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Liebe und Treue gehören zusammen wie Frosch und König. Und wenn Treue nicht vorhanden ist, dann weg mit dem Kerl oder weg mit der Tussi. Der Nächste / die Nächste wird sicherlich schon der Traumprinz / die Traumprinzessin werden! Alles richtig gemacht! Und - fühlen Sie sich nun gut dabei!? Nach diesem Buch ... wird für Sie der Gedanke an Treue noch weiterhin zuckersüß sein, aber für Ihre Liebe keine in Stein gemeißelte Bedingung mehr darstellen! Nach diesem Buch ... werden Sie nicht mehr entweder - oder, sondern sowohl - als auch denken, vielleicht sogar schon fühlen! Nach diesem Buch ... gibt es für Sie keine Verlustängste oder Schuldgefühle mehr. Ihre Liebe wird dann toleranter sein. Ihre Liebe wird nicht mehr im Treuewahn sterben, sondern sich in mehr Liebe ausweiten.
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Seitenzahl: 148
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Liebe stirbt im Treuewahn
Eine harmlose Einleitung:
Eine gnadenlose Einleitung:
Die Einleitung der anderen Art:
Literaturverzeichnis:
Es ist mit Sicherheit das Allerschönste, wenn man mit dem Menschen, den man liebt, für immer zusammen sein darf und sich beide für diese „Ewigkeit“ treu bleiben. „Liebe stirbt im Treuewahn“ scheint somit auf dem ersten Blick ein Widerspruch zu sein und müsste eigentlich heißen: „Liebe lebt in Treue“. Aber der Titel ist bewusst so gewählt, wie er da steht – mit der Überzeugung, dass es sich genauso verhält. Denn im „wahren Leben“ halten eben die meisten Beziehungen nicht ewig, und Menschen sind sich nicht ewig treu. Und wenn es zu einer Trennung kommt, dann ist der Schmerz für denjenigen oder diejenige, der oder die diese Trennung nicht wollte, unendlich grausam. Und wenn es vorher noch „ewig vereint“ geheißen hatte, heißt es ab jetzt für immer und ewig „nie mehr vereint“. In Worten: NIE MEHR!
Es sei denn, man sieht im Vorfeld „Treue“ als einen „unrealisierbaren Wahn“ an und erfindet Beziehungen völlig neu. Frei nach dem Motto: Ewig verbunden – aber eben nicht ewig treu, weil es höchst wahrscheinlich nicht funktionieren wird.
Jetzt bin ich quasi schon mitten im Thema, aber ich möchte Sie im Vorfeld mit einer, nun ja, sagen wir `mal, witzig gestalteten Einführung für das so wichtige Thema sensibilisieren:
Die beste Voraussetzung einen Menschen hassen zu lernen, erreicht man, indem man sich vorher in diesen Menschen verliebt und eine dauerhaft feste und ausschließliche Beziehung mit ihm wünscht. Zweite Voraussetzung ist: Es handelt sich rein zufällig nicht um eine Märchenprinz / -prinzessin – Beziehung: Sehen – verlieben – einige Probleme, die sich zwischen die Beziehung stellen, umhauen, heiraten und ewig bis zum Lebensende glücklich zu zweit sein.
In allen übrigen Beziehungen, die wahrscheinlich nur noch 0,01% ausmachen und Sie sich fragen: „ Warum habe ausgerechnet ich diese Beziehung erwischt“ wird sich höchst wahrscheinlich früher oder später eine dritte Person mischen. Nur um Sie zu ärgern, oder haben etwa Sie diese dritte Person ins Spiel gebracht!? Wie dem auch sei, es werden auf jeden Fall einerseits Schuldgefühle und andererseits Angst vor dem Verlassenenwerden, kurz: sehr unangenehme Gefühle, derart auf Hochtouren kommen, dass am Ende Hass übrig bleiben wird. Mit etwas Glück könnte sich das negative Gefühl auf lebenslange Verachtung beschränken.
Und glauben Sie mir, die dritte Person wird kommen; sie können heiraten, Kinderkriegen (1, 2,3 - Scheidungskinder), den Partner / die Partnerin einsperren, ständig kontrollieren, durch den besten Detektiv der Stadt unter Dauerbeschattung stellen, ausschließlich dieselben Freunde oder doch lieber unterschiedliche Freundeskreise haben, stets die gleichen Hobbies (gähn, schon wieder Fußball gucken) oder möglichst unterschiedliche Interessen haben (geh’ Du ruhig zum Tanzen) – am Ende klingelt es an der Tür und – verdammt, wie gut kann denn der Staubsaugervertreter aussehen, „ach, könnten sie noch im Schlafzimmer staubsaugen, aber langsam und gründlich!?“ Während der Partner im Zug auf dem Weg zur Arbeit einfach nicht weiß, wie er seine gierenden Blicke von der blonden Fahrkartenkontrolleurin lassen kann. “Ich gebe Ihnen alles, was Sie wollen, ach, meine Fahrkarte!? Ja, wo habe ich sie denn bloß…“ Das Böse ist immer und überall.
Nun gut, wenn es soweit ist, könnte man ja immer noch eine von den Personen (egal welche) erschießen, finanziell ausbluten lassen, Spott und Hohn aussetzen und / oder andere verschiedene fantasievolle Dinge tun. Man könnte die ganze Welt scheiße finden und alles kurz und klein schlagen, man könnte in eine endlos tiefen Depression fallen – halt so was, was so etwa alle in dieser Situation, mehr oder weniger ausgeprägt, machen würden.
Sollte man dies aber nicht tun wollen, benötigt man sinnvolle Alternativen. Ach ja, das trifft sich gut, haben Sie doch gerade ein entsprechendes Buch in der Hand.
Natürlich können Sie weiterhin sagen, alles Blödsinn – ich warte auf meine Traumprinzessin oder wenn die rosarote Brille nicht gerade griffbereit ist – wenn die Beziehung Probleme macht, nehme ich eins von den oben genannten Instrumenten (Axt, Gewehr, Topanwalt, selbst den Strick oder Freiflug von der zwanzigsten Etage auf lecker Asphalt). Oder Sie probieren einfach mal die, in diesem Buch beschriebene Methode aus, oder denken sich selbst eine sinnvolle Beziehungsalternative aus oder, wenn alles scheitern sollte, bleiben letztendlich lieber allein.
Oder leben doch das so normale Leben (gähn): Liebe – Hass – Liebe – Hass – usw., Sie wissen schon – und nach dem Tod erscheint Ihnen im verheißungsvollen Licht ein Engel, der Ihnen zuflüstert: „Hey, ich bin Dein Seelenpartner“. Und sie lächeln leicht und sagen sich noch völlig erschöpft, aber irgendwie glücklich: „Endlich“. Und gemeinsam durchschreiten Sie das Himmelstor. Und am Tor steht – verdammt noch mal, können Engel denn so schön sein – jau, richtig, der perfekte Engel. Und entweder Sie oder Ihr gerade noch als „Seelenpartner“ vorgestellter Seelenpartner, schnappt sich diesen wunderbaren Engel und spielt mit ihm – sagen wir mal – Harfe. Das Böse ist immer und überall. Halleluja.
Und die Moral der Geschicht: Glauben Sie mir nicht, besorgen Sie mir lieber meine Märchenprinzessin!!!
Nun, sind Sie für das Thema bereit, oder brauchen Sie vorab noch die Einleitung der harten Worte?
In dieser Einleitung stelle ich Ihnen die Grundfaktoren vor, die uns Menschen (oder konkreter gesagt: uns Egos) beeinflussen. Nur, wenn wir tatsächlich genau hinschauen, sieht alles nicht mehr lustig, romantisch schon gar nicht, sondern tatsächlich brutal aus:
Der Mensch: Bestimmt durch eine Vielzahl unterschiedlicher Hormone, die Einflüsse auf sein Handeln haben. Beherrscht von Bedürfnissen, tief eingewurzelten Reaktionsmustern und unbewussten Verhaltenstechniken. Ein Wesen, welches auf sich allein gestellt ist, aber doch auf die Kommunikation mit anderen Menschen und seiner Umwelt angewiesen ist.
Die Welt: Eine sich im ständigen Fluss befindliche Umgebung, nichts bleibt, wie es war – alles ist im Begriff des stetigen Wandels.
Das Leben: Allgemein betrachtet von lediglich zwei Urinstinkten bestimmt: Fressen und fortpflanzen! Das menschliche Leben ist zudem durchzogen mit einer Unzahl an Verpflichtungen, allein schon für das tägliche Überleben. Immer mit der Gewissheit (latent oder bewusst), dass die Tage auf Erden gezählt sind. Alles was lebt, ist bereits im Begriff zu sterben.
Die Beziehung zum Anderen: In der Not, auf Kommunikation angewiesen zu sein, sich immer wieder an die Mitmenschen anzupassen, zu dominieren (wenn möglich), sich zu unterwerfen (wenn nötig). Strategien zu entwickeln, um eine menschliche Beziehung zu halten, zu gestalten, zu beeinflussen, bestenfalls zu lenken.
Die Liebe: Eine gigantische Energie, die durch uns fließt, aber nicht von uns ist. Derart mächtig, dass sie Verbindungen zwischen zwei Menschen knüpft (nein, das falsche Wort) – quasi einbrennt, die vom Mensch aus eigener Kraft nicht mehr gelöst werden kann. Wunderschön, aber unberechenbar (sie ist auch durchaus in der Lage, mehr als zwei Menschen zu treffen) – und auch unendlich grausam (sie kann von jetzt auf gleich wieder erlöschen und sehr oft nur bei einem Menschen, während es den anderen noch voll in ihrem Bann haben kann).
Der Tod: Die kompromisslose Macht. Sie trennt endgültig den Menschen vom Leben. Völlig unbeeindruckt, ob er mit anderen Menschen in Liebe stand oder nicht. Den scheinbar Guten und den scheinbar Schlechten gleichermaßen. Manchmal völlig unerwartet, manchmal den Menschen lange leidend lassen – aber garantiert immer – ohne Ausnahme.
Das Ego: Das eigentliche Ich im Menschen. Es lebt in dem von Hormonen geprägten Menschen, in der sich ständig wandelnden Welt, lebt das Leben, gespickt mit endlosen Verpflichtungen, konfrontiert mit dem lebensnotwendigen Bedürfnis nach Beziehungen, unter dem Einfluss, jederzeit von der Liebe durchströmt zu werden und die Kontrolle zu verlieren – und mit der Gewissheit, jeden Moment, von jetzt auf gleich, nicht mehr seiend zu sein. Und was erzeugt dies alles im Ego, im Ich Bewusstsein eines Menschen: ANGST – Angst, Angst und noch einmal Angst!!!
Und was bewirkt unendliche Angst? Ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle, nach Sicherheit! Kontrolle und Sicherheit für das eigene Leben, Kontrolle und Sicherheit bezogen auf die Beziehungen mit anderen Menschen und vor allen Dingen – Kontrolle und Sicherheit bezogen auf den Menschen, mit dem man durch diese unbegreifliche Energie namens Liebe so tief verbunden ist! Dieser Mensch, mit dem man so tief verbunden ist – sein eigenes Fühlen, Tun und Handeln so sehr auf ihn ausgerichtet ist, die Verbindung, die man nicht imstande ist, selbständig wieder zu lösen – bedarf der ganz besonderen Kontrolle, für die eigene Sicherheit, für das eigene „Sich wohl fühlen“. Kontrolle über einen Menschen, der den oben genannten gigantischen Einflüssen selbst ausgeliefert ist – für uns darf er nicht mehr beeinflussbar sein – er muss statisch, berechenbar und eben kontrollierbar sein!
Der Starke kontrolliert notfalls mit Stärke, wenn es sein muss, beugt er den anderen, mit Verhaltensvorgaben, notfalls mit Schlägen oder Herabwürdigungen.
Der Schwache kontrolliert mit seiner Hilflosigkeit, wenn es sein muss, beugt er den anderen mit seiner Traurigkeit, erdrückt den anderen mit einem schlechten Gewissen.
Der Verdrängende kontrolliert mit seiner Ignoranz, wenn es sein muss, beugt er den anderen, in dem er so tut, als ob alles in Ordnung ist und wenn nichts in Ordnung ist, nötigt er den anderen, Änderungen im Geheimen vorzunehmen und wird selbst Änderungen im Geheimen vornehmen.
Der all zu Realistische kontrolliert, indem er in Zeiten des Höchstgefühls alles beendet, bevor es der andere tut.
Letztendlich entscheidet die Angst, wenn die Kontrolle außer Kontrolle gerät, entweder – oder. Entweder ich kriege alles wieder unter Kontrolle oder ich beende die Beziehung. Und der Andere denkt genau so. Eine zeitlang geht alles gut – dann ereilt uns das ODER. Wir spielen TOD – wenn die Beziehung nicht mehr ist, wie sie für uns sein sollte – dann lehnen wir diese Beziehung komplett ab. Dann ist diese Beziehung für uns tot.
Der TOD, die so sehr gefürchtete, erbarmungslose und kompromisslose Macht - und wir Menschen, die wir mit so vielen Überlegungen, Ideen und Kompromissmöglichkeiten tausend andere Möglichkeiten zur Wahl hätten – reagieren mit dem naiven Instrument „sein oder nicht sein“ – handeln aus purer Angst ohne zu überlegen, ob es auch noch Möglichkeiten für ein „sowohl als auch“ geben könnte – und vertiefen dadurch unsere Angst – und die Angst führt uns immer schneller zu „Entweder – oder“ Entscheidungen – ein Teufelskreislauf, nein eher eine Teufelsspirale, die uns immer tiefer in den Todessumpf führt …
Ende der gnadenlosen Einleitung …ja, und dieses Buch soll Hilfe geben, um endlich sagen zu können: STOP!!!! Ich will nicht mehr von Angst, Kontrolle und Tod beherrscht werden! Ich möchte mich selbst aus meinem Käfig der Angst befreien, die Kontrolle aufgeben und die Zeit der Liebe genießen – und wenn es den Tod schon geben muss, nicht noch selbst, wie der Tod entscheiden!
Versuchen Sie die Liebe so zu verstehen: Liebe verbindet Menschen (oder genauer gesagt: ICHs), die im Moment der Verbindung optimal zusammen passen, um bei ihren selbst vorbestimmten Lebensaufgaben voran zu kommen – und dies in einer harmonischen Umgebung. Aber seien Sie sich auch im Klaren: Liebe verbindet im Jetzt und hat nicht den Anspruch, dass diese Verbindung, auf die Zukunft gesehen, die optimale Verbindung bleiben muss. Vielleicht ist es erst der erste sinnvolle Schritt und später bedarf es einer anderen Verbindung. Und dass die Verbindungen exklusiv sein müssen, verlangt die Liebe schon gar nicht. Vielleicht hat ein ICH so komplexe Lebensaufgaben, dass eine optimale Verbindung gar nicht mit nur einem anderen ICH möglich ist, sondern dass es einer Verbindung mit zwei unterschiedlichen ICHs bedarf. Doch allein aus dem Grund, dass die Liebe ICHs zusammen führt, die sich gegenseitig in Harmonie weiter entwickeln können, sollte sie auch als ewige Verbindung angesehen werden. Zeigt sich während einer Beziehung, dass beide ICHs gleichzeitig das Optimum ihrer Entwicklung erreicht haben, könnte daraus tatsächlich eine dauerhaft feste und ausschließliche Beziehung werden. Besteht jedoch bei beiden oder aber auch nur bei einem ICH weiteres Entwicklungspotenzial, das eine andere Beziehung besser voran bringen kann – wird die Liebe (wenn sie dabei nicht gestört wird), eine neue Verbindung organisieren. Nur, und das ist ganz wichtig, eine neue Verbindung – nicht anstelle der alten – sondern als Erweiterung – und somit als „Sowohl als auch“! und nicht als „Entweder/Oder“. Wenn die letzte Beziehung aufgelöst würde, um eine neue zu beginnen, wäre es, als ob man einen „Aufbaukurs“ belegen und sich gleichzeitig des „Grundkurses“ entledigen würde. Wie sollte man bei solch einem Handeln den Aufbaukurs (wobei hier mit Aufbaukurs keine Gewichtung zum Grundkurs gesehen werden soll) erfolgreich durchlaufen können, die neue Beziehung wäre schon im Keim zum Scheitern verurteilt.
Erkennen Sie, dass jede Beziehung in Ihrem Leben wichtig war und auch immer sein wird und aus diesem Grund auch niemals komplett aufgelöst werden sollte. Ab der Mitte des Buches geht es quasi nur noch darum: Wie kann ich alles integrieren, damit es als Ganzes positiv wirkt und nicht in Konkurrenz zueinander steht!
Jetzt könnten Sie natürlich sagen: Hey, ich hatte bislang zehn Beziehungen – wie soll ich die denn bloß alle unter ein Dach bringen! Ich sage Ihnen (um bei den vorherigen Bildern zu bleiben): Sie hatten nur aus dem Grund bislang zehn Beziehungen gehabt, weil Sie sich im Aufbaukurs Ihres Grundkurses entledigt hatten. Somit hatte sich für Sie auch der Aufbaukurs schnell erledigt, und Sie mussten wieder eine Beziehung im Grundkurs beginnen. Und da Sie immer wieder gleich gehandelt hatten, hatten Sie auch immer wieder von vorne anfangen müssen. Im übrigen seien Sie froh, dass die Liebe für Sie stets etwas passendes gefunden hat – bei vielen ICHs ist die Frustrationsgrenze so niedrig, dass bereits nach einer oder zwei Beziehungen nichts mehr läuft und sich das ICH so quer stellt, dass die Liebe keine Grundkursbeziehungen mehr herstellen kann.
Ups, dass war schon alles zu hart für Sie? Nun gut, kommen wir zum dritten und letzten Vorwort – dem Vorwort, welches mit dem Thema scheinbar gar nichts zu tun hat:
Hätte Eva nicht in den Apfel gebissen, wären wir alle im Paradies geblieben. Na, na, na, wer wird denn gleich – was nützt ein paradiesisches Leben, wenn wir uns dessen nicht bewusst sind? Ich hätte den Apfel vom Baum der Erkenntnis nicht nur angeknabbert, ich hätte ihn aufgegessen.1 Oder anders – stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten eine einmalig schöne Kindheit genossen. Vielleicht kaum vorstellbar, aber wenn Sie doch soviel Vorstellungskraft besitzen sollten – wären Sie jemals von Zuhause ausgezogen? Sicher wären Sie es, die Welt eigenverantwortlich und voller Neugier selbst entdecken – wer will schon in einem „goldenen Käfig“ verharren!?
Aber die ewigen Kriege, Tod und Elend, und wir können nur hilflos zusehen. Warum lässt Gott so etwas zu? Dieses Gefühl der Hilflosigkeit, kommt Ihnen das nicht auch von woanders her sehr bekannt vor? Haben Sie nicht auch schon einmal einen Alptraum gehabt, in dem Sie sich völlig hilflos vorkamen? Und irgendwann wachten Sie wieder auf – noch leicht benommen, aber im Endeffekt glücklich, dass alles nur ein böser Traum war. Und – vielleicht träumen Sie Ihr Leben zurzeit auch nur; vielleicht haben Sie Ihren „goldenen Käfig“ nur zu weit verlassen, haben sich verlaufen, sich von der Außenwelt zu sehr beeinflussen lassen und finden momentan einfach nicht mehr nach Hause zurück? Und wenn Sie den Weg nach Hause endlich wieder gefunden haben und endlich wieder Zuhause sind – dann werden Sie mit Sicherheit irgendwann einmal wieder nach draußen wollen – zurück zu neuen Abenteuern. Denn, wenn Sie in der Lage sind, regelmäßig nach Hause zurückzukehren, werden Sie jedes Problem, jedes „Schicksal“ lediglich als positiven Stress ansehen, als Herausforderung – eben als Abenteuer.
Und jetzt wieder zum Thema zurück: Vielleicht sind Sie gar nicht ein Mensch, oder besser gesagt, ein Ego, welches ein anderes Ego für die Liebe sucht. Vielleicht sind Sie in Wahrheit gar ein Teil der Liebe selbst, die Liebe (das Zuhause), die sich selbst sucht – und Ihr Ego und das andere beteiligte Ego (oder nach diesem Buch … die anderen beteiligten Egos) stellen die Außenwelt dar, die der Suche der Liebe zu sich selbst einfach nur im Wege stehen. Die Egos stehen mit ihren Ängsten und Bedürfnissen derart im Wege, dass sich die Liebe wohl findet, so dann aber ständig von den beteiligten Egos derart zerrieben wird, dass sie sich letztendlich wieder verlieren muss! Und dann beginnen sich die Egos gegenseitig die Schuld zu geben: „Du bist Schuld, dass die Liebe weg ist!“ „Nein Du!“. Bleiben wir bei der Kurzform der Schuldzusprechung; die Langform haben Sie sicherlich schon einmal durchlebt. An dieser Stelle ein kleines Gedicht:
Wenn von all der Liebe zu einem Menschen, die war
nichts übrig bleibt, als nur die Erinnerung -
dann war sie nie wahr, sondern bloß ein Traum!
Liebe ist lebendig und wer dies spüren möchte,
der hält seine Beziehungen lebendig
In welcher Form sei jedem selbst überlassen
Hauptsache - er will das Träumen lassen
Aber bevor Sie weiterlesen, genießen Sie in aller Ruhe erst einmal einen Apfel – essen Sie ihn ganz auf!
1 vgl. Christa Mulak, Wurzeln weiblicher Macht, S.142 ff., 1.Auflage, München 1996
