Knigge für jeden Tag - Barbara Kleber - E-Book

Knigge für jeden Tag E-Book

Barbara Kleber

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Beschreibung

Gutes Benehmen und souveränes Auftreten können Sie lernen! Am Arbeitsplatz, auf privaten Festen oder beim Geschäftsessen: Überall gilt es wichtige Etikette-Regeln zu beachten. Mit Knigge für jeden Tag meistern Sie alle privaten und beruflichen Situationen souverän und zeitgemäß.

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Barbara KleberKnigge für jeden Tag

Barbara Kleber

Knigge für jeden Tag

Richtiges Benehmen

Zeitgemäße Umgangsformen

2., überarbeitete Auflage

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

ISBN 978-3-86910-123-1 (EPUB)

ISBN 978-3-86910-029-6 (Print)

ISBN 978-3-86910-124-8 (PDF)

Die Autorin: Dr. Barbara Kleber ist seit fast 20 Jahren Trainerin für Verhalten und Kommunikation. Sie gibt Seminare und Workshops zu Themen wie Stil und Manieren, Business-Etikette, Zeit- und Selbstmanagement.

2., überarbeitete Auflage

© 2016 humboldt

Eine Marke der Schlüterschen Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG,

Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover

www.schluetersche.de

www.humboldt.de

Autorin und Verlag haben dieses Buch sorgfältig geprüft. Für eventuelle Fehler kann dennoch keine Gewähr übernommen werden. Alle Rechte vorbehalten. Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der gesetzlich geregelten Fälle muss vom Verlag schriftlich genehmigt werden.

Redaktion:

Christine M. Huber, Literaturagentur & Lektoratsbüro, Pentling

Covergestaltung:

Kerker + Baum Büro für Gestaltung, Hannover

Innengestaltung:

akuSatz Andrea Kunkel, Stuttgart

Illustrationen:

Werner Pollak, Hannover

Titelbild:

Shutterstock/Valentina Rusinova, pa3x, sabri deniz kizil

Inhalt

Vorwort

Schnell & sicher: So kommen Sie am besten durchs Buch

Testen Sie Ihren aktuellen Wissensstand!

Gutes Benehmen – was ist das?

Was von Knigge bleibt

Zeitgemäße Umgangsformen

Der eigene Stil ist wichtig

Über Sinn und Unsinn von Benimmregeln

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Respekt und Wertschätzung sind die Grundlage

Die Sache mit dem Selbstwertgefühl

Wertschätzung und Respekt zeigen

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Gute Kommunikation erleichtert das Miteinander

Einige Grundregeln

Komplimente machen und erhalten

Auch mal Nein sagen

Männliche und weibliche Kommunikation

Small Talk pflegen

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Die Contenance bewahren

Konflikte konstruktiv annehmen

Wertschätzung auch für schwierige Zeitgenossen

Wenn es peinlich wird

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Outfit und erster Eindruck entscheiden

Wie der erste Eindruck entsteht

Todsünden für das berufliche Outfit

So gelingt ein wirkungsvoller Auftritt

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Persönliches Zeitmanagement optimieren

„Ich habe keine Zeit!“

Pünktlichkeit im Handyzeitalter

Zeitangaben bei Einladungen beachten

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Telefon, Handy, E-Mail & Internet

Am Telefon

Handys im öffentlichen Raum

Regeln für den Umgang mit E-Mails

Knigge für Facebook, Twitter & Co.

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Hand in Hand im Unternehmen

Umgang mit Kollegen, Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern

Du oder Sie?

In der Kantine

Die Betriebsfeier und ihre Folgen

Der Flurfunk sendet

Meetings mitgestalten

Achtung: Mobbing/Bossing!

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Wenn Geschäftspartner kommen

Geschäftsleute einladen

Geschäftspartner empfangen

Der Austausch von Visitenkarten

Rangfolge beachten

Begrüßung und Vorstellung

Anrede und Titel

Die Sitzordnung bei Tisch

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Auch in der Familie gilt gutes Benehmen

Eltern sind Vorbilder

Eine private Streitkultur pflegen

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Wenn Gäste ins Haus kommen

Private Feste vorbereiten

Den Tisch decken

Für eine angenehme Atmosphäre sorgen

Wir sind Gäste!

Kindergeburtstag

Wenn es plötzlich an der Tür klingelt

Ein Krankenbesuch

Im Trauerfall

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Umgang mit Nachbarn

Gegenseitige Rücksichtnahme

Nachbarschaftshilfe

Über Kinderlärm und Partys

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

In der Öffentlichkeit

Konzert und Theater

Einkaufen gehen

In öffentlichen Verkehrsmitteln

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Achtsam sein mit älteren Menschen

Besonderheiten des Alters beachten

Hilfe und Unterstützung anbieten

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Im Restaurant

Regeln bei Tisch

Mit dem Servicepersonal geschickt umgehen

Das passende Getränk auswählen

Eine Beschwerde vortragen

Reden bei Tisch

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Auf Reisen und im Ausland

Auf Fernreisen

Verhalten im Hotel

Auf Kreuzfahrt

Im Auto unterwegs

Andere Länder – andere Sitten

Kirchen, Tempel und Moscheen besuchen

Check-up: So geht’s!

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Ist kulturelles Verhalten lernbar?

Expertinnen-Interview

Anhang

Kurzporträt der Autorin

Register

Vorwort

Gutes Benehmen ist in! Das zwischenmenschliche Miteinander ist schon schwierig genug und muss nicht noch durch schlechte Umgangsformen weiter verkompliziert werden. Mit Freundlichkeit ist einfach mehr zu erreichen als mit Muskelspielen und Einsatz der Ellbogen. Seminare zum Thema „Gutes Benehmen“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Mittlerweile gibt es auch spezielle Angebote für Kinder, die sich zumeist mit Tischsitten beschäftigen.

Dabei berührt dieses Thema die gesamte Verhaltensbreite: Es reicht vom täglichen Umgang miteinander im Berufs- und Privatleben über die gepflegte Konversation bis zu Tischmanieren. Bedenkt man, dass in anderen Ländern andere Gebräuche und Werte gelten, wird das Thema durch die Gepflogenheiten in diesen Kulturkreisen noch erweitert.

Gutes Benehmen ist aber auch karrierefördernd. Wer die Regeln kennt, kann souveräner mit verschiedenen Situationen umgehen und wird selbstsicherer. Wer selbstsicher auftritt, wird eher die Sprossen der Karriereleiter erklimmen als ein anderer, der kein Fettnäpfchen auslässt. Jemand, der sich wertschätzend und respektvoll gegenüber seinen Mitmenschen verhält, genießt mehr Respekt und Achtung als der skrupellose Karrierist, der über Leichen geht.

Ein Blick über den Tellerrand hinaus erlaubt dabei das letzte Kapitel „Ist kulturelles Verhalten lernbar?“. Hierzu konnte die interkulturelle Expertin Dr. Béatrice Hecht-El Minshawi gewonnen werden. An dieser Stelle möchte ich mich für dieses aussagekräftige Interview bedanken, das sich so spannend wie ein Krimi lesen lässt.

Schnell & sicher: So kommen Sie am besten durchs Buch

Mit dem Kauf dieses Ratgebers wollen Sie wahrscheinlich entweder in Ihrem Verhalten bestätigt werden oder Sie suchen Antworten für ganz bestimmte berufliche oder private Situationen. Das umfassende Inhaltsverzeichnis wird Ihnen dabei die Auswahl erleichtern. Am Ende eines jeden Kapitels finden sich „Check-ups“ – als konkrete Tipps für Dos und Don’ts zu den Inhalten der Kapitel. Sie bieten eine Kurzübersicht zu den wichtigsten Regeln. Ein Register am Schluss des Buches führt Sie ebenso rasch zu den Antworten.

Relevante Hinweise sind zudem jeweils mit einem Raster hinterlegt und weisen Sie auf gut nachvollziehbare Aussagen hin.

Viel Spaß und ErfolgIhre Barbara Kleber

Testen Sie Ihren aktuellen Wissensstand!

Neugierig? Dann testen Sie sich selbst. Mit den folgenden zwölf Fragen können Sie die ersten Benimmregeln prüfen. Die richtigen Antworten finden Sie im Anhang am Ende des Buches.

1.Wie lautet die korrekte mündliche Anrede für einen Herrn Dr. Graf Lambsdorff?

a) Guten Tag, Herr Graf Lambsdorff.

b) Guten Tag, Dr. Graf Lambsdorff.

c) Guten Tag, Herr Dr. Graf Lambsdorff.

2.Wie lautet die korrekte Anschrift für ein Ehepaar in einem Brief?

a) Herrn und Frau Reiner Muster.

b) An das Ehepaar Reiner Muster.

c) Herrn Reiner Muster und Frau Susanne Muster.

3.Welche Regel stimmt bei der Begrüßung im beruflichen Umfeld?

a) Frauen stehen auf wie die Herren.

b) Frauen bleiben grundsätzlich sitzen.

c) Frauen bleiben sitzen, es sei denn, eine bedeutend ältere Dame reicht ihr die Hand.

4.Welche Regel gilt für den Umgang mit SMS, wenn andere Personen dabei sind?

a) Der Absender bekommt umgehend Antwort.

b) Gleich lesen – später beantworten.

c) Weder lesen noch schreiben.

5.Wie werden Visitenkarten entgegengenommen?

a) Erst lesen, kurz kommentieren – dann einstecken.

b) Gleich einstecken.

c) Wortlos lesen – dann einstecken.

6.Welche Aussage über Business-Hemden ist richtig?

a) Im Sommer können die Herren kurzärmelige Hemden zum Anzug tragen.

b) Ein Business-Hemd ist immer langärmelig.

c) Zum Button-down trägt man eine Krawatte.

7.Welche Knöpfe werden bei einem Drei-Knopf-Sakko geschlossen?

a) Die beiden oberen oder nur der mittlere Knopf.

b) Alle Knöpfe werden geschlossen.

c) Nur der untere Knopf.

8.Welche Speisen dürfen Sie mit der Hand essen?

a) Geflügel.

b) Spareribs.

c) Spargel.

9.Wie essen Sie das Beilagenbrot?

a) Brot wird in mundgerechte Stücke gebrochen.

b) Mit Messer und Gabel.

c) Aus der Hand von der Scheibe abbeißen.

10.Wer verkostet den bestellten Wein?

a) Grundsätzlich ein Mann.

b) Der Ehrengast.

c) Wer bestellt hat.

11.Wo legen Sie nach dem Essen die Serviette ab?

a) Auf dem Teller.

b) Rechts neben dem Teller.

c) Links neben dem Teller.

12.Zwei bekannte Paare treffen sich auf der Straße. Wie begrüßen sie sich richtig mit Handschlag?

a) Erst die Herren, dann die Herren die Damen, dann die Damen.

b) Dafür gibt es keine Regel.

c) Erst die Damen, dann die Damen die Herren, dann die Herren.

Konnten Sie jede Frage auf Anhieb beantworten? Herzlichen Glückwunsch! Mussten Sie über einzelne Fragen länger nachdenken oder sind dabei zu keinem Ergebnis gekommen, dann lesen Sie einfach weiter.

Gutes Benehmen – was ist das?

Gutes Benehmen erleichtert den Umgang miteinander. Dabei geht es nicht um altmodische Regeln, die steif zur Anwendung kommen. Gutes Benehmen kann auch nicht auf die Regeln von Stil und Etikette reduziert werden. Zeitgemäße Umgangsformen sind vor allem geprägt durch einen achtsamen Umgang mit den Mitmenschen. Wer anderen Respekt und Wertschätzung zollt, hat es im beruflichen Alltag und im privaten Umfeld leichter.

Was von Knigge bleibt

„Knigge lässt grüßen!“, wer hat es nicht schon mal gehört. „Knigge“ ist zum geflügelten Wort geworden, wenn es ums gute Benehmen, um Stil und Etikette geht. Knigge ist sozusagen der Urvater unserer Benimmregeln.

Adolph Freiherr von Knigge (1752 bis 1796) hat uns ein berühmtes Buch hinterlassen. Es trägt bezeichnenderweise den Titel Über den Umgang mit Menschen und wurde bereits 1788 veröffentlicht. Knigge vermittelt darin praktische Lebensregeln, die seiner Zeit entsprachen. Geblieben davon ist die Achtung vor dem Mitmenschen, die Pflicht sich gegenüber jedermann höflich und anerkennend zu verhalten. In diesem Punkt kann Knigge gar nicht veralten, diese Empfehlung gilt heute wie 1788.

Viele seiner Empfehlungen sind aber inzwischen überholt und reichen für unsere modernen Gegebenheiten nicht mehr aus. Knigge wusste nichts von klingelnden Handys in Restaurants oder dem Gebrauch der Visitenkarte.

Viel wichtiger als die Anwendung von Regeln und Normen im Umgang miteinander ist die Haltung, die wir zu Mitmenschen haben. Sie soll Herzlichkeit, Freundlichkeit, Feingefühl und Takt vermitteln. Das sind – verbunden mit dem eigenen persönlichen Stil – die Eckwerte für gutes Benehmen, auch und gerade in unserer hektischen schnelllebigen Zeit. Leben wir diese wirklich, verzeiht man uns auch den Griff zum falschen Besteck eher.

Gutes Benehmen ist immer an Rücksichtnahme und Achtung gegenüber den Mitmenschen gebunden. Dabei spielt die eigene Persönlichkeit die entscheidende Rolle. Gutes Benehmen muss zum Wesen der Person passen, sonst wirkt es künstlich und aufgesetzt, vielleicht sogar unehrlich.

Übertrieben devote Manieren sind nicht mehr zeitgemäß. Natürlichkeit ist gefragt. Situationsgerechtes Verhalten verschafft uns Sympathien. Das heißt aber auch, dass die modernen Benimmregeln nicht dogmatisch angewandt werden können. Wenn Sie sich in einer bestimmten Situation anders verhalten wollen, als die Regeln es eigentlich vorsehen, können Sie heute Ihrer Intuition folgen.

Wer die Regeln kennt, kann sie hin und wieder auch lockerer handhaben. Wer dagegen nicht weiß, wie man sich korrekt verhält, wird sich unsicher fühlen und auch auf andere so wirken.

Die drei Knigge-Grundsätze guten Benehmens behalten – unabhängig von den Veränderungen in der Gesellschaft – ihre Gültigkeit:

1. Ich denke von Dir, wie ich wünsche, dass Du von mir denkst.

2. Ich spreche von Dir, wie ich wünsche, dass Du von mir sprichst.

3. Ich handle Dir gegenüber so, wie ich wünsche, dass Du es mir gegenüber tust.

Wenn wir unser Verhalten und Handeln an diesen Grundsätzen orientieren, uns also auch in die Situation des Gegenübers versetzen, haben wir die wichtigsten Anforderungen guten Benehmen schon erfüllt. Das verlangt auch, die eigene Sensibilität zu schulen. Takt ist der Verstand des Herzens, heißt es, und das verlangt, sich auf den anderen einzustellen und seine Schwingungen wahrzunehmen.

Takt ist der Verstand des Herzens.

Zeitgemäße Umgangsformen

Wir leben in Zeiten schnellen Wandels. Alles ist rasanten Veränderungen unterworfen. Der eben angeschaffte moderne PC ist morgen schon veraltet. Die Produzenten überbieten sich darin, immer schneller mit neuen Produkten auf den Markt zu kommen.

Dieser umfassende Umbruch macht auch vor unserem Verhalten und Zusammenleben nicht Halt. Es ist nicht davon auszugehen, dass die in der Kindheit erworbenen Umgangsregeln nun ein Leben lang Gültigkeit haben … die Sitten ändern sich. Gerade die Zusammenarbeit in Unternehmen hat sich in den letzten Jahren wesentlich gewandelt. Die Gegenüberstellung „Vorgesetzter hier und Untergebene da“ ist ein Auslaufmodell. Allenthalben ist von Teamarbeit die Rede. Aus Untergebenen wurden selbstbewusste Mitarbeiter. Die Regeln der „alten Schule“ helfen uns da nicht weiter. Was wir brauchen, sind moderne, zeitgemäße Umgangsformen, die ein reibungsloses Miteinander ermöglichen. Manchmal muss man dabei den eigenen Egoismus überwinden und sich in Rücksichtnahme und Achtung üben.

Höfliche Umgangsformen haben zu allen Zeiten ihre Daseinsberechtigung, auch oder gerade in unserer hochtechnisierten Welt. Wer glaubt, die Regeln des zwischenmenschlichen Umgangs verletzen zu können, bezahlt nicht selten mit Einsamkeit und Isolation. In fast allen Kulturen werden Verstöße dieser Art geahndet. Wer jedoch auf andere offen, mit Achtung und Wertschätzung zugehen kann, wer Herzensbildung und eine positive Grundeinstellung ausstrahlt, echtes Interesse zeigt und sich in Toleranz übt, kann auch mit einem positiven Echo rechnen.

Damit das Miteinander funktioniert, brauchen wir Verhaltensregeln, die uns auch die Wünsche, Ansprüche und Erwartungen der anderen berücksichtigen lassen. Denn wir haben jeden Tag Probleme zu bewältigen. Sie müssen nicht noch durch schlechte Umgangsformen verschärft werden. Deshalb sollten wir uns stets so verhalten, dass andere sich durch uns nicht brüskiert, gestört oder belästigt fühlen. Kurzum: Ein höflicher Mensch fällt nirgendwo unangenehm auf.

Höflichkeit signalisiert: Ich achte und respektiere dich!

Der eigene Stil ist wichtig

Das ganze Regelwerk bleibt farblos, wenn es nicht durch den persönlichen Stil jedes Einzelnen geprägt wird. Auch das unterscheidet uns von Knigges Zeitgenossen. Sie mussten sich noch in einer stark nach Ständen und Schichten gegliederten Gesellschaft an strenge Vorschriften halten.

Wir haben immer die Freiheit der Entscheidung – auch in Verhaltensfragen. Vorausgesetzt, Sie respektieren Knigges Rat: „Das Geheimnis des guten Benehmens besteht darin, sich geltend zu machen, ohne andere unerlaubt zurückzudrängen.“

Innerhalb dieser Grenzen haben wir viele Möglichkeiten. Natürlich gibt uns auch die jeweilige Umgebung Hinweise für unser angemessenes Verhalten und Benehmen. In einem Fast-Food-Restaurant gelten andere Regeln als in einem Fünf-Sterne-Haus. Wichtig ist, dass – egal, wo Sie auftreten – Sie Ihren Stil finden, der Ihrer Persönlichkeit entspricht. Mit übertriebenen, gekünstelten Manieren fällt man genauso auf wie durch schlechtes Betragen.

Gutes Benehmen signalisiert Achtung und Respekt vor den Mitmenschen. Dafür braucht es Taktgefühl. Es ist ein Zeichen schlechten Stils, andere „vorzuführen“ oder in Anwesenheit Dritter bloßzustellen. Höflichkeit, Freundlichkeit, Toleranz, Herzlichkeit, Interesse am Gesprächspartner und die Gabe, aktiv zuhören zu können, das sind die Eigenschaften, die gutes Benehmen ausmachen.

Gutes Benehmen erleichtert das Zusammenleben der Menschen, weil es Verhaltensgrundsätze formuliert. Die Kenntnis und Beachtung dieser Regeln und Normen lässt uns sicherer werden und auch schwierige Situationen meistern. Aber gutes Benehmen sollte sich nicht nur auf den Umgang mit Dritten beziehen. Wir müssen mit uns selbst auch achtsam, respektvoll und wertschätzend umgehen. Wer zur Harmoniesucht neigt, immer versucht, es allen recht zu machen, kann die eigenen Bedürfnisse nicht mehr in angemessener Form berücksichtigen. Das schafft Unzufriedenheit und Frust, dadurch kann ein freundlicher und taktvoller Umgang mit anderen erschwert werden. Und schließlich: Wer sich selbst nicht respektiert, wird auch von anderen nicht respektiert.

Mit guten Manieren lassen sich schwierige Situationen meistern.

Über Sinn und Unsinn von Benimmregeln

Normen und Regeln erleichtern das Leben, vor allem das Zusammenleben mit anderen Menschen. Sie geben uns Orientierung und die Sicherheit, mit den unterschiedlichen situationsbedingten Anforderungen umzugehen. Einen Großteil dieser Regeln erlernen wir alle schon in der Kinderstube. Durch die häufige Anwendung haben wir alle einen Trainingsprozess durchlaufen und mehr oder weniger stabile Verhaltensmuster für den Alltag ausgeprägt, die in unserem Kulturkreis gelten.

Für spezielle Situationen gibt es besondere Regeln, die man erlernen kann. Unter dem Begriff „Stil und Etikette“ werden vielfältige Bereiche bedient. Von der Begrüßung über den Small Talk bis zum Abschied sind Regeln vorhanden und zu berücksichtigen. Und noch immer gibt es eine Rangfolge, die bei der Begrüßung und dem Vorstellen bzw. Bekanntmachen berücksichtigt werden sollte.

Auch für die Anrede und den Gebrauch von Titeln sind Regeln erdacht und formuliert worden. Sie können uns helfen, nicht in die „Fettnäpfchen“ zu treten.

Ein besonderes Kapitel sind Tischsitten, auf die in der gehobenen Gastronomie auch Wert gelegt wird. Für die Bestellung bis zur Bezahlung kann man sich an solchen Regeln orientieren. Das gilt auch für den Gebrauch von Bestecken sowie Gläsern und für die Empfehlungen, wie was gegessen werden sollte.

Eine Kleiderordnung regelt die zum Anlass passende Auswahl der richtigen Garderobe und gibt uns daher die Sicherheit, auch angemessen gekleidet zu sein.

All diese Regeln und Normen sollte man kennen und anwenden können. Aber wir haben auch die Freiheit, uns situationsgerecht angemessen zu verhalten. Die Regel verlangt, dass der Azubi seiner Geschäftsführerin, die er am Eingang trifft, selbstverständlich die Tür aufhält und ihr den Vortritt lässt. Was aber, wenn der Azubi schwere Kartons trägt? Da kann es Sinn machen, die Rollen zu tauschen: Also hält die Geschäftsführerin ihrem Azubi die Tür auf und lässt ihn vorgehen. Der Rangordnung entspricht das nicht – aber: Es macht Sinn.

Regeln und Normen sollte man kennen. Doch es kommt immer auch auf die Situation an.

Mitunter erleben Sie Situationen, in denen die sture Anwendung von Benimmregeln einfach nicht praktikabel ist. In solchen Situationen kommt es dann darauf an, sich situationsgerecht gut zu verhalten. Das heißt, bei Wahrung von Wertschätzung und Respekt gegenüber den anderen die für die Situation beste Variante zu finden und anzuwenden.

Check-up: So geht’s!

Respekt und Wertschätzung für alle Menschen in unserer Umgebung zeigen

Freundlich miteinander umgehen

Sich nicht auf Kosten anderer in den Vordergrund drängen

Den eigenen Stil finden – authentisch bleiben, ohne sich zu verbiegen

Achtsam mit sich selbst sein

Das Regelwerk des guten Benehmens kennen lernen

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Sich vorlaut in den Vordergrund drängen

Die Bedürfnisse anderer missachten

Unfreundlich reagieren

Die Regeln stur und buchstabengetreu anwenden

Die eigenen Bedürfnisse verleugnen

Respekt und Wertschätzung sind die Grundlage

Respekt und Wertschätzung für die Menschen in unserer Umgebung sind die Basis für gutes Benehmen. Jeder verdient es, höflich behandelt zu werden – und zwar vollkommen unabhängig von der Stellung in der Gesellschaft, von der gefahrenen Automarke oder der Art der Arbeit, die jemand ausübt. Ohne Wertschätzung und Respekt füreinander kann es kein reibungsloses Miteinander geben.

Die Sache mit dem Selbstwertgefühl

Wir alle haben es: unser Selbstwertgefühl. Es ist eine Art Preisvorstellung darüber, was wir uns selbst wert sind. Es kann sehr unterschiedlich ausfallen. Wer immer nur negative Rückmeldungen aus der Umgebung bekommt, hat ein geringes Selbstwertgefühl. Wer dagegen viel positives Feedback bekommt, kann auch ein hohes Selbstwertgefühl entwickeln.

Unser Selbstwertgefühl entwickelt sich also vor allem durch den Austausch mit anderen, durch Kommunikation. Und die Art und Weise dieser Kommunikation nimmt eben Einfluss auf die Ausprägung des Selbstwertgefühls. Komplimente, anerkennende Worte, bewundernde Blicke, ein dickes Lob vom Chef treiben unsere individuelle Preisvorstellung in die Höhe.

Umgekehrt bleibt unser Selbstwertgefühl klein, wenn wir immer nur bekrittelt werden und wir das Gefühl bekommen, dass unsere Anstrengungen – wie sehr wir uns auch bemühen mögen – nicht den Erwartungen entsprechen. Abfällige Bemerkungen, scheele Blicke und Missachtung beschädigen das Selbstwertgefühl.

Gerade in der Erziehung sollten Eltern ihren Kindern ein hohes Selbstwertgefühl vermitteln. Kinder und Jugendliche brauchen viel Anerkennung, Aufmerksamkeit und Interesse, um ihr heranwachsendes Selbstwertgefühl zu fördern.

Weil das Selbstwertgefühl für unser Wohlbefinden so wichtig ist, sind wir auch ständig wachsam, damit es ja keinen Schaden nimmt. Wir achten sensibel darauf, dass es in uns nicht zu einem Preisverfall des eigenen Ichs kommt. Mehr noch: Wir sind offensichtlich mit Schutzmechanismen ausgestattet, die jeden Angriff auf das eigene Selbstwertgefühl abwehren. Wenn wir uns – wieder durch Kommunikation – angegriffen fühlen, schlagen wir verbal zurück. Wenn wir Wertschätzung und Respekt vermissen, macht uns das im Interesse der Erhaltung unseres Selbstwertgefühls aggressiv und die Antwort fällt entsprechend aus.

Ein Beispiel: Er sucht seinen Führerschein und fragt sie: „Wo hast Du meinen Führerschein hingelegt?“ Diese Frage unterstellt, sie hat den Führerschein verlegt, und die Antwort kann heftig ausfallen: „Pass auf Deine Sachen auf! Was geht mich Dein Führerschein an?“ Für den Familienfrieden wäre es besser gewesen, wenn er sie gefragt hätte: „Weißt Du, wo ich meinen Führerschein hingelegt habe?“ oder: „Ich suche meinen Führerschein. Kannst Du mir bitte helfen?“ Das sind Frageformulierungen, die ihr keine Schuld unterstellen, der Konflikt ist entschärft. Wahrscheinlich hilft sie ihm nun beim Suchen.

Angriffe auf unser Selbstwertgefühl parieren wir zumeist mit einem Gegenangriff. Besser ist es daher, durch eine entsprechende Kommunikation das Selbstwertgefühl der Mitmenschen nicht anzugreifen. Dabei ist es unwichtig, ob der Angriff in voller Absicht (das ist ohnehin schlechter Stil) oder unabsichtlich gestartet wurde. Viel entscheidender ist, wie das Gesagte beim Gegenüber ankommt. Sogenannte Ich-Botschaften, also das Äußern eigener Beobachtungen, Empfindungen, Erfahrungen usw., werden vom jeweiligen Gegenüber nicht als Vorwurf erlebt. Beispielsweise klingt „Ich bin verärgert über Deine Verspätung“ schonender als der Vorwurf „Du bist nie pünktlich“. Das ist der Unterschied zwischen Ich- und Du-Botschaften. Wer also das Selbstwertgefühl seines Gegenübers schützen und keinen Gegenangriff riskieren will, formuliert konsequent Ich-Botschaften.

Übung: Ich-Botschaften

Formulieren Sie die Vorgaben (= Du-Botschaften) in Ich-Botschaften um! Statt „Sie haben mir eine falsche Kontonummer gegeben“ wäre es etwa besser zu sagen: „Ich habe festgestellt, dass die angegebene Kontonummer auf der Überweisung falsch ist“. Mögliche Lösungsvorschläge finden Sie im Anhang am Ende des Buches.

a) „Schicken Sie uns erst eine Rechnung, bevor Sie mahnen!“ Ich-Botschaft:

b) „Da hätten Sie die Angaben gleich richtig machen müssen!“ Ich-Botschaft:

c) „Sie haben die Überweisung unleserlich ausgefüllt!“ Ich-Botschaft:

d) „Sie haben mich vollkommen falsch verstanden!“ Ich-Botschaft:

e) „Da haben Sie nicht richtig zugehört!“ Ich-Botschaft:

f) „Da müssen Sie sich an die Serviceabteilung wenden!“ Ich-Botschaft:

g) „Sie müssen mir den Sachverhalt schriftlich vorlegen!“ Ich-Botschaft:

Manche Mitmenschen brauchen aber auch ihre ganz spezifischen Statussymbole, um ihr Selbstwertgefühl in der öffentlichen Wahrnehmung aufzupolieren. Ein schnittiges schnelles und vor allem teures Auto bringt seinem Fahrer bestimmt Fahrspaß, es wertet aber auch sein Selbstwertgefühl auf.

Statussymbole können das Selbstwertgefühl fördern.

Wertschätzung und Respekt zeigen

Gutes Benehmen heißt zuallererst, allen Menschen mit Respekt, Takt, Herzensbildung und Wertschätzung zu begegnen und durch eine achtsame Kommunikation nicht das Selbstwertgefühl zu torpedieren, was üblicherweise – wie wir eben gesehen haben – den Gegenangriff auslösen kann.

Jeder Mensch verdient unsere Beachtung und Wertschätzung als Mitmensch, seine Leistungen verdienen Respekt. Dabei ist es ziemlich gleichgültig, ob es sich um die Leistungen eines Herzchirurgen handelt oder um die der Putzfrau, die uns allabendlich den Müll wegbringt. Respekt verdient meines Erachtens auch der langjährige Hartz-IV-Empfänger, der sich und seine Familie nicht aufgibt und dafür sorgt, dass seine Kinder ihre Chancen für ein erfülltes Berufsleben nutzen und der ihnen trotz Arbeitslosigkeit noch leistungsorientierte Werte vermitteln kann.

Wie aber vermitteln wir diese Wertschätzung für andere Menschen? Sagen wir ihm, dass wir ihn wertschätzen? Wohl kaum. Wir haben andere Möglichkeiten, unsere Wertschätzung für jemanden zum Ausdruck zu bringen. Das beginnt bereits bei ganz banaler Höflichkeit.

„Bitte“ und „Danke“ sind Ausdruck von Wertschätzung. Dazu gehört auch die Anrede mit dem Namen. Jeder hört seinen Namen gern und die meisten Menschen reagieren mit Korrekturen, wenn ihr Name verwechselt oder falsch ausgesprochen wird.

Es hat sich erfreulicherweise in vielen Branchen durchgesetzt, dass Mitarbeiter Namensschilder tragen. Diese vertrauensbildende Maßnahme sollten wir nutzen und die dienstbaren Geister mit ihrem Namen ansprechen.

Wertschätzung bekunden Sie auch durch Interesse am anderen. Die meisten Menschen reagieren auf Fragen positiv und geben bereitwillig Auskunft. Allerdings sollte dieses Interesse auch nonverbal zum Ausdruck kommen. Dazu gehören der Blickkontakt, die Aufmerksamkeit und die Geduld beim Zuhören. Solche Gespräche können schnell eine angenehme Atmosphäre herstellen.

Auch sich Zeit zu nehmen ist ein starkes Signal für Wertschätzung. Jemandem seine ganze Aufmerksamkeit zu schenken macht glücklich. Kurzum: Es existieren vielfältige Möglichkeiten, um dem anderen unsere Wertschätzung für seine Person und unseren Respekt vor seinen Leistungen zu zeigen.

Check-up: So geht’s!

Mit jedermann wertschätzend und respektvoll umgehen

Das Selbstwertgefühl nicht verbal attackieren

Konsequent Ich-Botschaften formulieren

Am anderen wirklich interessiert sein

Sich Zeit nehmen und aktiv zuhören

Mitmenschen mit ihrem Namen ansprechen

„Bitte“ und „Danke“ sagen

Check-up: Und so bitte nie wieder!

Andere durch Blicke, Gesten oder Worte missachten

Nicht grüßen und unhöflich sein

Die eigene schlechte Laune an anderen abreagieren

Sich selbst in den Vordergrund spielen

Nur den eigenen Vorteil suchen

Gute Kommunikation erleichtert das Miteinander

Ohne Kommunikation geht gar nichts. Wir kommunizieren immer: mal laut, mal leise, sogar stumm. Kommunikation ist Verhalten. Unsere Art der Kommunikation beeinflusst die Qualität unserer Beziehungen zu den Mitmenschen. Gute Kommunikation berücksichtigt und respektiert immer die Gefühle des jeweiligen Gegenübers. Andersherum kann ein schlechter Kommunikationsstil auch Beziehungen zerstören und einfach als schlechtes Betragen wahrgenommen werden.

Einige Grundregeln

Der Mensch kann gar nicht anders: Er muss kommunizieren, wenn er anderen Menschen begegnet. Dabei muss nicht zwingend gesprochen werden. Wir kommunizieren auch tonlos, ohne Worte.

Gestik, Mimik und die Körperhaltung können Bände sprechen und verraten oft mehr von uns, als uns lieb ist. Mehr noch: Auch in der normalen Gesprächssituation fließen mehr Informationen „stumm“, also ohne Worte. Die aktuelle Befindlichkeit, die Stimmung, das Interesse oder Desinteresse müssen gar nicht in Worte gefasst werden. Wir signalisieren solche Informationen durch Mimik und Gestik. Daher ist es wichtig, in der direkten Kommunikation immer auch auf die körpersprachlichen Signale des Gesprächspartners zu achten.

Auch die körpersprachlichen Signale des Gesprächspartners sind zu beachten.

Gutes Benehmen ist untrennbar mit der Kommunikation verbunden. Wertschätzung und Respekt zeigen Sie durch die Art und Weise der Kommunikation, nicht zwingend durch das gesprochene Wort. Eine offene Körperhaltung und Blickkontakt signalisieren dem Gegenüber ein klares Interesse. Wenn Sie dabei auch noch freundlich lächeln, wird die Situation entspannt.

Jeder Mensch möchte beachtet und ernst genommen werden. Das gehört einfach zu unseren Bedürfnissen. Und wir hoffen, dass unsere Mitmenschen dieses Bedürfnis auch befriedigen.

Ein Beispiel: Meine Tochter war für einige Monate in den USA zu einem Berufspraktikum. Sie hat dort eine andere Lebensweise kennen gelernt. In ihren jeweiligen Gastfamilien wurde gut für sie gesorgt und sie wurde auch durchaus freundlich aufgenommen. Wirkliches Interesse an ihrer Person hat sie aber nicht verspürt: keine Fragen zu den aktuellen Erlebnissen des Tages, kaum Fragen nach ihrer Herkunft und ihrer Situation in Deutschland. Dieses Desinteresse hat sie als mangelnde Wertschätzung ihrer Person empfunden.

Interesse am anderen bekunden wir vor allem durch offene Fragen, also W-Fragen (wie, warum, weshalb, was …). Das ist selbst dann wichtig, wenn wir die mögliche Antwort scheinbar schon kennen. Es vermittelt dem anderen aber Interesse und hilft ihm die Tagesereignisse zu verarbeiten. Das funktioniert nach der Volksweisheit „Geteilte Freude ist doppelte Freude. Geteiltes Leid ist halbes Leid!“.

Wichtig ist dafür allerdings auch, dass der andere wirklich aufmerksam zuhört. Die Fragestellung „Wie war Dein Tag?“ verhallt völlig, wenn der andere nicht nonverbal wirkliches Interesse signalisiert, sondern weiter in seiner Zeitung blättert. Dieses Desinteresse wird als Missachtung erlebt und hat mit gutem Benehmen nichts zu tun.

Interessiertes Zuhören verlangt deutlich signalisierte Aufmerksamkeit. Dazu gehört ein freundlicher Blickkontakt, vielleicht auch ein Kopfnicken. Auch sogenannte Verstärker können eingesetzt werden: „Ach was?“, „Interessant!“, „Unglaublich!“, „Sag bloß!“ usw. Das vermittelt volle Aufmerksamkeit und verstärkt den Eindruck, ganz bei der Sache zu sein.

Wirkliches Zuhören und ein echtes Lächeln sind die wichtigsten Eigenschaften, um bei einem Gesprächspartner einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Dazu gehört natürlich ebenso der Verzicht auf alle möglichen Nebentätigkeiten … auch wenn das Titelbild der Tageszeitung noch so verlockend erscheint. Wichtig ist zudem, dass das Gespräch durch ein völlig neues Thema nicht eine ganz andere Richtung nimmt.

Ein Beispiel: Ein Paar sitzt am Tisch. Sie erzählt ihm, dass sie heute im Geschäft von einer Kundin massiv beschimpft wurde. Dieses Ereignis hat sie schwer beschäftigt und so sprudeln die Worte nur so aus ihr heraus. In einer Sprechpause fragt er: „Was machen wir eigentlich am Wochenende?“ Das damit verbundene Signal ist deutlich und der Tag gelaufen. Kein Wunder, dass sie erst mal ihre Freundin anruft. Hier gilt: „Reden ist ein Bedürfnis – Zuhören eine Kunst.“

Kurzum: Gute Kommunikation, die den anderen respektiert und wertschätzt, dient immer auch der Beziehungspflege.

Komplimente machen und erhalten

Auch das Thema „Komplimente“ wird kontrovers diskutiert. Die einen nennen es Anerkennung – andere „Schmus“ oder „Süßholzgeraspel“. Dazwischen liegt in der Kommunikation oft nur ein schmaler Grat. Es kommt darauf an, wie Komplimente gemacht werden, damit sie nicht als „Schmus“ ankommen und damit sogar das Gegenteil und Ärger auslösen.