an meine Worte, wenn Ihr zweijähriger Sprössling das nächste Mal sein Müsli kreuz und quer durchs Zimmer schmeißt. Das Müsli, um das er unter Heulen und Plärren inständig gebettelt hatte. Das Müsli, für das Sie Ihren müden Hintern frühmorgens um Viertel vor fünf aus dem Bett gehoben haben, nur damit der Schreihals Ruhe gibt.

Erinnern Sie sich bitte daran, wenn Sie das nächste Mal drauf und dran sind, Ihren in Elternzeit daheimgebliebenen Partner für das Chaos im Wohnzimmer zu rügen. Er ist gestraft genug, denn er steht mit der kleinen Plage den ganzen Tag lang unter Hausarrest.

Und falls Sie versucht sind, den Hörer in die Hand zu nehmen, um Ihre Freundin, die Mutter eines Dreijährigen ist, anzurufen und nachzufragen, warum sie sich nicht mehr meldet und so gar nichts mehr mit Ihnen unternimmt, dann erinnern Sie sich bitte daran, dass besagte Freundin in Geiselhaft sitzt. Bieten Sie sich als Babysitter an, damit sie mal ein paar Stunden rauskommt und in Ruhe durch ein Einkaufszentrum schlendern, Süßigkeiten und Frappuccino genießen kann.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen. Schenken Sie sich ein Glas Wein ein. Sie haben es sich verdient!

XO Bunmi Laditan(alias Sopha King Tyerd)

PS: Wer ist Sopha King Tyerd? Sopha King Tyerd ist die Mama, die normalerweise zwischen zehn Uhr abends und fünf Uhr morgens aus ihrem Loch kommt. Sie hat keinerlei Interesse daran, andere Eltern zu beeindrucken, sich aufzuspielen oder sonst irgendwie auf Schau zu machen. Sie geht dann stundenlang spazieren, der Waschzettel hängt ihr aus der Hose, und das Shirt hat sie verkehrt herum angezogen. Sie ist definitiv die Mama, die den Fototag im Kindergarten vergisst, und die, die jeden Morgen, wenn sie zum Abladen auf dem Kindergartenparkplatz vorfährt, aussieht wie eine Statistin aus der Literaturverfilmung Les Misérables – Gefangene des Schicksals.

Sie liebt ihre Kinder, keine Frage. Sie versucht lediglich, diese harten ersten Jahre zu überstehen, ohne den Verstand zu verlieren. Sie ist viel zu erschöpft, als dass ihr irgendetwas peinlich wäre. Sie ist So-pha-King-Tyerd – sprich: So fucking tired (deutsch: so verdammt müde). Sie ist die, zu der ich wurde, als ich nicht mehr so tat, als hätte ich alles im Griff, und erkannte, dass es beim Kindererziehen nicht um Perfektion, Postkarten aus dem Familienurlaub oder um gepostete Bilder von tollen Kindermahlzeiten auf Pinterest geht. Es geht vielmehr darum, die vielen kleinen Hochs und Tiefs mit den Menschen zu erleben, die einem die Liebsten und Teuersten auf der ganzen Welt sind.

Ich bin Sopha King Tyerd. Definitiv. Und ich wette, Sie sind es auch!

Was ist ein Kleinkind – und wie lebt man mit ihm?

Was ist ein Kleinkind?

Ein Kleinkind ist eine Mischung aus Soziopath, tollwütigem Tier, Cockerspaniel, Dämon und Engel. Je nachdem, welche Tageszeit gerade ist und wann es die letzte Mahlzeit hatte, werden Sie all diese Seiten an Ihrem Kleinen kennenlernen!

Ein ganz normaler Tag im Leben eines Kleinkinds

3:00 Uhr nachts Aufwachen und dabei ein Mordsgeschrei veranstalten, so laut, dass das Adrenalin schockartig durch den Körper der Mama schießt und in ihrem Zentralnervensystem einen erheblichen und bleibenden Schaden verursacht.

3:01 Uhr nachts Frühstück einfordern, und zwar mit einem Schallpegel, der dem auf Technopartys oder Polit-Demos ähnelt.

3:02 Uhr nachts Mama entwaffnend und dauerhaft ins Gesicht lachen, wenn sie versucht, einen zum Weiterschlafen zu bewegen.

3:03 Uhr nachts Auf dem Wohnzimmerboden sitzen und einen Müsliriegel futtern, während Mama zusammengesunken auf dem Sofa kauert und krampfhaft versucht, nicht zu weinen.

3:04 Uhr nachts Beim Windelwechseln wie wild mit den Beinchen strampeln.

3:05 Uhr nachts Grundlos heulen und dann quengeln, weil der Fernseher laufen soll.

3:07 Uhr nachts Den Müsliriegel in der Hand zerdrücken und sich die klebrige Pampe mit einem schelmischen Grinsen in die Haare schmieren.

3:15 Uhr nachts Zeichentrickfilme schauen, während Mama einem in ihrer Verzweiflung den Deckel der Keksschachtel entgegenschleudert.

4:00 Uhr nachts Auf den Boden pieseln.

4:15 Uhr nachts Kurz einschlafen.

4:45 Uhr frühmorgens Zornig aufwachen, weil man eingeschlafen war.

5:00 Uhr frühmorgens Mama die Ohren vollheulen und dabei ihre Brüste als Hüpfburg benutzen.

7:00 Uhr morgens Sich Zeit für einen kleinen Snack nehmen. Fast nichts davon essen.

8:00 Uhr morgens Kleines Nickerchen machen, weil man ja schon so abartig früh wach war.

9:00 Uhr morgens Noch mehr fernsehen, weil Mama sich nicht mehr zu helfen weiß.

10:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr nachmittags Das ganze Haus auf den Kopf stellen (oder die Kita), sodass es aussieht wie in einem völlig unzugänglichen Katastrophengebiet. Dazwischen sporadisch Schläfchen halten.

17:00 Uhr nachmittags Mama und Papa auf der Nase herumtanzen, mal sehen, wer zuerst aus der Haut fährt.

18:00 Uhr abends Allen Beteiligten das Abendessen vermiesen.

19:00 Uhr abends Beim Waschen, Zähneputzen und Schlafanzuganziehen ein Mordsgezeter veranstalten.

21:00 Uhr abends Schlafen gehen.

Für heuchlerische Eltern liest sich dies wie der reinste Horror. Normale Eltern hingegen erkennen sich darin wieder.

An alle Heuchler-Eltern: Haltet verdammt noch mal den Mund! Keiner will eure ach so tollen Strategien für den Umgang mit euren ach so perfekten Kindern hören, die im teuren Designerfummel stecken und Regenbogen und Goldtaler scheißen. Wenn wir eure wundersamen Erziehungsmethoden hören wollen, dann melden wir uns. Spart euch eure Bilder auf Instagram von den stets frisch gekochten Gerichten mit Feigen, Vollkornreis, Muttermilch-Linsensuppe und hausgemachtem Käse eurer freilaufenden, schlau dahermeckernden Ziegen im hauseigenen Hinterhof. Und wehe, ihr kommt noch einmal daher und wollt uns weismachen, euer süßer kleiner Fratz hätte von der ersten Minute an durchgeschlafen. Dann hauen wir euch einen dicken Knüppel zwischen die kurzen Lügenbeine.

PS: Tut auf Facebook ruhig weiterhin so, als wärt ihr die perfektesten Eltern, aber vergesst nicht: Einige von uns kennen euch auch im richtigen Leben.

Was wollen Kleinkinder?

Ihre Seele. Nein, kleiner Scherz! Kleinkinder wollen, was immer ihnen gerade einfällt, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Dumm nur, dass ihnen ständig etwas einfällt, und zwar immer etwas anderes. So kommt es zum Beispiel vor, dass der kleine Fratz ausdrücklich Kekse verlangt, doch während Sie in die Küche gehen, die Kekse aus der Speisekammer holen, auf einen Teller geben und wieder zurückkommen, hat er es sich bereits anders überlegt und will nun unbedingt eine Scheibe Toast – und zwar mit einem Lachgesicht darauf. Oh, und habe ich erwähnt, dass er außerdem todunglücklich und grantig ist, weil Sie ihm mit diesen doofen, widerlichen Keksen kommen, die ihn nicht die Bohne interessieren? Diese Kekse sind jetzt nicht mehr nur Kekse. Sie sind Ausdruck seiner gesammelten Wut und Frustration darüber, dass er Eltern hat, die offenbar nicht in der Lage sind, seinen Bedürfnissen nachzukommen. Gut möglich, dass Ihr Kind nun versucht, sich sämtliche Kleider vom Leib zu reißen, sich auf den Boden wirft, minutenlang wie am Spieß brüllt und sich schließlich noch einnässt, ausgerechnet dann, wenn Sie ohnehin spät dran sind, weil Sie gleich zur Arbeit müssen. WILLKOMMEN IM ALLTAG MIT KLEINKIND!

Kleinkinder wollen sich bewegen

Haben Sie je Ihren kleinen Wirbelwind dabei beobachtet, wie er pausenlos durch die Gegend rennt, und sich dann gefragt, woher er die Puste dafür nimmt? Dass Sie am Ende eines jeden Tages völlig erschöpft in den Seilen hängen, liegt daran, dass Kleinkinder ständig in Bewegung sind. Und Sie als Eltern haben buchstäblich den ganzen Tag damit zu tun, hinterherzulaufen und aufzupassen, dass sie nicht hinfallen und sich die Nase blutig schlagen, wenn sie mit Lichtgeschwindigkeit durch die Gegend sausen. Das Leben eines Kleinkinds gleicht der unendlichen Wiederholung eines Action-Films, der eigentlich nur in der Notaufnahme enden kann.

Kleinkinder wollen Snacks

Bei dieser ganzen aufgedrehten Rennerei steigt natürlich der Appetit. 60 bis 80 Prozent der Zeit gehen dafür drauf, den lieben Kleinen etwas zum Essen zu servieren, als wären Sie eine Art unbezahlte Bedienung. Kleinkinder essen gerne. Und mit essen meine ich: Nahrung betatschen und energisch einfordern. Welche Art der Nahrung? Alles. Alles, was neu ist und neugierig macht, und zwar stets und ständig, sodass man um zehn Uhr morgens bereits dem Wahnsinn nahe ist. Dabei beißen sie vielleicht nur ein oder zwei Mal von dem kleinen Snack ab, den man liebevoll zubereitet hat, selten essen sie alles auf – und dann fühlen Sie sich als Eltern genötigt, den Resteverwerter für Fischstäbchen oder Käsewürfel zu spielen. Aber machen Sie sich nichts daraus. Diese Kalorien zählen nicht. Die meisten Eltern picken den ganzen Tag lang irgendwelche Essensreste auf – wie Aasgeier im Schlabberlook.

Beim nächsten Mal, wenn das Internet Sie drängt, die Kartoffeln und Fleischbällchen für die lieben Kleinen kunstvoll in Form zu schnitzen, sagen Sie einfach Nein! Die lieben Kleinen werden es sowieso nicht essen. Und sollte Ihr Kleines zufällig ein guter Esser sein, dann halten Sie den Mund, und behalten Sie diese Info gefälligst für sich!

Warum sind Kleinkinder so anstrengend?

Weil ihnen mit logischen Argumenten nicht beizukommen ist. Sehen Sie, wir Erwachsene sind es gewohnt, Angelegenheiten zu besprechen, auszudiskutieren oder wenigstens einen passiv-aggressiven Facebook-Eintrag zu posten, um unseren Senf dazuzugeben.

Und so läuft eine übliche Unterhaltung mit einem Kleinkind ab:

VATER: »He, kleiner Kamerad, wir müssen uns anziehen, wir wollen doch auf den Spielplatz.«

KLEINKIND: »Jaaa, will Spielplatz.«

VATER: »Ich weiß. Also müssen wir uns anziehen.«

KLEINKIND: »Nein. Will nicht anziehen. Will jetzt Spielplatz.«

VATER: »Aber als kleiner Nackedei kannst du nicht auf den Spielplatz.«

KLEINKIND: (heult und schreit, pieselt womöglich auf den Fußboden, spritzt dabei den Papa nass und tritt ihn obendrein noch in die Eier): »WILL NICHT ANZIEHEN UND SPIELPLATZ! NICHT SCHUHE SPIELPLATZ! NICHT HOSE!«

An diesem Punkt wünscht sich Papa, er hätte sich unter der Dusche einen runtergeholt, anstatt diesen närrischen Plagegeist zu zeugen.

Kleinkinder sehen aus wie Babys, aber lassen Sie sich nicht täuschen – Babys sind sehr viel leichter anzuziehen. Babys versuchen nicht, Sie zu schlagen. Babys versetzen Ihrem Selbstwertgefühl keinen Dämpfer, indem Sie Kommentare über Ihren dicken Hintern machen und wissen wollen, ob Sie in einen speziellen Laden müssen, um Klamotten für besagten dicken Hintern zu kaufen.

Kleinkinder spazieren so durchs Leben, wie wir es uns für uns selbst wünschten: selbstbewusst, fordernd und zu 100 Prozent positiv, denn schließlich sind sie das Zentrum des Universums. Sie können Papa in die Hoden treten und ernten keine Konsequenzen. Sie lieben es zu lachen. Sie lieben es, teure Kosmetika zu zerstören und den langhaftenden Lippenstift als Fingermalfarbe zu benutzen. Sie lieben es, Elektrogeräte unbrauchbar zu machen. Sie lieben es, Kreditkarten und Schlüssel sich in Luft auflösen zu lassen. Und sie lieben es, mit einem wisch- und wasserfesten Edding überall herumzuschmieren.

Kleinkinder leben nach dem Motto Ich-mach-was-ich-will, eben weil sie kleine Kinder sind und kleine Kinder sich einen Dreck um irgendetwas scheren. Je schneller Sie das begreifen, umso besser. Sprechen Sie mir nach:

Kleinen Kindern ist alles schnurzpiepegal.

Hasst mich mein Kleines?

Mitgefühl, das kennen Kleinkinder nicht. Wenn Ihr Kind Sie morgens mit seiner Mörderenergie in Form einer heftigen Kopfnuss aufweckt, dann nicht, weil es Sie hasst, sondern weil es Sie als seinen Sklaven sieht. Ja, Kleinkinder sind in erster Linie damit befasst, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, und merken gar nicht, dass Sie auch ein menschliches Wesen sind und Bedürfnisse haben. Für Ihren Liebling sind Sie jemand ohne Herz, Verstand oder Seele, ein mit Haut überzogener Roboter, der groß genug ist, um an die Süßigkeiten auf dem Kühlschrank zu kommen, eine Körperhülle und eine ewige Trostquelle. Nehmen Sie seine Mätzchen nicht persönlich, denn es geht gar nicht um Sie.

»Kinder sind ein Segen, ein Gottesgeschenk, und du hast keine Kinder verdient, wenn du es nicht so empfindest. Dein Kind tut mir leid.«

Antwort: »Klar ist mein Kind ein Segen. Jedes Jahr im April werde ich daran erinnert: Steuernachlass.«

Warum wollen Kleinkinder nicht hören?

Entgegen der landläufigen Meinung besitzen Kleinkinder keine funktionierenden Ohren. Sie sind nicht imstande, einfache Befehle wie »Stopp«, »Nein«, oder »Hör auf, Mami das T-Shirt hochzuziehen« zu hören. Sie vernehmen nur Dinge, die mit Essen zu tun haben. »Bleib im Bett!« – Nein, das hören sie nicht, aber wenn Mami ein Pfefferminzbonbon lutscht, hören sie das meilenweit.

Kleinkinder leben nach einer einzigen simplen Regel:

MACH IMMER DAS GEGENTEIL!

Wenn Sie im Laden stehen und Ihren kleinen Zwerg bitten, dem Verkäufer zuzuwinken, wird er einfach auf stur schalten. Wenn Familienbesuch kommt und Sie ihn bitten, alle zu begrüßen, ist er plötzlich steif und stumm wie eine Porzellanfigur. Und wenn Sie ihm sagen: »Luft holen nicht vergessen«, wird er die Luft anhalten, bis er in Ohnmacht fällt. Kleinkinder gehorchen aus Prinzip nicht. Sobald Sie das kapiert haben, können Sie sie durch umgekehrte Psychologie lenken.

Wie kann ich das Alltagschaos meistern?

Tun Sie, was die meisten Eltern tun, und ertränken Sie Ihren Frust vor dem Schlafengehen in Chips und Bier. Personal-Trainer und Fitnessgurus werden Ihnen erzählen, vor dem Schlafengehen bloß nichts mehr zu essen, weil es schlecht für die Gesundheit und die schlanke Linie sei. Was diese Idioten aber nicht kapieren, ist, dass Sie den abendlichen Snack brauchen, um nachts nicht einfach die Flucht zu ergreifen und Ihre Familie im Stich zu lassen.