Leben mit Herpes Genitalis - Ute Sperle - E-Book

Leben mit Herpes Genitalis E-Book

Ute Sperle

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Beschreibung

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Stress bewältigen, Ihr Sexleben befriedigend und weiterhin spannend halten, Alternativen für Ihr Intimleben finden, Ihre Ernährung sinnvoll ergänzen, Beschwerden lindern können, depressive Phasen überstehen. Alle Aspekte, die mit Herpes zu tun haben, werden offen und ehrlich angesprochen - von alternativer Medizin über den emotionalen Umgang mit Herpes bis hin zu Fragen, die sich im Hinblick auf Partnerschaft, Sexualität, Ernährung und Schwangerschaft ergeben. Die Autorin hat sich intensiv mit dem Thema Herpes Genitalis auseinandergesetzt wie kaum ein Zweiter in Deutschland.

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Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Leben mit Herpes Genitalis

Leben mit Herpes GenitalisVorwortWas ist Herpes?HerpesartenKrankheitssymptomeAnsteckungsgefahrÜbertragungAsymptomatische VirusausscheidungPsycheDie 5 Phasen des emotionalen Umgangs mit HerpesWas Sie nicht tun solltenWas Sie tun solltenHerpes ein Warnzeichen für Ihr LebenStressreaktionenDie Haut lügt nichtWenn Frauen zu viel arbeitenGenitaler JuckreizTestverfahrenHSV-DNA-TestHSV-AntikörpertestBehandlungTherapiePräventionZukunftsperpektiven in der medizinischen TherapeutikGut und umsichtig lebenAlternative MedizinGrenzen der SelbstbehandlungPartnerschaft - Alternativen im IntimlebenNeue Verhaltensweisen beim SexSchutz der nicht infizierten PartnerIntimität zwischen Partnern mit HerpesGespräch mit dem PartnerGenitalherpes und SchwangerschaftErnährungNahrungsergänzungMein VerlaufStress wahrnehmenAus eigener ErfahrungAusgewogene ErnährungHormonelle StörungenAn SieQuellenDie Autorin

Titel Seite

Vorwort

Warum ich dieses Buch schreibe

Seit 8 Jahren habe ich Herpes Genitalis. Ich möchte mein

Wissen über Herpes verbreiten und Ihnen mitteilen,

dass Sie da draußen nicht alleine sind.

Ich bemühe mich, Ihnen so viel Unterstützung und

Informationen zu geben, wie ich nur kann, und hoffe, dass

Sie hier alle Informationen finden, die Sie benötigen.

 Vielleicht bewegen Sie ja Fragen wie die folgenden:

„Können Sie mir sagen, ob das Herpes ist?“

„Denken Sie, ich habe das von meinem Partner bekommen?“

„Hat mein Arzt recht, wenn er sagt, ich habe Herpes

für den Rest meines Lebens?“

„Werde ich mich jemals wieder mit jemandem treffen

können?“

„Kann ich gesunde Kinder bekommen?“

Herpes Genitalis ist nicht eine Krankheit, die durch einen

Arztbesuch geheilt werden kann. Oft gibt es große Barrieren

im Leben der Infizierten, da durch den Virus das Intimleben sehr

beeinträchtigt und erschwert wird.

Darum ist Aufklärung und somit dieses Buch von so großer

Wichtigkeit: Viele Betroffene wissen nicht, wohin sie

sich wenden sollen. So leben sie mit einer großen Last und

nagenden Zweifeln oft über Monate und Jahre isoliert.

Wenn Sie (oder Ihr Lebenspartner) von Herpes Genitalis

betroffen sind, dann haben Sie sicherlich schon eine

Menge im Internet recherchiert. In derTat: Das Internet ist

für solche Tabuthemen ideal. Wo sonst können Sie sich so

schnell (und anonym) sachkundig machen? Jedoch:

Im deutschsprachigen Internet finden Sie zu Herpes

Genitalis kaum fundierte Informationen

Ich weiß, wovon ich rede. Als von Herpes Genitalis Betroffene

habe ich Stunden, Tage und Wochen damit verbracht, an

wenigsten halbwegs fundierte Informationen zu gelangen.

Ergebnis:

Es gibt zwar eine Fülle an Webseiten, die sich mit dem Thema

Herpes Genitalis beschäftigen. Doch darunter viel

Widersprüchliches. Da werden Wunderheilmethoden versprochen,

obskure Mittelchen angepriesen, Halbwissen verbreitet...

Für mich war das absolut unbefriedigend

Ich denke, auch Sie können und wollen sich bei einer so

schwerwiegenden Erkrankung nicht mit Lückentexten

zufrieden geben. Deshalb habe ich mein gesammeltes Wissen

für Sie in meinem Buch: „Leben mit Herpes Genitalis „

auf den Punkt gebracht.

Die besten Informationen fand ich übrigens im Ausland

In den USA wird das Thema Herpes Genitalis beispielsweise

wesentlich umfassender und weit weniger tabubelastet angepackt.

Sie können natürlich auch selbst googeln, sofern Sie

medizinisches Fachenglisch beherrschen (Ich musste mir dieses

Fachvokabular erst in langen Abenden vor dem PC erarbeiten).

Oder Sie nehmen die Abkürzung und lesen mein Buch.

Vielfach wissen selbst Ärzte nicht richtig Rat

Herpes Genitalis ist im Medizinstudium eher ein Randthema.

Und seit der Abschlussvorlesung vorzig Jahren hat die Medizin

auf diesem Gebiet viele neue Erkenntnisse gewonnen.

Insofern ist mein Buch für Sie eine echte (Weiter)

Lebenshilfe.

Sie finden darin endlich gebündelt und leicht verständlich

aufbereitet alle Informationen über Herpes Genitalis:

Was hat es mit dieser Krankheit auf sich?

• Gibt es Heilungschancen?

• Warum kommt es immer wieder zu neuen Herpesschüben?

• Wie kann ein Leben mit Herpes Genitalis weitergehen?

Damals, als ich von meiner Erkrankung erfuhr, hätte

ich mir dieses Buch sehnlichst gewünscht

Doch es gab nichts, aber auch rein gar nichts in dieser

Hinsicht.

Deshalb habe ich dieses Buch jetzt für Sie geschrieben.

In der Hoffnung, dass diese über viele Jahre gesammelten

Informationen auch Ihnen helfen, das Leben mit Herpes Genitalis

leichter zu machen.

Das Leben geht weiter. Auch mit Herpes Genitalis

Jedoch, und das ist wichtig: Sie selbst müssen Antworten auf

Ihre Krankheit finden. Doch auch dabei hilft Ihnen mein Buch.

Sie erfahren darin, wie Sie auch die sozialen und psychologischen

Folgen bewältigen:

 • Was denken andere über mich?

• Wie sage ich es meinem Partner? Wie anderen Menschen in meinem

persönlichen Umfeld?

• Wie sieht es mit meinem Sexualleben aus?

• Was kann ich tun? Wie schütze ich mich?

• Was ist mit Schwangerschaft? Kann ich überhaupt ein gesundes Baby

bekommen, obwohl ich Herpes habe?

Ich kenne Ihre Sorgen und Gedanken nur allzu gut

aus eigener Erfahrung...

Deshalb habe ich mich auch so intensiv mit dem Thema

Herpes Genitalis auseinandergesetzt wie kaum ein Zweiter

in Deutschland.

Es ist nämlich etwas komplett anderes, als Mediziner sachlich

distanziert über den Genitalherpes zu schreiben. Oder ob

einem als selbst Betroffeneder Kopf nur so schwirrt, vor all den

Unwägbarkeiten dieser Krankheit und ihrer Folgen.

Gerade in dieser Hinsicht ist das Buch für Sie eine aktive

Lebenshilfe. Auf vielen Seiten werden Sie sich selbst

wiedererkennen.

Was ist Herpes?

Auslöser der verschiedenen Herpeserkrankungen sind Viren,

winzige Gebilde. Von alleine können Viren weder

wachsen noch sich vermehren. Sie benötigen dazu eine

Körperzelle, die auf geheimnisvolle Weise gezwungen wird,

statt sich selbst zu teilen immer wieder neue Viren herzustellen.

Zur Primärinfektion mit Herpes-simplex-Viren (HSV) kommt es,

wenn das Virus in den Körper eintritt, zum Beispiel

durch eine Schleimhaut- oder Hautverletzung.

Daraufhin vermehrt sich das Virus, breitet sich auf die regionalen

Lymphknoten aus und ruft entsprechende Krankheitssymptome

hervor.

Die in den Bläschen enthaltene Flüssigkeit enthält Viren und ist

hoch ansteckend.

Herpesarten

Die meisten Ärzte kennen die Infektionen, die durch

verschiedene Arten von Herpesviren verursacht werden;

2 von ihnen verursachen genitale Infektionen:

Herpes simplex 1 (HSV-1) oder oraler Herpes verursacht

Fieberblasen. Die erste Infektion erfolgt gewöhnlich in der

Kindheit und die meisten Erwachsenen weisen Antikörper

gegen das Virus auf. Oft kommt es zu Rezidiven im Bereich

der Lippen oder anderen Gesichtsbereichen, oft verbunden

mit Stress oder Krankheiten. Einige Erwachsene

haben noch keine Infektion durchgemacht und bekommen HSV-1

im Genitalbereich durch Oralsex mit einem Partner, der

das Virus gerade von einer Fieberblase ausscheidet.

Es wird angenommen, dass 30–50% der neu diagnostizierten

primären genitalen HSV-Infektionen Typ-1- Infektionen sind.

Andererseits kommt es bei genitalen HSV-1-Infektionen nur s

elten zum Rezidiv bzw. zur genitalen Ansteckung nach der

ersten Infektion, wodurch geringere Langzeitfolgen bestehen.

Herpes simplex 2 (HSV-2) wird üblicherweise mit genitalen

Infektionen in Verbindung gebracht. Obwohl HSV-1 zu einer

zunehmenden Ursache für eine genitale Herpesinfektion wird,

erfolgt die überwiegende Mehrheit (über 95%) der genitalen

Herpesrezidive durch HSV-2.

Trotz der prinzipiellen Möglichkeit einer Infektion durch HSV-2

im Mundbereich durch Oralsex kommt es dort kaum zu Rezidiven.

Charakteristisch für Herpesviren ist die Fähigkeit, nach der

Infektion innerhalb des Körpers zu verbleiben, um später wieder

reaktiviert oder auch asymptomatisch auf andere übertragen

zu werden.

Wie U-Boote tauchen die Herpesviren unter:

Das Virus verschwindet nicht wie bei einer anderen

Viruserkrankung aus dem Körper, sondern sie tauchen in

Nervenzellen unter, bleiben latent und können jederzeit aktiv

werden.

Das Wiederaufflackern der Erkrankung nennt man Rezidiv. 

HSV-2 wandert über die Nervenbahnen zu den Spinalganglien

(eiförmigen Nervenknoten neben den Hinterwurzeln des

Rückenmarks).

HSV1 bewegt sich von den Schleimhäuten im Mundbereich

über den Trigeminusnerv zum Ganglion trigeminale, einem

halbmondförmigen Nervenknoten im Bereich des Schläfenbeins

(beim Ohr).

Dort können die Viren ein Leben lang ausharren.

Es gibt noch das:

Epstein Barr Virus (EBV), der Pfeiffersches Drüsenfieber verursacht, das

Varicella Zoster Virus (VZV), welches Gürtelrose (Herpes Zoster) auslöst, sowie das

Zytomegalievirus (ZMV), das bei Kindern Zytomegalie (mit Lungen- oder Hirnhautentzündung) hervorruft.

Diese werden in diesem Buch nicht behandelt.

Krankheitssymptome

Das Wiederauftreten der Bläschen nach der ersten

Ansteckung nennt man rezidivierend.

Das Rezidiv eines Herpes Genitalis verläuft meist deutlich

schwächer. Bereits vor dem Sichtbarwerden von Bläschen

treten Schmerzen in den betroffenen Arealen auf.

Hier bilden sich dann zahlreiche, gruppiert angeordnete

Bläschen im Bereich der kleinen und großen Schamlippen,

möglicherweise auch in der Vagina und am Gebärmuttermund.

Bei Übertragung durch analen oder oralen Geschlechtsverkehr

kann der Enddarm bzw. der Rachen betroffen

sein. Die Haut bzw. Schleimhaut ist gerötet und geschwollen,

der betroffene Bereich kann stark schmerzen oder brennen.

Allgemeine Krankheitssymptome

wie Fieber oder Kopfschmerzen sind bei einem Rezidiv

seltener als bei der Primärinfektion.

Weitere Symptome sind Schmerzen beim Wasserlassen,

glasiger Ausfluss und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Begleiterscheinungen können brennende Schmerzen

an den Geschlechtsteilen sowie am After sein.

Häufig schmerzt es bei Frauen stärker, da die Schleimhäute,

die der Nährboden für den Herpes sind, weitläufiger ausgeprägt

sind als bei Männern.

Die Lymphknoten in der Umgebung können dabei anschwellen. 

Die Haut an Oberschenkel, Rücken, Armen kann empfindlich

reagieren und Berührung mit Kleidungsstoff Schmerzen verursachen.

Herpesviren wandern von der Oberhaut durch die Nervenbahnen

zu den Nervenwurzeln, um dort zu überdauern. 

Dieser Umstand ist dafür verantwortlich, dass die Krankheit immer

wieder ausbrechen kann.

Nervenschmerzen am Bein sind eine Neuralgie durch die Entzündung

der Nerven, die die Genitale versorgen.

Es helfen Sympal oder Ibuprofen 400.

Ansteckungsgefahr

Herpesviren werden durch Schmierinfektion übertragen.

Die Viren treten aus geplatzten Herpesbläschen aus und

verteilen sich dann um den infizierten Bereich herum

(Lippen, Schamlippen, Scheide, Genitalbereich).

Kommt man in direkten Kontakt mit diesen infektiösen

Sekreten, etwa beim Küssen, beim Geschlechts oder

Oralverkehr, können die Viren über kleinste Verletzungen

der Haut oder Schleimhaut in den Körper eindringen.

Für eine Infektion mit Herpesviren im Genitalbereich sind

Sexualkontakte mit einem Partner, der an Herpes Genitalis

leidet, der größte Risikofaktor.

Beim Geschlechtsverkehr können die Viren direkt übertragen

werden.

Doch auch Oralverkehr birgt Risiken. Die Erreger werden dann

von Herpesbläschen an den Lippen auf die Genitalien übertragen

oder umgekehrt.

Die Übertragung der Krankheit kann per Schmierinfektion mit

den Fingern von den Bläschen am Mund bzw. im Genitalbereich

auch in die Augen erfolgen.

Als Komplikation ist bei der Herpesinfektion, ähnlich wie bei der

Gürtelrose, eine Mitbeteiligung des Auges besonders gefürchtet.

Greift eine Herpesinfektion auf das Auge über, so bildet sich

meistens eine Hornhautentzündung. Es kann zu Vernarbungen

der Hornhaut und zur Verminderung der Sehkraft führen.

Man nennt diese Augenkrankheit Herpeskeratitis.

Übertragung

Das Virus wird von Mensch zu Mensch durch Kontakt mit

Haut oder Schleimhaut, insbesondere bei Bläschen oder

offenen Stellen, übertragen. Die Mehrzahl der Übertragungen

geschieht jedoch bei asymptomatischer Ausscheidung, weil

wegen fehlender Symptome die Möglichkeit einer Ansteckung

nicht wahrgenommen wird.

Die Inkubationszeit, d.h. die Zeitspanne zwischen dem Tag der

Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit, beträgt im

Durchschnitt etwa sechs Tage. Allerdings wurde auch schon

eine Inkubationszeit von 2 bis 20 Tagen beobachtet.

Asymptomatische Virusausscheidung

Die asymptomatischen Ausscheidungen des Virus ist einer

der Gründe, warum es für Menschen mit Herpes möglich ist,

den Herpes-Virus auf einen Sexualpartner weiterzugeben.

Was bedeutet asymptomatisch?

Sie können weder sehen noch fühlen, dass das Virus sich

auf der Haut präsentiert. Der Herpes-Virus wird durch die

Nervenbahnenan die Oberfläche der Haut transportiert.

Dies muss sich nicht immer in Form eines Herpes-Ausbruches

zeigen. Der Herpes ist sozusagen „ruhig aktiv“ und auf der

Oberfläche vorhanden.

Keine Symptome auf der Haut, sowie keine rezidiven Anzeichen

werden als asymptomatische Ausscheidung bezeichnet. Der

Verlauf ist so mild, dass keine Symptome erkannt werden.

Ein Abstrich auf dem betroffenen Bereich würde zeigen,

dass sich ein Herpes aktiv auf der Haut bildet.

Eine asymptomatische Ausscheidung kann zur Ansteckung

führen.

Stark gefährdet für eine Neuinfektion sind jedoch dann nur

solche Personen, die bislang weder mit HSV-1 noch mit HSV-2

infiziert wurden, also antikörper-negativ sind.

 Solche Personen sind in der erwachsenen Bevölkerung sehr

selten, da Antikörper gegen HSV-1 auch partiell gegen

HSV-2 schützen.

Psyche

Herpes und seine Auswirkungen auf die Psyche

Die Krankheit annehmen und sich darauf einstellen.

Herpes ist in weiten Teilen der Gesellschaft traurigerweise

mit einem Stigma behaftet. Und aus unbekannten

Gründen ist es innerhalb der Popkultur „die“ sexuell

übertragbare Krankheit, mit der man jemanden

am besten lächerlich machen und blamieren kann.

Witze über Herpes oder über jene Personen, die

offensichtlich unter diesem Virus leiden, tauchen

immer wieder in Filmen, dem Fernsehen, im Radio

oder im Internet auf.

Da ist es nur verständlich, dass sich viele Menschen

mit Herpes schämen und dass es ihnen peinlich ist,

anderen davon zu erzählen, besonders kurz nach der

Erstdiagnose.

Andere machen sich Vorwürfe und glauben, sie selbst

hätten die Schuld daran, sich „das eingefangen zu haben“.

 Manche denken sogar, es sei eine Strafe Gottes aufgrund

ihrer sexuellen Aktivitäten.

Wieder andere beginnen an Depressionen und geringem

Selbstwertgefühl zu leiden und quälen sich mit der Frage,

ob sich je wieder jemand mit ihnen treffen möchte oder Sex

mit ihnen haben wird.

Dies sind sehr intensive Gefühle, die enormen Stress für

einen Menschen bedeuten. Doch warum ruft eine

Virenerkrankung einen solch emotionalen Aufruhr hervor?

Vielleicht hilft es zunächst einmal, die verbreiteten Mythen

 zu entlarven, die mit Herpes verwoben sind.

Mythos No.1:

Herpes Genitalis ist ein sehr ansteckender Virus.

„Alle, die ich kenne und treffe, werden sich bei mir infizieren!“

Dies ist falsch. Die Übertragung bzw. die Infektion mit

Genitalherpes kann nicht über die Luft, die man atmet,

stattfinden. Auch nicht durch den beiläufigen Kontakt mit einem

WC-Sitz, Stühlen oder den verschiedenen Kontakten am

Arbeitsplatz oder zu Hause.

Man kann sich nur über Haut-zu-Haut-Kontakt mit einem

infizierten Bereich mit Herpes Genitalis anstecken.

Eine gewöhnliche Erkältung fängt man sich

schneller und leichter ein als Herpes Genitalis.

Mythos No.2:

Herpes ist selten.

„Warum bin ich der/die Einzige, der/die das hat?“

 Dies ist falsch. 70-80 % der Menschen haben eine

Infektion mit dem HSV-1 Virus erfahren, bevor sie

10 Jahre alt waren. Die meisten nehmen das Virus

im Baby- oder Kleinkindalter auf ganz profane Weise

auf, etwa wenn sie von einem Erwachsenen geküsst

werden, der das Lippenherpes-Virus in sich

trägt. Genitalherpes betrifft 25 % aller Deutschen.

Dies bedeutet, dass jede vierte Person infiziert ist,

was aber nicht heißt, dass alle regelmäßig am Genitalherpes