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Ein grüner Vorgarten: Nachhaltig und pflegeleicht In ihrem neuen Buch zeigt die erfahrene Gartenplanerin Katja Bowles, wie ein grüner Vorgarten nicht nur Ihr Zuhause verschönert, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt und einem angenehmen Kleinklima leistet. Mit durchdachten Konzepten und praxisnahen Anleitungen gibt sie allen das nötige Handwerkszeug an die Hand, um einen pflegeleichten und attraktiven Vorgarten zu gestalten. Unabhängig von den örtlichen Gegebenheiten, ob sonnig oder schattig, klein oder groß, schlicht oder modern – dieses Buch inspiriert und unterstützt bei der individuellen Planung und Umsetzung. Lassen Sie sich von den kreativen Ideen und detaillierten Pflanzenvorschlägen begeistern und verwandeln Sie Ihren Vorgarten in ein grünes Paradies. - Pflegeleicht und zugleich ökologisch wertvoll: Den Vorgarten langfristig nachhaltig gestalten und die Artenvielfalt fördern - Individuelle Gestaltung: Mit Gestaltungsplänen für alle Ansprüche und Gegebenheiten - Das Komplettpaket: Von der Planung bis zur Umsetzung praxisnah erklärt, mit Lösungen für alle gängigen Vorgartenprobleme
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Seitenzahl: 174
Veröffentlichungsjahr: 2025
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eBook: © 2025 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Grillparzerstraße 12, 81675 München
GU ist eine eingetragene Marke der GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Verbreitung nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß § 44b UrhG (»Text und Data Mining«) zu gewinnen, ist untersagt.
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ISBN 978-3-8338-9706-1
1. Auflage 2025
GuU 8-9706 01_2025_02
DIE BÜCHERMENSCHEN HINTER DEM PROJEKT
Verlagsleitung: Nadja Harzdorf-van Wickeren
Projektleitung: Fabian Bartel
Lektorat: Christine Weidenweber
Korrektorat: Andrea Lazarovici
Bildredaktion: Matias Kovacic; Natascha Klebl und Petra Ender
Covergestaltung: ki 36 Editorial Design, München, Bettina Stickel
eBook-Herstellung: Teresa Klocker
BILDNACHWEIS
Coverabbildung: Volker Michael
Illustrationen: Bella Illenberger
Fotos: Adobe Stock; Katja Bowles; Flora Press; Getty Images; Volker Michael; Marion Nickig; Shutterstock;
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WARUM UNS DAS BUCH BEGEISTERT
Das ideale Buch für alle, die ihren Vorgarten in ein kleines, pflegeleichtes Naturparadies verwandeln möchten.
Nadja Harzdorf-van Wickeren, Verlagsleitung
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Die Gedanken, Methoden und Anregungen in diesem Buch stellen die Meinung bzw. Erfahrung des Verfassers dar. Sie wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt und mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für persönlichen kompetenten medizinischen Rat. Jede Leserin, jeder Leser ist für das eigene Tun und Lassen auch weiterhin selbstverantwortlich. Weder Autoren noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.
Wie schön, dass ihr darüber nachdenkt, euren Vorgarten mit Pflanzen zu gestalten. Ihr leistet damit einen kleinen, aber wertvollen Beitrag für die Natur! Ich verspreche euch, dass euer grüner Vorgarten nicht mehr Arbeit machen wird als eine Kies- oder Schotterfläche. Mit einem pflegeleichten Konzept und der richtigen Pflanzenauswahl wird er langfristig sogar genügsamer sein als seine graue Alternative.
Dieses Buch wird euch dabei helfen, einen Vorgarten anzulegen, der zu euch und eurem Haus passt und der euch auch nicht über den Kopf wächst, wenn ihr mal nicht so viel Zeit für die Gartenpflege habt. Ich stelle drei verschiedene Gestaltungsideen vor und gebe euch Pflanzentabellen an die Hand, mit denen ihr nach dem Baukastenprinzip euren ganz persönlichen, pflegeleichten Vorgarten zusammenstellen könnt. Egal ob die zur Verfügung stehende Fläche sonnenverwöhnt ist oder im Schatten liegt, klein oder ein bisschen größer ist, ob ihr es lieber formal und klar, locker und modern oder natürlich und blütenreich mögt.
Ihr könnt auch selbst kreativ werden und einen ganz eigenen Plan entwerfen. Ich gebe einige grundsätzliche Tipps zur Gestaltung kleiner Gartenflächen, zum Erstellen eines Pflanz- und Gestaltungsplans und auch zu Pflanzung und Pflege, die – wenn ihr es richtig angeht – gar nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Ihr findet in diesem Buch außerdem Ideen, um das kleine Stück Garten wohnlicher zu machen und an euren eigenen Lebensstil anzupassen.
Ich bin mir sicher, ihr werdet Gefallen finden an dem kleinen Garten vor eurer Tür. Denn der ist nicht nur für die Natur wichtig, sondern soll vor allem für euch eine Bereicherung sein. Ich wünsche euch viel Freude bei der Gestaltung und mit dem eigenen grünen Vorgarten.
Ein Vorgarten soll einen Beitrag zum Artenschutz leisten, wenig Arbeit machen und dabei noch jeden Tag gut aussehen – ganz schön viel verlangt? Ich zeige euch, wie ihr alle Ansprüche unter einen Hut kriegt.
Die »Visitenkarte des Hauses« – der Vorgarten – wird oft als Garten zweiter Klasse behandelt. Lassen wir ihn endlich erblühen!
Drei mal sechs Meter weißer Kies oder anthrazitfarbener Schotter, in der Mitte ein Weg, rechts und links ein rund geschnittener Buchs und ein hohes Gras – das ist das Bild, was sich in den letzten Jahren immer häufiger bietet, wenn man beim Schlendern durch unsere Städte und Vororte seinen Blick über die Vorgärten schweifen lässt. »Gärten des Grauens« nennt Ulf Soltau diese Kreationen und nimmt sie in inzwischen drei Bildbänden satirisch auf die Schippe. So weit will ich mich jetzt gar nicht aus dem Fenster lehnen. Ich sehe kein Grauen. Aber Gärten sehe ich vor den Häusern leider auch immer seltener.
Der Vorgarten ist nur ein kleiner Teil des Grundstücks, gelegen zwischen Haus und Bürgersteig. Ein Platzhalter sozusagen, damit die Straße nicht zu nah ans Gebäude rückt und ursprünglich wohl auch mal als Reserve-Meter gedacht, falls die Fahrbahn später noch ausgebaut werden sollte. Und obwohl er oft als »Visitenkarte des Hauses« angepriesen wird – immerhin ist der Vorgarten das Erste, was Besucher von euch und eurem Haus zu sehen bekommen, noch bevor sie das Namensschild an der Klingel lesen können –, wird er oft wie ein Garten zweiter Klasse behandelt. Denn so richtig nutzen kann man ihn ja nicht. Während die Kreativität, der grüne Daumen und auch das Geld der Hausbesitzer in den Garten hinterm Haus fließen, findet das Gärtchen vor der Tür bei der Gartenplanung oft nur wenig Beachtung und wird, wenn Ideen und Geld nicht reichen, kurzerhand mit Schotter zugekippt. Oder – das ist praktisch – zum Parkplatz vor der Tür.
Nein, ich will jetzt nicht den erhobenen Zeigefinger rausholen. Ich verstehe das, wirklich! Das mit dem Parkplatz vor der Tür sowieso – ich bin selbst schon oft mehr als einmal um den Block gefahren, nur um meine Einkäufe später doch 100 m die Straße entlang zur Haustür zu schleppen. Ich verstehe auch die anderen Argumente, die auf den ersten Blick scheinbar für den Schottergarten sprechen: Das leidige Geld, natürlich. Das Haus ist frisch renoviert, Terrasse und Garten sind endlich fertig und das Konto ist schon sichtbar geschrumpft. Und vor allem: In Haus und Garten gibt es ja wirklich genug zu tun. Neben der Arbeit soll schließlich noch genug Zeit für die Familie bleiben. Und die möchte man am Wochenende vielleicht im Garten, aber doch nicht im Vorgarten verbringen.
Das kleine Stück Garten zwischen Haus und Straße befindet sich irgendwie in der Zwickmühle: Der Vorgarten ist nicht wirklich privat. Man kann sich dort nicht ungestört mit einem Buch zurückziehen, nicht morgens im Pyjama die erste Tasse Kaffee und die Sonne genießen und es würde wohl auch keiner auf die Idee kommen, den Abend dort gemütlich mit einem Glas Wein ausklingen zu lassen.
Aber man kann diesen Teil des Grundstücks auch nicht einfach so links liegen lassen. Immerhin ist er mit seiner Lage an der Straße fast ein bisschen öffentlich und Chaos und wildes Wuchern vor dem Haus sind nun wirklich kein gutes Aushängeschild für die Bewohner. Eine ordentliche Schotterfläche scheint auf den ersten Blick eine saubere Lösung.
Nicht nur für Besucher ist euer Vorgarten das Erste, was sie wahrnehmen, bevor sie das Haus betreten. Er begrüßt euch außerdem, wenn ihr nach einem langen Tag zurück nach Hause kommt. Ist der Vorgarten es nicht schon allein deshalb wert, ihn so zu gestalten, dass er wirklich zu euch passt?
1. Jeden Tag im selben eintönigen Grau präsentiert sich der Schottergarten und hat für Natur und Auge nur wenig zu bieten. 2. Weil sie nicht nur langweilig, sondern auch gar nicht pflegeleicht sind, werden immer mehr Schottergärten »renaturalisiert«.
Dass der »moderne« Schottergarten nicht nur fürs Auge, sondern auch für die Natur wenig bietet, hat sich inzwischen rumgesprochen. Das Thema ist in den Medien präsent und wird nicht nur von Naturschutzverbänden wie dem Nabu viel diskutiert.
Die Trendwende macht sich für mich auch daran bemerkbar, dass ich von Kunden wieder öfter nach einem mit Pflanzen gestalteten Vorgarten gefragt oder sogar darum gebeten werde, einen Schottergarten zu »renaturalisieren«. Nichts mach ich lieber als das, natürlich.
Jetzt fragen sich einige vielleicht: Was kann man denn mit so einem kleinen Stück Garten »reißen« für die Natur? Macht es einen Unterschied, ob meine 3 × 6 m vor dem Haus begrünt, versiegelt oder mit Schotter bedeckt sind? Ja, das macht tatsächlich einen Unterschied, nicht nur für die Natur im Großen und Ganzen, sondern vor allem für die Natur in eurer direkten Umgebung. Gerade in den immer heißer werdenden Sommern ist es ganz deutlich spürbar: Eine Grünfläche, egal wie klein sie ist, speichert Feuchtigkeit, produziert Sauerstoff und spendet Schatten. Sie wirkt sich direkt auf das sogenannte Kleinklima aus – das Klima im direkten Umfeld eures Hauses und der davor liegenden Straße.
1. Im Sommer weiß man das schattige Plätzchen unter der Krone eines Baumes zu schätzen.
2. Pflanzen speichern Feuchtigkeit – beim Frauenmantel kann man das sogar sehen.
3. Eine Bienenweide erfreut nicht nur die Insekten, sondern auch das Auge des Betrachters.
Pflanzen produzieren Sauerstoff und speichern Feuchtigkeit. Das ist eine wichtige Aufgabe in Zeiten des Klimawandels, denn nicht nur die Hitze vor der Haustür ist ein Problem, das die ständig wachsende Versiegelung von Flächen mit sich bringt, sondern auch Überschwemmungen ließen sich durch mehr Grün in den Städten abmildern oder sogar verhindern. Je mehr Grünflächen in der Lage sind, bei Starkregen Wasser aufzunehmen, desto weniger überlastet ist die Kanalisation. Denn dorthin fließt das Wasser von Pflasterflächen ungebremst und auch Schotterflächen können nicht genug Wasser aufnehmen. So kommt es zu Überlastungen des Kanalisationssystems und immer häufiger zu folgenschweren Überschwemmungen. Pflanzen können helfen: Sie schlucken Wasser, Lärm, Hitze und auch Staub. Wie praktisch für die Atmosphäre der Siedlung, in der wir leben.
Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern vor allem ihr selbst. Stellt euch doch mal vor, es ist wieder einer dieser besonders heißen Sommertage und ihr verlasst das Haus. Vor der Tür brennt die Sonne vom Himmel, direkt auf den Asphalt der Straße, der die Wärme der Sonne staut und reflektiert. Die Hitze »steht« über dem heißen Schotter im Vorgarten und die Luft ist stickig. Oder: Vor eurer Haustür erwartet euch der Schatten eines kleinen Baumes oder einer Pergola. Die Pflanzen haben die Wärme der Sonne aufgenommen. Vielleicht steigt Feuchtigkeit vom Regen des Vortags aus dem grünen Vorgarten auf oder wenigstens der Duft von Blüten und frischem Laub. Was ist wohl angenehmer? Genau. Ein bepflanzter Vorgarten kann durchaus einen Beitrag leisten für das Klima vor der eigenen Haustür und sogar für die Luft, die durchs geöffnete Fenster ins Haus strömt.
Wildbienen und heimische Schmetterlinge sind sehr wählerisch und fliegen nicht auf jede schöne Blüte.
Auch für den Artenschutz ist der Vorgarten nicht zu unterschätzen. Klar, durch seine geringe Größe ist der Lebensraum, den er für Insekten und Vögel bietet, und somit sein Beitrag zum wichtigen Thema Artenvielfalt erst einmal überschaubar. Ihn ein Biotop zu nennen, wäre wirklich übertrieben. Aber der Nachbar hat ja auch noch einen Vorgarten. Wahrscheinlich hat jedes Haus der Straße einen Vorgarten und in jeder Stadt gibt es viele solcher Straßen. Vorgärten sind gemeinsam stark. Wenn man all die Flächen zusammenrechnet, entsteht auf einmal doch ganz viel Lebensraum und Nahrungsangebot für Tiere und Insekten. Eine große Rolle für die Artenvielfalt spielt die enge Vernetzung der kleinen grünen Inseln. Je mehr Vorgärten grün und vielleicht sogar naturnah gestaltet sind und je seltener sie unterbrochen werden durch Schotterflächen und Parkplätze, desto größer wird der Lebensraum, den die Natur erobern kann.
Die Bienen fliegen – um das mal etwas verkitscht, aber bildlich darzustellen – von Blume zu Blume, von Vorgarten zu Vorgarten, von Straße zu Straße und bringen so wieder Leben in die ganze Stadt. Dieses grüne Netzwerk, dass sich durch die Bebauung zieht, ist dann schließlich doch so etwas wie ein Biotop.
In puncto Klima und Artenschutz kann also tatsächlich jeder vor der eigenen Haustür anfangen. Es lohnt sich. Und ich möchte zeigen, dass es machbar ist, Naturschutz, die ansprechende Präsentation des Hauses und Pflegeleichtigkeit unter einen Hut zu kriegen und auch auf 3 × 6 m umzusetzen.
Wie geht eigentlich pflegeleicht? Wie gelingt es, das Fleckchen Garten vor der Tür lebendig zu gestalten? Ich zeige euch, wie ihr einen grünen Vorgarten ohne viel Arbeit hinkriegt.
Eine Studie, die die Initiative »Rettet den Vorgarten« des BGL in Auftrag gegeben hat, zeigt sehr deutlich, aus welcher Richtung der Wind weht: »Als Hauptmotiv für einen versiegelten Vorgarten geben 80 Prozent aller befragten Kiesgartenbesitzer Pflegeleichtigkeit an.« Es ist, bei aller Naturliebe und Freude an grüner Ästhetik, also vor allem wichtig, dass unser Vorgarten es auch mal verzeiht, wenn das Leben uns gerade anderweitig fordert. Damit Nachbarn und Passanten nicht gleich beim Blick auf die Fläche vor der Haustür sehen, dass ihr gerade eine stressige Zeit habt, solltet ihr euch bei der Gartengestaltung an ein paar Grundregeln halten.
Eine der wichtigsten lautet: Augen auf vorm Pflanzenkauf. Pflanzen wachsen, das liegt in der Natur aller Lebewesen. Wie stark sie wachsen, wie hoch und wie breit sie werden, das ist genetisch festgelegt und darüber solltet ihr euch unbedingt vorher informieren. Denn die durchdachteste Struktur, der aufgeräumteste Plan wird spätestens in ein paar Jahren gesprengt, wenn die gewählten Pflanzen nicht mehr hineinpassen, über die für sie vorgesehenen Grenzen hinauswachsen und anderen Vorgartengewächsen auf die Füße treten. Dann entsteht auch in einem geordneten System Chaos, das entweder seine ganz eigenen Wege geht oder mit der Ast- oder Heckenschere regelmäßig unter Kontrolle gehalten werden muss. Und das riecht gewaltig nach genau der Arbeit, die ihr vermeiden wollt!
Informationen darüber, wie hoch und breit die jeweilige Pflanze wird, findet ihr in den Tabellen hier im Buch. Das sind die »Fertiggrößen«, die einzuplanen sind, auch wenn die Pflanze beim Kauf und bei der Pflanzung erst einmal viel kleiner ist und euer Vorgarten anfangs dadurch sogar ein bisschen leer wirken kann. Die Pflanzen werden dann in den Plan hineinwachsen und nicht darüber hinaus. Wenn ihr eine Lieblingspflanze im Vorgarten einplanen möchtet und diese nicht in meinen Tabellen findet, dann informiert euch bitte – egal ob Staude oder kleiner Baum – darüber, wie groß sie wird, wenn sie ausgewachsen ist. Bevor ihr euch einen Welpen in eine Zweizimmerwohnung holt, würdet ihr das ja genauso machen. Es gibt gut sortierte Internet-Seiten und auch dicke Kataloge von einigen Baumschulen, in denen man alle Informationen bekommt, die man zu einer bestimmten Pflanze braucht.
1. Der Rotdorn ‘Paul’s Scarlet’ kommt sehr gut mit einem sonnigen und trockenen Standort zurecht. 2. Strauch- und Bodendecker-Rosen verlangen keinen komplizierten Schnitt, man stutzt sie einfach nach der Blüte mit der Heckenschere zurecht. 3. Nicht oft gießen muss man Wollziest und Thymian. Beide eignen sich auch gut als Bodendecker für kleinere Flächen.
Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass die gewählten Pflanzen zum Standort passen. Pflanzen haben unterschiedliche Ansprüche an ihre Umgebung. Manche fühlen sich nur in der Sonne wohl, andere kommen auch mit Schatten zurecht. Einige Pflanzen sind genügsam und andere extrem pingelig, was den Boden angeht, in den sie gesetzt werden. Es gibt ein paar Allrounder und die meisten Vertreter der Pflanzenwelt kommen auch mit nicht ganz so optimalen Bedingungen klar, sie wollen ja alle überleben. Dann blühen sie vielleicht nicht ganz so üppig, das fällt kaum auf. Wenn die Umgebung allerdings so gar nicht zu den Ansprüchen passt oder man sich ein Mimöschen ins Magerbeet holt, dann wird es schwierig und die »Extrawürste« – beispielsweise Nährstoffzufuhr durch Düngung, regelmäßiges Gießen, weil es zu sonnig und trocken ist – machen ganz schnell wieder das, was es zu vermeiden gilt: Arbeit.
Dann gibt es Pflanzen, die per se in die Kategorie »pflegeleicht« fallen, und welche, von denen man im pflegeleichten Vorgarten lieber die Finger lässt, allen voran die berühmt-berüchtigten Wucherer. Das sind Gewächse, die unseren Vorgarten auf ihre ganz eigene Weise selbstständig erobern wollen. Einige bilden Wurzelausläufer und nehmen so schnell einen Platz ein, der ihnen gar nicht zusteht und für den eigentlich eine andere Pflanze eingeplant war. Andere sind einfach von Natur aus einnehmend und machen sich schnell breit. Die meisten dieser Arten neigen dazu, Schwächere einfach über den Haufen zu wuchern, weil sie durch ihre Wüchsigkeit das Potenzial haben, sich immer und überall durchzusetzen.
RASEN IM VORGARTEN?
Rasen im Vorgarten ist unpraktisch! Ein gepflegter Rasen muss wenigstens alle zwei Wochen gemäht werden. Das ist schon allein aus dem Grund aufwendig, weil man den Rasenmäher dafür erst mal aus dem hinteren Garten in den Vorgarten schaffen muss, vielleicht sogar durchs Haus. Vor allem steht damit aber eine regelmäßige Arbeit auf dem Plan, die nicht aufgeschoben werden kann. Ein verpasster Rasenschnitt fällt sofort ins Auge. Auf eine Rasenfläche im Vorgarten kann man gut verzichten. Ihre Funktion – eine gleichmäßige, ruhige Fläche zu schaffen – übernehmen einige niedrige Bodendecker locker. Sie sind somit ein würdiger Ersatz für den Rasen und – dickes Ausrufezeichen – auch ein perfekter grüner Ersatz für den Schotter! Da, wo die Bodendecker Raum einnehmen, sieht es gepflegt aus. Und genau das ist ja das Ziel.
Einige Wucherer verbreiten sich durch Samen und tauchen, nachdem sie im ersten Jahr an vorgesehener Stelle wunderschön geblüht haben, im nächsten Jahr an einer ganz anderen Stelle im Vorgarten wieder auf. Dort blühen sie natürlich genauso wunderschön, aber wer keine Lust hat auf Überraschungen, die nach ein paar Jahren das ganze Konzept durcheinanderbringen können, lässt von diesen Wanderschönheiten lieber die Finger. Manche Gartenbewohner, wie beispielsweise Edelrosen, benötigen einen gekonnten und regelmäßigen Schnitt, um ihre Schönheit zu erhalten. Bei den Pflanzen, die ich euch in den Tabellen und für meine Gestaltungsideen ans Herz lege, habe ich schon darauf geachtet, dass sie nicht allzu kompliziert sind. Und wenn doch mal eine dabei ist mit einer Eigenart, mit der sie anecken könnte, gebe ich dazu einen kleinen Warnhinweis.
Damit der Vorgarten nicht so viel Arbeit macht, gilt außerdem der Grundsatz »Weniger ist mehr«. Nicht, dass jetzt wieder das Bild mit dem Buchsbaum rechts und dem Gras links auftaucht. Aber allzu üppig angelegte Beete wirken schnell unaufgeräumt. Pflegeleicht und trotzdem wirkungsvoll ist ein Mix aus einem Hingucker – ein kleiner Baum oder besonders attraktiver Strauch –, einigen pflegeleichten Sträuchern, Bodendeckern und wenigen, auffälligen und als Highlight gesetzten Stauden und Gräsern. Kleine Hecken können außerdem Struktur ins Beet bringen, die dabei hilft, Grenzen zu setzen, und auch einer gewissen Wildheit einen Rahmen geben. Ihr könnt euch also, wenn Ihr euch an die Gestaltungsregeln haltet, durchaus ein bisschen Fülle leisten, wenn euch das gut gefällt. Wichtig ist, dass die wenigen verwendeten Pflanzen zu jeder Zeit gut aussehen oder über einen längeren Zeitraum blühen. Eine Schönheit, die nur zwei Wochen durch ihre Blüte punktet, ist im Staudenbeet hinterm Haus tatsächlich besser aufgehoben.
Bei Wind und Wetter setzen Steine Moos an. Was in der Natur völlig normal ist, sorgt im Schottergarten für Überraschungen.
An dieser Stelle komme ich gerne noch einmal auf den pflegeleichten Schottergarten zurück. Und ich verrate euch, warum der Schottergarten eigentlich gar nicht pflegeleicht ist. Der Grund dafür, warum die Leute sich nach einigen Jahren von ihm abwenden und mich bitten, den Vorgarten wieder in seinen »Naturzustand« zu versetzen, ist nämlich gar nicht immer nur die Erkenntnis darüber, dass er ökologisch so gar nicht wertvoll ist, sondern ganz oft auch einfach enttäuschte Erwartung.
