Liebenswerte Beziehungsformen - Helmut Stojan - E-Book

Liebenswerte Beziehungsformen E-Book

Helmut Stojan

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Beschreibung

Alle Lebewesen befinden sich von Geburt an in Beziehungen. Doch sind wir Menschen heute noch fähig, dieser Tatsache liebevoll gerecht zu werden? Sind unsere Beziehungen wirklich L(i)ebenswert? Gibt es Kompetenzen für den Liebesaustausch? Können wir ohne diese dauerhaft, glücklich in Beziehung leben? Was sind die wahren Werte der Liebe? Auf welche Weise können wir Beziehungen klären und Beziehungen klar leben? Wer sind wir als Lebewesen und können wir uns selbst lieben? Wie kann ein Mensch, der vier "gescheiterte Ehen" hinter sich hat, ein Buch über die feinen Werte der Liebe schreiben?

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Seitenzahl: 215

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsangabe

Vorwort „Der Skorpion und das Flusspferd“

Einleitung & erste Grundinformationen

Etwas Neues beginnt!

Übersicht über den Aufbau eines Menschen

Wer bin ich?

Ursprüngliche Kompetenzen von Frau & Mann

Wir Menschen leben bewusst. Stimmt das?

Das falsche Ego und andere Bedingtheiten

Eigenliebe, unsere wichtigste Grundlage

Grundvoraussetzung einer Beziehung

Beziehungen klären und klar halten

Abwicklungshilfe Unterbewusstsein

Der übliche Ausgangspunkt - Beziehungs-Chaos

Mögliche Formen unserer gelebten Beziehungen

Wo genau stehe ich jetzt?

Zeit für eine Inventur?

Was genau sind Meine Erwartungen im Leben?

Erwarten Sie Ihr Glück, aber nichts von anderen Menschen

Wer soll uns so bedingungslos lieben?

Karma oder Schicksal, gibt es das?

Unterschiede zwischen Religiosität und Spiritualität

Liebe ist überall gegenwärtig, in jedem Moment

Muster, oder alte Gewohnheiten

Geben Sie sich der Liebe hin, nicht den Menschen

Die 5 Grundformen der Beziehung & Aspekte

Die neutrale Beziehungsebene

Beispiel einer praktischen Anwendung zur Umwandlung

Die dienende Beziehungsebene

Die freundschaftliche Beziehungsebene

Die elterliche Beziehungsebene

Gut und das Gegenteil davon: Gut gemeint

Die liebevoll-erotische Beziehungsebene

Hausaufgabenhilfe-Arbeitsheft

Inventur ganz praktisch

Ihr Fundament für ein neues Leben

Inventur Teil II

Danksagung

Vorwort

Als mich Helmut fragte, ob ich das Vorwort zu diesem Buch schreiben wolle, dachte ich an weitaus qualifiziertere Personen dafür. Warum fragte er denn gerade mich? Auf meine Nachfrage hin äußerte er den Wunsch, das Vorwort von jemandem mit persönlichem Bezug zum Inhalt des Buches schreiben zu lassen.

Hierzu fiel mir eine kleine Geschichte ein:

Ein sehr giftiger Skorpion und ein Flusspferd trafen sich am Ufer eines breiten Flusses. Beide wollten den Strom überqueren. Der Skorpion fragte das Flusspferd, ob es ihn auf dem Rücken mit zur anderen Seite nehmen könnte. Das Flusspferd dachte kurz darüber nach und antwortete: „Ich bin doch nicht lebensmüde, nachher stichst du mich, wenn wir im Wasser sind.“

Der Skorpion erwiderte: „Das wäre doch dumm von mir, denn dann würden wir ja beide ertrinken.“ Das Flusspferd äußerte noch etwas detaillierter seine Ängste, doch der Skorpion hatte immer plausible Erklärungen.

So ließ sich am Ende das Flusspferd darauf ein, ihn auf seinem Rücken mit überqueren zu lassen. Mitten im Fluss stach der Skorpion plötzlich zu. Überrascht rief das Flusspferd: „Warum tust du das? Jetzt müssen wir beide sterben.“ Der Skorpion hatte keine Erklärung.

Diese Geschichte zeigt zwei Aspekte unserer menschlichen Natur.

Bewusst, haben wir oft sehr gute und logische Pläne, doch unsere unbewusste (wirkliche) Natur, lässt die Umsetzung einfach nicht zu. Aus der Erzählung wird deutlich, dass der Skorpion es anfangs gut meinte. Doch aufgrund der Bewusstseins-Unterdrückung seiner wahren Natur, ertranken am Ende beide.

Wir verleugnen manchmal unser wirkliches Selbst und wollen eher einem Bild entsprechen, das andere von uns haben könnten.

Aus dieser Verhaltensweise entstehen so Muster, die sich dann als scheinbar eigene Charakterzüge etablieren. Durch dieses Buch habe ich wertvolles Grundwissen über Verhaltensweisen und Beziehung erhalten, welches mir so deutlich und auf so eine angenehm-einfache Art noch nie vermittelt wurde.

Auch konnte ich erkennen, dass ich Verhaltensmuster in mir trage, die ich vorher als einen Teil von mir wahrgenommen habe. Ich durfte die Erfahrung machen, dass das Schwierigste an dieser Arbeit war, ehrlich zu mir selbst zu sein. Die Veränderung dieser Muster war tatsächlich einfacher als ich anfangs annahm.

Ich durfte durch das offene, aber liebevolle Spiegeln meiner Beziehungen durch Helmut, einige meiner bisherigen Beziehungen jetzt aus einer anderen Perspektive betrachten. Dies brachte mir viele „Aha-Momente“. Es geht in dieser Arbeit an uns selbst nicht um Bewertung, sondern vielmehr darum, die Dinge sein zu lassen, was sie sind.

Bisher habe ich Unangenehmes in Beziehungen auch gerne für mich behalten und „geschluckt“, aus Angst den anderen zu verletzen. Nun durfte ich erkennen, dass Klarheit beide Seiten befreit.

Daher war es für mich das größte Geschenk, die fünf Beziehungsformen kennenzulernen, sowie meine Beziehungen zu ordnen und aktiv zu verändern.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mehr zu mir gefunden habe und dadurch weitaus entspannter und zufriedener lebe.

Ich wünsche jedem Leser dieses Buches, dass er Zugang zu diesem Wissensschatz findet und dadurch wundervolle Erfahrungen sammelt.

Daniela Valder

Einleitung + erste Grundinformationen

Wir alle leben von Geburt an in verschiedenen Beziehungen, ob wir wollen oder nicht. Wäre Es da nicht von Vorteil, wenn wir wüssten wie das auf Dauer erfolgreich funktionieren kann? Wie bitte, tun wir? Ja davon ging ich auch einmal aus. Außerdem hatte ich für den Notfall ja noch so viele Freunde und die wussten natürlich auch alle genau, wie Beziehung geht. Lachen ist erlaubt. Nehmen wir uns am besten nicht ständig so ernst und lachen auch mal über uns selbst. Humor ist eine unserer Goldmünzen aus dem „Schatz“ für glückliche Beziehungen.

Eine Scheidungsrate sagt zwar noch nicht unbedingt etwas über die grundsätzlichen Charaktere der entsprechenden Völker aus, doch sie macht zumindest nachdenklich, ob wir wirklich so kompetent sind. Sollten wir in diesem Zusammenhang die gewohnten Aussagen & Informationen, Formen und Vorgehensweisen unserer Vorfahren etwa hinterfragen? Womöglich neu über die Gestaltungsform einer langfristigen Beziehung in der heutigen Gesellschaft nachdenken?

Es gibt immer mehr außereheliche Beziehungen, es gibt lockere Formen, in denen man sich hier und da mal trifft und nicht unbedingt miteinander wohnt. Wir probieren neue Arten von Beziehungen aus. Funktionieren die besser? Sind unsere Formen des Miteinanders einfach nur aus der Mode gekommen, unpraktisch oder zu konservativ?

Liegt es an diesen Formen oder sind es eher inhaltliche Punkte einer Beziehung, die immer wieder Chaos verursachen? Vielleicht sind Beziehungen nur zu komplex und man muss gewisse Aspekte einfach voneinander trennen? Sind es eventuell die Personen, die verantwortlich gemacht werden können? Vielleicht sind es aber auch unsere äußeren Umstände, die sich so negativ auf unsere Beziehungen auswirken? Schließlich leben wir in einer Welt, die immer mehr Anforderungen an uns stellt. Wo genau sind die Ansätze? Möglicherweise gehen wir auch einfach zu selbstverständlich davon aus, dass wir wissen, wie Beziehung geht?

An dieser Stelle habe ich einige Fragen an Sie, die Sie sich stellen sollten, falls Sie mehr von Beziehungen erwarten, als der Durchschnitt unserer Gesellschaft. Sind Sie wirklich glücklich in Ihren Beziehungen mit Ihren Lebenspartnern, Eltern, Freunden usw.? Oder sind Sie nur „Zufrieden“, also haben Ihren Frieden mit der Situation (soweit möglich) geschlossen? Würden Sie manchmal gerne dem „Einen“ oder der „Anderen“ mal sagen, was Sie wirklich denken? Würden Sie sicher gerne von Zwängen in Beziehungen frei machen?

Sind Sie aufrichtig Ihnen selbst gegenüber, oder versuchen Sie dem zu entsprechen, was andere Menschen in Ihrem Umfeld von Ihnen erwarten könnten? Sind Sie wirklich so beziehungsfähig, wie Sie es von sich annehmen, oder leben Sie etwas nach, dass Ihnen seit Generationen bekannt ist. Leben wir eigentlich noch in der Eigenverantwortung, oder versuchen wir gesellschaftlich mit zu schwimmen? Haben wir die nötige Aufrichtigkeit als Basis für wahres Beziehungsglück?

In diesem Buch versuchen wir einfach einmal, das ganze Thema etwas zu beleuchten und Anregungen zu finden, die uns weiterhin Motivationen bieten, in Beziehungen zu bleiben oder gar neue zu beginnen, außer der hinreichend bekannten Grund-Motivation, dem Sex. Ja, wir dürfen durchaus mit Humor und Offenheit an dieses Thema herangehen.

Humor ist eine Eigenschaft, die nicht nur in Beziehungen gepflegt werden sollte. Oft habe ich den Eindruck, dass wir uns und unser Tun ein wenig zu ernst nehmen und dabei das entspannte Leben und das Lachen über uns selbst einbüßen. Dennoch ist die Thematik natürlich mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit anzugehen. Jede Zeile in diesem Werk ist von Wichtigkeit und versucht eine persönliche Verwirklichung eines Aspektes der Liebe zu transportieren. Es sollte ein kleines Büchlein werden, das aber alles in sich trägt, um sicher zum gewünschten Ergebnis zu gelangen. Beziehungsglück oder Liebe XXL in jeder Beziehungsform! Es war also wichtig, wegzulassen.

Es ist in etwa wie konzentriertes Spülmittel: Nehmen Sie weniger auf einmal! Sich eigene Beispiele zu dem Gesagten zu bilden, ist auch eine Art der Vertiefung. Dieses Konzentrat hält lange. Das bedeutet, lesen Sie dieses Buch ruhig immer wieder mal, denn es ist unmöglich alle Informationen bei einmaligem Lesen zu verinnerlichen. Studien zufolge bleiben beim ersten Lesen nur etwa 3% hängen.

Wichtige Themen sollten wiederholt werden, so können sie später zu Verwirklichungen führen, also zu angewandtem Wissen. Wundern Sie sich daher nicht, wenn es in diesem Werk zu Wiederholungen kommt. Die erste Priorität ist hierbei, dass wir schnell weiterkommen und nicht die literarische Qualität des Buches. Einen Ruf habe ich zum Glück nicht zu verlieren, das macht frei. Eigentlich ist es eher so, dass ich mir das Werk von der Seele schreiben muss.

Es war mir nicht vergönnt, zu studieren und Deutsch war definitiv nicht eines meiner Lieblingsfächer. Erwarten Sie also kein perfektes Werk im literarischen Sinne. Meine Mittel sind im Moment begrenzt, somit habe ich mir den einfachsten und kostengünstigsten Weg gesucht diese, meiner Meinung nach äußerst wichtigen Informationen, in Buchform mit anderen zu teilen. „Besser ein fehlerhaftes Buch, als keines.“ So sehe ich das ganz pragmatisch.

Der Illusion, in einem „Taschenbuch“ alle Aspekte hinreichend zu behandeln, habe ich mich nicht hingegeben. Wenn zumindest eine Grundstruktur für das Beziehungsleben klar herausgestellt werden kann, so ist das sicherlich schon eine große Hilfe. Es ist natürlich auch wichtig, ein solches Thema in seiner entsprechenden Tiefe anzugehen. Doch was ist Seriosität ohne Humor? Lassen Sie uns also gemeinsam schmunzeln und gleichzeitig der Sache auf den Grund gehen!

Laut „Sigmund Freud“ ist die Motivation der Menschen nur eine einzige: Die Sexualität! Wobei Freud das nicht nur auf Beziehungen anwendet, sondern auf alle Aspekte des Lebens. Es ist davon auszugehen, dass wir sehr viele Dinge nur tun, um eine/n Partner/in zu gewinnen. Sexualität ist ein natürliches Grundbedürfnis aller Lebewesen und doch teilweise so übertabuisiert. Tatsache ist jedoch, dass Freud richtig liegt. In unserer Gesellschaft gibt es die eine große Grundmotivation, den Sex und die damit verbundene, erweiterte Balz. Das schicke - beindruckende Fahrzeug, die Brustvergrößerung und so viele kleinere Beispiele wie Parfüm, Makeup und Schmuck zeigen deutlich, für wen oder was man sich herausputzt. Ständig sind wir in der aktiven Umwerbung. Doch auch dies ist nur ein Aspekt des ganzen Themas.

Sexualität ist für uns Menschen nicht nur ein Weg sich fortzupflanzen, der sinnliche Genuss steht heute dabei gerne im Vordergrund. Doch ist dies ein Fortschritt? Ist das Leben chaotisch oder ist mit den natürlichen Beziehungsarten ein höheres Ziel anvisiert? Leben wir um zu lieben oder für die Arbeit? Man könnte hier die Frage stellen, was denn überhaupt der tiefere Sinn des Lebens sei. Nicht vergessen, es darf geschmunzelt werden.

Nun darf jeder Mensch das selbst bestimmen, doch eine übereinstimmende Tatsache bleibt: Wir alle wollen geliebt sein und lieben. Alleine der aktive und intensive Liebesaustausch kann uns langfristige Zufriedenheit schenken. Hiermit möchte ich jedoch nicht den sexuellen Genuss ohne Liebesbeziehung propagieren, denn dieser hat mit bedingungsloser Liebe und Hingabe nichts zu tun. Soll ihn leben wer möchte, meiner Erfahrung nach führt Sex ohne tiefe Liebe letztlich in eine unangenehme Richtung.

Aktive Sexualität ist jedoch ein Teil einer gesunden partnerschaftlichen Beziehung zwischen Mann und Frau. Oft ist auch ein Kinderwunsch mit solch einer Partnerschaft verbunden. Somit haben wir es hier mit einem ganz natürlichen Bestandteil einer Liebesbeziehung zu tun. So manches Mal wird dieser Aspekt allerdings zu sehr in den Vordergrund gestellt und es wird allzu gerne bei der Partnerwahl nach diesen Basiskriterien entschieden. Es ist klar, dass in diesem Moment das bittere Ende schon abzusehen ist.

Sobald der Partner den sexuellen Ansprüchen nicht mehr genügt, wird er ersetzt. Das ist heute gängige Praxis. Dies ist selbstverständlich nicht der natürliche Sinn dieser Tätigkeit. Es geht hierbei um wesentlich mehr, doch das werden wir im Folgenden zusammen auf der „Schatzkarte“ herausfinden.

Ginge es hierbei nur um den groben Genuss der Körper, dann wäre es kein Wunder, dass Frauen oft versuchen, mit allen Mitteln schön und jung zu wirken. Sie wollen nicht verlassen werden. Männer versuchen ihre Balz erfolgreicher zu gestalten, indem sie „große Auftritte“ haben. Im Grunde ist es lustig, wenn wir es von außen betrachten, doch oft steckt in den Köpfen die Angst dahinter, keinen geeigneten Partner zu finden. Doch was immer man aus der Motivation Angst heraus angeht, zieht das entsprechende negative Thema geradezu an.

So wird es dann auch bald zu einer materiellen Tatsache. Wenn ich also aus Angst heraus abgewiesen zu werden handle, rufe ich diesen Umstand geradezu in mein Leben. Das Gesetz der Anziehung sagt aus, dass ich das, über was ich beständig & intensiv mit Emotionen meditiere (meine Aufmerksamkeit ausrichte), früher oder später in mein Leben ziehe. Es ist nur eine Frage der Zeit. Also beschäftige ich mich besser gedanklich mit den Dingen, die mich glücklich machen.

Es gibt natürlich Beziehungs-Motive, die weitaus mehr mit der Romantik verknüpft sind. Es gibt aber auch Motive, die nicht wirklich mit Liebe zu tun haben, sondern eher auf einer Geschäftsebene abgewickelt werden.

Dann gibt es da noch Abhängigkeits-Verhältnisse psychischer Natur. Manchmal werden eine Mutter-, eine Vaterfigur, oder andere Verwandte als Ersatzformen in diesen gelebten Partnerschaften gesucht. Dies geschieht meistens alles weitgehend unbewusst.

Als Beispiel: Ein Paar lebt zusammen, beide gehen arbeiten, Er geht davon aus, dass Sie für den Haushalt zuständig sei und setzt sich in der „Freizeit“ lieber vor den Fernseher oder Computer, als Ihr aus Liebe heraus zu helfen. Bei Mama war das schließlich auch so. Das ist keine partnerschaftliche Beziehung. Er benimmt sich so, als wäre Er noch bei Mama, also wie ein Kind. Das ist nur ein kleines Beispiel, es gibt so viele verschiedene davon.

In den Familien werden immer öfter natürliche Rollen vernachlässigt. Nehmen wir das Beispiel eines vielbeschäftigten Vaters. Die erstgeborene Tochter hat eine höhere emotionale Anbindung an den Vater. Dies bedeutet auch, dass diese Tochter den Vater als Bezugsperson mehr in Anspruch nehmen sollte. Nun ist die Mutter natürlich für jedes Kind selbst heute noch die „erste Station“ bei allen Bedürfnissen. Wenn dieser Vater in diesem Beispiel, sich also in der Erziehung auf seine Frau stützt und dem Kind nicht selbst die nötige Aufmerksamkeit schenkt, dann gibt es für die Tochter auf Dauer ein Defizit der emotionalen Zuwendung. Das hat später deutlich negative Auswirkungen auf die Entwicklung dieses Kindes.

Sie wird nicht mit dem nötigen Selbstbewusstsein ausgestattet sein und wird somit Aufgaben im Leben nicht so gerecht werden können, wie sie es mit der liebevollen Kraft des Vaters hätte tun können. Sie wird im Inneren das Gefühl tragen, nicht gut oder stark genug zu sein. Heute gibt es sehr viele dieser „Kinder“ in Körpern von Erwachsenen. Solch ein Liebes-Defizit hat schon viele von uns „geschädigt“ oder geschwächt. Ein Kind, welches mit der vollen Aufmerksamkeit und Liebe aufgewachsen ist, hat eine bessere emotionale Grundausstattung und damit auch ein anderes Selbstvertrauen. Sie sehen, es ist nicht einfach „guter Elternteil“ zu sein.

So viele kleine Schäden können im Unterbewusstsein der Kinder entstehen und so kann ein junges Leben von Anfang an beeinflusst werden. Sind es nicht diese Dinge, denen wir unsere Aufmerksamkeit schenken sollten anstatt ständig den Luxusgütern hinterher zu rennen? Was nützt es Kinder zu bekommen, wenn wir uns nicht wirklich auf diese einlassen können?

Bitte verstehen Sie mich richtig, ich mache niemanden Vorwürfe. Es sind meine eigenen Verwirklichungen, von denen ich hier berichte. Das ist keine Theorie! Es ist das echte Leben. Ich selbst habe Kinder und habe Millionen von Fehler gemacht. Doch woher hätte ich es vorher wissen können? Meine Eltern haben es mir noch ärmer vorgelebt, als ich es letztlich selbst umsetzen konnte. Doch auch das ist kein Schuldspruch, denn woher haben Sie es gelernt? Niemand ist hier schuld, es geht nicht einmal um das Thema „Schuld“! Wer jemandem Schuld zuweisen möchte, ist einfach nur zu faul, seinen eigenen Teil zu sehen und daran zu arbeiten.

Männer haben es da oft schwerer und verdrängen gerne im Spiel. Fußball, Computer, Alkohol & Drogen, der Kleintierzuchtverein, die Eisenbahn im Keller, der Oldtimer in der eigenen Garagenwerkstatt, übertriebene Ausübung von Sport und anderen Hobbys, all das hilft, die wesentlichen Themen im Leben nach hinten zu schieben und zu verdrängen. Hier ist es die Aufgabe des Lebenspartners, das beobachtete auch zu äußern und zu mehr Wachstum aufzufordern, sofern dieses Anliegen besteht.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es in der materiellen Welt unendlich viele Dinge zu geben scheint, die genau in diesem Moment jetzt wichtiger sind als das, was uns hilft mehr Liebe zu leben. Meine Erkenntnis kann ich teilen und nur hoffen, dass es Anderen möglich sein wird, aus diesen Erfahrungen noch früh genug zu lernen. Es ist für mich möglich mich mitzuteilen, so als hätte ich von einem vergifteten Brunnen Wasser getrunken. Trinkt dieses Wasser nicht, denn es verursacht viel Schmerzen und Probleme, die müsst Ihr nicht erleiden!

Ignoranz führt dazu, dass wir uns irgendwann so Plötzlich mit dem konfrontiert sehen, dass wir Jahrzehnte nach hinten geschoben haben. Themen, die eigentlich immer wieder einmal angeklopft haben und die wir immer wieder erfolgreich nach hinten verschoben haben. Sie können ganz überraschend in Formen von Schicksalsschlägen vor der Tür stehen. Viele Menschen werden dann auch körperlich krank und können so die Aufgabe nicht mehr verschieben. Es sei denn, in das nächste Leben.

Um solche Dinge im Ansatz zu vermeiden sollten Säuglinge und kleine Kinder sich emotional beachtet und getragen fühlen, damit Sie später körperlich und geistig gesund leben können. Im Grunde fängt der Zeitpunkt dieser Achtsamkeit für werdende Eltern, schon ab der Zeugung an. Die Seele zieht bereits in diesem Moment in das befruchtete Ei ein. „Alles was wir ab diesem Moment sagen, kann und wird später gegen uns verwendet.“ (Humor bewahren) Wenn Eltern als Beispiel sagen, es sollte ein Mädchen geben, doch es wird wohl ein Junge, oder ähnlich unüberlegte Äußerungen von sich geben, dann kann das schon Einfluss auf das spätere Verhalten des Kindes nehmen. Ein Wunschkind hat auch weitaus bessere Chancen gesund aufzuwachsen, als ein unerwünschtes Kind. Tatsächlich sind abgelehnte Kinder besonders schwer betroffen.

Es gibt so viele Möglichkeiten, warum sich ein Kind emotional nicht getragen fühlt. Noch einmal: Das Thema Schuld ist hier nicht gefragt. Es ist nur eine Feststellung, denn was später daraus in unseren „erwachsenen Beziehungen“ entsteht, ist erst richtig interessant. Da gibt es allerlei „kleine Kinder“ die im ausgewachsenen Körper unterwegs sind, um eine bessere Mama oder einen entsprechenden Typ Partner zu finden. Wie gesagt, die Personen selbst sind sich dessen meist überhaupt nicht bewusst. Dieses unbewusste Handeln stellt ein großes Problem dar. Wir leben hier in der Welt der Dualität, um uns zu entwickeln und zu lernen.

Sind wir uns nicht bewusst, dann sehen wir nicht unsere Aufgabe, die gerade in unserem Leben ansteht. Es sind ständig Entwicklungsschritte notwendig, um letztlich im liebevollen Glück leben zu können. Wenn wir uns selbst nicht in der ständigen Spiegelung der Beziehungen erkennen und zum Positiven verwandeln, dann leben wir im Stillstand oder andersgesagt, in der Verdrängung und das ist keine Grundlage für Glück. Es ist also unbedingt erforderlich, dass wir uns über unsere Aufgabe der ständigen Veränderung bewusst sind und den Aufgaben gerecht werden. Ansonsten leben wir wie verletzte Kinder und handeln auch so. Wir spiegeln in diesem Fall ständig unsere Beziehungen zu unseren Eltern in unserer Kindheit, auf andere Personen.

So langsam können wir uns schon einmal ein Bild von dem machen, was tatsächlich in Beziehungen gelebt wird und was Menschen glauben zu leben. Unbewusste oder bewusste Antriebe steuern uns in das vermeintliche Beziehungs-Glück. Wir sehen, es gibt viele verschiedene Motive auf deren Grundlage sogenannte Liebes-Beziehungen geführt werden. Ähnlich wie im Namen Gottes viele Schandtaten begangen wurden und werden, so werden im Namen der Liebe Beziehungen eingegangen, die mit Liebe im ursprünglichen Sinne nicht mehr viel zu tun haben. Oft braucht eine Person nur die andere, oder deutlicher Missbraucht andere für seine unbewussten Zwecke.

Daher ist es so wichtig, dass wir wieder Verantwortung für unser Leben übernehmen und zumindest erst einmal uns selbst davor schützen.

Bevor wir uns mit dem Thema Liebes-Beziehungen also weiter beschäftigen, sollten wir erst einmal bewusst alle fremdartigen Beziehungen aus dieser Thematik ausklammern, die mit dem Thema Liebe nichts zu tun haben. Denn Menschen, die solche Formen der „Beziehungen“ pflegen, können nicht erwarten, dass aus einem Geschäft doch noch plötzlich Liebe wird.

Für Geschäftsbeziehungen im Kleid der Ehe oder ähnlichem, gab es schon immer berühmte Beispiele. Die Weltpresse hat schließlich genau darüber berichtet und tut das immer wieder gerne. Da heiraten zum Beispiel große Familien ineinander ein, um Machtpositionen zu stärken. Wie offensichtlich Menschen für materielle Güter doch Ihre wahren Schätze (reine Liebe) eintauschen. Es ist und bleibt eine individuelle Entscheidung, doch um diese bewusst zu treffen, sollten wir eine sensible Wahrnehmung dafür entwickeln.

Wie zahlreich schon haben wir gesehen, was am Ende eines solchen „Handels“ herauskommt? Diese Geschäfte gibt es auch in kleinerem Format. Schon in jungen Jahren müssen sich Menschen immer öfter für die materielle oder emotionale Priorität entscheiden. Ehen oder Beziehungen, die auf der Basis von Geschäften unter Familien geschlossen wurden, sind generell zum Scheitern verurteilt. Als kleines Beispiel für solche Deals innerhalb von Familien: Der wohlhabende Vater oder Schwiegervater schenkt dem jungen Hochzeitspaar ein Haus oder eine ähnlich „großzügige Gabe.“

Erwartet er tatsächlich nichts im Gegenzug? Ist keiner sauer, wenn es einmal etwas Wichtigeres gibt als den üblichen Anruf oder den Besuch zum Geburtstag? Haben die Eltern tatsächlich bedingungslos gehandelt? Mischt sich Mama oder Schwiegermama wirklich nicht in die Haushaltsführung ein? Es sei allen angeraten über die Motivationen der Beteiligten selbst zu reflektieren. Übrigens: Einen Vertrag kann man kündigen. Sollten Sie darin gefangen sein, dann rate ich jedem, der Glück in seinem Leben haben möchte, sich sukzessive zu befreien.

Im Wünschen, dem Abwarten des richtigen Zeitpunktes und dem entsprechenden Handeln, liegt der Schlüssel der Wandlung. Fairerweise muss auch hier wieder erwähnt werden, dass die meisten sich nicht darüber bewusst sind. Oft wird von Generation zu Generation einfach das Verhalten kopiert, ohne groß zu Reflektieren. Wir leben überwiegend unbewusst in Beziehungen und wundern uns dann, warum sich kein Glück einstellt, oder machen uns vor, mehr wäre nicht drin. Es geht immer noch „ein wenig“ mehr, soviel ist sicher. Das habe ich selbst erlebt. Gleich, wie viel Sie schon lieben, es ist noch viel mehr zu erreichen, versprochen. Hier gilt eine einfache Formel, je selbstloser man gibt, desto mehr Liebe gibt es im Herzen zu erfahren.

Für alle anderen, die gerne eine echte Liebes-Beziehung führen wollen (ohne Geschäfte), ist es daher durchaus plausibel auf eine Verbesserung der Partnerschaft zu hoffen und daran zu arbeiten. Tatsächlich ist der tiefere Sinn einer solchen auf Liebe basierenden Beziehung die Weiterentwicklung beider Parteien. Dies gilt sowohl auf der physischen als auch auf der psychischen Ebene. Es geht sogar noch einen Schritt weiter; spirituelle Aspekte sind in einer solchen Liebesbeziehung miteingeschlossen. In der Königsdisziplin aller Beziehungen, kann das höchste Maß an Glück erfahren werden. Dies bedeutet im Umkehrschluss jedoch auch, dass wir das größte Leid erfahren können. Die Welt der Dualität bedingt diesen Umstand. Doch, wenn wir den Übergang zu spiritueller Liebe durch bewusste Arbeit an uns schaffen, dann ist diese Form der Beziehung im Glück nicht zu toppen.

Dies ist auch der Grund, warum die Ehe in den Weltreligionen so propagiert wird. Doch selbst außerhalb solcher institutionellen Anschauungen hat die Liebes-Beziehung einen ganz besonderen Stellenwert. Tatsächlich ist unsere spirituelle Existenz nur auf der Basis von reiner Liebe zu erklären und findet ihren Ursprung in der höchsten Liebes-Beziehung. Die Beziehung der höchsten bedingungslosen Liebe zu uns, als Seele oder der Spirit. Doch dazu später gerne mehr. Wenn zwei Seelen sich in reiner unschuldiger Form lieben, werden Sie sich erheben und nicht, wie heute leider oft üblich erniedrigen.

So ist Wetteifern definitiv kein Merkmal einer Liebes-Beziehung; sollten Sie also das Gefühl haben, in Konkurrenz mit Ihrem Partner zu stehen und sich die Beziehung eher wie ein täglicher Kampf anfühlen, dann ist das ein Merkmal, dass Sie sich einen Menschen ausgesucht haben, mit dem Sie sich messen wollen. Mit einer erotischen Liebesbeziehung hat das aber wenig bis nichts zu tun. Schauen Sie genau hin! Was geschieht wirklich?

Lassen wir uns nicht von einer Bezeichnung täuschen, die Menschen gerne einer ungesunden Beziehung geben. Was wird tatsächlich gelebt? Schauen wir hinter die Fassade. Wie verhalten sich die Menschen tatsächlich in der Beziehung und im Gegensatz dazu, was wäre der angemessene, liebevolle Umgang? Nur dann wird es uns gelingen zu verstehen, was wirklich überall um uns herum stattfindet.

Doch es geht noch besser (nicht vergessen wir schmunzeln): Wir haben uns ein Feindbild gesucht, auf das wir unsere unbewusste Wut projizieren können. Eigentlich bezieht sich die unbewusste Wut auf einen unserer Elternteile, doch da Kinder ihre Eltern nun mal nicht geradeheraus hassen wollen, suchen wir uns einfach eine geeignete Projektionsfläche. Den Hass auf das Verhalten meiner Mutter, kann ich dann auf meine Partnerin anwenden. So werfe ich ihr im Grunde alles vor, was ich an meiner Mutter gehasst habe. Es gibt so, viele Ersatzbeziehungen, die immer noch nicht wirklich etwas mit einer Liebes-Beziehung zu tun haben.

Hierzu muss noch erwähnt werden, dass wir alle innerhalb der ersten 4 Jahre unserer Kindheit ein Grundprogramm in unserem unbewussten Bereich des

Hirns installieren. Wir versuchen das zu kopieren, was wir von unseren Erziehungsberechtigten, im Namen der Liebe vorgelebt bekommen haben.

Dabei spielt es übrigens eine wesentliche Rolle, was wir dort erfahren und nicht was vorgetäuscht wird. Kinder sind nicht blöd! Im Gegenteil, sie sehen oder fühlen klarer, als jeder Erwachsene das tut. Das Unterbewusste lässt sich außerdem nicht täuschen, da es gewissermaßen autonom funktioniert. Es speichert einfach die Erfahrungen ab, die später wichtig sein können und diese werden dann in den entsprechenden Kategorien abgelegt. Es bewertet nicht, wie unseren Geist das tut. Es speichert vorrangig Themen, die entweder einen großen emotionalen Eindruck hinterlassen oder Dinge, die sich immer wieder zeigen. So funktioniert auch Werbung. Durch die ständige Wiederkehr, brennt sie sich im Unbewussten ein. Ob wir wollen oder nicht.