LEBE wie ein TIGER - Johannes Casar - E-Book

LEBE wie ein TIGER E-Book

Johannes Casar

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Beschreibung

Wenn man sich in einer Situation befindet, in der man wenig oder keine Kraft, Energie, Geduld oder Motivation hat, um mit schwierigen Herausforderungen umzugehen, können diese Fragen auftauchen. "Die Krankheit, die Scheidung, und all die anderen Prüfungen des Lebens – sie sind wie unerwartete Stürme, die über uns hinwegfegen. Doch was, wenn die Werkzeuge fehlen, um diesen Stürmen standzuhalten? Was, wenn Kraft, Energie, Geduld und Motivation uns fremd sind? Die Wahrheit ist, zumal nicht jeder von Natur aus mit diesen Eigenschaften gesegnet ist. Manche Menschen müssen sie erst entdecken und entwickeln, ich war einer davon. Doch der Wunsch, diese Eigenschaften zu besitzen, ist der erste Schritt. Wenn du den Wunsch verspürst, dann bist du bereits auf dem richtigen Weg. Und wie kannst du diese Eigenschaften finden und lernen? Der Prozess beginnt oft mit einer Selbstreflexion. Frage dich, ob du bereit bist, dich diesen Herausforderungen zu stellen und dich zu verändern. Sieh in deinem Inneren nach und erkenne, dass du die Motivation zur Veränderung in dir trägst. Die Quelle für Kraft, Energie und Geduld liegt oft in der Entschlossenheit, Dinge zu ändern. Sie kann in der Liebe zu dir selbst und zu anderen gefunden werden. Sie kann in der Akzeptanz von Schwächen und Fehlern liegen, denn das ist der erste Schritt zur Verbesserung. Um diese Eigenschaften zu lernen und zu beherrschen, musst du bereit sein, Schritte zu unternehmen. Das kann bedeuten, professionelle Hilfe zu suchen, wie zum Beispiel einen Therapeuten oder Coach. Es kann bedeuten, dich neuen Erfahrungen auszusetzen und aus deiner Komfortzone auszubrechen. Vergiss nicht, dass es keine Eile gibt. Der Prozess der Selbstentwicklung kann Zeit in Anspruch nehmen. Doch wenn du bereit bist und die Entschlossenheit zeigst, wirst du die Werkzeuge entwickeln, um den Stürmen des Lebens zu trotzen.

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Seitenzahl: 156

Veröffentlichungsjahr: 2023

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LEBE wie ein TIGER

Eine Geschichte von mir. Ich lebe mit meiner Familie in Bregenz. Ich bin heute 57 Jahre alt.

Man sagt: Schreib es dir von der Seele, wenn es dir nicht gut geht. Das habe ich getan.

Und heute geht es mir wieder gut.

Vorwort

„Vier Monate lang in den frühen Morgenstunden, als die Welt noch im Schlaf verweilte, begann mein tägliches Ritual des harten Trainings mit meinem Meister. Jede Faser meines Ich´s schrie vier Monate lang vor Erschöpfung, Übelkeit drohte nicht nur, sondern sie wurde auch sichtbar und die Kraft schien mich gänzlich zu verlassen. Doch im Dämmerlicht des Schmerzes entschied ich mich, weiterzumachen. Jeder Muskel schien zu schreien, und dennoch hörte ich auf das leise Flüstern meiner eigenen Entschlossenheit. Der Schweiß schmeckte salzig auf meinen Lippen, die Atemzüge hallten wie ein stummer Appell durch die Stille. Schmerzen durchzogen jedes Körperteil, aber ich weigerte mich aufzugeben. Mit der Kraft eines Tigers kämpfte ich gegen die Grenzen meines eigenen Daseins an. Die Überwindung wurde zum Mantra, und in jedem Schmerz lag die Gewißheit, daß dieser Pfad der Hingabe und Stärke mein Leben transformieren würde."Inmitten der Wirren des Lebens ereilte mir das Schlimmste, was einem Menschen zustoßen kann – der unwiderrufliche Verlust meines Kindes. Die schmerzlichen Gedanken an die Geburt, fröhliche Feste und kostbare Erinnerungen schnürten mir die Luft ab. Es war ein Schmerz, den ich mir nie hätte vorstellen können. Jeder Tag wurde zu einer mühsamen Reise durch die Trümmer meiner eigenen Gefühle. In diesen dunkelsten Stunden fand ich mich jedoch nicht allein, denn die Lehren meines Shaolin-Meisters waren mein Anker im Sturm.

Seine Weisheit lehrte mich, mit einem Schmerz umzugehen, den ich nicht kannte, und verlieh meinem gebrochenen Herz die Kraft, weiterzuschlagen.

Diese unerträgliche Prüfung wurde zu einem Wendepunkt, an dem die erworbenen Lehren nicht nur Überleben bedeuteten, sondern ein tiefes Verständnis für die Widerstandsfähigkeit der menschlichen Seele.Der Ärger, der Zorn, all das warum - alles brodelten hoch. Eine Lawine von Fragen, die nach einem sinnvollen Grund suchten. Denn mein Sohn, gerade mal 22 Jahre alt, erlag am Erbrochenen, erstickte im Schlaf. Ein schmerzhaftes Rätsel, das die Dunkelheit meiner Seele noch tiefer machte.Das Rätsel, obwohl ich es ihm gesagt hatte: "Wenn du auf diese Weise weiterlebst, ist es nicht gut." Die verzweifelten Worte der Warnung verhallten im Abgrund der Realität, und die Schatten des Unvermeidlichen wurden zur bitteren Wahrheit.In dieser düsteren Zeit vernahm ich die Welt um mich herum zu einem engen Raum. Die Lust zu allem schwand, und ich spürte, wie die Schwäche mich durchdrang. Doch nicht nur ich trug diese Last, auch die Mutter meines Sohnes teilte dieses Gefühl der Beklemmung. Das unsichtbare Gewicht drückte nicht nur auf meine Schultern, sondern auf jedes Herz, das mit dem unseren verbunden war.Vorwürfe, Fragen, diese Ungewißheit – sie zernagen deine Gedanken und letztlich auch dich selbst. Du suchst nach Antworten, aber in diesem Wirrwarr kann dir niemand wirklich helfen.

Es ist eine einsame Reise durch ein Labyrinth aus Schmerz und unbeantworteten Fragen.In diesen Momenten der Verzweiflung sucht man nach einem Halt, nach einem göttlichen Anker, der den Fall bremst. Es ist eine Sehnsucht nach Transzendenz, nach etwas Größerem, das dem unerklärlichen Schmerz einen Sinn geben kann. Der Glaube, sei es an einen Gott oder irgendeine spirituelle Kraft, kann in solchen Momenten zur Quelle von Trost und Hoffnung werden.In der Dunkelheit hatte ich sie zwischenzeitlich verloren – die Hoffnung, den Glauben, irgend etwas, das den Schmerz mildern könnte. Doch dann fand mich Shaolin wieder. Inmitten des Chaos hielt ich mich an die Philosophie, die Lehren und die innerliche Stärke, die ich durch Shaolin gewonnen hatte. Ich habe nicht gespürt, daß ich es so tief in mir, in meinem Unterbewußtsein hatte.

Es wurde zu meinem ersten wahren Lichtstrahl,

in meiner finsteren Reise.

Das Ich und das Lernen

Mit diesen Herausforderungen des Jahres 2010 durch Burnout, Scheidung, Krankheit und den schmerzhaften Verlust meines Sohnes fand ich mich unerwartet auf einem Weg der Veränderung wieder. Mein Name ist Johannes, damals 44 Jahre alt. Das Jahr, das zunächst von Tragödien geprägt schien, wurde schließlich zu einem entscheidenden Kapitel meiner persönlichen Entwicklung.

In diesem Jahr traf ich auch auf einen Shaolin Meister, dessen Weisheit und Lehren eine unerwartete Wende in meinem Leben einläuteten. Durch die Dunkelheit dieses Jahres fand ich Stärke und Resilienz, die ich nie für möglich gehalten hätte. Dieses Buch erzählt die Geschichte von Burnout, Scheidung und dem schmerzlichen Verlust meines Sohnes, aber auch von der unerwarteten Begegnung mit einem weisen Lehrer.

Es ist ein Blick zurück auf ein Jahr, das zunächst gezeichnet war von Schmerz und Verlust, aber letztendlich zu einem Jahr der Selbstfindung und inneren Stärkung wurde. Diese Ereignisse haben mich gelehrt, wie man aus den tiefsten Tälern des Lebens aufstehen kann und wie die Begegnung mit einem Shaolin Meister zu einer Quelle der Inspiration und Kraft werden kann."

Ich werde euch meine Geschichte ein wenig anders erzählen, wie ihr es vielleicht gewohnt seid. Statt Burnout, Scheidung sollen der unglaubliche Schmerz, den ich beim Tod meines Sohnes erlebt habe, und der harte Weg mit meinem Shaolin Tiger im Mittelpunkt stehen.

Der Vergleich zwischen diesen Emotionen und dem intensiven Shaolin-Training werden die Kernthemen meiner Erzählung bilden. Beginnend im Frühjahr 2010, als ich meinen Meister traf und dem Tod meines Sohnes im Spätherbst 2010, werde ich zwischen den Ereignissen bis zur heutigen Zeit hin- und hergehen.

Der Shaolin Tiger wird dabei nicht nur ein symbolischer Begleiter sein, sondern auch eine lebendige Kraft, die mir hilft, mich selbst und meinen Weg zu verstehen. Er ist für mich, wie andere Menschen ein Haustier haben. Man muß sich auch kümmern, ansonsten verliert man sie und vielleicht auch sich selbst.

Der Shaolin Tiger wird nicht nur ein symbolischer Begleiter werden, sondern auch eine Quelle der Kraft und Resilienz in deinem Leben.

Wie gesagt, die Krankheit, die Scheidung usw.…. kann man irgendwie behandeln oder verkraften. Klar, aber man braucht auch hier die Kraft, Energie, Geduld, um sich diesen mehr oder weniger schweren Situationen zu stellen.

Und dann kommen unwillkürlich, diese Fragen.

Was ist, wenn ich diese Eigenschaften wenig oder gar nicht besitze?

Was ist, wenn ich diese Eigenschaften gar nicht kenne?Will ich diese Eigenschaften besitzen?

Habe ich die Motivation sie zu entdecken?Wie gehe ich damit um, wenn ich die Motivation dazu habe?Wo finde ich diese Eigenschaften?

Wie kann ich diese Eigenschaften lernen?

Was muß ich tun, um sie dann zu beherrschen?

Bin ich dazu bereit?Fragen über Fragen. Diese Fragen berühren tiefe Aspekte der menschlichen Erfahrung.

Wenn man sich in einer Situation befindet, in der man wenig oder keine Kraft, Energie, Geduld oder Motivation hat, um mit schwierigen Herausforderungen umzugehen, können diese Fragen auftauchen.

"Die Krankheit, die Scheidung, und all die anderen Prüfungen des Lebens – sie sind wie unerwartete Stürme, die über uns hinwegfegen. Doch was, wenn die Werkzeuge fehlen, um diesen Stürmen standzuhalten? Was, wenn Kraft, Energie, Geduld und Motivation uns fremd sind?Die Wahrheit ist, zumal nicht jeder von Natur aus mit diesen Eigenschaften gesegnet ist. Manche Menschen müssen sie erst entdecken und entwickeln, ich war einer davon.

Doch der Wunsch, diese Eigenschaften zu besitzen, ist der erste Schritt. Wenn du den Wunsch verspürst, dann bist du bereits auf dem richtigen Weg.Und wie kannst du diese Eigenschaften finden und lernen? Der Prozeß beginnt oft mit einer Selbstreflexion. Frage dich, ob du bereit bist, dich diesen Herausforderungen zu stellen und dich zu verändern. Sieh in deinem Inneren nach und erkenne, daß du die Motivation zur Veränderung in dir trägst.Die Quelle für Kraft, Energie und Geduld liegt oft in der Entschlossenheit, Dinge zu ändern. Sie kann in der Liebe zu dir selbst und zu anderen gefunden werden. Sie kann in der Akzeptanz von Schwächen und Fehlern liegen, denn das ist der erste Schritt zur Verbesserung.Um diese Eigenschaften zu lernen und zu beherrschen, mußt du bereit sein, Schritte zu unternehmen. Das kann bedeuten, professionelle Hilfe zu suchen, wie zum Beispiel einen Therapeuten oder Coach. Es kann bedeuten, dich neuen Erfahrungen auszusetzen und aus deiner Komfortzone auszubrechen.Vergiß nicht, daß es keine Eile gibt. Der Prozeß der Selbstentwicklung kann Zeit in Anspruch nehmen. Doch wenn du bereit bist und die Entschlossenheit zeigst, wirst du die Werkzeuge entwickeln, um den Stürmen des Lebens zu trotzen.

Denk daran, daß du nicht allein bist – Menschen können erstaunliche Veränderungen durchmachen, wenn sie den Willen dazu haben."

Die Entscheidung, diese Eigenschaften zu entwickeln und zu besitzen, ist eine persönliche Wahl. Es erfordert Motivation, Selbstreflexion und den Willen, sich den eigenen Schwächen und Unsicherheiten zu stellen. Die Suche nach diesen Eigenschaften kann durch verschiedene Wege erfolgen, sei es durch persönliches Wachstum, Mentoring, spirituelle Praktiken oder therapeutische Unterstützung.

Keine Angst, ich werde nicht auf jedes Detail des Shaolin Trainings mit meinem Meister eingehen. Denn es gibt genug Bücher dazu. Ich erzähle euch, was mir noch in Erinnerung ist und was ich heute noch fast täglich trainiere. Einfach gesagt, die Empfindungen, diese Schmerzgrenze und vor allem was es mit mir gemacht. Diese Basics aus Shaolin sind genug für einen Menschen, um sich wieder zu finden und um sich wieder wohlzufühlen. Es würde auch den Rahmen sprengen, denn es wiederholt sich alles immer wieder im Geist und Körper, bei jeder Übung. Deswegen beschränke ich mich auf Details, die mir, in dieser Zeit, auch durch Gespräche geholfen haben.

Denn auch ich bin nach außen hin, kein Shaolin, aber was ich fühle und denke, das ist Shaolin und mein Tiger. Es ist meine eigene Geschichte, um euch eventuell zu helfen und Hoffnung zu schenken.

Im Shaolin-Training hatte ich das Wesentliche gelernt, diese Basisübungen, die meine körperliche und mentale Stärke steigerten. Doch das eigentliche Wunder war, wie sich diese Prinzipien auf mein tägliches Leben auswirkten.

Immer öfter fand ich mich dabei, die Konzepte der Shaolin-Philosophie anzuwenden, um die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen. Der ständige Kampf gegen innere und äußere Barrieren wurde zu meinem täglichen Begleiter. Dieses innere Gleichgewicht, das ich durch das Shaolin-Training erlangt hatte, half mir, meinen inneren Tiger zu zähmen und die Welt mit einem neuen Blick zu sehen.Als ich eines Tages vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe stand, erkannte ich, daß die Prinzipien der Shaolin-Lehren nicht nur physische, sondern auch mentale Hindernisse überwinden konnten. Die Kombination von körperlicher Stärke und geistiger Gelassenheit ermöglichte es mir, selbst die schwierigsten Situationen mit Ruhe und Entschlossenheit anzugehen.

Jetzt beginnt meine Geschichte.

Das Burnout

An diesem Tag, als mein Burnout einsetzte, begann alles eigentlich ganz normal. Ich fühlte mich jedoch. irgendwie müde und meine Augen hatten dieses unangenehme Gefühl, zugeklebt zu sein. Es war schwierig, sie offen zu halten. Vielleicht kündigte sich eine Grippe an? Nach meinem routinierten Morgenablauf fuhr ich zur Arbeit. "Das geht heute besonders langsam?", dachte ich beim Aussteigen, denn es gab keinen Verkehr. Irgendwie lief heute alles so in Zeitlupe. Im Büro schaltete ich die Kaffeemaschine ein, in der Hoffnung, daß es dann besser wird. Bereitete die Unterlagen für die Mitarbeiter vor, durchschaute die Mails und begab mich in die Lagerhalle. Dort teilte ich die Arbeiter ein, übergab die Unterlagen für die Baustellen. Alles schien klar, es lief wieder! Ich sprach noch mit einem Vorarbeiter über eine neue Baustelle, sagte ihm, er solle schon mal losfahren, ich komme später nach. Ich müsse noch einen Anruf erledigen.

Da ich den Kunden nicht erreicht habe, fuhr ich ebenfalls los. In Gedanken an all die Aufgaben auf dieser Baustelle fuhr ich auf eine Kreuzung zu.

Es war ein unerwarteter Moment, als ich auf die rote Ampel zufuhr, und plötzlich fühlte ich eine Leere im Kopf. Mein Herz begann zu rasen, und die Lichter, der gegenüberstehenden Autos schienen mir in die Augen zu stechen. Hinter mir hupten die wartenden Autos, als die Ampel auf Grün schaltete. Irgendwie setzte ich die Fahrt fort, aber die Richtung war unklar. Die Autoschlange hinter mir wurde ungeduldig. Panik ergriff mich, und ich lenkte den Wagen schnell zur Seite, um anzuhalten.

Nach einem Moment des Durchatmens beruhigte sich mein Puls, wenn auch nicht vollständig. Es war ein bedrückender Vorfall, der mich zwang, nach Hause zu fahren. Ich informierte meinen Chef während der Fahrt, und er zeigte sofort Verständnis, empfahl mir nach Hause zu gehen.Die Frage nach der Ursache kreiste in meinem Kopf. War es der Streß, denn die Arbeit häufte sich fast übermäßig an? Vielleicht war ich urlaubsreif, da ich schon lange keinen richtigen, längeren Urlaub mehr genommen hatte. Lag es an meiner Gesundheit? Dem Blutdruck? Vielleicht sogar in Richtung Herzinfarkt? Hitze und Kälte überkamen mich gleichzeitig, und mein Puls beschleunigte sich spürbar. "Komm nach Hause", redete ich mir selbst zu. Während der Fahrt klingelte mein Handy unzählige Male. Erst zu Hause bemerkte ich, daß ich regelrechte Panikattacken bekam, sobald es läutete. Diese halbstündige Heimfahrt kam mir vor wie eine Ewigkeit.Zu Hause, endlich! Meine ruhige Wohngegend wirkte dennoch jetzt wie eine Kampfzone, als ich ausstieg und ein vorbeifahrender Lkw den Eindruck eines Düsenjägers mit einem Überschallknall in meinem Kopf hinterließ. "Was ist das?", hämmerte die Frage in mein Hirn. Meine Hände und Füße zitterten, und dieses Stechen in den Augen und Schläfen war grausam. Im Wohnzimmer angekommen, zog ich die dunklen braunen Vorhänge zu, aber es war immer noch nicht dunkel genug. Die Panik und das Herzrasen überkamen mich erneut. Da ich allein war – meine Frau war bei der Arbeit – beschloß ich, in meinen Fitneßraum im Keller zu gehen, in der Hoffnung, daß es mir dort besser gehen würde.

Als ich im Raum ankam, brach ich in Tränen aus, fiel auf die Knie, zitterte und legte mich auf den Rücken. Nach einer gefühlten Ewigkeit setzte ich mich auf, lehnte mich gegen die Wand und weinte ohne erkennbaren Grund. Der Puls wurde schwächer, das Zittern ließ nach, aber das Stechen blieb. Obwohl ich im Dunkeln saß, war es immer noch zu hell.Es war ungefähr 9 Uhr vormittags, und bitte fragt mich jetzt nicht, wie ich den Tag bis zum Abend, als meine Frau von der Arbeit kam, verbracht habe. Schlicht und einfach, ich weiß es nicht. Als sie mich im Fitneßraum fand, fragte sie, was los sei. Wieder fing ich an zu weinen und sagte: "Keine Ahnung, ich kann es dir nicht erklären."Ich muß dazwischenschieben, daß unsere Beziehung zu diesem Zeitpunkt schon ein wenig eingerostet war, aber das schien irgendwie in Ordnung zu sein. Ich glaube, zu diesem Zeitpunkt wußten es beide schon, aber keiner wollte den berühmten ersten Schritt machen. Dazu später mehr.Die Nacht verlief unruhig, richtige Müdigkeit trat nicht auf, und die Zeit schien unendlich zu werden. Ich hatte auch das Gefühl, daß die Uhrzeit stehenblieb. Der Kopf war richtig leer, und wenn man nicht aufs Klo gehen müßte, hätte ich das wohl auch ausgelassen.

Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Kraftlosigkeit und Energielosigkeit prägten meine Nacht auf unangenehme Weise. Am nächsten Morgen merkte ich, daß diese Zustände immer noch präsent waren, und das war gar nicht gut.

Ich beschloß, zum Arzt zu gehen. Von einer morgendlichen Routine konnte ich nicht mehr reden. Alles war anders.Nach der Anmeldung bei meinem Arzt ging ich ins Wartezimmer. Und da kam wieder das Gefühl, wie gestern im Auto bei der roten Ampel. Ich begann wieder zu zittern, mein Puls raste wieder hoch, und ich schwitzte plötzlich. Das Gefühl von Platzangst überkam mich, als ich ins Wartezimmer trat. Ich drehte mich um, sagte der Arzthelferin, ich muß raus! Sie sah es mir an, lief mir nach und sagte: "Komm, wir nehmen dich vor."Als mein Arzt ins Behandlungszimmer kam und mir nur ins Gesicht sah, sagte er: " Ich weiß schon, was los ist. Sag mir nur, wie du dich jetzt fühlst und wie lange geht es schon so?"Ich erzählte ihm kurz die Fakten, die ihr schon kennt. Entweder hast du Depressionen oder du bist, und das vermute ich schwer, du bist in einem Burnout.Burnout! Ich doch nicht, nicht mit mir, mir passiert so etwas nicht! Jedem anderen, aber nicht mir, waren meine ersten Gedanken.„Und jetzt, fragte ich meinen Arzt, was kommt jetzt?“Zuerst bekam ich gleich 6 Wochen Krankenstand und eine Überweisung zu einem Facharzt, einfach gesagt, zu einem Hirnklempner. Bis dahin hatte ein Psychiater, diese Bezeichnung für mich.Der Termin mit dem Psychiater hatte ich ziemlich schnell bekommen, warum auch immer? Da die Ordination sich in einer Stadt befand, war ich gezwungen, mit dem Auto hinzufahren und in der Tiefgarage zu parken.

Das ging alles noch, aber der Weg zum Psychiater war wie eine Straße der Gewalt. Diese Menschen, die dir ansehen, daß du jetzt nicht gerade gesund bist. Die Blicke bohrten sich in meinen Körper, obwohl sie mich gar nicht ansahen. Dieses Reden, was sich anfühlte, als ob man über dich tuschelt, und so laut. Alles war laut, Panik überkam mich wieder, und auf einmal hatte ich Angst. Von was, keine Ahnung. Der Weg dorthin fühlte sich an, als ob ich mich in der Todeszone des Himalayas befand.

Und diesen Weg muß ich auch wieder zurück!!

Es fühlte sich an, als ob jede Zelle meines Körpers nach Freiheit schrie. So schnell wie möglich weg, raus aus dieser lauten engen Welt.

Burnout – der Plan

Der Raum, in den mich der Psychiater führte, wirkte auf einmal düster. Das gedämpfte Licht schien mir beinahe erdrückend, und die modernen, aber dunklen Möbel trugen zur bedrückenden Atmosphäre bei. Auf dem Schreibtisch lagen Einwegtücher, als wären Tränen vorprogrammiert. Doch ich hatte nicht vor, vor einem Fremden zu weinen.Der Psychiater, den ich mir in meiner Vorstellung älter und klassischer vorgestellt hatte, erschien jung und locker. Blonde, krause Haare, eine Brille, die eher aus einem Drogeriemarkt stammen könnte, dazu Blue Jeans und ein kurzärmeliges Hemd – nicht das Bild, das ich von einem "Hirnklempner" erwartet hatte. Unser Gespräch begann, und obwohl ich anfangs skeptisch war, spürte ich eine unerwartete Ruhe. Ich erzählte ihm von meinen Tagen vor dem Burnout, wie meine Zeit von anderen eingeteilt wurde. Und in dem Moment, als ich das aussprach, traf mich die Erkenntnis wie ein Donnerschlag: Meine Zeit war nicht mehr meine eigene. Ich besann mich zurück und je mehr ich darüber nachdachte, die Firma, die Familie, die Bekannten, die haben meine Zeit eingeteilt.

Wow, Bums!Der Psychiater schlug vor, daß ich einen Plan für meinen nächsten Tag schreiben sollte. „Einen detaillierten Plan mit festen Zeiten für jede Aktivität – und vergiß nicht, die Routine, wie zum Beispiel, Schlafen, Essen, Duschen, etc.… einzutragen. Du beginnst auf die Minute genau zu dieser Zeit und hörst auch auf zu dieser, auf die Minute, sowie du sie eingetragen hast auf deinem Plan.

Das Wichtigste zum Schluß, trag auch die Zeit ein, wann du den Plan schreibst für den nächsten Tag, auch das braucht seine Zeit. Halte dich an die Zeiten", betonte er „sonst gerätst du wieder in Streß."