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In diesem Buch werden lustige Begebenheiten im Alltag und mit Tieren erzählt. Es geht um humorvolle Schilderungen unterschiedlicher Situationen. In abwechselnder Reihenfolge handelt es sich dabei um sonderliche Geschehnisse mit Tieren und ungewöhnliche Ereignisse im Alltag.
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Seitenzahl: 86
Veröffentlichungsjahr: 2023
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© 2023 Thomas Tabbert
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Thomas Tabbert
Falkenseer Damm 6
13585 Berlin
Umschlaggestaltung und Bilder im Buch:
ImpressumDie FledermausDie BewerbungDer Enten-SpaziergangEinzahlung von MünzenDer SpechtDie UrheberschaftDie SchlangeMorgenstund' hat nicht nur Gold im MundSchlurfiDie FernreiseDie KräheHundegebellDer SchwanMallorcaDer ZwingerTräumereienDer WeidezaunAlexDer Kater
Mein Musik-Übungsraum macht eigentlich nicht mehr viel her, seit ich meinen Flügel verkaufen musste, woraufhin der „Glanz von Einst“ damit ein für alle Mal verblasst sein dürfte.
Nichts desto trotz hat der Raum selbstverständlich eine gewisse Historie; und zu dieser Chronik gesellt sich das jüngste Ereignis:
Meine Partnerin meinte kürzlich, dass es nunmehr - nach einigen Jahren - wohl an der Zeit sei, dort endlich einmal die Fenster zu öffnen, um den Raum ein wenig vom Zigaretten-Dunst zu befreien.
Nachdem ich mich bisher stets beharrlich (und somit erfolgreich) geweigert hatte, solcherlei Ansinnen - von verschiedensten Seiten her - rigoros im Keime zu ersticken, nahm ich eine kleine Zwei-Personen-Feierlichkeit mit meinem alten Kumpel Jimmy zum Anlass, ihrem Wunsche schließlich doch einmal zu entsprechen ( Hah - von wegen borniert und renitent!)
Währenddessen Jimmy und ich gemütlich eine Kippe nach der Anderen rauchten und dabei so vor uns hin tranken, hörten wir plötzlich ein dumpfes „Plock“ oben zwischen der Decke und Wand. Dann fiel von dieser Stelle irgend etwas Schwarzes auf den Boden.
Obwohl wir schon ziemlich beschwipst waren, bekamen wir einen dermaßen gewaltigen Schreck, dass wir schlagartig annähernd ernüchterten.
Unten, auf dem Fußboden, lag etwas Undefinierbares. Wir erhoben uns langsam, mit weit aufgerissenen Augen von unseren Plätzen, also mit paralysiertem Blick auf das Etwas fixiert. Im Zeitlupen-Tempo näherten wir uns dem schwarzen Etwas äußerst vorsichtig, aber zielstrebig – jedenfalls soweit das der alkoholisierte Zustand zuließ.
„Eine Fledermaus!“ rief Jimmy überrascht, woraufhin ich - ob seines Brüllers und zugleich der Identifizierung- einen weiteren Adrenalinstoß bekam.
In absoluter Panik verließ ich fluchtartig den Raum und schlug die Tür instinktiv mit einem lauten Knall hinter mir zu. Augenblicklich kam mir jedoch die Erkenntnis, dass meine Reaktion keineswegs bei Jimmy als sonderlich mutig gelten konnte. Daher öffnete ich - um Schadensbegrenzung bemüht - sogleich wieder die Tür einen millimeter-weiten Spalt, um die Lage vorsichtig und sorgfältig sondieren zu können.
Dahingegen verhielt sich Jimmy jedoch deutlich andersartig, dessen Forscher-Natur sich jetzt augenscheinlich offenbarte.
Zunächst einmal stupste er das Wesen mit seinem Zeigefinger, und als es sich daraufhin nicht rührte, fotografierte er selbiges mit seinem Fotohandy und katalogisierte es kichernd als “Little Bat.jpg“.
Es schien leblos zu sein. Peu à peu - ein wenig mutiger werdend - betrat ich nun den Raum. Doch kaum, dass ich unmittelbar vor dem Ungetüm stand, rührte es sich, wurde wieder lebendig und flatterte mit einem Mal wie der Blitz durch das Zimmer.
„Uarrrh!“ schrie ich erschrocken, und riss den Schirm vom Tschibo-Sonnenstuhl ab, um mich gegen das (blutsaugende – man hat schon viel davon gehört – nie etwas besonders gutes) transsylvanische Flatter-Vampir-Monster zu verteidigen. Immerhin ist es ein Raubtier und hat Reißzähne - und wild ist es außerdem. Gefährlich!
Lauthals lachend fotografierte mich Jimmy.
„Der_mit_der_Fledermaus_tanzt_01.jpg“ katalogisierte er das Bild.
Unterdessen kreiste das Vieh unablässig um mich herum im Raum hin und her, während ich mit dem Schirm herumfuchtelte, um es zum Fenster hinaus zu treiben.
Und dann kam zu meinem Entsetzen doch tatsächlich noch eine zweite Fledermaus durch das offene Fenster hinein. Die Situation spitzte sich also dramatisch zu; kurzum, es war katastrophal! Schließlich gelang der einen Fledermaus die Flucht in die Freiheit – ich mutmaße, dass es die Fledermaus war, die erst später hereingekommen war, sicherlich um nachzuschauen wo das fliegende Raubtier Nº1 abgeblieben ist.
„Klick“, Jimmy katalogisierte:
„Der_mit_der_Fledermaus_tanzt_02.jpg“; wohlan, er hatte seinen Spaß!
Nach einer hitzigen Jagd (wobei ich nach wie vor nicht weiß, wer wen gejagt hat (ich hatte übrigens dabei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weitaus mehr Furcht vor dem Flatter-Mann, als anders herum (es gibt auch andere Meinungen dazu))) legte die Fledermaus unverhofft eine Pause ein, indem es sich oben, zwischen Wand und Decke festkrallte, offensichtlich um sich zu verpusten, sich ein wenig zu entspannen, und vielleicht um es sich dort auf unbestimmte Zeit gemütlich zu machen.
Doch damit hatte die Fledermaus die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Sofort trieb ich sie wieder zum Durchstarten an … und irgendwann – es kam mir wie eine Ewigkeit vor, verschwand das Flatter-Monster unversehends durch das Fenster in die düstere Nacht. Ende der Story.
Nüchtern betrachtet bin ich mittlerweile der Ansicht, dass Batman Nº1 äußerst dusselig gewesen sein muss, immerhin haben die Fledermäuse doch Ultraschall, oder? Aber nein - statt ihren gesunden, angeborenen Sonarsinn zu gebrauchen sauste Batman Nº1 geradewegs durchs offene Fenster und prallte volle Socke (mit voller Wucht) gegen die Wand, stürzte besinnungslos herab, und dann lag sie da – warum?
Endlich hatte ich meinen Schulabschluss in der Tasche.
Mein Vater rief mich zu sich und meinte:
„Die Schule hast du absolviert. Das Lotterleben hat ein Ende. Jetzt fängt der Ernst des Lebens an. Wird Zeit, dass du dir ernsthafte Gedanken über deine Zukunft machst.“
Darauf war ich vorbereitet. Diese Situation hatte ich kommen sehen. Genau dafür hatte ich bereits ein As im Ärmel.
Ich pflichtete ihm bei:
„Das sehe ich genau so. Gut das du das erwähnst. Witzige Geschichte. Ich habe nämlich gerade erst meine Bewerbung abgeschickt.“
Mein Vater schaute mich verwundert an:
„Wo hast du was hingeschickt? Was für eine Bewerbung?“
Ich grinste:
„Willst du sie mal sehen? Warte, ich hole dir eine Fotokopie davon.“
Während dessen ich die Kopie meiner Bewerbung holte, hatte mein Vater ein Herrengedeck (ein Humpen Bier und ein Gläschen Schnaps) vor sich auf dem Tisch gestellt.
Als ich wieder vor ihm stand, schaute er mich an und nahm dabei einen tiefen Schluck aus dem Bierkrug. Dann stellte er das Gefäß ab und forderte mich auf:
„Zeig mal her!“
Stolz präsentierte ich ihm meine Bewerbung.
Laut las er vor:
„An die Firma
meiner Wahl
- Personalbüro -
«Personalchef persönlich»
Betrifft: Bewerbung als Ideenlieferant
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit bewerbe ich mich bei Ihnen als Ideenlieferant.
Meine Vorstellung bezüglich meiner Arbeitstätigkeit bei Ihnen sieht folgendermaßen aus:
Ich hätte gerne in Ihrer Firma einen unabhängigen, autonomen Arbeitsplatz mit eigenem Büro – als Produktionsstätte, als Denkfabrik – und einer Sekretärin, die meine Aktivitäten managt, das heißt Termine koordiniert, die meine Ideen mitstenographiert, recherchiert etc..
Da ich viele verschiedene, kreative Ideen habe, die ich selbstverständlich aufgrund fehlender Mittel nicht eigens realisieren kann, benötige ich das Personal ihrer Firma, welches in der Lage ist, in einem kooperativen Team-Workshop meine zukunftsträchtigen Ideen (gegebenenfalls zu selektieren) umzusetzen, zu innovativen absatz-boomenden Massenprodukten, die wiederum Ihrer Firma zu Gewinnen in Rekordhöhen verhelfen werden.
Ich sehe mich in der Lage, Ihrer Firma Ideen liefern zu können, zu Produkten, die der Entwicklung und Fertigung unter Ihrem Management, dem Know-how Ihrer Firmen-Facharbeiter - und Wissenschaftler bedürfen.
Ich spreche dabei von Produkten, welche konkurrenzlose Marktnischen füllen werden (eben, weil Ihrer Konkurrenz die Ideen fehlen).
Im Hinblick darauf wird Ihre alsbaldig prosperierende Firma – dessen bin ich mir sicher – daran gelegen sein, neue Arbeitsplätze zu besetzen (wenn das – gerade zur Zeit - keine Publicity für Ihr Firma ist!).
Da ich Hyperrealist bin, habe ich keine herkömmlich-statuierte Ausbildung. Dementsprechend bin ich nicht festgelegt, sondern bewege mich flexibel in allen wissenschaftlichen Bereichen. Daher werde ich als Visionär interdisziplinär tätig sein können.
So Sie begeisterungsfähig bereit sind, den Walzer mit mir tanzen zu wollen, steht einer erquicklichen Zusammenarbeit nichts mehr im Wege. Ich würde ich mich daher freuen, wenn Sie mich zu einem Vorstellungsgespräch zu sich einladen, in dem ich Ihnen eine Kostprobe meiner Ideen präsentieren kann.
Ich verbleibe mit gespannten Erwartungen.
P.S.: Sollte Ihnen meine Bewerbung eher außergewöhnlich vorkommen, darf ich Ihnen versichern, dass sie dennoch ernst gemeint ist.
Sehen Sie, zur Zeit vegetiere ich irgendwo im Vakuum. Aber selbst die kleinste Kartoffel kann wuchern, wenn sie im fruchtbaren Nährboden implantiert wird, nicht wahr?
Ich fühle mich wie ein gefesselter Leonardo da Vinci, der nach der Hilfe eines kompetenten Mentors schreit.
Mir geht es dabei nicht um ein saftiges Gehalt (wünschenswert ist ein Auskommen mit meinem Einkommen), sondern als enthusiastischer, idealistischer Visionär um die Instandsetzung meiner Ideen.
Meine Tätigkeit ist unvereinbar innerhalb einer hierarchischen Struktur. Die Ideen sind extern: frei, also möchte ich unabhängig (ohne Vorgesetzten) agieren können – aber innerhalb einer Diskussion am Round-Table. Sozusagen als jemand, der im Hintergrund an verschiedenen Fäden zupft.
Mir geht es darum, als Pförtner der Menschheit (in Ihrer Terminologie: der Verbraucher/Käufer/Kunde und dergleichen) die Tore der Zukunft zu weisen; diese müssen beim Passieren jeweils Tribut entrichten – und das entspräche letztendlich dem Profit und sichere Arbeitsplätze für Ihre Firma.“
Nachdem mein Vater das Schreiben gelesen hatte, lehnte er sich seufzend in seinem Sessel zurück und starrte zur Zimmer-Decke.
Es verging eine Weile. Er musste sich anscheinend erst einmal sammeln und das Gelesene sacken lassen. Ich ließ ihm die Zeit, die er brauchte.
Mit großen Augen sah ich ihn erwartungsvoll an.
