Kundalini Yoga für werdende Mütter - Gurmukh - E-Book

Kundalini Yoga für werdende Mütter E-Book

Gurmukh

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Beschreibung

Gurmukh, international bekannte Lehrerin des Kundalini Yoga, bietet hier werdenden Müttern wertvollen Rat, Information und Inspiration für eine bewusste Schwangerschaft, für die Geburt und die ersten Monate mit dem Baby. Auf ihre kluge, kraftvolle und humorvolle Art führt sie so durch jede Phase der Schwangerschaft. Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Illustrationen, bewährten Techniken, Meditationen und Übungen aus dem Kundalini Yoga machen dieses Praxisbuch zu einem unersetzlichen Begleiter für werdende Mütter.

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EPUB
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Seitenzahl: 342

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Buch

Gurmukh, international bekannte Lehrerin des Kundalini-Yoga, bietet hier werdenden Müttern wertvollen Rat, Information und Inspiration für eine bewusste Schwangerschaft, für die Geburt und die ersten Monate mit dem Baby. Auf ihre kluge, kraftvolle und humorvolle Art führt sie so durch jede Phase der Schwangerschaft. Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Illustrationen, bewährten Techniken, Meditationen und Übungen aus dem Kundalini-Yoga machen dieses Praxisbuch zu einem unersetzlichen Begleiter für werdende Mütter.

Autor

Gurmukh Kaur Khalsa ist eine international bekannte Lehrerin des Kundalini-Yoga, wie es von Yogi Bhajan gelehrt wurde, und eine Pionierin auf dem Gebiet des vorgeburtlichen Yoga. Sie ist Mitbegründerin und Leiterin des Golden Bridge Yoga Center in Los Angeles sowie Autorin. Seit mehr als 40 Jahren unterrichtet sie Yoga, bildet Yoga-Lehrer*innen aus und ist durch ihre besondere Art, Yoga zu praktizieren und zu lehren, weltweit populär geworden.

Außerdem von Gurmukh im Programm

Die 8 Gaben des Menschen, Arkana

Gurmukh

Kundalini-Yoga für werdende Mütter

Der liebevolle Begleiter für Schwangerschaft und Geburt

Mit einem Vorwort von Cindy Crawford

Aus dem Amerikanischen von Karen von Hardenberg

Mit Illustrationen von Pearl Beach

Alle Übungen in diesem Buch wurden von der Autorin und vom Verlag sorgfältig erarbeitet und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autorin beziehungsweise des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Der Verlag behält sich die Verwertung der urheberrechtlich geschützten Inhalte dieses Werkes für Zwecke des Text- und Data-Minings nach § 44 b UrhG ausdrücklich vor. Jegliche unbefugte Nutzung ist hiermit ausgeschlossen.

Deutsche Ausgabe Februar 2024

Copyright © 2003 der Originalausgabe: Gurmukh

Copyright © Vorwort 2003: Cindy Crawford

Copyright © 2020 der deutschen Erstausgabe: Theseus in Kamphausen Media GmbH, Bielefeld

Copyright © 2024 dieser Ausgabe: Arkana, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Originalverlag: St. Martins’s Griffin, New York, NY 10010, USA

Titel der Originalausgabe: Bountiful, Beautiful, Blissful _- Exploring the Natural Power of Pregnancy and Birth with Kundalini Yoga and Meditation

Lektorat: Susanne Klein

Covergestaltung: Kerstin Fiebig, ad department

Illustrationen: Pearl Beach

Foto der Autorin auf der Umschlagrückseite: © Mark Humphrey, XperienceFactory

ISBN 978-3-641-37030-5V001

www.arkana-verlag.de

DAS GESETZ DER LIEBE

Liebe gibt dir Macht, eins zu werden,

vom Endlichen zum Unendlichen.

Liebe gibt dir die Macht zu vertrauen,

von nichts zu allem.

Liebe gibt dir Macht, das machtvolle Gebet

zwischen dir und deinem Schöpfer.

Liebe gibt dir Weite,

so weit wie irgend möglich.

Liebe gibt dir den Halt, die Erfahrung

und die Berührung mit deiner eigenen Unendlichkeit,

so wunderschön, großherzig und glücksselig wie irgend möglich.

Yogi Bhajan

INHALT

Vorwort von Cindy Crawford

Wie du dieses Buch nutzen kannst: Ein Programm fürs Leben

Übersicht zu den Yogaübungen und Meditationen

Einführung

DAS ERSTE TRIMESTER

Der erste Schritt auf der Reise

Schwangerschaft als gelebtes Gebet

Bountiful, beautiful, blissful – großherzig, schön und glückselig

Am emotionalen Abgrund

Morgenübelkeit

Die Wichtigkeit des Atmens

Alte Wunden heilen

Die eigene Geburt erinnern

Einen neutralen Geist erschaffen

Geduld entwickeln

Wertschätzung für deinen Partner

Ein positives Bild von Schwangerschaft und Geburt erschaffen

Wo und wie will ich mein Kind bekommen? Ein paar Gedanken …

DAS ZWEITE TRIMESTER

Eine Seele kommt an

Sich hegen und pflegen

Glaub an Wunder

In der Freude schwelgen

Dein wichtigster Job

Kniebeugen für die Ausdauer

Die Kraft der Berührung

Eine gesunde Umgebung schaffen

Intimität mit deinem Partner

Die Geburt nochmals überdenken

Die Hausgeburt

Geburt im Krankenhaus

Geburt per Kaiserschnitt

Was man bei einer PDA bedenken sollte

Geburt im Wasser

Deine Seele stärken

Von deinen Träumen lernen

DAS DRITTE TRIMESTER

Zeit, sich hinzugeben

Die Kunst, (nicht) zu schlafen

Deinem Partner vertrauen

Das Konzept Schmerz neu definieren

Schwangerschaftspause – Warten auf die Geburt

DIE GEBURT

Was Frauen während der Wehen brauchen

Wer ist bei der Geburt dabei?

Die Wehen

Das Geheimnis des Mutterseins

Durch die Angst hindurchgehen

… UND DARÜBER HINAUS

Das Baby in deinen Armen

Rat und Hilfe rund ums Stillen

Die Gemeinschaft mit einbeziehen – die Vierzig-Tage-Feier

Neue Rollen und Traditionen etablieren

Das Familienbett

Zeit genug – die Familie im Übergang

Der unendliche Horizont der Mutterliebe

Ein paar Gedanken zum Schluss – eine neue Welt

ANHANG

Glossar der yogischen Begriffe

Inspirationsquellen

Dank

VORWORT VON CINDY CRAWFORD

Zu Gurmukh bin ich durch eine Freundin gekommen, die selbst eine Schülerin von ihr war und von ihrem Unterricht schwärmte. Als ich mit meinem ersten Kind schwanger wurde, sagte sie gleich: „Du musst unbedingt in ihren Yogakurs für Schwangere gehen. Das wird super – für dich und dein Baby.“ Sie war so enthusiastisch, dass sie sogar mit mir zu meiner ersten Yogastunde kam, obwohl sie selbst gar nicht schwanger war!

Alles aufzählen zu wollen, was ich aus dem Yogakurs für Schwangere bei Gurmukh mitgenommen habe, ist ein Ding der Unmöglichkeit – es ist einfach so viel. Das Erste, was mir auffiel, war dieses Gemeinschaftsgefühl unter den schwangeren Frauen. Es gibt nichts Besseres, als Zeit mit Frauen zu verbringen, die in der gleichen Situation sind wie du. Egal wer du bist oder woher du kommst: Schwanger zu sein, ein Kind zu bekommen ist in diesem Moment das Wichtigste auf der Welt, und dieses Gefühl verbindet dich mit allen anderen schwangeren Frauen.

Es war eine unglaublich schöne Zeit, die uns alle sehr zusammengeschweißt hat. Wir sind uns alle immer noch sehr nah. Im Scherz nennen wir uns den „Yogababy Club“ und wir treffen uns immer noch jede Woche, obwohl unsere Kinder schon längst auf der Welt sind (und die meisten schon bei Nummer zwei sind).

Die von Gurmukh und den anderen Frauen im Unterricht aufgeworfenen Ideen und Fragen rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt brachten viele wunderbare Gespräche in Gang. Da war genug Raum, um Informationen auszutauschen und Fragen zu stellen.

Die Themen, die im Kurs aufkamen, haben mich dazu inspiriert, selbst zu recherchieren und mir auch andere Optionen als die allgemein übliche Entbindung anzuschauen. Nach all dem entschied ich mich dazu, mein Kind zu Hause zu bekommen, und diese Erfahrung veränderte mein Leben von Grund auf. Am Anfang meiner Schwangerschaft hatte ich noch gedacht, zur Entbindung geht es ab ins Krankenhaus, man bekommt eine Periduralanästhesie (PDA) gelegt und das war es. Ich dachte, so mache man das eben. Ich wusste ja nicht mal, dass es so etwas wie Hausgeburten überhaupt noch gab. Durch Tipps und Empfehlungen aus meiner Yogarunde bin ich an wunderbare Hebammen gekommen. Sie haben mich den gesamten Prozess hindurch unterstützt und geleitet. Besonders schön fand ich, dass keine von ihnen je versucht hat, mich in irgendeine Richtung zu drängen, oder mich einfach nach „Schema F“ behandelt hat. Vor Kurzem habe ich mein zweites Kind bekommen, wieder zu Hause. Diese Geburt war zwar ganz anders als die meines Sohnes, doch in beiden Fällen haben die Hebammen zu keiner Zeit versucht, in den natürlichen Ablauf einzugreifen oder die Kontrolle zu übernehmen. Sie lassen deine Geburt deine Geburt sein.

Gurmukh vermittelte mir das Vertrauen dafür, dass unser weiblicher Körper das Wissen und die Kraft in sich hat, Kinder zur Welt zu bringen. Der Glaube daran war eigentlich der Hauptgrund, warum ich mich für eine Hausgeburt entschieden habe. Das Wissen darum, dass Abertausende von Frauen vor mir genau das gleiche dramatische Ereignis durchgemacht haben, hat mir viel von der Angst vor der Geburt genommen. Und mehr noch, ich fühlte mich als Frau gestärkt. Das Vertrauen, dass mein Körper alle Voraussetzungen für eine natürliche Geburt erfüllt, hat letztlich zu der Entscheidung für die Hausgeburt geführt.

Wenn ich dir etwas raten darf, dann dieses:

Erstens: Tu dich mit anderen schwangeren Frauen zusammen. Falls es bei euch keine Yogakurse oder Ähnliches geben sollte, besorg dir einfach Gurmukhs Videos (oder Online-Kurs) und lade andere Schwangere zu dir ein! Es ist so wichtig, mit anderen zusammen zu sein, die in derselben Situation sind und die auch all die körperlichen und emotionalen Veränderungen durchmachen. Nur mit einer anderen schwangeren Frau kann man so lange und ausführlich über all diese Sachen reden.

Zweitens, und das ist vielleicht am wichtigsten: Wünsch dir nicht, die Schwangerschaft wäre schon vorbei. Alles, was du jetzt gerade durchmachst, wird so nie wiederkommen. Hab Geduld. Denke in den ersten Schwangerschaftswochen nicht: „Ach, würde ich das Baby nur schon spüren.“ Wenn du das Baby spüren kannst, denke nicht: „Ich wünschte, das Kind wäre schon auf der Welt.“ Wünsch dir nicht, irgendwo anders zu sein als da, wo du jetzt bist. Selbst wenn dich die Morgenübelkeit plagt, genieße die Zeit! Genieße auch die Zeit in den letzten Tagen und Wochen vor der Geburt, wenn du vor lauter Aufregung schon ganz rappelig bist. Genieße all das, denn es gehört zu dieser Erfahrung dazu.

Ganz ehrlich, ich war nie so begeistert von meiner Schwangerschaft in dem Sinne, dass ich mich so sexy und schön wie nie zuvor gefühlt hätte, so wie es bei manchen Frauen ja der Fall ist. In Gurmukhs Yogastunde gab es immer ein Ritual, bei dem wir die Hände auf unsere Bäuche legten und für unsere Babys sangen. Und in dem Moment konnte ich stets diese enorme Kraft der Frauen fühlen, die es vermag, neues Leben in die Welt zu bringen. Eine Kraft, die einen staunend und ehrfürchtig zurücklässt.

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Dinge über Gurmukh selbst sagen. Es ist wirklich schade, dass nicht die ganze Welt in ihre Yogastunden kommen und ihre Energie unmittelbar spüren kann – obwohl es manchmal fast danach aussieht, so beliebt wie ihre Stunden sind! Ihre Ausstrahlung erleuchtet den ganzen Raum. Es ist einfach wundervoll, wie sie uns Stärke und Selbstvertrauen vermittelt. Und ich bin mir sicher, dass die Essenz dieser Weisheit und Fürsorge auch zu dir durchdringt, wenn du diese Seiten liest.

Ich wünsche dir alles Gute für deine Reise ins Leben als Mutter.

Cindy Crawford

WIE DU DIESES BUCH NUTZEN KANNST: EIN PROGRAMM FÜRS LEBEN

Wenn ein Kind in dein Leben kommt, kann man das vergleichen mit einem Stein, der in einen ruhigen Teich geworfen wird. Du kannst sehen, wie sich die Wellen von diesem Punkt aus nach außen verbreitern und damit nicht nur deine eigene Existenz angerührt wird, sondern auch die deiner engsten Angehörigen, deiner Freunde und Verwandten, deiner Gemeinde und letztendlich des gesamten Planeten.

Dieses einfache Bild beschreibt im Grunde die Essenz des Khalsa Ways – einem Programm, welches wir im „Golden Bridge“, unserem Yogazentrum in Los Angeles, unterrichten. Seinen Ursprung hat der Khalsa Way in der uralten Wissenschaft und den Meditationstechniken des Kundalini Yoga, einer Yogapraxis, die dafür entwickelt wurde, Individuen ebenso wie Familien innerhalb kürzester Zeit tiefgehende Erfahrungen zu ermöglichen. Der Khalsa Way ist mehr als bloß Yoga für Schwangere. Es handelt sich um ein Programm fürs Leben, in dem es sowohl um Elternschaft und Kindererziehung als auch um Fragen einer bewussteren Gemeinschaft geht.

Ein Kind zu bekommen bedeutet möglicherweise die größte Veränderung in deinem Leben. Ein Baby wird neu geboren, eine Frau wird als Mutter neu geboren, ein Mann als Vater, eine Familie als Familie. Von diesem Moment an breiten sich die Wellen auf das gesamte weitere Umfeld aus.

Was du auf diesen Seiten findest, ist eine Art Anleitung für deine emotionale, körperliche und spirituelle Gesundheit während der neun Monate dauernden Schwangerschaft und darüber hinaus. Es ist ein Angebot, ganz egal ob du nur darüber nachdenkst, ein Kind zu bekommen, es aktiv probierst oder bereits mit deinem ersten oder gar fünften Kind schwanger bist. Das Buch ist in einzelne Abschnitte unterteilt, die jeweils die Trimester der Schwangerschaft, die Entbindung und das Leben mit dem Baby behandeln. In jedem Abschnitt finden sich kleine Kapitel, die zur Inspiration dienen und in denen du Ratschläge und Informationen entlang deines Weges finden kannst.

Auf deiner Reise in die Mutterschaft werden sich dir viele Gelegenheiten bieten, an denen du wachsen und aus denen du gestärkt hervorgehen kannst. Und das gilt nicht nur für dich, sondern auch für dein Kind, deine Beziehung, deine Familie, für deine Beiträge zur Gemeinschaft und vor allem für deinen Geist. Dieses Buch gibt dir Werkzeuge an die Hand, mit denen du deine Vorgeschichte erforschen und – wenn nötig – deine eigene Geschichte und unbewusste Überzeugungen zu Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft heilen kannst. Diese Werkzeuge können dir auch dabei helfen, eine tiefere und bewusstere Bindung zu der Seele aufzubauen, die in dir heranwächst. Und so wie sich die Wellen im Teich immer weiter ausbreiten, so können auch dein Partner und deine anderen Kinder stärker in den Prozess miteingebunden werden, was wiederum die gegenseitige Verbindung und Wertschätzung noch fördert.

Ich möchte dir mit diesem Buch auch Informationen zukommen lassen, zu denen du bisher keinen Zugang hattest: Wissen über Geburt und Säuglingspflege, welches nicht zum Mainstream der heutigen westlichen Kultur gehört und dennoch schon seit ewigen Zeiten existiert. Mit diesem Wissen hast du eine echte Wahl, und mein Wunsch ist, dass du und deine Familie alles bekommen, was ihr braucht, um ganz bewusst das wählen zu können, was euren physischen, emotionalen und spirituellen Bedürfnissen am ehesten entspricht.

Benutze dieses Buch so, wie es für dich am sinnvollsten ist. Du kannst das Buch ganz normal von Anfang bis zum Ende durchlesen oder du überfliegst zunächst die einzelnen Abschnitte, um die Kapitel zu finden, die deinen aktuellen körperlichen und emotionalen Bedürfnissen entsprechen. Höre gut in dich hinein. Vielleicht wählst du nur ein paar der vielen Übungen und Meditationen und konzentrierst dich auf diese. Vielleicht entschließt du dich sogar dazu, eine der Übungen 40 Tage hintereinander zu machen.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Buch einfach in die Hand zu nehmen, die Augen zu schließen und ein kleines Gebet zu sprechen. Bitte Gott – ganz gleich, was Gott für dich bedeutet –, durch deine Intuition zu wirken und dich in dieser Situation zu führen. Dann lasse das Buch sich an einer beliebigen Stelle öffnen und lies dir diese Seite durch. Sei offen für den Gedanken, dass auf der Seite, die aufgeschlagen wurde, die Botschaft ist, die du gerade brauchst. Nimm sie an als Motto für den Tag. So gehe ich immer an Bücher heran, die mich inspirieren, und ich finde wirklich jedes Mal genau die Antwort, die ich suche.

Segensgrüße, Gurmukh

ÜBERSICHT ZU DEN YOGAÜBUNGEN UND MEDITATIONEN

DAS ERSTE TRIMESTER

Meditation leicht gemacht

Einen geheiligten Raum schaffen

Meditation für die Verbindung zur Unendlichkeit

Deine Weiblichkeit ehren

Übung für emotionales Gleichgewicht

Tschüss Übelkeit

Übung für bessere Atmung

Meditation für Selbstliebe und Akzeptanz

Emotionale Wunden aus der Vergangenheit heilen

Meditation für mentale Balance

Meditation für Geduld

Meditation für glückliche Paare

Die Angst vertreiben

Meditation für mehr Entschlusskraft

DAS ZWEITE TRIMESTER

Verbinde dich mit deinem Kind

Baumhaltung

Meditation zum Glücklichsein

Freudentanz

Die „Ich bin genug, so wie ich bin“-Meditation

Die Ausdauer stärken

Das Rezept für strahlende Haut

Die Energie in Fluss bringen

Tiefere Intimität mit deinem Partner erfahren

Meditation zur Stärkung der Intuition

Meditation für Commitment

Hüft- und Rückenschmerzen mildern

Meditation für Gesundheit von Kopf bis Fuß

Deinen eigenen Raum für die Geburt einnehmen

Das Herz öffnen

Meditation, um verborgene Kräfte freizusetzen

Meditation für angenehme Träume

DAS DRITTE TRIMESTER

Meditation, um zu vertrauen und loszulassen

Weißer-Schwan-Meditation

Meditation für Wohlstand

Meditation zur Vorbereitung auf die Geburt

Die „Warten auf das Kind“-Meditation

DIE GEBURT

Meditation, um die Energie von Mutter Erde zu nutzen

Meditation, um Zweifel zu zerstreuen

Meditation für kraftvolle Fokussierung

Lichtmeditation

… UND DARÜBER HINAUS

Übung für starke, liebende Arme

Übung für besseres Stillen

Meditation, um die Familienbande zu stärken

Ein Lied der Dankbarkeit und der Liebe

Den Herausforderungen von morgen gemeinsam begegnen

Die „Es gibt genug Liebe für alles“-Übung

Die „Macht der Mutter“-Meditation

Meditation, um eine schöne Welt zu erschaffen

EINFÜHRUNG

„White-Shell-Woman, she moves …,

Before her all is beautiful,

she moves,

Behind her all is beautiful,

she moves.“

Lied der Navajo-Indianer

Ich bin seit mehr als dreißig Jahren Yoga- und Meditationslehrerin und bin stetig Zeugin davon, wie die unglaubliche Kraft dieser uralten Wissenschaft es vermag, die Seele zu erheben und Körper und Geist zu heilen. Yoga heißt wörtlich „anjochen“ oder „zusammenbringen“ und es bedeutet, dass du dich selbst mit dem Unendlichen verbindest. Verbundenheit ist die Essenz des Yoga und nirgendwo trifft dies mehr zu als während der Schwangerschaft, wenn dein Leben in jeder Hinsicht mit dem deines Babys verbunden ist.

Woche für Woche strömen Hunderte von Frauen und Familien ins Golden Bridge, unsem Yogazentrum in Los Angeles, um die prä- und postnatalen Yogakurse und die Geburtsvorbereitungskurse zu besuchen. Die Mütter und Väter kommen primär, weil sie etwas für eine gute und gesunde Schwangerschaft tun möchten. Was mich dann jedoch immer wieder zum Schmunzeln bringt, ist, wenn es den Teilnehmenden langsam dämmert, dass es bei der Geburtsvorbereitung eigentlich darum geht, sich auf ihr restliches Leben in der Elternrolle vorzubereiten. Yoga ist ein Zustand der Empfänglichkeit, in dem wir lernen und dauerhaft Veränderungen umsetzen können.

Ein Kind zu bekommen ist eine wunderschöne Art von Alchemie, also eine Form der Umwandlung. Was diese Seele dir gibt und was du dieser Seele gibst, wird dich für immer verwandeln. Schwangere Frauen zu unterrichten ist ohne Übertreibung meine allergrößte Leidenschaft im Leben. Ein Kind zu bekommen ist wie ein gelebtes Gebet und einfach eine erstaunliche Gnade. Die Kraft von uns Frauen, neues Leben in unserem Körper entstehen zu lassen, ist fast zu groß, um es zu begreifen. In der heutigen Kultur wird zu oft vergessen, dass es ein heiliges Wunder ist. Diese wichtige Lektion habe ich vor langer Zeit von einem jungen Mädchen namens Mary gelernt.

Als Kind war Mary ruhig und hatte eine ziemlich große Vorstellungskraft. Sie konnte stundenlang am Fenster sitzen und dabei träumen, einfach hinausschauen oder mit ihren Püppchen spielen. Wegen ihres zurückhaltenden Wesens wurde sie in der Familie „Mary-Sit-and-Do-Nothing“ genannt; ein Spitzname, der ihr das Gefühl gab, eine Enttäuschung für sie zu sein. Sie war zudem davon überzeugt, dass sie nicht besonders schlau war und dass irgendetwas mit ihr nicht stimmen konnte, denn sie kannte niemanden sonst, der einfach nur gern ruhig dasaß. Sie wuchs im Amerika der 40er- und 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts auf, als Tatkräftigkeit mit Erfolg gleichgesetzt wurde. Niemand aus ihrem kleinen Städtchen in Illinois hatte das Wort „meditieren“ auch nur gehört.

Anfang 1960 – Mary war noch ein Teenager – verschrieb man ihrer Schwester Diätpillen. Das wurde damals routinemäßig als Abnehmhilfe von Ärzten verschrieben. Was ihr Arzt allerdings nicht sagte, war, dass es sich bei dem Medikament um süchtig machendes Amphetamin handelte. Als Marys Schwester ihr vorschlug, die Pillen auch zu nehmen, weil man davon „richtig Energie“ bekam, stimmte sie glücklich zu, und schon bald wurde auch ihr ein Rezept ausgestellt. Mithilfe der Pillen rasten ihre Gedanken förmlich, ihr Gewicht sank und tatsächlich wurde sie von einer geradezu frenetischen Energie erfüllt. „Wow! Ab jetzt bin ich „Mary-Do-Everything!“ freute sie sich. Endlich konnte sie den Wunschtraum der Eltern von ihr als einem produktiven Mädchen erfüllen. Sie konnte sein wie die anderen.

Schon bald war Mary abhängig von dieser Droge. Obwohl das Wort „Sucht“ zu dieser Zeit im amerikanischen Sprachgebrauch nicht vorkam, war ihr klar, dass sie keinen Tag ohne die Pillen durchstehen konnte. Sie behielt diese Erkenntnis für sich. Mit wem konnte sie denn auch wirklich darüber sprechen? Sie kannte jedenfalls niemanden.

Mit neunzehn Jahren verließ Mary ihre kleine Stadt in Illinois in Richtung Kalifornien, um an der San Francisco State University zu studieren. Die Apotheken dort akzeptierten keine Medikamentenrezepte aus anderen Bundesstaaten. Zuerst geriet sie in Panik, doch dann war ihr plötzlich ganz klar, dass sie damit aufhören musste. Und das tat sie. Fast ein Jahr lang dauerte der Entzug, bei dem sie sich fortwährend schwach und apathisch fühlte. Nachts plagten sie Alpträume.

Irgendwann lernte Mary einen Mann kennen und verliebte sich in ihn. Er war Doktorand und rund 12 Jahre älter als sie. Sie sah in ihm einen weiseren, verlässlichen Mann, von dem sie hoffte, dass er den Platz ihres Vaters einnehmen könne. Der Vater war erst wenige Monate zuvor einem langen und schmerzhaften Krebsleiden erlegen.

Als sie merkte, dass sie schwanger war, wusste Mary nicht, was sie tun sollte. Sie war 21 Jahre alt. Als sie ihre erzkonservative Familie anrief, um ihnen mitzuteilen, dass sie schwanger sei, war das eine belastende und demütigende Erfahrung; sie hatte das Gefühl, in den Augen ihrer Familie versagt zu haben.

Obwohl weder sie noch ihr Freund sich bereit für eine Ehe fühlten, waren beide davon überzeugt, keine andere Wahl zu haben. Abtreibung war illegal und eine unverheiratete Mutter war ein gesellschaftliches No-Go. Es war eine leidvolle, verwirrende Zeit, doch trotz allem war sie auch beschwingt bei der Aussicht auf das neue Leben, das in ihr wuchs.

In den Gelben Seiten von San Francisco fand sie einen Frauenarzt ganz in der Nähe ihrer Wohnung. Sie hatte sich vorgenommen, ihn zu mögen und ihm zu vertrauen, doch sie konnte es nicht. Er gehörte zu der Art von Ärzten, die nicht einmal Guten Tag sagen, wenn sie ins Sprechzimmer kommen; außerdem gab er völlig unsensible Kommentare von sich wie: „Wenn Sie noch mehr zunehmen, werden Sie nicht mal mehr durch die Tür des Kreissaals passen!“ Sie fühlte sich gedemütigt. Ohne ihre Diätpillen hatte sie nicht mehr dieses falsche, von Drogen erzeugte Selbstwertgefühl, ganz zu schweigen von der gesteigerten Energie oder dem Gefühl der Unschlagbarkeit. Sie war mitten in einer Abwärtsspirale, fühlte sich fett und hässlich, und der Arzt schien ihre Überzeugungen auch noch zu bestätigen.

Immer wenn Mary von diesen Praxisbesuchen nach Hause kam, konnte sie nicht aufhören zu weinen. Sie erzählte ihrem Ehemann, wie sehr sie sich vor diesem Arzt fürchtete. Dennoch kam keinem der beiden in den Sinn, sich einen anderen Arzt zu suchen. Es war fast so, als sei er ein Gott, dem man sich nicht zu widersetzen wagte. Mit versteinerter Miene marschierte sie also weiterhin jede Woche in diese Praxis und fühlte sich in jeder Hinsicht wie eine totale Versagerin.

Am 4. November 1964 – während der Wahlen, bei denen Jerry Brown als Gouverneur von Kalifornien antrat – begannen Marys Wehen. Man schob sie mit dem Rollstuhl in den Kreissaal; ihr Mann musste draußen bleiben. Im Kreissaal dröhnte die ganze Zeit über ein Fernseher, weil das Personal nicht die Wahlergebnisse verpassen wollte. Mary wurde rücklings auf das Entbindungsbett gelegt, die Füße in Haltebügeln fixiert.

Ohne ein weiteres Wort der Erklärung und ohne um Erlaubnis zu fragen, gab der Anästhesist ihr eine Spritze mit einer großen, sehr langen Nadel in den Rücken. Erst Jahre später erfuhr sie, dass man ihr ohne ihre Einwilligung eine PDA verpasst hatte.

Als sie in den Wehen lag, war es einzig der Anästhesist, der ihr Fragen stellte und ihre Hand hielt. Sie hatte das Gefühl, er war der Einzige, der sich überhaupt um sie kümmerte. Erst viele Jahre später dämmerte ihr, dass er nur deshalb das Gespräch gesucht hat, um abschätzen zu können, ob die Betäubung ihre Wirkung tat. Niemals würde sie seine Hand auf ihrer vergessen, weil es das einzig Wirkliche in einem sonst kalten und lieblosen Raum war. Die Wände waren schlammgrün gestrichen, und sie konnte kaum ein Gesicht über sich erkennen, weil alle wie gebannt auf den Bildschirm starrten, der unter der Decke befestigt war. Niemand wollte die neuesten Hochrechnungen verpassen. Die Gespräche des Personals drehten sich um die Wahlen und wer sie wohl gewinnen würde. Und unter dem Geräuschteppich aus politischem Smalltalk lag Mary und betete um Hilfe, um etwas Trost, um die Gewissheit, dass alles gut werden würde. Doch nichts davon. Und so kam ihr Baby auf die Welt.

Mary war zu naiv, zu unwissend und ängstlich, um zu verlangen, dass man endlich auf ihre Bedürfnisse einging. Tatsächlich wusste sie nicht einmal, welche Bedürfnisse sie überhaupt hatte – so weit war sie von ihrer eigenen Gefühlswelt entfernt. Von Yoga, Geburtsvorbereitungskursen oder Schwangerschaftsratgebern hatte sie noch nie etwas gehört. Schließlich wurde sie bewusstlos und bekam nicht mehr mit, wie das Kind, ein kleiner Junge, aus ihr herausgezogen wurde.

Nach dem damals üblichen Krankenhausaufenthalt von drei Tagen machte sich Mary bereit, mit ihrem Sohn – einem rund dreieinhalb Kilo schweren Jungen namens Shannon Danuele – nach Hause zu gehen. Obwohl sie von niemandem dazu angehalten oder gar bestärkt wurde, hatte sie angefangen, ihm die Brust zu geben. Das Krankenhauspersonal stellte ihr Fläschchen und Milchpulver zur Verfügung, aber tief in ihrem Herzen wusste sie, dass es das Beste war, den Jungen zu stillen, auch weil ihre Mutter sie selbst als Baby gestillt hatte.

Und eine Sache war ihr von Anfang an klar: Sie wollte keine Beschneidung für ihren Sohn. Zwar wusste sie nicht einmal, wie ein unbeschnittener Junge aussah – die Männer in ihrer Familie, ihr Ehemann und sogar die Kinder, die sie als Teenager gesittet hatte, waren alle beschnitten. Trotzdem konnte sie keinen Sinn darin erkennen, ihrem Sohn diesen Schmerz zuzufügen, um einen natürlichen Teil seines Körpers abschneiden zu lassen. Sie sagte dem Arzt, dass sie diese Praxis für unnötig und sogar ein bisschen barbarisch hielte. Er war sofort auf 180.

„Sie werden ein Monster erschaffen, was Sie dafür hassen wird, dass Sie das unterlassen haben!“, fuhr er sie an. Und weiter: „Ich werde dieses Kind nicht entlassen, bis Sie zur Vernunft gekommen sind!“

Sie weinte, sie bettelte, aber sie fühlte sich nicht fähig zu kämpfen. Wieder einmal hatte der Gott gesprochen und sie lag falsch. Am Ende willigte sie ein, damit sie ihr Baby mitnehmen und nach Hause gehen konnte. Elf Tage nach seiner Geburt hatte Shannon einen Herzstillstand. Er war mit einem angeborenen Herzfehler auf die Welt gekommen. Mary und ihr Mann kämpften darum, ihren Jungen am Leben zu erhalten. Shannon durfte nicht schreien, weil sein Herz dann aussetzte. Viele Nächte lang fuhren das Paar mit ihrem VW-Bus durch die leeren Straßen von San Francisco, die steilen Hügel hinauf und hinunter, um Shannon zu beruhigen und vom Schreien abzuhalten. Obwohl es ihm schwerfiel zu saugen, stillte Mary ihn weiter und ergänzte das noch mit Flaschennahrung. Sie konnte ihn kaum ablegen und bekam so selbst viel zu wenig Schlaf und Essen, doch sie hatte eine Mission zu erfüllen. Die Ärzte hatten gesagt, wenn Shannon bis zum Alter von zwei Jahren am Leben bliebe, würden sie die lebensrettende Operation durchführen können. Er hat es nicht geschafft, zwei Jahre alt zu werden. Mit sieben Monaten verließ Shannon seinen Körper und ging zurück zu dem zeitlosen Ort, zu dem die Seelen gehen. Er starb im Krankenhaus, als Mary nach Hause gegangen war, um ein paar Stunden zu schlafen. Keine Chance, ihn ein letztes Mal in den Arm zu nehmen. Sie konnte sich nicht einmal richtig verabschieden.

Am Tag nach seinem Tod sollte Marys Ehemann ein Praktikum im Rahmen seines Doktortitels in klinischer Psychologie im Norden des Landes antreten. Er fragte sie, ob er wirklich gehen sollte. „Mach dir keine Sorgen“, versicherte sie ihm, „mir geht es gut.“

Und so war sie komplett allein. Für den Schmerz, den sie fühlte, gab es keine Worte. Es war unmöglich, ihren Wahn, ihre Wut und ihre Trauer auszudrücken. Da war nur diese stumme, schmerzende Leere in ihr. Sie bekam nur vage mit, wie sie sich selbst die Haare ausriss, immerzu dieselben Worte schreiend: „Nein! Nein! Nein!“ Was hatte sie bloß getan? Gab es denn niemanden, mit dem sie sprechen und der ihr helfen konnte? Tagelang lief sie in Kreisen durch die stille, leere Wohnung, aber selbst die ständige Bewegung konnte ihre Qual, ihren Verlust und ihre Schuld nicht lindern.

Sie hatte keine Mittel und Wege, mit der Trauer umzugehen, wusste nicht, wie sie ihre Isolation überwinden konnte. Erst viele Jahre später begriff Mary, wie es – wenn man seine ganze Macht an andere abtritt und das eigene Bauchgefühl ignoriert – zu solch tragischen Ereignissen kommen kann.

Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut. Du hast es vielleicht schon geahnt: Mary „Sit-and-Do-Nothing“ war ich.

Nach meiner eigenen Erfahrung und derer zahlreicher Frauen, die mir ihre Erlebnisse geschildert haben, bin ich inzwischen der Ansicht, dass neben den lebensrettenden Fortschritten, die unsere moderne, hochtechnisierte Medizin Frauen in der Schwangerschaft und bei der Geburt bietet, sie eben auch einige schwerwiegende Herausforderungen mit sich bringt. Das Wissen der Frauen über sich selbst, ihren Körper und ihre Gefühle kann hier nicht nur leicht übersehen, sondern in der autoritären Tradition der westlichen Medizin sogar völlig in Misskredit gebracht werden. Meist werden nur die Informationen als relevant erachtet, die von Ärzten und aus kontrollierten klinischen Studien stammen. Das führt bei den Frauen oft zu solchen Gedanken wie: „Wenn ich eine moderne und verantwortungsvolle Mutter sein will, sollte ich meiner Gefühlswelt und meinem Bauchgefühl lieber nicht zu viel Bedeutung beimessen.“ Ich sehe es als meine Lebensaufgabe an, dass keine Frau und kein Kind mehr eine solche Ignoranz und solches Leid erfahren muss, wie es mir bei meinem ersten Kind widerfahren ist.

Meine Erfahrung ist, dass Gott keine Fehler macht. Jedes Leben hat seine ureigene, tiefe Bestimmung. Ich glaube, dass mein kleiner Junge als eine Art Schutzengel gekommen ist, denn ohne ihn hätte ich vielleicht niemals versucht, nach Heilung zu suchen, und hätte womöglich mein eigenes Schicksal verpasst, nämlich die tiefe Weisheit und Wissenschaft des Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan weiterzugeben. Mit dem Wissen der alten Weisen kannst du eine Reise zu deiner ureigensten, wahren Natur antreten. Wenn du weißt, was es heißt, menschlich zu sein, dann weißt du, was es heißt, Mutter zu sein – einfach alles und jedes zu sein!

Schließlich ließen sich mein erster Ehemann und ich uns scheiden. Es war kein fieses Ende, nur ein trauriges. Auch viele Jahre danach sehnte ich mich immer noch nach dem Gefühl, irgendwo dazuzugehören. Diese tiefe Traurigkeit seit dem Tod meines Kindes und das schon ein Leben lang andauernde Gefühl, nirgendwo hineinzupassen oder meine Bestimmung nicht zu erkennen, warfen existenzielle Fragen auf: „Warum bin ich hier auf dieser Erde und worum geht es überhaupt im Leben?“ Ich reiste um die Welt. Als könnte ich dadurch, dass ich Tausende von Kilometern zurücklegte, irgendwie herausfinden, wonach ich mich sehnte – nach mir. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, war ich wirklich auf einer spirituellen Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Ich war auf der Suche nach „meinen Leuten“, meinem Stamm, meinem Zuhause.

Von meinem Wohnort Haight Ashbury in San Francisco fuhr ich gen Süden nach Big Sur, zog weiter, trampte quer durch Mexiko und lebte dort mit den Einheimischen. Danach führte ich zwei Jahre lang ein Hippieleben an einem Strand von Maui. Ich tanzte, sang, fastete, nahm halluzinogene Drogen, spielte in den Wellen und besaß nichts. Es war ein Leben ohne jegliche Verpflichtung oder Bindung, was ich mit Freiheit gleichsetzte, vor allem im Vergleich zu meiner strengen Erziehung.

Später dann führte mich Gott zu einem zen-buddhistischen Zendo, wo ich Zazen saß, eine recht rigorose Form stiller Meditation. Ich tat das ein ganzes Jahr lang, sieben Stunden am Tag, im Zölibat und ohne Drogen. Tatsächlich plante ich bereits, Zen-Nonne zu werden, und begab mich deswegen auf den Weg zurück aufs Festland, um meiner Familie noch einen Besuch abzustatten, bevor es zu meiner Ausbildung nach Japan gehen sollte.

Ich hatte ja keine Ahnung, was eigentlich passieren sollte.

Das war im Jahr 1970. Wieder einmal war es die erstaunliche Gnade Gottes, die mich zu einem Ashram in Arizona führte, in dem Kundalini Yoga und Meditationen praktiziert wurden. Als ich gerade in Big Sur war, traf ich einen alten Bekannten – besser gesagt suchte er mich an seinem 21. Geburtstag auf, und zwar weil er, wie er sagte, einen sehr deutlichen Traum gehabt habe, in dem Gott ihm gesagt hätte, er solle mich nach Arizona in einen Ashram bringen. Ashram? Ich wusste nicht mal, was das Wort bedeutet. Er war allerdings jemand, zu dem ich Vertrauen hatte, und er bestand so felsenfest darauf, dass es ihm von Gott befohlen worden sei und man das auf keinen Fall ignorieren dürfe. Also dachte ich bei mir: „Warum eigentlich nicht?“ Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich schon eine geraume Zeit treiben lassen, da kam es nun auch nicht mehr darauf an. Die Reise nach Japan könnte ich ohne Probleme um ein paar Tage verschieben. Kurz darauf beluden wir also seinen kleinen VW-Käfer und machten uns auf in Richtung Tucson, Arizona, ohne einen blassen Schimmer, was uns dort erwarten würde.

Als wir ankamen, zahlte er 75 Dollar für einen Monat Kost und Logis für mich im Ashram. Er blieb auch, meditierte sieben Tage lang und fuhr dann einfach fort, keine Ahnung wohin. Ich habe ihn nie wieder gesehen. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben kann, aber als ich durch die Eingangstür des Ashrams ging, wurde ich von einem Gefühl absoluten Friedens durchströmt. Es war, als hätte ich das alles schon einmal getan. An diesem Tag fand ich meinen wahren „Dharma“, meinen Lebensweg. Die erschöpfte Wanderin war endlich zu Hause angekommen. Das ist jetzt mehr als drei Jahrzehnte her.

Yogi Bhajan, mein spiritueller Lehrer, brachte die Technik und die Meditationen des Kundalini Yoga in den Westen. Jahrtausendelang wurde diese mystische Praxis nur von Meister zu Schüler weitergegeben, doch Yogi Bhajan lüftete den Schleier der Geheimhaltung. Damit machte er diese kraftvollen Lehren, die bisher nur Asketen vorbehalten waren, der Gemeinschaft zugänglich. Das Leben vieler Familien und ganzer Gemeinschaften hat sich dadurch zum Besseren gewendet; hier fanden sie Zuspruch und Freude, Gesundheit und Sinn. Er gab mir meinen spirituellen Namen, Gurmukh, was so viel heißt wie „die, die Tausenden in der ganzen Welt hilft“. Er sagte mir auch, dass ich helfen würde, Kinder in die Welt zu holen.

Zu Anfang habe ich das ziemlich wörtlich genommen. Während ich in einem Ashram im Norden von New Mexico lebte, stellte ich mich bei einem Gynäkologen in Santa Fe vor, von dem ich wusste, dass er Hausgeburten begleitete. Ich schlug vor, dass ich sein Haus und die Praxis putzte und ich dafür bei den Geburten anwesend sein und alles Mögliche über Geburten von ihm lernte durfte. Mitzuerleben wie diese kleinen Seelen ihren ersten Atemzug in der Welt taten, war eine wunderbare, geradezu göttliche Erfahrung. Diese Arbeit lehrte mich so viel über das Leben im Allgemeinen und über unsere Kraft als Frauen im Besonderen – es war so völlig anders als das, was ich bei der Geburt von Shannon erlebt hatte. Dennoch war es nicht mein Weg, Hebamme zu werden, und ich hörte irgendwann dort auf, zur gleichen Zeit, als meine Tätigkeit als Yogalehrerin mehr und mehr zum Vollzeitjob wurde.

1977 begab ich mich auf eine Yatra – eine spirituelle Pilgerreise – nach Indien, und nach meiner Rückkehr zog ich nach Los Angeles, wo ich endlich meinen Seelenverwandten und spirituellen Partner Gurushabd Singh traf. Im Herbst 1982 haben wir geheiratet. Jeden Morgen sind wir in der Frühe um 3:30 Uhr aufgestanden, um unser Sadhana zu beginnen, unsere tägliche Praxis aus Gebet, Yoga und Meditation. Während des Sadhana hatte ich Visionen, in denen ich ein Kind empfing, sogar mit dem genauen Datum: Am 15. Mai sollte es passieren. Ich kann mich jetzt noch ganz deutlich an diese Vision erinnern; wenn ich meine Augen schließe, läuft alles wie ein Film vor mir ab. Ich war also Anfang vierzig und überzeugt, dass es nicht mehr so leicht sein würde, schwanger zu werden. Aber keine Frage, am 15. Mai 1983 – ich war da 42 Jahre alt – empfingen wir unsere gemeinsame Tochter, genau zwanzig Jahre nach der Geburt meines Sohnes. Es war, als hätte sich eines von Gottes Wundern manifestiert.

Zu jener Zeit konnte ich in ganz Los Angeles nur einen Sportkurs für schwangere Frauen finden. Ich ging hin, aber es hatte überhaupt keinen Wohlfühlfaktor. Ich fühlte mich fehl am Platz, dick und trampelig. Im Kurs wurde nie geredet, und es war nicht zuletzt dadurch ziemlich ungemütlich. Die Musik war einfach nur nervig und laut, und wir mussten schwitzen, als wären wir in einem Aerobic-Kurs.

Später entdeckte ich dann einen ganz normalen Stretching-Kurs im Jane-Fonda-Studio; dieses wunderbare Fitnessstudio war nur wenige Gehminuten von meinem Zuhause entfernt. Peter, der Trainer dort, war so nett und unterstützte mich so toll während meiner ganzen Schwangerschaft, dass er mir richtig ans Herz wuchs. Als mein Bauch immer größer wurde, änderte er sogar den Ablauf des Kurses für mich. Wenn dann gegen Ende die Sit-ups drankamen, bedankte ich mich herzlich bei Peter und schlenderte nach Hause, denn mir war klar, dass Bauchmuskeltraining gerade nichts für mich war. Ich war so froh dort, dass ich fast jeden Tag hinging. Ich genoss es einfach so sehr, mit anderen in einer Gruppe zu sein.

Da ich ja auch selbst Yogalehrerin war, erstellte ich mir mein eigenes kleines Yogaprogramm.

Ich ging jeden Tag spazieren, übte viele Kundalini Yogasets, die Yogi Bhajan für Schwangere empfohlen hat, und meditierte weiterhin regelmäßig.

Irgendwie glaube ich, dass es Gottes Gnade und diesem Programm zu verdanken ist, dass diese Geburt im Alter von 43 Jahren zwar nicht leicht, aber eben ganz und gar nicht unmöglich war.

Mithilfe einer Hebamme brachte ich im Februar 1984 unsere Tochter Wahe Guru Kaur daheim in unserem Familienbett zur Welt. Im Gegensatz zu dem, was die naive, junge Mary erlebt hatte, waren die Wehen diesmal wie eine lange, tiefe Meditation; wie in einer Spirale ging es kontinuierlich ins Innerste und öffnete von dort meinen Körper, wie sich Blütenblätter in der Wärme der Sonne öffnen. Das ist zumindest meine Erinnerung daran. Vor ein paar Jahren fragte mich mal jemand, ob ich während der Wehen eigentlich auch geschrien hätte, und ich schüttelte ganz stolz den Kopf. Mein Mann schaute mich an, als wäre ich verrückt geworden: „Wovon sprichst du?“, sagte er. „Du hast dir die Lungen aus dem Leib geschrien!“ Nun ja, ich konnte mich wirklich nicht mehr daran erinnern, weil ich mich auf einer unbeschreiblich tiefen Reise befand.

Immer wieder fragten mich meine Schülerinnen, aber nicht nur die, was ich denn während meiner Schwangerschaft so alles gemacht habe. Da wurde mir langsam klar, dass ich doch schon einiges wusste, was ich weitergeben konnte, und so ging es los, zunächst mit einer ganz kleinen Schwangerenyogagruppe, die ich noch in unserer winzigen Wohnung anleitete. Wir nannten unseren Treff „Vogelnest“, weil es so kuschelig und gemütlich war – mit meinem Baby Wa, das friedlich im Nebenzimmer schlummerte. Schon bald darauf drängelten sich immer mehr Frauen an meiner Tür; sie alle lechzten buchstäblich danach, endlich auch einmal einen anderen Blickwinkel auf das Thema Schwangerschaft kennenzulernen als das, was man üblicherweise vorgesetzt bekam. Wir mussten uns ein größeres Haus suchen, um der großen Nachfrage gerecht zu werden!

Heute, viele Jahre später, kommen Hunderte von Frauen zu den Yogakursen und dem Khalsa Way, unserem Geburtsvorbereitungsprogramm, das wöchentlich auch als Kurs für Paare angeboten wird. Die meisten Mamas kommen vierzig Tage nach der Geburt ihrer Babys zurück in die „Mama und ich“-Kurse. Väter sind natürlich immer herzlich willkommen. Es ist zu einer stetig wachsenden Familie geworden. Nach all den Jahren weiß ich nun genau, was Yogi Bhajan damals meinte, als er mir auftrug, Babys auf die Welt zu bringen: Er meinte, ich solle helfen, die kleinen Seelen in die Arme von Müttern zu legen, die körperlich, geistig und seelisch bereit sind, sie auf ihrer wunderbaren Reise durch dieses Leben zu führen.

Yogi Bhajan sagte immer, er sei nicht nach Amerika gekommen, um Schüler um sich zu scharen, sondern um Lehrende auszubilden. Ganz in diesem Sinne kommen Frauen aus der ganzen Welt zu unseren „Khalsa Way Teacher Trainings“, um sich hier in einer intensiven 60-Stunden-Woche schulen zu lassen. Mit ihrem Zeugnis im Gepäck bringen diese Frauen das Wissen zurück in ihre Familien und ihre Gemeinschaft, wo es sich wiederum weiterverbreitet. Mit anderen Worten helfen diese uralten Lehren Frauen und Familien auf der ganzen Welt und letztlich der Welt selbst.

Als Eltern ist es unsere Aufgabe, unser Bewusstsein zu schärfen, und zwar nicht nur, was Empfängnis, Schwangerschaft, Geburt und Erziehung betrifft, sondern auch für unser eigenes Leben. Wir müssen Kindern das geben, was sie im Leben brauchen, sodass sie nie vergessen, wer sie sind: spirituelle Wesen, die geboren wurden, um eine menschliche Erfahrung zu machen.

Unser Körper ist quasi das Medium, das uns ermöglicht, die eigene Verbindung mit dem Unendlichen kennen und schätzen zu lernen. Wir erwecken die „Kundalini“, die ursprüngliche Energie, die gleich einer zusammengerollten, schlafenden Schlange am unteren Ende unserer Wirbelsäule ruht. Und wie der Flötenklang des indischen Schlangenbeschwörers, der die Kobra aus dem Schlummer hervorholt, so erhebt Kundalini Yoga diese Energie entlang der Wirbelsäule mithilfe von Asanas (Körperhaltungen), Pranayama (Atemtechnik), Mudras (Handhaltungen, die bestimmte Bereiche im Gehirn stimulieren) und Mantras (sich wiederholende Klangfolgen, die gesungen werden, um das Bewusstsein zu verändern).

Diese Yogapraxis stärkt selbst in seiner einfachsten Form nicht nur den (physischen) Körper, sondern auch das System der Chakras wird stimuliert und ins Gleichgewicht gebracht. Das Wort Chakra