Kuhhandel - Nicola Förg - E-Book
Beschreibung

Kommissar Gerhard Weinzirl wird in die dramatisch-schöne Ruine Eisenberg gerufen: Dort liegt eine tote Frau, neben ihr eine Spritze und ein Röhrchen. Alles deutet auf einen Selbstmord der 41-jährigen Tierärztin Svenja hin. In ihrer Praxis findet sich ein Abschiedsbrief, der auf einen gewaltigen Schuldenberg verweist. Alles scheint klar zu sein. Dennoch ist Weinzirl irritiert: Diese Frau hatte auf ihn nicht suizidgefährdet gewirkt. Auch Jo, Tourismusdirektorin mit einem kleinen Privatzoo aus Katzen, Kaninchen und Pferden, hat da ihre Zweifel. Ohne Gerhard einzubeziehen, agiert sie im Alleingang und jenseits der Legalität. Dabei stößt sie auf dubiose Umstände bei Svenjas Chef, Tierarzt Dr. Ostheimer. Und sie glaubt nicht daran, dass der Senn Seppi in diesem Sommer sieben Tiere nur durch Pech verloren hat.

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Seitenzahl:317

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Nicola Förg ist im Oberallgäu aufgewachsen und studierte in München Germanistik und Geographie. Sie lebt mit vielen Tieren in einem vierhundert Jahre alten denkmalgeschützten Bauernhaus im Ammertal. Als Reise-, Berg-, Ski- und Pferdejournalistin ist ihr das Basis und Heimat, als Autorin Inspiration, denn hinter der Geranienpracht gibt es viele Gründe zu morden – zumindest literarisch. Im Emons Verlag erschienen ihre Kriminalromane »Schussfahrt«, »Funkensonntag«, »Kuhhandel«, »Gottesfurcht«, »Eisenherz«, »Nachtpfade«, »Hundsleben«, »Markttreiben« sowie die Katzengeschichten »Frau Mümmelmeier von Atzenhuber erzählt«.

Dieses Buch ist ein Roman. Handlung, Personen und manche Orte sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind rein zufällig.

© 2004 Hermann-Josef Emons Verlag Alle Rechte vorbehalten Umschlagzeichnung: Heribert Stragholz eBook-Erstellung: CPI – Clausen & Bosse, LeckISBN 978-3-86358-035-3 Allgäu Krimi 3 Originalausgabe

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Für Grit und Heide

Wenn ich dich einmal lieb gewonnen habe, kannst du ohne Anklopfen zu mir kommen, aber bedenke, es täte mir weh,wenn du danach lange nicht mehr kämst.

Attila József

1

Jo schaute auf die Uhr. So unpünktlich war Svenja eigentlich nie. Jo hasste Unpünktlichkeit, Falco wohl auch. Er hatte einem Entfesselungskünstler gleich bereits zum dritten Mal den Knoten seines Führstricks aufgebissen. Die eifrigen Autoren von Pferderatgebern sollten ihn mal kennen lernen. Falco öffnete jeden auch noch so unlösbaren, angeblich absolut pferdesicheren Knoten. Fenja hingegen verbiss sich gerade in ihre Anbindestange, sie empfand sich wohl als die Reinkarnation eines kanadischen Bibers, und Fjölla, Fenjas zweijährige, halbstarke Tochter, grub um. Sie hackte und harkte mit dem rechten Vorderhuf und würde es wohl heute noch bis zum Mittelpunkt der Erde schaffen – falls Svenja nicht bald auftauchen würde.

Jo rief in der Praxis an, der AB verwies auf eine Mobilnummer. Nachdem es quälend lange geläutet hatte, sagte Svenjas tiefe Altstimme, man möge in extremen Notfällen doch bitte die Tierklinik in Gessertshausen oder Dießen anrufen oder aber eine Nachricht hinterlassen. Na ja, eine Impfung war ja kein echter Notfall.

»Hi, Viechdokterin, Jo hier, vielleicht hab ich da was durcheinander gebracht, aber ich dachte, wir wären am Donnerstag um 14 Uhr 30 bei mir am Hof verabredet gewesen. Wegen der Impfung. Ja, äh, okay, vielleicht rufst du mal zurück. Du hast vielleicht ‘ne Steißgeburt oder hängst sonst bis zum Hals in ‘ner Kuh. Also nicht du hast die Steißgeburt.« Jo gluckste und brach ab. Svenja war seit vierzig Minuten überfällig, viel zu lang für Lady Überpünktlich.

Jo entließ erst mal Biber-Fenja auf die Weide, dann Zirkus-Falco. Fjölla musste als erzieherische Maßnahme noch drei Minuten stehen bleiben. Da Jo aber befürchtete, dass das Pony demnächst im heißen Erdkern ankommen oder zumindest Jules Vernes Professor und Axel bei ihrer Reise zum Mittelpunkt der Erde treffen würde, schickte sie auch dieses lästige Pferdewimmerl auf die Koppel. Seit sie ihre Pferde direkt hinterm Haus hatte, war die Pferdehaltung für Jo ein pures Vergnügen. Die Nachbarn Gschwendtner hatten schließlich doch ein Einsehen gehabt, Jos Flehen erhört und ihr einen Offenstall auf eine Wiese gebaut. Außerdem konnten sie die Stallmiete ganz gut brauchen. Aber Matthias, »Hias«, Gschwendtner hatte noch immer seine liebe Not mit seiner »g’studierten Rossbäuerin«, wie er Jo scherzhaft nannte. Er fand es ja durchaus lobenswert, dass eine »Frau Doktar« Bulldog fahren konnte, aber dass die Tiere einfach so nutzlos rumgammelten, fraßen und schissen, ohne dafür arbeiten zu müssen, das missfiel ihm.

Und dann war ein wirklich rabenschwarzer Tag gekommen, der Hias’ Weltbild komplett aus allen Verankerungen gerissen hatte. Resi, seine Frau, war über die Wiese gerannt.

»Des Kälble kommt it und em Hias sei Tierarzt au it. Dir sind doch au Viechdoktar?«, hatte sie zu Svenja gewandt gesagt.

Die hatte nicht lange gezögert und war von Hias mit den Worten begrüßt worden: »Ja, kasch du des au? Des isch fei schwer, i versuachs scho a Stund und kriags it naus.«

»Ja, genau deshalb bin ja ich da«, hatte Svenja durchaus lakonisch geantwortet.

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