Florale Stickereien auf Kleidung, Taschen und mehrFRIEDERIKE ANDRÉ
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3Florale Stickereien auf Kleidung, Taschen und mehr
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Inhaltsverzeichnis
6Vorwort8 Grundlagen9 Sticknadeln Welche Nadelgröße? Stumpf oder spitz?10 Stickgarn Stoff Stickrahmen 11 Stickrahmenhalter Markierstift 12 Vor dem Sticken14 Nach dem Sticken16 Stichtechniken17 Plattstich 18 Rückstich 19 Umwickelter Rückstich 20 Stielstich 21 Knötchenstich 22 Blattstich und Grätenstich 24 Rosenstich 25 Margeritenstich 26 Fliegenstich 27Farnstich
528 Projekte28 Kamillenblüten overload36 Rosen & Kamille44 Ein Herz für Blumen54 Stick dir eine Wildblumenwiese64 3D-Sticken: „Wild flower“72 Ein Armband aus Blumen78 Ein Jutebeutel voller Blumen88 Blümchenknöpfe92 Flowers in my pocket100 Blumenwiese zum Anziehen108 Blümchensocken118 „Flowers“126 Impressum
6Juhu,vielen Dank, dass du dich für dieses Buch entschieden hast.Zusammen werden wir Kleidungsstückeund andere Textilien mit Blumen, Blättern und Mustern verschönern – dabei ist es ganz egal, ob du neu mit dem Sticken anfängst oderbereits Erfahrung gesammelt hast. In diesemDIY-Buch ist für jeden und jede etwas dabei.Du kannstdich entwedergenau an die Vorlagen und Empfehlungen halten oder auchdeiner Kreativität freien Lauflassen, die Motive abwandeln, andere Farben verwenden und die Stickprojekte dabei auf jegliche Artvon Textilien sticken. Das Schöne an diesem Hobby ist, dass fürdie Grundausstattung nicht tief in die Tasche gegriffen werden muss: Nadel, Garn, Stoff, ein Stift zum Vorzeichnen und schon kann‘s losgehen. Welche Materialien darüber hinaus noch nützlich sein können und worauf es beim Kauf der Grundaus-stattung ankommt, wird direkt im ersten Kapitel besprochen. Im zweiten Kapitelfindest du detaillierte Anleitungen zu allen Stichtechniken, die für die verschiedenen Projekte benötigt werden. Die Grundstiche werden auch in den jeweiligen Stickprojekten noch einmal erklärt,wenn sie das erste Mal verwendet werden. Das dritte Kapitel ist prall gefüllt mit zwölfverschiedenen Stickprojekten, die in verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeteilt sind.Viel Spaß!@fredi_boldt@frediboldt
Vorwort
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8MaterialienWas zum Sticken benötigt wird:− Sticknadeln− Stickgarn− Stoff zum Besticken− Stickmuster− Markierstift, z.B. radierbarer Tintenroller− Stickrahmen− Schere− Washi Tape oder Kreppband− ggf. wasserlösliches Stickvlies und/oder Bügelvlies plus Bügeleisen− Stickrahmenhalter
Grundlagen
GRUNDLAGEN
99SticknadelnWelche Nadelgröße?Sticknadeln gibt es in verschiede-nen Größen (14–28).Die Nadel-größe sollte je nach Art des Stoffes, der bestickt werden soll, angepasst werden. Je höher die Nummer, des-to feinerund dünner ist die Nadel. Und: Je feiner derStoff, desto dün-ner sollte die gewählte Sticknadel sein, damit möglichst keine sicht-baren Löcherdurch das Sticken im Stoff entstehen. Soll Jeansstoff be-stickt werden, macht es Sinn, eine etwas größere und breitereNadel (z.B. Größe 18–22) zu wählen, da Jeansstoff von Naturaus sehr dickund robustist und eine feine Nadel leicht beim Sticken verbiegt.Für das Bestickenvon Jutebeuteln, Strümp-fen oder T-Shirts sind wiederum kleine, feinere Sticknadeln sinnvoll (z.B. Größe 24).Stumpf oder spitz?Sticknadeln gibt es mitspitzer oder stumpfer Spitze. Letztere werden verwendet,wenn mit der Nadel kein Loch in den Stoff gestochen werden muss. Nadeln mit stumpfer Spitze werden daher vorallem bei grobem Gewebe und gezählten Stickarten, wie dem Kreuzstich, eingesetzt.Spitze Sticknadeln hingegen wer-den verwendet, wenn mit der Na-del ein Loch in den Stoff gestochen werden muss. Für die Stickprojekte in diesem Buch ist dementspre-chend ein Set spitzerSticknadeln mit verschiedenen Größen am ge-eignetsten.
10Stickgarn Stickgarnbesteht in derRegel aus sechs Fäden. Je nachdem, wie starkdie gestickten Linien und Musterwerden sollen, kann man mit allen sechs Fäden sticken oderdas Garn teilen und nur mit drei oder auch weniger Fäden arbeiten. Je nach Herstellerunterscheiden sich die Farbnummerierungen des Stick-garns. In diesem Buch wirddas Baumwollstickgarn von Rico Design verwendet und dementsprechend die jeweiligen Farbnummern von Rico Design, aber zusätzlich auch der Farbton des verwendeten Garns angegeben. Sollte Stickgarn von einem anderen Hersteller zur Ver-fügung stehen, kann sich an den angegebenen Farbtönen orientiertwerden. GRUNDLAGENStoff Wer neu mit dem Sticken anfängst,startet am besten mit einem Stoff, der unelastisch und nicht zu fein gewebt ist.Ideal für Anfänger istein Stoff aus Leinen oderBaumwolle, beispielsweise ein Jutebeutel oderder Stoff von Kissenbezügen oder Bettlaken. Jeansstoffist vergleichs-weise dick und dementsprechend ist es schwerer,die Nadel durch den Stoff zu schieben und feine Musterzu sticken, hat dafür aber den Vor-teil, dass selbst dann keine Löcherzurückbleiben, wenn die Stickereimehrfach wieder geöffnet werden muss, weil Fehler beim Sticken ge-macht wurden. T-Shirt-Stoff, Socken und Stretchstoffe sollten besser erst bestickt werden, nachdem schon ein bisschen Stickerfahrung gesam-melt wurde. Stickrahmen Bei Stickrahmen gibt es große Unter-schiede bezüglich der Qualität.Hier macht es Sinn, nicht das günstigste Modell zu kaufen, da hiereventuell der Stoff nicht ausreichend fest ein-gespannt werden kann. Achte dar-auf, dass sich der Schraubverschluss nicht verbiegenlässt und der Stick-rahmen eine Einkerbung am Rand hat, sodass der Stoff stramm ein-gespannt werden kann. Die Größe des Stickrahmens ist vorallem abhängig von der Größe des Stoffs, der bestickt werden soll.Soll beispielsweise ein Hosenbein be-stickt werden, darf derRahmen natürlich nicht größerals die Breite des Hosenbeins sein. Idealerweise ist der Stickrahmen zudem etwas größerals das Motiv, das gestickt werden soll. Alternativ kann der Stoff aberauch etwas zur Seite ver-schoben neu in den Stickrahmen eingespannt werden, nachdem dererste Teil gestickt wurde.
1111Stickrahmenhalter Zusätzlich zu einem Stickrahmen kann eine Halterung verwendet werden, welche auf den Arbeitstisch gestellt oderdaran befestigt wird, um den Stickrahmen in Position zu halten. Ein Stickrahmenhalter ist für den Anfang allerdings nicht unbe-dingt notwendig. Markierstift Ein Markierstift wird benötigt, um das Stickmuster auf den Stoff oder auf das Stickvlies zu übertragen. Ein radierbarer Tintenroller ist ideal, da hier keine Gefahr besteht,dass die Farbe verläuft und den Stoff per-manent verfärbt. Denn: die Farbe radierbarer Tintenroller verschwin-det vollständig durch Hitzeeinwir-kung. Nach dem Sticken kann derStoff einfach geföhnt werden, um die Markierungen verschwinden zu lassen. Als Alternative zum Föhnkann auch ein Bügel- oder Glätt-eisen verwendet werden. Deine DigiBib – für Vorlagen/Videos & KorrekturenAlle Vorlagen/Videos zu den Projekten in diesem Buchsowie etwaige Korrekturen für uns bekannte Fehler imInhalt findest du in der Digitalen Bibliothek. www.topp-kreativ.de/digibib Freischaltcode: 55566
12GRUNDLAGEN VOR DEM STICKENNach dem Sticken kann die Tinte des radierbaren Tintenrollers mithilfe der Hitze eines Föhns oder Bügel-eisens entfernt werden. Möglichkeit B Ist der zu bestickende Stoff dun-kel oderundurchsichtig, kann das Stickmuster mithilfe von wasserlös-lichem, selbstklebendem Stickvlies (z.B. Solufix) übertragen werden. Hierfür wird das Stickvlies auf die benötigte Größe zugeschnitten, auf der Stickvorlage fixiert und die Vor-lage auf das Vlies übertragen. Dann wird das selbstklebende Stickvlies auf die gewünschte Stelle geklebt und bestickt.Da das Stickvlies nach dem Sticken ausgewaschen wird, sollte auch hier ein geeigneterMar-kierstift,wie ein radierbarerTinten-roller, verwendet werden, damit die Tinte keine permanenten Spuren auf dem Stoff oder dem Garn hin-terlässt.Hinweis:Es gibt auch wasser-lösliches Stickvlies, welches nichtklebend ist.Das Vlies wird dann zu-sammen mit dem Stoffin den Stick-rahmen eingespannt. Nach dem Sticken kann das wasser-lösliche Stickvlies mit lauwarmem Wasser ausgewaschen werden.
Vor dem Sticken
1. Übertragen des Stickmusters auf den StoffEs gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Stickvorlage aufden Stoff zu übertragen.Möglichkeit A Wennder Stoff, der bestickt werden soll, hell und leicht durchsichtig ist,kann dieStickvorlage mithilfevon hitzeempfindlicherTinte, wie sie bei-spielsweise bei einem radierbaren Tintenroller zu finden ist,direktauf den Stoff übertragen werden. Dafür wird derStoff über die Stickvorlage gelegt, beides mit Kreppband anei-nander fixiert um ein Verrutschen zu verhindern, und anschließend alle Linien der Stickvorlage direkt auf den Stoff übertragen.
1313Hinweis:Auf keinen Fall sollten eine Bürste oderähnliches benutzt werden, um das wasserlösliche Sti-ckvlies zu entfernen, da die Stickerei beschädigt werden könnte. Wenn sich das Vlies nicht vollständig löst, kann derStoff in die Dusche gelegt und die bestickte Stelle mit einem harten Duschstrahl abbraustwer-den, bis das Stickvlies vollständig verschwunden ist. Unabhängig davon, ob direkt aufStoff oderStickvlies vorgezeichnet wird, sollten alle Linien mehrfach und möglichst dick nachgezeichnet werden, dadie Farbe während des Stickens durch die Wärme der Hände immer etwas an Intensivität verliert.Zum Abzeichnen können die Stick-vorlagen direkt aus dem Buch ver-wendet werden. Sollten sich die Linien im Buch durch den Stoff bzw.das wasserlösliche Stickvlies nichtdeutlich genug abzeichnen, können die jeweiligen Seiten kopiert oder die Vorlagen in der DigiBib (siehe Seite 126) ausgedruckt werden. Stoff und Vorlage können dann über einer Lichtquelle, zum Beispiel an einem Fenster, fixiert werden, sodass die Linien der Stickvorlage bessersicht-bar sind. Denke aberimmerdaran, Stoff und Vorlage gut zu fixieren, so-dass während des Zeichnens nichtsverrutschen kann. Alternativ kann die Vorlage natürlich auch direkt von einem Tablet aus auf den Stoff bzw.das Vlies übertragen oderein Stück Stick vlies mithilfe eines Dru-ckers direkt bedrucken werden. 2. Garn zuschneiden Welche Garnlänge für eine Sti-ckerei benötigt wird, istmeist nicht genau vorherzusagen. Bei Linien kann grob geschätztwerden, dass je nach Stichmethode, die doppel-te oder dreifache Länge derLinie, die nachgestickt werden soll, sowie ein paar zusätzliche Zentimeter für Anfang und Ende benötigt werden. Bei Blüten und Blätternhängt die Länge des Garnzuschnitts davon ab, mit wie vielen Stichen gestickt wird. In diesem Buch sind daher nur ungefähreAngaben zurbenötigten Garnlänge zu finden, an denen sich orientiert werden kann. Auch sollten die einzelnen Garnstückemaximal 50 cm lang sein, da sich die Fäden sonst leicht beim Sticken verknoten können.Sollte der Zuschnitt für ein Motiv nicht ausreichen, istdas gar kein Problem: Das Garn kann je-derzeit auf der Rückseite fixiertund mit einem neuen Faden weiterge-stickt werden. 3. Garn vorbereiten und einfädelnDie Fäden in das kleine Nadelöhr einzufädeln ist manchmal garnichtso einfach. Die Fadenenden sollten gleich lang und gerade geschnit-ten sein. Wenndas Garn dann auf die Nadel aufgefädelt wurde, soll-ten mindestens 5–10 cm durch die Öse gezogen werden, damites beim Sticken nicht wieder aus der Öse rutscht.Ein Überhandknoten sorgt dafür, dass der Faden nicht durchrutscht.Wenn mitallen sechs Fäden des Garns gestickt wird, reicht in der Re-gel ein einfacherKnoten aus. Wird mit dreifädigem Garn oder weniger gestickt,kannes sinnvoll sein, einen Doppelknoten zu machen.
14GRUNDLAGEN NACH DEM STICKEN1. Den letzten Stich sichern Wenn eine Stickerei fertig gestickt istoder sich das Garnstück dem Ende zu neigt,muss der letzte Stich ge-sichert werden, damit die Stickerei dauerhaft festsitzt, wennder Stoff später benutzt, getragen und ge-waschen wird. Um den letzten Stich zu sichern, kann der restliche Fa-den auf derRückseite um einen der nächstliegenden Fäden gewickelt werden. Die Nadel wirddann durch die entstandene Schlaufegescho-ben und der Faden festgezogen, sodass das Garn fest verknotet ist. 2. Entfernen der Tinte des Markierstifts Wenn alles fertig gestickt ist, wird die hitzeempfindliche Tinte des Mar-kierstifts mithilfe eines Föhns oder Bügeleisens entfernt. Wenn nicht lange genug geföhntbzw.gebügelt wurde, kann es sein, dass die Far-be nach dem Abkühlen des Stoffs wieder zum Vorschein kommt. Soll-te dies der Fall sein, kann noch ein weiteresMal über die Tinte geföhnt bzw.gebügelt werden, bis diese dauerhaft verschwunden ist.Auch wenn ein wasserlösliches Stick -vlies zum Übertragen der Stickvor-lage verwendetwurde, sollte die Tinte vor dem Auswaschen des Vlie-ses entfernt werden, da die Wasser-temperatur in der Regel nicht aus-reichend ist, um die Tinte vollständig verschwinden zu lassen und sonstRückstände der Tinte auf dem Garn sichtbar bleiben können.3. Fixieren der Stickerei mit Bügelvlies Um eine Stickerei zu fixieren, kann ein Bügelvlies auf derRückseite der Stickerei genutztwerden. Durch das Bügelvlies kann ein versehentliches Hängenbleiben an den Fäden und das Kratzen der Stickerei aufder Haut verhindert werden. Es ist vorallem bei sehr dünnen Stoffen sinn-voll, da das Bügelvlies den Stoff stabilisiert und so verhindert,dass beim Tragen und Waschen größere Löcherdurch die Fäden in den Stoff gerissen werden. Bügelvlies gibt es in verschiedenen Farben und Stärken. Außerdem gibtes elastisches Bügelvlies sowie wel-ches, das unelastisch ist.
Nach dem Sticken
1515Beim Kaufsollte also daraufge-achtet werden, dass das Bügel-vlies zu dem jeweiligen Stoff, der bestickt wird, passt.Je dünner und elastischer ein Bügel vlies ist,desto schwieriger lässt es sich zuschnei-den, dementsprechend ist es für den Anfang sinnvoller, sich ein un-elastisches Stickvlies zu besorgen (z.B. Vlieseline® H 180). Step 1 Der Beutel wirdauf linksgedreht, einStück Bügelvlies aufdie ungefähre Größe derStickereizugeschnitten und auf die Stickerei gelegt.Hinweis:Nur eine Seite des Bügel-vlieses ist mit einerKlebeschicht,die nach dem Bügeln an der Stickerei haftet, versehen. Diese beschich-tete Seitefühlt sich etwas raueran. Das Bügelvlies muss mit der be-schichteten Seite auf die Rückseite der Stickerei gelegt werden. Step 2 Anschließend werden die Umris-se der Stickerei aufdem Bügel vlies mithilfe des Markierstiftsgrob nach-gezeichnet.Anhand derLinien