Kraftrituale in der Natur - Volker Peters - E-Book

Kraftrituale in der Natur E-Book

Volker Peters

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Beschreibung

Sich erden, das innere Feuer neu entfachen oder einfach pure Lebensfreude zum Ausdruck bringen: Kraftrituale machen es möglich. Ob im Wald, im Stadtpark oder am Strand – in der Natur finden wir zurück zu unserem Ursprung und damit zu uns selbst. Unter freiem Himmel erweitern wir unser Sichtfeld, sind offener für neue Impulse und kommen mit Leichtigkeit und Freude zu häufig unerwarteten Antworten und Lösungen. Der Naturcoach Volker Peters begleitet Sie hinaus in die Natur und führt mit seinem Fachwissen, praktischen Tipps und einer Prise Humor durch die verschiedenen Kraftrituale. So erhalten Sie neben den Ritualen informatives Naturwissen, Impulse und Anregungen für ganz individuelle Kraftrituale.

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Seitenzahl: 155

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Die Ratschläge in diesem Buch sind sorgfältig erwogen und geprüft. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für kompetenten medizinischen Rat. Alle Angaben in diesem Buch erfolgen daher ohne Gewährleistung oder Garantie seitens des Autors oder des Verlages. Eine Haftung des Autors bzw. des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

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ISBN 978-3-8434-6394-2

Volker Peters:

Kraftrituale in der Natur

Veränderungen meistern, Krisen bewältigen, Erfolge feiern

© 2017 Schirner Verlag, Darmstadt

Umschlag: Silja Bernspitz, Schirner,

unter Verwendung von # 116574568 (© isak55), # 412683316 (© Bogdan Sonjachnyj), # 301719671 (© Libellule), # 486715579 (© muratart) und # 197236121 (© schankz), www.shutterstock.com

Print-Layout: Silja Bernspitz, Schirner

Lektorat: Karin Garthaus, Schirner

E-Book-Layout: Alina Machka & Rudolf Scholz, Schirner

Gesetzt aus der Arimo (© Ascenderfonts.com)

unter der Apache-Lizenz 2.0: www.apache.org/licenses/LICENSE-2.0

E-Book-Erstellung: Datagrafix GmbH, Berlin

www.schirner.com

1. E-Book-Auflage 2018

Über den Autor

Volker Peters ist seit seiner Jugend in der Wildnis Skandinaviens zu Hause und entdeckte früh seine Leidenschaft für die spirituelle und geistige Seite des Naturerlebens. Er schloss seine Ausbildung zum Visionssucheleiter und Wildnisführer an der »School of Lost Borders« in den USA 2010 bei Meredith Little erfolgreich ab.

Der Autor lebt und arbeitet in Freiburg im Breisgau. Seine PHÖNIXWEG-Seminare und Ausbildungen rund um Naturrituale und Naturcoaching ziehen Menschen aus ganz Deutschland in den Schwarzwald.

Mehr Informationen über Volker Peters finden Sie auf seiner Homepage:

www.phoenixweg.de

Inhalt

Über den Autor

Vorwort

Sicherheit & Naturschutz

Was Sie für Ihr Ritual beachten sollten

Naturrituale

Einführung

Die Vorbereitung

eines Rituals

Das Ritual

und seine Schwellen

Die Nachbereitung

eines Rituals

Hilfreiche Techniken für die Ritualarbeit

Fuchsgang & Eulenblick

Die 12 Rituale

Die Medizinwanderung

Antworten in der Natur erhalten

Das innere Feuer

Ein Feuerritual

Die Kraft der Symbole

Naturritual zum Wünschen

Lebensfreude

Ein Wasserritual

Stein & Feder

Ein Ritual zum Loslassen

Der Bestimmungskreis

Frieden mit sich selbst schließen

Vertrauen

Ein Luftritual

Die Sterbehütte

Frieden mit seinen äußeren Beziehungen schließen

Schattenarbeit

Versöhnung mit dem Inneren Kind

Verwurzeln

Ein Erdritual

Erfolge feiern

Kraftort

Ein alltägliches Ritual

Selbst kreierte Rituale

Sie sind am Zug

Nachwort

Bildnachweis

Und meine Seele spannte

Weit ihre Flügel aus,

Flog durch die stillen Lande,

Als flöge sie nach Haus.

(aus Joseph von Eichendorffs

»Mondnacht«)

Für Tanja

Vorwort

Die in diesem Buch vorgestellten Kraftrituale in der Natur habe ich in vielen Jahren meiner praktischen Seminar- und Ausbildungstätigkeit als Naturcoach entwickelt.

Wenn man viel Zeit in der Natur verbringt und sich auf das Abenteuer Wildnis einlässt, dann schafft das Leben einen ganz eigenen Rhythmus. Man versteht, dass sich vieles in der Natur in Zyklen bewegt, von denen der Ablauf der Jahreszeiten oder der Kreislauf von Leben und Tod nur die offensichtlichsten sind. Nichts bleibt gleich, alles verändert sich, ganz egal, ob man sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt oder das Neue freudig willkommen heißt. Dieses Buch soll eine Hilfe für all jene sein, die sich auf Veränderungen in ihrem Leben einlassen und diese aktiv gestalten möchten.

Alles hat einen Anfang, aber manchmal liegt dieser so weit in der Vergangenheit, dass die Ursprünge in Vergessenheit geraten sind. Das trifft auch auf die meisten der Naturrituale zu, die ich in diesem Buch beschreibe, da sie ihren Ursprung, ihre Wurzeln, in alten indigenen Kulturen haben. Trotzdem ist es mir wichtig, so weit wie möglich die Quellen und Inspirationen, also auch meine Lehrer, für die im Folgenden dargestellten Naturrituale zu benennen:

Viele Rituale wie die Medizinwanderung, die Sterbehütte und der Bestimmungskreis gehen auf ursprüngliches indigenes Wissen zurück, z. B. der Paiute- und Cheyenne-Indianer Nordamerikas. Ein Teil dieses Wissens wurde vom Halbindianer Hyemeyohsts Storm, der Anthropologin Virginia Hine und Grandpa Raymond, einem Paiute-Ältesten, an Steven Foster und Meredith Little weitergegeben, die in den 1970er-Jahren u. a. Visionssuchen für Jugendliche entwickelten. Steven und Meredith haben ihr Wildnis- und Ritualwissen auch aus anderen Quellen bezogen. Ich selbst habe u.a. von Meredith Little und Dr. Scott Eberle in den USA gelernt. Edith Oepen, eine langjährige Wegbegleiterin, Freundin und geschätzte Kollegin, hat dieses Buch mit ihrem Wissen und ihren Kommentaren bereichert.

Weitere in diesem Buch vorgestellte Rituale haben ihren Ursprung ebenfalls in Nordamerika, jedoch aus einer Richtung, die mit der von Steven Foster und Meredith Little wenig zu tun hat. Sie orientieren sich an den Lehren von Tom Brown Jr., der nach eigener Aussage vom Apachen »Stalking Wolf« in verschiedenen Wildnistechniken und -praktiken unterrichtet wurde. Anschließend gründete er in den USA eine Wildnisschule, die gegen Ende des letzten Jahrhunderts ihre ersten Ableger in Deutschland fand. Meine Erfahrungen habe ich u. a. bei Gero Wever in der »Natur- und Wildnisschule Teutoburger Wald« gemacht. Das Naturritual »Kraftort« sowie die Technik »Fuchsgang & Eulenblick« gehen auf diese Quelle zurück. Beim Naturritual »Wünschen« habe ich mich von Jan Fries inspirieren lassen.

Ich möchte in diesem Vorwort auch darauf hinweisen, dass nicht wenige Ureinwohner Nordamerikas (»Indianer«) die Übernahme ihres spirituellen Wissens und ihrer spirituellen Praktiken als weitere Ausbeutung durch den »weißen Mann« begreifen, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Gleichwohl wurde das in diesem Buch verarbeitete Wissen nicht geraubt, sondern freiwillig und wohlwollend von Indianern gelehrt. Außerdem haben sich gerade Steven Foster und Meredith Little darum bemüht, sich bei ihrer Arbeit auf den Kern, die »bare bones« der Rituale, zu konzentrieren, um sie damit für uns »Westler« zugänglicher zu machen. Letztendlich bin ich fest davon überzeugt, dass unsere eigenen Vorfahren, ob Germanen oder Kelten, die gleichen Grundelemente der hier vorgestellten Naturrituale gekannt und praktiziert haben, da es dabei immer um den Umgang mit Lebensübergängen geht. Dieser Umgang mit Lebensübergängen, z. B. in Form von Initiationsritualen, ist bei den verschiedenen indigenen Kulturen weltweit erwartungsgemäß vielfältig. Es ist jedoch erstaunlich, wie sehr sich die grundsätzlichen Elemente, auf die ich in der Einführung näher eingehen werde, ähneln.

Sicherheit & Naturschutz

Was Sie für Ihr Ritual beachten sollten

Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass Sie die in diesem Buch beschriebenen Naturrituale durchführen können, ohne sich dabei in Gefahr zu begeben. Das ist gerade in Deutschland gar nicht so schwer, wenn man einige grundlegende Punkte beachtet. Gleichwohl möchte ich betonen, dass dieses Kapitel keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und dass Sie natürlich selbst für Ihre Planung und die Einschätzung Ihrer physischen sowie psychischen Kondition verantwortlich sind.

Was auf psychischer Ebene zu beachten ist

Ich behandle gleich zu Anfang dieses Kapitels dieses Thema, weil mir folgende Botschaft besonders wichtig ist: Naturrituale haben einen Einfluss auf unser Leben. Sie sind kein Hokuspokus oder esoterischer Zeitvertreib, sondern wirken auf unsere Psyche und unser Unterbewusstsein. Manche Naturrituale wie »Verwurzeln« oder »Kraftort« kann man immer zur Stärkung der eigenen Psyche durchführen, andere Naturrituale, z. B. »Die Sterbehütte« oder »Der Bestimmungskreis«, können uns mit altem Schmerz und Traumata in Kontakt bringen.

Gehen Sie deshalb selbstverantwortlich und ehrlich mit der Frage um, welches Naturritual Sie sich jetzt in Ihrem Leben zutrauen. In diesem Sinn gilt für Naturrituale das Gleiche wie für Meditationen: Sie können sehr heilsam sein, man sollte jedoch gerade dann, wenn man psychisch instabil ist, vorsichtig sein. Ist man depressiv, leidet man an einem Burn-out oder an einer anderen psychischen Erkrankung, sollte man sich nur nach vorheriger Absprache mit einem Psychiater/Psychotherapeuten oder Neurologen auf Naturrituale einlassen. Natürlich kann man sich auch in Lebenskrisen mit Naturritualen befassen, denn gerade in solchen Phasen sucht man ja nach neuen Lebenswegen und Veränderungen.

Falls Sie das Gefühl haben, kurz vor einer Erschöpfungsdepression oder einem Burn-out zu stehen, dann empfehle ich Ihnen, erst einmal stärkende und kräftigende Naturrituale durchzuführen, bevor Sie sich Naturritualen zuwenden, die dabei helfen können, eine Krise ursächlich zu überwinden. Denn für Veränderungen muss man zuerst immer Energie investieren!

Es ist völlig normal, dass man nach einem intensiven Naturritual stark emotional ist, egal, ob euphorisch oder tieftraurig (oder beides im Wechsel). Deshalb betone ich in der Beschreibung von vielen Naturritualen, dass man im Anschluss achtsam und sanft zu sich selbst sein sollte sowie sich etwas Gutes gönnen und wertschätzen sollte, dass man etwas für sich getan und geleistet hat.

Was auf physischer Ebene zu beachten ist

Denken Sie daran, für die Durchführung Ihrer Naturrituale immer genug Wasser (mindestens einen Liter, an warmen Tagen auch mehr), wärmende Kleidung und Regenschutz mitzunehmen. Auf diese Art und Weise begegnen Sie den vielleicht größten Gefahren: Dehydrierung und Auskühlung.

Behalten Sie die Orientierung!

Da ich der Meinung bin, dass viele Rituale, z. B. die Medizinwanderung, sehr davon bereichert werden, dass man sich die Freiheit nimmt, auch einmal querfeldein zu gehen und sich treiben zu lassen, ist die Orientierung ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Kapitel. Kennen Sie Ihr Gelände gut, müssen Sie sich nicht großartig vorbereiten. Begeben Sie sich in ein unbekanntes oder weitläufiges (Wald-)Gebiet, dann empfehle ich, vorab eine topografische Karte zu studieren, um zu wissen, wodurch Ihr Gebiet in allen Himmelsrichtungen begrenzt ist und in welche Richtung immer eine sichere Rückkehr möglich ist. Machen Sie sich mit dem Gebiet vertraut: Gibt es Anhöhen und steile Hänge? Siedlungen und Äcker? Flüsse und Bäche? Straßen und Wege? Wenn Sie sich im Wald verlaufen, ist es durchaus möglich, dass Sie auf der Karte nicht erkennen, wo Sie sich gerade befinden, egal, wie intensiv Sie diese studieren. Sie sollten aber in der Lage sein, das Gebiet, in dem Sie sich befinden, einzugrenzen, und die Karte sollte Ihnen dabei helfen, die bestmögliche Richtung herauszufinden, um das Gebiet zu verlassen.

Dazu ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem ausgedehnten Waldgebiet unterwegs. Es ist ein bewölkter Tag, sodass Sie sich nicht anhand der Sonne orientieren können. Vielleicht kennen Sie Teile dieses Waldes schon von Spaziergängen und sind guter Dinge, sich nicht zu verirren. Für Ihr Naturritual lassen Sie sich darauf ein, dahin zu gehen, wohin Sie Ihre Intuition zieht, also abseits der Wege. Es geht rauf und runter im Wald, vielleicht auch einmal über einen Bach. Sie genießen die Zeit, wissen aber nach ein bis zwei Stunden nicht mehr, wo Sie sich befinden. Vielleicht setzt zuerst ein mulmiges Gefühl ein, und wenn Sie nicht innerhalb von einer halben Stunde einen Weg gefunden haben, den Sie kennen, sogar Panik.

Das ist auch schon mein erster Punkt: keine Panik! Sich zu verlaufen ist grundsätzlich nicht schlimm. Was Sie in einer solchen Situation benötigen, sind eine topografische Karte und ein Kompass.

In diesem Beispiel stellen Sie vielleicht fest, dass Ihr Waldgebiet im Osten durch eine Bundesstraße begrenzt wird, die von Nord nach Süd verläuft. Diese Straße können Sie gar nicht verpassen, wenn Sie nach Osten gehen. Oder im Norden schließt sich an das Waldgebiet eine Region mit Äckern und kleinen Siedlungen an. Achten Sie aber auch darauf, dass Sie in Ihre gewünschte Richtung gehen können, ohne dabei Flüsse überwinden oder steiles Gelände hinauf- oder hinabwandern zu müssen. Letzteres erkennt man auf der Karte daran, wie dicht die Höhenlinien beieinanderliegen: je dichter, desto steiler. Zuletzt sollte man natürlich auch die Entfernungen beachten: Im Wald kann sich die Geschwindigkeit auf 1 km/h verringern, im Gebirge kann sie sogar noch deutlich darunterliegen.

Den Kompass brauchen Sie, um in eine bestimmte Richtung gehen zu können. Machen Sie sich deshalb zuvor mit seiner Handhabung vertraut. Das kann ein ganz einfacher Kompass für zehn Euro sein. Es reicht, wenn er die Himmelsrichtungen fehlerlos anzeigt und Sie wissen, wohin die Nadel zeigt. Lassen Sie sich gegebenenfalls die Handhabung vom Fachverkäufer erklären. In Deutschland gibt es nur wenige Gebiete, in denen man stundenlang in eine Richtung laufen kann, ohne auf Wege oder Straßen zu treffen. Schauen Sie nicht ständig auf den Kompass, sondern suchen Sie sich von Ihrem Standort aus mit seiner Hilfe ein erstes Ziel in Ihrer Richtung, z. B. einen Baum, gehen Sie dann zu diesem Ziel, und wiederholen Sie diesen Ablauf.

Unterschätzen Sie Ihr Gelände nicht, machen Sie sich aber vorab auch nicht verrückt. Ich empfehle, sich langsam mit dem Thema »Orientierung« vertraut zu machen und die Entfernung zu bekannten Wegen Schritt für Schritt auszuweiten. So können Sie auf Ihrer ersten Medizinwanderung vielleicht den Weg verlassen, aber schon nach einer viertel oder halben Stunde überprüfen, ob Sie noch wissen, wo Sie sind, und gegebenenfalls zum nächstgelegenen Weg zurückkehren.

Wenn ich allein in entlegeneren Regionen unterwegs bin, nehme ich immer ein abgeschaltetes Mobiltelefon mit und informiere jemanden vorab über den ungefähren Verlauf meiner Route. Man kann immer einmal umknicken und Hilfe benötigen, und dann kann es schon ungünstig sein, wenn man einen Kilometer vom nächsten Weg entfernt ist.

Viele Wälder in Deutschland sind so zahlreich von Wegen durchzogen, dass man schnell wieder auf einen Weg trifft, solange man nicht im Kreis geht. Auch dafür ist ein Kompass gut. Ich habe außerdem immer eine Signalpfeife an einer Schnur um den Hals dabei.

Vorsicht vor wilden Tieren

Das gefährlichste »Raubtier« in unseren Wäldern ist: die Zecke. Nun lachen Sie vielleicht, aber ich meine das völlig ernst. Zecken können u. a. die Erreger für Borreliose und Enzephalitis (Gehirnhautentzündung) übertragen. Tragen Sie deshalb lange Hosen, und kontrollieren Sie zwischendurch immer wieder einmal, ob etwas an Ihrem Hosenbein hochkrabbelt, gerade wenn Sie hohes Gras oder Farne durchquert haben. Am Abend sollten Sie sich einer Ganzkörperuntersuchung vor dem Spiegel unterziehen und dabei nach verdächtigen dunklen Punkten mit einer kleinen roten Umrandung Ausschau halten. Zecken können winzig sein und setzen sich gern an besonders weichen Hautpartien fest: an den Kniekehlen, am Gesäß, auf den Oberschenkeln, im Intimbereich, unter den Achseln und zwischen den Zehen. In der Apotheke können Sie für wenig Geld eine Zeckenzange erwerben. Eine Borrelioseinfektion können Sie meistens dadurch vermeiden, dass Sie die Zecke innerhalb der ersten zwölf Stunden nach dem Biss entfernen, ohne sie dabei zu quetschen. Je schneller die Zecke entfernt wird, desto niedriger ist das Risiko, an Borreliose zu erkranken. Achten Sie nach einem Zeckenbiss auf Hautrötungen und grippeähnliche Symptome. Falls diese innerhalb von ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten, gehen Sie sofort zu einem Arzt.

In den deutschen Wäldern gibt es wenige große Raubtiere wie Wölfe und gar keine Bären. Wölfe sind scheu und stellen für erwachsene Menschen keine Bedrohung dar.

Am ehesten muss man sich noch vor Wildschweinen in Acht nehmen, vor allem, wenn diese Junge haben. Und falls es doch zu einer Begegnung kommt: Ziehen Sie sich langsam zurück, und machen Sie keinen Lärm. Aber auch Wildschweine trifft man im Forstwald tagsüber sehr selten an.

Begegnung mit Fremden

Viele Frauen haben Angst vor fremden Männern, wenn sie allein im Wald unterwegs sind. Die Polizei rät davon ab, sich z. B. mit Pfefferspray zu bewaffnen, weil man dadurch eher sich selbst als einen möglichen Angreifer gefährdet.

Sie sollten im Hinterkopf behalten, dass im Herbst und Spätsommer viele Pilze- und Beerensammler auch abseits der Wege unterwegs sind. Wenn Sie eine gute Freundin (oder einen guten Freund) haben, die auch an Naturritualen interessiert ist, können Sie sich vielleicht verabreden. Dabei geht es weniger um die tatsächliche Gefahr, die ich als gering einschätze, sondern eher darum, dass Sie das Naturritual ja auch genießen möchten, anstatt mit einem Angstgefühl ständig auf der Hut zu sein. Die Trillerpfeife, die ich bereits zuvor erwähnt habe, kann auch hier gute Dienste leisten, um Angreifer abzuschrecken und um Hilfe zu rufen.

Vorsicht vor Gewittern und Sturm

Kündigt die Wettervorhersage ein Gewitter an, verlegen Sie das geplante Naturritual besser auf einen anderen Tag. Sollten Sie draußen von einem Gewitter überrascht werden, vermeiden Sie offene Flächen, und versuchen Sie, nicht der höchste Punkt im Gelände zu sein. Sollte das Gewitter besonders heftig sein mit Blitzeinschlägen zu allen Seiten, kauern Sie sich möglichst in eine Mulde. Halten Sie sich im Wald nicht in der Nähe des höchsten Baumes auf.

Bei Starkwind sollten Sie Waldgebiete meiden, da nicht nur Äste plötzlich abbrechen und herunterfallen können, sondern weil im Astwerk von Bäumen meistens bereits Totholz hängt, das bei stärkerem Wind zu Boden fallen kann.

Sorgen Sie für Trittsicherheit!

Festes Schuhwerk ist auch im heimischen Wald eine gute Idee. Denn in Turnschuhen können Sie im Wald schnell umknicken, weil der von Blättern bedeckte Waldboden nicht immer so eben ist, wie er scheint. Wenn Sie doch einmal umknicken, dann sollten Sie sich sofort auf den Heimweg machen, selbst wenn es nach dem ersten Schmerz nicht so schlimm zu sein scheint: Nach einer Bänderdehnung schwillt das Fußgelenk schnell an und schmerzt mit der Zeit immer mehr.

Ich rate grundsätzlich davon ab, steile Böschungen hinauf- oder hinabzuwandern, wenn man allein unterwegs ist.

Kein Alkohol, keine Drogen!

Bei Naturritualen muss man wach und achtsam sein, um mit lebendiger Wahrnehmung ganz bei sich und in der Natur sein zu können. Deshalb verzichten Sie bitte auf alles, was diese Wahrnehmung trüben könnte, also Alkohol und Drogen. Mir ist bewusst, dass in manchen schamanischen Ritualen (wie z. B. der Ayahuasca-Zeremonie im Amazonasgebiet) bewusstseinsverändernde Substanzen genommen werden; für die in diesem Buch beschriebenen Rituale wären Alkohol und Drogen kontraproduktiv oder sogar gefährlich, wenn Sie z. B. leicht alkoholisiert stolpern und sich verletzen.

Beachten Sie den Naturschutz!

Wenn Sie sich in der freien Natur, insbesondere im Wald, bewegen, müssen Sie sich an die geltenden Wald- und Naturschutzgesetze halten.

Im Regelfall darf man Forstwald auch abseits von Wegen betreten und durchqueren. Aber: Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, dass die dortige Lebensgemeinschaft und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie die Erholung anderer nicht beeinträchtigt wird. Das bedeutet u. a.:

kein Zelten und Übernachten

kein Feuermachen und kein Rauchen

keine organisierten Veranstaltungen ohne Genehmigung durch das Forstamt

kein Betreten von Waldbeständen, in denen Holz geerntet wird

kein Betreten gesperrter Waldflächen und Waldwege

kein Betreten von ganz jungen Baumbeständen und Aufforstungen

kein Betreten von forstbetrieblichen oder jagdbetrieblichen Einrichtungen

Wenn Sie regelmäßig in einem bestimmten Naturgebiet unterwegs sind, kann es ratsam sein, Kontakt mit dem Waldbesitzer und/oder dem Forstamt aufzunehmen und zu fragen, ob eine bestimmte Aktivität in einem bestimmten Waldbereich möglich ist. Bei den angedachten Ritualorten könnte es sich im Einzelfall auch um gesetzlich geschützte Waldbiotope, Schon- und Bannwälder* handeln, die Sie vor Ort nicht immer als solche erkennen. In Naturschutzgebieten gelten darüber hinaus strenges Wegegebot und Leinenzwang für Hunde.

Das klingt nach einer typisch deutschen langen Verbotsliste, ergibt jedoch Sinn und schränkt die Naturrituale in der Praxis weniger ein, als man denkt, weil Sie für die meisten Naturrituale nicht mehr brauchen als einen ruhigen und geschützten Ort abseits der Wege.