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Der Geburtshilfe-Notfall! Wenige Minuten können über ein neues Leben entscheiden! Nicht die Leitlinien, sondern Sie selbst entscheiden, was zu tun ist, denn jetzt sind Sie dran! Schlüpfen Sie in die Rolle des diensthabenden Geburtshelfers eines Perinatalzentrums. Der alltägliche Wahnsinn beginnt: Sofort werden Sie mit den häufigsten geburtshilflichen Notfällen konfrontiert. Es liegt nun an Ihnen: Welche Untersuchungen führen Sie durch? Stimmt Ihre Diagnose? Kennen Sie die wichtigsten Krankheitsbilder? Sind Sie die Person, die man sich anzutreffen wünscht? Finden Sie es heraus! Ob Hebamme, Medizinstudent oder Arzt: Das in Lehrbüchern vermittelte Wissen bildet das Fundament. Doch spätestens im ersten Dienst – in der Konfrontation mit der rauen Realität – zeigt sich, ob Sie die Theorie in die Praxis umsetzen können. Dies ist ein spielerischer Ansatz, um ernsthafte Erfahrungen im schwierigen Kreißsaal-Alltag zu sammeln.
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Seitenzahl: 282
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Kehl / Schmitz
Kreißsaal-Einsatz!
Verlag Hans Huber
Programmbereich Medizin
Sven Kehl Daniel Schmitz
Kreißsaal-Einsatz!
Ein Spielebuch für (angehende) Geburtshelfer
Anschrift der Autoren:
PD Dr. Sven Kehl
Weißenburgstr. 18
D-68199 Mannheim
Lektorat: Dr. Klaus Reinhardt
Bearbeitung: Ulrike Boos, Freiburg
Herstellung: Peter E. Wüthrich
Umschlaggestaltung: Claude Borer, Basel
Bildnachweis: Umschlagbild istockphoto
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Anregungen und Zuschriften an:
Verlag Hans Huber
Lektorat Medizin
Länggass-Strasse 76
CH-3000 Bern 9
Tel: 0041 (0)31 300 4500
Fax: 0041 (0)31 300 4593
www.verlag-hanshuber.com
1. Auflage 2012
© 2012 by Verlag Hans Huber, Hogrefe AG, Bern
(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-456-95163-8)
(E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-456-75163-4)
ISBN 978-3-456-85163-1
eBook-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheimwww.brocom.de
Inhalt
Vorwort
Einführung
Ihre Kompetenz
Abenteuerteil
Situation 1
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Situation 2
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Situation 3
Situation 4
Situation 5
Situation 6
Teil 1
Teil 2
Situation 7
Teil 1
Teil 2
Situation 8
Situation 9
Situation 11
Teil 1
Teil 2
Situation 12
Anhang
Verzeichnis ausgewählter Quellen
Über die Autoren
Für Silvia
Ich danke meinem Chef, Prof. Dr. med. Marc Sütterlin, Direktor der Universitätsfrauenklinik Mannheim, für das kritische Durchspielen der Einsätze und
Vorwort
Auf dem Friedhof wird ein Herzspezialist beerdigt. Der Sarg steht vor einem riesigen, überdimensionalen Herz. Der Pfarrer hält seine Rede. Als er fertig ist und alle Abschied genommen haben, klappt das Herz auf, der Sarg rollt hinein und das Herz klappt zu. In diesem Augenblick fängt ein Trauergast an, laut zu lachen. Sein Nachbar fragt ihn: «Um Himmels Willen! Warum lachen Sie denn?» «Verzeihung, aber ich musste an meine Beerdigung denken.» «Und was gibt es da zu lachen?» – «Ich bin Gynäkologe!»
Ja, so sind wir Gynäkologen – immer was zu lachen. Doch das ist nicht immer so. Die Ausbildung ist meist eher trocken und theorielastig. Vorlesungen, Seminare und zahlreiche Stunden über Büchern: Das Medizinstudium ist meist nicht sehr praxisnah! Dies trifft insbesondere auf die Geburtshilfe zu. Sicher, die Gründe sind nachzuvollziehen. Wer hätte schon gern eine Heerschar Studierender bei der Geburt des eigenen Nachwuchses? Dieses Problem ist schwer zu beheben. Es gibt viele Lehrbücher, doch im klinischen Alltag steht man oft vor dem Dilemma: Wie das Gelernte in die Praxis umsetzen?
Mein anästhesiologischer Kollege, Dr. Daniel Schmitz, und ich waren Referenten bei einer Fortbildungsveranstaltung für Notärzte. Hier bin ich auf sein Buch «Notarzt-Einsatz!» gestoßen und wusste sofort: Das brauchen wir für die Geburtshilfe! Die Verknüpfung theoretischen Wissens mit klinischen Situationen stellt eine besondere Herausforderung dar; oft trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Das Spielebuch ist hervorragend dafür geeignet, zu üben, das Gelernte in Alltagssituationen zu übertragen. Im Vergleich zu anderen Büchern muss der Leser am Geschehen aktiv teilnehmen und kann durch seine Handlungen die Geschichte lenken – sei es positiv oder negativ.
Dieses Buch soll die bekannten Lehrbücher ergänzen und dient dem spielerischen Training des klinischen Alltags. Es wurde für Medizinstudenten, Ärzte in der Weiterbildung, (angehende) Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und für alle sonst geburtshilflich Interessierten geschrieben.
Sie beginnen als junger Assistent Ihren ersten Dienst in der neuen Klinik. Der ganz normale Wahnsinn nimmt seinen Lauf – das Überleben beginnt. Sie müssen kritische Situationen erkennen und diese dann meistern können. Nicht vergessen: Es steht das Leben zweier auf dem Spiel! Die Situationen, mit denen Sie in Ihrem Dienst konfrontiert werden, entsprechen denen eines durchschnittlichen 24-Stundendienstes in einem Perinatalzentrum.
Sie entscheiden über Leben und Tod, über Gesund und Krank! Überlegen Sie also gut!
Nehmen Sie die Herausforderung an? Viel Erfolg!
PD Dr. Sven Kehl
Einführung
«Was sollen wir tun? Die Herztöne schmieren ab! Jetzt sag doch was?» Sie schrecken auf – und ein Glück: Nur ein Traum! Das kann doch nicht wahr sein – schon zum dritten Mal sind Sie diese Nacht aufgewacht. Warum wohl? In ein paar Stunden beginnt Ihr erster Dienst in der neuen Klinik. Ob Sie aufgeregt sind? Das wäre glatt untertrieben! Es gibt so viel, was schief gehen kann. So viele Pathologien, die schneller Entscheidungen bedürfen. Sie legen sich wieder in das nassgeschwitzte Kopfkissen und fallen in einen unruhigen Schlaf.
Ihr Dienst wird Sie mit verschiedensten Situationen konfrontieren. Das Prinzip ist ganz einfach: Sie beginnen im Abenteuerteil des Buches bei Absatz Nummer 1 mit dem Lesen. Sie müssen entscheiden, wie es weitergehen soll. Jede Entscheidung führt Sie zu einem neuen Textabschnitt – einfach der Nummer am Ende des Absatzes folgen. Sie werden so gezwungen, Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen zu tragen. Falsche Entscheidungen können Sie in ausweglose Situationen manövrieren; wenn Sie Glück haben, steht Ihnen jemand bei. Warum manche Entscheidungen richtig oder falsch sind, wird Ihnen erklärt – vielleicht in der Person eines Oberarztes oder einer rettenden Fee. Doch auf die Fee würde ich mich nicht verlassen! Die Beurteilung beruht auf den gängigen Leitlinien von nationalen oder internationalen Fachgesellschaften oder entsprechenden Literaturquellen. Natürlich kann auch an einigen Stellen die subjektive Meinung des Autors mit einfließen. Wenn Sie Kompetenzpunkte verlieren, obwohl Sie Ihrer Meinung nach korrekt entschieden haben: Nicht traurig sein – der Kreißsaal ist kein Ponyhof!
Da verschiedene Einsätze nicht immer nur nacheinander kommen, sondern auch mal ineinander greifen können, ist es sinnvoll, wenn Sie Ihren Dienst von vorne bis hinten durchspielen. Wenn Sie anschließend noch mal bestimmte Fragestellungen durcharbeiten wollen, können Sie im Inhaltsverzeichnis der angegebenen Nummer des gewünschten Startabsatzes folgen.
Das Lernziel ist nicht nur das problemlose Durchspielen; Sie sollen verstehen, warum Sie was wann machen!
Ihre Kompetenz
Jede falsche Entscheidung von Ihnen wird dazu führen, dass Ihre Kompetenz schwindet: Sie verlieren Kompetenzpunkte!
Wie viele Sie davon zu Beginn Ihres Dienstes haben, hängt davon ab, wie Sie sich selbst einschätzen. Hier eine grobe Orientierung:
Pech gehabt: Zufällig im Krankenhaus-Aufzug steckengeblieben. Trotz allem, so ein Praktikum ist doch was Tolles – und der weiße Kittel steht Ihnen wunderbar! Zum Glück sind Sie nicht allein im Lift gefangen. Ob das wirklich Glück ist? Mit Ihnen eingesperrt ein werdender Vater – ein psychisches Wrack – und seine hechelnde Frau. Oh, nicht nur hechelnd, auch keuchend und pressend … Spüren Sie schon den Angstschweiß auf der Stirn? Dann sind Sie ein
absoluter Laie
60 Kompetenzpunkte
Wen haben wir denn noch?
Sie sind ein richtiger Ästhet! Sie lieben Ihr schönes weißes Hemd. Und diese herrlichen weißen Schuhe – Reinheit geht Ihnen über alles. Sie wollen auch im Kreißsaal überzeugen: Daher haben Sie Ihr weißes Lieblingshemd und die weißen Schlappen an. Ein bisschen naiv sind Sie aber schon: Glauben Sie wirklich, dass das so blütenrein bleibt? Oh je, Sie sind ein
blutiger Anfänger
45 Kompetenzpunkte
Man lernt nie aus! Sie haben schon einiges gelernt; und Sie haben noch einiges zu lernen. Doch das macht Ihnen nichts aus. Sie sind in der Geburtshilfe der
Newcomer
35 Kompetenzpunkte
Schlechte Herztöne? Geburtsstillstand? Das lässt Sie kalt – alles schon erlebt. Die Kinder in der städtischen Krabbelgruppe gingen alle durch Ihre Finger. Sie sind ein
Geburtshilfe-Routinier
20 Kompetenzpunkte
Sie sind erfahren, Sie sind routiniert. Ihnen macht man nichts vor. Wenn der Kreißsaal brennt, fragen die Hebammen Sie um Rat. Warum? Sie sind der
Hebammen-Flüsterer
10 Kompetenzpunkte
Man nennt Sie «den Storch» – Meister Adebar hat den Dienst quittiert, weil es Sie gibt! Den
Profi-Geburtshelfer
5 Kompetenzpunkte
Mal schauen, ob Sie sich am Ende Ihres 24-Stundendienstes richtig eingeschätzt haben. Auch das ist eine wichtige Eigenschaft. Wenn Sie sich überschätzen, kann das gefährlich sein. Und im Grunde Ihres Herzens wollen Sie auch noch in Zukunft Dienste machen: So ein Kreißsaal-Verbot macht sich gar nicht gut im Lebenslauf!
Vorbereitung ist das A und O: Zettel und Papier für Notizen liegen bereit? Die Kompetenzpunkte sind notiert? Dann geht’s los! Beginnen Sie mit dem Lesen bei Absatz1.
1Sie sind Assistenzarzt an einem großen Krankenhaus, dem Rhein-Klinikum, das einzige der Stadt mit Perinatalzentrum. Hier werden alle geburtsmedizinischen und neonatalen Erkrankungen und Notfälle behandelt. Das war auch der Grund, warum Sie hierher gewechselt sind. Seit nunmehr einem Monat sind Sie in dieser Klinik beschäftigt, nachdem Sie davor zwei Jahre in der St. Josephs-Klinik, einem kleinerem Haus der Versorgungsstufe 1, gearbeitet haben. Dort haben Sie nur Schwangere mitkomplikationslos verlaufender Schwangerschaft betreut: ab einem Schwangerschaftsalter von ≥36+0SSW und ohne zu erwartende Komplikationen beim Neugeborenen. Jedoch hatten Sie dort keinen Oberarzt, der während Ihres Dienstes anwesend war. Bei Komplikationen sind erst mal einige Minuten vergangen; Minuten, die sich wie Stunden anfühlenkonnten. Dagegen ist das nun Luxus! Perinatalzentrum, das heißt auch: Sie haben immer einen Facharzt in der Hinterhand – ein tolles Gefühl! Doch warum fühlt es sich nicht so an? Stimmt, da war noch was. Die ganzen Komplikationen, die Sie wunderbar aus den Lehrbüchern kennen.
«Der erste Dienst: Du kommst dir vor, als wärst du die ganze Zeit auf Speed!»
Diese Aussage Ihres Kollegen haben Sie noch im Gehör. Die Frage, ob er wirklich beurteilen kann, wie es sich «auf Speed» anfühlt, rückt in diesem Moment ganz in den Hintergrund. Innerhalb eines Monats haben Sie eine Schnelleinführung in den Kreißsaal und die Abläufe erhalten.
«Sie sind ja schon ein alter Hase!», hieß es. Bei der Personalnot ist jeder, der Dienst macht, ein gern gesehener Kollege.
«Klar, kein Problem. Ich kann den Dienst schon machen.» Ja, richtig. Das haben Sie damals gesagt; und das haben Sie nun davon.
Es ist Samstag, und Sie stehen am Beginn Ihres ersten Dienstes: Beginn morgens um 9 Uhr, Dauer 24 Stunden. In dieser Zeit werden die heiligen Hallen des Rhein-Klinikums Ihr Zuhause sein. Sie ziehen sich Ihren weißen Kittel über und machen sich auf den Weg in den Kreißsaal – zur Übergabe. Sie steigen in den Aufzug und ein – schrecklich fröhlich – motiviertes «Hallo! Einen wunderschönen guten Morgen!» schmettert Ihnen entgegen. Da war ja noch was. Die PJ-lerin Susanne, die gerne Suse genannt wird, hatte Sie gefragt, ob sie heute in Ihrem Dienst mitmachen darf. «Klar, kein Problem!» Ja, richtig. Auch das kam damals aus Ihrem Mund.
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