Kolumbus hat Indien immer noch nicht gefunden Band 3 - Sebastian Niedlich - E-Book

Kolumbus hat Indien immer noch nicht gefunden Band 3 E-Book

Sebastian Niedlich

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6,99 €

Beschreibung

Mondlandung! Die Beatles! Evolutionstheorie! Jeder Tag war wichtig in der menschlichen Historie. Vielleicht ist nicht an allen Tagen jedes Jahres etwas Weltbewegendes geschehen, aber über die Jahrtausende hat jeder Tag Bemerkenswertes zu den Themen Wissenschaft, Religion, Krieg oder zwischenmenschliche Beziehungen beigetragen. Und weil vieles davon durchaus absurd zu nennen ist, werden hier die Geschehnisse mit einer gesunden Portion Humor betrachtet. Sebastian Niedlich, der Autor des Bestsellers »Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens«, zeigt in diesem dritten Band der Tagesübersichten der Geschichte alles, was in den Monaten Juli, August und September geschehen ist. Gut, vielleicht nicht alles, aber ganz sicher das Wichtigste!

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Seitenzahl: 383

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Kolumbus hat Indien immer noch nicht gefunden

Band 3

Sebastian Niedlich

Bibliografische Information der Deutschen

Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek

verzeichnet diese Publikation in der Deutschen

Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten

sind im Internet über dnb.dnb.de abrufbar.

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand, Norderstedt

ISBN: 9783752630343

© 2020 Sebastian Niedlich

Books on Demand GmbH

In de Tarpen 42

22848 Norderstedt

Coverdesign: Nadine Ripp/Cannira

(www.facebook.com/Cannira)

Lektorat: Ralf Reiter

Satz: XS Werbeagentur

[email protected]

www.sebastianniedlich.de

Inhalt

Juli

Der 01. Juli in der Geschichte

Der 02. Juli in der Geschichte

Der 03. Juli in der Geschichte

Der 04. Juli in der Geschichte

Der 05. Juli in der Geschichte

Der 06. Juli in der Geschichte

Der 07. Juli in der Geschichte

Der 08. Juli in der Geschichte

Der 09. Juli in der Geschichte

Der 10. Juli in der Geschichte

Der 11. Juli in der Geschichte

Der 12. Juli in der Geschichte

Der 13. Juli in der Geschichte

Der 14. Juli in der Geschichte

Der 15. Juli in der Geschichte

Der 16. Juli in der Geschichte

Der 17. Juli in der Geschichte

Der 18. Juli in der Geschichte

Der 19. Juli in der Geschichte

Der 20. Juli in der Geschichte

Der 21. Juli in der Geschichte

Der 22. Juli in der Geschichte

Der 23. Juli in der Geschichte

Der 24. Juli in der Geschichte

Der 25. Juli in der Geschichte

Der 26. Juli in der Geschichte

Der 27. Juli in der Geschichte

Der 28. Juli in der Geschichte

Der 29. Juli in der Geschichte

Der 30. Juli in der Geschichte

Der 31. Juli in der Geschichte

August

Der 01. August in der Geschichte

Der 02. August in der Geschichte

Der 03. August in der Geschichte

Der 04. August in der Geschichte

Der 05. August in der Geschichte

Der 06. August in der Geschichte

Der 07. August in der Geschichte

Der 08. August in der Geschichte

Der 09. August in der Geschichte

Der 10. August in der Geschichte

Der 11. August in der Geschichte

Der 12. August in der Geschichte

Der 13. August in der Geschichte

Der 14. August in der Geschichte

Der 15. August in der Geschichte

Der 16. August in der Geschichte

Der 17. August in der Geschichte

Der 18. August in der Geschichte

Der 19. August in der Geschichte

Der 20. August in der Geschichte

Der 21. August in der Geschichte

Der 22. August in der Geschichte

Der 23. August in der Geschichte

Der 24. August in der Geschichte

Der 25. August in der Geschichte

Der 26. August in der Geschichte

Der 27. August in der Geschichte

Der 28. August in der Geschichte

Der 29. August in der Geschichte

Der 30. August in der Geschichte

Der 31. August in der Geschichte

September

Der 01. September in der Geschichte

Der 02. September in der Geschichte

Der 03. September in der Geschichte

Der 04. September in der Geschichte

Der 05. September in der Geschichte

Der 06. September in der Geschichte

Der 07. September in der Geschichte

Der 08. September in der Geschichte

Der 09. September in der Geschichte

Der 10. September in der Geschichte

Der 11. September in der Geschichte

Der 12. September in der Geschichte

Der 13. September in der Geschichte

Der 14. September in der Geschichte

Der 15. September in der Geschichte

Der 16. September in der Geschichte

Der 17. September in der Geschichte

Der 18. September in der Geschichte

Der 19. September in der Geschichte

Der 20. September in der Geschichte

Der 21. September in der Geschichte

Der 22. September in der Geschichte

Der 23. September in der Geschichte

Der 24. September in der Geschichte

Der 25. September in der Geschichte

Der 26. September in der Geschichte

Der 27. September in der Geschichte

Der 28. September in der Geschichte

Der 29. September in der Geschichte

Der 30. September in der Geschichte

Über den Autor

Das war Band 3 der Reihe

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Der 01. Juli in der Geschichte

Adel vernichtet, Haie verspachteln, Liebe verzweigt sich

1766 – François-Jean de la Barre, ein französischer Adeliger mit freidenkerischen Ambitionen, wird hingerichtet, weil er in den Augen der Kirche zu schlüpfrige Bücher gelesen, eine obszöne Ode rezitiert und despektierliche Bemerkungen gegenüber religiösen Symbolen gemacht hat. Besonders schlimm ist aber, dass er bei einer Fronleichnamsprozession nicht den Hut abgenommen haben soll. Die Gerechtigkeit verlangt selbstverständlich, dass ihm die Zunge abgeschnitten, die Hand abgehackt und der Kopf abgeschlagen werden muss. Im Anschluss muss er noch auf den Scheiterhaufen.

Glücklicherweise ist das kollektive »Wat?!« der geistigen Elite laut genug, dass de la Barre der letzte in Frankreich wegen Blasphemie zum Tode Verurteilte bleibt.

1879 – Charles Taze Russell, einer der Gründer der Bibelforschergemeinschaften, aus denen später u.a. die Zeugen Jehovas hervorgehen, bringt die erste Ausgabe der Zeitschrift »Wachturm« heraus.

»Und wat machen wir jetzt damit?«, fragen seine Anhänger.

»Klopft mal an alle Türen und fragt, ob die nicht eine Ausgabe haben wollen.«

1884 – Allan Pinkerton, Gründer der Pinkerton-Detektei, stirbt, nachdem er ein paar Tage zuvor auf der Straße ausgerutscht war und sich dabei so auf die Zunge gebissen hatte, dass ein schwerer Fall von Wundbrand entstand. Also immer schön Mundschutz tragen!

1885 – König Leopold II. von Belgien gründet den Kongo-Freistaat, der quasi nur ihm gehört und nicht etwa Belgien. Die anderen Staaten lassen ihn machen, weil er verspricht, dass er dort humanitäre und philanthropische Arbeiten erledigen will. Vor allem aber finden sie cool, dass er sagt: »Leute, wenn ihr da handelt, gibt es keine Steuern drauf!« Dann beginnt er eine Terrorherrschaft, die ihresgleichen sucht. Elfenbein, Gummi und Mineralien werden aus dem Land geholt, und wer von den Einheimischen nicht spurt, dessen Familie wird halt umgebracht. Oder es werden Hände abgehackt. Worauf man gerade so Lust hat. Das System fordert bis zum Ende des Freistaats direkt oder indirekt das Leben von rund 50% der Bevölkerung. Von Leopold II. gibt es heute übrigens noch allerlei Statuen in Belgien.

1903 – Weil die Zeitschrift »L’Auto« (»Das Auto«) gegenüber ihrer Konkurrenz »Le Vélo« (»Das Fahrrad«) nicht genug Leser hat und nicht die Fahrrad-Fans als Leser verlieren will, richtet sie die erste Tour de France aus. Das Rennen wird ein Erfolg, die Zeitschrift verkauft so viele Exemplare, dass sie einen Geldspeicher anlegen muss, und im Jahr darauf hat die Konkurrenz so viele Leser verloren, dass sie alle viere von sich streckt.

Der Gewinner der ersten Tour de France, Maurice Garin, wurde übrigens im darauffolgenden Jahr disqualifiziert, kaufte sich vom Preisgeld der ersten Tour eine Tankstelle und arbeitete dort bis an sein Lebensende.

1915 – Leutnant Kurt Wintgens, Kampfflieger im Ersten Weltkrieg, gelingt als erstem Flieger der Abschuss eines feindlichen Flugzeugs mit dem neu in den Einsatz gebrachten synchronisierten Maschinengewehr. Interessanterweise war Wintgens einer der wenigen, wenn nicht gar der einzige Flieger mit schlechten Augen. Er flog mit Ausnahmegenehmigung und einer speziellen Brille.

1916 – An der Küste von New Jersey legen sich die Haie Lätzchen um und beginnen mit einer Reihe von Angriffen auf Badende. Fast sechzig Jahre später erscheint zunächst ein Buch, dann ein Film, inspiriert von den Vorgängen damals. Der Name von Buch und Film: »Der weiße Hai«.

1917 – Der letzte Kaiser Chinas, Puyi, wird ein zweites Mal zum Kaiser gekrönt, nachdem er 1912 den Titel bereits hatte abgeben müssen. Zwölf Tage später kommt irgendwer zur Besinnung und sagt: »Nee, wartet mal, wir wollten doch gar kein Kaiserreich mehr!«

Und alle so: »Ach ja! Mensch! Da war doch was.«

Puyi ist darauf wieder Nicht-Kaiser.

1934 – Die »Nacht der langen Messer« endet mit dem Tod von Ernst Röhm. Hitler sagte Ende Juni: »Manno, der Röhm und seine SA haben voll viel Macht und so. Ich will aber die ganze Macht. Der Typ und seine Leute müssen weg, sonst ist das ja voll gefährlich.«

»Ja, und wat sollen wir jetzt machen?«

»Na ... bringt die doch mal um oder steckt sie ins Gefängnis.«

»Wat?«

»Wat?«

Sowohl Gegner als auch Mitstreiter müssen dran glauben. Mindestens 85 Leute sterben, mehr als 1000 werden verhaftet. Hinterher wird das Ganze so dargestellt, als wollte Röhm einen Putschversuch unternehmen, und man verabschiedet dann noch schnell ein Gesetz, das die ganzen Morde legitimiert. Deswegen wird auch vom Röhm-Putsch gesprochen.

1938 – Die »Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben« wird gegründet. Nach dem Krieg denkt man: »Hm, das passt jetzt aber auch nicht mehr so wirklich.«

»Wie wäre es denn mit Wolfsburg?«

»Ach, nach der Burg, die es hier seit dem Mittelalter gibt?«

»Äh, genau. Und nicht etwa nach dem Spitznamen von Hitler, der »Wolf« war.«

»Wat?«

»Wat?«

1943 – Die Stadt Tokio wird aufgelöst. Das, was wir heute als Tokio kennen, ist im Grunde eine Anhäufung von Bezirken, die irgendwie selbstverwaltet sind und ... wie auch immer. Wahrscheinlich haben die damals gedacht: »Wie sollen wir die Masse an Menschen verwalten?«

»Wat weiß ich? Anders. Jedenfalls nicht so.«

1979 – Sony stellt den Walkman vor. Als erstes Gerät, das es erlaubt, mobil Musik zu hören, sorgt es dafür, dass die Anzahl der Leute, die als Ausgleichssport laufen, sich um 30% erhöht. Keine Ahnung, ob es irgendwo Statistiken gibt, wie viele Leute deswegen unkonzentriert auf die Straße gerannt sind und umgefahren wurden.

1989 – In West-Berlin findet die erste Love Parade als politische Demonstration unter dem Motto »Friede, Freude, Eierkuchen« statt. Teilnehmer: 150 Leute. Ein Jahr später sind es schon 2.000. Zehn Jahre später sind es 1.500.000. Schätze, der Drogenverbrauch ist ebenso exorbitant angestiegen.

Der 02. Juli in der Geschichte

In Augsburg wird was eingeteilt, in Venedig explodiert was, und in Muroroa kriegt man jetzt ganz schnell Sonnenbrand

626 – Lǐ Shìmín findet es irgendwie doof, dass er für viele Erfolge seines Vaters Lǐ Yuān verantwortlich ist, aber trotzdem nicht zum Kronprinzen gemacht wird. Also nimmt er sich des Problems selber an: Er bringt persönlich seinen Bruder um, den Kronprinz Li Jiancheng, und seine Leute beseitigen auch gleich noch seinen anderen Bruder und die Kinder der beiden. Seinen Vater fragt er im Anschluss »Du, wie lange wolltest du nochmal regieren?« und spielt dabei zufällig mit einem Messer. Kurz darauf dankt Lǐ Yuān ab und Lǐ Shìmín wird unter dem Namen Taizong Herrscher der Tang-Dynastie.

1500 – Auf dem Reichstag zu Augsburg wird das Heilige Römische Reich Deutscher Nation in sechs Reichskreise eingeteilt. Heute würde man wohl Bundesländer sagen. Die Reichskreise sehen auf der Karte ein wenig so aus, als hätte der, die sie festlegte, dabei einen Schlaganfall gehabt, aber nun ... jedenfalls gibt es bis heute in Franken deswegen einen Feiertag, während alle anderen arbeiten müssen. Buh!

1505 – Martin Luther wird fast vom Blitz getroffen und gelobt, Mönch zu werden. Ansonsten wäre er wahrscheinlich Anwalt geworden und wir müssten immer noch darauf hören, was der Papst sagt.

1566 – Der Arzt und Hellseher Michel de Nostredame, besser bekannt als Nostradamus, sagt: »Morgen beim Sonnenaufgang bin ich nicht mehr hier.« Da hat er zur Überraschung aller mal was ganz konkret richtig vorausgesagt.

1816 – Die französische Fregatte »Méduse« läuft vor der Küste Westafrikas auf Grund, weil die, die auf dem Schiff das Sagen haben, absolute Trottel sind. Da die Beiboote nicht für alle Personen ausreichen, bastelt man noch flugs ein Floß, auf dem 146 Männer und eine Frau unterkommen. Als man aber feststellt, dass das Floß wie ein Anker wirkt, schneidet man alle Leinen los und lässt die Leute auf offener See treiben. Nach einer Woche können 15 Überlebende des Floßes geborgen werden, die überraschend wenig hungrig sind und lediglich nach Zahnstochern fragen, um sich die Reste ihres Nachbarn aus den Zähnen zu pulen.

1849 – In Venedig explodiert die erste Ballonbombe. Die österreichischen Truppen standen zuvor auf dem Festland, schauten nach Venedig und sagten sich: »Mann ey, unsere Kanonen schießen nicht so weit.« Feldmarschall Radetzky forderte darauf die ersten Ballonbomben an. Dummerweise ist der Wind nicht immer ein Freund der Österreicher. Im Endeffekt ist die Trefferquote so gering, dass man sich denkt: »Eh, lassen wir das.« Venedig ergibt sich trotzdem zwei Monate später.

1881 – Auf den amerikanischen Präsidenten James A. Garfield – keine Verwandtschaft zu übergewichtigen Katzen mit Vorliebe für italienische Ofengerichte – wird ein Attentat verübt. Der Attentäter hatte vorher dem Präsidenten ungefragt mehrere Briefe mit Ratschlägen geschickt und wollte bei einem Wahlsieg Garfields den Posten des Generalkonsuls in Paris, denn ... warum auch nicht. Als ihm überraschenderweise niemand antwortete, beschloss er, Garfield in den Rücken zu schießen. Garfield verstarb erst elf Wochen später. Nicht direkt an der Kugel, sondern an einer Sepsis, die er sich durch unsaubere Instrumente bei der anschließenden Operation eingefangen hatte. Damit sicherte er sich Platz Nummer 2 auf der Liste der ermordeten US-Präsidenten.

1900 – Es ist zwar nicht das erste Luftschiff, aber der erste Zeppelin startet. Satte 18 Minuten dauert der Flug, bis die Winde für das Ausgleichsgewicht bricht und der Zeppelin auf dem Wasser notlanden muss. Die Investoren sind nicht erfreut, und Graf Zeppelin muss daraufhin seine Firma gleich wieder einstampfen. Aber bis 1906 hat er eine neue Idee für die Finanzierung und macht dann weiter.

1937 – Flugpionierin Amelia Earhart beschließt während ihrer Weltumrundung, Verstecken zu spielen.

1963 – Deutschland und Frankreich sagen sich: »Ey, wie wäre es, wenn wir uns in Zukunft mal nicht andauernd bekriegen würden? Eigentlich sind wir doch Besties, oder?«

Dann unterschreibt man den Élysée-Vertrag, auch bekannt als deutsch-französischer Freundschaftsvertrag.

1964 – US-Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnet den Civil Rights Act, der praktisch die Rassentrennung aufhebt. Die Unterzeichnung dauert etwas länger, denn er benutzt über 75 Füller für seine Unterschrift, die er hinterher an die Anwesenden verteilt, darunter Martin Luther King.

1966 – Frankreich beginnt mit der Aktion »Wir verschönern pazifische Inseln« und macht Atomwaffentests auf dem Mururoa-Atoll.

1994 – Humberto Munoz Castro erschießt den Fußballspieler Andrés Escobar, der ein paar Tage zuvor in einem Vorrundenspiel der Fußballweltmeisterschaft in den USA ein Eigentor geschossen hatte. Das Eigentor sorgte dafür, dass die kolumbianische Mannschaft aus dem Turnier ausschied. Bis heute ist nicht ganz klar, ob Castro es tat, weil er als Fußballfan enttäuscht war, oder weil seine Chefs – er war Bodyguard für Drogenbosse – ihn beauftragt hatten. Er wird zu 43 Jahren Haft verurteilt, kommt aber wegen guter Führung nach elf Jahren wieder raus. Man kann davon ausgehen, dass da keiner irgendwie dran gedreht hat. Bestimmt nicht. Schon gar nicht in Kolumbien.

Der 03. Juli in der Geschichte

Ein riesiger Teppich, ein langweiliger Zoo und Dummheiten der Amerikaner

321 – Das Dekret von Konstantin dem Großen, welches vorsieht, dass am Sonntag nicht gearbeitet wird, wird im Römischen Reich umgesetzt. Nachteil: Endlich hat die dusselige Verwandtschaft genug Zeit, um zu Besuch zu kommen.

987 – Hugo Capet wird König der Franken und somit der Dynastiegründer der französischen Könige, die Frankreich bis zur Revolution 1792 regieren.

Im Englischen heißt er übrigens Hugh Capet, was wie »Huge Carpet«, also »Riesiger Teppich« klingt. Nur falls man das mal als Eselsbrücke bei »Wer wird Millionär?« oder so braucht.

1767 – In Trondheim wird die erste Tageszeitung Norwegens herausgegeben, die heutige »Adresseavisen«. Die Zeitung kann also steif und fest behaupten, dass sie lange vor allen anderen unstimmige Wetterberichte abgedruckt hat!

1874 – Der älteste Schweizer Tierpark, der Basler Zoo, wird eröffnet. Zunächst will man ausschließlich europäische Tiere zeigen, aber die Zuschauer sagen: »Wat? Wie langweilig. Dafür soll ich Geld ausgeben?« Ab den 1880er Jahren kamen dann zunehmend exotische Tiere hinzu.

1880 – Die amerikanische Fachzeitschrift »Science« wird u.a. mit dem Geld von Thomas Edison gegründet. Wahrscheinlich macht er das nur, damit er mal wieder die Erfindungen anderer Leute klauen kann.

1886 – Carl Benz fährt in Mannheim zum ersten Mal mit seinem Patent-Motorwagen. Mit Sicherheit stehen viele Leute daneben und sagen: »Bah, das wird sich bestimmt nicht durchsetzen« oder »Wir sollten weiter Droschken fahren, denn man muss ja an die Arbeitsplätze denken!«

1898 – Bei der Seeschlacht vor Santiago de Cuba vernichtet die technisch überlegene US-Marine die gesamte spanische Atlantikflotte. Zuvor hatte man sich ein wenig um Kuba gestritten, und Spanien war über den jungen Staat etwas empört und sagte: »Et jibt auf den Sack!«

Die USA nickten nur und machten: »Uh-huh.«

Spanien war ab diesem Zeitpunkt auf weltpolitischer Ebene nicht mehr der Rede wert.

1905 – Frankreich sagt: »Ey, also der Staat sollte der Kirche schon übergeordnet sein. Die Kirche hat nüscht zu sagen.«

Die Kirche: »Ey, wartet mal!«

Im Zuge der Trennung von Kirche und Staat werden in Frankreich nach und nach die Kirchen enteignet. Kathedralen (z.B. Notre-Dame) gehen an den Staat, Kirchen und Kapellen an die Kommunen. Die Kirche muss sich seitdem in Frankreich dem Staat unterordnen und ist in Bezug auf die Nutzung der Kirchen von ihm abhängig.

1908 – Joel Chandler Harris, US-amerikanischer Journalist und Schriftsteller, stirbt in Georgia. Aus seiner Feder stammten die Bücher von Onkel Remus, einem schwarzen Plantagenarbeiter, der Geschichten im »Neger-Dialekt« erzählt. 1942 machte Walt Disney daraus einen Film, »Song Of The South« (»Onkel Remus´ Wunderland«), der dem Studio heute wegen potentiell rassistisch auslegbarer Szenen so peinlich ist, dass man ihn nicht mehr zu Gesicht bekommt.

1962 – Tom Cruise wird geboren. Gerüchten zufolge klettert er eigenmächtig aus der Vagina seiner Mutter, erklimmt den höchsten Punkt des Kreissaals und springt, noch an der Nabelschnur hängend, herunter, wo er kurz über dem Boden in der Luft hängen bleibt.

1971 – Jim Morrison, Sänger der Band »The Doors«, stirbt in Paris an Herzstillstand, nachdem er zuvor vermutlich zu viel am Heroin genascht hat. Sein Grab auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise ist bis heute Wallfahrtsort für Leute, die irgendwie nie aus der Musik der 60er herausgefunden haben.

1979 – US-Präsident Jimmy Carter unterschreibt die erste Weisung, die den islamistischen Gruppen in Afghanistan Hilfe gegen die Sowjetunion verspricht. Also im Grunde heißt das: »Hier, Islamisten, nehmt mal die Knete, werdet groß und stark. Wir kommen dann in 30-40 Jahren wieder, um euch wieder zurückzubomben!«

1988 – Die »USS Vincennes« schießt eine iranische Passagiermaschine ab. Alle 290 Personen an Bord, inklusive 66 Kinder, sterben. Der Kommandant des Schiffes sagt hinterher: »Tja, wir haben gedacht, das sei ein feindliches Kampfflugzeug.« Dass sich das Schiff zu dem Zeitpunkt widerrechtlich in iranischen Gewässern befand und versuchte mit iranischen Booten Schabernack zu treiben ... egal.

Zwei Jahre später erhält der Kommandant den »Legion Of Merit«-Orden der Vereinigten Staaten für sein außerordentlich lobenswertes Verhalten und seinen herausragenden Dienst auf dem Schiff. Vorsichtshalber erwähnt man die Sache mit der Passagiermaschine nicht.

(Anmerkung: Faszinierend, wie sich Geschichte zu wiederholen scheint, oder?)

2002 – Steve Fossett ist die erste Person, die allein und nonstop die Welt im Ballon umrundet hat. Genauer gesagt: Er ist die erste Person, die eine ununterbrochene Erdumrundung allein und ohne nachzutanken in irgendeiner Art von Luftfahrzeug gemacht hat. Der Flug dauerte 14 Tage, 19 Stunden und 50 Minuten. Danach ist er vermutlich erst mal auf Toilette gegangen.

2013 – Das ägyptische Volk: »Staatspräsident Mohammed Mursi muss weg.«

Mursi: »Ich will aber nicht.«

Das ägyptische Militär: »Okili dokili! Dann kümmern wir uns eben.«

Das ägyptische Volk: »Ähm ...«

Das ägyptische Militär: »WAT?«

Das ägyptische Volk: »Och ... nichts. Schon gut.«

Der 04. Juli in der Geschichte

Ein dummer Markgraf, mehrere dumme Kreuzfahrer und ein paar dumme Raubgräber

907 – Nachdem Markgraf Luitpold von Bayern die Ungarn zurückgeschlagen hat und dabei ordentlich Beute machte, denkt er sich: »Wenn ich denen hinterherziehe und die weiter überfalle, kann ich noch viel mehr Beute machen!«

Er dringt nach Ungarn vor, wird eingekesselt und stirbt im Pfeilhagel.

1187 – Die Schlacht an den Hörnern von Hattin beim See Genezareth findet statt, eine der entscheidenden Schlachten in der Kreuzfahrergeschichte.

Zuvor hatte der Kreuzfahrer Rainald von Chatillon von seiner Burg Kerak aus immer wieder muslimische Händler überfallen, die aufgrund des Friedens zwischen Kreuzfahrern und Muslimen eigentlich unbehelligt bleiben sollten. Aber weil ja Gott angeblich Muslime doof findet, dachte Rainald, dass er da mal was machen müsste. Saladin, der Heerführer der Muslime, konnte das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und forderte den König von Jerusalem, Guido von Luisignan, auf, Rainald auszuliefern. Der sagte: »Pfft.« Daraufhin zog Saladin sein Heer zusammen und belagerte Tiberias am See Genezareth.

Die Kreuzfahrer hatten endlich Gelegenheit, mal wieder den Muslimen ordentlich den Hintern zu versohlen, und freuten sich schon. Doch achteten sie dabei nicht auf die Gegend oder ordentliche Wasserversorgung. Saladin hatte außerdem dafür gesorgt, dass sie den ganzen Marsch nach Tiberias über ordentlich von seinen Leuten gepiesackt wurden. Als die Kreuzfahrer auf dem Schlachtfeld ankamen, waren sie völlig erschöpft und durstig und Saladin machte kurzen Prozess.

In der Folge gelang es Saladin, 52 weitere Städte und Festungen sowie Jerusalem zu erobern, was wiederum zu einem erneuten Kreuzzug führte, der aber kaum noch half. Die Schlacht von Hattin war der Anfang vom Ende der christlichen Herrschaft im Heiligen Land.

Die Geschehnisse rund um die Schlacht sind übrigens Teile der Geschichte des Films »Königreich der Himmel« von Ridley Scott mit Orlando Bloom in der Hauptrolle, dessen Director’s Cut ich wärmstens empfehlen kann, auch wenn das Hauptcasting irgendwie daneben war.

1190 – Genau drei Jahre nach der Schlacht von Hattin brechen Philipp II. von Frankreich und Richard I. (»Löwenherz«) zum dritten Kreuzzug auf, verkrachen sich aber bald. Und weil Richard nicht daheim ist, kann sein Bruder John in England Schwierigkeiten machen, die zur Legende von Robin Hood führen.

1776 – Die amerikanischen Kolonien unterzeichnen ein Schriftstück, mit dem sie Großbritannien sagen: »Danke, Jungs, aber wir machen das hier aber jetzt alleine.«

1862 – Charles Lutwidge Dodgson erzählt den Lidell-Schwestern, Alice, Edith und Lorina, eine Geschichte, die so gut bei denen ankommt, dass Alice meint, er solle sie aufschreiben. Genau drei Jahre später veröffentlicht er die Geschichte unter seinem Künstlernamen Lewis Carroll. Der Name der Geschichte: »Alice im Wunderland«

1870 – Weil ein paar Arbeiter sich erdreistet hatten, mehr Rechte einzufordern, werden sie in Wien des Hochverrats angeklagt und verurteilt. So weit kommt es noch, dass irgendwer eine Mittagspause oder geregelte Arbeitszeiten haben will ...

1879 – Nachdem die Briten in Südafrika eingefallen waren und sagten »Schöne Gegend, die ist jetzt unsere!«, kam es zu Nachbarschaftsstreitigkeiten mit den Zulus. Anders gesagt: Die Briten dachten, die Zulus könnten gefährlich sein, und griffen vorsorglich an. Dann kriegten sie ordentlich den Arsch versohlt und meinten: »Na, das können wir ja nicht auf uns sitzen lassen.«

Am 04. Juli 1879 kommt es zur Schlacht bei Ulundi, wo die Truppen der Zulus, bewaffnet mit Speeren, irgendwie nicht so richtig gegen die Briten, bewaffnet mit Gewehren und Kanonen, ankommen. Der Zulu-König muss fliehen, und die Briten erklären das Zulu-Königreich für nicht mehr existent.

Verluste auf Zulu-Seite: ca. 1500 Tote.

Verluste auf britischer Seite: 12 Tote.

1946 – In Kielce in Polen behaupten ein paar Leute, dass Juden einen kleinen Jungen entführt hätten. Der wütende Mob dreht durch und bringt 40 Juden um. Daraufhin sagen sich die Juden: »Da überlebt man den Krieg, und dann diese Scheiße.«

Die Juden in Polen nehmen dies als Signal, dass sie dort auch nach der Nazi-Herrschaft keine Zukunft haben, und wandern aus.

1999 – Zwei Raubgräber entdecken mit ihren Metalldetektoren auf einem Feld in Sachsen-Anhalt die sogenannte »Himmelsscheibe von Nebra«. Sie bekommen von einem Händler 31.000 DM für alles, was sie gefunden haben. Der Händler will das Ding später für fast eine Million verkaufen, aber weil in Sachsen-Anhalt alle Funde dem Land gehören, sagen die: »Ey, Moment mal!« Drei Jahre später gelingt es, die Hehler festzunehmen und die Scheibe zu sichern.

2004 – Am Ground Zero, dem ehemaligen Standort des World Trade Center in New York, wird der Grundstein für das One World Trade Center gelegt, obwohl eigentlich noch gar nicht so richtig klar ist, was da gebaut werden soll. Aber wäre ja noch schöner, wenn man den Unabhängigkeitstag nicht nutzen würde, um irgendwie so zu tun, als wäre alles tuffig und super.

Der 05. Juli in der Geschichte

Brücken, Bikinis, Borg und Briten

328 – Irgendwo an der Donau, zwischen dem heutigen Rumänien und Bulgarien, wird die Konstantinbrücke eröffnet. Mit einer Länge von 2437 Metern gilt sie als eine der längsten antiken Flussbrücken. Konstantin der Große ist bei der Eröffnung anwesend und sagt: »Geil, die ist nach mir benamt und auch so groß wie ich!«

1294 – Seit zwei Jahren gibt es keinen Papst, und der 85-jährige Eremit Pietro del Murrone schreibt an die Kardinäle: »Leute, macht endlich ma wat!«

Die sagen daraufhin: »Weißte wat, mach du doch den Mist!«

Daraufhin Murrone: »Gottverdammt!«

Er nimmt nach einigen Tagen die Wahl an und regiert als Coelestin V. Ein halbes Jahr später schmeißt er aber wieder hin und sagt: »Nee, lasst mich mal lieber irgendwo auf einem Berg sitzen und vor mich hinsummen.«

1336 – In Japan kämpfen die Rebellen von Ashikaga Takauji gegen den Kaiser Go-Daigo. Die zwei kaiserlichen Befehlshaber sehen die Übermacht und denken: »Alter, wir sollten uns zurückziehen.«

Der Kaiser: »Kommt gar nicht in Frage.«

Als die Schlacht anläuft, sagt einer der kaiserlichen Befehlshaber: »Äh, ich muss weg.«

Die Armee des anderen wird fast völlig aufgerieben. Er geht daraufhin auf einen Berg und sagt: »Ja, jut, Selbstmord wäre natürlich eine Lösung.«

Hinterher schreibt man die Geschichte von Ashikaga Takauji, Kaiser Go-Daigo und den Befehlshabern auf, die satte 40 Bände einnimmt. Kein Wunder, dass die Verfilmung von 1991 als Serie von Januar bis Dezember im Fernsehen lief.

1687 – Isaac Newton veröffentlicht die »Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica«, eines der einflussreichsten physikalischen und astronomischen Bücher aller Zeiten. Er stritt sich allerdings mit dem Verleger um den Titel. Letzterer wollte den Namen: »Als mir mal ein Apfel auf den Kopf fiel«.

1841 – Touristik-Pionier Thomas Cook organisiert die erste gemeinsame Reise in England für 570 Anhänger der Abstinenzbewegung. Mit anderen Worten: Leute, die keinen Bock auf Alkohol oder sonstige Drogen hatten, fuhren gemeinsam in Urlaub. Lässt das Reiseunternehmen heute irgendwie merkwürdig aussehen, wenn es Reisen verkauft, auf denen Leute sich ins Koma saufen.

1855 – Die Operette »Die beiden Blinden« von Jacques Offenbach hat Premiere in Paris. Das Werk ist nur 25 Minuten lang, und hinterher sagen die Leute: »Wat? Und dafür haben wir Geld ausgegeben?«

1884 – Deutschland kommt nach Afrika und denkt: »Verdammt, haben sich ja fast alle schon was einverleibt. Aber dit hier übernehmen wir jetzt!«

Die Leute aus Togo: »Wat?«

1902 – Der sechzehnjährige Nachbar der elfjährigen Maria Goretti versucht, sie zu vergewaltigen, ist aber so genervt, weil sie sich wehrt, dass er ein Messer zieht und sie tödlich verletzt. Sterbend vergibt sie dem Täter, und die Kirche sagt später: »Seht mal, sie hat dem Sexualverbrecher vergeben, wie auch ihr unseren Sexualverbrechern vergeben sollt. Und deswegen ist sie heilig!«

1946 – In Paris wird der Bikini vorgestellt. Natürlich ist die halbe Welt von so viel Schamlosigkeit entsetzt und verbietet die Dinger quasi sofort. Wirklich in Mode kommt er eigentlich erst, als 1962 Ursula Andress im ersten James-Bond-Film so ein Ding anzieht und plötzlich alle sagen: »Ach ...«

1954 – Elvis Presley nimmt seine erste Single, »That’s All Right«, in den Sun Studios in Memphis auf. Eigentlich war der Song langsamer gedacht, aber weil Elvis und die Band sich langweilen, hauen sie das Ding mal eben raus, und der Chef von Sun Records gibt plötzlich die Geräusche einer Registrierkasse von sich, was so ziemlich klar macht, dass sie einen Hit produziert haben. Der eigentliche Komponist des Stücks, Arthur »Big Boy« Crudup, erhält übrigens nie irgendwelche Tantiemen dafür, denn warum auch, er war ja ein Schwarzer, mit denen man das in den Südstaaten der USA halt so macht.

1980 – Der schwedische Tennisspieler Björn Borg gewinnt zum fünften Mal hintereinander Wimbledon. Die anderen Tennisspieler sagen: »Alter, nun lass uns doch auch mal.«

1993 – Das Album »Debut« von Björk wird veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine hörbare Björk-Platte, bevor sie in den 2000ern dann nur noch Alben aufnimmt, die sich anhören, als würde jemand eine Tapete abkratzen.

2006 – Eine 62-jährige Britin bringt ein Baby auf die Welt. Ist aber kein Problem. Wenn das Kind alt genug ist, um den Führerschein zu machen, kann es gleich damit anfangen, Mutter ins Altersheim zu fahren. Allerdings ist sie damit nicht die älteste Mutter der Welt. 2016 brachte eine 72-jährige Inderin ein Kind auf die Welt und konnte sich dann hinterher gleich den Brei mit ihrem Sohn teilen.

2012 – Das größte Gebäude Großbritanniens, »The Shard« in London, wird eröffnet. Das große Glasgebäude, designt von Renzo Piano, wird so genannt, weil es wie eine große Glasscherbe aussieht. Der Name ist nicht zu verwechseln mit einem »Shart« oder einem »Schurz«, wie es auf Deutsch heißt. Und nein, ich erkläre das jetzt nicht.

Der 06. Juli in der Geschichte

Ein besonderer König, ein besonderer Kommandeur und eine besondere Waffe

969 – Nachdem die Fatimiden Ägypten erobert haben, entdecken sie ein schönes Fleckchen Land, bei dem sie sagen: »Leute, das wäre doch prima für ein Militärlager!«

Ein paar Jahre später sagt dann der fatimidische Imam-Kalif Abu Tamim al-Muizz: »Dit is schon ziemlich dufte da, da kommt jetzt meine neue Hauptstadt hin.«

Die neu entstandene Stadt nennt man dann »al-Qāhira al-Muʿizzīya« (»Die Siegreiche des Muʿizz«) oder kurz: Kairo.

1253 – Mindaugas wird zum ersten und bisher einzigen König von Litauen gekrönt. Er war vermutlich deswegen der Einzige, weil nur der Papst sagen konnte: »Ey, du bist jetzt König!« Da damals die meisten Leute in Litauen allerdings zur Kirche wie zur persönlichen Körperpflege standen – sprich: Es war ihnen egal – setzte sich der Katholizismus nicht so richtig durch und es blieb bei dem einen König.

1415 – Nachdem Jan Hus durch die Gegend gezogen war und den weltlichen Besitz der Kirche und das Lasterleben der Bischöfe und Päpste angeprangert hatte, wurde er von gleich zwei Päpsten aus der Kirche geschmissen und als Ketzer zum Tode verurteilt. Am 06. Juli wird er in Konstanz mitsamt seiner Schriften verbrannt und seine Überreste anschließend in den Rhein gekippt. Und weil er ein Nationalheld Tschechiens ist, ist seit 1925 dieser Tag dort ein Nationalfeiertag, was die Kirche damals veranlasste, drei Jahre lang bockig zu sein.

1483 – Richard III. sagt »Ist prima König zu sein!«, nachdem jemand »herausgefunden« hat, dass Edward V., der eigentlich König sein müsste, ein illegitimes Kind war. Edward V. und sein Bruder verschwinden darauf irgendwann spurlos. Aber die haben dann sicher nur irgendwo Kohlrabi angebaut. Nee, wirklich.

1747 – John Paul Jones – der Marinekommandeur, nicht der Bassist von »Led Zeppelin« – wird geboren. Abgesehen davon, dass er der Vater der amerikanischen Navy ist, gilt er als amerikanischer Nationalheld aufgrund seiner Leistungen im Unabhängigkeitskrieg. Auch wenn seine Methoden mitunter eher berüchtigt waren, muss man anerkennen, dass der Mann Eier hatte. Als ein britisches Schiff sein eigenes Schiff zum Sinken brachte, forderte ihn der gegnerische Kapitän auf zu kapitulieren. Er entgegnete »Mein Herr, ich habe noch nicht einmal begonnen zu kämpfen!« und kaperte daraufhin das Schiff, während sein eigenes unterging. Passiert auch nicht alle Tage, dass man von dem besiegt wird, den man gerade versenkt hat.

1785 – Der US-Dollar wird eingeführt und wird das erste Geld weltweit, das auf einem Dezimal-Währungssystem basiert. Was irgendwie ironisch ist, weil die USA für alles andere idiotische Masse wie Fuß, Meilen, Dickdarmlänge usw. benutzen.

1885 – Als ein kleiner Junge, der von einem tollwütigen Hund gebissen wurde, zu ihm kommt, reibt sich Louis Pasteur die Hände, weil er endlich die von ihm entwickelte Tollwut-Impfung an einem Menschen ausprobieren kann. Glücklicherweise wirkt sie.

1938 – Die Konferenz von Évian beginnt, auf der einige Länder und Hilfsorganisationen diskutieren, wie denn mit den ganzen jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland und Österreich umzugehen sei. Statt eine tatsächliche Lösung zu suchen, versuchen viele Staaten ihr eigenes »Judenproblem« zu lösen, sodass die Weltgemeinschaft mit viel mehr Flüchtlingen rechnen muss als ursprünglich angenommen. Letztendlich einigt man sich darauf, dass man mal ein Komitee gründen sollte, das darüber diskutiert.

1942 – Anne Frank und ihre Familie beschließen, mit den Nazis Verstecken zu spielen. Etwas über zwei Jahre lang klappt das auch.

1947 – Die AK-47, oder Awtomat Kalaschnikowa oder auch einfach nur Kalaschnikow, geht in Produktion. Das Gewehr ist so erfolgreich, dass ungefähr ein Fünftel aller Waffen auf der Welt zur Kalaschnikow-Familie gehören, wovon wiederum drei Viertel tatsächlich auf die AK-47 entfallen. Es ist auch die einzige Waffe, die es auf eine offizielle Landesflagge (Mosambik) geschafft hat. Vermutlich ist es auch die Waffe, die am meisten Menschen auf der Welt umgebracht hat. Yay.

1957 – Der 15-jährige Paul McCartney beeindruckt auf einem Gartenfest den Frontmann der Skiffle-Gruppe »The Quarrymen«, als er das Lied »Twenty Flight Rock« von Eddie Cochran singt und sich dabei nicht am Text verhaspelt. Daraufhin nimmt ihn John Lennon in die Gruppe auf. Später sollten sie noch einmal recht berühmt werden. Aber unter anderem Namen ...

1962 – In Nevada testen die USA einen thermonuklearen Sprengsatz – sprich: eine Atombombe –, mit der sie überprüfen wollen, ob man Kernwaffen auch im Bergbau benutzen kann. Vermutlich dachten sie: »Warum lange Stollen anlegen, wenn man gleich ein Riesenloch machen kann, in dem das, was man abbaut, gleich mit verschwindet.«

Nach dem Test stellt man fest, dass man ungefähr 7% der amerikanischen Bevölkerung verstrahlt hat. Hoppsala. Der entstandene Krater ist aus dem Erdorbit mit bloßem Auge zu erkennen.

2000 – Der Weltfußballverband FIFA entscheidet sich für Deutschland als Austragungsort der Weltmeisterschaft 2006. Die Verbandsfunktionäre gehen hinterher ihr Geld zählen.

Der 07. Juli in der Geschichte

Ein Entdecker entdeckt, Schotten und Engländer kloppen sich, und geschnitten Brot verkauft sich

1456 – Die Kirche beendet das Wiederaufnahmeverfahren im Fall Johanna von Orléans, weil man meint, dass da vielleicht nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Und siehe da, man findet heraus, dass sie unschuldig ist. Dummerweise hat man sie 25 Jahre zuvor schon auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

1534 – Jacques Cartier, französischer Entdecker und Seefahrer, hat zum ersten Mal Kontakt mit den Ureinwohnern Kanadas, genauer gesagt Leuten vom Volk der Mi’kmaq. Man handelt ein wenig, und Cartier denkt »Komische Leute, diese Asiaten«, weil er natürlich davon ausgeht, er wäre ganz woanders, aber trotzdem nimmt er das Land für den französischen König in Besitz. »Ist ja wurscht, den Namen der Leute hier kann ja eh keiner aussprechen, also geht das besser an Frankreich.«

1575 – Eigentlich hatte man schon seit 30 Jahren nicht mehr gekämpft, aber bei einer Unterredung zwischen den beiden für die Gegend zuständigen Leuten auf der schottischen und englischen Seite kommt es bei Redeswire zu einem Problem.

Die Schotten: »Ey, da hat so ein Typ von einem Schotten was geklaut. Bringt den uns, damit wir Gerechtigkeit üben können.«

Die Engländer: »Nee, der ist abgehauen.«

»Leute, erzählt keinen Scheiß.«

»Isso!«

»Wat reden wir mit euch blöden Engländern überhaupt?«

»Schottischer Trottel!«

»Pillemannsausack!«

»Ich hau dir auf die Rübe, du ...«

Ein Wort ergibt das andere, bis die Engländer ausrasten und angreifen. Zwei Männer werden getötet, mehrere andere verletzt. Allerdings kriegen die Schotten bald Nachschub und nehmen dann mehrere Engländer gefangen. Im Endeffekt ist die englische Königin »not amused«, und um es nicht vollends eskalieren zu lassen, gibt man die Gefangenen wieder her und drückt ihnen noch einen Lolli in die Hand.

»The Raid of the Redeswire« bleibt damit das letzte größere Gefecht zwischen England und Schottland. Aber mal sehen, was der Brexit noch bringt.

1798 – Der »Quasi-Krieg« zwischen den USA und Frankreich bricht aus. Zuvor hatte Frankreich den USA jede Menge Geld geliehen, das sie jetzt wiederhaben wollten. Darauf die USA: »Ähm ... nö.«

Frankreich: »Könnt ihr doch nicht machen!«

Die USA: »Der Vertrag wurde mit dem König abgeschlossen, aber den habt ihr ja einen Kopf kürzer gemacht.«

Frankreich: »Manno.«

Zudem operieren mehrere Freibeuter der Franzosen im Mittelmeer, gegen die sich die USA und Großbritannien verbünden, da sie um ihre Handelsschiffe bangen. Hier und da gibt es Scharmützel auf dem Meer, bis man 1800 sagt: »Ja, ist jut jetzt.«

Der Krieg heißt »Quasi-Krieg«, weil er quasi nicht existent war. Niemand hat jemals gesagt: »Ey, wir sind im Krieg!«

1928 – Zum ersten Mal wird geschnittenes Brot verkauft. Leute, die also vor diesem Tag Geburtstag haben, wie z.B. die US-Schauspielerin Betty White aus »Golden Girls«, sind buchstäblich älter als geschnitten Brot.

1937 – Am Abend gehen in China stationierte japanische Truppen in der Nähe der Marco-Polo-Brücke bzw. Lugou-Brücke spazieren, als Schüsse fallen. Keiner hat eine Ahnung, woher die Schüsse kamen oder von wem sie abgegeben wurden, aber es fehlt ein Soldat.

»Alter, wo ist denn der?«

»Keine Ahnung! Vielleicht gefallen?«

»Das melden wir mal an die höhere Stelle.«

Der Soldat kommt später zurück, vielleicht weil er nur mal kurz pinkeln war, allerdings vergisst man, das der höheren Stelle zu melden. Die höhere Stelle: »Verdammt! Mehr Truppen in die Gegend, sofort!«

Die Chinesen daraufhin: »Ey, wenn ihr mehr Truppen dahin verlegt, dann wir aber auch.«

Im Endeffekt stehen sich dann so viele Truppen gegenüber, dass man sagt: »Ja, jut, fangen wir eben einen zweiten japanisch-chinesischen Krieg an.«

1961 – Raymond Queneaus Buch »Cent Mille Milliards de Poèmes« (»Hunderttausend Milliarden Gedichte«) erscheint. Darin gibt es zehn Sonette à 14 Zeilen, die so angelegt sind, dass sie untereinander kombinierbar sind. Die Anzahl der Kombinationen entspricht denen im Titel. Alle möglichen Sonettkombinationen zu lesen würde bei einer Lesezeit von jeweils 30 Sekunden ohne Pausen rund 95 Millionen Jahre dauern. Viel Spaß dabei.

1985 – Boris Becker siegt als erster deutscher, erster ungesetzter und jüngster Tennisspieler in Wimbledon und fragt sich hinterher: »Ey, bin ich schon drin, oder was?«

1989 – Die Band »Die Fantastischen Vier« hat ihren ersten Auftritt. Auf einer aus Euro-Paletten zusammengezimmerten Bühne in einem ehemaligen Kindergarten bringen sie die Menge zum Kochen, wobei die Menge vermutlich recht übersichtlich war und das »kochen« nicht zu wörtlich genommen werden sollte. Erst 1991 können sie sich mit ihrer ersten LP in den Charts platzieren und sind somit die erste Band, die »Deutsch-Rap« bekannt macht.

2016 – Ein ehemaliger US-Soldat und Afghanistan-Veteran ist ungehalten darüber, dass die Polizei in den USA so oft Schwarze erschießt, und meint, dass er dieses Unrecht am besten dadurch publik machen kann, in dem er möglichst viele weiße Polizisten umbringt. Nach einem Kampf von einem Tag schickt die Polizei einen Roboter in die Nähe des Attentäters und zündet eine Bombe, die ihn beseitigt. Es ist das erste Mal, dass Gesetzesvertreter einen Roboter zum Töten benutzen, und alle möglichen Leute finden das problematisch. Vermutlich, weil sie die Terminator-Filme gesehen haben.

Der 08. Juli in der Geschichte

Eine bescheuerte Idee, ein nicht ganz so bescheuerter Seefahrer und der Anfang von bescheuerten Verschwörungstheorien

1099 – Während des Ersten Kreuzzugs kommt ein Pater auf die Idee, dass es doch die Moral der hungernden und genervten Kreuzfahrer unheimlich heben würde, wenn sie dreimal barfuß um die Stadt Jerusalem laufen, die sie gerade belagern. Ach ja, und fasten sollen sie auch, wobei sie ja ohnehin nichts zu essen haben, also ...

Man denkt sich »Ja, jut, warum nicht«, läuft barfuß um die Stadt und wird von den Belagerten verspottet. Aber die Stimmung war hinterher bestimmt bestens, nachdem man ausgelacht worden war, sich die Blasen an den Füßen öffnete und dann hungrig ins Bett ging.

1497 – Vasco Da Gama sagt sich: »Ich stelle mich mal nicht so blöd an wie Kolumbus und finde wirklich den Seeweg nach Indien.« Deswegen fährt er auch nicht in Richtung des neuen Kontinents, sondern unten um Afrika herum und kommt tatsächlich hin, wo er hin will.

1709 – Schweden schaut süffisant: »Wir sind eine Großmacht!«

Russland sagt zum Rest von Europa: »Haltet mal mein Bier...«

Schweden ist daraufhin nicht mehr Großmacht.

1853 – Matthew Perry – nein, nicht der Schauspieler aus »Friends« – kommt mit seinen Kriegsschiffen mitten in die Bucht der japanischen Hauptstadt Edo gefahren und fragt: »Hey, wie wär’s: Wollt ihr nicht ein wenig Handel mit uns, den USA, treiben und diplomatische Beziehungen aufnehmen?«

Daraufhin sagen die Japaner: »Nee, nicht wirklich.«

Perry lehnt sich gegen eines seiner Geschütze und liebkost eine Kanonenkugel: »Wollt ihr wirklich, wirklich nicht?«

Daraufhin sagen die Japaner: »Ähm... nun ... also, wenn man das so sieht ...«

1859 – Karl XV. wird König von Schweden und Norwegen. Eigentlich ist er Karl XV. nur in Schweden und in Norwegen Karl IV. Und strenggenommen ist er auch erst der neunte König mit dem Namen Karl in Schweden, aber da ein früherer König, Karl IX., meinte, dass er auch ein paar fiktive Könige aus der schwedischen Geschichte mitzählen müsse, kann man so die Leute viel besser verwirren.

1932 – Im Zuge der Weltwirtschaftskrise erreicht der Dow-Jones-Index seinen niedrigsten Stand bei 41,22 Punkten. Noch drei Jahre zuvor gab es einen Höchststand von 381,17 Punkten, der erst 25 Jahre nach dem Crash überboten werden konnte. Nun könnte man annehmen, dass man aus der ganzen Sache etwas gelernt hat ... könnte man annehmen ...

1947 – Im kleinen Städtchen Roswell im US-Staat New Mexiko stürzt etwas ab. Zunächst wird darüber berichtet, dass man eine fliegende Untertasse gefangen hat, aber das US-Militär sagt: »Nee, war nur ein Wetterballon.«

Damit gaben sich die Menschen auch zufrieden, bis in den 70ern irgendwelche Leute die merkwürdigsten Verschwörungstheorien anstellen und behaupten, dass es ein außerirdisches Raumschiff war. Das US-Militär sagt: »Nee, war nur ein Wetterballon.«

Das interessiert die Verschwörungstheoretiker nur wenig. Immer mehr Bücher über die sogenannte Verschwörung entstehen, und auch in anderen Medien wird immer wieder darauf eingegangen, dass in Roswell ein Raumschiff abgestürzt sei, weswegen das US-Militär in den 1990er Jahren endlich zugibt, dass es kein Wetterballon war, der da runterkam, sondern der Ballon eines hochgeheimen Projekts, mit dem man per Schallwellen Atombombentests in der Sowjetunion erkennen wollte.

Alle Roswell-Alien-Theorien sind so gründlich widerlegt worden, wie es nur geht, trotzdem hält sich das Gerücht bis heute.

1952 – In München werden die ersten Zebrastreifen in Deutschland angelegt. Sie stammen von frisch gepressten Zebras.

1965 – Dem Postzugräuber Ronald Biggs gelingt die Flucht aus dem Gefängnis. Er flüchtet über Paris, wo er sein Gesicht verändern lässt, nach Australien, um dann letztendlich in Brasilien zu landen, wo er 35 Jahre bleibt, bis er aufgrund seiner Gesundheit und einem Anfall von Heimweh nach Hause zurückkehrt und prompt wieder eingebuchtet wird.

1990 – Deutschland wird in Rom gegen Argentinien durch einen Foul-Elfmeter Fußballweltmeister. Deswegen wird das Weltmeisterbrot kreiert, was bis heute zu haben ist.

2010 – Tag der drei Präsidenten in Polen. Das etwas ungewöhnliche Ereignis resultierte aus dem überraschenden Tod des Präsidenten Lech Kaczyński am 10. April. Seit diesem Zeitpunkt hatte Bronisław Komorowski in seiner Funktion als Sejmmarschall – eine Art Parlamentspräsident – kommissarisch das Amt inne und wurde später auch als Nachfolger gewählt. Weil er aber als Präsident nicht gleichzeitig ein Mandat haben durfte, trat er vom Amt des Sejmmarschalls an diesem Tag zurück. Daraufhin übernahm der Senatsmarschall – der Vorsitzende der anderen Parlamentskammer Polens – Bogdan Borusewicz für ein paar Stunden das Amt, bevor der neue Sejmmarschall Grzegorz Schetyna ernannt wurde, der daraufhin bis zum Amtsantritt von Komorowski kommissarisch Präsident war.

Kurzfassung: Polen hatte an dem Tag drei Präsidenten. Die Erklärung ist kompliziert.

2011 – Zum letzten Mal startet ein Space Shuttle ins Weltall. Die Mission des Shuttles »Atlantis« hat daneben noch andere Meilensteine zu bieten:

- Es ist der 166ste bemannte NASA-Flug.

- Es ist die 135ste Shuttle-Mission.

- Es ist der 100ste Start, der am helllichten Tag stattfindet.

- Hat lediglich vier Astronauten an Bord, weil man bei der letzten Mission meint: »Eh, wat soll’s, das reicht.«

Der 09. Juli in der Geschichte

Heinrich VIII. mag mal eine Frau nicht, Holland wird Frankreich, und österreichischer Wein friert nicht ein

721 – Nachdem die Sarazenen schon die iberische Halbinsel eingenommen haben, sagen sie sich: »Ey, Resteuropa? Findsch jut.«

Die Franken finden das allerdings weniger witzig. Die reden von »Islamisierung des Abendlandes« und »Migrantenpack« und haben zumindest in dem Fall recht. Eudo von Aquitanien, der zuständige Herzog für die Gegend im heutigen Südfrankreich, sagt »Ihr kommt hier ned rein!« und schlägt seinen Gegner bei Toulouse vernichtend.

869 – Vor der japanischen Pazifikküste gibt es ein Erdbeben, das einen Tsunami auslöst, der vier Kilometer ins Inland vordringt und etwa 1000 Menschen tötet. »Na, zum Glück haben wir Kernenergie noch nicht erfunden«, sagen einige Japaner.

1540 – Heinrich VIII. von England lässt die Ehe mit Anna von Kleve, seine vierte, annullieren. Er hatte zuvor der Ehe zugestimmt, weil er ein Bild von ihr gesehen hatte und dachte: »Ja, jut.« Als sie dann aber eintraf, meinte er: »Hätte ich doch nur nach links gewischt!« Zumindest ließ er sie nicht enthaupten.

1706 – Zwei deutsche Missionare landen in Südindien, um den Leuten ihren Glauben aufzudrängen. Vermutlich sind sie nur ausgewandert, weil sie daheim wegen ihrer Namen nicht viel Glück hatten. Sie hießen Heinrich Plütschau und Bartholomäus Ziegenbalg.

1810 – Napoléon zu Holland: »Ey, wisst ihr was? Ihr seid jetzt französisches Staatsgebiet!«

Die Holländer: »Wat?«

1850 – US-Präsident Zachary Taylor stirbt in Washington D.C., nachdem er am 4. Juli nach einem längeren Aufenthalt in der prallen Sonne zur Grundsteinlegung des Washington Monuments eisgekühlte Milch, rohes Gemüse und Kirschen zu sich genommen hatte und danach unter Durchfall, Erbrechen und Fieberanfällen litt. Sein Nachfolger, Vizepräsident Millard Fillmore, übernimmt das Amt und bekommt, wie es üblich ist, von allen Ministern Rücktrittsgesuche, die eigentlich von ihm abgelehnt werden sollten. Aber Fillmore sagt stattdessen »Okili dokili!«, schmeißt alle raus und holt neue Leute rein. Damit hat er sich gleich zu Anfang unheimlich viel Freunde gemacht, was im Endeffekt zum Zwei-Parteien-System in den USA und letztendlich zum Bürgerkrieg führt. Man könnte also sagen, dass das ein folgenschwerer Durchfall war.

1915 – Deutsch-Südwestafrika unterzeichnet die Kapitulation vor den Südafrikanern im Ersten Weltkrieg. Zwar hatte sich die deutsche Schutztruppe zunächst ganz gut geschlagen, aber mit ihren 5000 Mann, zwei Flugzeugen und fünf Kraftfahrzeugen sahen sie die Südafrikaner mit 43.000 Mann, sechs Kampfflugzeugen und 2000 Fahrzeugen ankommen und meinten: »Äh, Leute, wir können doch darüber reden ...«

1947 – Der ehemalige Vergnügungsdampfer »President Warfield« läuft in Südfrankreich ein und nimmt 4515 jüdische Flüchtlinge auf, die mit dem Schiff nach Palästina auslaufen sollen. Das Schiff kann zwar den Hafen verlassen, wird aber ständig von britischen Zerstörern verfolgt, die verhindern wollen, dass der Dampfer sein Ziel erreicht. Die Briten werden später das Schiff einnehmen und die Insassen zurück nach Deutschland schicken, wo sie in Lagern »konzentriert« werden, wobei die Weltgemeinschaft dann denkt: »Äh, Leute, ist vielleicht gut jetzt ...«