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Jedes Mal, wenn Ines Daun ein Hochzeitspaar in einer laut hupenden Autokolonne entdeckt, freut sie sich und denkt: »Kundschaft!« Denn die erfolgreiche Scheidungsanwältin weiß genau, dass fast jede zweite Ehe geschieden wird. »Dabei ist das mit den Beziehungen doch gar nicht so schwer!«, sagt sie. Die Gründe, die zum Scheitern der Liebe führen, sind nämlich immer dieselben. Deshalb ist Ines Daun überzeugt: Beziehung kann gelingen – wenn man sich an ein paar einfache Regeln hält. Warum Sie künftig lieber besser hinhören, wenn Ihr Auserwählter über seine Ex spricht, und Sie Ihre Abneigung gegen schwarze Ledersofas überwinden sollten, verrät dieser unterhaltsame Beziehungsratgeber, mit dem Sie garantiert lieber lange lieben werden ...
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Seitenzahl: 238
Veröffentlichungsjahr: 2018
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»Die Daun«
1. Kapitel Warum Sie beim ersten Date unbedingt einen festen Plan brauchen und wie Sie den geeigneten Lebenspartner überhaupt erkennen
2. Kapitel Warum Sie genau hinhören müssen, wenn er über seine Ex spricht, und auf welche Warnsignale Sie sonst noch achten sollten
3. Kapitel Hurra, wir ziehen zusammen! Welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten …
4. Kapitel Ich will Kinder! Warum Sie jetzt besonders auf sich achten sollten – in jeder Beziehung
5. Kapitel Wir heiraten! Oder: Warum alle falsch feiern und bei wem die Scheidung bereits feststeht
6. Kapitel Flaute im Bett – Wer kommt, der geht nicht
7. Kapitel Bleiben oder gehen? Wann es sich zu kämpfen lohnt und warum eine Trennung viel besser ist als ihr Ruf
Ich hatte schon viel von »der Daun« gehört, ehe ich ihr zum ersten Mal begegnete. Dafür hatte mein Ex selbstverständlich gesorgt. Es schien ihm eine gewisse Genugtuung zu verschaffen, bei jeder Gelegenheit eine entsprechende Bemerkung fallen zu lassen – vermutlich wollte er mich schon im Vorfeld unserer Scheidung ein wenig einschüchtern … So wusste ich zum Beispiel, dass seine Anwältin laut irgendwelcher Zeitschriften zu den Top-Scheidungsanwältinnen in Deutschland zählte. Ich wusste, dass man in ihrer Heimatstadt Nürnberg munkelte, sie hätte einige skandalträchtige und millionenschwere Scheidungen durchgefochten, von denen normale Leute in der Bunten oder in anderen bunten Blättern lesen konnten. Und ich wusste, dass meine Schwiegermutter sie für meinen Ex-Mann ausgesucht hatte – und das unmittelbar nach unserer Trennung. Auch klar. Schließlich sollte ihr untreues Söhnchen optimal vertreten werden.
Dabei hatten mein Ex und ich ohnehin vereinbart, dass wir uns friedlich trennen wollten. Schon wegen unserer beiden gemeinsamen Kinder. Allerdings war mir auch klar, dass unser Vorsatz schnell kippen konnte. Schließlich boten zwei Kinder, ein Hund, ein Haus, eine Firma, zwei Autos, unzählige Möbel und eine extrabreite Garten-Hängematte ausreichend Streitpotenzial. Alles, was wir gemeinsam aufgebaut, angeschafft und ausgesucht hatten, mussten wir nun aufteilen.
Für alle, denen eine Scheidung bislang erspart geblieben ist: Ich fand’s schrecklich! Plötzlich stritt ich mit demselben Mann, mit dem ich wenige Monate zuvor noch heulend vor Glück im Kreißsaal unseren neugeborenen Sohn im Arm gehalten hatte, darum, wer welches Küchengerät behalten durfte.
Ines Daun sagte später einmal zu mir: »Eine Scheidung ist der größtmögliche private Konkurs.« Genau so fühlte es sich an. Wie ein Tsunami des Scheiterns.
Bei einem gemeinsamen Termin mit meinem künftigen Ex-Mann, seiner berüchtigten Anwältin, die er konsequent ehrfurchtsvoll »die Daun« nannte, und meiner (deutlich weniger berüchtigten, dafür sehr mütterlichen) Anwältin wollten wir nun alles schriftlich festhalten. Wer bekam die Kinder? Den Hund? Die Katzen? Das Haus? Die Firma? Die Hängematte? Wie hoch war der Unterhalt? Und wie lange sollte er gezahlt werden?
Es war absehbar, dass es eine ziemlich ungemütliche Veranstaltung werden würde. Ich hatte mir extra einen Blazer und Pumps angezogen. Als konsequente Jeans-, Tanktop- und Boots-Trägerin fühlte sich dieses Outfit fast wie eine Mini-Rüstung an. Ich wünschte mir wenigstens ein bisschen Schutz, wenn ich meinem Ex und seiner kampflustigen Scheidungsanwältin entgegentreten musste. (Allerdings hätte ich auch in der Rüstung von Richard Löwenherz erscheinen können und hätte mich neben »der Daun« ungefähr so schlagkräftig gefühlt wie ein eingeschüchtertes Häschen aus dem Sherwood Forest.)
Dabei war das Treffen sogar ein Heimspiel. Es sollte in der Kanzlei meiner Anwältin stattfinden, dieser fürsorglichen älteren Dame, die mir bei unserem ersten Termin ein Schälchen Kirschen hingestellt hatte. Sie war mir von einer Nachbarin als kompetente Scheidungsfachfrau empfohlen worden. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, man könne mit ihr große Schlachten gewinnen. Dass ich über einen Wechsel trotzdem nicht nachdachte, lag an meinem Vorsatz, auf gar keinen Fall streiten zu wollen. Ich wollte das alles nur möglichst schnell hinter mich bringen.
Mit Herzklopfen stieg ich am Morgen des Termins in den altersschwachen Fahrstuhl, der mich in die vierte Etage bringen sollte. Und während ich Sorge hatte, er könnte es nicht mehr bis in den vierten Stock schaffen, fragte ich mich zum ersten Mal, ob ich meine Anwältin nicht doch hätte ein bisschen gewissenhafter auswählen sollen … Zumindest wäre mir in diesem Moment vermutlich deutlich wohler gewesen, wenn ich ebenfalls eine starke Kriegerin an meiner Seite gewusst hätte. So fühlte ich mich doch ein wenig schutzlos.
Die dauergenervte Sekretärin vom Empfang verwies mich mit einer lapidaren Handbewegung auf einen klapprigen Holzstuhl im Gang, auf dem ich kleinlaut Platz nahm. Der Stuhl fühlte sich in diesem Moment wie ein mittelalterliches Folterinstrument an. Stocksteif saß ich da und spielte nervös mit dem Verschluss meiner Handtasche. »Ruhig atmen!«, befahl ich mir. »Die Angst einfach weg atmen.« Ich dachte daran, dass mir meine Anwältin bei unserem zweiten Gespräch Tee und Kekse serviert hatte. Immerhin war sie liebevoll! Auch wenn sie eher meinen Beschützerinstinkt weckte, als dass ich mich von ihr beschützt gefühlt hätte. Die Sache war leider offensichtlich: Ich hatte das Gefühl, dass hier zwei Häschen auf den gefürchteten Drachen warteten …
(Achtung! Wenn Sie sich scheiden lassen wollen, suchen Sie sich unbedingt eine toughe Anwältin! Auch dann, wenn Sie sich einvernehmlich trennen wollen!)
Immerhin wurden wir nicht allzu lange auf die Folter gespannt. Kurz nachdem mich meine Anwältin mild lächelnd in ihr gediegenes Besprechungszimmer gebeten hatte, klingelte es. Wenige Sekunden später ertönte eine lebhafte, überlaute Frauenstimme. »Die Daun« ließ sich offenbar nicht von der mauligen Sekretärin einschüchtern. Ihre hörbar hohen Absätze klapperten über den Holzdielenboden – und dann schoss sie auch schon mit meinem künftigen Ex-Mann im Schlepptau um die Ecke. An diesen Moment kann ich mich noch ganz genau erinnern – auch wenn er mittlerweile über fünf Jahre zurückliegt. Frau Daun wirkte fast wie eine Außerirdische in dieser gemütlichen, aber deutlich in die Jahre gekommenen Kanzlei. Sie trug ein figurbetontes schwarzes (und definitiv unverschämt teures) Kostüm. Dazu farblich passende High Heels, unter denen eine Sohle hervorblitzte, die ebenso signalrot leuchtete wie der Lippenstift auf ihren vollen Lippen. Ihre dunklen Haare trug sie zu einem strengen Zopf gebunden. (Sie halten Christine Neubauer für ein Vollweib? Vergessen Sie’s!) Diese Anwältin ist der Typ Frau, der einen vollen Raum betritt – und allen bleibt die Luft weg. Sämtliche anwesende Augenpaare haben schlagartig einen neuen Fokus.
Unsicher blickte ich zu der unbeirrt freundlich lächelnden Dame neben mir, dann zu meinem Ex und seiner Kriegerin – und fühlte mich schlagartig so mickrig, dass ich problemlos zwischen jeden Aktenvermerk gepasst hätte, ohne auch nur die kleinste Delle zu schlagen. Zumindest ging das dem Teil von mir so, der gerade gegnerische Mandantin und zu scheidende Ehefrau war, die sich innerlich bereits von der Hängematte und anderen liebgewonnen Dingen verabschiedet hatte …
Als Journalistin und Autorin dagegen war ich fasziniert von dieser Frau. Ines Daun war witzig, laut und schlagfertig. Und sie dachte und redete mit der Geschwindigkeit einer Maschinengewehrsalve. Bei jedem kritischen Wort sprang sie wie eine Tigerin mit ausgefahrenen Krallen vor ihren Mandanten, meinen Ex-Mann, und bescherte ihm damit eine samtig-weiche Scheidung, die ihm vermutlich wie Marshmallow-Kakao mit Sahne schmeckte.
Und während er wenig später in seinem Garten schon wieder frohgemut auf seiner Hängematte schaukelte, hielt ich abends zum Einschlafen unseren kleinen Sohn im Arm und fragte mich, wie mir das alles überhaupt hatte passieren können. Wie konnte ich mich so in dem Mann getäuscht haben? Wie konnte er sich so verändert haben? Warum war er überhaupt fremdgegangen? Und was hatte ich falsch gemacht, dass wir miteinander dermaßen gescheitert waren?
Diese Fragen stellte ich auch meinen sämtlichen Freunden, Freundinnen und meiner Mutter. Und zwar regelmäßig. Ich verstand es nicht. Immer wieder kaute ich es durch, ohne dass es auch nur ein bisschen besser wurde, mich weniger quälte oder weniger verunsicherte. Es war tatsächlich so: Dieses Unverständnis machte mich fertig. Ich traute mir nicht mehr. Und ich traute Mann-Frau-Beziehungen grundsätzlich nicht mehr. Weil ich seine Untreue nicht verstand. Ebenso wenig wie die überraschende Trennung. Woher kam dieser plötzliche Stimmungswechsel? Ich war verletzt und verwirrt. Und hatte meinen Kindern gegenüber große Schuldgefühle, weil ich ihnen nicht die perfekte Familie bieten konnte, die ich ihnen gern geboten hätte.
Gleichzeitig versuchte ich, auch beruflich wieder Fuß zu fassen. Schließlich hatte mein Ex-Mann nicht nur die Hängematte und das Haus behalten, sondern auch die erfolgreich aufgebaute Firma. Und dabei fiel mir dann die Rechtsanwältin Daun wieder ein.
Ziemlich genau zwei Jahre nach meinem Scheidungstermin war ausgerechnet mein Ex-Mann so freundlich, seine Anwältin zu fragen, ob sie sich vorstellen könnte, ein Buch mit mir zu schreiben. Sie hat mich sofort zu sich nach Nürnberg eingeladen.
Und da saßen wir dann. Vor einer großen Kanne ayurvedischem Bio-Tee und einem kleinen Frühstück. Es war natürlich eine etwas merkwürdige Situation – die Scheidungsanwältin mit der geschiedenen Ehefrau ihres früheren Mandanten. Diese Paarung traf sich für gewöhnlich nicht zu gemeinsamen Mahlzeiten.
Zum Warmwerden fragte ich sie, wie sie überhaupt auf ihren Beruf gekommen war. Ines Daun antwortete: »Ich war schon immer eine Gerechtigkeitsfanatikerin. Deshalb wusste ich schon mit 16 Jahren, dass ich Jura studieren wollte. Ich erinnere mich genau: Damals saß ich neben meiner Mutter im Auto und habe ihr verkündet: ›Ich werde Scheidungsanwältin.‹«
Ganz klar: Es war ihr Traumberuf. Sie wollte nie etwas anderes werden. Dementsprechend glücklich war sie, als sie dann endlich – direkt nach dem Studium – an ihrem Schreibtisch in einer Ecke ihrer kleinen Wohnung ihre ersten Mandate bearbeitete. »Damals war es noch üblich, dass die Frauen das alleinige Sorgerecht bekamen. Ich habe das überhaupt nicht in Frage gestellt. Aber irgendwann geriet ich ins Grübeln: Wenn ich mitbekam, wie Mütter es über Monate erfolgreich vereitelten, dass Väter ihre Kinder sahen. Wenn ich Kinder erlebte, die über den langen Flur vor dem Verhandlungsraum zu ihren weinenden Vätern rannten, um sich an ihnen festzukrallen. Wenn die Kleinen, während ihre Mütter sie in Richtung Ausgang zerrten, verzweifelt nach ihren Vätern schrien. ›Papa, Papa, Papa!‹ Immer wieder … Nach einer heftigen Woche und einem besonders dramatischen Fall bin ich nachts wach geworden und habe mich übergeben. Denn ich hatte begriffen: Das war nicht gerecht, wie das lief! Danach lag ich die ganze Nacht heulend auf meinem Sofa und wollte meine Zulassung zurückgeben.«
Damals habe sie sich geschworen, anders Anwältin zu sein. Sie wollte wirklich für Gerechtigkeit sorgen. Sie wollte genauer hinhören. Alle Aspekte des Scheidungsverfahrens kennen. Und vermutlich hat genau das sie so erfolgreich gemacht. »Ich sage immer: Die Leute kommen mit gebrochenen Flügeln zu mir. Wenn sie gehen, sollen sie wieder fliegen können. Anders zwar, aber fliegen!«
Gerade erst hat sie eine Frau in der Stadt getroffen, deren Scheidungsverfahren sich mehrere Jahre hingezogen hatte. Eine absolute Horror-Scheidung. Diese Frau saß in der Eisdiele vor einem riesigen Schokobecher. »In ihrem knallblau-weiß gemusterten Kleid strahlte sie mir entgegen und sah dabei unglaublich hübsch aus. Das ist der Sieg. Deshalb liebe ich meinen Beruf.« Frau Daun sah mich an.
Und siehe da: Sie war gar kein Drache! Sie war einfach nur eine verdammt gute Anwältin, die das Beste für ihre Mandanten herausholen wollte. Dafür verbringt sie manchmal bis zu 100 Stunden mit einem einzelnen Mandanten. »Am Anfang ist es immer wichtig, den Konflikt erst einmal aufzuarbeiten. Denn nur wenn meine Mandanten ihre Situation realistisch betrachten können, kann ich gut mit ihnen arbeiten.«
»Was heißt das?«, hakte ich nach. Schließlich ist Frau Daun Juristin und keine Psychologin.
»Ich bin natürlich weder Therapeutin noch Freundin. Trotzdem bringe ich meine Mandanten dazu, sich ihre Situation einmal ehrlich anzuschauen. Ich frage zum Beispiel die verletzten Frauen, wenn sie über ihren untreuen Mann schimpfen, ob sie nur verletzt sind oder ob sie ihren Mann wirklich noch geliebt haben.«
Ich spitzte meine Ohren. Das war genau mein Thema!
Ines Daun redete weiter: »Und die meisten Betroffenen müssen zugeben: Es ist eher die verletzte Eitelkeit als echter Liebeskummer.«
Ich fühlte mich ertappt.
»Außerdem frage ich meine Mandanten«, setzte Frau Daun ihre Erklärung fort, »wie sie sich bei der Hochzeit gefühlt haben. Tatsächlich hatten die meisten schon bei der Eheschließung ein leichtes Bauchgrummeln.«
Noch ein Treffer, was meine Geschichte anging. Unruhig rutschte ich auf meinem Stuhl hin und her. Aber die lebhafte Rechtsanwältin war schon wieder mindestens fünf Punkte weiter: »Ich will meine Mandanten kennenlernen – und bin dabei inzwischen völlig hemmungslos. Sogar ihre sexuellen Vorlieben frage ich ab. Nicht aus Neugier. Damit will ich mir böse Überraschungen bei der Verhandlung ersparen. Denn nur, wenn ich alles weiß, kann ich den Fall richtig einschätzen und eine Lösung finden, die sich für alle Beteiligten gerecht anfühlt – zumindest so gerecht, wie es möglich ist.«
Seit diesem ersten gemeinsamen Frühstück sind inzwischen noch einmal drei Jahre vergangen. Drei Jahre, in denen ich viel mehr über Beziehungen gelernt habe, als in den vergangenen 30 Jahren, in denen ich mich selbst mehr oder weniger erfolgreich mit dem anderen Geschlecht auseinandergesetzt habe. In denen ich mich immer wieder mit meinen beiden besten männlichen Freunden, meinen drei besten Freundinnen oder meiner Mutter unterhalten habe.
Deshalb haben Frau Daun und ich schließlich beschlossen: Wir schreiben keinen Rechtsratgeber. Und keine lustige Anekdotensammlung aus dem oft skurrilen Alltag einer Familienrechtlerin. Wir schreiben einen Beziehungsratgeber! Denn: Wer kennt sich besser mit Beziehungen aus, als jemand, der sich ständig mit ihrem Scheitern beschäftigt? Der jeden Tag sowohl Männer als auch Frauen vor sich sitzen hat, die ehrlich vom Beginn bis zum Ende einer Liebe erzählen.
Ich zumindest habe seit meinen Interviews mit Ines Daun einen ganz anderen Blick auf meinen Ex gewonnen. Erst dadurch konnte ich mit ihm abschließen. Weil ich ihn und unsere Beziehung nun verstanden habe. Gleichzeitig weiß ich meinen neuen Lebenspartner tausendmal mehr zu schätzen. Nach jedem neuen Interviewtermin mit Frau Daun würde ich ihm am liebsten den roten Teppich ausrollen, weil ich mich so sehr über ihn freue.
Und ganz ehrlich: Das alles ist gar nicht so schwer, wenn man das Prinzip einer Mann-Frau-Beziehung erst einmal durchschaut hat und mutig genug ist, sich diesen Wahrheiten zu stellen. Ich zumindest bin aus tiefstem Herzen dankbar, dass ich »die Daun« noch einmal anders kennenlernen durfte. Denn sie hat mein Leben unendlich bereichert.
Allerdings ertappe ich mich auch gelegentlich bei dem Gedankenspiel, was eigentlich gewesen wäre, wenn sie nicht seine, sondern meine Anwältin gewesen wäre. Wenn sie nicht meinen Ex, sondern mich durch die Scheidung begleitet hätte. Ich bin mir sicher: Das hätte mir nicht nur zwei Jahre Grübeln erspart. Wäre Frau Daun meine Anwältin gewesen, wäre mir meine Scheidung garantiert nicht als eines meiner schlimmsten Erlebnisse überhaupt im Gedächtnis geblieben. So verrückt es klingt: Meine Scheidung hätte mir vermutlich sogar ein bisschen Spaß gemacht. Zumindest hätte ich bestimmt auch oft gelacht. Ines Daun denkt nämlich nicht nur schnell, sondern auch sehr quer – und das ständig. Mit ihr an meiner Seite hätte ich mich sicher gefühlt. Aufgefangen und beschützt.
Außerdem hätte ich die breite Hängematte noch. Die jetzt im Garten meines Ex-Mannes steht. Vor dem Haus, das er behalten hat. Aber das ist eine andere Geschichte …
Kerstin Dombrowski im März 2018
Laura Pichel hatte ihren Mann bereits während ihresLehramtstudiumskennengelernt. Um ihr Studium zu finanzieren, jobbte sie in den Semesterferien als Hostess für einen Kaffeemaschinen-Hersteller. Eine bildhübsche Frau mit strahlend blauen Augen und langen dunklen Haaren. Sie mochte ihren Job. Weil sie neugierig und aufgeschlossen war und Spaß daran hatte, mit ihren Kaffeemaschinen quer durch Deutschland von einer Messe zur nächsten zu reisen. Bei einem Termin in Berlin kam sie mit einem Mann ins Gespräch, der zufällig – genau wie sie – aus Hessen stammte. Er war ein attraktiver Typ, in dessen welligem Haar, das er locker nach hinten gegelt hatte, sich schon die ersten grauen Haare zeigten. Laura gefiel seine ruhige Art, seine Aufmerksamkeit, wenn er ihr zuhörte. Ihr fielen seine wachen Augen auf, die immer bei ihr waren, aber dennoch scheinbar jede Bewegung im Raum mitbekamen. Vermutlich verheiratet, dachte sie, als sie sich verabschiedeten und er nicht einmal nach ihrer Nummer fragte.
Bei der nächsten Messe – diesmal in Hamburg – trat ein Mann, den sie zuvor noch nie gesehen hatte, unsicher auf sie zu. »Entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie anspreche. Aber auf Sie scheint die Beschreibung zu passen. Erinnern Sie sich an den Herrn, mit dem Sie sich auf der Messe in Berlin so nett unterhalten haben? Er ist ein Freund von mir und würde Sie gern zum Essen einladen, wenn Sie zurück in Frankfurt sind …«
Man kann also durchaus sagen, die Beziehung zwischen Laura und Markus hat einigermaßen romantisch begonnen. Laura jedenfalls war selig. Zumal sie sich im fernen Berlin getroffen hatten, obwohl sie keine zehn Kilometer voneinander entfernt wohnten. Nur einen Tag nach ihrer Rückkehr verabredeten sie sich bei einem gemütlichen Italiener, der im Sommer seine kleinen Holztische mit rotweißkarierten Tischdecken in seinen lauschigen Hinterhof stellte. Das Essen schmeckte köstlich. Markus bewies sich erneut als interessierter Zuhörer, er war witzig und charmant und schenkte aufmerksam Wasser nach, sobald Laura ihr Glas geleert hatte. Beim Bezahlen fiel ihm jedoch auf, dass er sein Portemonnaie vergessen hatte. Also zahlte Laura die Rechnung, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken. Kein Problem. Das konnte schließlich jedem passieren. Außerdem hatte sie auf ihrer Messetour gerade gut verdient.
Erst beim zweiten Treffen wurde sie stutzig. Markus und sie hatten sich an einem sonnigen Sonntag zum Kaffeetrinken am Main verabredet. Als Laura gerade ihren zweiten Cappuccino bestellen wollte, drängte Markus plötzlich zum Aufbruch. Bei dem anschließenden Spaziergang bemerkte er ganz nebenbei, dass es doch deutlich günstiger sei, sich zum Kaffeetrinken zu treffen, als wenn man gemeinsam essen ging. Und da dämmerte es ihr allmählich: Sie hatte sich anscheinend einen Geizhals geangelt. Sofort schrillten ihre Alarmglocken. Immerhin hatte schon ihre Oma – ein Kind der Kriegsgeneration – ihr eingebläut: »Wer sparsam mit seinem Geld ist, ist auch sparsam mit seinen Gefühlen.«
Dass er trotzdem Porsche fuhr, verwirrte Laura. Das passte doch nicht zusammen! Schließlich redete sie sich seine Knausrigkeit schön, indem sie sich sagte, dass sie mit einem sparsamen Mann vielleicht auch mal »zu etwas kommen würde«. Sie selbst war nämlich nicht besonders gut im Sparen. Von daher passte es doch eigentlich ganz gut …
Die beiden zogen relativ schnell zusammen – denn das war günstiger. Nur ein Jahr später kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt. Weil sie ja nun ein wenig mehr Platz brauchten, beschloss Markus, ein Haus zu kaufen. »Ein schönes Haus, nicht so ein popeliges Reihenhaus«, tönte er. Schließlich legte er viel Wert auf seine Außendarstellung. (Daher auch der Porsche.) Laura freute sich. Denn ihre Rechnung schien aufzugehen: Mit einem sparsamen Mann konnte man eben tatsächlich etwas erreichen … Leider wurde Markus’ Geiz nach dem Hauskauf noch unerträglicher. Fortan weigerte er sich, auch nur einen Cent für seine Tochter auszugeben. Zumal das Kindergeld ja eh auf Lauras Konto ging und nicht auf seins. Deshalb führte er auf seinem Smartphone eine Excel-Tabelle, in die er jedes Glas Wasser eintrug, das Laura oder die kleine Lara unterwegs tranken – das Geld ließ er sich anschließend zurückgeben. Mit einem vorwurfsvollen: »Du hättest ja etwas zum Trinken einpacken können!«
Im Winter weigerte er sich dann, zu heizen, sodass Laura und die kleine Lara oft in dicken Jacken auf dem Boden saßen, um mit vor Kälte steifen Händen Bilder zu malen. Und wenn abends mal Freunde zu Besuch kamen, was selten genug geschah, da Markus sich auch diese Kosten gern sparte, füllte er billigen Wein in die Flaschen teurer Marken, die er irgendwann einmal geschenkt bekommen hatte. Beim Einschenken philosophierte er dann über die »edlen Tropfen«, während Laura sich beschämt fragte, ob sie die leeren Flaschen vom Billig-Discounter auch wirklich alle sicher entsorgt hatte …
Als Laura dann auch noch dahinterkam, dass Markus eine Affäre mit einer Kollegin begonnen hatte, zog sie schließlich aus.
In meiner Praxis als Scheidungsanwältin erlebe ich seit 23 Jahren ein seltsames Phänomen. Männer kommen zu mir in die Kanzlei und schwärmen in den höchsten Tönen von ihren unglaublich attraktiven und charmanten Ex-Partnerinnen. Anfangs habe ich mich oft gefragt, warum sie sich von diesen großartigen Wesen überhaupt trennen wollen. Da ich diesen vermeintlichen Superfrauen allerdings spätestens beim Scheidungstermin selbst gegenüberstand, habe ich dieses Spiel der Männer schnell durchschaut – und es hat in den seltensten Fällen mit den Verflossenen selbst zu tun.
Es ist wohl eher der Versuch, sich selbst ein wenig aufzuwerten. Schließlich müssen diese Männer ziemlich tolle Kerle sein, wenn sie dermaßen attraktive und tolle Frauen an ihrer Seite hatten. Das war leicht zu durchschauen.
Bei meinen Mandantinnen habe ich ein wenig länger gebraucht. Die sitzen dann nämlich regelmäßig vor mir – intelligent, attraktiv, beruflich erfolgreich, mitten im Leben stehend – und erzählen mir, wie schrecklich doch ihr mittlerweile getrenntlebender Ehemann sei. Oder eben der Mann, von dem sie sich gerade trennen wollen. Sie führen mir in epischer Breite aus, am liebsten stundenlang, wie schlecht er mit den Kindern umginge, wie abfällig er sich über ihre Figur geäußert hätte, obwohl er selbst doch deutlich mehr zugenommen hätte. Dass er schon vor Wochen versprochen hätte, das kaputte Fahrrad zu reparieren, was noch immer nicht passiert sei. Den Rasen habe er auch an diesem Wochenende wieder nicht gemäht. Außerdem hätte er ihr schon wieder nichts zum Geburtstag geschenkt und wäre nicht mit zur Goldenen Hochzeit der Großtante gekommen. Ohnehin würde er die meiste Zeit nur vor dem Fernseher hängen und sich allenfalls noch aufraffen, um zum Fußballspiel mit seinen Freunden zu gehen, von dem er selbstverständlich nie rechtzeitig, vor allem niemals nüchtern und nur ganz selten geduscht zurückkehrte. Körperpflege sei für ihn ohnehin ein Fremdwort und an Sex könne man sich nur noch dunkel erinnern. Und das war noch längst nicht alles: Selbst die Schwiegereltern benähmen sich alles andere als freundlich und das, obwohl man sich doch immer so aufopfernd um sie gekümmert habe. Mal ganz abgesehen davon, dass der Mann in letzter Zeit wie ein Luchs aufpasse, dass sein Handy nicht irgendwo herumlag. Und da wüsste man ja wohl, was das zu bedeuten hatte …
In meiner ersten Zeit als Anwältin habe ich diesen hochemotionalen Schilderungen mit einer Mischung aus Staunen und Entsetzen gelauscht und dabei – zutiefst erschüttert – eine Papiertaschentuch-Packung nach der anderen über den Tisch geschoben, damit meine Mandantinnen sich ihre Tränen trocknen konnten. Das war wirklich allerhand, was da in deutschen Ehen abging! Wie oft habe ich mir während dieser Endlos-Aufzählungen die Frage gestellt: Warum haben diese Frauen überhaupt diese Männer geheiratet? Wie konnte es dazu kommen?
Es hat eine Weile gedauert, bis ich die Systematik dahinter verstanden habe. Dabei hat mir geholfen, dass mindestens die Hälfte meiner Mandanten eben genau zu dieser angeblich so grauenhaften, ungepflegten Spezies gehören, auf die meine Mandantinnen schimpfen. Es sind Männer. Vom Handwerker über den leitenden Büroangestellten bis hin zum Vorstandsvorsitzenden eines Millionenkonzerns, Ärzte und Unternehmer. Eine ziemlich bunte Mischung. Und ich glaube, nach meinen 23 Jahren Berufserfahrung und tausenden von Stunden, die ich mit Frauen und Männern über ihre Beziehungen gesprochen habe, sicher sagen zu können: Ich habe verstanden, wie die meisten Männer und viele Frauen in Partnerschaften ticken. Die Erlebnisse, von denen ich Ihnen in diesem Buch berichten werde, und die Schlüsse, die ich daraus gezogen habe, gelten sicher nicht für alle Paare, alle Männer und Frauen; manch einer wird vielleicht denken, dass hier viele Klischees bedient werden, aber dazu muss ich leider sagen, dass ich die Realität in deutschen Partnerschaften zu 90 Prozent genauso erlebe. Gerade Frauen denken in Beziehungen meist viel zu kompliziert. Gleichzeitig haben sie leider viel zu wenig Selbstbewusstsein. Das Schlimmste aber ist: Sie haben bei der Suche nach dem Mann fürs Leben keinen Plan. Stattdessen verlassen sie sich auf ihr Bauchgefühl. Sie agieren völlig irrational. Die meisten Frauen sind vor allem froh, wenn sich ein Mann für sie interessiert. Und damit beginnt das ganze Drama.
Zufrieden schiebt Katarina Wedel den Hermès-Karton ins Regal. Sie tritt einen Schritt zurück und betrachtet die 14 orangefarbenen Boxen beinahe mit Ehrfurcht. Jede Tasche hat zwischen 8.000 und 30.000 Euro gekostet. Andere Leute kaufen sich für den Wert dieser Handtaschen Wohnungen oder sogar Häuser. Bei diesem Gedanken bekommt Katarina fast einen warmen Bauch. Diese Kartons sind so etwas wie ihre Lebensversicherung. Denn auch gebraucht lassen sich Birkin Bags noch für horrende Summen verkaufen. Ein Verkäufer hat mal zu ihr gesagt, so eine Birkin Bag sei eine sicherere Geldanlage als Gold oder Immobilien. Und Katarina weiß, wie wichtig Geld ist. Als Kind war nämlich nie welches da. Ihre Mutter hatte auch so schon Schwierigkeiten, alleine mit zwei Kindern finanziell über die Runden zu kommen. Katarina musste immer die Klamotten ihrer älteren Cousins und Cousinen auftragen. In der Schule wurde sie deshalb verspottet. Ihre ganze Kindheit über war sie überzeugt davon, dass die großen Playmobil-Packungen in den Spielzeuggeschäften nur von Kindergärten oder Königsfamilien gekauft wurden. Das hatte nämlich ihre Mutter behauptet. Katarina und ihre Schwester bekamen allenfalls mal eine kleine Packung. Zu Weihnachten.
Auch Urlaubsreisen haben sie nie unternommen. Die Klassenfahrt nach Berlin war das Spektakulärste, was Katarina bis zu ihrem Abitur erleben durfte. Als sie gerade mit ein paar Klassenkameradinnen über den Ku’damm bummelte, wurde sie dann von einem Mann angesprochen, der ihr die Visitenkarte einer Modelagentur in die Hand drückte. Fortan träumte Katarina von der großen Modelkarriere. Von New York und Paris. Doch leider wurde sie nur ein paarmal für irgendwelche Modenschauen von kleineren Kaufhäusern gebucht. Bis sie Jörg kennenlernte. Erst da kam ihr Durchbruch – wenn auch nicht als Model. Jörg lud Katarina nach Florida ein. Nach Mauritius. Auf die Malediven. Er überschüttete sie mit Geschenken. Zahlte ihr ein großzügiges Taschengeld. Unterstütze sogar Katarinas Mutter und half ihrer jüngeren Schwester Paula, einen Job in der Stadt zu finden, in der auch Katarina lebte.
Ihr Handy klingelt. Es ist Jörg: »Alles okay bei dir?«, will er wissen.
»Natürlich!«, flötet Katarina in den Hörer. Dass die Haushälterin soeben gekündigt und Katarina außerdem einen Steinschlag auf der Frontscheibe ihres Minis entdeckt hat, erzählt sie nicht. Auch nicht, dass sie noch immer unschlüssig ist wegen ihres Brautkleids.
Denn das hat Katarina inzwischen verstanden: Sie ist ausschließlich für die positiven Nachrichten da. So lautet der Deal. »Dann ist es ja gut«, redet ihr zukünftiger Mann gleich weiter. »Was ich dir sagen wollte: Ich habe heute Abend noch einen Termin und melde mich, sobald ich von dort losfahre.«
»Alles klar! Ich freue mich auf dich!«, ruft Katarina noch einmal. Dann legt sie auf. Sie ist am frühen Abend mit ihrer Schwester Paula verabredet – umso besser, wenn Jörg später nach Hause kommt. Dann muss sie sich gleich im Fitnessstudio und später mit Paula nicht so hetzen. Denn auch das gehört selbstverständlich zu ihren Pflichten: ihren Körper in Schuss zu halten. Auch wenn das bei ihr nicht – wie bei vielen ihrer neuen Bekannten – explizit im Ehevertrag steht. Es wäre Katarina ein Gräuel gewesen, mit einer Waage unter dem Arm beim Notar zu erscheinen, um genau festzuhalten, wie viel Gewicht sie maximal zunehmen dürfte. Grundsätzlich haben Jörg und sie natürlich schon einen Ehevertrag. Als Inhaber einer größeren Bäckereikette würde Jörg sie sonst nicht heiraten. »Schließlich habe ich Verantwortung meinen Mitarbeitern gegenüber!«, betont er gern.
Katarina betrachtet ihre makellos manikürten Fingernägel. Sie muss dringend noch einen Termin bei ihrer Nageldesignerin vereinbaren.
Als sie später im Restaurant ihr Handy auf den Tisch legt, wobei der Diamant ihres Verlobungsrings funkelt, bemerkt sie die interessierten Blicke der Männer an den Nachbartischen. Bei dem Kellner, der sich ebenfalls intensiv um Blickkontakt bemüht, bestellt Katarina einen Salat ohne Dressing. Ihre Schwester Paula schüttelt den Kopf.
»Dass dir das schmeckt!«, wundert sie sich. Katarina lächelt. Sie möchte ihrer Schwester nicht erklären, dass sie für ihre Figur auf das Dressing verzichtet. Noch immer genießt sie es, wie sehr ihre »kleine« Schwester sie bewundert. Katarina war immer die Hübschere der beiden. Ein Hingucker. Mit grünen Augen und dunklem Teint, eine exotische Dorfschönheit. Sie schielt auf ihr Handy. Sie darf Jörgs Anruf nicht verpassen.
»Ach, Kati«, seufzt ihre Schwester und erzählt von dem Ärger mit der neuen Erzieherin im Kindergarten und ihrem Verdacht, dass ihr Mann ein Auge auf seine neue Kollegin geworfen haben könnte. Paula hat dunkle Ringe unter den Augen, weil der kleine Johann in der Nacht plötzlich Magen-Darm bekommen hat. Und nach dem zweiten Glas Wein fängt sie mit einem Thema an, über das Katarina nicht gern redet. »Was ich noch immer nicht verstehe: Bist du nicht unglücklich, wenn du einen Mann heiratest, den du gar nicht richtig liebst?«
Paula selbst hat ihre Jugendliebe geheiratet. Katarina legt ihren Kopf schief, schlägt dann elegant ihre gertenschlanken Beine übereinander und beugt sich zu ihrer Schwester vor. »Bist du denn glücklich mit einem Mann, der sich für seine Kollegin interessiert und nachts weiterschläft, während du die Betten der Kinder neu beziehst?«
Paula guckt zerknirscht. Trotzdem ist sie noch nicht bereit, das Thema zu wechseln. »Aber ist Jörg nicht unglücklich, wenn er weiß, dass du ihn vor allem wegen des Geldes heiratest?«
