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Sabine Huecks Berliner Restaurant »Atelier Culinário« ist kulinarischer Treffpunkt für Menschen unterschiedlichster Kulturen, denn ihre köstliche Fusion-Küche feiert wahrlich das Leben und die Freundschaft. Verankert in der südamerikanischen und südostasiatischen Küche, werden die Gerichte gerne einmal mit einem regionalen Twist versehen. So opulent und doch nachhaltig laden sie Gäste und Leser stets zu einer guten Zeit ein.
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Seitenzahl: 54
Veröffentlichungsjahr: 2023
FÜR DIE FREUNDINNEN UND FREUNDE DES ATELIER CULINÁRIO
Sabine Hueck
Kreative Rezepte aus aller Welt
LIEBE LESERINNEN UND LESER, LIEBE KÖCHINNEN, LIEBE KÖCHE, LIEBE GENIESSERINNEN, LIEBE GENIESSER,
nun halten Sie es also in der Hand, mein neues Kochbuch, das in Zusammenarbeit mit meinem herrlichen Team und Rosenthal entstanden ist. Es ist meinem Team und mir ein echtes Herzensprojekt, denn es spiegelt wider, was für mich und meine Küche wichtig ist.
Ich mag es, Menschen aus verschiedenen Kulturen zu begegnen und sie zusammenzubringen. Das liegt ganz bestimmt an meiner Herkunft und Familiengeschichte. Meine Großeltern mütterlicher- und väterlicherseits wanderten von Berlin und Wien nach Brasilien aus. Dort mischen sich die Kulturen seit jeher, meine Heimatstadt São Paulo ist ein echter Schmelztiegel, auch was das Essen betrifft.
Meine Oma Charlotte hatte eine Konditorei am Strand, von ihr bekam ich die Liebe zu Süßspeisen, zum Kochen und zum Neugierig-Sein vermittelt. Mein Großvater Kurt hingegen war Botaniker und hat mir alles über Kräuter und Pflanzen beigebracht. Daraus ergab sich ein interkultureller Ansatz, zwischen Wien, Brasilien, Naturwissenschaften. Und den wollte ich vor fast einem Vierteljahrhundert nach Berlin bringen, wo damals noch alle Küchen und Gerichte voneinander getrennt betrachtet wurden.
Heute nennt man das Fusion-Küche. Und wenn Sie die probieren möchten, kommen Sie in mein Atelier Culinário, das ich vor acht Jahren in Berlin-Schöneberg eröffnet habe.
Dieser Gedanke zieht sich natürlich auch durch meine Rezepte, von denen ich Ihnen in diesem Kochbuch zwölf vorstellen möchte – und zwar für jeden Monat eines. Darunter sind Klassiker wie Ceviche, Mousse au Chocolat und ein peruanisches Kartoffelpüree namens Causa, denen ich einen eigenen Twist verleihe. Meine Küche ist stark in den südamerikanischen und südostasiatischen Kochkulturen verankert, doch irgendwann habe ich begonnen, die originalen Rezepte zu adaptieren – hin zu mehr Regionalität und Nachhaltigkeit.
So verwende ich für meine Gerichte möglichst saisonales, biologisch angebautes Obst und Gemüse aus der Umgebung und kaufe meinen Fisch direkt beim Fischer. So ersetze ich dann auch Zutaten in Originalrezepten, denn das schmeckt ebenso gut und ist dann regional. Bestes Beispiel: Guacamole ganz ohne Avocados, dafür mit Erbsen.
Wichtig ist mir auch die kreative Resteverwertung. So werden aus Kartoffel- und Gemüseschalen im Ofen kurzerhand knusprige Chips oder aus überreifen Bananen ein natürlich gesüßter Bananenkuchen. Beim Ausprobieren und Herumwerkeln entstehen mitunter ganz neue, oft sehr überraschende Geschmacksnuancen und Erlebnisse. Einige davon können Sie mit diesem Buch und den begleitenden Filmen selbst ausprobieren und sich verführen lassen von der Welt des Geschmacks und der Düfte und Aromen.
Viel Freude beim Kochen und Beisammensein wünscht Ihnen
Sabine Hueck, Atelier Culinário
Wie Sabine Hueck mit Atelier Culinário die Kochszene erobert
Sabine Hueck kocht für ihr Leben gern und liebt es, Gäste zu empfangen. Sie schreibt Kochbücher, hat eine eigene Kochsendung und betreibt in Berlin eine kulinarische Werkstatt. Wer sie besucht, entdeckt viele kulturelle Bezüge: jüdisches Emigrantentum, deutsche Wesensart, Kochwissen aus der ganzen Welt, das gekonnt kombiniert wird. Gemeinsames kreatives Schaffen ist für Sabine Hueck oberstes Gebot.
Vor sieben Jahren eröffnete Sabine Hueck in einem Ladenlokal in einer Seitenstraße in Berlin-Schöneberg das Atelier Culinário. Man wird geradezu magisch hineingezogen in diesen von Bäumen bestandenen Ort. Durch die großen Fenster erahnt man eine offene, sehr charmante Wohnküche – samt großer Kochinsel, behaglichen Sofas, Holztischen sowie schön arrangierten Stühlen. Und Schränken, die geradezu überquellen mit Tellern, Schalen und Bechern. Sabine Huecks Einrichtung spiegelt ihre Persönlichkeit wider ebenso wie ihre Idee, mit dem Kochen etwas Gemeinsames zu erschaffen – quer über kulturelle und soziale Grenzen hinweg. „Ich möchte Menschen mit gutem Essen glücklich machen. Dafür muss ich in die Kochtöpfe dieser Welt schauen“, sagt sie.
Von São Paulo in die Welt
Sabine Huecks Großeltern waren Einwanderer aus Berlin und aus Wien. Ihr Großvater väterlicherseits war Botaniker. Opa Kurt erklärte ihr die Welt der Pflanzen und Kräuter und wies sie in Nutzpflanzen ein. Ihre Oma mütterlicherseits hingegen war nicht nur Konditorin am Strand. Ihre wahre Berufung fand sie als Schauspielerin und Feministin – sie war ein richtiger Freigeist. „Meine Oma hat mir immer erzählt, dass in Deutschland alles besser sei“, erzählt Hueck. Dass beispielsweise der Geschmack von Erdbeeren und Kirschen den Mund geradezu zum Explodieren brächte. Zu Hause wurde nur Deutsch gesprochen, und als sie zwölf Jahre alt war, reiste Hueck zum ersten Mal in das Land ihrer Vorfahren. „Ich wusste damals schon, dass ich irgendwann einmal in Deutschland wohnen würde“, erzählt sie. „Meine Oma hat ja immer so geschwärmt von Berlin.“
Familienbande
Nach dem Abitur in São Paulo war es dann so weit: Sie erkundete die Welt des Essens und tauchte immer tiefer in die Geheimnisse des Kochens ein. Bevor sich die Köchin mit Atelier Culinário ihren Lebenstraum verwirklichte, hatte sie angefangen, die Rezepte ihrer Großmutter Charlotte für besondere Anlässe nachzubacken und Bäckereien zu beliefern.
Seit 4 Jahren hat sie eine wöchentliche Kochsendung im spanischen Programm der Deutschen Welle, die ihren Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit setzt.
Außerdem gab Sabine Hueck Kochkurse an verschiedenen Kochschulen, arbeitete im Catering-Business, bewarb mit Visit Berlin die deutsche Küche im Ausland – sie liebt insbesondere Sauerkraut, Ente mit Rotkohl, Brot und Gebäck – und schrieb und schrieb, so ganz nebenher, hat es den Anschein, was natürlich nicht stimmt, auch noch Kochbücher. Über die Jahre hat sich Hueck ein breites Netzwerk an Mitstreitern in der kreativen und intellektuellen Szene Berlins aufgebaut. Und auch in der Wissenschaft ist sie verortet – durch ihren brasilianischen Mann, der Soziologie-Professor an der Freien Universität Berlin ist und in Bereichen forscht, die auch für ihre Arbeit relevant sind. So kooperiert Sabine Hueck beispielsweise mit dem Netzwerk „Über den Tellerrand“, das die soziale Teilhabe von Menschen mit Fluchterfahrung über das gemeinsame Kochen zum Ziel hat. „Alles, was ich anpacke, kann nur gelingen, wenn ich mit Herzblut dabei bin“, sagt die temperamentvolle Wanderin zwischen den Welten.
Kulinarische Geschichten
Im Atelier Culinário zeigt sich Huecks Talent als Ideengeberin, Geschichtenerzählerin und Kommunikatorin ganz besonders. Das 2015 eröffnete Ladenlokal ist viel mehr als eine Kochschule, nämlich auch Weinbar, Restaurant und Café. Hier finden immer wieder Veranstaltungen statt, wenn beispielsweise der internationale Ceviche-Tag, Weihnachtsessen und Geburtstagsfeste gefeiert werden oder Sterneköche kochen.
