Inhalt: 820 mlVerbraucherfallen, Mogelpackungen und Täuschung beim Einkauf
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ASS DICH
NICHT
VERARSCHEN!
Claudia Rometsch
44INHALTSVERZEICHNISINHALTSVERZICHNIOWR8EKUFFALENIMSUPMRT10Welcher Kundentyp sind Sie?12Ab durch die Mitte14Bitte bücken!15Einkaufswagen-Slalom17Think small19Drogen fürs Gehirn19Ein Duft liegt in der Luft20Glanz und Gloria 21DASE1X1DPAKNGNGAB2Die glorreichen Sieben24Allergisch? 26Vertrauenssache: unverpackte Lebensmittel27Halbe Sachen und versteckte Kalorien28Eine Ampel für Lebensmittel29Mehr Schein als Sein30Unsichtbare Prozente 31Begrenzt haltbar 32Erst testen!33
55INHALTSVERZEICHNISFRIUSDAU?34Zusatzstoffe: mit Vorsicht zu genießen36Clean Labels38Acht kritische Nummern40Vanille: echt oder gefälscht?42Oliven: schwarz oder gefärbt?43Selbst mixen statt Tüte aufreißen44Rezept: Tomatensuppe ganz ohne Zusatzstoffe 45SCHRÄEYPNDFALEFRÜCHTEN6Namen sind Schall und Rauch48Viel drauf, wenig drin49Geschmacksverirrung50Umgefruchtet51Imitationskünstler52Tierisch versteckt53Süße Tarnung 55Leichtgewicht57Rezept: Cremig-fruchtiger Erdbeerjoghurt58Rezept: Knuspriges Fruchtmüsli59FNESUSDSUPMRT0Lebensmittel mit „Health Claims“ 6210 verbotene „Health Claims“6310 erlaubte „Health Claims“64Vitaminspritze fürs Image65
66INHALTSVERZEICHNISWarum Probiotika Vitamin B brauchen66Kalorienbomben mit Gesundheitsfaktor68Zu viel des Guten69Gesünder ohne Laktose und Gluten?71Gefährliche Pillen73SCHWERZUGUB:LG-PRK74Von „light“ bis „zuckerfrei“: Das bedeuten die Versprechungen auf der Packung 76Weniger Fett, mehr Kalorien76Reduzierter Zuckergehalt ohne Mehrwert79Zusatzstoffe als Lückenbüßer80Wie aus weniger mehr wird81GNNDB?8Flugobst oder heimischer Apfel?84Fleisch: Ursprung oft ungewiss84Staatenlos: verarbeitete Lebensmittel85Milchkühe vergeblich gesucht86Weide oder Stall?87Falsche Heimatklänge88Das Regionalfenster89Regionalprodukte ohne Zuhause90EU-Siegel für regionale Spezialitäten91Bunt gewürfelt: Fleisch-Siegel92Ist das auch wirklich Bio?96Kein Ei wie das andere99Bruder-Hahn-Eier100Fair gehandelt102Gentechnik im Essen?103
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99Haben Sie sich schon einmal über Lebens-mittel geärgert, die viel versprechen und wenig halten? Zum Beispiel: Unmengen von Früchten auf der Verpackung, die man aber im Inhalt mit der Lupe suchen muss Oder eine Riesenschachtel, die sich als Lunum-mer entpuppt Wenn Sie solche Reinfälle schon erlebt haben, befinden Sie sich in guter Gesellscha: 80% der Verbraucher misstrauen den Werbeaussagen auf Lebensmittelverpackungen. Aber zugleich sind auch immer weniger Kunden bereit, alles zu schlucken, was ihnen die Lebensmittelindustrie serviert Denn ein Großteil der Verbraucher hateinen eindeutigen Geschmack: Man wünscht sich gesunde Produkte, die frei von Zusatzstoffen sind und umwelt-schonend hergestellt wurden Doch woran lassen sich solche Lebensmittel erkennen? Welchen Aussagen, Gü-tesiegeln oder Qualitätsversprechen können Kunden trauen und wobei handelt es sich um Nepp? Die gute Nachricht: In den vergangenen 10 Jahren hat sich in Sachen Verbraucherschutz in der EU einiges ge-tan Hersteller müssen genauer als je zuvor angeben, welche Zutaten in ihren Produkten stecken. Aller-dings ist es manchmal nicht einfach, diese vorgeschrie-benen Packungsangaben richtig zu verstehen Und die gesetzlichen Regelungen lassen immer noch Schlupf-löcher,die manche Hersteller sehr kreativ nutzen Den-noch müssen Sie sich als Kunde nicht über den Tisch zie-hen lassen: Dieses Buch gibt Ihnen Wissenswertes und konkrete Ratschläge an die Hand, die helfen, die wirk-lich guten Lebensmittel zu erkennen und dabei auch noch den Geldbeutel zu schonen
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Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum Sie den Supermarkt mit einem gefüllten Einkaufswagen verlassen, obwohl Sie eigentlich nur ein paar Kleinig-keiten kaufen wollten? Die Antwort ist einfach: Super-markt-Ketten und Lebensmittelindustrie verführen uns ganz gezielt zum Kauf Dabei hil ihnen Neuro-marketingDieser Forschungszweig untersucht, warum Menschen kaufen und wie sie dabei beeinflusst werden können Die entscheidende Erkenntnis der Forscher: Kaufentscheidungen sind viel weniger rational, alswir denken Sie beruhen zu 70 bis 80 %auf Gefühlen Der Pionier des Neuromarketings, Hans-Georg Häusel, fand heraus, dass nur bei knappeinem Drittel der Käufe vor-her die Wahl von Produkt und Marke geplant warDas bedeutet: Rund zwei Drittel der Produkte, die im Ein-kaufswagen landen, sind Spontankäufe!Handel und Herstellern kommt diese Impulsivität der Verbraucher sehr gelegenDas bedeutet nämlich, dass sie gar keine guten Argumente brauchen, um die Kun-den zu überzeugen Stattdessen müssen sie einfach nur kaufförderndeGefühlebei ihnen auslösen Geschickt spielen die Verkaufsprofisauf der Klaviatur der Schwä-chen und Vorlieben ihrer Kunden, damit diese kräig zugreifen Durchschauen Sie diese Tricks und gehen Sie den Supermarkt-Strategen nicht ins Netz!
12EINKAUFSFALLEN IM SUPERMARKTLCHUENYPSSE?Neuromarketing-Experten haben sieben Konsumententypenmit ihren ganz speziellen Vorlieben und Bedürfnissen identifiziert Erkennen Sie sich hier wieder?1. Die Harmonischen:Diese Kunden sind sehr familien-orientiert Aufstieg und Status sind ihnen weniger wichtigBeim Ein-kauf orientieren sie sich eher am Massengeschmack Die Harmoni-schen interessieren sich besonders für Gesundheitsprodukte, Lebens-mittel, Haustiere,Tierbedarf,Well-ness, Haushaltsgeräte sowie Ko-chen und Backen2. Die Genießer:Sie sind offen für Neues und gönnen sich häufig etwas. Im Supermarkt lassen sie sich gerne durch An-gebote und neue Pro-dukte inspirieren Genießer öffnen ihren Geldbeutel besonders gerne für Wellness, Gastro-nomie, Kultur,Theater und Esoterik3. Die Hedonisten:Spontaneität und Suche nach neuen Trends steht für die Hedonisten im Mittel-punkt Individualitätist ihnen besonders wichtig Sie kaufen gerne Kosmetik sowie ausgefallene Mode und interessieren sich für Sport und neue Medien
13EINKAUFSFALLEN IM SUPERMARKT4. Die Abenteurer:Sie probieren gerne Neues aus und ris-kieren dabei auch schon einmal et-was Beim Einkauf sind sie eher auf der Suche nach Spaßals nach Qualität O entscheiden sie sich impulsiv für ein Produkt Besonders locker sitzt bei ihnen das Geld, wenn es um Unterhaltungs-elektronik, Sport-geräte und Com-puter geht5. Die Traditionalisten:Ordnung und Sicherheit ist Tradi-tionalisten wichtigVeränderungen mögen sie nicht be-sonders Daher set-zen sie beim Einkauf eher auf Bewährtes und achten auf Qua-lität zum günstigen Preis.Wenn sie Geld ausgeben, dann am liebsten für Schö-nes und Nützliches für Haus, Garten und Gesundheit6. Die Performer:Sie sind leistungsorientiert und ehrgeizig Status bedeutet ih-nen viel Performer legen da-her Wert auf Qualität und an-gesehene Markenprodukte.Wein, Mode, Computer,Autos und exklusive Gastronomie las-sen sie sich etwas kosten7. Die Disziplinierten:An diesen Kunden haben Marketing-Experten wohl am wenigsten Freude Die Diszi-plinierten sind pflichtbewusst und planen ihre Einkäufe gut durch.Dabei machen sie sich nicht viel aus Konsum Am ehesten sind sie noch bereit, in Anschaffungen für Haus oder Garten zu investieren
14EINKAUFSFALLEN IM SUPERMARKTDUCHDETEGeht es Ihnen auch manchmal so,dass Sie nur ganz schnell im Super-markt eine Kleinigkeit kaufen wollen und dann doch länger brauchen als geplant? Dann haben die Verkaufs-profis ihr Ziel erreicht Denn je län-ger der Kunde im Geschä bleibt, desto mehr kau er Damit Sie nicht so schnell entwischen, bauen die Ladeneinrichter Bremszonen ein In den meisten Supermärkten wird das Tempo der Kunden gleich hinter dem Eingang durch Obst- und Gemü-seauslagen gedrosselt Die ist in gut geführten Läden gestaltet wie ein Markt: Gut sortierte Auslagen und dekorative Körbe mit bunten Früch-ten ziehen den Blick auf sichIn der Regel werden die Kunden dann gegen den Uhrzeigersinndurch den Laden geführt Studien haben gezeigt, dass die Linksdrehung ver-kaufsfördernd wirkt Denn so ist es für Rechtshänder leichter,ins Regal zu greifen Produkte, auf die Auf-merksamkeit gelenkt werden soll, werden deshalb o rechts platziert Die Produktgruppen sind in den meisten Supermärkten so angeord-net, dass die Kundenmöglichst den ganzen Laden durchquerenmüs-sen Frische Waren wie Milch, Käse oder Fleisch, die fast jeder Kunde braucht, befinden sich im hinteren TeilPÄndernSiedocheinmalbewusstdiegewohnteLaufrichtungdurch den Super-markt Oder weichen Sie vom Rundgang ab und gehen Sie einmal quer durch die Mitte Vielleicht stellen Sie fest, dass Ihr Blick dann auf Produkte fällt, die Sie sonst gar nicht bemerkt haben
15EINKAUFSFALLEN IM SUPERMARKTBTEBKEN!Wo welches Produkt im Regal steht, ist kein Zufall! Achten Sie mal drauf:Der Bereich oberhalb von 170 Zentimetern wird als Reckzonebezeichnet Dort befinden sich häufig Waren des täglichen Bedarfs Vordem Regal fällt der Blick der Kunden in der Regel auf Produkte, die in der Höhe zwischen etwa 120 und 170 Zentimetern platziert sind Die Goldene Zonenennen die Marketing-Experten diesen Bereich, denn er verspricht den höchsten Umsatz
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Frcehbnaßrefsgseldsdemitnncedierechteegalseiteeherbeachten.heSedhrenabwstafdsgbtidrlnkeHält.Als umsatzstark gilt auch die Greifzone, die zwi-schen 80 und 120 Zentimetern angesiedelt ist
16EINKAUFSFALLEN IM SUPERMARKT
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No-Name-Produkte sind im Durchschnitt genauso gut wie Marken-produkte. Zu diesem Ergebnis kam die Stiung Warentest bei Aus-wertungen ihrer Tests von mehr als 2100 Nahrungsmitteln und Drogerieartikeln. Danach schneiden die Handelsmarken der großen Supermärkte und Discounter genauso o gut oder schlecht ab wie die klassischen Marken.Der entscheidende Unterschied: Handelsmarken sind deutlich preiswerter. Die Stiung Warentest stellte einen Warenkorb mit zehn Lebensmitteln des täglichen Bedarfs wie Gouda-Käse, Milch, Spaghetti, Kaffee oder Butter zu-sammen und rechnete den Unterschied aus. Das Ergebnis: Der Korb kostete mit Markenartikeln 36,06 €, mit Handelsmarken aber nur 19,68 €. Das ist eine Ersparnis von fast 45 %! Fazit: Es lohnt sich, Handelsmarken auszuprobieren.Studien zeigen zudem: Kunden greifen mehr als doppelt so häufig zu einem Produkt in der Goldenen Zone als zu einem Artikel in der sogenannten Bückzone, dem Re-galbereich unterhalb von 80 Zen-timetern Bücken lohnt sich aber! Häufig sind die günstigeren Arti-kel, wie etwa No-Name-Produkte, in den unbequem zu erreichenden unteren Regalfächern verstecktEXKURS
17EINKAUFSFALLEN IM SUPERMARKTEKUFAG-SMManche Supermärkte schicken ihre Kunden auf regelrechte Slalom- Parcours:Hier steht ein Korbmit saisonalen Tees, dort eine Palette mit Aktionsware, die die Kunden mitihren Einkaufswagen umschiffen müssen Diese sogenannten „Stop-per“ erwecken gezielt den Eindruck, dass die dort angebotenen Produkte Sonderangebote, oder aber nur für kurze Zeit verfügbar sind O ist das nicht der Fall! Vielmehr werden die Sonderauslagen den Kunden in denWeggestellt, um sie zu Spontan-käufen zu verleiten Ein beliebter Verkaufstrick sind auch sogenann-te Verbundplatzierungen: Da wird etwa neben der Holzkohle strate-gisch geschickt eine Palettemit Grillsaucen platziert oder vor dem Bierregal ein prall gefüllter Korb mit Knabber-ArtikelnBesonders groß ist die Versuchung zu Impulskäufen im Kassenbereich, wo Kunden beim Warten zwangsläu-fig Zeit haben, sich umzuschauen Marktforscher haben herausgefun-den, dass die relativ kleine Kassenzo-ne zu den umsatzstärksten Plätzen im Supermarkt zählt! Am häufigsten werden dort Süßwaren gekau Des-halb platzieren die Händler vor den Kassen gerne Körbe mit saisonalen Süßigkeiten wie Schoko-Osterha-sen oder Weihnachtsgebäck Quen-gelware, also speziell bei Kindern
18EINKAUFSFALLEN IM SUPERMARKTbegehrte Produkte, werden gern etwas niedriger auf Augenhöhe der Kleinen dargeboten Auf Griöhe der Erwachsenen präsentieren Re-gale über dem Kassenband Artikel wie Kaugummis, Schokoriegel oder Bonbons: Kleinverpackungen,die wenig kosten und deshalb zum kurz entschlossenen Zugreifen verlei-ten Aber aufgepasst: O ist die Im-pulsware ander Kasse teurerals die regulären Packungen des gleichen Produkts in der Süßwarenabteilung!PPrüfenSiedochmaldiePreiseder Artikel in den Sonderauslagen oder an der Kasse Schauen Sie im regulären Sortiment nach, ob es das jeweilige Produkt dort auch zu einem günstigeren Preis gibt
HISPRES?
Vergleichen Sie bei Großpackungen stets den Grundpreis des Produkts mit dem der regulären Packung, denn ob ein Produkt wirklich günstig ist, lässt sich nur über den Grund-preis ermitteln. Der muss zusätzlich zum Endpreis entweder auf der Packung oder in unmittelbarer Nähe am Regal angebracht sein. Meist wird der Gru