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Kolloidales Silber gilt als ein Heilmittel aus der alternativen Naturmedizin, dem eine wahre Wunderwirkung zugesprochen wird. Das Behandlungsspektrum ist groß und Anwender der Silbermedizin berichten von einer Vielzahl an Heilerfolgen bei Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen. Bekannt sind die antibiotische und antimykotische Wirkung des kolloidalen Silbers.
In diesem Handbuch werden über 300 Krankheiten und ihre Behandlung mit der Silbermedizin aufgeführt. Die vorgeschlagenen Rezepturen und Dosierungen in diesem Buch, sind dazu geeignet einen Standard für die Anwendung mit kolloidalem Silber zu definieren, die der Anwender mit den eigenen Erfahrungen vergleichen kann.
Kolloidales Silber hat eine lange Tradition in der Volksheilkunde, seine Anwendung ist dennoch ein Geheimtipp. Das heilende Silberwasser bietet eine günstige Möglichkeit für die Selbstmedikation als vorbeugendes Mittel oder bei akuten Beschwerden.
Es werden in diesem Buch aber auch alle möglichen Nebenwirkungen behandelt und relevante Studien zitiert, die nach überprüfbaren wissenschaftlichen Kriterien die Heilerfolge kommentieren und über die Vor- und Nachteile einer Behandlung mit kolloidalem Silber berichten.
In einer detaillierten Schritt-für-Schritt-Anleitung wird gezeigt, wie die Herstellung von eigenem Silberwasser mit einem Silbergenerator gelingt und was dabei zu beachten ist.
In einem extra Kapitel werden Rezepte und Anwendungsbeispiele für die Behandlung von Haustieren und Pflanzen aufgelistet. So kann kolloidales Silberwasser wirksam als Heilwasser bei Tieren oder als Ersatz für toxische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Das Handbuch enthält eine umfassende Fülle an Fakten, Erkenntnissen, praktischen Hinweisen, Berichten und Anwendungsbeispielen, aber auch warnende Hinweise u¨ber Nebenwirkungen, die sich aus einer falschen oder exzessiven Anwendung von kolloidalem Silber ergeben können.
Für jeden Anwender des kolloidalen Silbers ist dieses Handbuch eine gute Gebrauchsanweisung, ein verlässlicher Ratgeber und ein bewährtes Kompendium.
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Veröffentlichungsjahr: 2015
Wichtige Hinweise von Verlag und Autor
Dieses Buch dient ausschließlich der Information über Hypothesen, Methoden und Verfahren der Gesundheitsvorsorge und der Selbsthilfe. Wer die mitgeteilten Informationen oder Geräte anwendet, tut dies ausschließlich in eigener Verantwortung. Autor und Verlag beabsichtigen auf keinen Fall, Diagnosen zu stellen, medizinische Ratschläge oder therapeutische Empfehlungen zu geben. Auch sind diese Informationen nicht als Ersatz für professionellen und kompetenten medizinischen Rat bei gesundheitlichen Beschwerden und Störungen zu verstehen. Jeder Leser ist daher für sein persönliches Handeln und Entscheiden selbst verantwortlich.
Die in diesem Handbuch aufgeführten Informationen (Methoden, Dosierungen, Tabellen, Wirkungen, Nebenwirkungen, Empfehlungen, Aussagen, Meinungen, Hypothesen, Forschungsergebnisse etc.) sind unabhängig von ihrer sachlichen und fachlichen Richtigkeit und ihrem objektiven Wahrheitsgehalt recherchiert worden und spiegeln in ihrer Aussagebedeutung die zum Teil widersprüchlichen Informationen und Auffassungen sowie die divergierenden Glaubensrichtungen und Dogmen der Befürworter und Gegner der Anwendung von (kolloidalem) Silber in der Medizin wider. Die recherchierten Texte geben nicht immer die Meinungen des Autors und des Verlages wieder und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung der Texte können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Die Informationen entsprechen dem derzeitigen Wissensstand.
Einleitung
Wir leben in einem Zeitalter des Umbruchs, in dem sich einerseits ein immer stärkeres Bedürfnis nach neuen Wegen entwickelt, andererseits die Erkenntnis besteht, dass sich die über Jahrhunderte etablierten Strukturen nicht einfach in Luft auflösen können, sondern noch verteidigt werden.
Ein gutes Beispiel ist das deutsche Gesundheitswesen, das als eines der besten der Welt gilt. Wer eine medizinische Leistung benötigt, bekommt sie – ohne Ansehen der Person, des Geschlechts, des Alters, der Rasse oder seiner finanziellen Mittel. Dennoch steckt der Gesundheitssektor in der Krise. Einer der Gründe ist der wirtschaftliche Aspekt mit ständig steigenden Krankenkassenbeiträgen. Zudem treibt ein undurchsichtiges Geflecht aus Verträgen zwischen Ärzten, Pharmaherstellern, Apothekern und Krankenkassen die Preise für Behandlungen und Medikamente in die Höhe und behindert wirklichen medizinischen Fortschritt. Ein medizinischer Aspekt ist die mitunter voreilige Verschreibung unzähliger Medikamente, speziell der Antibiotika. Ein großes Problem ist die besorgniserregende Resistenz vieler krank machenden Keime gegen Antibiotika.
Im Jahr 2010 wurden in Deutschland bei Tieren in der Landwirtschaft, laut dem Geschäftsführer des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT) Martin Schneidereit in der Neuen Osnabrücker Zeitung1› Hinweis, rund 900 Tonnen Antibiotika eingesetzt. Eine deutlich höhere Zahl befürchten dagegen andere Quellen.
Wenig erfreulich sind auch die Zahlen zum Antibiotikaeinsatz in der Humanmedizin. Unabhängige Experten schätzen, dass in Deutschland jährlich zwischen 2.300 und 30.000 Tonnen antibiotische Wirkstoffe in der ambulanten und stationären Therapie eingesetzt werden.
Erschreckend sind die öffentlich genannten Zahlen, die von jährlich 1.500 bis 4.500 tödlich endenden Krankenhausinfektionen berichten, beispielsweise verursacht durch MRSA (Methilin-resistenter Staphylococcus aureus). Diese Bakterienstämme können über die Haut oder den Nasen-Rachen-Raum bei Operationen, über Beatmungs- und Infusionsschläuche in den Körper gelangen und dort schwere Entzündungen hervorrufen, gegen die dann gegebenenfalls kein Antibiotikum wirkt. In Deutschland stehen Antibiotika heute mit 40 Millionen Verordnungen auf Platz zwei der Arzneimittelgruppen. 2› Hinweis
Den oben genannten Zahlen tödlich endender Krankenhausinfektionen, wie von Helmut Schröder, dem stellvertretenden Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) postuliert, stehen erheblich höhere Angaben gegenüber. So schätzt Klaus-Dieter Zastrow, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) in Berlin, dass an den Folgen wie Blutvergiftung, Harnwegs-, Wund- und Lungenentzündung jährlich 40.000 bis 50.000 Menschen sterben.
Die multiresistenten Krankheitserreger können faktisch überall sitzen: auf den Bettgestellen, Lichtschaltern, Türgriffen, Duschköpfen oder Handys des Klinikpersonals. Bei mangelnder Hygiene verbreiten sie sich epidemisch.3› Hinweis
In diesem Bereich scheint ein innovativer Durchbruch in der Medizinforschung nicht zu gelingen. Doch gibt es wirklich keine Alternativen zu synthetisch hergestellten Antibiotika auf dem Markt, um diesen Irrsinn zu durchbrechen?
Der Physiker Dr. Robert C. Beck, dem sogar ein eigenes Kapitel gewidmet ist (siehe Seite 101), setzte sich zu Lebzeiten sehr für die Elektromedizin und die alternativen Heilmethoden, allen voran das kolloidale Silber, ein. Er brachte es in einer seiner Vorlesungen 1997 im Granada-Forum in Tarzana (Kalifornien) auf den Punkt: »Heilung ist möglich und sie kostet uns nur wenige Cent!« Damit meinte er unter anderem die Selbstherstellung (»self brew«) von kolloidalem Silber mit einem Silbergenerator.
Im vorliegenden Handbuch, das sich mit der »Silbermedizin«, einem immer wieder in Vergessenheit geratenen jahrtausendealten Naturheilverfahren beschäftigt und es kritisch auf den Prüfstand stellt, wird dieser Ansatz von Dr. Robert C. Beck weiterverfolgt.
Weltweit schwören Millionen von Menschen auf diese von der Wissenschaft nicht anerkannte und äußerst kritisch beurteilte Selbstheilungsmethode, die oftmals als letztes Mittel eingesetzt wird, nachdem konservative Behandlungsmethoden erfolglos blieben.
Die Anhänger der »Alternativen Silbermedizin« vertreten die Auffassung, dass die meisten körperlichen Krankheiten durch humanpathogene Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten verursacht werden und nicht nur mit den konservativen Heilmethoden (Stahl und Strahl) und Medikamenten (Chemie), sondern auch mit »kolloidalem Silberwasser«, dem »natürlichen Antibiotikum«, geheilt werden können.
Kolloidales Silber hat – so die Befürworter – viele gute Eigenschaften, auf die man in der Alternativmedizin nicht verzichten sollte. Als »natürliches Heilmittel« werden folgende Einsatzmöglichkeiten und Breitbandwirkungen genannt:
als Bakterizid (mit bakterizider Wirkung),
als Antibiotikum (mit antibakterieller Wirkung),
als Antimikrobiotikum (mit antimikrobieller Wirkung),
als Antiseptikum (mit antiseptischer Wirkung),
als Antimykotikum (mit pilzabtötender Wirkung).
Die Befürworter von kolloidalem Silber sind der Meinung, dass nur kolloidales Silber als true colloidal silver, also als das »wahre kolloidale Silber«, nicht toxisch sei und führen zum Beweis zahlreiche Quellen aus den vergangenen 100 Jahren an. Die »alten« Silberpräparate aus der Zeit zwischen 1900 und 1970 seien aus dem toxischen Silberprotein oder/und Silbersalz hergestellt worden.
Weiterhin hätten sich alle erhobenen Daten, die von toxischen Eigenschaften der Silberpräparate ausgegangen seien, ausschließlich auf Silberprotein- und Silbersalzprodukte mit ihren bis zu 30 Prozent Silberanteilen bezogen und nicht auf das ungiftige, durch Elektrolyse hergestellte kolloidale Silber.
Kolloidales Silber, Silbersalze und Silberproteine könnten schon aufgrund ihrer verschiedenen Silbergehalte niemals die gleiche Wirkung und Toxizität besitzen. In der gesamten schulmedizinischen Literatur und der Alternativmedizin gebe es keinen nachprüfbaren Hinweis dafür, dass der Konsum von kolloidalem Silber in den bekannten niedrigen Konzentrationen und Dosierungen zu einem einzigen Fall von Argyrie, einer irreversiblen schiefergrauen oder blaugräulichen Verfärbung von Haut und Schleimhäuten, geführt habe. Kolloidales Silber sei sicher, wirksam und ohne Nebenwirkungen, so die Befürworter von kolloidalem Silber.
Die Gegner des kolloidalen Silbers wiederum argumentieren, dass bestimmte Dosierungen von kolloidalem Silber sehr wohl zu einer Argyrieerkrankung führen können, da die von verschiedenen offiziellen Organisationen und Instituten (FDA, EPA, WHO etc.) empfohlene tägliche Maximaldosis (die US – EPA spricht 1985 von einer Tagesdosis von fünf Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht für einen Erwachsenen) über einen längeren Zeitraum viel zu hoch sei, um als unschädlich zu gelten.
Dieses Handbuch soll die mühselige Suche nach fundierten Informationen im Internet sowie in der umfangreichen, vielsprachigen wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Primär- und Sekundärliteratur ersparen und kompakte Informationen über das vielfältige Produkt Silber mit Fakten, Behauptungen, Erkenntnissen, praktischen Hinweisen, Berichten und Anwendungsbeispielen liefern, aber auch warnende Hinweise zu Nebenwirkungen, die sich (nicht nur) aus der exzessiven oder fehlerhaften Anwendung von kolloidalem Silber ergeben können.
Auf folgende Fragen, die sich zum vorliegenden Handbuch und zum kolloidalen Silber stellen, wird versucht, eine Antwort zu finden:
Müsste ein Buch über die Silbermedizin nicht vorrangig wissenschaftlich fundiert sein, voller beweiskräftiger Fakten, exakter Daten und schlüssiger Beweise?
Kann ein populärwissenschaftliches Buch über die Silbermedizin neben den gesammelten Daten und Fakten nicht auch noch eine spannende Story liefern?
Ist kolloidales Silber das »Wundermittel« der Alternativmedizin gegen 650 Krankheiten und körperliche Störungen? Ist es wirklich der »Zaubertrank« des 21. Jahrhunderts? Ist es das »zweite Immunsystem des menschlichen Körpers«? Oder ist – nach Meinung vieler Schulmediziner – die »Quacksalberei« auf dem Vormarsch?
Wie steht die nationale und internationale Wissenschaft zum kolloidalen Silber? Gibt es wissenschaftliche, randomisierte klinische Studien über die Erfolge oder Misserfolge bei der Anwendung von kolloidalem Silber in der Heilkunde? Was hat es mit den viel beschworenen Nebenwirkungen des applizierten Silberwassers auf sich?
Wie fügt sich das namentlich in der Selbstmedikation verwendete kolloidale Silberwasser in die regulierenden Gesetze und Verordnungen insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein? Wer darf in diesen Ländern kolloidales Silber herstellen und vertreiben?
Die Renaissance der Silbermedizin
Nachdem kolloidales Silber als natürliches Antibiotikum durch die Entdeckung des Penicillins 1928 nahezu in Vergessenheit geraten ist, erfolgt erst um das Jahr 1970 sein Comeback in den USA.
Forscher, politische Institutionen und Gesetze
Der Geburtshelfer Dr. Larry Ford weist als erster Wissenschaftler seit vielen Jahrzehnten auf den heilsamen Einsatz des kolloidalen Silbers in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe hin. Der Arzt Dr. Carl Moyer und der Biochemiker Dr. Harry Margraf, Forscher der Medizinischen Fakultät (Chirurgie) der Universität von Washington, entwickeln um 1973 ein Programm zur Reduzierung der gefürchteten Sepsis bei Patienten vor, während und nach Operationen. Die beiden Forscher studieren intensiv die einschlägigen Quellen, um Hinweise auf wirksame und kostengünstige Prophylaxemethoden gegen das Auftreten von Infektionen zu finden. Sie werden in medizinischen Journalen der Zeit um 1900 fündig und entwickeln eine antiseptische Methode mit nichttoxischem kolloidalem Silber als Ersatz für Antibiotika. Sie erkennen, dass kolloidales Silber nicht nur universell anwendbar ist, sondern in ausreichenden Ressourcen rund um den Erdball zur Verfügung steht.
In einem Artikel im Science Digest im März 1974 beschreibt der Autor Jim Powell unter der Überschrift: »Our Mightyest Germ Fighter!« das Ersatzantibiotikum »kolloidales Silber« als neue Waffe gegen krankheitserzeugende Mikroorganismen. Powell schreibt, das kolloidale Silber wirke im Gegensatz zu den herkömmlichen Antibiotika nicht nur gegen ein halbes Dutzend, sondern gegen Hunderte von humanpathogenen Keimen.
Im Jahre 1978 erscheint im Science Digest ein warnender Artikel über die zunehmende Antibiotikaresistenz, in dem auf das kolloidale Silber als nichttoxische altbewährte »Wunderwaffe« gegen ca. 650 bekannte Bakterien hingewiesen wird.
Ab dem Ende der 1970er-Jahre werden in immer mehr Krankenhäusern in den USA und in Kanada mit kolloidalem Silber präparierte Lösungen eingesetzt, um die gefürchtete Legionärskrankheit zu verhindern, die durch die bakterielle Verseuchung der Wassertanks in den Kliniken zahlreiche Opfer gefordert hatte.
Die kanadische Regierung veröffentlicht 1986 einen warnenden Bericht über die Nebenwirkungen in der Silberanwendung; sie weist auf das gefürchtete »Argyria«-Phänomen hin, eine Graufärbung der Haut, die mit Silberablagerungen in den menschlichen Organen einhergeht.
Doch diese Warnung unterbricht nicht den Siegeszug des kolloidalen Silbers. Der Forscher Dr. M. Paul Farber veröffentlicht 1995 ein viel beachtetes Fachbuch mit dem Titel The Micro Silver Bullet.
Nachdem das kanadische Umweltministerium den Report Über die Wirkung von Silber auf Mikroben herausgibt, greift auch die NASA die »neu erfundene« Silbertechnologie auf, um das Silber zur Wasserentkeimung in den Raumschiffen einzusetzen.
Abraham Flexner (1866–1959) war vom Präsidenten der Carnegie Foundation, Henry S. Pritchett, mit der Durchführung einer Studie über die Medizinerausbildung in den USA beauftragt worden, obwohl er keine medizinische Ausbildung hatte. Flexner bereiste hierfür 1910 die USA, um sämtliche Universitätskliniken aufzusuchen. In diesem Zusammenhang sammelte er auch Kritiken und mutmaßliche Kunstfehler im Bereich der relativ neuen, angeblich unwirksamen, ja gefährlichen Fachrichtung »Elektromedizin« und veröffentlichte sie im so genannten Flexner-Report, der auch Auswirkungen auf die Anwendung von kolloidalem Silber als Heilmittel hatte und die Alternativmedizin um Jahrzehnte zurückwarf.
Einer der Vordenker der bioelektrischen Alternativmedizin, der Physiker Dr. Robert C. Beck, entwickelt in den 1990er-Jahren eine ganzheitliche, vierstufige Therapie, die er »Beck-Protokolle« nennt. Dr. Beck erfindet einige wichtige Geräte wie den »Beck- oder Blutzapper« zur Blutelektrifizierung, den »Silber(wasser)generator« zur Herstellung von kolloidalem Silberwasser, den »Magnetpulser« für die begleitende Magnettherapie und den »Ozonwassergenerator« zur Herstellung von ozonisiertem Wasser. Dr. Beck ist ein eigenes Kapitel (siehe Seite 101) gewidmet.
Der amerikanische Arzt Dr. Robert O. Becker (1923–2008) findet nach eigenen Angaben in In-vitro-Experimenten heraus, dass der Durchfluss einer positiven elektrischen Ladung durch eine Silberelektrode die Zellteilung von Krebszellen verringert und ihr im günstigsten Fall Einhalt gebietet. Er schließt daraus, dass dieses Phänomen auf den Effekt der freigesetzten Silberionen zurückzuführen sei. In der Niederschrift seines Experiments vermerkt Dr. Robert O. Becker, dass der Nachweis der Dedifferenzierung von Krebszellen gelungen sei, nachdem er in die mit Krebszellen gefüllte Petrischale Silberelektroden angeschlossen und einen positiven Strom durch die pathogenen Zellen gesandt hatte. Die nun freigesetzten Silberionen wandeln die Krebszellen in der Petrischale offenkundig in primitive Zellen um und setzen einen Prozess der Dedifferenzierung in den Organzellen in Gang.
Unabhängig von den Forschungen gibt es seit einigen Jahren innovative Entwicklungen auf dem Gebiet der Silberanwendungen. So wird silberbeschichtetes Verbandsmaterial in der Wundheilung eingesetzt, da es eine antibakterielle Wirkung haben soll.
Aus China kommt therapeutisch eingesetzte Unterwäsche mit eingewirkten Silberfäden, die insbesondere bei Erkrankungen des Urogenitalsystems heilsam wirken sollen.
Weiterhin soll kolloidales Silber – oral eingenommen in mit Silber versetztem Wasser – im menschlichen Körper als »zweites Immunsystem« wirken.
Die positiv geladenen Silberpartikel sollen – so die Alternativmediziner – ein bestimmtes Enzym der krank machenden Mikroorganismen blockieren und dadurch opportunistische Infektionen (durch krank machende Keime, die nur unter bestimmten Bedingungen pathogen werden) verhindern.
Auch soll die Behandlung mit Silberkolloid zu einer relativ nachhaltigen Befreiung von humanpathogenen Keimen im menschlichen Körper führen, ohne dass gravierende Nebenwirkungen oder Resistenzbildungen auftreten.
Die Arzneimittelgesetzgebung in den USA ist vor etwa 100 Jahren initiiert worden, weniger zum Schutz der Patienten, sondern als Abschottung der nationalen Märkte gegen Importe und nicht zuletzt zur Kennzeichnung und zum Vertrieb der heimischen Medikamente.
Nachdem in den USA über 100 Patienten nach der Einnahme eines hoch toxischen Mittels starben, wurde 1938 in den USA der Federal Food, Drug and Cosmetic Act erlassen, der von den Herstellern einen Sicherheitsnachweis für ein Arzneimittel forderte, bevor die FDA (Food and Drug Administration) eine Zulassung erteilte.
Als in den USA in den 1960er-Jahren dennoch durch ein nicht zugelassenes (aber an die Ärzte als Probe verteiltes) Arzneimittel Tausende von Geburtsschäden auftraten, erließ der amerikanische Kongress 1962 das Kefauver-Harris Drug Amendment, wonach die Pharmahersteller unter anderem einen Wirksamkeitsnachweis für ihre Arzneimittel erbringen mussten. Es wurde rückwirkend ab 1938 für alle verschreibungspflichtigen Produkte erlassen und legte den Grundstein für wirksame und geprüfte Arzneimittel.
Nach dem Erlass des Kefauver-Harris Drug Amendment zog die oberste amerikanische Gesundheitsbehörde FDA Tausende von bislang frei gehandelten Produkten vom US-Markt zurück, weil die Hersteller und Vertreiber dieser Produkte keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen konnten.
1974 erließ der Kongress den National Research Act, der die Pharmahersteller zwang, die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln unter Anwendung methodisch-wissenschaftlicher Standards zu ermitteln und gewährleisten.
Die FDA bescheinigte den Herstellern von kolloidalem Silber in einem Erlass aus dem Jahr 1991 zum einen, dass kolloidales Silber als diätisches Nahrungsergänzungsmittel hergestellt, beworben und vertrieben werden darf, wenn das Reinheitsgebot aus dem Jahr 1938 eingehalten wird, zum anderen, dass es dann keines weiteren Nachweises der Wirksamkeit für das nach dem amerikanischen Reinheitsgebot hergestellte kolloidale Silber bedarf. Dieser Erlass der FDA, der so genannte Pre-1938 drug, galt und gilt für alle Medikamente, Heilmittel und diätische Nahrungsergänzungsmittel, somit auch für das kolloidale Silber.
In Europa war Österreich mit seinem Arzneimittelgesetz 1983 der Vorreiter in der Arzneimittelgesetzgebung. Die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied verabschiedete ab 1990 entsprechende Arzneimittelgesetze und Verordnungen, u. a. den PIC-GMP-Leitfaden von 1990. Erst mit der EU-Richtlinie über Medizinprodukte vom 14. Juni 1993 schuf die Europäische Union die gesetzlichen Regelungen, die für alle Mitgliedsstaaten gelten und von diesen in nationales Recht umgesetzt werden mussten.
In Deutschland gelten unter anderem (in der neuesten Fassung):
das Medizinproduktegesetz (MPG),
das Heilmittelwerbegesetz (HWG),
das Arzneimittelgesetz (AMG),
die Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (ZZulV), die die Beimengung von Zusatzstoffen bei Lebensmitteln regelt,
die Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel (NemV),
das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB),
die Trinkwasserverordnung (TWVo); sie führt Silberpräparate explizit als Konservierungsmittel für Trinkwasser an.
Ähnlich wie die FDA in den USA und das Eidgenössische Departement des Innern in der Schweiz wachen in Deutschland folgende oberste Medizinalbehörden über die Sicherheit und Zulassung von Arzneimitteln und anderen Produkten: das Bundesamt für Verbraucherschutz sowie das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV).
Silber ist zum einen kein Medikament und somit müsste eigentlich eine Zulassungspflicht nach dem Arzneimittelgesetz entfallen. Doch kolloidales Silber ist nach deutschem Recht ein zulassungspflichtiges Medikament und daher müssen die Hersteller, die kolloidales Silber kommerziell und zu Heilzwecken an Menschen und Tieren produzieren, verkaufen, bewerben oder einsetzen wollen, eine staatliche Zulassung nachweisen. Nicht verboten ist indes die Herstellung von Silberwasser mit einem Silbergenerator für den Eigenverbrauch. Kolloidales Silber ist derzeit in Deutschland zum anderen auch nicht im Katalog der zugelassenen Nahrungsergänzungsmittel aufgeführt, somit rein rechtlich kein Nahrungsergänzungsmittel und darf auch nicht als solches verkauft werden.
Allerdings können Hersteller, Vertreiber und Anwender von augenscheinlich harmlosen Therapien, Geräten und/oder Produkten in Deutschland ungewollt sehr schnell mit dem Gesetz in Konflikt geraten. (Das Fallbeispiel »Christian«, siehe Seite 150, steht exemplarisch für den deutschen Gesetzesdschungel und einen darin gefangenen Betroffenen.)
Die Geschichte der Silbermedizin im Überblick
Das Edelmetall »Silber« wird als Heilmittel seit vielen Jahrtausenden eingesetzt. Die wohl älteste belegbare medizinische Handschrift, ein verschollener ägyptischer Papyrus, entsteht um 2670 v. Chr. und enthält eine Sammlung von ärztlichen Rezepten aus dem »Alten Reich«, die sich in einem um 1550 v. Chr. entstandenen Traktat, dem »Papyrus Ebers«, wiederfindet. Er beinhaltet eine Sammlung von etwa 870 ärztlichen Rezepten aus vielen Jahrhunderten, die so genannten rezeptionellen Exzerpte, unter anderem mit fundierten ärztlichen Hinweisen auf die Anwendung von Silberpräparaten in Pulverform. Weiterhin hat sich eine um 2100 v. Chr. entstandene mesopotamische Keilschrifttafel erhalten mit dem »Codex Hammurabi«, einer Reihe von detailliert beschriebenen chirurgischen und internistischen Behandlungsmethoden, die auch Hinweise auf den Einsatz von Silber geben.
Zwischen 1400 und 1000 v. Chr. sind die Hetither – ähnlich wie die Assyrer und die Babylonier – mit der Medizin überraschend gut vertraut. In zahllosen Keilschrifttafeln legen sie Behandlungsmethoden und Krankheiten nieder, darunter auch Hinweise auf die Silbertherapie in Pulverform.
Um 765–702 v. Chr. werden in arabischen Universitäten und Medizinschulen Behandlungsberichte mit genauen Angaben über den medizinischen Gebrauch von Silber veröffentlicht. Ebenso etablieren sich um 450 v. Chr. auf der griechischen Insel Kos und in der antiken Hafenstadt Knidos bedeutende Ärzteschulen. Grundlage der Ausbildung sind die Lehren des griechischen Arztes Hippokrates (460–377 v. Chr.), die profundes Wissen vermitteln über die Chirurgie und Heilkunde sowie dosierte Medikamente als Gifte oder Heilmittel gegen vielerlei Gebrechen, darunter auch Silber in gemahlener Form.
Um 100 v. Chr. kommt die wissenschaftliche Medizin mit dem griechischen Arzt und Philosophen Asklepiades von Bithynien nach Rom, wo sein ebenfalls aus Griechenland stammender Schüler Themison von Laodikeia die erste römische Ärzteschule der Methodiker gründet. Und der römische Gelehrte Plinius der Ältere (23–79 n. Chr.) beschreibt in seinem Werk Pharmacopoeia die Anwendung von Silber in der Pharmakologie und Medizin.
Die Verwendung von Silber zu Konservierungszwecken kannten schon die Römer. Sie bewahrten nachweislich flüssige Nahrungsmittel in silberbeschichteten Metallbehältern auf, um sie frisch zu halten, ein Verfahren, das auch von den keltischen Druiden bekannt ist, die ihre metallenen Gefäße innen mit einer dünnen Silberschicht überzogen, um die Getränke haltbar und relativ keimfrei zu machen.
Um 950 n. Chr. beschreibt der ägyptische Arzt und Heilkundige Gabir Ibn Haiyan as-Sufi in seinen Werken die Eigenschaften, die Bedeutung und die Anwendung von Silber, genauer Silbernitrat, in der Heilkunde und beruft sich dabei auf die vorliegenden Handschriften der Ägypter, Griechen, Römer und Araber.
Um 1020 behandelt der persische Arzt und Universalgelehrte Avicenna (980–1037) seine Patienten mit Silberpräparaten und stößt bei den Langzeitanwendungen erstmals auf das Phänomen der Argyrie, der irreversiblen schiefergrauen bis blaugräulichen Verfärbung von Haut, Schleimhäuten und Organen.
Chinesische Heilkundler setzen um 1100 Silber in der Medizin bei mikrobiellen Infektionen und Entzündungen ein.
Hildegard von Bingen (1098–1179), Mystikerin und Universalgelehrte, beschreibt die Wirkung von Gold- und Silberessenzen sowie Silberamalgam im 9. Buch ihrer Physica – De Generatione Metallorum; speziell im Kapitel »De Argento« beschreibt sie das Silber als kalt und scharf.
Die Trosse der Kaiser, Könige, Fürsten und Edelleute befördern im Mittelalter auf den Reisen durch die Lande die verderblichen Lebensmittel in silbernen Behältern. Die auf Silberplatten angerichteten Speisen des Adels werden mit Silberbesteck gegessen und es wird aus Silberbechern getrunken.
Paracelsus (1493–1541), Arzt und Naturphilosoph, beschreibt in seinen Werken die Wirkung von Gold- und Silberessenzen sowie Silberamalgam und prägt den Terminus »Argentum potabile« für eine von ihm entwickelte Silberessenz, die er zu Heilzwecken anwendet. Nach seinem Tode führen Alchimisten und Heilkundler das »Aurum potabile« (Goldessenz) und das »Argentum potabile« (Silberessenz) in die Heilkunde ein.
Im Jahre 1744 stellt der französische Chemiker und Alchimist Pierre Joseph Maques die These über die kolloidale Form von Gold in einer Dispersion auf. Und der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann (1755–1843), führt 1798 Silber als »Argentum foliatum« (Blättchensilber) und als Silbernitrat in seinem »Apothekerlexikon« als Heilmittel auf. Einige Jahre später führt er es als »Argentum metallicum« in kolloidaler Verreibung in die medizinische Therapie ein.
Generationen von Pionieren, die den Westen der USA und das Outback Australiens besiedeln und oft monatelange Trecks unternehmen, wissen, wie sie sich vor den gefürchteten Infektionskrankheiten schützen können: Sie werfen Silberbesteck oder Silbermünzen in die Fässer zur Entkeimung des Trinkwassers. Und die Bauern in Europa geben bis in die Neuzeit Silbermünzen in die Milchbehälter, um das Sauerwerden der Milch hinauszuzögern.
Medizinische Silberanwendungen haben eine jahrhundertealte Tradition. So legen die Feldschere (die Feldchirurgen) den verwundeten Soldaten dünne Silberdrähte in die offenen Wunden, um die Heilung zu beschleunigen und Infektionen zu verhindern. Und bei Verbrennungen wird eine Silbermünze auf die verbrannte Haut gelegt, die nach den Angaben in alten Heilbüchern die Schmerzen bald lindert und die Heilung beschleunigt. Weiter ist schon im frühen Mittelalter bekannt, dass Silber das Knochenwachstum fördert und die Heilung von verletztem Gewebe beschleunigt. Die Chirurgen greifen auf diese Eigenschaften des Silbers zurück, wenn sie bei Schädeloperationen das operativ entfernte oder durch Verwundung beschädigte Schädeldach, die Schädelkalotte, mit einer maßgefertigten Silberplatte verschließen.
Als die chemische Industrie im 19. Jahrhundert die Forschungen intensiviert und Heerscharen von Chemikern beschäftigt, legen diese immer eine Silbermünze in die Petrischalen, um diese so zu sterilisieren. Zu dieser Zeit wird das so genannte Silbernitrat wiederentdeckt, welches von den Ärzten in die offenen Wunden der Patienten gestreut wird, um Infektionen zu verhindern; zusätzlich wird es den Patienten in Wasser aufgelöst zum Trinken gegeben.
Ab dem Jahr 1881 führt der deutsche Gynäkologe und Geburtshelfer Dr. Carl Sigmund Franz Credé (1819–1892) die Applikation einer 0,5-prozentigen Silbernitratlösung auf die Augen von Neugeborenen ein, um den durch Gonokokken von der Mutter auf das Kind übertragenen Augentripper und die durch Chlamydien verursachte Bindehautentzündung zu verhindern.
Der Schweizer Botaniker Carl Wilhelm von Nägeli (1817–1891) stellt die ersten wissenschaftlichen Regeln über die wirksamste Konzentration von Silberionen auf. Er beschreibt die Eigenschaft des Silbers mit dem Terminus »oligodynamisch«, was meint: »wenig aktiv«. Von Nägeli findet zudem heraus, dass schon 0,0000001 Prozent Silberionen ausreichen, um einen im Frischwasser befindlichen Keim, den »Spirogyra«, abzutöten. Auf der Basis der Arbeiten von Carl von Nägeli erforschen Wissenschaftler 1893 den Grund für die Wirksamkeit von Silber bei bestimmten Krankheiten. Sie stellen fest, dass der antimikrobielle Effekt auf den Silberionen beruht.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert entdecken Forscher das so genannte kolloidale Silber zur Anwendung in der Allgemeinmedizin, die damals noch nicht in zwei Lager, die konservative Schulmedizin und die Alternativmedizin, gespalten ist. Dr. William Halsted (1852–1922), einer der Nestoren der modernen Chirurgie, setzt um 1900 erstmals silberdurchtränkte und silberdurchwirkte Verbände in der Wundbehandlung ein. Diese Silberverbände werden bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 weltweit eingesetzt.
Der deutsche Chemiker Hermann Hille und der amerikanische Arzt und Pharmazeut Albert C. Barnes entdecken eine Methode, um ein »wahres« Kolloid zu präparieren. Sie kombinieren ein vegetabiles (pflanzliches) Produkt mit einer Silberzusammensetzung und nennen es »Argyrol«, das dann zum Patent angemeldet wird.
Im Medical Journal erscheint 1908 eine Artikelserie, die Auszüge aus einer Studie über die universelle Anwendung von kolloidalem Silber in der Medizin wiedergibt und über den erfolgreichen Einsatz des kolloidalen Silbers bei verschiedenen Krankheiten berichtet.
Keine zwei Jahre später findet der englische Pharmaindustrielle Dr. Henry Crookes, ein Pionier in der Erforschung des kolloidalen Silbers, Beweise für die antimikrobielle Wirkung des kolloidalen Silbers und behauptet, dass kolloidales Silber für Menschen absolut harmlos und nicht giftig sei. Er stellt die Hypothese auf, dass kolloidales Silber bestimmte, von ihm namentlich benannte Bakterien innerhalb von nur drei bis vier Minuten und alle anderen humanpathogenen Mikroorganismen innerhalb von sechs Minuten abtötet, wenn die Silberkonzentration 25 Teile per Million (25 ppm) nicht übersteigt. Crookes produziert silberhaltige Präparate, darunter Collosol Argentum®, Collosol Hydrargyrum®, Collosol Ferrum® und andere.
Der amerikanische Pharmaindustrielle Dr. Alfred Searle rühmt ebenfalls die bewiesene Heilwirkung des kolloidalen Silbers in der Medizin, weist aber auch auf die Nachteile des kolloidalen Silbers hin, denn eine kolloidale Silberlösung kann nicht patentiert werden und hat als mechanisch hergestelltes Silber zu hohe Herstellungskosten. Er verfasst aufgrund seiner profunden Erfahrungen ein viel beachtetes Sachbuch über die industrielle Anwendung von kolloidalem Silber mit dem Titel: The Use of Colloids in Health and Disease. Searle weist auf die überraschenden Erfolge des kolloidalen Silbers in der Behandlung von Krankheiten hin und führt aus, dass die orale oder subkutane (unter die Haut gespritzte) Anwendung von kolloidalem Silber auf die Parasiten schnell und tödlich wirkt, ohne dass eine toxische Reaktion auftritt und bei den Anwendern zu Schäden führen kann. Das kolloidale Silber sei absolut sicher, so Searle abschließend.
Anfang der 1920er-Jahre gewährt die oberste amerikanische Arzeimittelzulassungsbehörde FDA(Food and Drug Administration) dem kolloidalen Silber die Zulassung als Medikament, weil kolloidales Silber als bestes Breitbandantibiotikum seiner Zeit gilt. In der Zulassung monieren die FDA-Beamten jedoch die sehr hohen Preise der Silberpräparate, die bei 100 bis 200 Dollar pro Unze liegen und für die meisten Kranken unerschwinglich sind.
In den 1920er-Jahren wird das erste elektro-kolloidale Silber hergestellt und findet als wirksames antimikrobielles Heilmittel weltweite Anwendung. Zudem erhält der österreichische Chemiker Richard Zsigmondy (1865–1929) für die Erforschung der Chemie des Kolloids und seiner Eigenschaften 1926 den Nobelpreis.
Der Schweizer Alexander Krause entwickelt 1928 das so genannte Katadyn-Verfahren zur Wasseraufbereitung durch kolloidales Silber und lässt es patentieren. Der Terminus »Katadyn« entsteht, weil der Erfinder die Termini »katalytisch« und »oligodynamisch« zu einem neuen Begriff zusammenfasst. Und im selben Jahr entdeckt der schottische Bakteriologe Alexander Fleming (1881–1955) durch Zufall ein hoch wirksames Antibiotikum, das unter dem Namen »Penicillin« auf den Markt kommt, zur Infektionskrankheitsbekämpfung eingesetzt wird und demzufolge im Zweiten Weltkrieg unzählige verwundete Soldaten vor den Folgen der Sepsis bewahrt. Die massive Anwendung der so genannten Sulfonamide, der synthetisch hergestellten Antibiotika, wird das kolloidale Silber als Heilmittel in den nächsten Jahrzehnten fast vollständig verdrängen.
Ende der 1930er-Jahre gibt die FDA Richtlinien zur Herstellung, zum Vertrieb und zur Werbung von und für die verschiedenen Heilmittel, darunter auch kolloidales Silber, als so genannten Pre-1938 Drug Act heraus. Die AMA(American Medical Association) registriert allein in den USA über 96 silberhaltige medizinische Präparate, die Gefahr laufen, von den synthetisch hergestellten Antibiotika verdrängt zu werden.
Weltweit werden inzwischen beunruhigende Resistenzen verschiedener Bakterienstämme gegen die synthetisch hergestellten Antibiotika festgestellt, was zur intensiven Suche nach neuen, wirksameren Antibiotika führt. Doch das altbewährte natürliche Antibiotikum »kolloidales Silber« wird dabei nicht berücksichtigt. Sein Comeback erlebt es, wie gezeigt, um 1970 in den USA.
