Lehrjahre - Anonym - E-Book

Lehrjahre E-Book

Anonym

0,0

  • Herausgeber: Cupitora
  • Kategorie: Erotik
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2016
Beschreibung

Ein pikanter Roman nach einem privaten Manuskript von 1919, mit vielen unanständigen Zeichnungen.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 357

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Lehrjahre

»… sind keine Herrenjahre.«

Ein pikanter Roman nach einem privaten Manuskript von 1919,mit vielen unanständigen Zeichnungen.

eISBN 978-3-95841-727-4

© 2016 by Cupitora in der BEBUG mbH, Berlin

Exklusiv für unsere Leser

Einleitung

Der Autor des vorliegenden Werkes verkörperte eine Epoche, das müde, faszinierende »Fin de siele’« er stand am Ende seines Jahrhunderts, wie die Säule an der scharfen Biegung der antiken Rennbahn. Er war nicht aus der Zeit geboren, er dichtete für sie, wie kein anderer. Ein Sittenschilderer, der zuerst Jahrzehnten seinen Stempel aufdrückte und sie dann beschrieb, souverän, ein Feuerwerk an Geist verschwendend. Es ist nicht unsere Absicht, seine Bücher hier zu zergliedern und es ist wohl nicht das erste Mal, dass ein mit literarischen Lorbeern Gekrönter etwas schuf, das aus dem Rahmen seines allgemein bekannten Œuvres in mehr oder minder auffälliger, ja sensationeller Art fällt. Es ist aber sicher mehr als verwunderlich, dass wir einer zweiten Fassung eines weltberühmten Romanes gegenüberstehen – oder besser seiner ursprünglichen Fassung – die bisher unbekannt war und den engen Kreis, für den sie bestimmt war, niemals überschritten hat; aber in ihrer Doppelgängerrolle das Erstaunlichste darstellt, das uns bisher in der Literaturgeschichte begegnete. Eine Parallele findet sich vielleicht, wenn wir an den ruhmreichen Meister einer anderen Gilde denken, bei Goya, der eines seiner Bilder in zwei Fassungen konzipierte: zuerst als die so genannte »bekleidete Maya«, der er seine lange Zeit verborgen gehaltene »unbekleidete Maya« folgen ließ, beide Bilder nach seiner Geliebten, der Herzogin von Abrantes, gemalt. Hat nicht auch unser Autor, ganz wie Goya, die Fassung, um die es sich hier handelt, ausschließlich für sich und seinen allerengsten Freundeskreis geschaffen? Er wollte von dem Gegenstand, der ihm so teuer war, ein zweites, heimlicheres Porträt entwerfen, nur den Verehrenden zugänglich: er war wie der verliebte Tor, der seinen Schatz wohl der Welt zeigen muss – er war wie Gyges – aber klüger als dieser, er hielt die geheimsten Schönheiten in instinktiver Vorsicht noch zurück. Erst dann, als der Drang doch zu stark wurde, schritt er zur Niederschrift, mit dem Schwur, diese Offenbarung nur dem eigenen Altar zu widmen oder allerhöchstens noch den würdigsten Dienern des Heiligtums diesen Psalter der Freundschaft vorzulegen.

Also bloßes Abreagieren? Man darf nicht vergessen, dass der hypersensible Autor in einem »Turm aus Elfenbein« saß, sublimsten Wortzaubers fähig, dass für ihn Schreiben herrlichen Zwang bedeutete, süße Fron. Dass ihm dass Thema alles galt, diesem Fanatiker des Themas, der, wenn er sich einmal in eine Sphäre, in eine Gestalt verliebte, sie darstellen musste. Es wird nicht an höhnischen Anfeindungen fehlen, an Beweisführungen gegen die Autorschaft dieses Buches; aber wer Ohren hat, der höre und wer Augen hat, der sehe: ist es nicht fast selbstverständlich, dass eine derartige Schilderung, der Niederschlag einer unerhörten Erfahrung und noch unerhörteren Einfühlung nur dem Geiste gelingen konnte, der dieses Purgatorium wirklich durchwanderte? Und wie Dante inmitten der Verdammten nicht nur Mensch, sondern auch immer Künstler blieb. Man ist versucht zu glauben, dass das neu aufgefundene Werk Bekenntnis und Beichte, vielleicht einer gewissen sexuellen Einseitigkeit huldigen, dass es die Liebe und deren Surro­gate von einer einzigen Seite schildern müsse, wenn der Autor seinen innersten Trieben und Neigungen gefolgt ist, wie es der Charakter dieses sensationellen Buches erwarten ließe. Aber hier läge ein Irrtum. Der Verfasser entrollt ein Gemälde, das alle Farben, ja alle Nuancen enthält, in feinster Mischung und so meisterhaft aufgetragen, dass die Ereignisse und die Dargestellten vor unseren Augen förmlich zu leben und zu sprechen beginnen. Er wollte ja ein heimliches Porträt schaffen, haben wir gesagt, neben dem offiziellen den wahren Helden zeigen, jene Gestalt, die ihn Zeit seines Lebens, im Wachen und in Träumen verfolgt hat und die ihrerseits durchaus nicht einseitig eingestellt war …

Es wurde ihm ein leidenschaftlich empfundenes Bedürfnis, seinem Liebling noch einmal zu folgen, jeden seiner Schritte nachzumalen und an einem einzigen vollkommen­en Exemplar seines Schöpfers, also des Autors Gnaden aufzuzeigen, wessen seine Phantasie fähig war …

Darum durchstreift dieser andere die sinnliche Welt diesmal nicht als Freund eines großen Mannes, als Freund eines »griechisch« empfindenden Spötters – der in der Maske des Zynikers seine mephistophelische Verführerrolle zu spielen hatte, damit unter Zuhilfename des schaurigen Mementos in Form eines anklagenden Bildes der säuerlichen Moral der Welt um 1900 Genüge getan wurde – sondern er lebt wie ein genialer Erotiker leben würde, er lebt wie Don Juan, wie Casanova. Der Leser wird selbst urteilen können und erstaunt sein, dass es sich hier nicht um wirkliche Memoiren handelt. Der Autor hat diese Wirkung sicherlich nicht beabsichtigt und würde es als einen Formfehler brandmarken, wenn er erfahren könnte, dass sein Werk die Schranken des reinen Buches gesprengt hat und als erlebt und nicht als geschrieben empfunden wird. Ihm war es um ein Kunstwerk zu tun, allerdings hat er es unter der Voraussetzung geschaffen, auf nichts und niemand Rücksicht nehmen zu müssen und die Dinge mit ihrem wahren Namen nennen zu dürfen. Er hat es niemals begreifen können, dass Worte auf reife Menschen manchmal eine so alarmierende Wirkung haben und war glücklich, die so lange zurückgehaltenen einmal – hier – aussprechen zu dürfen. Er hat damit vielleicht unbewusst ein Standardwerk der erotischen Literatur geschaffen. Ob damit das Schamgefühl verletzt wird? Vergessen wir nicht, dass es hier um ein Kunstwerk geht, um eine hochinteressante literarische Entdeckung. Wer die Eintönigkeit und tödliche Vulgarität pornographischer Erzeugnisse kennt, wird uns recht geben, wenn wir sagen, dass dieses Buch neben die zwei bis drei Bücher, die dieses jämmerliche Niveau überragen, zu stellen ist. Es schien uns jedoch angezeigt, die Publikation nicht allgemein zugänglich zu machen, obwohl schon der Seltenheitswert seine Veröffentlichung rechtfertigt. Derjenige, der dieses Buch zu lesen wünscht, ist sich sicherlich darüber im klaren, was es für den Kenner und Liebhaber bedeutet und wird es vor profanen Händen bewahren. Er wird es literarisch werten und seine unglaubliche Fülle an Gestalten und Ereignissen auf sich einwirken lassen, ohne einen falschen Maßstab anzulegen. Er wird auch vor Kühnheiten nicht erschrecken, denn er wurde gewarnt: Der Autor fühlte sich frei von allen Fesseln (um es mit allem Nachdruck nochmals zu sagen), er wollte – und das ist unserer Ansicht nach dem Freibrief, den sich der Künstler hier selbst ausstellt – an einem grandiosen Beispiel zeigen, in welche Tiefen, in welche Höhen ein Mensch steigen kann. Jede Phase, jede Gefühlsregung wird bis ins geheimste Fältchen verfolgt, in auffallender Realistik, wenn wir zum Vergleich die starke Stilisierung des anderen Buches heranziehen.

Das Werk spricht in seiner prachtvollen Offenheit für sich. Diese erste deutsche Übertragung, deren Publizierung nur im Wege einer streng limitierten Subskription erfolgen kann, führt in ungebrochenen Farben nicht nur ein erstaunlich getreues Zeitgemälde vor das geistige Auge des Lesers, sondern wirft auch eine ganze Welt von heiklen Problemen auf, in einer beispiellosen Aufrichtigkeit, die zum aufrüttelnden Erlebnis wird. Sie vermittelt uns die originale Fassung eines Bekenntnisses, das in der Literatur schon einmal größtes Aufsehen erregte und das einem blaublütigen Vertreter gewisser überkultivierter Kreise, die in ihrer Heuchelei menschliche Triebhaftigkeit gerne in verstandeskühles Spiel umsetzen, in den Mund gelegt wurde. In der Muttersprache des Verfassers erschien dieses Unikum in nur dreizehn Exemplaren. Diese einzig existierende Übertragung nimmt nun in unserer Ausgabe, den Weg in die allerdings beschränkte Öffentlichkeit.

Der Herausgeber

I. Ich werde reiffürs College

Mein Vater war ein vollblütiger, lebhafter Mann, allen Genüssen des Lebens zugetan. Ich erinnere mich seiner als einen mittelgroßen, zu einer leichten Embonpoint neigenden Erscheinung, breitschultrig, mit stets geröteter Gesichtsfarbe und Anzügen, die auch meist auffallend getont waren. Meine liebe Mutter ist früh gestorben, ich hatte sie eigentlich nie richtig gekannt, meine Liebe zu ihr wurde hauptsächlich durch Schilderungen meiner Großmutter geweckt, die nicht müde wurde, mir von ihrer geliebten Tochter zu erzählen.

Als mein Vater sich zum zweiten Mal verheiratete, war ich neun Jahre alt. Diese Ehe galt als ausgesprochene Mesalliance: meine Stiefmutter war »eine vom Theater«, eine üppige, rotblonde Irländerin, die mein Vater derart faszinierend fand, dass er sie gegen den Willen der ganzen Familie, besonders meine Großmutter war sehr aufgebracht, nach einer Bekanntschaft von nur sechs Wochen heiratete, um gleich darauf mit ihr eine Reise nach Ägypten anzutreten. Diese Art »Flucht« war aber auch die einzige Konzession, die er der »Familie« machte, und auch die letzte. Das sollte sich nach der Rückkehr des Paares zeigen.

Ich wurde, sozusagen als vorübergehende Doppelwaise, bei meiner Großmutter untergebracht. Zu meiner Aufsicht sollte eine neue Erzieherin genommen werden: ich war ein unruhiger Knabe und für mein Alter ziemlich aufgeweckt. Es war nach Ansicht der ganzen Familie von besonderer Wichtigkeit, eine autoritative, eher strenge »Gouverness« zu finden. Nun, was Autorität anbelangte, war Miss Durante schon äußerlich allem Anschein nach die geeignete Persönlichkeit. Sie hielt sich sehr aufrecht, was mir, als ich sie das erste Mal erblickte, allein schon Respekt, gemischt mit Furcht, einflößte. Ihre gemessenen Bewegungen, der forschende Blick, der durch die funkelnden Brillengläser etwas besonders Gebieterisches erhielt, waren nicht geeignet, erkennen zu lassen, dass sie eigentlich gar nicht hässlich war, vielmehr das, was man kurzweg, in Ermangelung anderer, phantasievollerer Ausdrücke, »interessant« nannte. Die betont unfeminine Kleidung, aus einer gestärkten Leinenbluse und einem sehr gerade fallenden Rock bestehend, erhielt durch den schlichten Ledergürtel, der ihre auffallend schmale Taille umspannte und durch die Herrenkrawatte, die den hohen Kragen der hemdartigen Bluse umschloss, noch einen gewissen Zusatz, der auf zehn Schritte nach »Gouvernante«, nach Vokabeln und drohenden Streichen mit dem Lineal roch …

Unsere erste Unterredung unter vier Augen war auch sehr charakteristisch: Großmutter hatte mich ihr zugeführt und mich ihrer Obhut empfohlen. »Seien Sie nur nicht zu nachsichtig mit ihm«, sagte sie, »er ist ein bisschen verhätschelt und glaubt, dass dies immer so weiter gehen wird«. Miss Durante erwiderte mit wenigen Worten – sie wusste sich immer sehr kurz auszudrücken und versäumte nie, »Herumrederei« als eine der größten Untugenden zu brandmarken – man könne bei ihr in dieser Hinsicht ganz unbesorgt sein, ich würde mein »Pensum schon abkriegen«.

Als ich später mit meiner Gouverness allein war, sah sie mich eine Weile stumm an, dann hob sie den Kopf (ich hätte es, ohne hinzusehen, an dem Auffunkeln der Gläser erkannt) und sagte leichthin:

»Well, my Boy. Ich hoffe, du wirst dich fügen. Du hast jetzt mir zu gehorchen. Ich bin nicht überstreng, aber wenn ich etwas sage, muss es befolgt werden. Zeig’ mal deine Hände her!«

Ich hielt folgsam meine kleinen, leider nicht hervorragend sauberen Hände vor mich hin.

»Na, das ist ja gerade kein Sauberkeitsrekord«, konstatierte Miss Durante gelassen. »Komm, ich will dir jetzt zeigen, wie man sich die Hände wäscht – und dann, wie man sie rein hält!« Diese letzten Worte wurden, wie es mir schien, mit einem leise drohenden Unterton ausgesprochen. Wir gingen ins Badezimmer, wo meine Erzieherin mich gleich zum Waschbecken dirigierte und mich das Wasser aufdrehen hieß. Sie knöpfelte inzwischen an ihren Manschetten herum und schlug diese von den Handgelenken zurück. Nun ergriff sie das große Stück Seife und begann meine beiden Hände einzuseifen. Sie hatte lange, schmale, eigentlich feine Finger, spitze, mattglänzende Nägel und eine auffallend weiße Haut.

Es dauerte nur eine ganz kurze Weile und ich fand dieses leise Drücken und Massieren meiner Hände nicht nur angenehm, sondern auch geeignet, einen feinen Schauer auszulösen, der meinen ganzen Körper überrann. Ich war, wie jeder kleine Junge, schon häufig weiblicher Berührung ausgesetzt gewesen, aber es war das erste Mal, dass ich etwas ganz Besonderes dabei empfand. Ich erinnere mich, dass meine erste Kinderfrau, die mich sehr liebte und kaum von ihren Knien ließ, mich oft derart gegen ihren ungemein vollen Busen presste, der fast schon mit dem Prädikat »mächtig« zu bezeichnen war, dass mir Hören und Sehen verging und ich die Eigentümlichkeit der Elastizität dieses Fleischpolsters ausgiebig kennenlernte. Und obzwar ich damals noch bedeutend kleiner war, machte die so warme kaut­schukartige Wölbung auf meine Phantasie schon einen gewissen Eindruck. Wenn ich nachts in meinem kleinen Bette lag, dachte ich mir oft aus, dass mein Kopfpolster eine der beiden gewaltigen Brüste Betsy’s sei. Und ich bohrte mein Gesicht mit einer Art unbewusster Wollust in das gutgefüllte Kissen, mir vorstellend, dass dieser Busen jedes Gewicht auszuhalten fähig sei. Dies war aber lediglich kindisches Empfinden, von dem Gefühl, das mich jetzt durchrann, ganz verschieden. Auch ein ähnliches Berührungserlebnis aus diesen Tagen, mit einer ebenfalls weiblichen Person war nicht anders zu werten. Ich neckte mich gern mit unserem damaligen Stubenmädchen, das sehr gutmütig war und auf alles einging. Ich bekam sie auch eines Tages dazu, mich Huckepack durch alle Zimmer zu tragen. Meine Schenkel fest um ihre Taille pressend, fühlte ich, als ich einmal in der Angst, das Gleichgewicht zu verlieren, mich erschrocken an sie klammerte, plötzlich zwei Kugeln in meinen Händen. Es waren nicht die mächtigen Wölbungen meiner Kinderfrau, mir vertraut seit langem, sondern ballähnliche, mit je einer harten Spitze versehene Gebilde. Ich hätte ganz gerne mit ihnen gespielt, aber ich war gezwungen, mich festzuhalten und später gab sich keine Gelegenheit mehr, diesen Wunsch zur Ausführung zu bringen. Auch diese Episode löste in mir keinesfalls jenes Gefühl aus, das ich nun bei der Prozedur des Händewaschens kennenlernte. Der sanfte und doch so bestimmte Druck, die streichenden, sich wiederholenden Bewegungen der energischen Frauenhand, durch den dicken Seifenschaum angenehm gleitend gemacht, wirkten fast hypnotisierend auf mich.

»So, nun bist du etwas sauberer, ich fürchte, ich werde dich öfter waschen müssen!« Die Worte klangen nicht unfreundlich, wurden aber mit besonderem Nachdruck gesprochen. Miss Durante hatte überhaupt eine geräuschlose, doch sehr bestimmte Art. Sie ordnete an und man gehorchte ihr. Es schien, dass das Befehlen zu ihrer Natur gehörte, ich erfuhr später auch, ihr Vater sei ein höherer Offizier in den Kolonien gewesen und sie habe ihm als ganz junges Mädchen den Haushalt geführt; das brachte es vielleicht auch mit sich, dass sie schon frühzeitig lernte, einer zahlreichen, wenn auch nur eingeborenen Dienerschaft zu gebieten. Später wurde sie Waise und gezwungen, ihren Lebensunterhalt als Erzieherin zu verdienen. Sie kam mir vom ersten Augenblick an sehr geheimnisvoll vor. Ihre stille Art, ihre gewissermaßen klösterliche Strenge, ihr Anzug, alles an ihr war irgendwie Maske, die scheinbar ihr wahres Wesen verbergen sollte.

Ich war, den Umständen gemäß, viel allein mit ihr. Seit jenem ersten Eindruck, den ich beim Händewaschen empfangen hatte, war ich bestrebt, vielleicht zuerst unbewusst, in körperliche Berührung mit ihr zu kommen. Ich wusste es manchmal so einzurichten, dass ich mit ihr wie zufällig zusammenstieß; ich fühlte in solchen Momenten flüchtig ihre festen Formen und bemerkte ein herbes, aber nur in der nächsten Nähe wahrnehmbares Parfüm, das ich nie mehr vergessen werde. Sie wurde dann sehr zornig und schalt mich besonders, wenn ihre immer makellose Leinenbluse einen wenn auch nur winzigen Knick erhalten hatte. Anfangs strafte sie mich selten und nur mit dem Entzug des Kompotts oder ähnlichen Harmlosigkeiten, aber ich hatte bald heraus, dass sie sich gewissermaßen zurückhielt. Ihre Augen blitzten manchmal so seltsam hinter der Brille auf, und eines Tages sagte sie: »Mein lieber Junge, du wirst immer ungezogener, ich werde dir die Hose ausklopfen müssen!« Dem Wort folgte die Tat auf dem Fuße. Sie erfasste mit festem Griff meine Hand und führte mich auf ihr Zimmer, zu einem hohen Stuhl, auf dem sie sich niederließ. Nun zog sie mich über ihren Schoß, sodass mein Leib quer über ihren, wie ich deutlich fühlen konnte, sehr harten Schenkeln lag.

»Heute bekommst du zehn auf die Hose, das nächste Mal aber werde ich sie herunterziehen« und schon fiel ihre Hand auf den ausgespannten Stoff, der mein Hinterteil umschloss. Ich fühlte den Schlag deutlich, aber es war keineswegs unerträglich. Er wiederholte sich, wie angekündigt, zehnmal, was übrigens leicht zu merken war, denn Miss Durante zählte mit lauter Stimme. Nach dem zehnten entschlüpfte ihr etwas wie ein leiser Seufzer. Sie stieß mich von ihrem Schoß und ging mit raschen Schritten aus dem Zimmer. Als ich ihr scheu nachsah, fiel mir eigentlich das erste Mal besonders deutlich die Schlankheit ihrer Taille, unter der sich ein ziemlich volles Gesäß rundete, auf. Der dunkle Rock umspannte es recht knapp und im raschen Schreiten zeichnete sich anmutig das Spiel der beiden Hälften ab. Abends in meinem Bette dachte ich noch lange an die große schwarze, leicht gekerbte Kugel …

Ab jetzt schien es mir, als würde ich viel strenger gehalten. Miss Durante wiederholte oft, dass mich nur Schläge zur Vernunft bringen könnten und versuchte dies durch häufige Züchtigungen darzutun. Sie verbot mir vieles und setzte für die Übertretung ihrer zahlreichen Vorschriften ebenso viele kleine Strafen aus. Sie »sammelte« sie aber meist und verabreichte mir dafür fallweise die sich immer mehr einbürgernden »Zehn auf die Sitzfläche«, wie sie diese Standardbestrafung mit Vorliebe nannte und zwar auf die nackte Sitzfläche, ich hatte das angekündigte Stadium längst erreicht. Manchmal wurden aber auch 15 bis 20, ja zu besonderen Gelegenheiten 25 Hiebe daraus. Immer mit der bloßen Hand auf mein nacktes Hinterteil. Es dauerte jedoch immer eine gewisse Weile, bis es so weit war. Miss Durante probierte nämlich verschiedene Sitzgelegenheiten aus: einmal versuchte sie ihre Füße auf einen Schemel zu setzen, einmal sie auf einen gegenüber gestellten Stuhl zu stemmen, einmal schlug sie die Beine übereinander, sodass ich nur auf dem oberen Schenkel zu liegen kam. Dann wieder brauchte sie einige Zeit, bis sie mich »zurechtgerückt« hatte. Die Hose wurde mir nie vorher heruntergezogen, sondern erst, wenn ich ergeben über den Schoß gebreitet lag. Da knöpfelte Miss Durante dann lange herum und endlich schob sie, wie es mir schien, mit besonderer Umständlichkeit das Beinkleid gänzlich zurück, das Unterhöschen erlitt die gleiche Prozedur und schließlich wurde das Hemd hochgeschlagen. Jetzt trat meist eine kleine Pause ein, die ein eigentümliches Gefühl in mir wach werden ließ …

Waren die Schläge ausgeteilt, rieb sie mit der anderen Hand, die kühl geblieben war, meine reichlich erhitzten Hinterbacken ab, um, wie sie sagte, den Delinquenten schon für den nächsten Strafvollzug empfangsfähig zu machen. Diese Maßnahme ließ mich die ganze Strafe rasch vergessen, die ohnedies nie sehr schmerzhaft ausfiel. Miss Durante aber, es kam wohl von der Anstrengung, atmete dann immer sehr schwer und ich konnte deutlich wahrnehmen, wie sich die Muskeln ihrer Schenkel anspannten; einmal, sie hatte jeden der Schläge in besonders eindrücklicher Weise mitgezählt, ihre Stimme klang heiser und eigentümlich gepresst, ließ sie mich länger als sonst auf ihrem Schoße liegen und da geschah das Unvermeidliche: mein kleines Glied hatte begonnen, sich zu versteifen und mit der empfindlichen Spitze an seiner Unterlage zu wetzen. Die Schenkel unter mir pressten und rieben sich nämlich leise gegeneinander, ich empfand einen unwiderstehlichen Kitzel – und plötzlich ergoss sich eine heiße Feuchtigkeit auf Miss Durantes Schoß. Sie merkte die Bescherung jedoch erst, als ich kurz darauf aufstehen musste.

Miss Durante war aus dem Zimmer geeilt, nicht ohne mir vorher hastig aufzutragen, ich solle mich gleich im Badezimmer, es lag nebenan, waschen und abtrocknen. Was ich auch schleunigst tat. Ich fürchtete mich ein wenig vor dem, was jetzt kommen würde, denn irgendwie kam ich mir schuldbewusst vor. Wie hatte Miss Durantes Rock ausgesehen! Ein wenig neugierig war ich aber auch. Würde meine Erzieherin aus dem Vorfall irgendwelche Schlüsse ziehen und mich strenger als bisher bestrafen? Der Vorfall war mir ganz unverständlich. Was war eigentlich geschehen? Und da meine Gedanken immer wieder zu der merkwürdigen Szene zurückkehrten, wurde mir schließlich von neuem so komisch zu Mute, in meiner Hose regte sich etwas Widerspenstiges und ein seltsames Gefühl unbekannter Lust begleitete diese mir ganz neue Situation …

Als Miss Durante zum Abendessen aus ihrem Zimmer kam, schien sie noch ruhiger als gewöhnlich. Sie erwähnte des Vorfalles mit keiner Silbe, mit keinerlei Andeutung, während sie doch sonst vor der fälligen Bestrafung gern mit kleinen Anspielungen »Stimmung« machte …

In meinem Bette fiel mir alles wieder ein. Ich sah meine Erzieherin, wie sie, den Rock durch den großen Fleck verunziert, hastig aus dem Zimmer eilte, ich sah wieder das volle Hinterteil, wie gegen seinen Willen in das sehr enge Futteral des Rockes eingezwängt … Unbewusst spielte hierbei meine Hand am Geschlechtsteil, das mich ein wenig juckte, einen sehr angenehmen Kitzel auslösend. Und mechanisch die feine Haut des merkwürdig steifen Schwänzleins hin- und herschiebend – ich presste die Schenkel zusammen, unwillkürlich daran denkend, wie wohl die Schenkel meiner Gouverness, die mir schon durch ihre Härte bekannt waren, nackt aussehen mochten – da – schon wieder! Langsam stieg ein heißes, unendlich süßes Gefühl in mir empor, gipfelte in der Spitze meines leise erzitternden Gliedes und eine sehr warme, klebrige Flüssigkeit ergoss sich über Hand und Schenkel … Als ich mich mit dem Hemd etwas abgetrocknet hatte und zufällig meine Hand dem Gesichte nahe kam, strömte diese einen süßen, fast berauschenden Duft aus.

Die nächsten Tage war Miss Durante besonders nervös und launisch. Einmal lobte sie mich, einmal schalt sie mich. Endlich sagte sie, mein französischer Aufsatz schiene ihr sehr fehlerhaft, so ginge es nicht weiter. Ich weiß nicht, ob sie damit meine Qualität als Zögling meinte oder ihre eigene Nervosität, die mir, so klein ich auch war, geradezu auffiel. Schließlich kam der entscheidende Moment. Ich hatte aus Unachtsamkeit eine hübsche Vase zerbrochen. Großmutter in ihrer Güte hätte sicher nichts gesagt, aber Miss Durante schien sich etwas zu straffen und entschlossen sagte sie: »Ich wusste es ja; du treibst es immer so lange, bis ich dich überlegen muss!«. Nun kam wieder das übliche Verfahren. Als wir in Miss Durantes Zimmer eingetreten waren, drehte sie jedoch den Schlüssel der Türe im Schloss um. Ich wurde doch ein wenig ängstlich. Würde sie mich so schlagen, dass ich um Hilfe schreien musste?

Miss Durante war auf einmal sehr ruhig, ja geradezu sanft. Nur ihre Stimme bebte ein wenig, als sie sagte: »Um nicht wieder eine Überraschung zu erleben, werde ich diesmal meine Vorkehrungen treffen. Dreh’ dich mal um!«.

Ich gehorchte und gleich darauf hörte ich ein Rascheln, das dem Abstreifen eines Kleidungsstückes glich.

»So«, sagte meine Gouverness, »jetzt komm! Und wenn du wieder so unartig bist wie letztesmal, habe ich doch wenigstens meinen Rock gerettet!«. Ich riss die Augen auf. Träumte ich? Da stand meine strenge Erzieherin vor mir, die Brille funkelte mich scharf an, die hochgeschlossene, gestärkte Bluse saß straff und ohne Fältchen – aber unter ihr lugte das rosafarbene, mit niedlichen Spitzen besetzte Endchen eines anscheinend sehr kurzen Hemdchens hervor, denn es ließ zwei prachtvolle kernige Schenkel frei, deren schneeweißes Fleisch sich von schwarzen, wie Kohle glänzenden Seidenstrümpfen wundervoll abhob.

Eine Sekunde später lag ich über diese Schenkel hingebreitet, mit pochenden Schläfen und glühenden Wangen. Ich fühlte, wie die zitternden Hände Miss Durantes meine Kleider in der gewohnten Reihenfolge abstreiften und schließlich berührten meine nackten Glieder ihren gleichfalls nackten Schoß … Ich fühlte nichts mehr, keine Scham, aber auch keinen Schlag – nur die brennende Berührung mit diesem weißen Fleisch. Mein Glied war stocksteif und ganz von selbst zwischen die beiden kräftigen Schenkel geraten, die ständig in einer Art mahlenden Bewegung begriffen waren. Nun bemerkte ich auch, dass die Hand meiner Erzieherin mich nicht mehr züchtigte, sondern mit aller Kraft meinen nackten Popo knetete und presste – und ich fühlte, dass es mit Wollust geschah …

Wir atmeten beide heftig, stoßweise. Ein leises Ächzen war das Letzte, was mir zu Bewusstsein kam. Mein Kopf dröhnte, alles um mich drehte sich in rasendem Taumel und mit entschwindenden Sinnen ergoss ich mich zwischen die weißen Schenkel …

Als ich erwachte, zeichnete die Sonne auf meine Decke lustige Punkte – ich lag in meinem vertrauten Knabenbett und um mich herum standen alle die tausendmal gesehenen Dinge, die meine Kindheit möblierten. Neu war nur die junge Person, die neben mir saß und die helle, freundliche Tracht einer Pflegerin trug.

Von ihr erfuhr ich, dass ich schon eine hübsche Weile krank war, hohes, ganz hässliches Fieber hatte und immer nach Miss Durante verlangte. »Aber Miss Durante ist fort«, erklärte die Pflegerin, »sie hatte einen Trauerfall in der Familie. Und es ist nicht sicher, ob sie wiederkommt.«

Sie kam auch nicht zurück. Eine Episode meines Lebens war abgeschlossen und hatte einen tiefen Eindruck, den ersten in seiner Art, in meinem jungen Gemüt hinterlassen.

Ich durfte bald wieder aufstehen und Miss Patrick, so hieß die junge Pflegerin, blieb bei uns. Jetzt war sie meine Gouverness. Anfangs gespannt, ob sie ein ähnliches Strafverfahren einführen würde, wie ihre Vorgängerin, musste ich bald feststellen, dass nichts dergleichen zu erwarten war. Miss Patrick war gar nicht streng veranlagt und ließ eher »alle fünfe gerade sein« – vorausgesetzt, dass sie ungestört ihrer scheinbar einzigen Leidenschaft frönen durfte, der Lektüre. Ich kam jedoch rasch darauf, dass sie noch eine andere, stärkere hatte, der das Lesen nur als Stimulanzmittel diente. Diese Erkenntnis kam mir folgendermaßen. Eines Tages beobachtete ich sie durch eine undichte Stelle des Milchglases, das in die Badezimmertür eingesetzt war und sah sie rittlings auf dem Bidet sitzen, den roten Kopf tief über das unvermeidliche Buch gebeugt. Ihr Rock hatte sich über die nackten Schenkel geschoben, die sie weit auseinander gespreizt hielt, im Mittelpunkt, dort, wo die prallen Schenkel zusammentrafen, spielte ihre freie Hand, jedenfalls sah ich deren heftige, zuckende Bewegungen. Genauerer Einblick blieb mir jedoch versagt, weil diese Partie noch im Dämmer des Schattens lag, halb unter dem Rock verborgen. Nach einer Weile entfuhr der Lesenden ein tiefer Seufzer, sie sank in sich zusammen und blieb eine Weile ganz regungslos. Dann erhob sie sich und schloss das Buch. Leider rutschte der Rock von selbst zurück, sodass ich die hübschen Beine nur flüchtig sehen konnte. Ich hörte noch, wie sie nebenan Pipi machte, sonst war nichts mehr zu holen und ich verließ, ein wenig enttäuscht, aber doch etwas bereichert, meine Warte.

Dies kleine Erlebnis beschäftigte noch eine ganze Weile meine Phantasie, besonders vor dem Einschlafen, aber Ablenkungen anderer Art ließen mich wieder meine Beobachtungen vergessen.

***

Bald darauf kehrte nämlich meine Schwester Suzan aus ihrem Schweizer Pensionat heim und fast zur selben Zeit kamen mein Vater und meine Stiefmutter von ihrer großen Reise zurück. Sie waren ziemlich lange fortgeblieben und ich hatte meinen Vater fast vergessen. Jedenfalls fiel mir jetzt manches auf, was wahrscheinlich früher nicht zu bemerken war, als er noch mit meiner richtigen Mama, der ersten Lady, lebte. Aber zuerst muss ich erzählen, welches Ereignis meinen Gesichtskreis diesmal erweiterte.

Zur musikalischen Weiterbildung für uns Kinder wurde ein Klavierlehrer bestimmt, ein magerer, blasser Mensch, der seltsam brennende, dabei melancholische Augen und sehr große, knochige Hände hatte. Meine Schwester Suzan war übrigens das, was man einen »Musiknarren« nannte, ihr Zimmer mit Bildern berühmter Komponisten und »großer« Tenöre geradezu tapeziert und ihr Tag gehörte dem Klavier und ihr Abend der Oper oder dem Konzerte. Mr. Gibbons, so hieß unser musikalischer Mentor, kam zweimal in der Woche und schloss sich dann stundenlang mit Suzan im Musikzimmer ein, aus dem nun eine Fülle von Skalen, Etüden und Läufen, Akkorden und Trillern ertönte. Manchmal wurde es auch längere Zeit sehr still – Mr. Gibbons gab dann theoretischen Unterricht, wie mir Suzan einmal hoheitsvoll erklärte. (Komischerweise erhielt ich nie diese Materie vorgesetzt, was mir natürlich mit der Zeit auffiel und mich ermunterte, dieser geheimnisvollen »Theorie« einmal auf den Puls zu fühlen …) Suzan war jetzt vierzehn Jahre und ziemlich entwickelt für ihr Alter. Sie hatte kräftige, gerade Beine und ich bemerkte zu meinem Befremden schon so etwas wie einen Busen, was mir, bevor sie in die Pension zog, niemals aufgefallen war. Wir waren auch gar nicht mehr so vertraut wie früher, wo Suzan öfter in mein Bett geschlüpft kam oder mich in das ihre nahm. Wir hatten dann immer sehr viel zu kichern und betrieben unter der Bettdecke die merkwürdigsten Spiele, z. B. befahl mir Suzan häufig sie zu kratzen, und zwar, wie wir es nannten, »nach der Windrose«: wir gingen nämlich vom Nabel aus, der Kopf entsprach Norden, links Osten, rechts Westen und die Beine waren natürlich Süden. Sagte Suzan nun: SW, so war der rechte Schenkel gemeint usw. Meistens verlangte sie aber NNW oder NNO, da musste meine gehorsame Hand nämlich den Weg über eine der kleinen Brustwarzen nehmen, die sich dann – von einem auch nur im Ansatz sich zeigenden Busen konnte ich, wie gesagt, nichts bemerken – leise in die Höhe reckten, zum sichtlichen Vergnügen Suzans. S war auch sehr beliebt und oft wurde mir gerade bei Beginn der Schenkel halt geboten. SS war eine von uns frei erfundene Himmelsrichtung und lag ganz genau zwischen den Schenkeln, »eine tiefe unwirtliche Schlucht« genannt …

Oft spielten wir auch »Jiu-Jitsu im Bett« und Suzan wandte dann stets ihren »Meistergriff« an, d. h. sie presste meinen Schenkel mit aller Kraft zwischen den ihren, um mich »wehrlos« zu machen, wie sie sagte. Nach einer kurzen Weile begann sie zu keuchen und leise zu beben, dann trat eine Art Stille ein, worauf sie mich frei gab. Merkwürdigerweise haben wir uns jedoch eigentlich nie mit den Geschlechtsteilen berührt.

Nun war das alles scheinbar vergessen, unwiderruflich vorüber. Ich fühlte mich zurückgesetzt und war eifersüchtig, besonders auf Gibbons. Der »theoretische Unterricht« mit seinem vielsagenden Schweigen gab meiner Phantasie ununterbrochen Nahrung, umso mehr, als ich einmal so etwas wie ein erregtes Flüstern durch die Tür, an der ich nun öfter lauschte, zu vernehmen glaubte. Nach gewisser Überlegung sorgte ich eines Tages heimlich dafür, dass das innere Schlüsselloch frei blieb – ich klemmte einfach ein Stückchen Blech zwischen den kleinen Schuber und das Messing – und legte mich auf die Lauer. Mein Unternehmen war auch bald von Erfolg gekrönt.

Es war gerade allem Anschein nach kein theoretischer Unterricht, denn Suzan saß am Klavier und spielte eine Serie ihrer famosen Skalen. Ich sah nur ihren Rücken. Auf der Bank neben ihr hatte Mister Gibbons Platz genommen. Und nun sah ich noch etwas, und zwar Mister Gibbons große Hand. Sie streckte sich vorsichtig hinter dem Rücken meiner Schwester aus, um ganz sacht auf ihrem hübsch gerundeten Hinterteil liegen zu bleiben. Hie und da machte sie streichelnde Bewegungen, auf und ab, auf und ab, aber immer wieder landete sie auf jener prallen Partie, auf der Suzan zum großen Teil saß und dessen Rest sie auf der Bank einladend breitdrückte. Suzan schien nichts zu bemerken, nur wenn die Hand ihren Popo heftiger bearbeitete und durch das dünne Seidenkleid unverkennbare Knetversuche anstellte, wurde das Spiel leidenschaftlicher, der Vortrag bewegter – soweit sich dies beim Abspielen einer Skala eben ausdrücken ließ. Aber schließlich endete das so seltsam temperierte Skalenspielen auf eine sehr merkwürdige Art. Mister Gibbons erhob sich nämlich plötzlich, bückte sich zu Suzan nieder und hob sie mit einem Schwung auf das Klavier. Oder vielmehr, er setzte sie auf den Teil, der sonst die Noten zu tragen hatte. Er selbst nahm wieder auf der Bank Platz und legte sich Suzans Beine über die Schultern, je eins rechts und links. Sein Gehaben erschien mir mehr als verwunderlich und ich versuchte mir die Situation auf meine Art zu erklären. Vielleicht ist das ein neues System musikalischer Gymnastik dachte ich bei mir und beschloss, gut aufzupassen. Suzans lange Beine hingen ruhig über seinem Rücken und ihr Oberkörper lehnte wie willenlos nach rückwärts. Der Klavierlehrer mit den melancholischen Augen hatte jedoch seinen Kopf zwischen die Schenkel seiner gehorsamen Schülerin gesteckt, nicht ohne vorher ihren Rock gründlich zurückgeschoben zu haben, und beschäftigte sich nun angelegentlich in dieser Gegend. Da ich lediglich seine Kehrseite beobachten konnte, hatte ich den Eindruck, als ob er in eine nur schwierig bloßzulegende Sache zwischen Suzans Schenkeln Einsicht nehmen wollte, was mir sehr erstaunlich vorkam, da ich nie davon gehört hatte, dass Mister Gibbons auch ärztliche Kenntnisse besitze. Nach einer Weile sah ich noch, wie meine Schwester ihre Hände auf seinen Kopf legte und diesen scheinbar noch näher an die interessante Stelle zu bringen versuchte … Diese an und für sich neuartige Szene war mir vollkommen unverständlich – ich blieb auf bloße Vermutungen angewiesen. Umso mehr, als meine Beobachtung an diesem Tage jäh unterbrochen wurde – Miss Patrick erschien im Nebenzimmer und rief mich, es war die Stunde des täglichen Spazierganges.

Zu meiner großen Überraschung und wie es schien zum nicht geringen Ärger Suzans zeigte unsere Stiefmutter, die recht üppige, etwas gewöhnlich aussehende neue Lady, eines Tages gleichfalls Lust mit Mister Gibbons zu »üben«, weil sonst »ihre Stimme« noch ganz einrosten würde. So kam unser Klavierlehrer noch öfter als früher ins Haus und Pamela – wir Kinder konnten uns nicht daran gewöhnen, sie anders zu nennen – betrieb Musik, dass es nur so durchs Haus schallte. Als mir jedoch nach gewisser Zeit andächtige Stille eine Art »theoretischen Unterrichtes« andeutete, bezog ich wieder einmal meinen Auslug, den Posten am Schlüsselloch. Und was ich diesmal sah, war höchst befremdend und gleichzeitig derart aufregend, dass es, wie ich glaube, den Anstoß zu einem Unternehmen gab welches mich Knirps mit einem Schlage, in gewisser Beziehung wenigstens, erwachsenen Männern gleichstellte …

Ich sah, wie unsere Stiefmutter vor dem schwarzen, glänzenden Flügel stand, den in ein enges, hellgrünes Seidenkleid gepressten Oberkörper darübergebeugt; ihren rotblonden Kopf hielt sie in den Armen verborgen, sodass ich schon dachte, sie weine. Aber seltsamerweise waren ihre Röcke nach oben zurückgeschlagen, weit über die runden, recht soliden Hüften und der blanke, schneeweiße Popo lag ganz ganz nackt vor meinen geblendeten Augen. Hinter ihr aber stand Mister Gibbons, aus seiner Hose ragte ein entsetzlich großes Glied, das er allem Anschein nach mit großer Energie in Pamelas wehrloses Hinterteil zu bohren versuchte … Ich war starr. Sollte ich meiner Stiefmutter zu Hilfe kommen? Ich konnte mir die eben gesehene Szene nicht erklären. Lange grübelte ich mit pochenden Pulsen, ich konnte kaum essen, mich beherrschte nur der eine Gedanke: mir Aufklärung zu verschaffen. Ob ich den Versuch machen sollte, Peggy, das dralle Mädchen, das jetzt unsere Stiefmutter bediente, zu befragen? Sie hatte mir schon öfter verstohlen einen Kuss gegeben und eben so oft ganz laut erklärt, dass ich ein »schrecklich feiner, bildschöner Engel sei« – ob ich wohl von Peggy etwas »herauskriegen« konnte?

Bevor ich jedoch weiter erzähle, möchte ich hier noch eine kleine Episode einschalten, die, wie es mir scheint, charakteristisch für meine damalige völlige Unschuld ist. Ich war inzwischen elf Jahre geworden und für mein Alter ein großer, wenn auch etwas zarter Junge. Sehr empfindlich, zärtlich und ziemlich verwöhnt, war mein Wesen eigentlich nicht besonders zur Anpassung geneigt.

Ich hatte damals nur einen Freund, den kleinen, mir gleichaltrigen Allan. Er und seine um zwei Jahre ältere Schwester waren die einzigen Sprösslinge der Saviles, einer sehr angesehenen Familie aus dem Bekanntenkreise meiner Großmutter. Ich besuchte die beiden oft in ihrem schönen Hause, das am Russel-Square gelegen war, eine damals noch als besonders fein geltende Gegend. Eines unserer Mädchen oder Miss Patrick brachte mich hin und holte mich auch wieder ab, aber während meines Besuches waren wir Kinder oft allein. Meine kleinen Kameraden hatten zwar einen Erzieher, aber dieser war häufig abwesend und so wurden wir der nur gelegentlich ausgeübten Aufsicht einer alten Beschließerin überlassen. Diese hatte eine kleine Enkelin, die sich so wie wir, öfter zum Besuch einfand und mit uns »Herrschaftskindern« spielen durfte. Sie war fast um ein Jahr älter als Allans Schwester Maud und hieß Kate. Ihr Alter verschaffte ihr den Respekt, der ihr sonst infolge ihrer einfachen Herkunft vielleicht versagt geblieben wäre, obgleich wir, wie man sagt, sehr wohl erzogene Kinder waren. Kate, meiner Erinnerung nach ein blasses, etwas mageres, blondes Mädchen, bildete einen hübschen Gegensatz zur rundlichen, immer lebhaften Maud, die mit ihrer gesunden Haut und ihrem vollen dunklen Haar ein hübsches, kleines Mädchen genannt werden konnte. Wir bildeten auf diese Weise zwei Paare und es lag sehr nahe, dass wir, einer vagen Vorstellung folgend, bald auf die Idee kamen, »Mann und Frau« zu spielen. Wir wussten noch nicht viel, aber es war uns bekannt, dass Frauen öfter krank sind und dann im Bett liegen, um den Doktor zu empfangen. Und dieser untersuchte sie und wusste immer etwas, das ihnen half. Also spielten wir »krank sein«, d. h. eines der Mädchen musste das »Bett hüten« und einer von uns Knaben spielte den Doktor. Ich übernahm diese Rolle immer besonders gern, denn es war ausgemacht, dass die Kranke nicht mit den Kleidern im Bett liegen konnte und dass andererseits der Herr Doktor sie gründlich zu untersuchen hatte. Ein Vorgang, der nicht nur meine geringen anatomischen Kenntnisse einigermaßen erweiterte, sondern mir außerdem einen besonderen Kitzel verschaffte, eine geheime Aufregung, die wie ich glaubte, von den anderen nicht bemerkt wurde.

Wir wagten es allerdings nicht, die Patientin zu entkleiden; so schoben wir ihr das Kleidchen und das Hemdchen bis zum Hals hinauf – das Höschen wurde heruntergezogen und versteckt – und stopften dort alles unter die Decke. Die kranke Dame musste nun ganz still liegen, als Bett fungierte das Kanapee, und sie wurde mit der Sofadecke zugedeckt; an ihrer Seite saß die hilfsbereite »Schwester«, anfänglich von Kate dargestellt und der Gatte Allan. Nun kam der Herr Doktor und nach kurzer Begrüßung begann die Untersuchung. Ich ließ mir natürlich zuerst die Zunge zeigen und fühlte auch sachverständig den Puls, um dann festzustellen, dass es eine innere Sache sei. Zur Bekräftigung meiner Diagnose griff ich unter die Bettdecke und – kurz, ich wandte mich der »inneren Sache« zu. Meine leise bebende Hand strich über den nackten Körper der reglos daliegenden Mund und landete nach kurzer Zeit in der kleinen, zwischen Bauch und Schenkeln gebetteten Mulde. Nach einigem Pressen und Kneipen versuchte ich an dieser Stelle etwas tiefer mit dem Zeigefinger einzudringen, aber Maud hielt sich stocksteif und ich konnte, wie ich sagte, schließlich doch nichts finden. Ich war übrigens erstaunt, dass Maud scheinbar dort, wo wir Jungen »etwas« hatten, derartiges nicht aufweisen konnte. Als Allan einmal ausnahmsweise den Doktor spielte, teilte er mir auch gleich hinterher seine Bedenken mit und meinte verwundert, es käme ihm unwahrscheinlich vor, dass kleine Mädchen »mit nichts Pipi machten«. Eine überraschende Wendung nahm alles, als Kate einmal an der Reihe war »krank« zu sein. Siehe da, diesmal hatte mein Versuch, an der bewussten Stelle mit dem Finger einzudringen, einen gewissen Erfolg; das Mädchen schien meine Absicht zu verstehen, ja zu billigen, denn sie gab im Schutz der verhüllenden Decke die Beine ganz leise auseinander … So glitt mein ausgestreckter Finger mühelos tiefer und tiefer um an eine zarte, feuchtwarme Spalte zu gelangen, eine ganz neue, seltsame Entdeckung, die mich in größte Aufregung versetzte. Ich konnte meine Diagnose nur stammeln; die Geschwister schienen etwas bemerkt zu haben und so beendeten wir unser Spiel rascher als sonst, mit einer etwas erzwungenen Lustigkeit, die die allgemeine Verlegenheit verbergen sollte.

***

Es verging eine geraume Weile bis zu meinem nächsten Besuch, und als ich das Haus meiner Freunde wieder betrat, sagte mir Mrs. Smith, die alte Beschließerin, dass Allan nicht zu Hause sei. Er wäre mit dem Erzieher zu seinem Onkel nach Oxford gefahren. In diesem Augenblicke hüpfte Maud in die Halle und bat mich, doch ein wenig mit ihr zu spielen, da sie sich »ganz grässlich langweile«. Mrs. Smith fand nichts dabei und so schlüpften wir denn in die Bibliothek, die uns mit ihren großen Bücherschränken, den riesigen Fauteuils und Kanapees nicht nur sehr geeignet zum Versteckspielen vorkam, sondern überhaupt als besonders »romantisch« bei uns Kindern beliebt war. Maud machte mir ein bekanntes, unter uns verabredetes Zeichen, das soviel wie »Vorsicht« bedeutete, kletterte auf den Schreibtisch und brachte ein außerordentlich dickes Buch heran. Es war ein populäres medizinisches Werk und nach kurzem waren wir beide in das Anschauungsstudium der bunten Tafeln, die den Unterschied zwischen den männlichen und weiblichen Genitalien sehr plastisch zum Bewusstein brachten, vertieft. »Ist das wirklich so bei euch?«, fragte Maud und zeigte mit dem kleinen, rosigen Finger auf die männliche Figur, die in gezierter Stellung ihre Nacktheit präsentierte.

»Ja – hast du denn das nicht gewusst?«, war meine gemacht überlegene Gegenfrage.

»Nein«, sagte die Kleine gedehnt, »bei uns Mädels ist es nämlich ganz anders – willst du’s mal sehen?« Und ohne meine Bitte abzuwarten warf sie das Buch beiseite, sprang auf und hob ihr Röckchen hoch. Ich sah ihre drallen kleinen Schenkel, unterhalb des niedlichen, wie aus Elfenbein gedrechselten Bäuchleins eine kleine Anhöhe, der zarte Hügel wies aber noch kein einziges Härchen auf; nur eine feine Linie, die sich senkrecht zwischen den Beinen verlor, deutete den Beginn der süßen Spalte an, die so vieles enthält. Gutes und Böses …

Jetzt sah ich zum ersten Mal, was ich beim Doktorspiel fast erraten hatte und hoffte, diesmal vielleicht meine Untersuchung, ähnlich wie bei Kate, vertiefen zu können.

»Und sonst habt ihr wirklich nichts?«, fragte ich, Sicherheit markierend. Meine Vermutung war, dass bei den Mädchen sich etwas nach innen entwickelt zeigen musste, was wir Knaben aus uns heraus, nach außen gerichtet besaßen. Maud war, ich erinnere mich noch ganz deutlich, ein recht appetitliches, kleines Mädchen. Sie hatte sehr lange gerade Beine, so schlank, dass sie im pikanten Gegensatz zu ihrem festen, erstaunlich vollen Popo standen. Dies alles sah ich, während Maud noch immer mit dem hochgehobenen Kleidchen vor mir stand.

»Ich glaube du versteckst etwas zwischen den Beinen, Maud und deshalb willst du sie auch nicht auseinander tun«, sagte ich listig, ich wollte meine Partnerin zum Protest verlocken.

»Oh! Was fällt dir ein?«, sagte sie empört, »guck her …« und schon spreizte Maud ihre niedlichen Schenkel auseinander, voll Eifer einen Schritt nähertretend. Ich hatte richtig spekuliert.

»Du musst mir aber auch ›Deins‹ zeigen!«, bat sie mit, wie es mir schien, etwas belegter Stimme. Ihre Backen waren jetzt rot wie reife Äpfel.

Ein unerklärliches Gefühl hieß mich ihr zu gehorchen. Meine natürliche Scham überwindend, ließ ich einem sonderbaren, unsagbar süßen Lustempfinden die Oberhand: außerdem ereignete sich das, was ich bei Miss Durante schon erlebt hatte: mein Glied versteifte sich. Ich knöpfte mechanisch meine Hose auf und befreite den sich gerade aufrichtenden Gefangenen …

»Aber! Das ist doch ganz anders wie an dem Bild!«, meinte Maud erstaunt. Und sie hatte ja recht: dort war das männliche Glied in Ruhestellung abgezeichnet, während sich meines erregt in Positur stellte und die kleine, rosige Eichel sehen ließ.

Maud streckte jetzt ihr Händchen aus. »Wie heiß das Ding ist – nein, wir Mädchen haben so etwas nicht! Eigentlich sehr praktisch, besser wie bei uns: wenn wir Pipi machen, treffen wir oft daneben, ihr habt es viel leichter, nicht wahr, mit dem Röhrchen kann man ja geradezu zielen!« Und bei diesen Worten begann die in Eifer geratene Kleine mein Glied leise zu pressen und zu drücken. Ich war sehr unruhig. Ich hatte ein komisches Gefühl, eine verwirrende Hitzewelle durchrann meine Adern. Ich verspürte unbändige Lust, Maud zu Boden zu werfen, mich auf sie fallen zu lassen, mich, an sie gepresst, am Teppich zu wälzen … Etwas Bestimmteres konnte ich mir nicht vorstellen.

»Warum greifst du ›Meins‹ nicht auch an?«, sagte da Maud schmeichlerisch. Kleine Verführerin! So war es im Paradies. Das ewige Motiv. Eva hatte den richtigen Weg gefunden.

Maud stand nun so nahe vor mir, dass sie mit ihren weißen Schenkeln, die bis zu den kurzen Socken hinab nackt waren, meine Knie berührte. Ich brauchte meine Hand nur ein wenig auszustrecken, um an ihre leise klaffende, wie Perlmutt schimmernde Spalte zu rühren. Unsagbar weich und fein war hier die Haut und das kleine drollige Fleischpolster warf einen zarten Schatten.