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Kompostieren war noch nie so schnell und einfach! Die Kompostexpertin Martina Kolarek hat ein neues Verfahren zur biologischen Schnellkompostierung entwickelt, mit dem Sie in Rekordzeit, ohne Vorwissen und standortunabhängig kompostieren können. Kein mühsames Umsetzen des Komposts, keine Geruchsbelästigung, kein Unkraut und kein Ungeziefer - und alles rein biologisch! Mit den detaillierten Anleitungen und hilfreichen Praxistipps sparen Sie Zeit, Geld und Mühe, tun etwas für die Umwelt und erhalten im Gegenzug einen nährstoffreichen Boden und gesunde Pflanzen. Sie werden sehen: eigener Kompost ist so wertvoll, den kann man nicht kaufen!
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Seitenzahl: 89
Veröffentlichungsjahr: 2018
Biologisch, einfach, schnell
”Erde! unsichtbar! Was, wenn Verwandlung nicht, ist dein drängender Auftrag?“
Rainer Maria Rilke
Dipl.-Ing. Martina Kolarek ist Sachverständige für Landwirtschaftliche Bodenkunde und Nachhaltige Ernährung und hat Biochemie und biochemische Technologie an der Höheren Technischen Lehr- und Versuchsanstalt für die chemische Industrie und Angewandte Ökologie an der Universität für Bodenkultur in Wien studiert.
In Berlin arbeitete sie zur stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe für gemeinnützige Organisationen, Bundesbehörden, wissenschaftliche und wirtschaftliche Einrichtungen – sowohl angestellt als auch freiberuflich.
2010 entwickelte sie ein Heißverfahren zur Gemeinschaftskompostierung, das sie als DIE BODEN SCHAFFT seit 2011 in Klein-, Haus- und Gemeinschaftsgärten erfolgreich anwendet. Gemeinsam mit anderen setzt sie sich wissenschaftlich, politisch und künstlerisch dafür ein, dass wir den Boden unter den Füßen nicht verlieren.
Seit 2016 ist sie beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) zuständig für den Bereich Bioökonomie.
Schöne Gärten und gesunde Lebensmittel brauchen mehr als Dünger. Sie brauchen fruchtbare und schadstoffarme Böden. Viele Gärtner wissen das und stellen selbst ihren Kompost her, um die Humusqualität in ihren Böden zu erhalten. Doch die biologische Kompostierung führt ein Schattendasein und die industrielle Kompostierung ist nicht konkurrenzfähig.
Komposttag im Allmende KontorGemeinschaftsgarten auf dem Tempelhofer Feld – einem ehemaligen Flugfeld mitten in Berlin.
In diesem Buch stelle ich ein neues Verfahren zur biologischen Schnellkompostierung vor und zeige Ihnen, wie Sie nach drei bis sechs Monaten an jedem Standort Kompost in höchster Qualität gewinnen können.
Es handelt sich um eine Heißkompostierung, die in Haus-, Klein-, Schul- und Gemeinschaftsgärten genauso erfolgreich angewandt werden kann wie in der Land- und Forstwirtschaft. Im Vergleich zum traditionellen Gartenkompost lässt sich damit viel Arbeit, Zeit und Platz sparen.
Der Heißkompost im Kleingarten.
Weitere Vorteile sind:
•Der Kompost ist bereits nach drei – über den Winter nach sechs – Monaten fertig.
•Unkrautsamen und Krankheitserreger werden vernichtet.
•Es kommt zu keiner Geruchsbelästigung.
•Ungeziefer wird nicht angezogen.
•Der Kompost muss kaum gepflegt und nicht umgesetzt werden.
•Auch an schwierigen Standorten kann erfolgreich kompostiert werden.
Es handelt sich um ein biologisches Verfahren, bei dem die Verbindung zwischen dem natürlich gewachsenen Boden und dem Kompost nicht unterbrochen werden darf. Dann können alle für die Humusbildung notwendigen Bodentiere in den Kompost ein- und nach getaner Arbeit wieder ausziehen. Nur eine große Artenvielfalt im Kompost gewährleistet, dass aus unseren Bioresten nährstoffreiche und stabile Humusverbindungen entstehen.
Guter Kompost ist mehr als Dünger. Er ist vor allem Struktur, ohne die Wasser, Nähr- und Spurenstoffe nicht im Boden gespeichert und den Pflanzen bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden können. Dafür sorgen viele verschiedene Lebewesen im Boden, die genau aufeinander abgestimmt sind und die biologischen Stoffkreisläufe schließen. Kompostieren ist also nicht nur gut für den Garten, sondern auch für die Gewässer und das Klima.
Die Heißkompostierung hat gegenüber der traditionellen Gartenkompostierung viele Vorteile.
Wer selbst kompostiert, muss weniger gießen, düngen und Schädlinge bekämpfen – und spart noch Geld dabei.
Mit dieser Anleitung können Sie einen Heißkompost einfach und schnell ohne jegliches Vorwissen an einem Tag aufbauen. Aber auch – oder gerade – für Experten hält dieses Verfahren einige Überraschungen bereit.
Sie brauchen keine Materialien oder Geräte kaufen, die Sie für einen herkömmlichen Gartenkompost nicht auch benötigen. Alles andere können Sie selbst herstellen oder günstig in jedem Gartencenter – oder besser im Fachhandel – besorgen.
Allein aus den Küchenresten können Sie an einem Tag Kompost für ca. 100 bis 200 Quadratmeter im Jahr herstellen. Kommen noch Reste vom Garten oder Markt hinzu, können Sie eine Fläche von bis zu 1 000 Quadratmetern mit bestem Kompost versorgen. Dafür benötigen Sie höchstens vier Tage im Jahr und das Ergebnis ist unbezahlbar: Selbstgemachter Kompost ist das Wertvollste, was wir haben. Und einen Kompost in dieser Qualität gibt es nicht zu kaufen.
Richtiges Kompostieren ist kein Geheimnis. Richtiges Kompostieren ist eine Kunst, die Sie nur erlernen und verstehen werden, wenn Sie es selbst probieren. Damit die Kompostierung auch Teil einer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung werden kann, die Wohlstand und Reichtum für alle verspricht, ist es wichtig, dass sich viele dafür einsetzen oder besser noch: es selbst tun. Nur wir können Konsum auf Kompost umstellen und biologischen Kompost herstellen. Es geht nicht darum, ein bisschen weniger oder anders zu konsumieren, sondern die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und etwas zu produzieren, was tatsächlich nachhaltig und nützlich ist. Das geht uns alle an. Also fangen wir an damit und machen uns die Hände schmutzig!
Ich wünsche viel Spaß dabei!
Organische Reste wie Garten-, Obst-, Gemüse- oder Holzreste sind kein Müll, den es möglichst schnell zu beseitigen gilt, sondern die Grundlage für neues Leben in und auf unseren Böden.
Der Garten als Lebens- und Arbeitsraum.
Unsere Garten- und Küchenreste sind Lebensraum und Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Bodenorganismen, die daraus Humus bilden und dafür sorgen, dass unsere Pflanzen sich gut im Boden verankern und alles aufnehmen können, was sie für ein gesundes Wachstum benötigen. Nur indem Sie kompostieren, können Sie die biologische Vielfalt und die Humusqualität der Böden dauerhaft erhalten. Der Erhalt der Artenvielfalt in den Böden ist die Voraussetzung dafür, dass auch in Zukunft noch etwas auf ihnen wachsen kann.
Kompostieren Sie nicht, sondern verschenken die wertvollen Rohstoffe an die nächstgelegene Biogasanlage oder verbrennen diese, entziehen Sie Ihrem Garten laufend wichtige Nähr- und Strukturstoffe. Um sich ernähren zu können, müssen die Pflanzen und Tiere die Humusvorräte im Boden angreifen. Die Folge davon: Der Humus im Boden wird langsam abgebaut. Der Boden versandet, versauert oder verdichtet und wird mit der Zeit unfruchtbar.
Enthält ein Boden ausreichend Humus ist er dunkelbraun, saftig und riecht gut. Ein Boden, der zu wenig Humus enthält, ist fahl, trocken und riecht nach nichts. Ein Boden ohne Humus ist Wüste, denn ohne Humus kann nichts mehr wachsen.
>> HUMUS
ist das Produkt von Bodenlebewesen, die abgestorbene Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen zu nieder- bis hochmolekularen organischen Molekülen ab- und umbauen.
Richtiges Kompostieren erzeugt keinen Müll.
In der Natur laufen biologische Kreislaufprozesse seit Jahrmillionen ab. Die Natur enthält alle notwendigen Lebewesen, um die Stoffkreisläufe biologisch zu schließen. Wenn wir die Produkte der Natur nutzen wollen, müssen wir ihr unsere Abfälle nur in einer Form zurückgeben, die von den Bodenorganismen aufgenommen werden kann. Dann erzeugen diese wieder Humus daraus. Ein Boden mit über 4 Prozent Humusgehalt benötigt keine zusätzliche Düngung mehr und die Pflanzen bleiben gesund.
Wenn wir Naturprodukte so stark verändern, dass sie keine Nahrung mehr für Bodenorganismen darstellen, sie verflüssigen oder vergären und darüber an Orte verlagern, wo es nicht die Lebewesen gibt, die sie aufnehmen, ab- und zu Humus umbauen können – in die Luft oder in die Gewässer – öffnen wir die Stoffkreisläufe und erzeugen Müll.
Indem wir Naturprodukte wie Erdöl, Holz, Kohle, Mais oder Getreide verbrennen, erzeugen wir Müll wie Kohlendioxid, Schwefeldioxid oder Lachgas in der Luft. Diese Stoffe tragen zur Klimaerwärmung bei. Auch Nitrat, Phosphat und höhere Konzentrationen von Spurenstoffen im Grundwasser sind Müll, weil sie die Gewässer überdüngen und die Lebewesen in ihnen vergiften. Im Prinzip ist alles, was von den Lebewesen vor Ort nicht aufgenommen und im Boden gespeichert werden kann, Müll – nicht nur chemische Produkte, sondern auch Gülle oder die Gärreste aus der Biogasanlage. Aber auch Kohle im Boden ist Müll, denn sie reichert sich im Boden an.
>> KÜCHENRESTE
Küchenreste sind jene Reste, die vor oder während des Kochens anfallen, also Schalen, Blätter oder ungenießbar gewordenes Obst und Gemüse. Sie können kompostiert werden. Speiseabfälle hingegen – also gekochtes, gesalzenes oder gezuckertes Obst, Gemüse oder Fleisch – sind Biomüll.
Alles, was Müll erzeugt, ist Konsum. Alles, was keinen Müll erzeugt, ist Kompost.
Wir müssen uns langsam von der Vorstellung verabschieden, dass biologische Ressourcen überhaupt verbraucht werden dürfen. Ein Verbrauch ohne Regeneration ist immer mit einem Verlust der biologischen Vielfalt verbunden. Die Bodenorganismen sind das Bindeglied, nur sie können die biologischen Stoffkreisläufe schließen.
Unsere Garten- und Küchenreste sind wertvolle Ressourcen.
Insbesondere die Küchenabfälle enthalten viele Nährstoffe.
Alle organischen Stoffe sind die Grundlage für die Lebensmittelversorgung, jetzt und in der Zukunft. Sie ernähren nicht nur uns Menschen, sondern auch die Tiere in der freien Wildbahn. Und sie sollen auch weitere Rohstoffe für Produkte produzieren, die wir nicht missen wollen: Textilien oder Möbel zum Beispiel.
Ein Verbrauch, der die Regeneration der Humusvorräte in unseren Böden übersteigt, führt unweigerlich zu Hunger und Artensterben. Und zwar nicht nur weit weg von uns, sondern auch in unseren Gärten. Nur über die biologische Kompostierung können wir gewährleisten, dass unser Boden dauerhaft fruchtbar bleibt und auch im Garten unserer Kinder noch etwas wachsen wird.
Wenn Sie einen Garten haben, ist es relativ einfach, Ihren Lebensstil von Konsum auf Kompost umzustellen. Sorgen Sie dafür, dass möglichst viele organische Reste kompostiert werden – insbesondere auch die nährstoffreichen Küchenreste.
>> BIOMÜLL
Biomüll sind organische Abfälle, die nicht oder nicht in den anfallenden Mengen kompostiert werden können, beispielsweise Speiseabfälle, Gülle oder Bioplastik. Sie entstehen durch falsches Wirtschaften.
Nur verwerten oder wirklich etwas daraus machen?
In Berlin geht mittlerweile der gesamte Inhalt der Biotonne in die neue Biogasanlage des kommunalen Entsorgungsbetriebes, der seine Fahrzeuge jetzt damit betreibt. Die wertvollen Küchenreste werden also nicht mehr kompostiert, sondern vergärt und verbrannt.
Mit eigenem Garten ist es sehr einfach, selbst zu kompostieren. Was Sie dafür wissen müssen und benötigen, finden Sie in dieser Anleitung genau beschrieben.
Jeder kann seinen Konsumstil verändern und vom Konsumenten zum Produzenten werden. In den Städten entstehen derzeit viele neue Gemeinschaftsgärten. Ein Heißkompost ist ein kleiner Schritt in den Garten, aber ein großer Schritt in die Zukunft:
Kompostieren statt konsumieren!
Kompost wird als Gold des Gartens bezeichnet, weil er so wertvoll ist. Frischen Kompost bekannter Herkunft mit der für den eigenen Garten charakteristischen Artenvielfalt und allem, was die Pflanzen noch so benötigen, kann man nicht kaufen. Den muss man selbst machen.
Mit einem Handhäcksler geht die Arbeit schnell voran.
Wer selbst kompostiert, wird mit dauerhaft fruchtbarem Boden und gesunden Pflanzen belohnt und muss weniger gießen, düngen und Schädlinge bekämpfen. Eine Handvoll guten Bodens enthält weit mehr Lebewesen als es Menschen auf der Erde gibt.
