Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Private und berufliche Krisen begleiten uns durchs gesamte Leben. Das ist so sicher, wie das Amen im Gebet. Doch wie können selbst die größten persönlichen Krisen nicht nur bewältigt, sondern sogar gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich Monika Sieberichs, deren Buch in der Mutmacher Media erschien aus höchst interessanten Blickwinkeln. Krisen? Bei dem Wort bekommen doch viele Menschen bereits eine. Nicht so die Schriftstellerin. Sie identifiziert sie als das, was sie sind: Ein natürlicher Bestandteil unseres Lebens und nachhaltig für unser persönliches Wachstum verantwortlich. Die Autorin sieht sich den Krisenbegriff aus ungewöhnlichen Perspektiven an und hat ein innovatives Modell der Resilienz entwickelt, welches vielen Menschen dabei helfen wird, persönliche und berufliche Krisen nicht nur zu meistern, sondern mit ihnen gemeinsam zu wachsen. Durch ihren eigenen Lebens- und nicht Leidensweg zeigt Monika Sieberichs sehr anschaulich, welche Wege dazu führen, sich mit den Krisen zu vereinigen und als völlig neuer Mensch, mit neuen Resilienzkräften, hervorzugehen.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 162
Veröffentlichungsjahr: 2018
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Kennst du sie auch? Diese Menschen, die bereits resigniert zu haben scheinen? Männer und Frauen, die sich damit abgefunden haben, nicht das Sagen im eigenen Haus namens Leben zu haben? Deren inneres Licht erloschen scheint?
Auf der anderen Seite gibt es wieder Menschen, die das genaue Gegenteil ausstrahlen und so die guten Dinge im Leben anziehen, wie ein Magnet. Egal, was ihnen im Leben auch widerfahren ist, sie überwinden jede Hürde mit Bravour. Der Schlüssel liegt in ihrer Persönlichkeit und in der Art und Weise, wie sie mit Krisen jeglicher Art umgehen.
Solch eine Persönlichkeit ist Mo Sieberichs. Durch ihre außergewöhnliche Geschichte hat sich auch für mich vieles verändert. Ich habe über viele Dinge nachgedacht, neue Impulse und Referenzrahmen erhalten, die mein Wirken in ein völlig neues Licht stellten.
Eines meiner größten Anliegen in Trainings und Vorträgen ist es, Menschen mutiger zu machen und sie verstehen zu lassen, wie sie und ihre Umgebung eigentlich ticken. Ich zeige ihnen, wie sie auf Bühnen und in ihrem Leben das Maximum aus sich herausholen. Ich möchte sie gedanklich in Bewegung versetzen. Meine Teilnehmer und Teilnehmerinnen sollen den Superstar in sich zum Vorschein bringen, der durch verschiedene Erfahrungen im Leben vielleicht verschüttet ist. Gemeinsam können wir ihn wieder befreien und zu altem Glanze verhelfen. Dazu bedarf es Impulse und Vorbilder, die jedoch rar gesät sind.
Selten begegnen wir im Leben Menschen, die eine ganz außergewöhnliche Geschichte zu erzählen haben. Eine Geschichte, die uns packt, in den Bann zieht, wo wir mehr erfahren und lernen wollen. Mo hat einen absolut außergewöhnlichen Lebensweg hinter sich, der mich hat aufhorchen und reflektieren lassen. Wäre ich so mutig wie Mo? Bereit, einfach alles zu verändern, um meiner inneren Stimme gerecht zu werden?
Mos berührende Geschichte hat mich verstehen lassen, weshalb ich genau diesen Weg gegangen bin. Es gibt für mich nichts Schlimmeres als dass sich Menschen durch verschiedenste Lebenskrisen von ihrem Plan abbringen lassen, ihren inneren Superstar ertrinken lassen in einem Meer von Hoffnungslosigkeit. Es macht mich unendlich traurig, wenn ich Menschen sehe, die genau dies über sich ergehen lassen. Ihr persönlicher Superstar liegt vielleicht schon jahrzehntelang am Meeresboden. Es ist höchste Zeit, diesen Umstand zu verändern, selbst, wenn wir zum Tiefseetaucher mutieren müssen.
Mo zeigt in diesem Buch Wege, wie du Lebenskrisen nicht nur überstehen, sondern durch sie besser werden kannst. Ja, vielleicht sogar durch diese deinem Superstar zu neuem Glanze verhilfst. Krisen sind nichts Schönes, doch sie sind nützlich, wenn man weiß, wie mit ihnen umzugehen ist. Frische Ansätze, wie ich sie noch in keinem Buch gelesen habe, werden dir maßgeblich Unterstützung bieten.
In diesem Buch wirst du mit auf eine Reise genommen, die dich ganz tief berühren wird. Es geht um das Sprengen von Ketten und Konventionen. Sauge dieses Buch auf und lasse dir Kraft geben, deinen persönlichen Weg zu gehen. So mutig und mit erhobenem Haupt wie Mo.
Wenn auch Du den Superstar in Dir entdecken willst, komm doch auf unserer Masterclass Of Personalityvorbei, dort hat auch Mo den entscheidenden Anstoß bekommen, ihre Geschichte auf Papier zu bringen.
Tobias Beck
www.tobias-beck.com
Als ich von diesem Buchprojekt erfahren habe, war ich Feuer und Flamme für das Thema. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen, ein elementarer Bestandteil einer „mutigen Gesellschaft“ ist. Unser Ziel mit der Mutmacher-Media ist es schlussendlich, den Mut nachhaltig in unserer Gesellschaft zu verankern. Und genau dies können wir mit vorliegendem Werk ein Stück weit vorantreiben.
Mo Sieberichs hat zu diesem Thema wirklich spannende Dinge zu erzählen, die Ihnen dabei helfen werden, eine neue Perspektive auf Ihre eigenen Krisen zu werfen. Schlussendlich unterscheiden oft nur Kleinigkeiten zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Weiterentwicklung und Stillstand. Diese Kleinigkeiten, die sich im Moment des Erleidens einer Krise womöglich riesengroß anfühlen, gilt es zu entdecken, zu fördern und zu kultivieren. Das vorliegende Buch hilft maßgeblich bei diesen Prozessen.
Vor allem bietet es frische, bisher zu wenig beachtete Perspektiven in der modernen Resilienzliteratur. Das vorliegende Werk unterscheidet sich auch maßgeblich von einer oberflächlichen Optimismus-Kultur, nach welcher jede Krise mit Freuden zu empfangen sei. Eine Krise jedoch ist nichts Schönes oder Wünschenswertes, während sie stattfindet. Das könnten wir uns zwar einreden, bringen würde es jedoch nichts. Erst in der Aufarbeitung erfahren die meisten schwierigen Phasen unseres Lebens Sinn. Um genau an diesen Punkt zu gelangen, halten Sie das Buch in Händen.
Der lange Leidensweg von Mo Sieberichs und ihre professionelle Auseinandersetzung mit dem Thema Resilienz und Motivation machen sie zur perfekten Begleiterin in Phasen, wo persönlicher Stillstand oder gar Rückschritt drohen.
Ich wünsche Ihnen beim Lesen der Seiten viel Vergnügen und Erkenntnisse, die Ihnen dabei helfen, krisensicherer zu werden. Im Idealfall lassen Sie sich von ihnen sogar tragen und weiterentwickeln. In diesem Sinne – mögen die Krisen beginnen…uns jedoch nicht kleinkriegen…
Ihr Michael Jagersbacher
Verleger und S.m.a.r.t.-Seller-Autor
www.michael-jagersbacher.at
Krisenbeginn
Wie kam es zu diesem Buch?
Krisensitzung mit dir selbst
Wann ist eine Krise überhaupt eine Krise?
Die Anatomie der Krise
In der Krisenachterbahn
Kontrolle ist alles und nichts
Best in Practice
Wie eine Behinderung das Leben erfüllen kann
Wenn eine Säureattacke alles verändert
Ohne Arme und Beine ins Glück
4 Minus 3 - werde zum Clown in der Krise
Was Skateboards mit geschäftlichen Krisen gemeinsam haben
Stress ist gut
Krisenfragen
Bitte einmal Krisenschutz to go
Krisen auf dem Silbertablett
Selbst ist die Frau/der Mann
Kontrollgier
Reden, reden und nochmals reden
Resilienz ist alles und nichts
Das 7-Säulen-Modell der Resilienz
Optimismus
Beziehungen und Kommunikation
Akzeptanz
Lösungsorientierung
Selbststeuerung
Verantwortung übernehmen
Zukunft gestalten
Mit Superhelden durch die Krise
Das L.O.V.E.-Team
Der Connector - bringt Menschen zusammen
Futura- sucht nach Orientierung und ist nach vorne gewandt
Der Recognizer - er durchblickt und akzeptiert unbeeinflussbare Situationen
Dr. Feel-Good - er sorgt dafür, dass gute Vibes deine Stimmung heben und die Zuversicht steigt
Meine Lebensgeschichte
Dankesworte
Krisen? Geil! Der Titel dieses Buches scheint provokant und mehrdeutig. Das soll er auch sein, schließlich ist eine Krise genau das. Sie provoziert, ist vielschichtig und verlangt uns oft das Letzte ab. Manchmal sogar weitaus mehr.
Erschwerend kommt hinzu, dass Lebenskrisen unerwartet eintreten und uns dann mit voller Wucht treffen. Mein Buchtitel soll genau diese Mischung an Emotionen hervorrufen, welche auch verschiedene Krisen, verschiedener Intensität hervorrufen. Genau mit diesem Sturm an Emotionen musst auch du klarkommen, wenn das Leben Außergewöhnliches von dir verlangt. Ich hoffe, dir ist es recht, wenn ich die Du-Form verwende. Ich bin mir sicher, dass das Thema Lebenskrise etwas höchst Persönliches und Individuelles ist, welches eine Kommunikation auf Augenhöhe voraussetzt.
Doch eines ist auch klar – die Vorbereitung auf einen Sturm geschieht nicht mitten im Sturm, sondern davor. Ich nehme hier bereits die Einwände vorweg, dass ich unnötig Krisen heraufbeschwöre, wo gar keine sind. Auch möchte ich Menschen gut zureden, die meinen, dass das Beschäftigen mit Krisensituationen überflüssig sei. Dies ist nicht der Fall! Auf einen Marathon musst du dich auch vorbereiten.
Dies geschieht natürlich nicht während du die Marathonkilometer abspulst, sondern schon Monate vorher. Du stellst deine Ernährung um, du beginnst mit kleinen Einheiten, du verbesserst deine Kondition Stück für Stück. Sehr ähnlich ist es mit deinen „Ressourcen“, wenn es um Krisenbewältigung geht.
Ich habe in meinem Leben schon etliche Krisen meistern „dürfen“. Weshalb schreibe ich eigentlich „dürfen“? Weil ich eine sehr spezielle Ansicht zu Krisenprozessen habe. Sie haben mich erst zu dem Menschen werden lassen, der jetzt an der Tastatur sitzt und dir diese Zeilen schreibt.
Ich mag folgendes Sprichwort: „Ich lächle, wenn es regnet! Denn, wenn ich nicht lächle, regnet es auch!“
Es geht mir an dieser Stelle nicht darum, irgendetwas zu beschönigen. Krisen sind nicht schön und sie haben es auch nicht verdient, beschönigt zu werden. Jedoch haben sie es auch nicht verdient, größer gemacht zu werden, als sie sind.
Ich kann mich beklagen, dass es regnet, dass ich nicht die richtigen Sachen anhabe oder dass der Wetterbericht völlig falsch lag – doch ändern wird dies die Tatsache in keiner Weise, dass es eben regnet.
Wie sagt man in der Persönlichkeitsentwicklung so schön? „Love it, leave it or change it!“. Leichter gesagt als getan, deshalb hältst du auch dieses Buch in Händen. Ich zeige dir, welche Ressourcen und Kriterien wirklich wichtig sind, um einer Krise Aug in Aug gegenüber zu treten und sie bewusst zu durchleben. Noch besser: Wenn du sagst: „Krise?!? Geil!“ – weil du weißt, dass du von ihr, im Idealfall, nachhaltig profitieren kannst.
In den Momenten, in welchen wir an unsere persönlichen Grenzen gelangen, scheint jedoch selten die Sonne. Entscheidend ist, dass wir entscheiden und handeln, als würde die Sonne kurz vorm Aufgehen sein.
Aus den USA gibt es folgendes Sprichwort dazu, welches mir oftmals Trost gespendet hat:
Wenn die Nacht am dunkelsten, ist die Dämmerung am nächsten.
Tatsächlich hatte ich die erste Idee für dieses Buch inmitten einer schweren Krise, wenn auch nicht meiner persönlichen. Ich befand mich im Sommer 2017 auf einer Veranstaltung des weltberühmten Motivationsredners und -coaches, Les Brown, in San Antonio. Mehr als ein halbes Jahr lang freute ich mich auf dieses Event. Genau zu dieser Zeit wütete der Hurricane „Harvey“ in den USA und hinterließ Schäden von über 125 Milliarden Dollar. Eigentlich war die Veranstaltung mit knapp 200 Teilnehmern ausverkauft. Doch aufgrund des Sturmes konnten nur 15 Personen tatsächlich zur Veranstaltung erscheinen. Diese geringe Anzahl an Menschen veränderte natürlich das Setting der Veranstaltung völlig. Niemals hätte ich gedacht, so eng und individuell mit Les Brown zusammenarbeiten zu können. Der Austausch, auch mit den anderen Teilnehmern, war sehr intensiv und erweiterten meinen Horizont nachhaltig. In diesen Sitzungen habe ich die Entscheidung getroffen, ein Buch über den produktiven Umgang mit Krisen zu verfassen.
Doch, wie so oft im Leben, verebbte die Motivation, dies zu tun und allein der Gedanke an ein eigenes Buch versetzte mich in eine Krise. Folgende Fragen begann ich mir zu stellen:
Wer wird dieses Buch schon lesen?
Weshalb soll ausgerechnet ich ein Buch schreiben?
Wer wird es verlegen?
Kann ich überhaupt ein Buch füllen?
Wer kann mich professionell beraten?
Kennst du auch diese Art von Selbsterniedrigung? Natürlich habe ich keine Antwort auf all diese Fragen gefunden. Dazu sind sie schlussendlich gar nicht gemacht. Das ist ja das Heimtückische an ihnen. Sie sind einfach nur dazu da, dich selbst zu verunsichern und dich von deinem Vorhaben abzuhalten. Sonst haben sie überhaupt keinen Sinn.
Tatsächlich dauerte es bis zur Masterclass of Personality von Tobias Beck, bis ich die endgültige Entscheidung für mich traf. Tobias war mir eine große Hilfe und wie du siehst, habe ich Antworten auf alle meine Fragen auch bekommen.
Es geht im vorliegenden Buch nicht darum, Krisen auszuweichen. Im Gegenteil. Richtigen Krisen kann man nicht ausweichen. Zumindest nicht für lange Zeit. Krisen können nicht lange unter den Teppich gekehrt werden. Ich selbst habe dies erfolglos versucht. Glaube mir! Ab einem gewissen Punkt ist der Teppich einfach zu klein für die Krisen, die er überdecken soll. Vielleicht kennst du das ja auch aus deinem Leben?
Das Buch, welches du in Händen hältst, beschäftigt sich mit vielen Facetten von Krisen. Es behandelt kleine und große Krisen und es möchte dich dazu befähigen, mit den Krisen zu wachsen. Ich werde dir mehrere klassische Konzepte vorstellen, die du kennen solltest, wenn es um das Thema Krisenbewältigung geht. Zusätzlich ergänze ich diese Ausführungen mit eigenen Modellen, welche ich in der Arbeit mit meinen Coachingklienten entwickelt habe und welche sich in der Praxis nachhaltig bewährt haben. Vor allem jedoch möchte ich dich mit diesem Buch dazu befähigen, eigene Wege zu entwickeln, um an Krisen nicht mehr zu verzweifeln, sondern gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Wenn ich es schaffe, deine Perspektive zu verschiedenen Krisensituationen in deinem Leben zu verändern, dann habe ich mein Ziel erreicht. Wenn man es so sehen will, möchte ich dich krisenfit machen. Wir hoffen das Beste und bereiten uns aufs Schlimmste vor.
An dieser Stelle möchte ich jedoch betonen, dass du auf gar keinen Fall ein „Einzelkämpfer“ bist. Eine unnachahmliche Stärke von „Stehaufmännchen“ ist das Suchen von Mitstreitern. Wenn du deine Ängste und Sorgen teilst, hilft das dabei, Ressourcen zu aktivieren. Menschen, die sehr verschlossen sind und selbst mit ihren Problemen klarkommen möchten, tun sich weitaus schwerer in der Bearbeitung von Krisen.
Wenn du jedoch merkst, dass deine Ressourcen und die Ressourcen deines näheren Umfeldes nicht ausreichen, um die Krise zu meistern, dann suche dir bitte professionelle Hilfe. Das professionelle Begleiten kann in Form von Coaches, Trainern, Psychologen oder Mediatoren erfolgen. Manchmal bedarf es den professionellen Blick von außen, um Veränderungen umzusetzen. Die Bereitschaft, Hilfe zu suchen – in welcher Form auch immer – ist sogar eine der wichtigsten Eigenschaften, um Krisen zu mei-stern, wie du noch sehen wirst und stellt somit deine Stärke und keine Schwäche dar. Wenn du glaubst, dass ich die richtige Ansprechperson für deine Anliegen bin, dann melde dich gerne bei mir per Mail:
So, nun genug der Einleitung, gehen wir mitten ins Geschehen!
Was fällt dir spontan ein, wenn du das Wort „Krise“ hörst? Lass dir Zeit! Was empfindest Du? Welche Gefühle machen sich in dir breit? Welche Episoden deines Lebens ziehen an deinem inneren Auge vorüber? Mach dir ruhig ein paar Notizen zu diesen Fragen:
Deine persönlichen Grundannahmen in Verbindung mit diesem Themenkomplex haben eine große Auswirkung auf deinen individuellen Umgang mit Krisen.
Wenn du Angst empfindest beim Aufflackern von krisenhaften Elementen in deinem Leben, dann wirst du anders damit umgehen, als jemand, der Krisen als festen Bestandteil seines Lebens interpretiert. Natürlich wirst du auch anders empfinden, als jemand, der Krisen als positives Element deutet.
Egal, wie du zum Thema Krise stehst, wir alle müssen uns damit auseinandersetzen.
So etwas wie ein krisenloses Leben gibt es nicht. Social Media spielt uns eine heile Welt vor. Es gibt kaum einen digitalen Kontakt, der auch etwas über die negativen Aspekte des eigenen Lebens berichtet, geschweige denn über eine lang andauernde Krise. Social Media Profile gleichen eher Hochglanzbroschüren, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben. Sie bieten einen falschen Referenzrahmen. Falsch deshalb, weil du dich ständig fragst, weshalb die anderen ein so glückliches Leben leben und du so ein mittelmäßiges. Genau dies ist der Nährboden für eine tiefe Sinnkrise.
Egal, wie toll auch der Facebook oder Instagram-Account deiner Freunde aussieht, wie glücklich, wie reich sich die Menschen darin auch darstellen, in der realen Welt ist dies nicht immer der Fall.
Der deutsche Filmemacher Roland Gernstl hat dazu einmal seine 665 Facebook-Freunde besucht. Er wollte sehen, ob es ihnen wirklich so gut geht, wie auf den sozialen Medien verbreitet. Gernstl machte sich auf die Suche, weil er mit Anfang 30 in einer Sinnkrise steckte. Die Erkenntnisse seiner Reise sind durchaus sehenswert. Ein kleines Fazit von mir: Du bist mit deinen persönlichen Krisen nicht so allein, wie es scheint.
Wie oft hast du schon den Wunsch geäußert, in den Schuhen von jemand anderes zu stecken? Deine Sorgen gegen andere einzutauschen? Dem Gegenüber scheint es ja so viel besser zu gehen. Hier eine schöne Metapher aus Indien dazu:
Es stand einmal in einem Dorf ein uralter, starker Baum. Eines Tages wurden alle Dorfbewohner eingeladen, ihre Sorgen, Probleme und Nöte gut verpackt an diesen Baum zu hängen. Die Bedingung dafür, dass man das eigene Paket aufhängen durfte, war allerdings, dafür ein anderes Paket mitzunehmen.
Zuhause wurden die fremden Pakete geöffnet. Doch es machte sich Bestürzung breit, denn die Sorgen und Probleme der anderen schienen deutlich größer als die eigenen!
Und so liefen alle wieder zu dem alten Baum und nahmen statt der fremden schnell die eigenen Pakete an sich und gingen zufrieden nach Hause.
Auch ich beobachte es in meinem Umfeld immer wieder. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir dabei ein befreundetes Ehepaar, welches ihr Eheleben wirklich exzessiv auf den sozialen Medien teilte. Natürlich war immer alles eitel Wonne und Sonnenschein. Nie wurde über einen Streit, geschweige denn über eine Krise gepostet. Nur schöne Urlaubsfotos und glückliche Familienfotos wurden gezeigt. Ich freute mich natürlich mit ihnen. Nach einiger Zeit jedoch fiel mir auf, dass sie rein gar nichts mehr posteten. Ich musste mit Erschrecken feststellen, dass sie sich scheiden hatten lassen. Es war circa ein viertel Jahr nach den letzten Bildern …
Augenscheinlich benutzen wir diese sozialen Plattformen, um uns selbst in ein gutes Licht zu rücken. Ich nehme mich dabei gar nicht aus, ich poste auch lieber erfreuliche Momente und teile sie mit meinem Netzwerk. Wir möchten für die guten Seiten in unserem Leben Aufmerksamkeit und Lob. Vielleicht sollten wir aber über unsere Posting-Gewohnheiten nachdenken, denn schließlich erzeugen sie eine Realität in den Köpfen derjenigen, die die Dinge lesen. Ehrlichkeit beinhaltet nämlich immer auch die weniger schönen Aspekte unseres Lebens, doch diese machen verletzlich.
„Krisenfit bist du vor allem dann, wenn du Verletzlichkeit ertragen kannst.“
Durch diese Positiv-Postings werden Krisen ein Stück weit „ausgegliedert“ aus unserem Leben. Die Konzentration auf das Schöne und Gute scheint uns abzulenken. Krisen werden unter den Teppich gekehrt. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass eine produktive und professionelle Krisenbewältigung anders aussieht.
Vielleicht gehörst du ja selbst auch noch zu der Generation, die diesen Satz von den Eltern des Öfteren gehört hat:
„Kind, was sollen nur unsere Nachbarn denken?“ Der Fokus wird sehr stark auf das Umfeld gelegt, weg vom eigentlichen Krisenherd.
Neben einem meiner Läden gab es einen Juwelier, einen wirklich gutaussehender Typ. Er hatte ein tolles Auto, die teuersten Anzüge und es ging ihm wirklich gut. So beschloss er, ein weiteres Geschäft in der teuersten und nobelsten Straße zu eröffnen. Er bekam viel Anerkennung von seinem Umfeld, weil Menschen, die in dieser Straße Geschäfte eröffneten, hatten es beruflich wirklich geschafft.
Er war auch der Typ Mensch, der diese Anerkennung genoss und nach außen zeigte. Luxusgeschäftslagen haben jedoch auch Luxusmietpreise und als es mal nicht so gut lief, überrannten ihn die Kosten. Aber anstatt sich damit zu beschäftigen, das Problem zu beheben, legte er seinen ganzen Fokus darauf, dass niemand seine finanzielle Schieflage bemerkte.
Er trieb es so weit, dass er aus Verzweiflung eine Bank ausraubte. Unglaublich, wie weit es kommen kann, wenn man keine Handlungsoptionen mehr für sich erkennt. Das wirklich Interessante daran war, dass es in der Gerichtsverhandlung gar nicht darum ging, ob er es getan hatte oder nicht. Er gestand Tat ohne Ausflüchte. Sein Anwalt versuchte, dass er seine Strafe als Freigänger absitzen konnte. Dazu benötigte er natürlich eine Jobzusage. Gleich mehrere Freunde erklärten vor Gericht, dass sie ihn einstellen würden. Und der Staatsanwalt kommentierte das mit den Worten:
„Er hat offensichtlich gute Freunde“. Mein Kommentar dazu: Hätte er sie nur früher angesprochen.
Was lernen wir von diesem Beispiel? Wir lernen, dass es wenig Sinn macht, sich auf das eigene Wirken nach außen zu konzentrieren. Auch der schönste Apfel kann ein braunes Inneres aufweisen. Widme dich lieber dem tatsächlichen Problem mit offenen Augen und gib nichts darauf, was andere von dir denken. Schlussendlich ist es dein Leben und deine Entscheidungen, die es gestalten. Es ist deine Krise, mit der du dich befassen darfst und musst, wenn du mit und an ihr wachsen möchtest.
K
