Leichter lernen für die Schule - Birgit Kwasniewski - E-Book

Leichter lernen für die Schule E-Book

Birgit Kwasniewski

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Beschreibung

Wie schmeckt Mathe, wie riecht Physik? Aus der Hirnforschung wissen wir längst: Lernen mit allen Sinnen fällt leichter und baut nebenbei Stress bei der Verarbeitung von neuen Informationen ab. In diesem Buch finden Sie einfache Hilfen, mit denen Sie Ihr Kind in den ersten Schuljahren liebevoll unterstützen können und die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Lernen mit allen Sinnen: Finden Sie heraus, welcher Lerntyp Ihr Kind ist: Lernt es visuell, auditiv oder kinästhetisch besser? Und entdecken Sie seine Stärken. Welche Lernstrategien helfen Ihrem Kind? Mit Visualisierungen, Imagination und NLP-basierten Übungen zeigen Sie Ihrem Kind, was es leisten kann - ganz spielerisch und entspannt! Mit Audio-CD für jede Lernsituation. Mit wunderbar entspannenden und stärkenden Fantasiereisen unterstützen Sie Ihr Kind dabei, selbstbewusster und gelassener zu werden. So helfen Sie Ihrem Kind, die richtige Balance zwischen Lernen und Spaß zu finden. Denn jedes Kind lernt anders gut.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 136

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Leichter lernen für die Schule

Die besten Methoden und Übungen für Kinder von 8–12

Birgit Kwasniewski

1. Auflage

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele Jahre lang habe ich unterrichtet und mich mit dem Lernen auseinandergesetzt. Dabei stellte sich mir immer wieder die Frage, was die Ursache für all die Probleme ist, die das Lernen mit sich bringt, und vor allem, wie man sie lösen kann. Jedes Kind hat andere Schwierigkeiten. Bei einem Kind ist es die Mathematik, beim anderen die Rechtschreibung, beim nächsten die fehlende Konzentration.

Wir haben Psychologen und Ärzte, die Probleme wie übergroße Unruhe medikamentös beseitigen, Nachhilfe-Institute, die Defizite angehen, und Software-Hersteller, die für jedes Problem ein eigenes Produkt anbieten.

Mir schien es, als schaue man wie bei einem Baum nur auf die faulen Früchte und nicht auf den Boden, der diesen Baum nährt. So begann ich dort anzusetzen, wo meiner Meinung nach die Basis ist, auf der Lernen überhaupt erst möglich wird, wo der Ursprung für ein gutes und effektives Lernen liegt. Als ich das ganzheitliche Lernen entdeckte, hatte ich den Faden gefunden, um dieses Knäuel zu entwirren. So gelangte ich zu der Basis, von der aus wir unsere Kinder zu dem zurückführen können, was in ihnen angelegt ist. Es geht darum, diese Basis zu stärken, damit das Lernen wieder gesunde und gute Früchte trägt.

Mit den Übungen im Buch und auf der CD möchte ich Ihnen helfen, mehr Entspannung und Spaß in das Lernen zu bringen. Alle Übungen lassen sich einfach umsetzen und unkompliziert in den Alltag integrieren. So können Sie dort ansetzen, wo wir alle auch begonnen haben: bei der Neugier und Offenheit, die jedes Kind in dieses Leben mitbringt.

Viel Freude und Erfolg dabei wünscht Ihnen

Birgit Kwasniewski

Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserin, lieber Leser,

Teil I Lernstrategien: Wie lernen wir?

1 Lernen – wie es sein könnte und wie es ist

1.1 Was bedeutet »Lernen mit allen Sinnen«?

1.2 Warum an Schulen häufig falsch gelernt wird

1.2.1 Am besten lernen Kinder, wenn alle Sinne angesprochen werden

2 Neuro-Linguistisches Programmieren

2.1  Woher weiß ich, wie ich richtig schreibe?

2.2 Was verraten Augenbewegungen?

2.3 Was sagt die Körpersprache?

Teil II Leichter lernen mit allen Sinnen

3 Lernen für jeden Lerntyp

3.1 Welcher Lerntyp ist mein Kind?

3.2 Strategien für jeden Lerntyp

3.2.1 Der visuelle Lerntyp

3.2.2 Der auditive Lerntyp

3.2.3 Der kinästhetische Lerntyp

3.2.4 Der gustatorische und der olfaktorische Lerntyp

3.2.5 Für alle Lerntypen

3.3 Training für die Sinne

3.3.1 Visuelle Übungen

3.3.2 Auditive Übungen

3.3.3 Kinästhetische Übungen

3.3.4 Olfaktorische Übungen

3.3.5 Gustatorische Übungen

3.4  Sollen Erfolge belohnt werden?

3.4.1 Wir alle haben ein inneres Belohnungssystem

3.4.2 Strafen ist kontraproduktiv

4 Konzentration fördern

4.1  Die Walt-Disney-Strategie

4.2 Ordnung für einen klaren Kopf

4.3 Gemeinsam essen ohne Schulgespräche

4.4 Lernen am Computer

4.5 So hilft der Körper dem Kopf beim Lernen

4.5.1  Edu-Kinestetik – was ist das?

4.6  Übungen, die das Gehirn in Schwung bringen

4.6.1 Raumknöpfe

4.6.2 Gehirnknöpfe

4.6.3 Überkreuzbewegung

4.6.4 Die liegende Acht

4.6.5 Der Elefant

4.6.6 Ohren ausfalten

4.6.7  Lichtschalter

4.6.8 Die Eule

4.6.9 Pendelschwung

4.6.10 Simultanzeichnen

5 Prüfungen bewältigen

5.1 Angst reduzieren

5.2 Besser Texte lesen und lernen

5.3  Vokabeln leichter lernen

5.4 Lernen vor dem Einschlafen

5.5 Bewegung hilft beim Lernen

5.6 Diktate einmal anders üben

5.7  Ein Mentor kann Wunder bewirken

5.8  Wie ungeliebte Fächer wieder spannend werden

5.8.1 Gehen Sie doch mal ins Museum

5.9 Ziele setzen: »So tun, als ob«

5.10  Magische Wörter

5.11 Freiräume schaffen

6  Düfte helfen beim Lernen

6.1  Wie setze ich ätherische Öle ein?

6.1.1 Für den Einsatz der Öle gibt es folgende Möglichkeiten

6.2  Die Wirkungen der einzelnen Öle

6.3  Was benutze ich, wenn …?

6.3.1 Mischungen für die Duftlampe oder ein Bad

6.4 Tipps für empfindliche Nasen

7  Auch die Ernährung hilft beim Denken

7.1 Futter für die Synapsen – Rezepte für Tarzan

7.1.1 Gesundes gegen den Durst

7.1.2 Obst – die perfekte Zwischenmahlzeit

7.1.3 Gesunde Fette gegen Lernprobleme

7.1.4 Nüsse für das Gedächtnis

8 Zur Ruhe kommen und entspannen

8.1 Entspannung für jeden Lerntyp

8.1.1 Anspannung abschütteln

8.1.2 Entspannung für den visuellen Lerntyp

8.1.3 Entspannung für den auditiven Lerntyp

8.1.4 Entspannung für den kinästhetischen Lerntyp

8.1.5 Entspannung für den olfaktorischen und gustatorischen Lerntyp

8.2 Ruhe für den Zappelphilipp

8.2.1 Nicht jedes unruhige Kind hat ADHS

9 Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können

9.1 Rituale strukturieren den Tag und das Jahr

9.1.1 Jahreszeiten bewusst erleben

9.2 Die Wirkung von Sprache und Körperhaltung

9.2.1 Positiv formulieren statt negativ

9.3 Nehmen Sie Probleme nicht zu ernst

9.4 »Ich will nicht in die Schule«

9.5  Vom Umgang mit den Medien

9.6 So macht Lernen mehr Spaß

9.6.1 Bewegungspausen

9.6.2 Der Lesepass

9.6.3 Belohnungen

9.7 Kinder brauchen Freiräume

9.8 Clevere Lernstrategien von Schülern

10  Leichter lernen mit den Audio-Tracks

10.1  Die Fantasiereisen

10.1.1 Eine kleine Entspannung (Track 1)

10.1.2  Eine Reise zum Kraftplatz (Track 2)

10.1.3  »Jetzt kann ich es doch« (Track 3)

10.1.4 Das Haus der Sinne (Track 4)

10.1.5 Unangenehmes schrumpft – schrille Töne werden leiser (Track 5)

10.1.6  Ressourcen sammeln – eine positive Timeline (Track 6)

10.1.7 Ziele erreichen (Track 7)

10.1.8 Entspannung für Eltern: Moment of Excellence (Track 8)

11 Service

11.1 Bücher zum Weiterlesen

11.2 Ausflugstipps

11.3 Bezugsquellen

11.4 Ätherische Öle

11.5 Glossar

Autorenvorstellung

Sachverzeichnis

Impressum

Teil I Lernstrategien: Wie lernen wir?

1  Lernen – wie es sein könnte und wie es ist

2  Neuro-Linguistisches Programmieren

Täglich lernen wir Menschen Neues dazu. Wie funktioniert Lernen? Was sind gute Voraussetzungen und wie können wir unsere Kinder beim Lernen unterstützen?

1 Lernen – wie es sein könnte und wie es ist

Lernen bedeutet oft Stillsitzen und Zuhören. Aber es ist effektiver und macht mehr Spaß, wenn neben Augen und Ohren auch die anderen Sinne angesprochen werden.

Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht hören oder lesen, wie groß der Stress in Schulen mittlerweile geworden ist und dass dringend etwas dagegen getan werden müsste. Kinder verweigern sich, Eltern sind genervt und Lehrer wissen kaum noch, wie sie all die Probleme, die täglich anstehen, meistern können. Bis jetzt gibt es in den Schulen trotz zahlreicher Reformen kein Konzept, das überzeugt. So bleibt Eltern nicht anderes übrig, als selbst nach Lösungen zu suchen, was auch wieder Nerven und Zeit kostet.

Sicher kennen Sie das auch: Neben der eigenen Arbeit und dem Haushalt steht noch der tägliche Kampf um die Hausaufgaben an. Die Kinder sind müde und unkonzentriert. Bei einfachen Aufgaben machen sie jede Menge Flüchtigkeitsfehler, weil sie mit ihren Gedanken nicht bei der Sache sind.

Mit diesem Ratgeber möchte ich Ihnen helfen, dass wieder etwas mehr Ruhe in Ihren stressigen Alltag einkehrt. Ich stelle Ihnen Übungen vor, die sehr effektiv sind und nicht nur Entspannung in das Lernen bringen, sondern auch eine Menge Spaß. Alle Übungen sind leicht anzuwenden und lassen sich sehr gut in den Alltag integrieren.

Die Grundlage meiner Arbeit ist das Lernen mit allen Sinnen. Diese Art des Lernens ist – wie die Hirnforschung zeigt – dem traditionellen Lernen, wie es bisher an den meisten Schulen praktiziert wird, überlegen. Die Fähigkeit, mit allen Sinnen zu lernen, bringt jedes Kind von Geburt an mit. Sobald sich Kinder eigenständig bewegen können, erkunden sie ihre Umgebung mit großer Neugier auf Basis der sinnlichen Wahrnehmung. Sie sind auf spielerische Weise in der Lage, sich Wissen hoch konzentriert anzueignen. Dazu brauchen sie nur unsere Unterstützung.

1.1 Was bedeutet »Lernen mit allen Sinnen«?

Alle Informationen, die uns erreichen, werden über unsere Sinne aufgenommen und von unserem Gehirn verarbeitet. Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und auch Schmecken ermöglichen diese Verarbeitung auf der bewussten und der unbewussten Ebene. Diese sensorischen Systeme sind die Kanäle, durch die wir wahrnehmen, Verhaltensweisen ausbilden und auch lernen.

Wenn Sie sich an ein Erlebnis aus Ihrer Vergangenheit erinnern, werden Sie feststellen, dass alle Ihre Sinne beteiligt waren und dass sich diese »Sinnes-Erinnerungen« wieder hervorholen lassen. Erinnern Sie sich an die Zeit, als Sie verliebt waren? Alles war rosarot, die ganze Welt sah wunderschön aus und natürlich ganz besonders der Mensch, der all diese Gefühle in Ihnen hervorgerufen hat. Vielleicht gab es auch ein gemeinsames Lied. Wenn Sie später einmal dieses Lied gehört haben, waren wahrscheinlich auch alle anderen Erinnerungen wieder präsent. Auch der Geruch und Geschmack eines Essens, das wir als Kind geliebt haben, kann die Atmosphäre von einst wieder hervorrufen.

Intensive Erlebnisse und solche, die sich wiederholen, werden im Langzeitgedächtnis gespeichert. Das, was uns nicht so berührt oder interessiert oder nur flüchtig ist, landet im Kurzzeitgedächtnis. Dieses Wissen um die »Speicherorte« können wir uns zunutze machen, um das Lernen zu erleichtern.

Damit das Gelernte im Langzeitgedächtnis gespeichert werden kann, sollte es möglichst viele Sinne ansprechen. Wir benutzen beim Lernen meist nur den visuellen und den auditiven Sinneskanal. Die bieten dem Gehirn aber wenig Anregung. Es schaltet schnell gelangweilt ab oder lässt die Informationen im Kurzzeitgedächtnis, wo sie bald vergessen sind. Haben wir aber die Möglichkeit, etwas mit allen Sinnen zu erfahren, es zu berühren und vielleicht sogar zu schmecken oder zu riechen, wird es interessant und kann später über viel mehr Sinneskanäle wieder abgerufen werden. Nun geht es auch in das Langzeitgedächtnis. Kinder, die Geschichte nicht nur über Jahreszahlen lernen, sondern eine spannende Erzählung darüber hören und in einem Museum eine interessante Ausstellung über die Zeit sehen, in der sie sogar noch etwas ausprobieren können, werden Geschichte nun ganz anders speichern. Denn jetzt sind alle Sinne angesprochen.

Als Ergänzung und zur Vertiefung gehört zu diesem Ratgeber eine CD mit Fantasiereisen. Sie werden sicher nicht immer Zeit finden, mit Ihrem Kind zusammen die anstehenden Themen zu bearbeiten, aber Ihr Kind kann die Fantasiereisen auch allein unternehmen. Durch die entspannte Situation beim Hören wird das Gelernte zusätzlich verankert. Auf der CD werden die Themen aufgegriffen, die im Buch beschrieben sind. Alle Übungen sind so gestaltet, dass Ihr Kind ihnen leicht folgen kann. Ab ▶ »Fantasiereisen« finden Sie Vorschläge, wie Sie die einzelnen Übungen im Alltag noch praktisch ergänzen können, doch sie wirken auch für sich.

Als zusätzliche Unterstützung finden Sie auf der CD eine Entspannungsübung, die für Sie selbst gedacht ist. Viele Anregungen, wie z. B. in den Kapiteln über die ▶ Ernährung und über die ▶ Düfte, eignen sich übrigens auch gut für Erwachsene.

1.2 Warum an Schulen häufig falsch gelernt wird

Kinder lernen von Natur aus gern. Sie sind neugierig und offen. In dem Moment aber, wo Druck entsteht, Angst geschürt wird oder etwas einfach nur langweilig ist, verweigern sie sich.

Unser staatliches Schulsystem lässt den Lehrern für neue Lernmethoden leider noch nicht viel Spielraum. Es gab viele Versuche, in diesem Schulsystem Veränderungen vorzunehmen, doch vieles hat sich als nicht so gelungen herausgestellt.

Ein Beispiel dafür ist das Schreibenlernen: In den ersten Klassen bleibt es den Kindern selbst überlassen, wie sie ein Wort schreiben. Rechtschreibung nach Gehör kann aber nicht wirklich gut funktionieren, weil auch das Sehen wichtig ist, um sich die richtige Schreibweise einzuprägen. Viele Wörter, die sich gleich anhören, werden unterschiedlich geschrieben. Wie sollen Kinder das hören? Besonders Kinder mit Migrationshintergrund haben hier große Schwierigkeiten. Mittlerweile erkennt man zunehmend, dass es durch diese Methode zu mehr Fehlern kommt, und will nun in einigen Bundesländern die alte Methode wieder einführen.

In den Schulen dominiert zudem häufig noch ein Unterrichtsstil, der Ohren und Augen einseitig anspricht. Leider ist es immer noch die Ausnahme, dass Kinder sich einen Unterrichtsstoff durch eigene Kreativität erarbeiten und dass beim Lernen alle Sinne angesprochen werden. Die Lehrpläne lassen den Lehrern einfach zu wenig Spielraum.

Kinder, die nach der 4. Klasse auf die Realschule oder das Gymnasium gehen möchten, sind einem besonders großen Stress ausgesetzt, da hier die Noten natürlich ein starkes Gewicht bekommen. So steht anstelle eines ganzheitlichen Lernens meist das reine Pauken auf dem Programm.

Auch Mathematikprofessoren plädieren mittlerweile für ein ganzheitliches Lernen. Sie bedauern zudem, dass es zu wenig Nachwuchs im naturwissenschaftlichen und mathematischen Bereich gibt, und sind der Meinung, dass dies mit der oft trockenen Vermittlung dieser Themen in der Schule zu tun habe. Sie wünschen sich, dass im Mathematikunterricht das Gefühl mehr angesprochen wird. Die Lehrer müssten den Schülern auch die Gelegenheit geben, sich mit dem Unterrichtsstoff zu identifizieren. Sie sollten mit ihnen in die Natur gehen oder in die Stadt, um dort zum Beispiel Symmetrisches zu entdecken. Dies wäre eine Möglichkeit, mit allen Sinnen zu lernen.

Neurowissenschaftler vertreten sogar die Meinung, dass Lehrer viel mehr über die Funktionsweise des Gehirns wissen müssten, denn jeder Lernvorgang geht auch mit einer Veränderung der Verschaltungen im Gehirn einher.

1.2.1 Am besten lernen Kinder, wenn alle Sinne angesprochen werden

Inzwischen ist es erwiesen, dass Kinder sehr unterschiedlich lernen. Werden alle Sinne einbezogen, können alle Kinder erreicht werden. Jeder Lehrer bewegt sich natürlich in seinen bevorzugten Sinneskanälen und wird so unbewusst immer eine bestimmte Gruppe Schüler bevorzugt ansprechen. Als vielleicht visuell geprägter Mensch erreicht er durch seine Sprache und seine auch visuell geprägten Unterrichtsmethoden die Schüler, die sich ebenfalls mehr in diesem Sinneskanal bewegen, deutlich leichter als zum Beispiel die auditiven. Es mag auch sein, dass er irritiert auf einen auditiven Schüler reagiert, wenn dieser ihn nicht ansieht, sondern an ihm vorbeischaut, um konzentriert zuhören zu können.

An diesem Beispiel lässt sich erkennen, wie wichtig es ist, das Wissen über ganzheitliches Lernen in die Schulen zu bringen, um dort einen ganzheitlichen Unterricht einzuführen, bei dem alle Sinne angesprochen werden.

Sie können hier einen Ausgleich schaffen und Themen, die in der Schule durchgenommen werden, aufgreifen und zu Hause in Ihren Alltag mit einbinden. Steht im Unterricht das Thema Wald an, können Sie Spaziergänge im Wald unternehmen und gemeinsam forschen, welche Bäume es dort gibt und woran man die unterschiedlichen Arten erkennen kann. Sie können die geometrischen Formen, die in der Schule besprochen werden, mit Ihrem Kind zusammen im Alltag erkunden und suchen, wo Sie diese Formen entdecken können.

Der Lehrplan lässt oft auch zu wenig Raum für Bewegung, die eine immens wichtige Basis für das Lernen ist. Es gibt Kinder, die ein größeres Bedürfnis nach Bewegung haben als andere. Sie können sich oft auch sehr viel besser konzentrieren, wenn sie sich beim Lernen bewegen dürfen. Dass Bewegung beim Lernen meist nicht in Einklang zu bringen ist mit den heute vorherrschenden Unterrichtsmethoden, ist sehr schade.

Allerdings werden diese ganzheitlichen Ansätze mit den neuen Lehrplänen, die in immer mehr Bundesländern in Kraft treten oder schon eingesetzt werden, jetzt aufgegriffen und bieten schon sehr viel mehr Spielraum, da hier auf die Entwicklung von Fähigkeiten (Kompetenzen) Wert gelegt wird.

Im Grunde genommen geht es beim Lernen darum, dass Informationen so im Gehirn verankert werden, dass sie jederzeit abrufbar sind. Dazu müssen wir alle Sinne ansprechen. Grundlage des derzeitigen Unterrichtens an den meisten Schulen sind leider immer noch die Thesen des Schweizer Forschers Jean Piaget. In seinem 1958 veröffentlichten Buch »Das Wachsen des logischen Denkens von der Kindheit bis zur Pubertät« teilte er die geistige Reifung des Kindes in verschiedene Phasen auf. Damit unterschätzte er jedoch die kindlichen Fähigkeiten und Talente und berücksichtigte nicht, dass Wissen sich wandelt. Kinder besitzen heute einen ganz anderen Wissensstand als früher und ein anderes Denken hat sich herausgebildet. Allein die Fülle der Informationen, die Kindern heute zur Verfügung steht, ist ein wichtiger Faktor beim Lernen.

Zudem hat sich die Art, wie wir uns Wissen aneignen, durch das Internet gravierend verändert. Auch die alltäglichen Anforderungen an die Kinder heute sind in keinster Weise mehr mit denen von früher vergleichbar. Sie werden von klein auf schon mit vielen Problemen konfrontiert, die unsere Gesellschaft zu bewältigen hat. Ihre Aufmerksamkeit ist durch die Medien nicht mehr nur auf das unmittelbare Umfeld gerichtet, sondern geht weit darüber hinaus: Umweltverschmutzung, Massentierhaltung, Kriege, Flüchtlinge usw. gehören mit zu ihrer Welt und müssen verarbeitet werden.

Das ist von Schulen oft gar nicht mehr zu leisten. Es hängt immer mehr von den Eltern ab, bei der Fülle an Herausforderungen in Schule und Alltag ein Gleichgewicht zu schaffen, damit die Kinder auch zur Ruhe kommen können. Zusätzlich zu allem anderen möchten sie ihren Kindern auch helfen, dass sie mehr Erfolg beim Lernen haben.

2 Neuro-Linguistisches Programmieren

Wie denken und wie lernen wir? Was verraten Augenbewegungen und Körpersprache? Wissenschaftliche Erkenntnisse geben wichtige Hinweise für leichteres Lernen.

Zur Basis meiner Arbeit gehört das Neuro-Linguistische Programmieren, NLP genannt. NLP setzt sich zusammen aus:

Neuro: In unserem willkürlichen (dem Bewusstsein und Willen unterworfen) und autonomen (unserem Willen entzogen) Nervensystem sind alle unsere Erfahrungen gespeichert, die über unsere fünf Sinne erfahren wurden.

Linguistisch: Die sprachlichen und nonverbalen Kommunikationssysteme, die wir benutzen, geben wieder, was in uns abläuft. Das sind Bilder, Klänge, Gefühle, Geruch, Geschmack und Worte (innerer Dialog).

Programmieren: Es klingt technisch, meint aber hier unsere automatischen inneren Programme, das, was wir durch unsere Erfahrungen gespeichert haben. Diese lassen sich durch die Techniken des NLP verändern.

NLP wurde in den siebziger Jahren von dem Mathematiker Richard Bandler und dem Linguistikprofessor John Grinder entwickelt. Sie untersuchten die Methoden erfolgreicher Lehrer und Therapeuten, die recht schnelle Erfolge bei ihren Schülern und Klienten erzielten.

NLP ist eine Methode, mit der wir herausfinden können, wie wir denken und wie wir etwas wissen. Wissenschaftler und Lehrer haben sich diese Erkenntnis für das Lernen zunutze gemacht. Das reicht von der Vermittlung des Lehrstoffes bis zur Einrichtung des Klassenzimmers. Diese Erkenntnisse haben auch für den Rechtschreibunterricht Interessantes hervorgebracht.