König Arthurs Untergang - J.R.R. Tolkien - E-Book

König Arthurs Untergang E-Book

J.R.R. Tolkien

4,3
15,99 €

Beschreibung

Tolkien, der wichtigste Fantasyautor der Neuzeit, wendet sich einem der größten Sagenstoffe aller Zeiten zu: der Sage von König Arthur. Ein Poem von berückender Schönheit. Das große Epos um Arthur erzählt, wie der tapfere König sich zum Waffengang ostwärts in ferne, heidnische Länder begibt. Während der König außer Landes kämpft, verliebt sich der Ritter Lancelot in Arthurs Frau Guinever und schafft damit einen unüberwindlichen Konflikt. Als auch noch der verräterische Mordred die Macht an sich zu reißen versucht, treibt die Handlung einem Abgrund entgegen … Neben der Edda und dem Nibelungenlied ist die Arthursage die wichtigste Quelle aller neueren Fantasyliteratur, die hier erstmals in J. R. R. Tolkiens eigener Fassung vorliegt. Neben der kongenialen Übersetzung von Hans-Ulrich Möhring enthält diese Ausgabe auch den Text des englischen Originals.

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EPUB

Seitenzahl: 291




Verse 61–94 aus dem I. Gesang der jüngsten Fassung des Textes von The Fall of Arthur

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

 

Die Arbeit des Übersetzers an diesem Buch wurde vom Deutschen Übersetzerfonds gefördert.

 

Hobbit Presse

www.hobbitpresse.de

Die Originalausgabe in englischer Sprache erschien 2013 bei HarperCollins

Publisher Ltd. unter dem Titel »The Fall of Arthur« by J.R.R. Tolkien

Alle Texte und Materialien von J.R.R. Tolkien

© The Tolkien Trust 2013, ausgenommen die aus folgenden Werken:

The homecoming of Beorhtnoth Beorththelm’s Son

© The J.R.R. Tolkien Estate Limited 1953, 1966,

Sir Gawain and the Green Knight, Pearl and Sir Orfeo © The J.R.R. Copyright Trust 1975,

The Letters of J.R.R. Tolkien © The J.R.R. Tolkien Copyright Trust 1981,

The Book of Lost Tales Part One © The J.R.R. Tolkien Estate Limited and C.R. Tolkien 1983,

The Book of Lost Tales Part Two © The J.R.R. Tolkien Estate Limited and C.R. Tolkien 1984,

The Lays of Beleriand © The J.R.R. Tolkien Estate Limited 1985,

© The J.R.R. Tolkien Copyright Trust and C.R. Tolkien 1985,

The Shaping of Middle-earth © The J.R.R. Tolkien Estate Limited and C.R. Tolkien 1986,

The Lost Road and Other Writings

© The J.R.R. Tolkien Copyright Trust and C.R. Tolkien 1987 and

The Legend of Sigurd and Gudrún © C.R. Tolkien 2009

 

Einleitung, Kommentare und weitere Materialien © C.R. Tolkien 2013

 

Zitate aus The Development of Arthurian Romance © R.S. Loomis 1963

Zitate aus The Genesis of a Medieval Book by C.S. Lewis

veröffentlicht in Studies in Medieval and Renaissance Literature 1966

© Cambridge University Press 1966, 1998, reproduced with permission

Zitate aus The Works of Sir Thomas Malory © Eugène Vinaver 1947, 1971

published by Oxford University Press, reproduced with permission

 

Illustration © Bill Sanderson 2013

 

® und Tolkien® sind eingetragene Markenzeichen von

The J.R.R. Tolkien Estate Limited

 

Das Faksimile der Manuskript-Seite der letzten Fassung von The Fall of Arthur

mit freundlicher Genehmigung der Bodleian Library, Universität Oxford,

aus den Beständen MS. Tolkien B 59/2 (1), fol. 109

 

Für die deutsche Ausgabe

© 2015 by J. G. Cotta’sche Buchhandlung

Nachfolger GmbH, gegr. 1659, Stuttgart

Alle deutschsprachigen Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung und Illustration: © Birgit Gitschier, Augsburg, unter

Verwendung von Bildern von Shutterstock (VogueHouse, Sura Nualpradid)

Datenkonvertierung: Dörlemann Satz, Lemförde

Printausgabe: ISBN 978-3-608-96050-1

E-Book: ISBN 978-3-608-10793-7

Dieses E-Book basiert auf der aktuellen Ausgabe der Printausgabe.

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INHALT

Vorwort

KÖNIG ARTHURS UNTERGANG

Anmerkungen zu König Arthurs Untergang

Das Gedicht in der Artustradition

Das ungeschriebene Gedicht und seine Beziehung zum Silmarillion

Die Entwicklung des Gedichts

Anhang

(A)  Altenglische Dichtung

(B)  Zur deutschen Textgestalt

Literaturverzeichnis

VORWORT

VORWORT

Was das dichterische Schaffen meines Vaters bekanntlich auszeichnete, war die Treue, die er der alten Stabreimdichtung des »Nordens« hielt. Sie zieht sich durch sein ganzes Werk, von der Welt von Mittelerde (insbesondere dem langen, aber unvollendeten Lay of the Children of Húrin) über den dramatischen Dialog The Homecoming of Beorhtnoth (aufbauend auf dem altenglischen Heldengedicht The Battle of Maldon) bis zu seinen »altnordischen« Gedichten Das neue Wölsungenlied und Das neue Gudrúnlied (wovon er in einem Brief von 1967 sprach als einer »Sache, die ich vor vielen Jahren gemacht habe, als ich die Kunst der Stabreimdichtung erlernen wollte«). In Sir Gawain and the Green Knight erwies er seine Fertigkeit, die alliterierende Versform des vierzehnten Jahrhunderts metrisch identisch in modernem Englisch wiederzugeben. Zu diesen Arbeiten gesellt sich nun sein unvollendetes und unveröffentlichtes Gedicht The Fall of Arthur, deutsch König Arthurs Untergang.

Zu diesem Gedicht habe ich überhaupt nur eine einzige Äußerung meines Vaters ausfindig machen können, nämlich in einem Brief von 1955, in dem er bemerkte: »Ich schreibe mit Vergnügen alliterierende Verse, obwohl ich nicht viel mehr davon veröffentlicht habe als die Fragmente im Herrn der Ringe, außerdem noch ›The Homecoming of Beorhtnoth‹ … Ich hoffe noch ein langes Gedicht über The Fall of Arthur im gleichen Versmaß zum Abschluss zu bringen« (J.R.R. Tolkien, Briefe, hrsg. von Humphrey Carpenter, übers. von Wolfgang Krege, S. 288). Nirgends in seinen Papieren findet sich ein Hinweis darauf, wann es begonnen oder wann es aufgegeben wurde. Zum Glück jedoch hob er einen Brief auf, den R.W. Chambers, Anglistikprofessor am University College in London und achtzehn Jahre älter als er, ihm am 9. Dezember 1934 schrieb. Chambers war ein guter Freund und tatkräftiger Förderer meines Vaters, und in diesem Brief beschrieb er, wie er auf einer Zugfahrt nach Cambridge König Arthur gelesen hatte. Auf dem Rückweg nutzte er »das leere Zugabteil, um ihn zu deklamieren, wie es ihm gebührt«. Er lobte das Gedicht in den höchsten Tönen: »Es ist wirklich sehr stark … echt heroisch, ganz abgesehen von seinem Verdienst, vorzuführen, wie sich das Beowulf-Metrum im heutigen Englisch verwenden lässt.« Und er schloss den Brief: »Sie müssen es einfach vollenden.«

Das aber tat mein Vater nicht, und so blieb abermals eines seiner langen erzählenden Gedichte liegen. Es darf als so gut wie sicher gelten, dass er die Arbeit am Lay of the Children of Húrin eingestellt hatte, bevor er 1925 von der University of Leeds nach Oxford wechselte, und er berichtet, dass er das Lay of Leithian (die Sage von Beren und Lúthien), mit dem er im Sommer desselben Jahres begann, nicht in Stab-, sondern in Paarreimen abfasste (The Lays of Beleriand, S. 3). Zusätzlich nahm er in Leeds das Stabreimgedicht The Flight of the Noldoli from Valinor in Angriff sowie ein noch kürzeres, das offensichtlich der Anfang eines Lay of Eärendel war (The Lays of Beleriand, §II, Poems Early Abandoned).

Ich habe in der Legende von Sigurd und Gudrún (S. 13) die durch nichts zu beweisende Vermutung geäußert, »dass mein Vater sich die nordischen Gedichte als neues poetisches Projekt [und Rückkehr zum Stabreim] vornahm, nachdem er gegen Ende 1931 das Leithianlied … beiseitegelegt hatte«. Wenn dem so wäre, müsste er an König Arthurs Untergang, das Ende 1934 von der Fertigstellung noch weit entfernt war, zu arbeiten begonnen haben, als er die nordischen Gedichte abgeschlossen hatte.

Dass er diese ehrgeizigen Gedichte aufgab, obwohl beide schon recht weit gediehen waren, könnte sich aus seinen Lebensumständen nach seiner Ernennung 1925 zum Professor für Angelsächsisch in Oxford erklären: den Anforderungen seiner Lehr- und Forschungstätigkeit sowie den Sorgen, Nöten und Kosten, die seine Familie ihm machte. Wie so oft im Leben hatte er nicht genug Zeit, und es könnte sein, wie ich zu glauben geneigt bin, dass der Inspiration, wenn sie allzu lange hingehalten wurde, der Atem ausging. Doch sie kehrte zurück, als sich zwischen seinen vielfältigen Verpflichtungen und seinen sonstigen Interessen ein Freiraum auftat, aber der erzählerische Antrieb hatte sich gewandelt.

Zweifellos gab es in beiden Fällen konkrete Gründe, die sich heute nicht mehr sicher ermitteln lassen. Im Fall von König Arthurs Untergang allerdings vertrete ich die These (siehe S. 183–188), dass das Vorhaben den großen Veränderungen zum Opfer fiel, die sich mit seiner Arbeit an The Lost Road und der Veröffentlichung des Hobbit zu der Zeit in den Plänen meines Vaters ergaben: der Idee von Númenor, dem Mythos von der »Wandlung der Welt« zur Kugelgestalt und vom »Geraden Weg« und dem Aufziehen des Herrn der Ringe am Horizont.

Es wäre auch vorstellbar, dass dieses letzte Gedicht gerade wegen seines hohen Anspruchs Unterbrechungen und Störungen besonders schlecht vertrug. Der erstaunliche Umfang der erhaltenen Vorarbeiten zu König Arthurs Untergang lässt die immanenten Schwierigkeiten einer solchen Anwendung der metrischen Form ahnen, die meinem Vater so sehr entsprach, wie auch sein rigoroses perfektionistisches Bestreben, die passende Fassung für eine vielschichtige und beziehungsreiche Handlung in den rhythmischen und alliterierenden Formen der altenglischen Dichtung zu finden. Anders gesagt, König Arthurs Untergang war ein Kunstwerk, das viel Zeit gebraucht hätte; die Eröffnung neuer konzeptioneller Horizonte ließ dafür keinen Platz.

Was man von diesen Spekulationen auch halten mag, König Arthurs Untergang stellt den Herausgeber zwangsläufig vor editorische Probleme. Manche Leser wären möglicherweise zufrieden gewesen, wenn sie allein den Text des Gedichts in der hier abgedruckten Form bekommen hätten, ergänzt vielleicht noch von einer kurzen Bemerkung zu den Entwicklungsstadien, wie sie sich aus den reichlichen Rohentwürfen erschließen lassen. Viele andere dagegen, die der Name des Verfassers zu dem Gedicht greifen lässt, deren Kenntnis der »Artussage« aber gering ist, könnten durchaus den Wunsch und die Erwartung haben, Aufschlüsse darüber zu bekommen, in welcher Beziehung diese »Version« zu der mittelalterlichen Tradition steht, aus der sie hervorging.

Wie gesagt, anders als bei den »nordischen« Gedichten in der Legende von Sigurd und Gudrún hat mein Vater nicht den kleinsten Hinweis auf seine Gedanken oder Absichten hinterlassen, die seiner höchst eigenen Behandlung der »Sage von Lancelot und Guinevere« zugrunde liegen. Doch in diesem Fall besteht für den Herausgeber gewiss kein Anlass, in das Labyrinth der Artussage einzudringen und eine weitschweifige Abhandlung darüber zu schreiben, die höchstwahrscheinlich eher abschreckend wirken würde, weil man meinen könnte, für die Lektüre von König Arthurs Untergang wäre eine solche Vorübung unerlässlich.

Ich habe daher auf eine lange Einleitung verzichtet und dafür dem Text des Gedichts mehrere Kommentare beigegeben, die man nach Belieben zu Rate ziehen kann. Die kurzen Anmerkungen direkt im Anschluss an das Gedicht beschränken sich weitgehend auf die knappen Erläuterungen von Namen und Bezeichnungen sowie Verweise auf die Kommentare.

Von diesen behandelt jeder König Arthurs Untergang aus einem anderen Blickwinkel, und wer solche Ausführungen wünscht, wird einiges daraus erfahren. »Das Gedicht in der Artustradition«, inhaltlich einfach, ohne spekulative Auslegungen und thematisch eng begrenzt, wenn auch recht ausführlich, stellt dar, worin das Gedicht meines Vaters auf bestimmten erzählerischen Traditionen fußt und worin es davon abweicht. Zu diesem Zweck stütze ich mich hauptsächlich auf zwei Werke auf Englisch, das mittelalterliche Gedicht, das als »alliterierender Morte Arthure« bekannt ist, und die diesbezüglichen Erzählungen von Sir Thomas Malory, mit Hinweisen auf seine Quellen. Damit das nicht nur ein trockenes Referat wird, zitiere ich wörtlich etliche Passagen aus diesen Werken, um beispielhaft zu zeigen, wie sehr sich diese Traditionen in ihrer ganzen Art von der vorliegenden alliterierenden Artusgeschichte einer späteren Zeit unterscheiden.

Nach gründlicher Überlegung erschien es mir weniger verwirrend und daher am besten, diesen Kommentar so zu halten, als wäre die im Folgenden abgedruckte jüngste Form des Gedichts alles, was wir davon wissen können, und als wäre uns somit die eigenartige Entwicklung dieser Form verborgen, wie sie sich durch die Analyse der Entwurfstexte erschließt. Ich fand es nicht nötig, auf die dunklen Ursprünge der Artussage und die Jahrhunderte ihrer Frühgeschichte einzugehen, denn zum Verständnis von König Arthurs Untergang muss man eigentlich nur wissen, dass die Sage auf das fünfte Jahrhundert zurückgeht, als 410 mit dem Abzug der Legionen die römische Herrschaft in Britannien endgültig zu Ende war, und auf Erinnerungen an Schlachten, in denen sich die Briten gegen die verheerenden Raubzüge und Einfälle der von Osten anrückenden barbarischen Angeln und Sachsen zur Wehr setzten. Man beachte, dass die Namen Briten und britisch sich im ganzen Buch ausschließlich auf die keltischen Bewohner des Landes und ihre Sprache beziehen.

Dem »Gedicht in der Artustradition« folgt erst die Erörterung »Das ungeschriebene Gedicht und seine Beziehung zum Silmarillion«, ein Abriss der diversen Niederschriften, die eine Ahnung von den Überlegungen meines Vaters zur Fortsetzung des Gedichts geben, und dann ein Bericht über »Die Entwicklung des Gedichts«, primär ein Versuch, so deutlich wie bei der extrem komplizierten Textsituation möglich die erwähnten größeren Veränderungen im Aufbau zu zeigen sowie viele Beispiele für seine dichterische Arbeitsweise zu geben.

  

Anmerkung: Auf Gedichtstellen wird im Buch durchweg mit römischer Ziffer für den Gesang und arabischer Ziffer für den Vers verwiesen, also zum Beispiel II, 7.

KÖNIG ARTHURS UNTERGANG

I

How Arthur and Gawain went to war and rode into the East.

Arthur eastward    in arms purposed

his war to wage    on the wild marches,

over seas sailing    to Saxon lands,

from the Roman realm    ruin defending.

Thus the tides of time    to turn backward

5

and the heathen to humble,    his hope urged him,

that with harrying ships    they should hunt no more

on the shining shores    and shallow waters

of South Britain,    booty seeking.

As when the earth dwindles    in autumn days

10

and soon to its setting    the sun is waning

under mournful mist,    then a man will lust

for work and wandering,    while yet warm floweth

blood sun-kindled,    so burned his soul

after long glory    for a last assay

15

of pride and prowess,    to the proof setting

will unyielding    in war with fate.

So fate fell-woven    forward drave him,

and with malice Mordred    his mind hardened,

saying that war was wisdom    and waiting folly.

20

›Let their fanes be felled    and their fast places

bare and broken,    burned their havens,

and isles immune    from march of arms

or Roman reign    now reek to heaven

in fires of vengeance!    Fell thy hand is,

25

fortune follows thee – fare and conquer!

And Britain the blessed,    thy broad kingdom,

I will hold unharmed    till thy home-coming.

Faithful hast thou found me.    But what foe dareth

war here to wake    or the walls assail

30

of this island-realm    while Arthur liveth,

if the Eastern wolf    in his own forest

at last embayed    must for life battle?‹

So Mordred spake,    and men praised him,

Gawain guessed not    guile or treason

35

in this bold counsel;    he was for battle eager,

in idle ease    the evil seeing

that had rent asunder    the Round Table.

Thus Arthur in arms    eastward journeyed,

and war awoke    in the wild regions.

40

Halls and temples    of the heathen kings

his might assailed    marching in conquest

from the mouths of the Rhine    o’er many kingdoms.

Lancelot he missed;    Lionel and Ector,

Bors and Blamore    to battle came not;

45

yet mighty lords    remained by him:

Bediver and Baldwin,    Brian of Ireland,

Marrac and Meneduc    from their mountain-towers;

Errac, and Iwain    of Urien’s line

that was king in Reged;    Cedivor the strong

50

and the queen’s kinsman    Cador the hasty.

Greatest was Gawain,    whose glory waxed

as times darkened,    true and dauntless,

among knights peerless    ever anew proven,

defence and fortress    of a falling world.

55

As in last sortie    from leaguered city

so Gawain led them.    As a glad trumpet

his voice was ringing    in the van of Arthur;

as a burning brand    his blade wielded

before the foremost    flashed as lightning.

60

Foes before them,    flames behind them,

ever east and onward    eager rode they,

and folk fled them    as the face of God,

till earth was empty,    and no eyes saw them,

and no ears heard them    in the endless hills,

65

save bird and beast    baleful haunting

the lonely lands.    Thus at last came they

to Mirkwood’s margin    under mountain-shadows:

waste was behind them,    walls before them;

on the houseless hills    ever higher mounting

70

vast, unvanquished,    lay the veiled forest.

Dark and dreary    were the deep valleys,

where limbs gigantic    of lowering trees

in endless aisles    were arched o’er rivers

flowing down afar    from fells of ice.

75

Among ruinous rocks    ravens croaking

eagles answered    in the air wheeling;

wolves were howling    on the wood’s border.

Cold blew the wind,    keen and wintry,

in rising wrath    from the rolling forest

80

among roaring leaves.    Rain came darkly,

and the sun was swallowed    in sudden tempest.

The endless East    in anger woke,

and black thunder    born in dungeons

under mountains of menace    moved above them.

85

Halting doubtful    there on high saw they

wan horsemen wild    in windy clouds

grey and monstrous    grimly riding

shadow-helmed to war,    shapes disastrous.

Fierce grew the blast.    Their fair banners

90

from their staves were stripped.    Steel no longer,

gold nor silver    nor gleaming shield

light reflected    lost in darkness,

while phantom foes    with fell voices

in the gloom gathered.    Gawain loudly

95

cried as a clarion.    Clear went his voice

in the rocks ringing    above roaring wind

and rolling thunder:    ›Ride, forth to war,

ye hosts of ruin,    hate proclaiming!

Foes we fear not,    nor fell shadows

100

of the dark mountains    demon-haunted!

Hear now ye hills    and hoar forest,

ye awful thrones    of olden gods

huge and hopeless,    hear and tremble!

From the West comes war    that no wind daunteth,

105

might and purpose    that no mist stayeth;

lord of legions,    light in darkness,

east rides Arthur!‹    Echoes were wakened.

The wind was stilled.    The walls of rock

›Arthur‹ answered.    

110

                                   There evening came

with misty moon    moving slowly

through the wind-wreckage    in the wide heavens,

where strands of storm    among the stars wandered.

Fires were flickering,    frail tongues of gold

under hoary hills.    In the huge twilight

115

gleamed ghostly-pale,    on the ground rising

like elvish growths    in autumn grass

in some hollow of the hills    hid from mortals,

the tents of Arthur.    

                                    Time wore onward.

Day came darkly,    dusky twilight

120

over gloomy heights    glimmering sunless;

in the weeping air    the wind perished.

Dead silence fell.    Out of deep valleys

fogs unfurling    floated upward;

dim vapours drowned,    dank and formless,

125

the hills under heaven,    the hollow places

in a fathomless sea    foundered sunken.

Trees looming forth    with twisted arms,

like weeds under water    where no wave moveth,

out of mist menaced    man forwandered.

130

Cold touched the hearts    of the host encamped

on Mirkwood’s margin    at the mountain-roots.

They felt the forest    though the fogs veiled it;

their fires fainted.    Fear clutched their souls,

waiting watchful    in a world of shadow

135

for woe they knew not,    no word speaking.

Far and faintly    ere the fall of eve

they heard a horn    in the hills trembling,

forlorn and lonely,    like lost voices

out of night at sea.    Nearer it sounded.

140

Now hoofs they heard,    a horse neighing,

watchmen calling.    Woe had found them.

From the West came word,    winged and urgent,

of war assailing    the walls of Britain.

Lo! Cradoc was come    the king seeking

145

down perilous ways    their path trailing

from the mouths of the Rhine    o’er many kingdoms

grimly riding.    Neither grey shadows

nor mist stayed him    mighty-hearted.

Haggard and hungry    by his horse standing

150

to Arthur told he    evil tidings:

›Too long my lord    from your land ye tarry!

While war ye wage    on the wild peoples

in the homeless East,    a hundred chiefs

their seahorses    swift and deadly

155

have harnessed in havens    of the hidden islands.

Dragon-prowed they drive    over dark billows;

on shores unguarded    shields are gleaming

and black banners    borne amid trumpets.

Wild blow the winds    of war in Britain!

160

York is leaguered,    yielded Lincoln;

unto Kent kindled    the coast blazeth.

Hither have I hardly    hunted riding

on the sea pursued    to your side hastened,

treason to tell you.    Trust not Mordred!

165

He is false to faith,    your foes harbours,

with lords of Lochlan    league he maketh,

out of Almain and Angel    allies hireth,

coveting the kingdom,    to the crown reaching

hands unholy.    Haste now westward!‹

170

A while then Arthur    white with anger

there sat in silence.    Thus sudden fortune

had turned and betrayed him.    In twenty battles

he had fought and conquered;    his foes were scattered,

neath his hand were humbled    heathen chieftains.

175

Now from hope’s summit    headlong falling

his heart foreboded    that his house was doomed,

the ancient world    to its end falling,

and the tides of time    turned against him.

Swift then sent he    to summon Gawain

180

bold in counsel.    Bitter words he spake;

the evil tidings    all he told him.

›Now for Lancelot    I long sorely,

and we miss now most    the mighty swords

of Ban’s kindred.    Best meseemeth

185

swift word to send,    service craving

to their lord of old.    To this leagued treason

we must power oppose,    proud returning

with matchless might    Mordred to humble.‹

Gawain answered    grave and slowly:

190

›Best meseemeth    that Ban’s kindred

abide in Benwick    and this black treason

favour nor further – yet I fear the worse:

thou wilt find thy friends    as foes meet thee.

If Lancelot    hath loyal purpose

195

let him prove repentance,    his pride forgoing,

uncalled coming    when his king needeth!

But fainer with fewer    faithfulhearted

would I dare danger,    than with doubtful swords

and tarnished shields    of truant lieges

200

our muster swell.    Why more need we?

Though thou legions levy    through the lands of Earth,

fay or mortal,    from the Forest’s margin

to the Isle of Avalon,    armies countless,

never and nowhere    knights more puissant,

205

nobler chivalry    of renown fairer,

mightier manhood    under moon or sun

shall be gathered again    till graves open.

Here free unfaded    is the flower of time

that men shall remember    through the mist of years

210

as a golden summer    in the grey winter.

And Gawain hast thou.    May God keep us

in hope allied,    heart united,

as the kindred blood    in our bodies courseth,

Arthur and Gawain!    Evil greater

215

hath fled aforetime    that we faced together.

Now in haste is hope!    While hate lingers,

and uncertain counsel    secret ponders,

as wroth as wind    let us ride westward,

and sail over sea    with sudden vengeance!‹

220

I

Wie Arthur und Gawain in den Krieg zogen und in den Osten ritten.

Arthur eiferte    ostwärts, gerüstet

zum Waffengang    in den wilden Landen,

mit Macht übers Meer    in die Marken der Sachsen,

das römische Reich    vor Zerrüttung zu schützen.

Den Zug der Zeit also    zornig zu wenden

5

hieß ihn die Hoffnung,    dass die Heiden nicht mehr

mit schrecklichen Schiffen    an schimmernden Küsten

und auf seichter See    im Süden Britanniens

bübisch brandschatzend    Beute suchten.

Wie wenn abnimmt die Erde    nach dem Ende des Sommers

10

und die Sonne sinkt    aus dem Sichtkreis alsbald

unter düsteren Dunst,    so dass dürstet den Mann

nach Wirken und Wandern,    da warm von den Strahlen

das Blut ihm noch fließt,    so brannte ihm die Seele,

war sie reich auch an Ruhm,    im Ringen mit dem Schicksal

15

mit Mut und Macht    den mannhaften Willen

in wagender Wägung    zu bewähren letztmals.

Schlimmgewirkt stieß ihn    das Schicksal voran,

und mannesfest meinte    Mordred aus Bosheit,

der Wehrkrieg sei weise    und Warten töricht.

20

»Zertretet ihre Tempel,    vertilgt ihre Festen,

verheert ihre Häfen,    den Hort ihrer Inseln,

die gerüsteten Rotten    und römischer Herrschaft

hartnäckig trotzen,    zum Himmel lasst rauchen

in rächenden Bränden!    Rauh ist Eure Hand,

25

das Glück ist Euch günstig – geht hin und siegt!

Und dem Rund Eures Reichs,    dem gerühmten Britannien,

dem halte ich Harm fern,    bis heim Ihr kehrt.

Stets trug ich Euch Treue.    Wer traut aber sich,

hier Streit anzustacheln,    Sturm auf die Mauern

30

dieser edlen Insel,    da Arthur noch lebt,

wenn im eigenen Wald    der Wolf im Osten

zuletzt belagert    ums Leben muss kämpfen?«

Mut fassten die Männer,    als Mordred so sprach,

nicht Arglist, nicht Untreue    ahnte Gawain

35

in Rede und Rat;    ihn reizte der Kampf,

denn Schlendertum schien ihm    schuld dran zu sein,

dass die Tafelrunde    sich trennte und brach.

Ostwärts zog Arthur    also gerüstet,

in den wilden Weiten    erwachte der Krieg.

40

Der heidnischen Herrscher    Hallen und Tempel

erstürmt’ seine Streitmacht    im stolzen Marsch

von der Mündung des Rheins    durch mancherlei Reiche.

Lancelot verlor er,    Lionel und Ector,

Bors und Blamore    blieben fern.

45

Doch hohe Herren    hielten zu ihm:

Bedivere und Baldwin,    Brian von Irland,

Marrac und Meneduc,    mächtige Burgherren,

Errac, auch Iwain    aus Uriens Stamm,

des Königs in Reged,    Cedivor der Starke

50

und Cador der Kecke,    der Königin verwandt.

Der Größte war Gawain,    dessen Glanz heller schien,

je finsterer die Fehde,    furchtlos und treu,

immer wieder bewiesen    als wackerster Ritter,

Stütze und Stab    einer sterbenden Welt.

55

Wie im letzten Ausfall    aus belagerter Stadt,

so führte sie Gawain.    Fanfarenhell

scholl seine Stimme    im Sturmbann Arthurs.

Wie ein brünstiger Brand    blitzte sein Schwert,

an vorderster Front    feurig geschwungen.

60

Feinde vor ihnen,    Flammen hinter ihnen,

so ritten die Recken    rastlos nach Osten,

und angstvoll flohen alle    wie vorm Antlitz Gottes,

bis verödet die Erde    und kein Auge sie sah

und kein Ohr sie hörte    in den endlosen Hügeln

65

außer reißendem Raubtier    und ruchlosem Vogel,

den Bewohnern der Wildnis.    Unter Waldgebirgsschatten

rückten sie vor    an den Rand des Myrkwid:

Heide lag hinter ihnen,    Höhen vor ihnen,

weit, unüberwunden    lag der Wald im Nebel

70

auf den hauslosen Hügeln,    die höher stets wurden.

Die tiefen Täler    waren trostlos und dunkel,

und wuchtig überwölbten    gewaltige Bäume

mit drückend dräuendem    Drängen die Flüsse,

die aus ewigem Eis    ins Unterland strömten.

75

In kalten Klüften    krächzenden Raben

kreischten Antwort    kreisende Adler,

Wölfe heulten    am Waldessaum.

Der wintrige Wind    wehte schneidend

immer stärker und strenger    vom starrenden Wald.

80

Das Laub rauschte laut,    ein Landregen fiel,

und Sturmwolken schluckten    schlagartig die Sonne.

Der endlose Osten    brach aufgestört los,

entbrochen dem Bann    unter Bergen des Grolls

dröhnte drohend    der Donner zu Häupten.

85

In windigen Wolken    gewahrten sie zweifelnd,

grau und gräulich,    grausame Krieger,

schrecklich zu schauen,    schattenbehelmt,

hoch am Himmel    hetzen zum Kampf.

Stark ward der Sturm.    Von den Stangen gerissen

90

flogen die Fahnen.    In Finster gehüllt

warfen nicht Wehr    noch Waffen aus Stahl,

Gold oder Silber    ein Glanzlicht zurück,

da im Schummer sich scharten    schemenhafte Feinde

mit grässlichem Gellen.    Gawain erhob

95

hell wie ein Horn    über heulendem Wind

und dröhnendem Donner    durchdringend die Stimme,

dass sie klang in den Klüften:    »Zum Kampf reitet hin,

ihr zerstörenden Streiter,    streuet den Hass!

Wir fürchten nicht Feinde    noch finstere Schatten

100

der Spukgespenster    spuckenden Berge!

Horcht her, ihr Hügel    und hohen Wälder,

ihr argen Throne    uralter Götter,

hoffnungs- und heillos,    horcht her und zittert!

Von Westen kommt Krieg,    den Wind nicht abschreckt,

105

Gewalt und Wille,    die Gewölk nicht aufhält:

Der Herr der Heere,    der Helle im Dunkel,

Arthur zieht ostwärts!«    Echos erwachten.

Der Wind wurde weich.    Die Wände der Felsen

antworteten »Arthur«.    

110

                                         Der Abend kam,

und träge trieb    ein trüber Mond

durch die fliegenden Fetzen    am fernen Himmel,

wo Sturmesströme    die Sterne durchrauschten.

Feuer flackerten,    Fähnchen aus Gold,

unter gräulichen Gipfeln.    In der großen Dämmerung

115

standen gespenstisch    schimmernd am Boden

wie Elbengewächse    im ältlichen Herbstgras,

vor Blicken verborgen    in gebirgiger Senke,

die Zelte Arthurs.    

                                  Die Zeit kroch dahin.

Mit düsterem Dämmer    dräute der Tag

120

über bleichen Bergen    bar jeder Sonne.

Der Wind erstarb    in der weinenden Luft.

Totenstille.    Aus tiefen Schluchten

schwebten und schweiften    Schleier empor,

diesige Dünste,    dumpfig und formlos,

125

verhüllten die Hügel    unterm Himmelsgrau,

die Senken versanken    in Seen ohne Grund.

Verrenkte Arme    entreckend dem Nebel

wie Wüchse im Wasser,    das wellenlos ruht,

schreckten Bäume    erschöpfte Männer.

130

Ans Herz ging die Kälte    den Kriegern im Lager

am Grunde der Berge    an der Grenze des Myrkwid.

Sie gewahrten den Wald    auch umwallt von Nebel.

Ihre Feuer verfielen.    Furcht fasste die Seelen,

da schweigend im Schatten    ihres Schicksals sie harrten,

135

nicht wissend welches,    wachsam und bang.

Vor Anbruch des Abends,    einsam und fern,

hörten ein Horn sie    in den Hügeln säuseln,

verlassen und leise,    wie verlorene Stimmen

auf nächtlichem Meer.    Näher erscholl es.

140

Jetzt hörten sie Hufschlag,    ein helles Wiehern,

Rufe von Reitern.    Was rief, war das Schicksal.

Windschnell von Westen    kam wichtige Kunde

von meutrischem Marsch    auf die Mauern Britanniens.

Gekommen war Cradoc:    Den König zu finden

145

verfolgt’ dessen Pfad er    auf gefährlichen Wegen

und ritt durch die Reiche    von des Rheins Mündung an

stählern entschlossen.    Ihn schreckte nicht Nebel

noch Sturm oder Schatten,    so starkherzig war er.

Hager und hungrig    hielt er sein Pferd,

150

die böse Botschaft    brachte er Arthur:

»Zu lange, mein Lehnsherr,    das Land Euch entbehrt!

Euren Angriff im Osten    auf die argen Völker

haben hundert Heerführer    in der Heimat genutzt,

in bergenden Häfen    der verborgenen Inseln

155

ihre Wellenrosse    wehrhaft zu rüsten.

Über finstere Fluten    fahren die Drachen,

Schilde schimmern    an schutzlosen Küsten,

und feindliche Fahnen    flattern zu Trompeten.

Wild wehen in Britannien    die Winde des Kriegs!

160

York ist belagert,    Lincoln gefallen,

die Küste brennt kläglich    bis Kent hinunter.

Von Häschern gehetzt    auf Heide und Meer

entkam ich den Klauen    mit knapper Not,

Euch Meldung zu machen.    Mordred verrät Euch!

165

Dem Treulosen traut nicht!    Er tat sich zusammen

mit feindlichen Fürsten    aus dem fernen Lochlan,

in Almain und Angeln    erobert er Helfer,

um mit heilloser Hand    zu halten die Krone

und das Reich zu regieren.    Reitet stracks westwärts!«

170

Eine Weile saß weiß    vor Wut Arthur da,

sprachlos und starr.    Das Schicksal hatte sich

wider ihn gewendet.    Gewonnen hatte er

zwanzig Schlachten,    geschlagen die Feinde,

in den Staub gestreckt    Stammführer der Heiden.

175

Von der Höhe der Hoffnung    jetzt häuptlings stürzend

schwante ihm schwer    sein Scheitern zuletzt.

Er ahnte das Ende    der alten Welt

und die Wende der Zeit    wider sein Haus.

Da rief er rasch,    sich Rat zu holen,

180

Gawain herbei.    Mit grimmigen Worten

die böse Botschaft    überbrachte er ihm.

»Jetzt lechz’ und verlange    nach Lancelot ich,

da am meisten wir missen    die mächtigen Schwerter

von Bans Geschlecht.    Am besten dünkt mich,

185

sie rasch zu rufen    zum rüstigen Dienst

am Herrn von einst.    Dem heillosen Verrat

mit starker Streitmacht    müssen stolz wir begegnen

und aufbieten alles    zum Umsturz Mordreds.«

Gawain entgegnete    mit großem Ernst:

190

»Am besten dünkt mich,    dass Bans Geschlecht

in Benwick bleibt    und den bösen Verrat

nicht fürderhin fördert – doch ich fürchte das Schlimmste:

Wer Freund ist, findet sich,    wenn der Feind Euch trifft.

Ist treu sein Trachten,    so trete Lancelot

195

ungerufen und reuig,    gereinigt von Stolz,

in drohender Not    in den Dienst seines Königs!

Doch mit wenigen Wackren    wag ich mich lieber

aufs Feld der Gefahr,    als mit befleckten Schilden

und schwankenden Schwertern    schlechter Vasallen

200

unsere Masse zu mehren.    Mehr sind nicht nötig!

Mögt Ihr leiten Legionen    aus den Landen der Welt,

Menschen oder Elben,    von Myrkwids Grenze

bis zur Insel Avalon,    ungeheure Heere,

niemals und nirgends    bis zum neuen Erstehen

205

werdet stärkere Streiter    Ihr scharen um Euch,

berühmtere Ritter    von reinerem Adel,

mächtigere Mannen,    unter Mond oder Sonne.

Hier blüht unverblasst    die Blüte der Zeit,

derer gedenken man wird    durch den Dunst der Jahre

210

als goldenen Sommers    im grauen Winter.

Dazu habt Ihr Gawain.    Gebe Gott, wir bleiben

in Hoffnung verbündet,    im Herzen vereint,

Arthur und Gawain,    da gleiches Blut

unsere Adern durcheilt!    Ärgere Not schon,

215

gemeinsam gemeistert,    musste uns weichen.

Hurtig sein hilft!    Da der Hass erst noch schwelt

und ratlos die Rater    vor Rätseln stehen,

lasst wild wie der Wind    uns westwärts reiten,

die See übersegeln    und säen Vergeltung!«

220

II

How the Frisian ship brought news, and Mordred gathered his host and went to Camelot seeking the queen.

Dark wind came driving    over deep water,

from the South sweeping    surf upon the beaches,

a roaring sea    rolling endless

huge hoarcrested    hills of thunder.

The world darkened.    Wan rode the moon

5

through stormy clouds    streaming northward.

From France came flying    a fleet vessel

dark and dragon-prowed,    dreadly carven,

sable-shrouded,    on the sea leaping,

by the waves hunted    as a wild creature

10

among hungry hounds.    The horns of the wind

were its mort blowing.    Men were calling,

to their gods crying    with grim voices,

as it rode to wreck    with riven timbers

in the mouths of the sea.    The moon glittered

15

in the glaring eyes    upon their grey faces

death outstaring.    Doom o’ercame them.

Mordred was waking.    His mind wandered

in dark counsels    deep and secret.

From a window looked he    in western tower:

20

drear and doubtful    day was breaking,

grey light glimmered    behind gates of cloud.

About the walls of stone    wind was flowing;

sea sighed below,    surging, grinding.

He heard nor heeded:    his heart returned

25

to its long thraldom    lust-tormented,

to Guinever the golden    with gleaming limbs,

as fair and fell    as fay-woman

in the world walking    for the woe of men

no tear shedding.    Towers might he conquer,

30

and thrones o’erthrow    yet the thought quench not.

In her blissful bower    on bed of silver

softly slept she    on silken pillows

with long hair loosened,    lightly breathing,

in fragrant dreams    fearless wandering,

35

of pity and repentance    no pain feeling,

in the courts of Camelot    queen and peerless,

queen unguarded.    Cold blew the wind.

His bed was barren;    there black phantoms

of desire unsated    and savage fury

40

in his brain had brooded    till bleak morning.

A stair he mounted    steeply winding

to walls embattled    well-wrought of stone.

O’er the weeping world    waking coldly

he leant and laughed,    lean and tearless.

45

Cocks were crowing.    Clamour rose at gate.

Servants sought him    soft-foot running

through hall and bower    hunting swiftly.

His eager squire    Ivor hailed him

by the dungeon-stair    at the door standing:

50

›Lord! Come below!    Why alone walk ye?

Tidings await you!    Time is spared us

too short for shrift.    A ship is landed!‹

Mordred came then;    and men trembled

at his dark visage    drenched with water;

55

wind-tossed his hair,    and his words grated:

›Do ye ransack with rabble    this royal castle,

Because a ship from storm    to shore flieth?‹

Ivor him answered:    ›On your errand hasting

the Frisian captain    from France cometh

60

on wings of wind,    his word keeping,

fate defying.    Fate hath conquered.

His ship is broken    on the shore lying;

at the door of death    he doomed lingers.

All else are dead.‹    At early day

65

the red rover    the rings of gold

repayed to his patron,    ere he passed to hell;

shrift he sought not,    nor shaven priest,

his latest words    to his lord speaking:

›Cradoc the accurséd    to the king flying

70

through thy net slipping    news untimely

east to Almain    ere the hour was ripe

hath brought from Britain.    Bare is thy counsel;

in Arthur’s ears    all is rumoured

of thy deeds and purpose.    Dark his anger.

75

He hastens home, and his    host summons,

from the Roman marches    riding as tempest.

Nine thousand knights    draw near the sea;

on northern waves    his navy lies,

Whitesand with boats,    wherries and barges

80

shipwrights’ hammers,    shouting seamen,

ringing armour,    riders hasting,

is loud and thronging.    Look ye to it!

Shining on bulwarks    shields are hanging

blazoned in blood-red    foreboding war.

85

On the waves they wait    and the wind’s fury;

lean hounds at leash    longships are tugging

on heaving hawsers.    Haste now eastward!‹

Radbod the Red,    rover fearless,

heathen-hearted    to hate faithful,

90

died as his doom was.    Dark was the morning.

To sea they cast him,    of his soul recked not

that walks in the waters,    wandering homeless.

Wild rode the wind    through the West country.

Banners were blowing,    black was the raven

95

they bore as blazon.    Blaring of trumpets,

neighing of horses,    gnashing of armour,

in the hoar hollows    of the hills echoed.

Mordred was marching;    messengers speeding

northward and eastward    the news bearing

100

through the land of Logres.    Lords and chieftains

to his side he summoned    swift to hasten

their tryst keeping,    true to Mordred,

faithful in falsehood,    foes of Arthur,

lovers of treason,    lightly purchased

105

followers of fortune,    and freebooters

of Erin and Alban    and East-Sassoin,

of Almain and Angel    and the isles of mist;

the crows of the coast    and the cold marshes.

He came to Camelot,    the queen seeking.

110

Fiercely heard she    his feet hasten

with striding steps    the stair climbing.

To her bower came he.    With burning eyes

by the door he stood    darkly gazing.

She sat silent    no sign giving

115

at the wide window.    Wan gleamed the day

in her bright tresses    bleakly golden.