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Täglich behandelt Ute Braun-Munzinger Patienten mit chronischen Erkrankungen. Sie stellt dabei fest: Viele dieser Krankheiten wären nicht entstanden, wenn man frühzeitig vorgebeugt hätte. Doch was kann man tun, um gesund, beweglich und leistungsfähig zu bleiben? Die Ärztin rät zu einer gesunden Ernährung und zur Abkehr von negativen Lebensgewohnheiten wie Rauchen, wenig Bewegung und Alkoholkonsum. Allerdings müssen für ein langes Leben in Gesundheit viele Funktionen des Körpers ineinandergreifen: von den Muskeln und Herzklappen über Hormone bis hin zu Steuerungsimpulsen aus Hirn oder Darm. Ute Braun-Munzinger hat wissenschaftliche Erkenntnisse und Tipps zusammengestellt und in Maßnahmen gegossen, die jeder ohne großen Aufwand durchführen kann.
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Seitenzahl: 173
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Lange in Gesundheit leben – wussten Sie schon …?
+ Wussten Sie schon, dass Gesundheit genauso vererblich ist wie Krankheit?
+ Und dass Sie selbst Gesundheit generieren können, die Sie Ihren Kindern und sogar Enkeln mit auf den Weg geben?
+ Wussten Sie, dass Diabetes Typ 2 und andere chronische Erkrankungen unter Umständen durchaus heilbar sind?
+ Wie können Sie Ihre Immunabwehr nachhaltig und verlässlich aktivieren?
+ Suchen Sie nach einem Weg, auf angenehme Weise Ihr Gewicht zu normalisieren?
+ Und wollen Sie Ihr Risiko, Krebs oder Alzheimer zu bekommen, so gering halten wie möglich?
+ Warum ist unser Darm immens wichtig für das Gehirn und worauf müssen wir diesbezüglich achten?
+ Haben Sie sich schon einmal gefragt, was mit dem Teer wird, den Sie beim Rauchen einatmen?
Auf diese und viele andere Fragen gibt Ihnen Dr. Ute Braun-Munzinger im vorliegenden Buch Auskunft. Sie bezieht sich dabei ausschließlich auf wissenschaftlich validiertes Wissen und anerkannte Studien.
VORWORT
WIE ERNÄHRUNG UNS GESUND ERHÄLT
So stellt unser Körper Energie bereit
Welche Lebensmittel brauchen wir?
Möglichst wenig verarbeitete und unbelastete Produkte
Frische Produkte
Bio-Lebensmittel
Warum eine gesunde Ernährung so wichtig ist
Special: Insulin – notwendig, aber auch gefährlich
VITAMINE, SPURENELEMENTE UND ANDERE STOFFE
Nahrungsergänzungsmittel auf dem Prüfstand
Empfehlenswerte Nahrungsergänzungsmittel
Selen
Vitamin D3
So kommen Sie an ausreichend Vitamin D3
Weitere wichtige Mikronährstoffe
Schädliches Homocystein
Vitamin B12
Vitamin B6 und Folsäure
Unentbehrlich: Vitamin C
DEN KÖRPER ENTLASTEN
Körpereigene Gifte
Von außen zugeführte Gifte
Was die Nieren leisten
Alkohol und Zucker stressen die Leber
Wie das Rauchen sich auf die Lunge auswirkt
Wie die Haut die Entgiftung unterstützt
Umweltgifte und Chemikalien
Elektrosmog
Schädigende Metalle
Weitere Gifte
Special: Der Säure-Basen-Haushalt
DARMGESUNDHEIT
Eine geregelte Verdauung
Wenn es mit der Verdauung nicht klappt
Ein gesunder Darm bis ins hohe Alter
Wenn Nahrungsmittel nicht vertragen werden
Eine gesunde Darmflora
Wenn Pilze im Darm überhand nehmen
Darm und Immunabwehr
Der Einfluss des Darms auf das Gehirn
GEFÄHRLICHES ÜBERGEWICHT
Warum Übergewicht schädlich ist
Die Gelenke leiden
Belastung von Herz und Kreislauf
Ungesundes Bauchfett
Wie gelingt das Abnehmen?
Die Ernährung dauerhaft umstellen
Ganz wichtig: Bewegung!
Heilfasten
Special: Die Heilkraft der Bewegung
EPIGENETIK
Wie wir unsere Gene beeinflussen können
So wirkt Epigenetik auf unsere Gesundheit
Ernährung und Epigenetik
Emotionen und Epigenetik
Zu einer positiven Einstellung finden
Die Mechanismen der Epigenetik gezielt nutzen
POSITIVE GEDANKEN UND ENTSPANNUNG
Positive Gedanken halten gesund
Von Ärgernissen nicht ärgern lassen
Den Blick auf Positives richten
Stress vermeiden
Regelmäßige Erholungspausen
EIN GUT FUNKTIONIERENDES GEHIRN
Was hält unser Gehirn fit?
Die richtige Ernährung fürs Gehirn
Ein gesunder Lebensstil
QUELLENVERZEICHNIS
REGISTER
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir alle wünschen es uns: ein langes Leben – mit Qualität, nicht mit Qual. Lange leben, dabei aber gesund bleiben und in geistiger Frische aktiv am Leben teilhaben bis ins hohe Alter.
Ich bin seit Jahrzehnten in meiner allgemeinmedizinischen Praxis tätig, und neben den Patienten, die mich wegen akuter Beschwerden aufsuchen, kommen leider gerade viele ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen zu mir. Viele dieser Krankheiten hätten gar nicht entstehen müssen, wenn man frühzeitig eingegriffen oder sogar vorgebeugt hätte. Mit diesem Problem war ich schon bald nach meiner Niederlassung immer wieder konfrontiert, und mir wurde klar, das die Leute durchaus etwas für ihre Gesundheit tun wollen, aber viel zu wenig darüber wissen, da es an entsprechenden Informationen mangelt. Deshalb begann ich zunächst einmal meine eigenen Kenntnisse über die Präventivmedizin erheblich zu erweitern. Neben meinen gewohnten ärztlichen Maßnahmen nahm die Gesundheitsvorsorge nach und nach einen immer größeren Teil meiner Praxistätigkeit ein.
Vor einem Jahr bekam ich den Anstoß dazu, mein gesammeltes Präventivwissen einmal generell sinnvoll zusammenzustellen. Nils, ein Freund meines Sohnes, rief mich an: „Ute, ich würde gerne bei dir vorbeikommen, um mir einmal von dir erklären zu lassen, was ich alles beherzigen sollte, damit ich alt werde ohne alt zu werden!“ Er, der gerade mal 30 Jahre alt war, fragt mich also nach einer Gesundheitsvorsorge, damit er erst gar nicht krank wird. Wer derartig früh anfängt, sich um seine Gesundheit zu kümmern, hat gute Chancen auf ein langes, gesundes Leben!
Was rate ich meinen Patienten heute? Natürlich erst einmal eine gesunde Ernährung und die Abkehr von negativen Lebensgewohnheiten, wie Rauchen, wenig Bewegung, Alkoholkonsum etc. Allerdings ist das Thema sehr viel komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Für ein langes Leben in Gesundheit müssen letztlich viele Funktionen des Körpers ineinandergreifen.
Unser Körper ähnelt mit seinen Funktionen und Regelmechanismen und mit unendlichen Wechselwirkungen dem Präzisionswerk einer bis ins Kleinste ausgetüftelten Maschine – das Verstellen eines einzigen Rädchens kann das große Ganze zum Stottern bringen und zu Fehlfunktionen führen. Dabei sind diese „Rädchen“ äußerst verschiedenartig: von mechanischen Teilen wie Muskeln und Herzklappen über Flüssigkeiten, Hormone und Steuerungsimpulse aus Hirn oder Darm bis hin zu komplizierten chemischen Reaktionen, um hier nur einige Beispiele zu nennen. Wir müssen also die unterschiedlichsten Aspekte berücksichtigen, um unseren Organismus in seiner Zusammenarbeit zu unterstützen und ungestört funktionieren zu lassen.
In diesem Buch werde ich mich mit den wichtigsten Sachverhalten befassen, sie beschreiben und auch kurz den Hintergrund zu den einzelnen Fakten erläutern – dann ist es einfacher, sich auch etwas unbequemeren Herausforderungen zu stellen.
Bei der Umsetzung des Gelesenen rate ich Ihnen, zunächst mit einigen wenigen Dingen anzufangen, die Ihnen leichtfallen, nach und nach können Sie Ihr persönliches Gesundheits-Management dann immer weiter ausbauen.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und hoffe für Sie auf ein gesundes, langes Leben!
Ihre
Dr. med. Ute Braun-Munzinger
Für meine Kinder Corinna, Lucia und Felix, und natürlich auch für Nils – ich wünsche euch von ganzem Herzen ein langes, gesundes und glückliches Leben!
Gesunde Ernährung ist eine der wichtigsten Stellschrauben für unsere Gesundheit. Eine der einfachsten Maßnahmen, um das Ziel, gesund zu bleiben und lange zu leben, zu erreichen, ist die Veränderung schädlicher Ernährungsgewohnheiten.
Warum ist das, was wir essen, so wichtig für unsere Gesundheit? Ganz einfach ausgedrückt, liefert unsere Nahrung den Zellen unseres Körpers die Stoffe, die sie brauchen, um die Energie herzustellen, die sie wiederum brauchen, um zu funktionieren und ihre Aufgaben im Interesse des Körpers zu erfüllen.
Kürzlich wurde entdeckt, dass auch gewisse Elektronen, die teilweise aus dem Sonnenlicht kommen, für den reibungslosen Ablauf der Reaktionskette in der Energiebildung eine große Rolle spielen.
Dafür befinden sich innerhalb jeder einzelnen Zelle die Mitochondrien, das sind die „Kraftwerke“ der Zellen. Darin läuft eine teils chemische, teils physikalische Kettenreaktion ab, in der in fünf Einzelschritten die Energieeinheit ATP (Adenosintriphosphat) hergestellt wird. ATP ist für die Zelle das, was das Benzin fürs Auto ist: Die Zelle spaltet aus ATP Phosphat ab und erhält dadurch die Energie, die sie für ihre Arbeit braucht. Dabei entstehen allerdings hochgefährliche Abfallprodukte, z. B. freie Radikale, die möglichst schnell entgiftet werden müssen. Für die Herstellung des ATP benötigen unsere Zellen ganz bestimmte Substanzen, die über bestimmte Transportmechanismen in die Mitochondrien gebracht werden: das sind z. B. Sauerstoff, Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren und Coenzym Q10.
Diese Substanzen müssen wir den Zellen in ausreichender Menge und im richtigen Verhältnis bereitstellen.
Der benötigte Sauerstoff kommt über die Atmung und die Lunge über den Blutkreislauf zu den Zellen. Diesbezüglich sollten wir also dafür Sorge tragen, dass unsere Lungenfunktion ungestört ist, unsere Blutgefäße gut durchgängig sind und unser Herz als Motor des Blutkreislaufes das Blut auch bis in die letzten Körperregionen pumpen kann.
Die anderen Substanzen müssen über die Nahrung zugeführt werden. Nachdem die Nährstoffe im Darm entsprechend aufbereitet wurden, gelangen sie in den Blutkreislauf, von wo sie in die Zellen eingeschleust werden. Dies geschieht mittels spezieller Techniken, denn die äußere Hülle der Zelle ist nicht einfach durchlässig für jedes und alles, was im Blut ankommt. Für viele Substanzen muss die Zellhülle auf spezifische Weise geöffnet werden, um die jeweilige Substanz ins Zellinnere zu bringen. Ein gutes Beispiel dafür, wie dies abläuft, ist die Verstoffwechselung von Zucker, die ich im folgenden Abschnitt beschreibe.
Die Grundnährstoffe in unserer Nahrung sind Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung sollten diese drei Makronährstoffe in einem angemessenen Verhältnis stehen. Schauen wir uns zunächst die Kohlenhydrate genauer an und beginnen dabei mit einer wichtigen Untereinheit der Kohlenhydrate, dem Zucker.
Wenn wir zuckerhaltige Speisen, wie z. B. Süßigkeiten oder Soft-drinks, zu uns nehmen, gelangt der Zucker (z. B. Glukose) sehr schnell in den Blutkreislauf. Leider ist es so, dass Zucker die Gefäße und dadurch auch die Organe schädigt, daher muss der Körper dafür sorgen, dass der Zucker möglichst schnell aus den Gefäßen rausgeschafft wird. Glücklicherweise gibt es dafür die Bauchspeicheldrüse, die das Blut ständig auf dessen Zuckergehalt überwacht und, wenn sie zu viel davon erkennt, das Hormon Insulin ins Blut abgibt. Insulin fungiert als „Schlüssel“, der die Zellen „aufschließt“, damit der Zucker aus dem Blut eingeschleust wird. Ein sinnvoller und gesunder Vorgang.
Ein zu hoher Zuckerkonsum hat vielerlei negative Folgen: Insulinresistenz, Übergewicht und Leberverfettung sind nur einige.
Zu viel Zucker führt zur Insulinresistenz Kritisch wird es allerdings, wenn sehr viel Zucker im Blut schwimmt. Der Schutz der Gefäße und Organe hat Vorrang, daher „presst“ das Insulin den Zucker weiter in die Zellen, selbst wenn sie schon längst übersättigt sind mit Zucker. Als Reaktion darauf bilden die Zellhüllen eine Art „Hornhaut“ und werden immer unempfindlicher gegen die Wirkung des Insulins. So wehren sie sich gegen das Übermaß an Zucker. Diese „Hornhaut“ existiert natürlich nur im symbolischen Sinn. Dass die Zellmembranen gegenüber Insulin unempfindlich werden, beruht auf der Wirkung eines Hormons aus der Leber, die ihre Zellen damit gegen die „Zuckermast“ wappnet. Denn überschüssiger Zucker wird als Fett gespeichert, unter anderem in den Leberzellen. Die Leber verfettet, was sie daran hindert, ihre Aufgaben – insbesondere die für den Körper so überaus wichtige Entgiftung – zu erfüllen. Also gibt die Leber das Hormon Fetuin-A ins Blut ab, das ihre eigenen Zellen und auch andere, insbesondere die Muskelzellen, vor der Aufnahme von zu viel Zucker schützt. Diese zunehmende Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Zucker wird als Insulinresistenz bezeichnet.
Die Bauchspeicheldrüse versucht nun, die Zellen zu zwingen, doch noch mehr Zucker aufzunehmen, und schüttet dazu immer mehr und mehr Insulin aus – es entsteht ein regelrechter Kampf zwischen den überladenen Zellen und der um die Gefäße besorgten Bauchspeicheldrüse. Irgendwann kapituliert die Bauchspeicheldrüse und sie kann nicht mehr annähernd genügend Insulin produzieren. Kommt Ihnen das bekannt vor? Ja, richtig: Das ist dann die Erkrankung, die man Diabetes mellitus Typ 2 nennt.
Diabetes Typ 2 entsteht also unter anderem durch falsche Ernährung. Zwar gibt es auch eine erbliche Veranlagung dafür, doch diese lässt sich mit entsprechend guter Ernährung austricksen.
Der erhöhte Blutzucker beim Diabetiker gefährdet auf noch andere Weise unser Ziel des gesunden, langen Lebens, denn der ständig zu hohe Glukosespiegel schädigt die Gefäße, was wiederum eine deutlich schnellere Alterung der Organe und Gewebe zur Folge hat.
Zucker macht dick Betrachten wir noch eine weitere Auswirkung der übermäßigen Zuckerzufuhr. Wir haben gesehen, dass der Zucker ganz schnell aus dem Blutkreislauf entfernt werden muss, um Organschäden zu vermeiden. Er wird in die Zellen gepumpt, um dort vorrangig verwertet zu werden, dabei gilt das Gebot des Insulins: Für die Energieproduktion wird zuerst der Zucker verwendet, erst wenn der verbraucht ist, werden auch andere Stoffe, wie z. B. Fett, herangezogen. Logischerweise blockiert das Insulin deshalb den Abbau von Fettzellen, da zunächst der Zucker aufgebraucht werden muss. Fatalerweise wird der Zucker, der momentan nicht für die Energieproduktion gebraucht wird, teilweise auch noch zu Fett umgewandelt und zusätzlich in den Fettpolstern abgelagert. Dies ist einer der Gründe dafür, dass viele Diabetiker übergewichtig sind, insbesondere wenn sie Insulin spritzen müssen. Wie gesagt: Insulin verbietet den Fettabbau, egal ob es aus der Bauchspeicheldrüse oder aus einer Insulinspritze kommt.
Zucker kann die Entstehung von Krebszellen befördern Die beschriebenen Auswirkungen eines Zuviel an Zucker sind für sich genommen schlimm genug. Es kommt aber noch schlimmer. Oben habe ich beschrieben, dass jede Zelle ihre eigene Energieproduktion hat. Nun ist der Weg über die Mitochondrien nicht der einzige, um die Energieeinheit ATP herzustellen. In bestimmten Situationen muss die Zelle aus Selbstschutzgründen einen anderen Weg der ATP-Produktion benutzen. Sie kann dann stattdessen außerhalb der Mitochondrien und ohne deren Mitwirkung Energie in Form von ATP herstellen, z. B. wenn zu wenig Sauerstoff oder nicht genug Substanzen für die normale ATP-Herstellung vorhanden sind; oder aber auch, wenn sehr viel Zucker an der Zelle „anklopft“. Dieser Weg funktioniert ohne Sauerstoff, ohne Vitamine, ohne Spurenelemente, sondern ausschließlich mit Zucker! Genial, um ein Zuviel an Zucker zu entfernen, richtig?
Nein! Prof. Dr. Otto Warburg hat in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts bereits festgestellt, dass diese zuckerverwertende ATP-Produktion außerhalb der Mitochondrien ein Kennzeichen der Krebszellen ist! Mit dieser Art der Energieherstellung ist nämlich auch verbunden, dass die betroffenen Zellen sich nicht mehr um ihre Zellnachbarn kümmern, und auch nicht um Organgrenzen. Sie werden sogar unsterblich, weil der programmierte Zelltod, der in gesunden Zellen für die regelmäßige Zellerneuerung sorgt, ausgeschaltet wird! Durch die ATP-Produktion mittels Zuckerverwertung bleiben die alten Zellen erhalten und die neu gebildeten kommen hinzu – ungebremstes Wachstum ist die Folge. Für diese Entdeckung bekam Professor Warburg einen Nobelpreis.
Wenn Sie also gesund bleiben wollen und die Entstehung von Krankheiten wie Diabetes und sogar Krebs vermeiden wollen, dann werfen Sie einen kritischen Blick auf Ihren Süßigkeiten-Konsum. Ihre Körperzellen sollen doch nicht auf die blöde Idee kommen, dass es viel einfacher wäre, aus dem im Übermaß vorhandenen Zucker ihre Energie zu beziehen.
Zucker ist nur ein Beispiel für die Kohlenhydrate. Man unterscheidet zwischen „einfachen Kohlenhydraten“ und „komplexen Kohlenhydraten“. Komplexe Kohlenhydrate sind lebensnotwendig, und sehr wenige von den einfachen Kohlenhydraten, darunter der Zucker, sind nötig für Spezialfälle. Schwierig wird es erst dann, wenn das Blut ständig oder immer wieder mit Zucker überschwemmt wird und der Stoffwechsel entgleist. Daher ist es wichtig, welche Art von Kohlenhydraten wir zu uns nehmen. Ähnlich negativ wie auf Zucker reagiert der Körper auch auf die anderen einfachen Kohlenhydrate.
Einfache Kohlenhydrate, wie Glukose, Fruktose (Honig), Saccharose (Haushaltszucker), Mehl und Kartoffelstärke, gelangen schnell ins Blut und lassen den Insulinspiegel ansteigen – mit all den sich daraus ergebenden negativen Folgen für den Stoffwechsel. Diese Kohlenhydrate befinden sich vor allem in Zucker, Brot, Kartoffeln, weißem Reis und Nudeln und sollten möglichst wenig konsumiert werden!
Brot Sicherlich haben Sie schon von den Diabetiker-Diät-Tabellen gehört, die die Nahrungsmittel nach „Broteinheiten“ berechneten – seit 2010 werden diese „Kohlenhydrateinheiten“genannt. Das hatte seinen Grund darin, dass Brot ähnlich verwertet wird wie Zucker. Natürlich gibt es Unterschiede: Im Weißbrot ist nur sehr wenig Gesundes enthalten, im Vollkornbrot sehr viel mehr, insbesondere Ballaststoffe. Essen Sie grundsätzlich möglichst wenig Brot, und wenn schon, dann Vollkornbrot, Schwarzbrot etc.
Untersuchungen haben ergeben, dass Weißbrot den Blutzuckerspiegel stärker ansteigen lässt als Haushaltszucker.
Sie essen gerne einen Toast mit Honig zum Frühstück und lieben ein deftiges Abendbrot mit Käse und Wurst? Auch wenn Sie auf Brot verzichten, müssen Sie nicht darben, es gibt viele leckere Alternativen.
Vorschläge fürs Frühstück:
• Naturjoghurt mit frischen Früchten
• Quark mit frischen Früchten oder Kräutern
• Rühreier oder Spiegeleier mit Kräutern, Paprika, Tomaten oder Speck
• Frische Früchte, pur genossen
• Eine Auswahl an Käsesorten mit Gurken und Tomaten
• Nach japanischem Vorbild: Fisch mit Gemüse
Zwar sind Früchte auch zuckerhaltig, doch sie enthalten außerdem sehr wichtige Vitamine, die wir unbedingt brauchen. Daher sind sie als Gesamtwerk und nicht im Übermaß genossen eher positiv. Am meisten Zucker enthalten übrigens Bananen, Birnen und Trauben – davon sollten Sie nur wenig essen.
Vorschläge fürs Abendessen:
• Ein bunter Blattsalat mit Putenbruststreifen, Forellenfilets, Nüssen, Sprossen, Sonnenblumenkernen oder Kapern
• Eingelegte Heringsfilets mit Gurken (ohne Kartoffeln oder zumindest nur mit ein oder zwei!)
• Ein Käseteller mit wenig Vollkornbrot oder ganz ohne Brot, dafür mit vielen Tomaten und Gurken
• Eier in jeder Form mit Speck und/oder Gurken, Kräutern, Tomaten oder Pilzen
An dieser Stelle möchte ich eine kleine Geschichte erzählen, die ich mit einem lieben Patienten erlebt habe. Er war sowohl Diabetiker als auch übergewichtig und hörte sehr genau zu, als ich ihm erklärte, warum und wie er seine Ernährung umstellen sollte. Als er nach acht Wochen zur Kontrolle wieder in die Praxis kam, war ich überrascht. Ich kannte ihn als konsequenten Menschen, doch er hatte weder abgenommen noch waren seine Blutzuckerwerte besser geworden. Im Gegenteil: Er hatte rund fünf Kilogramm zugenommen und die Blutzuckerwerte waren sehr viel schlechter als vorher. Ich fragte ihn, ob er vielleicht irgendwelche Schwierigkeiten gehabt habe, meine Empfehlungen umzusetzen. Seine Antwort lautete, dass es ihm überhaupt nicht schwer gefallen sei und dass er sich die schlechteren Werte auch nicht erklären könne. Wir gingen daraufhin ins Detail, und siehe da, es kam Folgendes heraus: Mein Patient war Taxifahrer und vorwiegend nachts unterwegs. Da er kein Brot mehr essen sollte, hatte er statt belegter Brote große Mengen an Apfelsinen zu sich genommen – im Laufe der Nachtschicht eine Kiste. Als ich das hörte, war ich erleichtert. Er hatte die Vorgaben konsequent umgesetzt, ich musste ihn nur daran erinnern, dass auch gesunde Früchte viel Zucker enthalten und nicht übermäßig konsumiert werden sollten. Ich empfahl ihm, Nüsse zu knabbern und viel Wasser zu trinken, was ein Sättigungsgefühl vermittelt. So gelang es ihm, abzunehmen und seine Blutzuckerwerte zu verbessern.
Kartoffeln Kartoffeln sind kein Gemüse! Sie bestehen aus reiner Stärke und gehören daher zu den einfachen Kohlenhydraten. Sie sollten sie nur in Maßen verzehren.
Reis Hier gibt es große Unterschiede in der Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel. Klebrigen weißen Reis sollten Sie auf jeden Fall meiden.
Versuchen Sie doch einmal, die klassischen Sättigungsbeilagen durch mehr Salat oder Gemüse zu ersetzen. Das Essen wird deutlich gesünder und macht ebenfalls satt.
Nudeln Auch bei den Nudeln gibt es mehr oder weniger blutzuckererhöhende Varianten. Am schädlichsten sind Nudeln aus Weizenmehl, diese sollten möglichst selten auf Ihrem Speiseplan stehen.
Mir geht es nicht darum, Ihnen lieb gewordene Gewohnheiten zu vermiesen, sondern ich möchte Ihnen aufzeigen, wie Sie die Energiekraftwerke in Ihren Zellen perfekt mit allem Nötigen versorgen. Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln und Süßigkeiten gehören nicht zu diesem Nötigen, im Gegenteil, diese Nahrungsmittel schaden Ihrer Gesundheit eher. Wenn sie sich auf Ihrem täglichen Speiseplan befinden, beginnen Sie bitte umzudenken. Machen Sie sich bewusst, dass Sie sich keinen Gefallen tun, wenn Sie sie verzehren. Überlegen Sie, an welchen Stellen Sie Ihre Gewohnheiten vielleicht ändern könnten, nun da Sie wissen, dass Brot, Kartoffeln und Co. für ein langes, gesundes Leben nicht förderlich sind. Ich werde mein Bestes tun, um Sie für die gesundheitsfördernden Nahrungsmittel zu begeistern. Versprochen!
Selbstverständlich dürfen Sie hin und wieder auch gesundheitlich nicht unbedingt empfehlenswerte Nahrungsmittel zu sich nehmen. Damit kommt der Organismus klar. Es sollte aber nicht zur Gewohnheit werden!
Kommen wir nun zu den Lebensmittelgruppen, die zuträglich für die Gesundheit sind. Zuträglich im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie tragen all die Stoffe, die in den Mitochondrien dringend für die Energieherstellung gebraucht werden, in die Zellen. Das sind unter anderem Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, Phospholipide, B-Vitamine, Vitamin D3, viele, viele andere Vitamine, Spurenelemente wie Zink, Selen, Magnesium, Aminosäuren und das Coenzym Q10.
Im Gegensatz zu den ungesunden einfachen Kohlenhydrate sind die komplexen Kohlenhydrate ausgesprochen gesundheitsförderlich und helfen sogar beim Abnehmen, wenn dies nötig ist. Denn sie bestehen zwar auch aus Zuckerelementen, aber aus Vielfachzuckern, deren Molekülketten in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt werden müssen, um im Körper verwertet werden zu können. Das erfordert Energie, deren Gewinnung erst einmal zum Fettabbau beiträgt. Da die Nährstoffe zunächst aufgespalten werden müssen, steigt zudem der Zuckerspiegel im Blut nur langsam an und fällt ebenso langsam wieder ab. Aus diesem Grunde halten komplexe Kohlenhydrate länger satt.
Komplexe Kohlenhydrate befinden sich beispielsweise in
• allen Salatsorten,
• allen Gemüsesorten und in
• Hülsenfrüchten.
• Wenn es unbedingt Haferflocken, Brot, Reis und Nudeln sein sollen, dann in der Vollkornvariante.
Fette – viel besser als ihr Ruf
Fette wurden lange als ungesunde Dickmacher verteufelt, doch sie sind viel besser als ihr Ruf! Aber nicht alle – auch hier ist wieder die Art der Fette entscheidend. Wir nehmen Fette über Fleisch, Fisch oder pflanzliche Produkte auf. Meiden bzw. nur in Maßen verzehren sollten Sie vor allem die tierischen Fette.
Erhöhen den Cholesterinspiegel: Fleisch, Wurst und Co. Fleisch ist ein wichtiges Nahrungsmittel, das nicht nur gut schmeckt und sehr vielseitig ist, sondern auch einer der Hauptlieferanten für Eisen, Vitamin B12 und Eiweiß darstellt. Ich selbst esse ausgesprochen gerne ab und zu ein gutes Steak, meine Klößchen im Gurkeneintopf und meine Mettwurst zum Grünkohl! Allerdings vertragen leider nicht alle Menschen Fleisch gleichermaßen gut. Jeder Mensch hat seinen individuellen Stoffwechsel, und hieraus ergibt sich die missliche Tatsache, dass sehr viele mit einem erhöhten Cholesterinspiegel im Blut kämpfen. Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff und ein wichtiger Baustein für die Zellen und z. B. auch für die Herstellung von Hormonen. Es wird zum größten Teil vom Organismus selbst hergestellt, dabei hängt die Höhe des Cholesterinspiegels einerseits von den Genen, andererseits aber auch von der Aufnahme vor allem tierischer Fette ab.
