Leben in der Ewigkeit - Andrea Gruner - E-Book

Leben in der Ewigkeit E-Book

Andrea Gruner

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Beschreibung

Diese außergewöhnliche Autobiografie bietet faszinierende Einblicke in den Weg einer Seele, die sich an ihre Geburt und die darauffolgende Reise durch viele Dimensionen und Inkarnationen erinnert. Die Autorin lässt uns an ihrer Sicht auf die Welt teilhaben und schildert Erfahrungen, die weit über ihr jetziges Leben hinausgehen. Sie lädt dazu ein, zu erkennen, dass jede Verkörperung ein kostbares Geschenk ist. Ihre berührenden Schilderungen geben Antworten auf Fragen, die sich viele Menschen stellen: - Wie entwickelt sich eine Seele? - Was geschieht mit der Seele in anderen Dimensionen? - Haben Tiere und Pflanzen eine Seele? - Gibt es den Himmel? - Gibt es die Hölle? - Wie ist das Leben auf anderen Planeten? Dieses Buch kann Leserinnen und Leser zu einem größeren Verständnis für die gigantischen Zusammenhänge des Universums führen und beschreibt das Wunder der Existenz in neuen, bisher unerforschten Aspekten. »Eine der wohl fundamentalsten Erkenntnisse von "Leben in der Ewigkeit" ist die Wahrnehmung des Wirkens der göttlichen Kraft in jedem von uns, wenn wir das zulassen können. Tief in unserem Innern können wir die Verbindung mit der Schöpferkraft fühlen, die alles lenkt und Heilung bewirken kann.« Bernard Jakoby, Sterbeforscher

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Seitenzahl: 462

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Auf ihrem langen Entwicklungsweg erlebt die Seele nicht nur schöne

Momente, sondern macht auch schmerzhafte Erfahrungen

– das ist ein Teil des Lebens.

Ich möchte mit diesem Buch begreifbar machen, warum dies so ist.

Für das grundsätzliche Verständnis dieses Buches ist es nicht notwendig, alle Kapitel zu lesen.

Mein Herz grüßt Dein Herz, Mutter Erde.

Dieses Buch habe ich aus Liebe zu Dir geschrieben. Ich widme es Dir, dem Leben und der Liebe, aus der die gesamte Schöpfung entstanden ist.

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort

Prolog

Teil 1 - Dieses Leben

1. Wie es bisher war

- Geburt

- Kindheit

- Jugend

- Erwachsen werden

- Mutter werden

- Trennung

- Heilung erfahren

- Aufgaben auf dem Weg

- Berufung suchen

- Die Geistige Schule besuchen

- Meinen Seelenpartner finden

- Meine Bestimmung leben

Teil 2 - Seelenweg

2. Vom Ur-Meer ins bewusste Sein - Mein Seelenfunke wird geboren

3. Seelenfunke - Ich lerne, mich zu bewegen

4. Farben - Schöpfungsprinzipien spüren

5. Der Ruf in die Materie - Erste Bekanntschaft mit Gaia

6. Dreieck - Ich lerne zu manifestieren

7. Zerstörungskraft - Manifestationen auflösen

8. Ich werde Seele - Einzeller - kurz aber eindrücklich

9. Alge - Zeit zum Spüren

10. Tiere und Pflanzen - Alle haben eine Seele

11. Schildkröte - Zum ersten Mal an Land

12. Mensch sein - Beginn bewusster Seelenreifung

13. Sterben - Je öfter, desto leichter

14. Meine Entwicklung - Das Chakrensystem

1. Chakra - Wurzelzentrum

15. Steinzeitmann - Ich nehme, was ich will

16. Die Hölle - Ein Ort besonderer göttlicher Gnade

17. Regenwurm - Heilsamer Ausgleich

18. Steinzeitfrau - Verlogen und gemein

19. Erdreichbewusstsein - Die Schöpfung nährt sich selbst

2. Chakra - Sakralzentrum

20. Meeresbewusstsein - Transzendentale Verbindung

21. Urwaldjunge - Ins Gleichgewicht kommen

22. Afrikanische Schönheit - Anmut und Leichtigkeit

23. Indische Tempeltänzerin - Mit dem Körperausdruck dienen

24. Indischer Yogi - Falsche Fährte

25. Bachwirbel - Ich genieße die Durchlässigkeit

26. Fisch - Sterben für den Nachwuchs

27. Bastet-Priesterin - Mein Nein kostet das Leben

28. Eiche - Stabiler Stand und langes Leben

3. Chakra - Sonnengeflecht

29. Unterernährtes Kind - Liebevolle Verbundenheit

30. Mächtiger Graf - Ich fresse bis zum Umfallen

31. Regentropfen - Immer wieder Liebe zu Gaia

32. Folter - Wie komme ich da raus?

33. Fliege - Ich werde gesehen

34. Felsbrocken - Beobachten und Sein

4. Chakra - Herzzentrum

35. Wind - Gewissen?

36. Bluttat - Wut und Folgen

37. Magd - Ich diene und verarbeite

38. Besetzung - Ein anderer Körper trägt mich

39. Füchsin - Mutterliebe

40. Blatt - Leicht und genährt

5. Chakra - Thymuszentrum

41. Mutter in Ägypten - Frühes Loslassen

42. Außerirdisch? - Verschiedene Seelenwege

43. Venus - Ich lerne über die Liebe

44. Kuh - Gemütlich und empfindsam

45. Zersetzung - Ich bleibe bei dir

6. Chakra - Halszentrum

46. Hexe - Ertrinken - und danach?

47. Sprachbehinderte Waise - Vom Bitten zum ICH BIN

48. Narr - Selbstvergessen

49. Japanische Geisha - Selbstausdruck und Tiefe

50. Kurtisane - Liebe auf eine andere Art

51. Indigene Ureinwohnerin - Der große Geist trägt mich

52. Mücke - Tanzen im Reigen

7. Chakra - Stirnzentrum

53. Grashalm - Ein Stück kürzer gemacht werden

54. Rothaarige Jungfrau - Bekanntschaft mit dem Feuer

55. Feuerbewusstsein - Ich transformiere

56. Schamane - Heilsame Einsamkeit

57. Raubvogel - Die Magie des Herabstürzens

58. Virus - Die Seele bestimmt

8. Chakra - Kronenzentrum

59. Eintagsfliege - Kleiner Körper, große Lektionen

60. Kristall - Liebe und Klarheit verankern

61. Schmetterling - Erst Schwärze, dann wundern

62. Planet Gujuv - Forschung für die Menschen

63. Jesus - Ja, ich will

64. Priester - Zu verbissen

65. Geschlagener Junge - Engel unterm Tisch

66. Schwarzes Loch - Zeitlos von der Zeit erholen

67. Alkoholiker - Gesehen werden wollen

68. Pferd - Ich weiß mehr, als du ahnst

Teil 3 Vorbereitung auf dieses Leben

69. Was ich bisher gelernt habe - Gott ist größer als wir denken

70. Die Planung - Welche Herausforderungen wünscht du dir?

71. Eltern finden - Wer möchte den Weg mit mir gehen?

72. Kurz vor der Geburt - Es gibt noch viel zu tun

73. Es ist soweit - Ich werde geboren

Epilog

Danksagung

Glossar

Kontakt

Vorwort

Dass sich Menschen an frühere Leben erinnern, ist eine durch Rückführungen bestätigte wissenschaftliche Tatsache. Dass sich aber ein Mensch an die Geburt seiner Seele, ihre Entwicklung aus dem Ur-Meer bis hin zu unzähligen Inkarnationen auch als Tier, Pflanze oder Mineral erinnern kann, ist mir neu. Wir alle sind ewige geistige Wesen, ohne Anfang, ohne Ende und stets in einen höheren, intensiven Entwicklungsweg aus der göttlichen Einheit heraus und zurück eingebunden. Das Buch vermittelt auf eindringliche Weise, dass wir nie von Gott getrennt sind.

Andrea Gruner berichtet auch davon, wie es sich anfühlt, schon viele Male gestorben und wiedergeboren zu sein. Jeder Sterbevorgang wird anders erlebt. Wenn Gedanken und Gefühle noch zu sehr an der Materie festhalten oder Angst vor dem Leben nach dem Tod das Loslassen verhindern, ist der Übergang nicht so leicht. Doch letztlich endet die Reise in dem Erleben unermesslicher Liebe, Geborgenheit und Angenommensein. Es geht darum, den Seelenweg hin zum Einheitsbewusstsein der Liebe zu lenken.

Wir alle tragen den göttlichen Funken in uns. Im Leben geht es um Erfahrungen und Weiterentwicklung, die im Nachtodlichen ausgeglichen werden. Es zeigt sich immer wieder, dass der Wille der Seele den Fluss unserer Lebenskraft lenkt – wie widrig die Umstände auch sein mögen.

Andrea erinnert sich an eine schier unfassbare Kette von Inkarnationen – vom Menschen zum Regenwurm, als Opfer der Folter oder als Fisch. Dieser Wechsel vom Menschlichen ins Tierische oder in eine Pflanze, z.B. eine Mücke oder einen Baum ist in gewisser Weise atemberaubend, aber in gewisser Weise auch kaum fassbar.

Eine der wohl fundamentalsten Erkenntnisse von „Leben in der Ewigkeit“ ist die Wahrnehmung des Wirkens der göttlichen Kraft in jedem von uns, wenn wir das zulassen können. Tief in unserem Innern können wir die Verbindung mit der Schöpferkraft fühlen, die alles lenkt und Heilung bewirken kann.

Die Seele sammelt auf ihrem Erlebnisweg Erfahrungen, um sich ihrer Göttlichkeit bewusst zu werden. Nur die Karmaauflösung ermöglicht die endgültige Rückkehr in das Einssein mit Gott, dem obersten Ziel aller Erdenleben.

Das Buch führt zu einem größeren Verständnis des Eingebundenseins in einen weitaus höheren Sinnzusammenhang. Der Weg der Seele durch Geburt und Tod führt immer in die allumfassende, bedingungslose Liebe, die uns schon jetzt alle durchdringt.

2024, Bernard Jakoby (Sterbeforscher)

PROLOG

Wenn die Erwachsenen sagten: „Wer weiß schon, was nach dem Tod ist, es ist ja noch keiner zurückgekommen“, dachte ich bereits als Kind: „Aber ich bin doch zurückgekommen. Und du übrigens auch, du erinnerst dich nur nicht mehr.“ Doch ich behielt es für mich, weil ich spürte, dass ich selbst noch einen intensiven Entwicklungsweg vor mir hatte, bis ich reif genug sein würde, mein Inneres nach außen tragen zu können.

Wo auch hätte ich beginnen sollen, das nahezu Unfassbare zu schildern?

Bei der Geburt meines Seelenfunkens?

Wie es sich anfühlt, wenn ein Körper erschaffen wird?

Wie ich es erlebt habe, schon viele Male gestorben und wiedergeboren zu sein?

Wie es in der Hölle war oder im Himmel?

Wie es ist, kein Mensch zu sein, sondern ein Tier, ein Stein oder ein Baum?

Der Gedanke der Wiedergeburt hat mittlerweile aus verschiedenen Richtungen Einzug in die westliche Welt gehalten, nur kenne ich bisher niemanden, der sich so detailliert an so viele Leben erinnert, wie ich sie hier beschreibe.

In diesem Buch schildere ich die Erinnerungen aus meinem Seelengedächtnis. Das Seelengedächtnis unterscheidet sich von dem Gedächtnis, das wir nutzen, wenn wir verkörpert sind. Es zeichnet alles auf, was wir je erlebt haben. Spätestens wenn wir unseren Körper verlassen, verbinden wir uns wieder mit unserem Seelengedächtnis und staunen über so manches, das darin festgehalten wurde und das wir im Augenblick des Geschehens selbst gar nicht erfassen konnten, weil wir alles aus einer begrenzten Perspektive wahrnehmen, während unsere Seele den Gesamtüberblick hat.

Das zeigt uns, dass die Seele anders auf unser Leben schaut als unser Verstand: ganzheitlich, liebevoll und multidimensional.

Durch die Bewusstmachung der Vielschichtigkeit unseres Seelenweges möchte ich dazu beitragen, Frieden, Vertrauen und Liebe auf dieser Erde zu verankern.

In andren Hüllen gingen wir vorzeiten

In andren Hüllen gingen wir vorzeiten,

du gingst im Fuchspelz, ich im Iltiskleid;

noch früher waren wir die Marmelblumen,

in einer tiefen Tibetschlucht verschneit.

Wir standen zeitlos, lichtlos in Kristallen,

und schmolzen in der ersten Stunde hin,

uns überrann der Schauer alles Lebens,

wir blühten auf, bestäubt vom ersten Sinn.

Wir wanderten im Wunder und wir streiften

die alten Kleider ab und neue an.

Wir sogen Kraft aus jedem neuen Boden

und hielten nie mehr unsren Atem an.

Wir waren leicht als Vögel, schwer als Bäume,

kühn als Delphin und still als Vogelei.

Wir waren tot, lebendig, bald ein Wesen

und bald ein Ding. (Wir werden niemals frei!)

Wir konnten uns nicht halten und wir zogen

in jeden Körper voller Freude ein.

(Und niemand sag ich, was du mir bedeutest -

die sanfte Taube einem rauhen Stein!)

Du liebtest mich. Ich liebte deine Schleier,

die lichten Stoffe, die den Stoff umwehn,

und ohne Neugier hielt ich dich in Nächten.

(Wenn du nur liebst! Ich will dich ja nicht sehn!)

Wir kamen in das Land mit seinen Quellen.

Urkunden fanden wir. Das ganze Land,

so grenzenlos und so geliebt, war unser.

Es hatte Platz in deiner Muschelhand.

Ingeborg Bachmann (1926-1973)

Teil 1

Dieses Leben

1. Wie es bisher war…

Geburt

Um mich herum wurde es vollkommen dunkel. Kurz zuvor hatte ich noch, von zwei Engeln flankiert, vor einer feinstofflichen Röhrenrutsche gestanden und dabei mit meinem Seelenauge in die Weite des mir wohlvertrauten Universums geblickt. Meine Heimat.

Als es losgehen sollte, war ich mir plötzlich nicht mehr ganz sicher gewesen, ob ich dieses herausfordernde Leben wirklich antreten wollte, und war versucht, zurückzuweichen. Sollte ich nicht lieber noch einmal alles überdenken? Hatte ich mir vielleicht zu viel vorgenommen?

Ich schaute meine beiden Begleiter fragend an. Aber es war ja alles gut geplant und von den zuständigen Ebenen befürwortet worden. Es gab keinen Grund, jetzt, wo wir schon so weit gekommen waren, einen Rückzieher zu machen.

Mein Schutzengel durchströmte mich mit Mut und schob mich mit seinen feinstofflichen Händen liebevoll, aber bestimmt nach vorne: “Wir schaffen das!“ Ich fühlte, wie ich in die Rutsche hinein, in die Enge des Geburtskanals und dann, nach einer Weile, hinaus in die Welt glitt.

Wie schon in unzähligen Existenzen davor, war meine Seele schon eine ganze Weile mit ihrer Aufmerksamkeit zwischen meinem neu entstehenden physischen Körper und den feinstofflichen Welten hin und her gewandert. Doch jetzt nahm ich mit meinem, sorgfältig für dieses neue Abenteuer geplanten Körper Kontakt zu meiner Umgebung auf. Meine Unsicherheit war verflogen.

Dieses faszinierende Gefühl, wieder Luft auf meiner Haut spüren zu können! Es war unbeschreiblich! In den feinstofflichen Welten war ebendies ja so nicht möglich gewesen.

Das Spüren meines Körpers war das größte Geschenk in diesem Augenblick. Es war so aufregend!

Ich war glücklich, denn ich wusste nun wieder ganz sicher, warum ich mich abermals auf dieses herausfordernde Abenteuer der Inkarnation hier auf dieser Erde eingelassen hatte.

Ich empfand grenzenlose Dankbarkeit, aufs Neue eintauchen zu können in eine Körperform, die mir die Wahrnehmung, mich von etwas getrennt zu fühlen und dies mit meinen Sinnen erfahren zu können, ermöglichte. Denn in den geistigen Welten konnte ich zwar verschiedenste innere Stimmungen empfinden, aber ich hatte eben keinen Körper, dessen Sensorik mein Erleben unermesslich bereicherte und als Mittler zwischen dem Außen und dem Innen diente.

Verschwommen sah ich den medizinisch ausgestatteten Raum, die Beine meiner Mutter und den Arzt in seinem weißen Kittel. Wie sehr hatte ich das Wahrnehmen über physische Sinne vermisst!

Der Arzt hielt mich kopfüber in die Höhe, meine Füßchen unangenehm in seinen Fingern verkeilt und „patsch“, da klatschte er schon auf meinen Allerwertesten und ich dachte: „Oh Mann, wie wird man denn heutzutage hier empfangen... Das war doch nicht nötig, bitte schön, ich hätte auch so geatmet! Ich bin doch nicht zum ersten Mal hier!“

Auch, wenn ich in einem Säuglingskörper steckte - meine Gedanken entsprangen einer reifen, weitgereisten Seele.

Kindheit

Da ich mir für dieses Leben vorgenommen hatte, die Erinnerung an die feinstofflichen Welten und an meine Seelenentwicklung beizubehalten - und nicht, wie die meisten meiner Erdengeschwister, zu vergessen - war mein Geist von Beginn an voll ausgeprägt und klar und mein Denken glich dem eines Erwachsenen.

Ich hatte für dieses Leben allerlei Schwierigkeiten auf meinem Entwicklungsweg eingeplant, um für meine spätere Aufgabe zu reifen. Mein Zögern war nicht verwunderlich gewesen angesichts der Tatsache, dass ich wusste, dass man hin und wieder das, was man sich vorgenommen hat, nicht so schafft, wie man sich das vorgestellt hat. Dann probiert man es zwar einfach im nächsten Leben nochmal, aber hier auf der Erde kann die Leichtigkeit, die die Seele in den feinstofflichen Welten ihren gewählten Herausforderungen gegenüber hat, wie weggeblasen sein.

Manchmal fühlt es sich auf der Erde dann doch schwerer an als vermutet. Doch jetzt, da ich schonmal hier war, waren alle Zweifel verflogen, und die Vorfreude darauf, zu erleben, wie ich mit den Umständen umgehen würde, die alle beteiligten Seelen zusammen mit mir kreiert hatten, überwog. Jetzt war ich mittendrin, im Abenteuer meines Lebens.

Während mein Körper seine Reifung durchlief, beobachtete ich dies mit meinem Seelenbewusstsein, das schon so viele Male das Heranwachsen eines Körpers erlebt hatte.

Weil ich die Erinnerung an die Wirklichkeit „drüben“ und an meine Leben, die ich bis dato erlebt hatte, wie eine zweite Haut mit mir trug, schaute ich von der ersten Sekunde an mit meinem gesamten bisher gesammelten Wissen in die Welt.

Außerdem war in der Planung vorgesehen gewesen, dass ich von Beginn an Hellsinne und eine intensive Verbindung zu meinen feinstofflichen Helfern haben würde.

Ich spürte, wie ich wuchs und mein Körper den Strampler immer mehr ausfüllte. Dann gab es eine Zeit, in der die Füßchen gegen den Stoff zu drücken begannen. Das empfand ich als unbehaglich und ich freute mich, wenn es endlich einen größeren Strampler gab und mein Körper wieder mehr Raum hatte.

Ich fühlte die Schmerzen beim Zahnen, die heißen Bäckchen und den Druck im Kiefer und war froh, als endlich alle Zähne durch das Zahnfleisch geschoben worden waren.

Ich empfand die Wärme in meinem Körper und wie sie sich veränderte, wenn meine Mutter mich anzog.

Ich registrierte, wie die Wohnung über die Woche staubig wurde, und wie gut es tat, wenn mein Papa am Wochenende saugte und die Wohnung sich danach wieder rein und klar anfühlte. Er hörte gerne Radio und wenn er einen neuen Sender suchte, empfand ich das entstehende Rauschen als körperlich extrem unangenehm und war immer erleichtert, wenn er einen passenden gefunden hatte.

Für dieses Leben hatte ich mir auf verschiedenen Ebenen Herausforderungen geschaffen und kam mit Knochenweiche und einer Hüftluxation zur Welt. Dies entdeckten meine Eltern erst, als ich beim Laufenlernen immer wieder einknickte. Untersuchungen, wie sie heutzutage routinemäßig gemacht werden, waren - und das war der Seelenplan gewesen - versäumt worden.

So kam ich mit anderthalb Jahren für die folgenden zweieinhalb Jahre ins Krankenhaus. Meine Eltern durften mich nicht besuchen. Die Krankenschwestern versorgten uns, schenkten uns jedoch keinerlei Zuwendung. Füttern, Wickeln, fertig – aber nie ein freundliches Wort oder eine liebevolle Berührung. Meine Eltern besuchten mich ab und zu am Wochenende und durften durch eine Glasscheibe hindurch in den Raum schauen, in dem die Kinder lagen, während eine Krankenschwester mit mir auf dem Arm auf und ab spazierte. Das hinterließ Spuren.

Nach und nach bekam ich verschiedene Bandagen, welche den Hüftkopf in die Pfanne drücken sollten.

Dann wieder wurde ich mit den Füßchen nach oben für ein paar Wochen an eine Vorrichtung gehängt, später bekam ich ein Gipsbett. Ein dreiviertel Jahr lang befand ich mich auf dem Rücken liegend bis zum Bauch eingegipst.

Doch nichts davon konnte den Hüftknochen dauerhaft in die erwünschte Stellung bringen. Wenn ich operiert wurde, was dann mehrfach geschah, bekam ich eine Äthermaske und wurde so in Narkose versetzt. Währenddessen glitt mein Bewusstsein aus meinem Körper heraus. Eine Weile lang sah ich mich sowie die Ärzte und Schwestern von oben und hörte, was sie sagten. Dann schwebte ich in eine andere Welt. Dort war es still und ruhig und dunkel. Aber nicht unangenehm. Als die Operation beendet war, glitt ich wieder in meinen Körper hinein.

Da niemand je das Wort an mich richtete, nahm ich mich ansonsten wie ein Nichts wahr. Ich fühlte mich allein und weinte viel in meinen Teddy, der mir Trost spendete. Als meine Mama ausnahmsweise einmal an mein Bett kommen durfte, weil ich einen Kalbsknochen eingepflanzt bekommen hatte, der jedoch herauseiterte, weinte auch sie bitterlich. Ich fühlte, wie sehr sie litt und dadurch die Schwere in mir noch schwerer wurde.

In dem Moment wünschte ich, es könnte zu ihr durchdringen, wie sehr ich mich freute, dass sie da war. Da sagte ich im Geiste zu ihr: „Liebe Mama, du brauchst nicht so traurig zu sein, ich habe mir das alles genau so ausgesucht. Du darfst dich mehr am Leben freuen, auch wenn ich nicht bei euch bin. Denn, obwohl die Situation sehr herausfordernd ist - es hat alles seinen Sinn.“

Als ich nach etwa anderthalb Jahren in ein anderes Krankenhaus verlegt wurde, wartete eine Krankenschwester mit mir zusammen im Flur und fragte mich, ob ich etwas spielen wolle. Da, wo ich saß, war eine Spielecke und es lagen ein paar Bauklötzchen herum.

Ich schaute mich um, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie mich meinte. Aber da war niemand sonst. Das war das erste Mal, dass ich von einer fremden Person nach meinen Bedürfnissen gefragt wurde, ja, dass ich mich als menschliches Wesen wahrgenommen fühlte und nicht nur als defekten Körper. Es war der Moment, in dem ich meine erste „Ich“-Wahrnehmung hatte.

Die Situation war mir unheimlich. Ich verneinte.

Als ich nach Hause kam, hatten meine Eltern ein ihnen fremdes Kind und ich Hospitalismus. Unter anderem schlug ich ständig meinen Kopf gegen die Wand. Aber ich hatte in meinem Innern eine Stimme, die mich liebevoll durch meine Herausforderungen führte und mich auch in Zukunft niemals allein lassen würde.

Sie sagte mir zum Beispiel, dass ich aufhören könne, so grob zu mir zu sein und beginnen dürfe, mich netter zu behandeln. Dadurch würde ich mich besser fühlen.

Ich solle, wenn das Bedürfnis käme, meinen Kopf gegen die Wand zu schlagen, tief durchatmen und mir versichern, dass ich dieses Verhalten nun nicht mehr bräuchte und dass ich mich von jetzt an liebevoller behandeln wolle. Da war ich etwa vier Jahre alt.

Während meiner Aufenthalte in den Kliniken hatte ich ein Schwesterchen bekommen. Ich fühlte mich etwas zurückgesetzt, weil sich das Leichte, Schöne, Freudige allein um sie zu drehen schien. Sie war ein Sonnenschein. Einfach zaubersüß.

Als sie größer wurde, hatte sie Locken wie ein Engel und stralende blaue Augen. Sie war fröhlich und aufgeschlossen und alle mochten sie gerne.

Auch ich war ein goldiges Kind, allerdings oft krank und in mich zurückgezogen, altklug, nachdenklich und in meiner eigenen Welt. Trotzdem wurden wir unzertrennlich.

Meine Mutter war Lehrerin und bereitete des Nachts den Unterricht vor. Meine Schwester und ich schliefen in einem anderen Stockwerk als unsere Eltern. Abends band meine Mutter mich mit den Handgelenken so an den Gitterstäben fest, dass ich mich weder umdrehen noch aus dem Bettchen aussteigen konnte. Meine Eltern hatten zu große Angst, dass mir dabei etwas passieren könnte.

Dann bekam ich zum Gehen eine Beinschiene und einen Schuh mit 4cm-Absatz. Zwischendurch wurde ich auf ein spezielles Laufrad gesetzt, das die Hüften spreizen sollte.

Als ich selbständig zu spielen begann und mit Dingen wie Erde und Schmutz in Berührung kam, entwickelte ich einen Waschzwang. Im Krankenhaus war natürlich auf extreme Sauberkeit geachtet worden, und Schmutz war ich nicht gewohnt. (Der Geruch und die Atmosphäre eines Krankenhauses lassen heute noch in mir ein wohlig-heimisches Gefühl aufkommen.)

Es entstand das Bedürfnis, so oft es ging, meine Hände zu säubern. Ich konnte spüren, wie sie sich danach nicht nur frisch anfühlten, sondern auch keimfrei, was ein bestimmtes Gefühl von Nicht-Information auf der Haut hinterließ. Das mochte ich.

Auch wenn ich mich an meine vorherigen Leben erinnerte und wusste, dass ein Körper mit ziemlich viel Dreck um sich herum überleben kann, waren die derzeitigen Konditionierungen mächtiger.

Wieder half mir meine innere Führung. Sie beruhigte mich und sagte mir, dass ich nicht daran sterben würde, wenn sich etwas Schmutz auf meinen Händen befände. Sie erklärte mir, dass auch die Menschen um mich herum, die sich nicht ständig die Hände wuschen, gut lebten, und dass mir das ebenso gelingen würde. Es sei lediglich notwendig, ein paarmal dem Zwang, mich zu waschen, zu widerstehen, und dann könne sich alles normalisieren.

Da stand ich also vor dem Waschbecken und hatte das Gefühl, als müsse ich sterben, wenn ich mir nicht auf der Stelle die Hände reinigen würde. Ein Teil von mir befürchtete, dass die Viren und Bakterien an mir hochkrabbeln und mich umbringen würden.

Ich konnte ihr Da-Sein auf meiner Haut spüren, wie ich so vieles deutlicher spüren konnte als meine Mitmenschen. Dieses bedrohliche Gefühl baute sich auf wie eine Welle und ich rang einen innerlichen Kampf mit der Angst zu sterben, der mir wie eine kleine Ewigkeit vorkam.

Doch dann verebbte das Gefühl und etwas entspannte sich in mir. Ich war noch am Leben und nichts mehr fühlte sich danach an, als würde sich das in absehbarer Zeit ändern. Es war für mich wie ein Wunder.

Als die nächste Welle kam, hielt ich wieder dagegen. Ich wusste ja jetzt, dass es möglich war, diesen intensiven Drang zu überleben, ohne ihn auszuleben. Und mit jedem Mal, mit dem ich erfuhr, dass nichts Schlimmes passierte, wenn ich mir nicht die Hände wusch, nahm die Welle an Intensität ab und wurde weniger bedrohlich.

Ich schaffte es, zu einem gesunden Verhältnis zu finden und mir nur noch zu den üblichen Gelegenheiten die Hände zu waschen.

Außerdem kaute ich an den Fingernägeln, bis es blutete. Meine Eltern versuchten es mit Handschuhen, mit einer Bitterlösung auf den Nägeln, mit Verboten, aber meine innere Spannung war durch das Erlebte zu groß. Nichts half.

Zu dieser Zeit, ich war etwa sechs Jahre alt, lag ich des Öfteren nachts wach. Wir waren gerade im Urlaub am Meer. Während ich das ins Zimmer scheinende Mondlicht betrachtete, bekam ich eine Eingebung. Tief aus meinem Innern stieg, wie aus einer Quelle, uraltes Wissen empor. Ich spürte, wie die Kraft einer Ermächtigung, die ich schon in vielen Leben in Ritualen hervorgerufen hatte, sich ihren Weg in mein Bewusstsein bahnte. Ich erhob meine Hände und sah ihre Silhouetten an der Wand. Während ich sie hin und her bewegte, verfolgte ich die tanzenden Schatten und sagte zu mir: „Mit der Kraft des Mondes und kraft meines Willens beschließe ich jetzt, nicht mehr an den Nägeln zu kauen.“

Dann spürte ich hin zu dem Teil in mir, der die nervliche Anspannung im Kauen entlud und sagte aus tiefster Überzeugung zu ihm: „Wir hören jetzt damit auf, an den Nägeln zu kauen! Wir brauchen das nicht mehr. Wir sind in Sicherheit!“

Eine wärmende, kraftvolle Energie breitete sich in mir aus, die von der Mitte meines Körpers bis in meine Fingerspitzen strömte. Voller Entschlossenheit spreizte ich meine Hände. Die Schatten standen still. Ruhe kehrte in mich ein. Tief in mir fühlte ich die Gewissheit, dass mein Ritual gewirkt hatte, und ließ die Hände auf die Bettdecke sinken.

In der Geborgenheit, die sich daraufhin auszubreiten begann, sann ich nach: „Würden mehr Menschen wissen, wie wirkungsvoll Rituale sein können, wie leicht könnten sie sich selbst helfen! Wenn ich groß bin, möchte ich dieses Wissen weitergeben.“ Und dann schlief ich wohlig ein.

An den Nägeln kaute ich nie wieder.

Aber jetzt würden meine Hände des Nachts eingebunden werden, damit ich mich nicht blutig kratzte, denn ich hatte stark juckende Ekzeme auf den Handrücken und den Wangen entwickelt. Ich spürte, dass dies mit meinem, durch den langen Krankenhausaufenthalt gestörten, Kontakt zur Außenwelt zu tun hatte und durch ein Ritual nicht zu beheben war.

Mit 7 Jahren kam ich noch einmal für drei Monate von zu Hause fort, an die See.

Abgesehen davon, dass ich bezüglich meiner eigenen Entwicklung regen Kontakt zu meiner geistigen Führung hatte, konnte ich auch Antworten auf Fragen, die andere betrafen, erhalten. Ich sah dann Bilder vor meinem inneren Auge und hörte die Erklärungen dazu.

Am liebsten saß ich irgendwo und drehte meine damals noch glatten Haare um die Finger, beobachtete und philosophierte.

Es bewegte mich so vieles und ich hatte eine Unmenge Fragen an meine Geistige Führung, an die Menschen, an das Leben an sich...

Zum Beispiel fragte ich, als meine Eltern über den bevorstehenden Tod meiner Großeltern sprachen, „Warum ist das so traurig? Warum wird nicht gefeiert, dass wir zurück in unsere „andere“ Heimat kommen, wo es so schön ist? Das ist doch ein freudiges Ereignis?“ Meine Großeltern hatten ein herausforderndes Leben liebevoll gemeistert und würden, davon war ich überzeugt, direkt dahin hinübergehen, wo es friedlich ist. Dieses Reich war mir zu der Zeit noch ganz nah. Meine Erinnerung an den weltlichen Schmerz aber, einen geliebten Menschen an den Tod zu verlieren, war sehr weit weg. Meine Familie wusste keine Antwort.

Wenn ich mich in der Welt umschaute, empfand ich eine tiefe Traurigkeit. Ich hatte großes Verlangen danach, etwas Positives für die Menschheit zu bewirken, fühlte mich jedoch ohnmächtig.

Dies setzte meinem Körper zu. Ich hätte ja auch einfach Kind sein können, aber ich machte mir über viele Dinge weitreichende Gedanken und fragte mich stets, wie man es besser machen könne. Ich wollte meine wertvolle Seelenzeit nicht mit Belanglosigkeiten vergeuden. Im Alter von acht Jahren bekam ich ein Magengeschwür.

Die Ärztin meinte, das sei sehr ungewöhnlich für ein Kind. Sie empfahl mir, nicht so viel zu grübeln.

Da befragte ich meine Geistige Führung und diese sagte mir ganz klar: „Du bist nicht dafür verantwortlich, Dinge zu verändern, die du nicht verändern kannst. Durch das Gefühl der Machtlosigkeit schadest du nur dir selbst. Ein Teil deiner Seelenaufgabe ist es, trotz der äußeren Umstände und in Einklang mit deiner großen Sensibilität, die dich so tief mitfühlen lässt, die Freude und den Genuss am Leben in deinem Innern heranzubilden.

Du wirst immer, deinen Fähigkeiten angemessen, zur Vermehrung der Liebe und somit zur Veränderung der Welt beitragen können.

Tue du, was du tun kannst, und die göttliche Ordnung tut den Rest. Denke nicht zu viel darüber nach, was hier auf der Erde scheinbar in Unordnung ist und nicht in Liebe schwingt. Erinnere dich wieder mehr an deine geistige Heimat. Du weißt doch, dass am Ende alles in der Liebe mündet!“

Ich tat einen tiefen Atemzug und wusste, dass es zutreffend war: Es ging nicht darum, mich selbst zu schädigen, während es doch eine höhere Ordnung gibt, die ich jetzt, da ich mich bewusst damit verband, wieder wahrnehmen konnte.

Meine Geistige Führung sprach weiter: „Dies ist eine Lektion, die nicht nur du zu lernen hast, sondern die die gesamte Menschheit gerade vor sich hat: Diese heilige Kraft, die in allem ist und in allem wirkt, zu erkennen, den Zugang zu ihr zu finden und zu lernen, sie zu nutzen und darauf zu vertrauen, dass diese Kraft weiß, was sie tut, auch wenn der Verstand sich umblickt und zweifelt. Lass das, was dich belastet, los.“

Ich begann meine grüblerischen Gedanken umzuwandeln.

Anstatt betrübt zu denken, „Die Menschheit könnte schon so viel weiter in ihrer Entwicklung sein“, dachte ich von jetzt an: „Liebe Menschheit, ich wünsche dir von Herzen alles Gute.“

Wenn ich mitbekam, dass ein Baum abgeholzt wurde, war ich früher anschließend tagelang tieftraurig. Denn ich wusste aus meiner Seelenerinnerung, wie ich mich als Baum gefühlt hatte und was für ein wundervolles Lebewesen das ist. Nun sagte ich: „Lieber Baum, danke, dass du da warst.“ Und ließ los.

Ich brauchte viele Jahre, um ganz in diesem Menschsein anzukommen und reaktionsfähig zu werden. Dazu musste ich lernen, manche Wahrnehmungskanäle zu schließen. Die starken Empfindungen von Energien und deren Informationen, denen ich ständig ausgesetzt war, hinderten mich des Öfteren daran, schnell und aus menschlicher Sicht angemessen zu reagieren.

Wenn beispielsweise jemand sagte, „Der ist ein Arschloch“, dann taten sich in mir mehrere Informationsdimensionen auf.

Abgesehen davon, dass diese destruktive Energie in meinem Körper sehr unangenehme Empfindungen auslöste, dachte ich:

„Ein After ermöglicht das Loslassen dessen, was wir nicht mehr brauchen. Das ist doch wichtig! Dieser Teil des Körpers sollte uns doch, wie jeder andere Teil auch, heilig sein. Wieso wird er jetzt so verunglimpft? Und außerdem hat dieser Mensch doch auch diese und jene guten Seiten (die ich energetisch wahrnehmen konnte). Und außerdem hast du (der du das über den anderen sagst) die Situation durch diese und jene Haltung mit verursacht.

Es geschieht doch nichts, ohne dass es irgendwo, und wenn auch ganz unbewusst, in uns angelegt wäre.“ Bis das alles gecheckt, die Flut an Informationen verarbeitet war und ich etwas für den anderen Verständliches auf dem Schirm hatte, war die Situation längst gelaufen. Und ich habe derweil gewirkt, als wäre ich nicht ganz gescheit.

Aber natürlich hatte niemand Interesse daran, dies alles zu erörtern, mit einem Kind schon gar nicht. Viel zu tiefsinnig.

Ich konnte auch später noch nicht einmal sagen: „Ja, du hast recht, das war blöd von ihm...“ Weil ich die größeren Zusammenhänge wahrnehme, fällt mir das bis heute schwer.

Für meine Eltern war es, abgesehen von den verschiedenen Krankheitsbildern, auch so nicht leicht mit mir.

Ich war in ihren Augen oft merkwürdig, z.B. verband ich mir die Augen, um mein drittes Auge zu trainieren (d.h. ohne über die physischen Augen mit dem inneren Auge wahrzunehmen). So lief ich dann mit einem Schal um den Kopf durch die Wohnung.

Mein drittes Auge ist für mich eine wichtige Orientierungsquelle, weil ich darüber Visionen wahrnehme und innere Bilder als Antworten sehe, wenn ich Fragen stelle.

Es war für meine Umgebung nicht begreifbar, dass ich so altklug wirkte und für vieles eine andere Erklärung hatte als die Erwachsenen. Man konnte mir nichts vormachen oder etwas vorflunkern, weil ich dann sagte: „Nein, das ist nicht so.“ Ich habe einfach so manches in Frage gestellt.

Einige Menschen um mich herum konnten nicht viel mit mir anfangen, ich war ihnen nicht geheuer.

Meine Schwester und ich jedoch hingen fortwährend zusammen.

Für sie war ich einfach die große Schwester und eben so, wie ich war. Diese Nähe miteinander empfinde ich heute noch als unglaublich schön und unendlich wertvoll.

Auch wenn ich viele Schmerzen hatte und oft krank war, auch wenn ich in der Schule gehänselt und „Humpelstilzchen“ gerufen wurde; auch wenn ich bei vielem nicht mitmachen konnte; auch wenn ich so vieles sah und mit niemandem darüber sprechen konnte, weil ich nicht verstanden wurde; auch wenn ich aufgrund meiner oftmals langsamen und für meine Umwelt unverständlichen Reaktionen manchmal nicht ganz für voll genommen wurde - wir wurden beide sehr geliebt und ich empfand meine Kindheit als glücklich.

Jugend

Später ging ich aufs Gymnasium, aber ich lernte nicht gerne. Jedenfalls nicht das, was es an diesem naturwissenschaftlichen Gymnasium zu lernen gab.

In meinen Lieblingsfächern Musik und Kunst konnte ich dort kein Abitur machen, und tief in meinem Innern sehnte ich mich danach, mehr über Spiritualität, Heilen und den Umgang mit Energien zu erfahren.

Für mich war es, auch als ich älter wurde, vollkommen natürlich, mit Engeln zu sprechen oder Verstorbene wahrzunehmen und Dinge zu sehen, die andere nicht sahen. Und es wurde mir immer wichtiger, diese Zugänge zu nutzen, um Gutes in die Welt zu bringen. Die Lehrer an der Schule kamen bei Weitem nicht an die Imposanz heran, die ich von meinen geistigen Lehrern kannte, deshalb schweifte meine Aufmerksamkeit oft ab.

Ich hatte einfach nicht das Gefühl, etwas für meinen Seelenweg Relevantes von ihnen lernen zu können. Da ich, wenn ich es möchte und die Seele oder das Energiefeld es erlauben, mich in Situationen, Menschen oder sonstige Energiefelder hineinspüren kann, stellte ich mir derweil Fragen, die mich viel mehr interessierten. Zum Beispiel: „Warum ist unser Mathelehrer heute so müde?“

Und dann sah ich, wie er seine Frau und seine zwei Mädchen, die einen akuten Infekt hatten, die ganze Nacht über betreut hatte.Während er uns die Mathematik näher brachte, betete ich für ihn und seine Familie.

Manchmal schwänzte ich den Unterricht.

Stattdessen streifte ich durch die Natur und sprach mit Gott.

Ich rief ihn an: „Ich will alles tun, was Du mir zumutest, um Dich im Hier und Jetzt ganz in mir zu erkennen. Schleife mich, zermalme mich, wenn es sein muss, damit ich Dir dienen und mich ganz und gar eins mit Dir fühlen kann.“

Zugegeben, ich habe in diesem Leben Freude daran, tief und auch dramatisch zu empfinden… „Ich will durch alles gehen, was Du mir auferlegst, wie herausfordernd es auch sein mag. Ich gebe mich vollkommen Deinem Willen hin.“ Dann kniete ich mich auf den Waldboden und ließ mein Haupt auf die Erde sinken.

Aus meinen mitgebrachten Erfahrungen wusste ich ja, dass alles eins ist. Aber dies zu wissen hat auch seine Herausforderungen und hieß auch nicht, dass ich alles, was ich wusste, so umsetzen konnte, wie ich es mir wünschte.

Es fiel mir schwer, mich abzugrenzen. In mir gab es eine tiefe Sehnsucht, mehr darüber zu erfahren, wie ich mein Wissen der Einheit in dieser mit exorbitanten Möglichkeiten ausgestatteten Zeit fruchtbringend einsetzen könnte.

Ich wollte zu einem Menschen werden, der die Liebe Gottes niemals vergessen würde und in der Liebe bleiben kann, möge kommen, was wolle. Das war mein erklärtes Ziel. Und nichts war mir wichtiger, als die Verbindung zu dieser heiligen Kraft, die Wunder bewirkt, zu dem, was man auch „Gott“ nennen kann, zu intensivieren. Ich wollte die schöpferischen Möglichkeiten unseres menschlichen Geistes erkunden und herausfinden, wie diese beiden Welten, das „Drüben“ und das „Hier“, vereint werden können.

Ich hungerte nach dem „Praktischen“.

Einige weitere körperliche Symptome überwand ich nach und nach mit Hilfe meiner geistigen Führung.

Seit meinem 5. Lebensjahr hatte ich ca. alle drei Wochen für zwei bis drei Tage so starke Migräneanfälle, dass ich mich übergeben und im Dunkeln liegen musste, bis der schreckliche Schmerz vorüber war.

Des Weiteren hatte ich wechselnde rheumatische Entzündungen und entweder ein Knie oder beide Knie, ein oder beide Handgelenke eingebunden oder sonst wo einen Verband.

Außerdem hatte ich eine Stoffwechselstörung namens HPU, die eine Überbeweglichkeit der Gelenke mit sich bringt. Deshalb bekam ich schnell eine Sehnenscheidenentzündung und konnte in der Schule oft nicht mitschreiben, weil die Handgelenke eingebunden waren.

Auch mein geliebtes Klavierspielen und das Oboespielen musste ich aufgeben, weil meine Hände die Belastung nicht aushielten. Mit 16 wurde mein Knie operiert, weil die Kniescheibe bei bestimmten Bewegungen heraussprang. Nach 6 Wochen Gips brauchte ich ein Jahr, bis es wieder voll beweglich war. Als ich im Krankenhaus mit Hilfe von Affirmationen von Kurt Tepperwein arbeitete, wurde ich belächelt.

Mich jedoch hungerte nach Wissen im Umgang mit heilenden Energien. Ich konnte viel an mir ausprobieren und wurde auf meinem Weg im Laufe des Lebens auf verschiedene Art und Weise mit Heilungserfahrungen gesegnet.

Nachmittags, nach der Schule, machte ich es mir gerne in meinem Zimmer mit einem Tee gemütlich und sprach, anstatt Hausaufgaben zu machen, mit meinen Engeln.

Mit dem Bedürfnis, die Möglichkeiten des menschlichen Geistes zu erkunden, stand ich lange allein da, bis ich Birgitt traf.

Wir waren 15 Jahre alt und sie war eine Klasse über mir.

Ganz natürlich bewegten wir uns gemeinsam auf der Ebene der Gebete und Energiearbeit und teilten unser Sehnen danach, Menschen zu werden, die bewusst Liebe in die Welt bringen können. Wir sangen zusammen das aramäische Vaterunser, probierten Heilungstechniken aus, philosophierten und meditierten zusammen, und zum ersten Mal fühlte ich mich verstanden.

Birgitt und ich würden in diesem Leben noch viel wunderbaren Austausch haben. Doch auch ihr erzählte ich noch nichts von meinen Erinnerungen.

Trotz allem entwickelte ich Bulimie und eine Depression und bekam Medikamente. In mir war so viel Ablehnung gegen das Leben, so, wie es sich mir damals zeigte, und so, wie es sich in mir anfühlte. Ich fragte im Innern nach Rat.

Meine Geistige Führung wies mich an. Ich sollte mir ein Bild machen von der Frau, die ich gerne in ein paar Jahren sein würde, und mich fragen, was sie tun würde.

Immer, wenn ich mich über das Waschbecken oder die Toilettenschüssel beugte, um mich zu übergeben, sollte ich mich fragen: „Will ich das jetzt wirklich? Bin ich gerade die, die ich jetzt und zukünftig sein will?“

Da der Blick auf diese Gegenstände kein sehr inspirierender ist, konnte ich diese Frage klar mit „Nein“ beantworten. Es fiel mir immer leichter, mich umzudrehen und zu gehen.

Dann hatte ich den ersten Liebeskummer. Auch da umfing mich meine Geistige Führung liebevoll: „Blaues Licht wird dir guttun.“

Ich kaufte mir eine blaue Glühbirne und schraubte sie in meine Stehlampe. Sobald es dunkel wurde, knipste ich das Licht an und es brannte die ganze Nacht. Quer über meinem Bett liegend, hörte ich sentimentale Lieder und weinte, bis ich einschlief.

Die Kombination aus Musik und Dramatik, Herzschmerz und Weltschmerz, dazu das sanfte, blau schimmernde Licht, das mich heilsam beschien und meine Gefühle zur Ruhe kommen ließ – köstlich.

Der Schmerz ließ langsam nach und das Leben ging weiter.

Meine Lebensreise besteht, neben vielen schmerzlichen Herausforderungen, aus Gnade, Magie, Wundern und spirituellen Erlebnissen, die mich tragen.

In den ersten Jahren spielte sich das spirituelle Erleben hauptsächlich in mir selbst ab. Später begannen die Ereignisse auch andere Menschen mit einzuschließen.

Z.B. mit ca. 16 Jahren bei meiner Firmung, als der Bischof seine Hände auf mein Haupt legte und den Segen über mir sprach. Da durchströmte mich eine starke, aufrichtende Energie. Auch wenn der Bischof als Mensch Schroffheit und wenig Liebe ausstrahlte, so setzte sich doch der Heilige Geist in seinem Körper durch.

Das fand ich hochinteressant. Ich spürte, dass diese Kraft trotz aller scheinbaren Verhärtung durch ihn wirkte, und erfuhr, wie sehr die Absicht maßgeblich ist für das, was geschieht und nicht in erster Linie der Mensch selbst.

Eines Tages erhielten wir in der Schule ein dickes Buch vom Arbeitsamt, in dem alle Berufe, die es gab, aufgeführt waren.

Ich brütete lange darüber, was ich denn studieren könnte oder ob ich lieber eine Ausbildung machen sollte. Aber ich fand einfach nicht das, was mich wirklich interessierte.

Als ich das Buch zuklappte, sagte meine Geistige Führung zu mir: „Es ist klar, dass du deinen Beruf hier nicht findest, denn es gibt ihn nicht als regulären Beruf. Du bist eine Lichtarbeiterin.

Erst später werden sich Tätigkeitsfelder entwickeln, in denen sich - unabhängig von kirchlichen Dogmen - das Potential von Lichtarbeitern, anderen Menschen durch die Arbeit mit den geistigen Gesetzen zu helfen, entfaltet. Der Wandel ist schon im Gange, bald wirst du es sehen können.“

In diesem Augenblick wusste ich, dass mein Weg ein anderer sein sollte.

Erwachsen werden

Ich brach die Schule ab, schmiss meine Medikamente in die Mülltonne, zog von zu Hause aus und ließ mich in ein neues Leben fallen - von dem ich mir erhoffte, das für mich Wichtige zu lernen.

Da war ich siebzehn.

Auch in diesem Fall kündigte meine Geistige Führung an, wohin es gehen sollte. Sie ließ in mir das Bild von einem Tonstudio entstehen. „Zufällig“ las ich eine Kleinanzeige: „Sprechstimme für Werbejingles gesucht.“

Und dann ging sie los, die abenteuerliche Zeit.

Wolfgang besaß einen ÜঀWagen, einen 3,5-Tonner mit eingebautem Tonstudio. Er war der Inserent der Anzeige, auf die ich mich gemeldet hatte. Ich war die Letzte, die an diesem Tag vorsprach, aber auch die Einzige, die ihn begeisterte.

Wir wurden ein Paar, produzierten ein paar Werbespots und gründeten dann eine Firma: AঀZ Medienservice. Unsere Arbeit bestand darin, Livemitschnitte für Plattenproduktionen sowie Live-Übertragungen zu machen oder Gigs zu begleiten und Bands zu beleuchten und die Beschallung auszuführen. Beauftragt wurden wir von Radio- und Fernsehsendern oder von den Bands selbst. Wir tourten mit verschiedenen Gruppen und ich lernte Europa besser kennen.

Ich kaufte mir ein paar Sachen, um die Bands auf der Bühne zu beleuchten: Bars, Lichtmischpult, Kabel und Farbfilter. Außerdem hatten wir eine Kamera, mit der ich, wenn ich kein Licht machte, die Auftritte filmte. Zwischendurch arbeitete ich als Kabelträgerin bei Fernsehproduktionen. So kamen wir viel herum und ich erlebte einiges.

Als Wolfgang und ich uns trennten, zog ich in eine 26 qm große Wohnung in Köln und mein Leben nahm eine ganz andere Richtung, wie es noch oft der Fall sein sollte.

Wolfgang hatte ohne mein Wissen Schulden gemacht, und da ich einiges für ihn unterschrieben hatte, musste ich ein paar tausend DঀMark zahlen, als wir Konkurs anmeldeten. Aber ich war erst 19 und besaß nichts. Meine Eltern retteten die Situation.

Mein Vater nahm Kontakt zu den Gläubigern auf und beglich die Verpflichtungen. Nun waren wieder viele Wege offen, doch ich hatte keine Idee, wo es langgehen sollte.

Da übernahm wieder meine Geistige Führung und ließ mich eines Nachmittags nach dem Kölner Telefonbuch greifen. Sie sagte: „Schließe die Augen und lass dich führen.“ „Ok“ erwiderte ich, schloss die Augen, ließ die Seiten fächerartig unter meinem Daumen abrollen, stoppte unwillkürlich und tippte irgendwohin.

Als ich die Augen öffnete, las ich: Kosmetikfachschule Traute de Lorenzi. Aha, dachte ich, das klingt interessant. Ich besprach die Situation mit meinen Eltern und da ich noch keine Berufsausbildung hatte, übernahmen sie die Kosten.

Ich bin meiner wundervollen Familie unendlich dankbar dafür, dass sie meine abenteuerlustige Seele immer unterstützt und niemals fallengelassen hat! Und so ging ich ein paar Wochen später auf die Kosmetikfachschule am Dom.

Ich machte es mir in meiner winzigen Wohnung gemütlich und besaß jetzt sogar einen eigenen kleinen Fernseher. Da sah ich zum ersten Mal die Sendung „Ragazzi“ von RTL.

In dem Moment, als ich den Jingle hörte, wusste ich: Mit dem Menschen, der diese Musik komponiert hat, habe ich eine besondere Verbindung. Deshalb suchte ich im Abspann nach dem Namen und las „Mecky…“.

Das hörte sich für mich amerikanisch an und ich ließ den Gedanken los, ihm jemals persönlich zu begegnen. Doch meine Wahrnehmung hatte mich so beeindruckt, dass ich meinem Nachbarn davon erzählte. Und er lachte, „Das ist mein Bruder!“ Also doch nicht Amerika...

Als er und ich uns dann begegneten, redeten wir wie zwei einander längst Vertraute, den ganzen Abend lang. Ein halbes Jahr später heirateten wir. Ohne Familie, nur wir zwei. Ich war 22, er 35.

Zwei Kunden, die mit Mecky in seinem Tonstudio gerade eine LPঀProduktion am Laufen hatten, waren unsere Trauzeugen. Oh, unsere Familien waren sauer, das kann ich euch sagen. Heutzutage kann ich sie verstehen. Damals hatten wir das Gefühl, es sei eine Sache nur zwischen uns beiden, dieses Versprechen.

Es wurde keine einfache Beziehung. Mecky war Drogen zugewandt, wir hatten Geldsorgen und insgesamt gab es viele Herausforderungen. Wir stritten oft. Aber natürlich war unsere Verbindung aus der Verabredung unserer Seelen, aneinander zu wachsen, zustande gekommen. Sie forderte mich auf, mich weiter zu entwickeln, und das war nicht nur schmerzhaft, sondern in vielen Momenten auch sehr schön.

Mein Mann hatte in seinem Leben viele LSDঀTrips genommen und dies schwang für mich wahrnehmbar in seinem Wesen, seinem gesamten Körper und in seiner Aura. (Ich selbst kann mit bewusstseinsverändernden Substanzen, egal welcher Art, nichts anfangen, weil ich mich dadurch in meiner feinen Wahrnehmung von mir selbst, meiner inneren Führung, meiner Umgebung und in meinen zarten körperlichen Empfindungen gestört fühle.

Ich finde es äußerst unangenehm, diese reine Verbindung durch irgendeine Substanz beeinflussen zu lassen.)

Um mehr Verständnis zu entwickeln für seinen Widerwillen, sich in der „Spießerwelt“ zu bewegen und um ihn besser zu begreifen, ging ich in Meditation und bat Gott und Meckys Seele, mir zu zeigen, was in ihm vorging, wenn er LSD nahm.

Dieser Wunsch wurde mir erfüllt. Zuerst machte ich mich ganz leer. Dann entstanden Farben und Gefühle. Ich begann in einer Weise wahrzunehmen, die nun vollkommen anders war. Es ist für mich normal, in Meditationen Lichtstrukturen zu sehen. Aber jetzt erschienen farblich intensive und eher schrill und verzerrt wirkende Bilder. Ich bewegte mich in einer bunten Energiewelt, in der sich Geräusche in ineinanderfließende Konturen verwandelten, die sich zusammenzogen und wieder ausdehnten, begleitet von einem skurrilen Mix aus Gefühlen.

Doch etwas fehlte mir dabei: dieses tiefe, liebevolle Genährtund Verbundensein, das ich sonst als Grundgefühl in mir verspüre.

Als ich die Meditation beendete, fühlte ich mich wieder „normal“. Diese Form von LSDঀSinneseindrücken würde ich nicht gerne noch einmal erfahren wollen, denn ich habe ja meine eigene, höchst spannende, nährende und von Wundern erfüllte Wahrnehmung. Da erlebe ich so schon genug.

Nun konnte ich mir aber besser vorstellen, wie schwierig es sein musste, diese Höchstleistungen des Gehirns zu verarbeiten und sich dann wieder in der „normalen“ Welt zu orientieren. Die durch meine Meditation entstandene Verquickung mit seinen LSDঀEnergien blieb noch eine Weile bestehen, um sich dann in einem wunderschönen Erlebnis aufzulösen und mir schlussendlich noch mehr heilsame Information zu schenken.

Zuerst passierte es zwei, dreimal, dass ich ganz plötzlich, wenn mein Mann in einen „Flashback“ geriet, z.B. beim Frühstück, für ein, zwei Sekunden in seinen psychedelischen Wahrnehmungsraum eintrat.

Bis wir eines Abends gemeinsam auf dem Bett ruhten. Ich hatte meinen Kopf auf seine Brust und meine Hand auf seinen Bauch gelegt. Und plötzlich wurde Mecky zu reinem Licht. Es war nicht die Art von LSDঀSinneseindrücken, wie ich sie in dieser besonderen Meditation wahrgenommen hatte, sondern das von Liebe begleitete Licht, wie ich es sonst kannte.

Ich sah ihn nicht mehr feststofflich. Sein gesamter Leib war strahlend hell und ich sah die Energien, aus denen er bestand und wie diese Energien sich bewegten. Es gab verschiedenfarbige Energiebahnen, welche den gesamten Körper durchzogen.

Jedes Chakra pulsierte in einer eigenen Farbe, in einem eigenen Schwingungsmuster und in eigener Geschwindigkeit. Diese Schau durch meine physischen Augen in seine Lichtstruktur war zutiefst beeindruckend. Wenn ich mit meinem dritten Auge schaue, während ich die Augen offen habe, sehe ich in der Regel weiterhin die feste Materie und zusätzlich Lichtstrukturen und Bilder.

Jetzt aber fühlte ich meine feststoffliche Hand auf seinem Körper ruhen, während meine physischen Augen seinen festen Körper nicht mehr wie gewohnt wahrnahmen. Er war einfach durch und durch ein Lichtkörper.

Voller Ehrfurcht betrachtete ich ihn. Meine Schau wurde von einem Gefühl und Verständnis von höchster göttlicher Liebe und Ordnung begleitet. Ich erkannte, dass, egal, was Mecky seinem Körper und Geist zufügte, dieses göttliche Licht dafür sorgte, dass jedes Atom an dem dafür vorgesehenen Platz seine Aufgabe übernahm und dass diese Liebe seinen Körper zusammenhielt, solange wie seine Seele das wünschte.

Ich fühlte die bedingungslose Liebe der Schöpferkraft zu dem Leib, den sie erschaffen hatte und der der Seele so wertvolle Erfahrungen ermöglichte. Da war keinerlei Wertung. Alles, was Mecky entschied, mit diesem Leib zu tun, war eine Erfahrung, die willkommen und heilig war, wie sehr ein menschlicher Verstand das auch bezweifeln würde.

Ich wurde wieder einmal eindrücklich daran erinnert, dass es nichts außerhalb von Gott gibt. Nach diesem Erlebnis schloss sich der Empfangskanal für Meckys LSDঀErfahrung vollständig.

Mutter werden

Dann wurde ich schwanger, aber unsere Wohnsituation war verheerend. Abgesehen davon, dass wir im 5. Stock eines Altbaus wohnten, in dem es kein Bad und kein warmes Wasser gab, hatte ein Türke das Haus gekauft, der uns lieber heute als morgen draußen haben wollte, um seine riesige Familie auf das gesamte Haus zu verteilen.

Er drangsalierte uns, wo es nur ging und begann, während wir dort wohnten, die Decken unserer Wohnung aufzureißen. Das Haus war so alt, dass sich über Jahrhunderte hinweg auf dem Dachboden Tauben und andere Tiere angesiedelt hatten.

Der mit Kot und Kadavern durchseuchte Schutt befand sich mittlerweile eimerweise in unserer Küche. Doch der Eigentümer war der Meinung, dass es ausreichend sei, den Schutt mit rot-weiß gestreiftem Absperrband zu kennzeichnen; wir sollten doch einfach den anderen Teil der Wohnung benutzen…

Aber zum einzigen Waschbecken und ins Schlafzimmer ging es eben nur durch die Wohnküche, in der der Schutt sich häufte und die zu der Zeit natürlich unbenutzbar war. Das Kind entwickelte sich nur bis zum 4. Monat. Wir weinten beide.

Ungefähr ein halbes Jahr später, ich war wieder einmal verzweifelt, weil wir irgendeine Auseinandersetzung gehabt hatten, warf ich mich heulend auf das Bett, als eine unsagbar liebevolle weibliche, von Wärme und Mitgefühl erfüllte Stimme zu mir sprach:

„Hallo, Mama, sei nicht traurig, dein Leben wird eine neue Richtung bekommen. Ich werde dir dabei helfen, klarer und selbstbewusster zu werden. Ich liebe dich.“

Eine von unendlich tiefer Innigkeit und Klarheit erfüllte Energie durchströmte mich. Da wusste ich, dass ich wieder schwanger war.

Ich spürte, dass die Seele, die uns zukünftig begleiten würde, sich hier auf der Erde viel vorgenommen hat, und mich erfasste die gesamte Tragweite dieser Vereinbarung. Wir hatten unsere Leben miteinander verwoben. Wir würden aneinander reifen und hatten uns entschieden, einen Weg der gemeinsamen Unterstützung zusammen zu gehen, der eine enorme Entwicklung ermöglichen würde.

Ich konnte eine gewisse Durchsetzungskraft in ihrem Wesen wahrnehmen. Jemand, der die Dinge benennen und auf jede Unklarheit aufmerksam machen würde. Ich würde mich mehr zeigen und deutlicher positionieren müssen im Zusammensein mit diesem Menschenkind. Diese Seele hatte einen großen Teil ihrer Entwicklung in meine Hände gelegt, so wie ich meine in ihre.

Eine Vereinbarung von gewaltiger Bedeutung. Das Licht, die Klarheit und die Schönheit ihrer Seelenessenz wahrnehmend, begann ich mich unbändig auf dieses Wesen zu freuen.

An das Gefühl dieses Augenblicks mit all seiner Tiefe würde ich mich immer erinnern und es würde mir helfen, auch schwierige Umstände geduldig zu meistern.

Dankbar würde ich mich von der Erkenntnis tragen lassen können, in welcher Liebe wir beide verbunden sind und dass wir beide im Sinn gehabt hatten, uns bei unserer Seelenreifung möglichst effektiv zu fördern. Und dazu gehören auch die entsprechenden Herausforderungen.

Die Schwangerschaft verlief komplikationslos und auch die Geburt, die ich mehr oder weniger allein zu Hause bestritt.

Denn als ich die schon etwas betagte Hebamme des Geburtshauses anrief, um ihr zu sagen, dass es losgeht, stoppte sie am Telefon die Zeit zwischen meinen Wehen und meinte: „Sie brauchen noch nicht ins Geburtshaus kommen, es wird noch bestimmt zwölf Stunden dauern. Rufen Sie mich wieder an, wenn die Wehen stärker werden.“ Da war es Mitternacht.

Daraufhin legte ich mich auf das Bett, und los ging es. Zwölf Stunden? Na, dann gute Nacht! Ich konnte keinen Schritt mehr tun.

Mecky setzte sich in sein Zimmer, das am entferntesten Ende der großen Altbauwohnung lag, und kiffte. Er hatte mir zu verstehen gegeben, dass er mit meinem Schmerz nichts zu tun haben wolle. Wir waren durch die Küche, den Flur und ein Durchgangszimmer getrennt.

Das Haus war massiv und hatte dicke Wände. Er konnte mich also nicht hören, auch wenn ich zwischendurch nach ihm rief. Trotzdem fühlte ich mich nicht allein, sondern von meinen und den Engeln meiner Tochter getragen. In keiner Sekunde hatte ich Angst. Ich spürte einfach keine Energie von drohender Komplikation.

Da gab es schon so viele Leben, in denen ich allein irgendwo geboren hatte, unter weitaus schwierigeren Umständen. Nach drei Stunden schaute Mecky zur Tür herein. In dem Moment setzten die letzten Presswehen ein und ich rief: „Es kommt.“ Er breitete die Hände aus und unsere Tochter glitt hinein. Wir legten sie auf meine Brust und er rief die Hebamme an.

Wegen meines Dammrisses, dessen Narbe nicht glatt verheilte, ging ich zu meinem Frauenarzt, um sie behandeln zu lassen. Während er mich mit einer Lösung betupfte, hatte ich wieder einmal eine Vision.

Ich sah, dass er homosexuell war, koksabhängig und dass er sein ganzes Leben lang um die Anerkennung seines Vaters gerungen hatte. Dass er viel Geld in Casinos verspielt und eine Pistole in seiner Schreibtisch-Schublade liegen hatte.

Und dass er vorhatte, sich damit das Leben zu nehmen.

Ich fragte seine Seele, ob es irgendetwas gab, was ich tun könne, das ihr helfen oder sie umstimmen könne. Sie verneinte. Ihr Leben sei zu verworren und sie würde lieber neu anfangen, sie habe einfach keine Lust mehr.

Ich sandte ihr Liebe und Mitgefühl. Bei meinem nächsten Termin war die Praxis geschlossen.

Der Arzt hatte sich dort erschossen.

Trennung

Das Zusammenleben mit meinem Mann wurde zunehmend schwerer und zehrte an mir. Ich spürte, dass, wenn unser Leben sich positiv entfalten sollte, sich grundlegend etwas ändern müsse.

Meine Bitten an ihn, sich Hilfe zu holen, liefen ins Leere. Beten half nicht.

Aber ich hatte „ja“ gesagt. Nicht nur zu ihm, sondern auch vor Gott. So quälte ich mich monatelang mit der Frage, ob es in Ordnung wäre, unter diesen Umständen das Versprechen zu brechen und mich von ihm zu trennen, damit unsere Tochter und ich eine Chance auf ein glückliches Leben hätten.

Ich betete inniglich und sprach zu Gott: „Wenn es in deinem Sinne ist, dass wir uns aus dieser Verbindung lösen, dann sende mir drei Zeichen, so klar, dass ich sie nicht missverstehen kann.“

Die Zeichen folgten in einem Zeitraum von etwa sechs Wochen. Sie waren deutlich. Jedes Mal sagte eine sonore, autoritäre Stimme in mir: „Dies war das erste Zeichen...“ Und so fort.

Ich fasste Mut und zog nach Hause, zu meiner Familie, die mich fortan sehr unterstützte. Ausgestattet mit einem Kinderrucksack und einem alten Handkoffer vom Flohmarkt, ließen wir alles andere hinter uns.

Da war unsere Tochter eineinhalb Jahre alt.

Heilung erfahren

Viele Jahre blieb ich alleinerziehend.

Der erste Besuch unserer Tochter bei ihrem Vater lief dramatisch ab. Weder Besuchsrecht noch Sorgerecht waren zu dem Zeitpunkt gerichtlich geregelt. Mecky brachte unsere Tochter nicht zum vereinbarten Zeitpunkt zurück. Als er mir mitteilte, dass er sie bei sich behalten, das alleinige Sorgerecht beantragen und bei Gericht behaupten wolle, ich könne wegen meiner Gehbehinderung nicht für das Kind sorgen, löste dies einen Schock bei mir aus.

Natürlich war, ungeachtet seines Lebenswandels, die Vater-Tochter-Beziehung wichtig, das war mir klar. Aber bei ihm leben? Das fühlte sich bedrohlich an.

Ab diesem Augenblick, als seine Worte durch das Handy an mein Ohr gedrungen waren, befand ich mich in einer Parallelwelt. Alles andere trat vollkommen in den Hintergrund und ich fühlte mich für einen flüchtigen Augenblick wie eine Hülle meiner selbst.

Doch sobald ich das registrierte, öffnete sich mir ein neuer Kanal. Diesmal empfing ich keine Unterweisung meiner geistigen Führung oder empfand das Eingehülltwerden in Liebe durch meine Engel oder das Durchströmtwerden von der göttlichen Quelle oder dem Heiligen Geist (- obwohl alles eins ist, fühlt sich jeder Aspekt für mich anders an). Diesmal war es eine außergewöhnliche Kontaktaufnahme der Natur zu meinem Wesen, die ich bis dahin so noch nicht gekannt hatte.

Dass Pflanzen und Tiere mit uns in Verbindung stehen und uns Kraft geben, ist wahrscheinlich fast jedem mehr oder weniger klar. Dass ich durch die Erinnerung an meine vergangenen Inkarnationen um die Beseeltheit in allem weiß und eine innigliche Verbindung zur Natur habe, ist ja meine Mentalität.

Aber was da geschah, hatte ich in meinen vielen Menschenleben noch nicht erlebt. Während ich da stand, bemerkte ich plötzlich, wie jeder Baum, jeder Busch, jede Blume, die Vögel, ja, alle Lebewesen, die mich umgaben, mir gleichzeitig ihr Mitgefühl schenkten. Ich spürte von allen gemeinsam einen starken Strom der Verbundenheit und Anteilnahme.