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Liebe, dieses wunderbare Wort, kann auch ein wunderbares Erlebnis sein. In diesen Kurzgeschichten lesen wir wie die Liebe Menschen trifft, die Du oder ich auch sein könnten. Sie werden Lesen wie schön Liebe sein kann, wie sie aber auch erbarmungslos auf den Menschen einschlägt. Einfach gehaltene Geschichten aus dem Leben. Teils mit einem Schmunzeln zu lesen, aber auch mit einer Träne. Liebe, wie sie im Leben immer wieder vor kommt, wie man sie immer wieder treffen kann.
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Seitenzahl: 145
Veröffentlichungsjahr: 2017
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1. Liebe im Tank
Peter hatte erst vor wenigen Tagen den neuen Job angetreten. Sein neuer Weg führte ihn an einer Tankstelle vorbei und ihm war aufgefallen, dass man hier günstig tanken konnte. Er wollte es einmal probieren, wie weit man mit den Sprit kam, denn er hatte gehört, dass der Sprit an diesen Billigtankstellen nicht gut sei. Er war es gewohnt am Freitag zu tanken und das wollte er in Zukunft auch machen, obwohl sein Weg in die Arbeit nun erheblich kürzer war als vorher.
Bereit zu tanken fuhr er am Freitag an die Tankstelle. Er konnte an der Zapfsäule lesen, dass man hier bedient wurde und er war erstaunt, denn so etwas kannte er bisher nur von den Autobahntankstellen. An einem anderen Auto stand ein kleiner Bursche in Overall und Kappe auf, der den Zapfhahn in den Tank hielt. Peter wartete geduldig am Auto, und als der Junge am anderen Auto fertig war, kam er zu ihm. "Volltanken bitte!“, sagte Peter, der Junge fragte mit einer erstaunlich hohen Stimme, ob er die Scheiben auch putzen sollte. Peter bejahte dies. Der Bursche machte sich an die Arbeit. Der Tank, der etwa halb leer gewesen war, war schnell gefüllt, der Bursche kassierte den Betrag. „Scheiben sauber machen ist gratis“ lächelte er Peter an, der ihm aber einen Euro als Trinkgeld gab. Es kam ihm komisch vor, als sich der Bursche bedankte, ihn anstrahlte und Peter dachte sich „wie jung der doch sein mag, seine Stimme war noch nicht im Stimmbruch“. Als er die Tankstelle verließ, vergaß er den Gedanken schnell und konzentrierte sich auf den Verkehr, der für Freitag sehr heftig war.
Peter beschloss am Samstag die Einladung der neuen Kollegen anzunehmen, die ihm angeboten hatten, einige Lokale in der Stadt zu zeigen. Sie trafen sich wie verabredet am neuen „In Cafe“ und gingen zusammen hinein. Schnell fanden sie einen Platz, die Kellnerin kam, und begrüßte alle freundlich. Sie bestellten nacheinander. Peter war als Letzter an der Reihe, die Kellnerin begrüßte ihn mit einem lächelnden „Hallo“. Peter bestellte sich einen alkoholfreien Cocktail. Die Kellnerin nickte und ging wieder an die Bar. Er musterte das Lokal und stellte fest, dass die Einrichtung nach italienischem Stil war. Es gefiel ihm. Das Lokal strahlte Gemütlichkeit aus. Nach ein paar Minuten kam die Bedienung an den Tisch und stellte die Getränke ab. Dabei bemerkte Peter, wie sie ihn freundlich anschaute. Er lächelte zurück, machte sich aber keine Gedanken dabei.
Peter und seine Kollegen unterhielten sich über die Arbeit, als noch zwei Kolleginnen hinzukamen. Sie begrüßten sich und eine der Kolleginnen hatte wohl schon ein Auge auf ihn geworfen. Peter bemerkte, wie sie sich unbedingt neben ihn setzen wollte. Der Kollege machte ihr Platz. Er kam mit ihr zwangsläufig ins Gespräch. Sie wollte alles von ihm wissen. Diese Neugierde war Peter peinlich, aber beantwortete geduldig alle ihre Fragen. Auch seine Kollegen hörten zu und fragten kaum nach, weil die Kollegin schon alle Fragen vorher ausgesprochen hatte. Die Bedienung kam wieder an den Tisch und fragte die Damen nach ihren Wünschen. Die beiden bestellten, die Bedienung hatte aber nur Augen für Peter. Sie bemerkte auch, dass eine der Damen sich an Peter ran machte, und strafte diese mit einem scharfen Blick. Das aber ließ die Kollegin kalt. Im Gegenteil sie schmunzelte nur. Peter konnte in diesem Augenblick mit den Geschehnissen, die er wohl bemerkt hatte, nichts anfangen. Nach einer zweiten Runde zahlten sie. Peter lud seine Kollegen ein und beglich die Rechnung. Der Bedienung, die ihn frech anlächelte, wie er empfand, gab er ein großzügiges Trinkgeld. Sie dankte ihm und verabschiedete ihn mit einem Liebevollem „bis bald“. Peter freute sich, maß aber diesen Worten keinerlei Bedeutung bei.
Sie gingen ins nächste Lokal, ein kleines geschmackvoll eingerichtetes Speiselokal. Dort gab es nach der Meinung von Peters Kollegen die besten Fischzubereitungen. Er sah sich die Speisekarte an und bestellte eine kleine Platte, auf der allerlei Fisch zu finden war. Seine Kollegin, Claudia, hatte wieder seine Nähe gesucht. Peter war es schon fast unangenehm, die Kollegen lachten nur still in sich hinein. Claudia war die Chefsekretärin im Betrieb. Als sie sich kurz frisch machen ging, machte man ihn darauf aufmerksam, dass es nur über sie ging, wenn man einen Termin beim Chef wollte. Peter nahm dies zur Kenntnis und wollte fragen, wie er aus dieser Situation herauskomme, aber die Damen wieder an den Tisch kamen. Claudia hatte ihren Duft erneuert und Peter fand, dass sie eigentlich stank. Dieses Parfum entsprach nicht seinem Geschmack und er war froh, schon gegessen zu haben. Claudia allerdings baggerte ungestört weiter. Nach dem Essen wollten die Kollegen Peter noch eine kleine Bar zeigen. Er versuchte, dankend abzulehnen. Seine Kollegen verstanden ihn, aber Claudia bettelte so lange, bis er zustimmte mitzugehen.
Am Sonntag wachte Peter erst gegen Mittag auf. Die kleine Bar war auf verschiedene Biere spezialisiert und sie hatten noch viel Spaß. Er war froh, dass es ihm gelungen war, Claudia abzuschütteln, was ihn zwar sehr viel Mühe gekostet hatte, aber die Kollegen hatten Mitleid mit ihm und waren ihm zu Seite gestanden.
Er bereitete sich Kaffee zu. Während dieser durch die Maschine lief, ging er nach unten und holte sich wie jeden Sonntag die Zeitung. Gemütlich las er und genoss den Kaffee. Er beschloss einen Spaziergang zu machen, und in einem kleinen Lokal in der Nähe zu Mittag zu essen. Gerade als er die Wohnung verlassen wollte, klingelte sein Handy. Er kannte die Nummer nicht, überlegte kurz und ging dann ran. Es war Claudia. Sie hatte sich seine Nummer aus den Personalakten besorgt. Am Sonntag…. . Sie wollte Peter am Nachmittag besuchen, Peter wimmelte diese Versuche ab. Er erklärte das mit einem Besuch bei seinen Eltern. Sie gab auf, aber verlangte von Peter das Versprechen dies am kommenden Wochenende nachzuholen. Froh darüber, dass sie aufgab, stimmte er zu und verabschiedete er sich höflich. Er verdrehte die Augen und warf sein Handy auf den Tisch. Die nächsten Stunden sollten ihm gehören.
Er war etwa eine Stunde unterwegs, als er an das Lokal kam. Er betrat es und suchte sich einen Tisch aus. Zur Feier des Tages bestellte er sich einen Schweinebraten mit Knödeln und Salat. Sein Bier war gleich am Tisch und er schaute sich die anderen Gäste an. Sein Blick fiel auf ein Mädchen, das ihm bekannt vorkam. Er erkannte die Bedienung des vorigen Abends aus dem Kaffee. Sie bemerkte es und lächelte zu ihm herüber. Irgendetwas kam ihm bekannt und zugleich komisch vor. Aber bevor er darüber nachdenken konnte, kam sein Essen und er genoss dieses. Nach dem Essen ging er den gleichen Weg wieder zurück zu seiner Wohnung. Jetzt kam er dazu nachzudenken, was ihm an diesem Mädchen aufgefallen war. Es gelang ihm aber nicht, dieses Geheimnis zu lüften.
Zu Hause machte er es sich vor dem Fernseher bequem. Eine SMS kam rein, er öffnete sie. Es war eine Nachricht von Claudia, die ihn an sein Versprechen für das nächste Wochenende erinnern wollte. Peter sichtlich genervt löschte diese SMS. Er wollte nur seine Ruhe haben.
Als er am Montag in die Arbeit kam, wurde er freundlich von allen Kollegen begrüßt. Sie lächelten ihn an und erst nach einer spitzen Bemerkung begriff er, dass es sich herumgesprochen hatte, dass er von Claudia angebaggert worden war. Wie er feststellte, hatte sie auch erzählt, dass er mit ihr für den kommenden Sonntag verabredet war. Peter ging nicht darauf ein und winkte nur ab.
Die Woche verging und bei der vielen, neuen Arbeit vergaß Peter Claudia. Die Meetings nahmen ihn in Anspruch und er hatte viele Aufgaben aufgetragen bekommen. Am Freitag war er froh, dass bald der Mittag erreicht hatte. Er spürte die Arbeit der Woche in den Knochen und wollte nur nach Hause fahren. Er kam in die Nähe der Tankstelle und seiner Gewohnheit nach fuhr er zu dieser. Der Bursche war auch da und winkte kurz, als Peter an die Zapfsäule fuhr. Er sagte zu ihm „Volltanken bitte und die Scheiben wieder reinigen.“ „Jawohl“ wie nach einem militärischen Befehl erwiderte der Bursche und machte sich an die Arbeit. Während der Sprit in den Tank lief, reinigte er wieder die Scheiben. Als alles erledigt war, kassierte er Peter wieder ab. Peter gab wieder einen Euro Trinkgeld, der Bursche in seinem Overall und der Kappe bedankte sich freundlich.
Peter fand diesen Service an der Tankstelle toll, weil man das nur noch selten erlebte. Als er durch die Stadt fuhr, kam ihm in Gedanken Claudias Einladung wieder in den Sinn. Er beschloss noch eine Flasche Wein und Kekse zu besorgen, hoffte aber, dass sie ihre Einladung vergessen hatte.
Zu Hause sollte er eines Besseren belehrt werden. Claudia rief an und erinnerte ihn mit schmalzig süßer Stimme an Sonntag. Peter stimmte zu und verwünschte sich in diesem Augenblick. Es graute ihm vor Sonntag, aber zuerst wollte er den Abend genießen. Er legte eine CD ein, nahm ein Buch und legte sich auf die Couch. Bald war er eingeschlafen und erwachte erst am Samstag. In der Bäckerei am Eck holte er sich frische Croissants und genoss diese mit Kaffee. Kurz ging ihm die Arbeit durch den Kopf. Er fand, dass er einen guten Job gefunden hatte. Viele Herausforderungen spornten ihn an und er war zufrieden, dass er dabei auch eine Menge Geld verdiente.
Peter war in die Stadt gefahren, um etwas seinen Kopf freizubekommen. Er ging in die großen Arkaden und suchte sich neue Hemden, schlenderte vorbei an vielen Boutiquen und beobachtete die Menschen um ihn herum. Als er sich ein wenig niedersetzte, kam ihm der Bursche an der Tankstelle in den Sinn. Irgendwas war an ihm außergewöhnlich. Ihm kam es auch so vor, als ob der dieses Gesicht schon in einem anderen Zusammenhang gesehen hatte. Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als eine Mutter mit Kindern vorbeikam. Die Kinder weinten, die Mutter zerrte sie nach und schimpfte dabei. Er war sich sicher niemals im Leben Kinder in die Welt zu setzen. Aber wozu auch der Gedanke, fehlte ihm doch die Frau.
Er beschloss, in eine Parfümerie zu gehen und für Claudia einen Duft zu kaufen. Etwas was für ihn gut roch und in der Hoffnung sie würde nicht wieder diesen grässlichen Duft tragen. Peter fand etwas, das sehr angenehm roch, ließ sich das Einpacken und fuhr wieder nach Hause.
Nachdem er den Rest des Nachmittags lesend verbracht hatte, zog er sich lässige Kleidung an und fuhr nochmals in die Stadt. Er hielt am „In Café“. Er wusste nicht, was ihn dort hinzog, aber das Ambiente hatte ihn am letzten Samstag überzeugt, er hatte sich wohlgefühlt. Er betrat den Laden und spürte sofort die Blicke einiger Damen, auch die Bedienung war da und lächelte ihn an. Als er einen kleinen Tisch gefunden hatte, kam sie auf ihn zu. Er bestellte wieder einen alkoholfreien Cocktail. Während die Bedienung wegging, musterte er sie. Peter fand, dass sie eine tolle Figur hatte und sehr gut aussah. Dennoch, ihr Gesicht…er überlegte wieder, kam aber nicht darauf.
Im selben Moment ging die Türe des Kaffees auf und Claudia betrat das Lokal. Er konnte sich nicht verstecken und Claudia steuerte, nachdem sie ihn erblickt hatte, auf ihn zu. Sie kam lachend an den Tisch und breitete, ohne zu fragen, ihre Jacke neben Peter aus. Peter war es unangenehm, aber sie zog ihn zu sich her und drückte ihm rechts und links ein Bussi auf die Wangen. Die Bedienung kam mit seinem Cocktail und verzog leicht das Gesicht. Ihr Lächeln war gewichen, Claudia gegenüber war sie aber freundlich. Claudia bestellte etwas herablassend einen Mai Tai. Während die Bedienung ging, flüsterte Claudia ihm zu, dass sie sich freute, ihn heute schon zu sehen. Peter, aus Höflichkeit Claudia gegenüber, bestätigte ebenfalls seine Freude. Er wurde aber das beklemmende Gefühl nicht los, das Claudia gewusst hatte, das er hier war. Sie schmiegte sich an ihn, er hatte keine Chance auszuweichen oder wegzurutschen. Claudia schien das nicht bemerken zu wollen. Erst als die Bedienung sich wieder dem Tisch näherte, ließ sie mit einem kurzen Räusperer eine sich Claudia handbreit Abstand zu Peter ein.
Peter sah der Bedienung an, dass ihr das Gesehene nicht gefiel, aber sie blieb höflich. Claudia prostete Peter zu und er roch wieder dieses unangenehme Parfum an ihr. In seiner Nase kam dieser widerliche Duft nicht sehr gut an. Kaum hatte sie getrunken, schmiegte sich Claudia wieder an Peter. Den linken Arm legte sie um ihn. Ihr Duft widerte ihn an, aber er hatte keine Chance gegen diese aufdringliche Frau. Mit der rechten Hand streichelte sie seinen Oberschenkel. Er war höflich, bat Claudia dennoch um etwas Zurückhaltung. Claudia machte Anstrengungen in sein Ohr zu flüstern. Sie beugte sich zu ihm, zog ihn leicht an sich und ihre Zunge spielte mit seinem Ohrläppchen. Peter versuchte sich dezent zurückzuziehen, aber Claudia ließ nicht locker. Ihre rechte Hand wanderte dabei immer weiter nach oben. „Claudia“, sagte er, lass uns noch mal trinken. „Ja Liebling“, hauchte sie ihn an und befreite Peter aus dieser misslichen Lage. Während er trank, fiel sein Blick auf die Bedienung, die die beiden beobachtet hatte. Er sah, wie sie leicht mit dem Kopf schüttelte. Es war ihm durchaus bewusst, dass diese Situation mit Claudia äußerst peinlich war, er hoffte, dass die anderen Gäste im Lokal Claudias Vorgehen nicht bemerkt haben.
Er versuchte ein Gespräch zu beginnen, in dem er Claudia fragte, wie lange sie schon in der Firma war. Geduldig erzählte sie ihm ihre Geschichte und dabei erfuhr er, dass sie verheiratet war, sich die Ehe im Laufe der Jahre aber abgestumpft hatte und jeder seiner Wege ging. Peter verstand, dass Claudia sich nach etwas sehnte. Aber er konnte ihr das nicht geben. Sie gestand ihm, das sie sich in ihn verliebt hatte. Er wollte ihr sagen, dass dies bei ihm nicht der Fall war, aber Claudia ließ ihn nicht zu Wort kommen und malte sich eine Zukunft mit ihm aus. Peter erschauderte bei diesen Worten, fehlte ihm jedoch der Mut offen zu sagen, dass dies nicht sein Ziel wäre. Er beschloss die Flucht nach vorne anzutreten, schaute auf seine Uhr und erklärte Claudia, dass er es für Zeit befand, nach Hause zu fahren. Claudia schmollte etwas, aber sie freute sich bereits auf morgen. Peter zahlte, wobei die Bedienung, so kam ihm vor, etwas wirsch war. Beide standen auf und verließen das Lokal. Bei den Autos wollte Claudia ihn küssen, Peter konnte das nur verhindern in dem er ihr rechts und links ein Bussi auf die Wange gab. „Ich freue mich auf morgen“, rief Claudia über die Autos hinweg, „Ich werde gegen halb drei bei Dir sein.“ Peter nickte nur und verfluchte sich wieder einmal, dass er diesem Besuch zugestimmt hatte.
