Kleine Tonbandstimmenfibel - Bernd Giwer-Wagner - E-Book

Kleine Tonbandstimmenfibel E-Book

Bernd Giwer-Wagner

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Beschreibung

Die kleine Tonbandsstimmenfibel ist ein Sachbuch auf einem Teilgebiet der paranormalen Erscheinungen. Es ist eine Zusammenfassung der auf diesem Gebiet verbreitetsten Praktiken für den interessierten Experimentator und für den "alten Hasen". Stand 2015

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Seitenzahl: 127

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Vorwort

Als ich vor kurzem darum gebeten wurde, einen kurzen Vortrag darüber zu halten, ob die zurückliegenden Jahrzehnte der Tonbandstimmenforschung nun überhaupt etwas grundsätzlich Neues erbracht hätten oder ob alles nur beim Alten geblieben sei, kam mir die Idee zu diesem Buch. Ich hatte in den zurück liegenden Jahren wiederholt die Gelegenheit gehabt, während der Tagungen des Vereins für (damals noch) Tonbandstimmenforschung) VTF e.V. Vorträge zu halten über zumindest meine eigenen Ergebnisse im Bereich der Tonbandstimmenforschung.

Was meine Person angeht, kann ich behaupten, dass es durchaus eine ganz stattliche Zahl von Neuerungen und Veränderungen im Bereich der Tonbandstimmenforschung gegeben hat und dass es sich meiner Meinung nach unbedingt auch lohnt, darüber zu berichten und zu diskutieren und die Meinungen auszutauschen, aber das ist schwerer getan als gesagt.

In den Jahren seit Friedrich Jürgenson und der anderen namhaften Persönlichkeiten der Tonbandstimmenforschung ist gleichzeitig ein Paradigma geschaffen worden, welches vor einigen Jahren noch stärker als heute sogar inquisitorische Gestalt annahm, sobald es jemand wagte, dieses Paradigma nur in einigen Teilbereichen oder gar im Ganzen in Frage zu stellen. Das heißt, es also nicht vollkommen und als allein selig machend in der althergebrachten Form anzuerkennen. Die damaligen Tugendwächter des Tonbandstimmenparadigmas hatten aufgrund einiger schlechter Erfahrungen mit schummelnden Bösewichten in der Tonbandstimmenszene zwar berechtigten Grund zur Sorge, jedoch traf ihre Bann-Bulle manchmal auch jemanden, der einfach nur erkannt hatte, dass manche bisher als gesichert geltenden Erkenntnisse einfach weiterhin nicht mehr haltbar sein konnten, weil sie aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erprobung sich einfach nicht bestätigen ließen.

Wir kennen es aus fast jedem Gebiet der anderen Wissenschaften, dass sich neue Entdeckungen manchmal erst nach langen Kämpfen durchsetzen können und erst sehr viel später die alten überholten Paradigmen ablösen. Wenn es sich bereits bei den sogenannten „ernsthaften Wissenschaften“ so verhält – um wie viel schwieriger ist es erst recht bei Problemen, die sich nicht ohne Weiteres mit den Standards der wissenschaftlichen Forschung untersuchen lassen.

Hier sind wir nun bei dem bunten Spektrum der sogenannten „paranormalen“ Phänomene.

Diese Phänomene sind nach meiner bisherigen Erfahrung in keiner Hinsicht „paranormal“. Ich möchte sie eher als völlig normal bezeichnen – nur versehen mit dem Zusatz, dass sie bisher „wenig erforscht“ sind.

Auch ein Wissenschaftler hat Hunger und muss sich kleiden. Darum ist er darauf angewiesen, einer Tätigkeit nach zu gehen, die ihn auch ernährt.

Jede Forschung kostet Geld und meist erwarten die Geldgeber als Ergebnis dieser finanzierten Forschung auch eine praktikable Nutzung dieser Forschungsergebnisse.

Die Geldgeber wollen die vorab geleisteten Zahlungen für die Forschung irgendwie und irgendwann einmal in die Praxis überführen und damit dann einen Gewinn erzielen. Das ist soweit ein ganz normaler Wunsch.

Nehmen wir als Beispiel das Telefon. Glauben Sie ernsthaft, dass all die immense Forschung nur aus Wissensdurst erfolgte, oder steckt dahinter nicht ein völlig verständliches wirtschaftliches Interesse der Telefonhersteller?

Wenn alle Menschen kostenlos telefonieren dürften – ich denke, dann hätte die Geschichte des Telefons eine völlig andere Richtung genommen und dann würden wir uns heute immer noch mit Trommeln oder Rauchzeichen untereinander verständigen.

Warum sich die Wissenschaft also nicht mit ihren Grenzgebieten stärker auseinandersetzt, das hat offensichtlich recht klare und wirtschaftlich verständliche Gründe. Ausnahmen bilden hier nur die internationalen Geheimdienste, die mit etwas kleineren finanziellen Budgets aber dennoch Forschung im Bereich der Grenzwissenschaften veranlassen um besser spionieren zu können oder es zu versuchen, Menschen zu Killermaschinen umzuformen.

Das ist aber nicht die Regel. Für die Grundlagenforschung ist das Thema wahrscheinlich nicht besonders interessant, weil es keiner bezahlen will und viele Wissenschaftler sind auch einfach davon überzeugt, dass sie aufgrund ihres Fachwissens auf einem bestimmten Teilgebiet auch ein hundertprozentiges Urteil über solche Dinge abgeben können, von denen sie eigentlich nur ein Überblickswissen besitzen. „Sie können damit Recht haben – müssen aber nicht“ (Redewendung: Rüdiger Hofmann).

Ich möchte Sie einladen zu einem Streifzug durch die Geschichte der Tonbandstimmenforschung auf der Grundlage meiner eigenen Erfahrungen und meiner eigenen praktischen Ergebnisse.

Die Kapitel sind in diesem Buch so angelegt, dass man nicht alle Kapitel nacheinander gelesen haben muss um das folgende Kapitel zu verstehen. Sie können das Büchlein auch gern als kleines Nachschlagewerk verwenden. Hier finden Sie einiges über die Praxis des Einspielens, einiges über sinnvolle technische Geräte. Weiterhin gibt es ein Kapitel über die physiologischen Grundlagen unserer Sinnesorgane und über kognitive Zusammenhänge. Wen das nicht interessiert, der geht gleich weiter zum nächsten Thema – obwohl – hier verpasst der Leser möglicherweise eine „grundlegende“ und vielleicht sogar die „bedeutendste“ Erkenntnis, welche sämtliche Wahrnehmung paranormaler Erscheinungen betrifft und unsere bisherigen Vermutungen in manch einer Richtung als mindestens „überholt“ enthüllen wird. Sie finden in diesem Buch ganz absichtlich keine Kritiken an unseriösen Personen oder an unsinnigen Einspielverfahren. So etwas ist nicht mein Anliegen. Ganz im Gegenteil möchte ich Sie mitnehmen auf meine eigene Entdeckungsreise in das Reich der paranormalen Wahrnehmungen und Kontakte in die spirituelle Welt. Es kann nicht ausbleiben, dass wir dabei neben den Tonbandstimmen auch andere Phänomene betrachten werden, die nicht weniger überraschend und manche sogar unglaublich sind. Ich habe mich vor 25 Jahre auf diese Reise begeben und mir sind dabei viele unerwartete Dinge begegnet, von denen ich gern berichten will. Alles sind meine eigenen Erlebnisse, keiner hat dabei getrickst oder hat etwas geschönt.

Machen wir uns auf den Weg

Panketal, 30.12.2015

Aus dem Inhalt

Tonbandstimmenfibel

Tonbandstimmen

Wie alles begann

Mein Weg zum VTF e.V.

Die Tagungen und die Referenten

Was wir bereits kennen

Einspielverfahren

Paranormale Phänomene

Die Jenseitsstimmen

Tod und Jenseits

Was passiert, wenn man stirbt?

Sinnvolle Technik im Einsatz

Mobile Technik

Rückwärtskonserve

Technischer Anhang (Bausatz KW-Psychofon)

Tonbandstimmenfibel

Unter einer Fibel versteht man üblicherweise ein klar strukturiertes Lehrbuch, welches einem Schritt für Schritt das ABC einer bestimmten Sprache beibringen möchte. Das versuche ich nicht, dennoch ermögliche ich dem interessierten Leser Schritt für Schritt Kenntnisse zu erwerben, die ihn in die Lage versetzen, paranormale Stimmen aufzuzeichnen. Beibringen möchte ich niemandem etwas, denn es handelt sich hier auf jeden Fall um ein im Bereich der Grenzwissenschaften angesiedeltes Thema, zu dem bis heute noch keine im Sinne von Wissenschaftlichkeit gesicherten Erkenntnisse vorliegen.

Es liegen jedoch auf breiter Basis praktische Ergebnisse von Experimentatoren vor, die eine bestimmte Arbeitshypothese gestatten, die aber in der Zukunft mit Sicherheit durch neue Erkenntnisse abgelöst werden können und sicher auch werden.

Mit dem Stand dieser Dinge zum heutigen Zeitpunkt möchte ich sie hier vertraut machen.

Sollten Sie selbst abweichende Erfahrungen mit diesen Stimmen gemacht haben, so spricht das nur für die Vielfalt der verwendbaren Methoden und der möglichen Erscheinungsformen.

Tonbandstimmen

Unter Tonbandstimmen versteht man paranormale Stimmen, die mit dem Tonbandgerät oder einem sonstigen Aufzeichnungsgerät aufgenommen werden können und die zum Teil selbst behaupten, verstorbene Personen zu sein. Um sie aufzuzeichnen startet man sein Aufnahmegerät entweder in der freien Natur mit ihren normalen Geräuschen oder in einem Raum unter gleichzeitigem Abspielen von vorher aufgezeichneten Hintergrundgeräuschen oder auch bei gleichzeitigem Radioempfang möglichst fremdsprachiger Sender auf der Kurzwelle.

Man nimmt all diese Geräusche auf. Dort hinein stellt man nun während der Aufnahme gleichzeitig seine Fragen oder ruft man eine verstorbene Person. Nach der Frage lässt man das Gerät weiter die Geräusche aufnehmen und zwar für die Zeitdauer, die man den jenseitigen Antwortquellen Zeit geben möchte, zu antworten.

Beim späteren Abspielen der Aufzeichnung kommt es häufig vor, dass auf eine vom Aufnehmenden (Einspieler) gestellte Frage auf dieser Aufzeichnung dann auch tatsächlich rasch eine auf die Frage Bezug nehmende Antwort zu hören ist. Das ist dann ein Glücksfall.

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass der Name Tonbandstimmen lediglich noch historisch begründet ist, da diese Stimmen erstmals nach der Erfindung des Tonbandgerätes bemerkt wurden und lange Zeit vermutet wurde, dass sich die Stimmen in irgend einer Form physikalisch auf dem Bandmaterial einfügen würden.

Die Frage nach der Herkunft dieser Stimmen beschäftigt die Menschen bis heute weltweit und es gibt zahlreiche internationale Verbände und auch Wissenschaftler, die sich mit dieser Fragestellung aktiv und ernsthaft beschäftigen.

Was benötigt man für dieTonbandstimmenforschung?

Man benötigt ein Mikrofon, ein Aufzeichnungsgerät, ein sogenanntes Hintergrundgeräusch und jede Menge Geduld.

Durchführung

Nachdem man das Hintergrundgeräusch über eine kleine Verstärkeranlage in den Raum, in dem man sich selbst befindet, abstrahlt, stellt man das Aufzeichnungsgerät auf Aufnahme und stellt nun seine Frage. Dabei läuft im Hintergrund das nicht zu laut eingestellte Hintergrundgeräusch immer weiter. Nun wartet man einige Sekunden, um den Stimmen die Gelegenheit zu einer Antwort zu geben.

Entweder beendet man dann die Aufnahme oder man ruft eine weitere verstorbene Person und stellt seine weiteren Fragen.

Das kann man so oft wiederholen, bis die eigene Neugier erschöpft ist oder einem keine weiteren Fragen mehr einfallen.

Fragestellung

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass es immer wichtig ist, Fragen nur mit einer sogenannten W- Frage zu beginnen, also WER, WAS, WO, WIE, WARUM, WOHIN und WOHER usw.

In diesen Fällen kann man eine längere Antwort erwarten, alle anderen Fragen ergeben als Antwort allenfalls ein „JA“ oder ein „NEIN“. Das ist es aber gerade nicht, was wir uns wünschen.

Die richtige Fragestellung ist hier bereits der erste Schlüssel zum Erfolg.

Abhören

Wenn man die Aufnahme beendet hat, wird sie an den Anfang zurückgesetzt und man beginnt mit der Wiedergabe.

Bereits an dieser Stelle ist übrigens schon die Verwendung eines Computers sehr hilfreich, weil man dann den Verlauf der Aufnahme auch auf dem Bildschirm verfolgen kann und eine interessante Stelle sehr schnell markieren kann.

Bei der Wiedergabe unserer Aufzeichnung hört man das ebenfalls mit aufgenommene Hintergrundgeräusch und man muss nun sehr aufmerksam lauschen, ob sich nach der ebenfalls mit aufgezeichneten Fragestellung nun möglicherweise eine Antwort erkennen lässt.

Das ist der schwierigste Teil unserer Arbeit und muss mehrfach wiederholt werden, falls sich nicht sofort eine markante Antwort zeigen sollte.

Ich möchte an dieser Stelle auch gleich bemerken, dass sich möglicherweise gar keine Antwort auf der Aufnahme befindet.

Das ist sogar meistens der Regelfall. Paranormale Stimmen erscheinen nämlich nicht auf Befehl oder immer gleich beim ersten Anlauf.

Viel Geduld wird hier vom Experimentator gefordert, aber man wird eines Tages königlich belohnt, wenn nämlich auf ihre Frage eine Bezug nehmende Antwort erscheint, die jede Entkräftung, es handelte sich um einen Zufall, ausschließt.

Bis dahin bedeutet es aber, immer wieder alles neu zu versuchen.

Das führt schließlich auch bei ihnen über kurz oder lang zum Erfolg. Sollten sich dauerhaft keine Erfolge einstellen, dann ist es immer ein guter Weg, die Hilfe eines anderen erfahrenen Einspielers zu suchen. Da diese Hilfe jedoch nicht immer gleich zur Verfügung steht, habe ich dieses kleine Buch zusammengestellt, in dem sie durch die Schilderung meiner eigenen Erfahrungen mit den sogenannten Tonbandstimmen manch guten Rat oder Hinweis für die eigenen Versuche finden können.

Also - auf die häufigsten Fragen sollten sie auf den folgenden Seiten eine Antwort finden.

Bitte bedenken sie aber auch, dass alles was ich hier niedergeschrieben habe nur dem aktuellen Stand (2015) der Dinge entspricht und dass ich selbst über die tatsächlichen Zusammenhänge beim Entstehen der Stimmen, wie im Buch mehrfach erwähnt wird, bereits heute bedeutend weiter gehende Vermutungen habe.

Wie alles begann

Als Kind wollte ich immer Pfarrer werden. Ich stand oft zu Hause in unserem Wohnzimmer am Klavier und hielt eine Predigt so wie ich es von unserem Pfarrer immer wieder gehört hatte.

Klavierspielen konnte ich noch nicht, aber Reden halten, so wie ich es beim Pfarrer am Sonntag im Kindergottesdienst immer wieder gehört hatte, das konnte ich schon. Nur solch eine schwarze Robe hatte ich natürlich auch nicht, aber das störte mich nicht. Ich machte ein ungemein ernstes Gesicht und sprach dann ein paar wichtige Worte, an die ich mich aber heute nicht mehr erinnern kann.

Später kam es dann alles anders. Da galt der Technik dann mein größtes Interesse. Aber bis dahin besuchte ich als Kind brav jeden Sonntagvormittag den Kindergottesdienst in unserem kleinen Gemeindesaal. Ich ging fast immer allein dorthin, denn meine Mutter und meine Oma waren beide katholisch und wollten darum nicht mitgehen. Mein Vater war evangelisch, aber er hatte uns aufgrund einer schlimmen Krankheit für immer verlassen müssen, als ich 5 Jahre alt war.

So tippelte ich sonntags meist allein dorthin und hörte Jahr für Jahr die gleichen Geschichten des Kirchenjahres über Jesus und seine Jünger. Auch von den Wundern, die dabei geschahen, hatte ich gehört.

Alles war mir gut vertraut und trotzdem nahm dann meine Zeit als Jugendlicher einen völlig anderen Verlauf. Ich interessierte mich aber weiterhin für Kirchenmusik, lernte Klavierspielen, blies Flügelhorn und Trompete, ebenso Zugposaune und Ferkelbass (Tenorhorn) im Posaunenchor unserer evangelischen Kirche und nahm dann auch noch richtigen Musikschulunterricht an der Berliner Musikschule in der Gipsstraße.

Ich wollte sogar Musik studieren und meldete mich an zum Musikstudium. Die Aufnahmeprüfung war dann aber doch so hart, dass man mich nicht nahm und ich etwas Anderes lernen musste.

So kam ich zur Elektronik und erlernte den Beruf des Rundfunk- und Fernsehtechnikers. Diese berufliche Richtung bestimmte dann mein weiteres Leben und diesen Beruf übte ich auch noch aus, als ich zum ersten Mal von den Tonbandstimmen etwas zu hören und zu sehen bekam.

Es war April 1993 und ich war allein zu Hause, meine Frau war wegen einer schwierigen Geburtslage unserer Tochter bereits früher in die Klinik gekommen und ich hatte „Sturm freie Bude“. Also Fernseher an und Talkshow geguckt. Hans Meiser war damals total IN und er brachte an diesem Abend eine Sendung über ein völlig unheimliches Thema, nämlich über den Kontakt zu den Toten. Ich glaube inzwischen nicht mehr an Zufälle, jedenfalls hatte ich damals intuitiv sofort auf die Aufnahmetaste meines Videorecorders gedrückt und die ganze Sendung aufgezeichnet. Ich besitze sie noch heute.

Was es da gab, das haute mich um. Da waren doch tatsächlich Leute, die davon berichteten, dass sie mit Hilfe eines Tonbandgerätes die Stimmen von verstorbenen Menschen aufgenommen hätten und dass praktisch jedermann sich davon überzeugen könnte, wenn er sich nur die Bänder anhören wollte. Dann stellte sich sogar ein Verein vor, der Verein für Tonbandstimmenforschung VTF e.V. mit seinem Vorsitzenden, dem Diplom Psychologen Fidelio Köberle, der sehr ernsthaft und überzeugend sprach: „Ja dieses Phänomen gibt es.“

Ich war voller Skepsis, sah die Sendung jedoch tapfer bis zum Ende an.

Das werde ich sofort überprüfen, war mein erster Gedanke. Ich kramte meinen Kassettenrecorder hervor und schloss ein Mikrofon an. Dann ließ ich noch die Rollos herunter, um die Straßengeräusche etwas abzudämpfen. Ich wohnte nämlich an einer Ost-Berliner Hauptstraße mit damals noch Kopfsteinpflaster und einer genau vor meinem Haus abbiegenden Straßenbahnlinie. Also es war ziemlich laut da draußen.

In der Dunkelheit meines Wohnzimmers brannte jetzt romantisch eine Kerze auf dem Tisch und ich bemühte mich darum, möglichst würdevoll und besonders höflich zu sprechen.

Die Omi meiner Frau war vor etwa 2 Monaten gestorben und ich hatte sie ausgewählt als die Person, die ich im Reich der Toten nun ansprechen wollte.

Ich war mächtig aufgeregt. Innerlich war ich voller Zweifel, dass es wirklich so einfach sein sollte, mit einem Verstorbenen in direkten Kontakt zu treten. Ich sprach also: „Ich rufe unsere OMI und möchte sie fragen, wo sie jetzt ist?“

In diesem Augenblick heulte eine Straßenbahn mit ihrem unverwechselbaren Räderquietschen um die Kurve in unserer Straße und ich sprang wütend aus meinem Sessel und schimpfte wie ein Rohrspatz über diese fürchterliche Störung. Also das Ganze noch einmal. Wieder stimmungsvolles Licht und wieder meine Fragestellung. Danach wartete ich einige Minuten und hörte dann mein Band ab.