Leitsymptome beim Kaninchen - Anja Ewringmann - E-Book

Leitsymptome beim Kaninchen E-Book

Anja Ewringmann

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Beschreibung

Problemorientiertes kleintier.konkret Praxisbuch - Ihr roter Faden für die richtigen diagnostischen und therapeutischen Wege beim Kaninchen.

  • Strukturiert nach Leitsymptomen mit entsprechenden Fließdiagrammen
  • Spezifische Diagnostik für jede Symptom-Konstellation
  • Konkrete Anleitungen
  • Erkrankungen zusätzlich in herkömmlicher Einteilung nach Ätiologie bis Therapie
  • Zahlreiche Abbildungsserien
  • Röntgenbilder mit farbigen Hervorhebungen

Neu in der 3. Auflage:

  • Diagnostik und Therapie auf aktuellem Stand der Wissenschaft
  • Neue Leitsymptome: Anämie und Verhaltensauffälligkeiten
  • Komplett überarbeitet, mit zahlreichen neuen Abbildungen
  • Aktualisierte Medikamentenliste nach Indikationen

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EPUB

Seitenzahl: 742

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Leitsymptome beim Kaninchen

Diagnostischer Leitfaden und Therapie

Anja Ewringmann

3., überarbeitete und erweiterte Auflage

376 Abbildungen

Vorwort zur 3. Auflage

Seit der letzten Auflage der „Leitsymptome beim Kaninchen“ sind fünf Jahre vergangen. Daher wurde eine umfangreiche Neubearbeitung erforderlich, um das Buch auf den neuesten Stand der Wissenschaft zu bringen. Kaninchen sind unter den kleinen Heimtieren diejenigen Tiere, die aufgrund ihrer Größe eine recht „komfortable“ Patientengruppe darstellen. Diagnostische und therapeutische Maßnahmen sind bei ihnen vergleichsweise einfach durchzuführen, sodass in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer Forschungsergebnisse und Erkentnisse gewonnen werden konnten, denen mit der Neuauflage des Buches Rechnung getragen werden soll.

Die Überarbeitung hat wieder einmal zu einer leichten „Umfangsvermehrung“ des Buches geführt, die auch auf einem Mehr an Fotos und Tabellen mit Referenzwerten beruht. Zudem wurden zwei weitere Leitsymptome aufgenommen. Das Leitsymptom „Anämie“ soll helfen, die bei Kaninchen recht häufig vorkommende Veränderung leichter zu klassifizieren und einer Grunderkrankung zuzuordnen. Weiterhin wurde das Leitsymptom „Verhaltensstörungen/-auffälligkeiten“ ergänzt. Solche resultieren mitunter aus einer organischen Erkrankung des Tieres, sind vielfach jedoch auf Haltungsfehler zurückzuführen. Verhaltensprobleme bei Kaninchen sind sicherlich nicht neu. Sie waren bei der früher noch flächendeckenden strikten Käfighaltung der Tiere eher sogar häufiger und intensiver zu beobachten, wurden jedoch nie als Verhaltensstörung wahrgenommen oder aber ignoriert. Dieses Kapitel liegt mir besonders am Herzen, da viele Verhaltensstörungen durch artgerechte Haltung vollständig beseitigt werden können und eine solche artgerechte Haltung oft durch einen minmalen Mehraufwand von Seiten des Besitzers zu gewährleisten ist. Ich möchte daher alle Kolleginnen und Kollegen bitten, besonderes Augenmerk auf die Haltungsbedingungen der Tiere zu legen und die Besitzer aufzuklären, auch wenn dies mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden ist.

Trotz aller Neuerungen ist das Buch seinem Grundkonzept treu geblieben. Innerhalb der Leitsymptom-Kapitel gibt es weiterhin diagnostische Leitfäden in Form von Fließdiagrammen, und die zugehörigen Erkrankungen werden im Anschluss detailliert bezüglich Ätiologie und Pathogenese, Klinik, Diagnostik sowie Therapie und Prognose besprochen. Umrahmt wird das „Leitsymptom-Paket“ von Kapiteln zur Anamneseerhebung und klinischen Untersuchung einerseits und weiterführenden Untersuchungsmethoden (z.B. Röntgen, Blutuntersuchung, Urinuntersuchung) andererseits.

Natürlich ist auch die 3. Auflage des Buches nicht ausschließlich mein Werk. Ich möchte mich bei allen Kolleginnen und Kollegen bedanken, die mir Fotos überlassen haben. Mein besonderer Dank gilt außerdem allen fleißigen Mitarbeitern des Enke Verlags, die an der Entstehung des Buches beteiligt waren, insbesondere Frau Dr. Sonja Ruffer, die die Gesamtkoordination übernommen hat, sowie außerdem Frau Katharina Schmalz, die für die redaktionelle Überarbeitung des Manuskriptes verantwortlich war.

Berlin, im Sommer 2015

Anja Ewringmann

Vorwort zur 1. Auflage

In den letzten Jahren haben sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Heimtiermedizin stetig weiterentwickelt. Auch der Stellenwert des Kaninchens als Heimtier hat sich gewandelt. Waren diese Tiere vor einigen Jahren noch typische „Kindertiere“, so werden sie mittlerweile zunehmend als echtes „Familienmitglied“, vergleichbar mit Hund und Katze, angesehen. Kaninchenbesitzer stellen demzufolge immer höhere Ansprüche an die tierärztliche Betreuung sowie an die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen.

Dieses Buch soll daher möglichst praxisnah häufig vorkommende Symptome bei Kaninchen aufarbeiten. Zu jedem Leitsymptom werden die wichtigsten Differenzialdiagnosen und sinnvolle diagnostische Maßnahmen aufgezeigt. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, den diagnostischen Weg so zu beschreiben, dass eine Durchführung unter Praxisbedingungen erleichtert wird. Besonderes Augenmerk wird weiterhin auf die Befundinterpretation gelegt. Durch Tabellen mit Normwerten und eine Vielzahl von Röntgenbildern soll die Interpretation von Befunden erleichtert werden. Letztlich werden die Erkrankungen der einzelnen Leitsymptome, angefangen mit ihrer Ätiologie und Klinik, über die Diagnostik bis hin zur Therapie und Prognose ausführlich besprochen.

Herzlich bedanken möchte ich mich bei einigen Kollegen, ohne deren Unterstützung die Fertigstellung dieses Buches nicht möglich gewesen wäre: Dr. Bettina Schunack, Prof. Eberhard Schein, Dr. Petra Kattinger und Dr. Friedrich Roes danke ich für die Bereitstellung von Fotos. Bei Dr. Barbara Glöckner und Thorsten Schäfer möchte ich mich für ihr unermüdliches Korrekturlesen und Einscannen von Dias bedanken.

Für die Möglichkeit, dieses Projekt zu realisieren, gilt mein Dank dem Enke Verlag, insbesondere Frau Dr. Ulrike Arnold, Frau Sigrid Unterberg und Frau Heike Listmann, die, begonnen bei der Konzeptentwicklung bis hin zum Layout, mir stets mit Rat und Tat zur Seite standen.

Ich hoffe, dass das Buch in der täglichen Praxis tatsächlich eine Hilfestellung sein kann, und möchte alle Leser ausdrücklich dazu auffordern, Anregungen und Verbesserungsvorschläge anzubringen.

Teltow, im Oktober 2004

Anja Ewringmann

Abkürzungsverzeichnis

AK 

Antikörper

BU 

bakteriologische Untersuchung

Tag

EL 

Esslöffel

GIT 

Gastrointestinaltrakt

Stunde

i. m. 

intramuskulär

IOD 

intraokulärer Druck

i. t. 

intratracheal

i. v. 

intravenös

LS 

Leitsymptom

p. o. 

peroral

s. c. 

subkutan

TL 

Teelöffel

US 

Untersuchung

UV 

Umfangsvermehrung

Zoonose

Zoonose

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur 3. Auflage

Vorwort zur 1. Auflage

Abkürzungsverzeichnis

Teil I Allgemeinuntersuchung

1 Anamnese

1.1 Signalement

1.2 Allgemeine Anamnese

1.3 Spezielle Anamnese

2 Klinische Untersuchung

2.1 Adspektion

2.1.1 Allgemeinbefinden

2.1.2 Ernährungszustand

2.1.3 Pflegezustand

2.1.4 Bewegungsapparat

2.1.5 Atmung

2.1.6 Schleimhäute

2.1.7 Haut, Haarkleid

2.1.8 Augen

2.1.9 Ohren

2.1.10 Nase

2.1.11 Maulhöhle, Zähne

2.2 Palpation

2.2.1 Hautturgor

2.2.2 Körperoberfläche

2.2.3 Abdomen

2.3 Auskultation

2.3.1 Herz

2.3.2 Atmungsapparat

2.3.3 Magen-Darm-Trakt

2.4 Körpertemperatur

Teil II Leitsymptome, Diagnostik und Therapie

3 Dyspnoe

3.1 Tierartliche Besonderheiten

3.2 Therapiegrundsätze

3.3 Wichtige Ursachen

3.4 Diagnostik und Erkrankungen

3.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

3.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Allgemeinuntersuchung

3.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

3.4.4 Erkrankungen

4 Verdauungsstörungen

4.1 Tierartliche Besonderheiten

4.1.1 Zähne

4.1.2 Gastrointestinaltrakt

4.2 Therapiegrundsätze

4.2.1 Kausale Therapie

4.2.2 Symptomatische Therapie

4.3 Wichtige Ursachen

4.4 Diagnostik und Erkrankungen

4.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

4.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Allgemeinuntersuchung

4.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

4.4.4 Infektiöse Erkrankungen

4.4.5 Nicht-infektiöse Erkrankungen

5 Augenveränderungen

5.1 Tierartliche Besonderheiten

5.2 Therapiegrundsätze

5.3 Wichtige Ursachen

5.4 Diagnostik und Erkrankungen

5.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

5.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

5.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

5.4.4 Erkrankungen

6 Umfangsvermehrung an Kopf und/oder Hals

6.1 Tierartliche Besonderheiten

6.2 Therapiegrundsätze

6.3 Wichtige Ursachen

6.4 Diagnostik und Erkrankungen

6.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

6.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

6.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

6.4.4 Erkrankungen

7 Schmerzen und/oder Umfangsvermehrung im kranialen Abdomen

7.1 Tierartliche Besonderheiten

7.2 Therapiegrundsätze

7.3 Wichtige Ursachen

7.4 Diagnostik und Erkrankungen

7.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

7.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

7.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

7.4.4 Erkrankungen

8 Schmerzen und/oder Umfangsvermehrung im mittleren und kaudalen Abdomen

8.1 Tierartliche Besonderheiten

8.2 Therapiegrundsätze

8.3 Wichtige Ursachen

8.4 Diagnostik und Erkrankungen

8.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

8.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

8.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

8.4.4 Erkrankungen

9 Umfangsvermehrung im Anogenitalbereich

9.1 Tierartliche Besonderheiten

9.2 Therapiegrundsätze

9.3 Wichtige Ursachen

9.4 Diagnostik und Erkrankungen

9.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

9.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

9.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

9.4.4 Erkrankungen

10 Umfangsvermehrtes Gesäuge

10.1 Tierartliche Besonderheiten

10.2 Therapiegrundsätze

10.3 Wichtige Ursachen

10.4 Diagnostik und Erkrankungen

10.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

10.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

10.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchung

10.4.4 Erkrankungen

11 Vaginalausfluss

11.1 Tierartliche Besonderheiten

11.2 Therapiegrundsätze

11.3 Wichtige Ursachen

11.4 Diagnostik und Erkrankungen

11.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

11.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

11.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

11.4.4 Erkrankungen

12 Urinveränderungen

12.1 Tierartliche Besonderheiten

12.2 Therapiegrundsätze

12.3 Wichtige Ursachen

12.4 Diagnostik und Erkrankungen

12.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

12.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Allgemeinuntersuchung

12.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

12.4.4 Erkrankungen

13 Polydipsie, Polyurie

13.1 Tierartliche Besonderheiten

13.2 Therapiegrundsätze

13.3 Wichtige Ursachen

13.4 Diagnostik und Erkrankungen

13.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

13.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

13.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

13.4.4 Erkrankungen

14 Neurologische Störungen

14.1 Tierartliche Besonderheiten

14.2 Therapiegrundsätze

14.3 Wichtige Ursachen

14.4 Diagnostik und Erkrankungen

14.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

14.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Allgemeinuntersuchung

14.4.3 Lokalisierung der Läsion durch neurologische Untersuchung

14.4.4 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

14.4.5 Erkrankungen

15 Lahmheit

15.1 Tierartliche Besonderheiten

15.2 Therapiegrundsätze

15.3 Wichtige Ursachen

15.4 Diagnostik und Erkrankungen

15.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

15.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

15.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

15.4.4 Erkrankungen

16 Fell- und Hautveränderungen

16.1 Tierartliche Besonderheiten

16.2 Therapiegrundsätze

16.3 Wichtige Ursachen

16.4 Diagnostik und Erkrankungen

16.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

16.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

16.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

16.4.4 Erkrankungen

17 Abmagerung

17.1 Tierartliche Besonderheiten

17.2 Therapiegrundsätze

17.3 Wichtige Ursachen

17.4 Diagnostik und Erkrankungen

17.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

17.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

17.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

17.4.4 Erkrankungen

18 Anämie

18.1 Allgemeines

18.2 Therapiegrundsätze

18.3 Wichtige Ursachen

18.4 Diagnostik und Erkrankungen

18.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

18.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

18.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

18.4.4 Erkrankungen

19 Verhaltensstörungen/-auffälligkeiten

19.1 Physiologisches Verhalten

19.1.1 Ruhe- und Schlafverhalten, Aktivitätsverhalten

19.1.2 Sozialverhalten

19.1.3 Komfortverhalten

19.1.4 Spielverhalten

19.1.5 Schutz- und Verteidigungsverhalten

19.1.6 Stoffwechselbedingtes Verhalten

19.1.7 Fortpflanzungsverhalten

19.1.8 Verhalten von Häsinnen während Trächtigkeit, Geburt und Laktation

19.2 Therapiegrundsätze

19.3 Wichtige Ursachen

19.4 Diagnostik und Erkrankungen

19.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

19.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

19.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

19.4.4 Erkrankungen

20 Unspezifische Symptomatik

20.1 Allgemeines

20.2 Therapiegrundsätze

20.3 Wichtige Ursachen

20.4 Diagnostik

20.4.1 Besonderes Augenmerk bei der Anamnese

20.4.2 Besonderes Augenmerk bei der klinischen Untersuchung

20.4.3 Diagnosesicherung durch weiterführende Untersuchungen

21 Schock

21.1 Allgemeines

21.2 Therapiegrundsätze

Teil III Weiterführende Untersuchungen

22 Blutuntersuchung

22.1 Blutentnahme

22.2 Hämatologie

22.2.1 Rotes Blutbild

22.2.2 Weißes Blutbild

22.3 Blutchemische Parameter

22.3.1 Leber, Skelettmuskulatur, Knochen

22.3.2 Nierenparameter

22.3.3 Elektrolyte

22.3.4 Serum-Proteine

22.3.5 Serum-Lipide

22.3.6 Enzyme des exokrinen Pankreas

22.3.7 Klinische Endokrinologie

22.3.8 Säure-Basen-Haushalt

22.4 Serologische Untersuchung

23 Harnuntersuchung

23.1 Harngewinnung

23.2 Harnanalyse

23.2.1 Makroskopische Untersuchung

23.2.2 Sensorische Untersuchung

23.2.3 Chemische Untersuchung

23.2.4 Physikalische Untersuchung (urinspezifisches Gewicht, USG)

23.2.5 Mikroskopische Untersuchung

24 Kotuntersuchung

25 Röntgendiagnostik

25.1 Allgemeines

25.2 Technische Voraussetzungen

25.3 Lagerung und Durchführung

25.4 Interpretation von Röntgenaufnahmen

25.4.1 Thorax

25.4.2 Abdomen

25.4.3 Schädel

25.5 Kontrastmitteluntersuchung

26 Ultraschalldiagnostik

26.1 Abdominale Sonografie

26.2 Echokardiografie

27 Elektrokardiografie (EKG)

28 Neurologische Untersuchung

28.1 Allgemeine Beobachtungen

28.1.1 Bewusstsein

28.1.2 Körperhaltung

28.1.3 Fortbewegung, Gangbild

28.2 Palpation

28.3 Propriozeptionsreflexe

28.3.1 Korrekturreaktionen

28.3.2 Stellreaktionen

28.3.3 Koordinationsreaktionen

28.4 Rückenmarkreflexe

28.4.1 Patellarreflex

28.4.2 Trizepsreflex

28.4.3 Bizepsreflex

28.4.4 Flexorreflex

28.4.5 Gekreuzter Extensorreflex

28.4.6 Pannikulusreflex

28.4.7 Analreflex (Perinealreflex)

28.5 Gehirnnerventests

28.6 Prüfung von Sensibilität und Schmerzreaktionen

Teil IV Anhang

29 Medikamentenverzeichnis

29.1 Allgemeines

29.2 Umwidmung von Medikamenten

29.3 Kaninchen als „Heimtiere“ bzw. „Lebensmittel liefernde Tiere“

29.4 Antibiotika

29.5 Antiparasitika

29.6 Antimykotika

29.7 Verdauungstrakt

29.8 Respirationstrakt

29.9 Herz-Kreislauf-System

29.10 Auge

29.11 Hormone, Kortikoide

29.12 Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente

29.13 Infusionslösungen

29.14 Wundbehandlung

29.15 Analgetika

29.16 Narkotika, Narkoseprämedikation, Euthanasie

29.17 Künstliche Ernährung

29.18 Impfstoffe, Paramunitätsinducer

29.19 Biologische und pflanzliche Heilmittel

30 Abbildungsnachweis

31 Empfohlene Literatur

32 Literaturverzeichnis

Autorenvorstellung

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum

Teil I Allgemeinuntersuchung

1  Anamnese

2  Klinische Untersuchung

1 Anamnese

Das Wichtigste vorweg

Kaninchen sind Fluchttiere, die Krankheitssymptome meist lange verstecken. In freier Wildbahn werden sie andernfalls schnell Opfer von Raubtieren und Beutegreifern und können zudem die Stellung in ihrer Kolonie nicht behaupten. Dem Tierarzt werden Kaninchen daher oft erst in fortgeschrittenen Krankheitsstadien vorgestellt. Erschwerend kommt hinzu, dass Kaninchen in vielen Fällen noch immer als klassische „Käfigtiere“ gehalten und von ihren Besitzern oft nur unzureichend beobachtet werden. Daher ist eine sorgfältige Anamneseerhebung äußerst wichtig.

1.1 Signalement

Rasse

Alter

Geschlecht

Gewicht

Die Rasse des Kaninchens ist in den meisten Fällen von untergeordneter Bedeutung, allerdings bestehen für einige Krankheiten gewisse Rassedispositionen. So sind langhaarige Kaninchen (z.B. Angora- und Fuchskaninchen, Cashmerewidder) besonders gefährdet für eine Bezoarbildung im Magen. Satinkaninchen weisen in höherem Maße Zahnprobleme auf als andere Rassen. Die Ursache hierfür scheint v.a. eine mangelhafte Qualität der Zahnsubstanz zu sein, die sich oft bereits bei jungen Tieren bemerkbar macht und letztlich in eitrigen Entzündungen und Kieferabszessen mündet. Inwieweit hier möglicherweise ein genetischer Defekt (ähnlich wie bei Satinmeerschweinchen) vorliegt, ist bisher nicht bekannt. Auch kurzköpfige Kaninchenrassen scheinen häufiger unter Zahnfehlstellungen zu leiden. Widder weisen, aufgrund ihrer hängenden Ohren, eine Prädisposition für abszedierende Entzündungen der Gehörgänge auf.

Bestimmte Erkrankungen weisen Altersdispositionen auf. So kommen z. B. klinisch manifeste Kokzidiosen v. a. bei Jungtieren vor. Dagegen werden Tumorerkrankungen überwiegend bei älteren Tieren beobachtet. So sind Neoplasien der Gebärmutter oder auch Thymome in der Regel erst ab einem Alter von 5–6 Jahren zu erwarten.

Auch bezüglich des Geschlechts kommen gewisse Prädispositionen vor. So treten beispielsweise Lungentumoren vorwiegend bei Häsinnen auf, da es sich meist um Metastasen primärer Mamma- oder Uteruskarzinome handelt. Besonders bei neu erworbenen Jungtieren sollte das Geschlecht immer vom Tierarzt kontrolliert werden (▶ Abb. 1.1, ▶ Abb. 1.2). Vorangegangene Geschlechtsbestimmungen sind oft fehlerhaft, sodass für den Patientenbesitzer unangenehme Konsequenzen entstehen können (ungewollter Nachwuchs, Rangordnungskämpfe zwischen Rammlern).

Abb. 1.1 Rammler, runde Geschlechtsöffnung.

Abb. 1.2 Häsin, schlitzförmige Geschlechtsöffnung.

Das Gewicht sollte vor jeder Untersuchung bestimmt werden. Die in jeder Praxis befindlichen Hundewaagen sind für Kaninchen nur wenig geeignet. Es sind Geräte vorzuziehen, die in 10-Gramm-Schritten messen können (▶ Abb. 1.3a); für Jungtiere sind noch feinere Messungen in 2-Gramm-Schritten sinnvoll (▶ Abb. 1.3b). Die genaue Gewichtsbestimmung ist einerseits erforderlich, um Medikamente exakt dosieren zu können, andererseits geben Gewichtsverluste und -zunahmen wichtige Informationen über den Verlauf einer Erkrankung.

Abb. 1.3 Geeignete Waagen für kleine Heimtiere.

Abb. 1.3a Waage zur Messung in 10-g-Schritten.

Abb. 1.3b Waage zur Messung in 2-g-Schritten.

1.2 Allgemeine Anamnese

Herkunft

Haltung

Fütterung

Impfstatus

frühere Erkrankungen

Die Herkunft des Kaninchens sollte besonders bei neu erworbenen Tieren erfragt werden. Tiere aus Großzuchten leiden wesentlich häufiger unter Parasitosen als Kaninchen aus privater Haltung.

Die Haltungsbedingungen stellen einen wesentlichen Punkt in der Anamneseerhebung dar und sollten bei Bedarf sehr genau hinterfragt werden. Anzustreben ist stets eine artgerechte Kaninchenhaltung, durch die vielen Erkrankungen und auch Verhaltungsstörungen vorgebeugt werden kann. Eine artgerechte Haltung setzt voraus, dass Kaninchen, die äußerst gesellige Tiere sind, nicht alleine gehalten werden. Zudem muss den bewegungsaktiven Tieren ausreichend Platz zur Verfügung gestellt werden. Hierbei wird ein Raumangebot von mindestens 2–3 m2 pro Tier gefordert, das durch handelsübliche Käfige in keinem Fall gewährleistet werden kann. Gefragt sind daher selbstgebaute Innen- und Außengehege oder eigens für die Tiere hergerichtete Kaninchenzimmer, die mit vielfältigen Beschäftigungs- und Versteckmöglichkeiten ausgestattet sind (▶ Abb. 1.4). Anregungen und Informationen hierzu finden sich mittlerweile auf verschiedensten Internetseiten (z.B. www.sweetrabbits.de, www.debrain.de, www.kaninchenhilfe.de).

Abb. 1.4 Artgerecht eingerichtetes Kaninchenzimmer.

Folgende Punkte sind bei der Anamneseerhebung speziell von Interesse:

Innen- oder Außenhaltung: Infektionsmöglichkeiten durch Wildkaninchen oder Wildnager, Angriffe durch Raubtiere

Einzelhaltung oder Gruppenhaltung/Vergesellschaftung mit anderer Tierart: In Gruppenhaltung kann es, ausgelöst durch Rangordnungskämpfe (v.a. im Rahmen von Vergesellschaftungen), zu Bissverletzungen kommen. Auch bei der Haltung von Kaninchen mit Meerschweinchen sind, aufgrund völlig unterschiedlicher Kommunikationsarten und daraus resultierender Missverständnisse, Beißereien keine Seltenheit. Bei Kaninchen in Einzelhaltung werden dagegen, bedingt durch unzureichende Beschäftigung, oftmals Adipositas mit nachfolgenden Pododermatitiden sowie auch Verhaltensstörungen beobachtet. Zudem kommt es oft vor, dass einzeln gehaltene Tiere, vermutlich wegen der fehlenden Futterkonkurrenz, sehr selektiv fressen und dadurch v. a. Zahnerkrankungen und Verdauungsstörungen begünstigt werden.

Käfiggröße/Auslaufmöglichkeiten: Die Haltung in Käfigen mit unzureichendem Auslauf begünstigt nicht nur Adipositas und daraus entstehende Sekundärerkrankungen (z. B. Leberverfettung, Pododermatitis). Durch den Platz- und Beschäftigungsmangel werden auch Aggressionen zwischen Partnertieren gefördert, die nicht selten in Beißereien und dauerhaften Unverträglichkeiten münden.

Bei Käfighaltung muss bedacht werden, dass Kaninchen ihre Aktivitätsphasen vorwiegend in den Dämmerungsstunden und in der Nacht haben. Die leider noch weit verbreitete Vorgehensweise, den Tieren am Tage einige Stunden Auslauf zu gewähren, führt daher nicht zu einer Befriedigung des Bewegungsdrangs.

Einstreumaterial: Es eignen sich handelsübliche Holzspäne, Holzgranulat, Strohpresspellets, Hanfstreu, Stroh und Heu. Manche Kaninchen entwickeln Allergien gegen die übliche Kleintierstreu.

Katzenstreu ist als Einstreu, auch für die Toilettenecke, absolut ungeeignet, da sie bei Aufnahme im Darm verklumpen kann und sie zudem zu starker Staubentwicklung führt.

Einrichtungsgegenstände sollten aus natürlichen Materialien bestehen, Futternäpfe aus Keramik oder Ton. Plastik kann, auch in winzigen Anteilen, zu Verletzungen der Darmschleimhaut führen. Angenagte Plastikgegenstände sind zudem sehr scharfkantig und bergen ebenfalls ein Verletzungsrisiko.

Der Käfig/das Gehege sollte sich an einem hellen, ruhigen und zugfreien Standort befinden. Bei Wohnungshaltung ist darauf zu achten, dass die Tiere keiner dauerhaften Sonnenstrahlung ausgesetzt sind (Hitzschlaggefahr). Auch Außengehege müssen über ausreichend Schattenplätze verfügen.

Freilauf beaufsichtigt/unbeaufsichtigt: Möglichkeiten für Unfälle? Anknabbern von Pflanzen möglich?

Da viele Verdauungsstörungen, Zahnerkrankungen und Blasensteinleiden fütterungsbedingt sind, sollte die Rationszusammensetzung (▶ Tab. 1.1) detailliert erfragt werden:

Art des „Kraftfutters“: Bei Mischfutter: Frisst das Tier alle Komponenten oder selektiert es? Bei pelletiertem Futter: Mit Getreide/frei von Getreide?

Heu (stets verfügbar/nur gelegentliche Gaben)

Frischfutterzusammensetzung

„Leckerli“

Tab. 1.1

 Empfohlene Rationszusammensetzung für Kaninchen.

Futtermittel

Menge

Bemerkungen

Raufutter

Heu

ad libitum

Gute Qualität!

getrocknete Kräuter, Blüten und Blätter

nur in kleinen Mengen

Nur zur Rohfaserergänzung; hohe Ca-Gehalte!

Frischfutter

2 × tägl., insgesamt ca. 150–200 g/kg KGW

möglichst vielseitig

strukturiertes Grünfutter, z. B. Gräser, Kräuter, Löwenzahn, Möhrengrün, Blumenkohlblätter, Kohlrabiblätter, Radieschenblätter, Salate (z. B. Endivie, Feldsalat, Römersalat)

mind. ⅔ der Frischfutterration

Gemüse (z. B. Möhre, Kohlrabi, Brokkoli, Sellerie, Fenchel, Wirsing, Spitzkohl, Weißkohl, Wurzelpetersilie)

etwa ⅓ der Frischfutterration

Gemüse mit hohen Stärkegehalten nur in geringen Mengen (z.B. Wurzelpetersilie, Pastinake, Knollensellerie, Topinambur)

Obst (z.B. Apfel, Birne, Banane)

nur in geringen Mengen (max. ¼ der Frischfutterration)

Nur ganz frisch verfüttern; ▶ Hygienestatus beachten!

Ergänzungen

Ölsaaten, z.B. Amaranth, Anis, Blaumohn, Brennnesselsamen, Chiasamen, Dari, Distelsamen, Fenchelsamen, Hanfsamen, Kardisaat, Kümmel, Kürbiskerne, Leinsamen, Mariendistel, Milo, Nachtkerze, Negersaat, Perilla, Rübsen, Raps, Salatsamen, Sonnenblumenkerne, Tannensamen, Zichorie, Zypressensamen

max. 1 TL/Tier/d (bei großen Rassen mehr)

in besonderen Bedarfssituationen (z.B. Fellwechsel, Außenhaltung in kalter Jahreszeit, Gewichtsverluste)

Pellets

max. 1 TL/Tier/d (bei großen Rassen mehr)

in besonderen Bedarfssituationen (z.B. Außenhaltung in kalter Jahreszeit, Gewichtsverluste)

Nagematerial (z.B. Äste von Weide, Haselnuss, Birke, Obstbäumen)

gelegentlich

Hohe Ca-Gehalte!

Eine artgerechte Kaninchenfütterung sollte sich an der Ernährung der Wildkaninchen orientieren. Diese ernähren sich überwiegend von Wildgräsern, Kräutern und Blättern. Die Nahrungsauswahl auf natürlichen Wiesen ist sehr groß und die Tiere verbringen viele Stunden des Tages mit der Futtersuche und -aufnahme. Es werden hierbei nicht nur besonders schmackhafte Komponenten selektiert, sondern es erfolgt auch eine an den jeweiligen Bedarf (z.B. Wachstum, Trächtigkeit, Erkrankungen) angepasste Auswahl an Pflanzenbestandteilen. Diese Möglichkeit zur Selektion trägt wesentlich zur Gesunderhaltung bei. Dementsprechend sollte auch das Futterangebot in der Heimtierhaltung gestaltet werden. Die Fütterung von Wiesenfutter ist die natürlichste und gesündeste Art der Ernährung. Steht diese Möglichkeit nicht zu Verfügung, so muss auf Alternativen ausgewichen werden. Als strukturiertes Grünfutter können beispielsweise Kulturlöwenzahn, Kräuter (z.B. Petersilie, Dill, Thymian, Majoran, Salbei), Salate (z.B. Endivie, Feldsalat, Romanasalat), Möhrengrün, Kohlrabi- und Blumenkohlblätter, Sellerie- und Radieschenblätter, Wirsing und Grünkohl verfüttert werden. Auch hier sollte täglich ein möglichst großes Spektrum verschiedener Futtermittel zur Verfügung stehen, um auch dem Heimtierkaninchen eine Selektion zu ermöglichen.

Neben dem strukturierten Grünfutter, das den größten Anteil der Ration ausmachen sollte, können (insbesondere im Winter) auch verschiedene Gemüsesorten, z.B. Karotten, Kohlrabi, Sellerie, Brokkoli, Blumenkohl, Petersilienwurzel, Rote Bete) angeboten werden.

Obst sollte nur in geringen Mengen bzw. als Leckerbissen verfüttert werden, da es hohe Fruchtzuckergehalte aufweist. Zudem kommt es bei längerem Herumliegen schnell zu hygienischen Problemen (Besatz mit Hefen und Bakterien), die zu Schädigungen des Darmmilieus führen können ▶ [140].

Neben dem Frischfutter muss natürlich qualitativ hochwertiges Heu ad libitum zur Verfügung stehen. Hier ist prinzipiell Heu vorzuziehen, das aus möglichst vielen verschiedenen langstieligen Gräsern besteht und einen gewissen Blatt- und Blütenanteil besitzt, sodass auch hier die Möglichkeit einer Selektion besteht.

Bei Kaninchen mit Neigung zu Urolithiasis ist die Verwendung eines Heus mit möglichst geringem Blätter- und Blütenanteil vorzuziehen.

Als Rohfaserergänzung werden vielfach verschiedene getrocknete Kräuter, Blüten und Blätter sowie Zweige angeboten. Diese Futtermittel sind sehr reich an Kalzium, aber meist unproblematisch, solange die Kaninchen mit den geforderten großen Mengen an Frischfutter ernährt werden und dadurch ausreichend Flüssigkeit aufnehmen. Bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme steigt allerdings die Gefahr der Bildung von Konkrementen in den Harnwegen und bei Kaninchen, die zu Urolithiasis neigen, sollten diese Futtermittel vollständig vom Speiseplan gestrichen werden.

„Körner“ sollten in der Kaninchenfütterung nur selektiv und bedarfsorientiert eingesetzt werden. Zu unterscheiden sind die besonders stärkehaltigen Mehlsaaten wie z.B. Gerste, Hafer, Mais und Buchweizen sowie die an Fett und Eiweiß reichen Ölsaaten wie z.B. Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Kümmel, Fenchelsamen, Anis und Raps. Mehlsaaten sind wenig geeignet. Die übermäßige Stärkezufuhr führt zu Veränderungen des Darmmilieus (vermehrte Produktion von Milchsäure) und begünstigt dadurch Verdauungsstörungen. Ölsaaten verfügen dagegen über einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren und sind zudem reich an Vitamin E. Sie eignen sich insbesondere zur Unterstützung im Fellwechsel und können zudem bei der Außenhaltung im Herbst herangezogen werden, wenn die Kaninchen darauf angewiesen sind, sich ein „Fettpolster“ für den Winter anzufressen. Auch bei großen Rassen in der Wachstumsphase können Ölsaaten als Ergänzung des Nahrungsspektrums herangezogen werden. Ölsaaten können, sowohl einzeln als auch in verschiedenen Mischungen, mittlerweile problemlos in Internetshops erworben und individuell zusammengestellt werden.

Handelsübliche Mischfuttermittel sowie Getreide enthaltende pelletierte Futtermittel sollten nicht verfüttert werden. Sie enthalten hohe Mengen an Stärke, die die Verdauung negativ beeinflussen und außerdem eine Adipositas fördern. Zudem ist für ihre Zerkleinerung kaum Kauaktivität erforderlich. Dies begünstigt einen unzureichenden Zahnabrieb und zudem Langeweile. Auch das Verfüttern größerer Mengen getreidefreier Pellets ist kritisch zu sehen. Die darin enthaltenen faserigen Anteile sind meist sehr kurz, sodass auch hier keine ausreichende Kauaktivität für die Zerkleinerung induziert wird. Geringe Mengen eines pelletierten, getreidefreien Futters können jedoch problemlos ergänzend gefüttert werden, um eine ausgewogene Zufuhr an Spurenelementen zu gewährleisten.

Die artgerechte Versorgung von Kaninchen beinhaltet zudem, dass stets sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Dieses kann (je nach Vorliebe der Tiere) aus Näpfen oder Trinkflaschen angeboten werden. Auch wenn Kaninchen bei artgerechter Fütterung in aller Regel kaum oder gar nicht trinken, kann es doch zu Situationen kommen (z.B. erhöhter Bedarf bei hohen Umgebungstemperaturen, eingeschränkte Futteraufnahme bei Zahnerkrankungen), in denen die Tiere auf eine Wasseraufnahme angewiesen sind.

Der tägliche Wasserbedarf des Kaninchens beträgt etwa 10–15% des Körpergewichts. Ein Kaninchen von 1 kg Körpermasse sollte also mindestens 100–150 ml Wasser pro Tag aufnehmen ▶ [138].

Der Impfstatus bezüglich RHD und Myxomatose sollte erhoben werden, um diese Erkrankungen ggf. ausschließen zu können.

Weiterhin wird nach vorangegangenen Erkrankungen gefragt, die sowohl bei dem vorgestellten Kaninchen als auch bei dessen Partnertieren aufgetreten sind.

1.3 Spezielle Anamnese

Art der Symptome

Dauer der Symptomatik

Futter- und Wasseraufnahme

Kot- und Harnabsatzverhalten

Vorbehandlungen

Art und Dauer der Symptome sind zunächst vom Tierhalter zu schildern. Es schließen sich gezielte Fragen, v. a. nach dem Allgemeinbefinden und der Mobilität an. Diese können in der Praxis oft nicht hinreichend beurteilt werden. Durch Aufregung wirken die Kaninchen meist deutlich munterer als in ihrer gewohnten Umgebung.

Das Futter- und Wasseraufnahmeverhalten ist besonders detailliert zu hinterfragen, da es wichtige Hinweise auf die Art einer Erkrankung liefern kann. So zeigen Kaninchen mit Allgemeinerkrankungen kaum oder kein Interesse am Futter und suchen auch nicht die Trinkgefäße auf , z.B. bei ▶ Anorexie. Bei isolierten Zahnerkrankungen fressen die Tiere oftmals selektiv nur weiches Futter oder sie zeigen Interesse am Futter, lassen es nach einigen Kaubewegungen jedoch liegen, z.B. bei ▶ Pseudoanorexie. Bei diesen Kaninchen ist häufig eine vermehrte Wasseraufnahme zu beobachten. Tiere mit chronischen Niereninsuffizienzen zeigen meist Polydipsie und Polyurie; Diabetes-Patienten leiden unter Polydipsie sowie mitunter auch unter Polyphagie, wobei die Tiere plötzlich zusätzlich Futtermittel fressen, die früher verschmäht wurden.

Kot- und Harnabsatzverhalten dienen der Beurteilung des Allgemeinbefindens. Tiere, die sich in schlechtem Allgemeinzustand befinden, suchen oft nicht mehr ihre üblichen Toilettenecken auf. Schmerzäußerungen, ein auffälliges Anheben des Hinterteils beim Urinabsatz oder plötzliche Defizite bei der Stubenreinheit weisen auf eine Erkrankung der Harnorgane hin. Fehlender Kotabsatz tritt bei anhaltender Inappetenz auf, kann jedoch auch ein Anzeichen für einen Ileus sein.

Alle Vorbehandlungen, ob durch einen anderen Tierarzt oder den Patientenbesitzer, müssen erhoben werden. Dadurch können möglicherweise bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen werden (z. B. Räude bei bereits erfolgter Milbenbehandlung). Auch kann der Erfolg weiterführender diagnostischer Maßnahmen beurteilt werden (z. B. bakteriologische Untersuchung bei Antibiotikatherapie). Zudem kann der Einsatz ungeeigneter Medikamente für die bestehende Symptomatik verantwortlich sein (z.B. Antibiotika-Intoxikation).

2 Klinische Untersuchung

Bei der Untersuchung eines Kaninchens sind verschiedene Aspekte zu bedenken:

Kaninchen sind Fluchttiere. Laute Geräusche, plötzliche Bewegungen sowie festes Zugreifen können Fluchtreflexe auslösen. Panische Abwehrbewegungen, die zu Verletzungen von Tier und Helfer führen können, sind die Folge.

Kaninchen sind relativ stressempfindlich, besonders wenn sie Störungen des Allgemeinbefindens aufweisen. Diese Stressempfindlichkeit resultiert aus anatomischen Besonderheiten der Tierart. Herz und Lunge des Kaninchens besitzen ein sehr geringes relatives Gewicht, das bei Hauskaninchen im Vergleich zu Wildkaninchen noch gesenkt ist. In Stresssituationen kommt es daher leicht zu Kreislaufversagen. Dieses Risiko ist bei adipösen Tieren besonders hoch, da das relative Gewicht der Organe weiter sinkt.

Beim Handling von Kaninchen sollten daher einige Vorkehrungen getroffen werden, um eine komplikationslose Untersuchung zu gewährleisten:

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