#Klassentreffen - Alexandra Klöckner - E-Book

#Klassentreffen E-Book

Alexandra Klöckner

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Beschreibung

Alicia ist Mitte dreißig, schön und einsam. Eigentlich hat sie Besseres zu tun, als ihre alten Schulfreunde zu treffen, aber wo sonst könnte sie sich derart in Szene setzen? Die Location - ein angesagtes Restaurant der Upperclass - bietet ihr die perfekte Bühne. Dort angekommen wird sie jedoch Zeugin unterschwelliger Avancen und peinlicher Ereignisse, die sie amüsiert per Twitter unter dem Hashtag #Klassentreffen kommentiert.

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Seitenzahl: 28

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Alexandra Klöckner

#Klassentreffen

Zwischen Tweets und Pasta

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

#Klassentreffen

Impressum neobooks

#Klassentreffen

Alicia betrat den großen Raum. Leichte Nervosität breitete sich in ihr aus, als sie die vielen Menschen an den überfüllten Tischen sah. Es war kein unangenehmes Gefühl - im Gegenteil. Sie liebte es, eine Bühne zu betreten und was war dieses Lokal, wenn keine Bühne?

Schon drehten sich die ersten Männer zu ihr um. Ja, es hatte sich gelohnt, das viele Geld ins neue Outfit zu investieren. Das leuchtend gelbe, eng anliegende Kleid mit großzügigem Dekolleté und die gleichfarbigen hochhackigen Sandaletten ließen sie erstrahlen. Auch der Besuch bei ihrer Kosmetikerin war eine gute Idee gewesen. Sie zog die Blicke auf sich und genoss es. Mit ihren 1,75 m fiel sie auf, aber das allein konnte ihr nicht genügen. Sie war wohl kaum die einzige große Blondine im Raum, doch vermutlich die mit Abstand attraktivste. Das sollte auch so sein, denn Alicia arbeitete hart für dieses Wohlgefühl - für jeden derartiger Auftritte.

Täglich startete sie mit einem Sportdrink und dem darauf folgenden Lauf in den Tag. Danach duschte sie ausgiebig, machte Gesichtsmuskeltraining vor dem Spiegel und legte ihr Tagesmakeup auf. Anschließend genoss sie ein vorzügliches Müsli mit Magermilch und einigen Vitaminpillen. Wer schön sein wollte, musste etwas dafür tun.

Einmal die Woche gönnte sie sich eine professionelle Ganzkörper-Massage und auch Maniküre und Pediküre hatten feste Termine in ihrem Kalender. Doch am Tag eines Auftrittes suchte sie zusätzlich Berry, ihren Friseur, sowie Angie, die beste Kosmetikerin von allen, auf. Dann wurden ihre Haare blondiert und ihr Gesicht angemessen geschminkt. Das alles hatte sie auch heute hinter sich gebracht - zuzüglich einer professionellen Beinenthaarung.

Alicia blickte zunächst nach links, dann nach rechts - ganz lässig, aber selbstbewusst. Erst auf den dritten Blick erkannte sie ihre alten Freunde an einem der hinteren Tische und stolzierte auf das Grüppchen zu. Natürlich tat sie so, als würden ihr die Männerblicke nicht auffallen, doch fühlte sie die Hitze in sich aufwallen. Es war beinahe wie Sex. Nein, wie ein besonderes Vorspiel. Die Anerkennung und Sehnsucht in den Augen der Männer und der Neid in denen von Frauen. Einfach wundervoll. Alicia kostete jedes Detail aus - und ihrem geschulten Auge entging nichts.

MUSICLOVEwar das angesagteste Restaurant der Stadt. Hier verkehrten nur Leute mit Geld. Proleten wurden erst gar nicht reingelassen. Das war ganz nach Alicias Geschmack. Da sie sich jedoch üblicherweise nicht in derartigen Etablissements aufhielt, bemühte sie sich ganz besonders um ein mondänes Erscheinungsbild und wusste, dass ihr das gelang.

„Alicia ist da!“, hörte sie Petro rufen. Der arme Kerl war keine 1,70 m groß. Kleine Hände, Halbglatze, unrasiert. Ein Volltrottel, gar keine Frage.

„Hallo Petro!“ Alicia reichte ihm liebevoll die Hand. „Wie geht es dir?“

„Gut, gut“, gab er ein wenig verlegen zur Antwort ehe er sich eines Besseren besann und auf die Frau neben ihm deutete. „Das ist meine Frau, Gina“, meinte er dann mit vor Stolz triefender Stimme.

Alicia brauchte die Fremde nicht lange anzuschauen. Sie war schön. Zweifellos. Hübsches Gesicht, tolle Haare und - auch das war erkennbar - atemberaubend lange Beine. Wie konnte ein Mann wie Petro an so ein Prachtexemplar gekommen sein?