Lieblingsplätze Weinviertel - Gabriele Dienstl - E-Book

Lieblingsplätze Weinviertel E-Book

Gabriele Dienstl

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Beschreibung

Selige dörfliche Ruhe und heitere Wellenlandschaft, so begrüßt das Weinviertel seine Besucher. Doch schillernde Figuren der Geschichte haben hier Spuren hinterlassen: Napoleon mit seinen Heeren und Mozart auf einem Stein. Das Weinviertel bezaubert mit seinen unverwechselbaren Kellergassen und verblüfft nicht nur mit fossilen Muscheldünen. Wo sonst findet man tief unter der Erde neben edlem Wein auch Reliefs von Goethe und Schiller? Lassen Sie sich von den Geheimnissen der Kellerkatzen überraschen und ins Weinviertel locken!

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Seitenzahl: 134

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LieblingsplätzeWeinviertel

Gabriele Dienstl

Impressum

Autor und Verlag haben alle Informationen geprüft. Gleichwohl wissen wir, dass sich Gegebenheiten im Verlauf der Zeit ändern, daher erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Sollten Sie Feedback haben, bitte schreiben Sie uns! Über Ihre Rückmeldung zum Buch freuen sich Autor und Verlag: [email protected]

Sofern nicht im Folgenden gelistet, stammen alle Bilder von Gabriele Dienstl:

Etschi Bruckner 10, 120, 132, 134, 136, 140; Dieter Tatzer / topshot.co.at 18; Weinviertel Tourismus Agnes Hiller 20; Fossilienwelt/Kramberger 22; Eisenbahnmuseum Strasshof 32; Astrid Knie / Schloss Schönbrunn 40; WWF Österreich Michael Stelzhammer 42; Hannes Bauch 60; Markus Freudhofmaier 68; Rupert Steiner / nitsch museum 74; Josef Schimmer 76; Stefan Hiller 108; Brauküche 35 122; NP Thayatal, Dieter Manhart 144; Grafenegg/Alexander Malik 2007 154; LPSM/Josef Stefan 156; Internationale Ignaz Joseph Pleyel-Gesellschaft 158; Andreas Jakwerth 160; Martin Schmit 162

Alle Seitenangaben in diesem Buch beziehen sich auf die Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe.

Link zur Karte:www.gmeiner-verlag.de/images/stories/karten_weinviertel.jpg

Besuchen Sie uns im Internet:

www.gmeiner-verlag.de

1. Auflage 2020

© 2020 – Gmeiner-Verlag GmbH

Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

Telefon 0 75 75/20 95-0

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten

Lektorat/Redaktion: Anja Kästle

Herstellung: Julia Franze

E-Book: Mirjam Hecht

Umschlaggestaltung: Benjamin Arnold

unter Verwendung der Illustrationen von © yurkaimmortal – stock.adobe.com; © Benjamin Arnold; © ratkom –stock.adobe.com; © VRD – stock.adobe.com; © SimpLine – stock.adobe.com; © nicknik93759375 – stock.adobe.com; © lapencia – stock.adobe.com; © scusi – stock.adobe.com; © paullouis – stock.adobe.com; © Katrin Lahmer

Kartendesign: © Maps4News.com/HERE

Druck: AZ Druck und Datentechnik GmbH, Kempten

Printed in Germany

ISBN 978-3-8392-6222-1

Inhalt

Impressum

  1  Auf Augenhöhe mit Sissi

Bisamberg: Elisabethhöhe

  2 Betörende Flötenklänge

Korneuburg: Rattenfängerbrunnen und Rathaus

  3 Auf zu neuen Ufern

Korneuburg: Rollfähre am Korneuburger Donau-Ufer

  4 Scharfes Auge, fester Griff

Leobendorf: Adlerwarte Kreuzenstein

  5 Das Leben feiern

Stetten: Tafeln im Weinviertel in der Riede Satzen

  6 Das verschwundene Meer

Stetten: Fossilienwelt

  7 Vom Anfang bis zum Ende

Hagenbrunn: Kunstweg my way

  8 Der weitgereiste »Rostige«

Wolkersdorf: Skulptur Don Quijote vor dem Schloss Wolkersdorf

  9 Napoleon im Blick

Pillichsdorf: Kalvarienberg

  10 Sterben für Gott und Vaterland

Deutsch-Wagram: Napoleon und Heimatmuseum

  11 »Bitte alles einsteigen!«

Strasshof an der Nordbahn: Eisenbahnmuseum Das Heizhaus

 12  Artenreichtum am blauen Strom

Orth an der Donau: schlossORTH Nationalpark-Zentrum

  13 Auszeit auf den Donauwellen

Orth an der Donau: Anlegestelle der Tschaike

  14 Actionstar versus Kaiserin

Markthof: Fahrradbrücke der Freiheit

  15 Meine Sänfte, bitte!

Schloßhof: Barockgarten und Gutshof von Schloss Hof

  16 Was bringt uns der Storch?

Marchegg: Storchenhaus

  17 Dankbarkeit in Renaissance

Mannersdorf an der March: Rochuskapelle auf dem Rochusberg

  18 Diogenes lässt grüßen

Stillfried/Grub an der March: Winzerhof Küssler

  19 Die Ruhe am Fluss

Dürnkrut: Marchufer bei Dürnkrut

  20 Glück, Ende und Neuanfang

Jedenspeigen: Schloss Jedenspeigen

 21  Ein Kuchen zum Besteigen

Gaiselberg: Guglhupfberg

  22 Wo ist das Meer?

Nexing: Nexinger Schweiz

  23 Bilderbuch von anno dazumal

Niedersulz: Weinviertler Museumsdorf Niedersulz

  24 Innovativ auf Sand gebaut

Groß-Schweinbarth: Weingut Sandberg

  25 Im Weinviertler Himmel

Kronberg: Himmelkeller

  26 Wo geht’s hier zum »Hintaus«?

Wolfpassing: Schaugarten Parbus

  27 Vom Bauernhof auf den Tisch

Niederkreuzstetten: Gmoabauernlodn

  28 In den Bäumen träumen

Oberkreuzstetten: Ochys Kletterpark

  29 Fossilien und Keller-Architektur

Oberkreuzstetten: Fossilienkeller Ullmann

  30 Herr Ober, bitte!

Mistelbach: Café Harlekin

  31 Im Rausch der Sinne

Mistelbach: Dionysos-Panoramaweg

  32 Rot ist meine liebste Farbe

Mistelbach: nitsch museum

  33 Einst schmausten hier Pferde

Wilfersdorf: Gastwirtschaft Neunläuf

  34 Am Puls der Zeit

Kettlasbrunn: Baumkreis Veltlinerland

  35 Unter dem Weinviertel

Althöflein: Erdstallmuseum

  36 Lautlos dahingleiten

Hohenau an der March: Kanu-Anlegeplatz an der March

  37 Gesellenstück des Baumeisters

Bernhardsthal: Eisenbahnbrücke über den Landschaftsteich

  38 Frei die Grenze überschreiten

Schrattenberg: Barfußweg

  39 Schachmatt – Prost!

Herrnbaumgarten: Nonseum – Museum für unbrauchbare Erfindungen

  40 Das älteste Haus der Stadt

Poysdorf: Eisenhuthaus

  41 Mit dem E-Bike durch die Gassn

Poysdorf: Kellergasse Radyweg

  42 Eine Galeere im Gemäuer

Falkenstein: Burgruine Falkenstein

  43 Einmal hin, einmal her

Ottenthal: Riesenschaukel am Grenzübergang

  44 Das Rätsel um den Turmspitz

Wildendürnbach: Kirchturm am Galgenberg

  45 Verführ mich

Staatz: ZART Pralinen

  46 Bärig und beerig

Fallbach: Hanselburg bei Loosdorf

  47 Soldaten in der Porzellankiste

Fallbach: Schloss Loosdorf in Loosdorf

  48 Einsam und rätselhaft

Fallbach: Pfarrkirche zum Heiligen Lambert

  49 Dorf ohne Rauchfang

Unterstinkenbrunn: Kellerdorf Loamgrui

  50 Hunger auf Hanf

Hanfthal: Gasthaus Herbst

  51 Alte Burg in neuem Glanz

Laa an der Thaya: Butterfassturm der Burg Laa

  52 Geschichte und Kulinarik

Laa an der Thaya: Südmährermuseum im Alten Rathaus

  53 In Stein gemeißelt

Seefeld-Kadolz: Pestsäule

  54 Alles hat seine Geschichte

Seefeld-Kadolz: Altwarenhandel Hansi Hörmann

  55 Bedächtig wie Simon Polt

Mailberg: Radlerrast

  56 Malz und Hopfen, edle Tropfen

Schalladorf: Brauerei Brauküche 35 

  57 Freude und Genuss ernten

Göllersdorf: Biohof zum Grünen Baum in Porrau

  58 Als Wolferl einmal musste

Raschala: Mozarts Pinkelstein

  59 Die Spur des schwarzen Katers

Hollabrunn: Kellerkatzenweg

  60 Gut gegen Böse

Schöngrabern: Steinerne Bibel an der Kirche Maria Geburt

  61 Wein soll Freude machen

Guntersdorf: Vinothek Wein & Genuss Elisabeth Hausgnost

  62 Eine kühle Erfrischung

Platt: Keltentrinkbrunnen

  63 Liebe zum Detail

Zellerndorf: Weingut Prechtl

  64 Über und unter der Erd’

Retz: Spaziergang vom Hauptplatz bis zum Kalvarienberg

  65 Sommerfrische wie früher

Retz: Jausenstation hauser’s hölzelmühle

  66 Die Kraft der Erde spüren

Mitterretzbach: Aussichtssteg beim Heiligen Stein

  67 Klein, aber oho!

Hardegg: Hennerweg im Nationalpark Thayatal

  68 Völker, vereinigt euch!

Waitzendorf: Wanderung zur Europawarte

  69 Ein Prosit mit Prominenz

Röschitz: Weberkeller

  70 Gedenke der Vergänglichkeit

Eggenburg: Spaziergang an der Stadtmauer

  71 Märchen, Mythen und Sagen

Stoitzendorf: Naturschutzgebiet Fehhaube

  72 Zu Wolken lustwandeln

Grafenegg: Schlosspark Grafenegg und Wolkenturm

  73 Im Tode vereint

Kleinwetzdorf: Freizeit- und Erlebniswelt Heldenberg

  74 Ein Leben für die Musik

Großweikersdorf: Pleyel Museum in Ruppersthal

  75 Frisch gekocht im Ausgedinge

Zaußenberg: Restaurant Josefs Himmelreich

  76 Pilze in der Stille

Absdorf: Genuss- und Relaxkeller Lössiade

  77 Eine düstere Legende

Stockerau: Pfarrkirche Stockerau

  78 Kraft tanken am Kultplatz

Niederhollabrunn: Michelberg bei Haselbach

  79 Was wäre Pilgern ohne Rast?

Niederhollabrunn: Rastplatzl Traubengarten am Jakobsweg Weinviertel

  80 So ein großer Mugel

Großmugl: Leeberg

  81 Alles auf Schiene

Ernstbrunn: Weinviertel-Draisine

  82 Von den Wölfen lernen

Ernstbrunn: Wolfsforschungszentrum im Wildpark

  83 Ein Berg im Wandel der Zeit

Klement: Aussichtswarte auf dem Oberleiser Berg

  84 Tausend schöne Dinge

Klement: Flockerlhof

  85 Als hier die Mammuts lebten

Asparn an der Zaya: MAMUZ-Urgeschichtemuseum im Schloss Asparn an der Zaya

  86 Erbaut für tausend Jahre und mehr

Michelstetten: Wehrkirche Michelstetten

  87 Sehr gut, setzen!

Michelstetten: Schlumuseum Michelstettner Schule

  88 Hollaröduliö am höchsten Gipfel

Gnadendorf: Buschberghütte

Marterl bei Fallbach, im Hintergrund Burgruine Staatz

  1  Auf Augenhöhe mit Sissi

Bisamberg: Elisabethhöhe

Wir beginnen unsere Reise durch das wunderbare Weinviertel auf einem Berg und lassen den Blick über dieses idyllische Gebiet schweifen. Beste Aussichten eröffnen sich vom Bisamberg aus, der mit seinen 358 Metern an der Grenze zwischen Wien und dem niederösterreichischen Weinviertel liegt und zu dessen Füßen die schöne blaue Donau fließt.

Die höchste Erhebung des Bisambergs ist die Elisabethhöhe. Deren Namensgeberin Kaiserin Elisabeth ist nicht nur als bayrische Prinzessin Sissi durch Filme mit Romy Schneider verewigt, sondern auch durch eine Gedenksäule auf eben dieser Bergkuppe. 1899, ein Jahr nach dem Tod der Monarchin, wurde es von den Frauen »Kor­neuburgs und Umgebung« gestiftet und erinnert an einen Ausflug der gertenschlanken Sissi auf diese Anhöhe. Damals wie heute bildet der Aussichtspunkt bei diesem Denkmal ein beliebtes Wanderziel.

Der Bisamberg zählt geologisch zu den Alpen, im Bereich der sogenannten Wiener Pforte trennt ihn die vielbesungene Donau vom Wienerwald. Als strategischer Stützpunkt war dieser Berg jahrhundertelang bedeutend, Reste von Verteidigungsschanzen zeugen noch davon. Mit seinem teils pannonischen Klima ist er Lebensraum für eine außergewöhnliche Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen und steht deshalb unter Naturschutz. Auf mehreren Schautafeln, auch auf der Elisabethhöhe, sind botanische Besonderheiten erklärt. Die Aussicht vom Bisamberg ist an vielen Punkten grandios und reicht tief in das Weinviertel hinein sowie über Wien bis zu den Alpen und Kleinen Karpaten. Ein gut beschildertes Wandernetz lässt Aufstiege von den malerischen Heurigenorten rund um den Berg zum Genuss werden. Mit dem Auto kann man vom gleichnamigen Ort Bisamberg bis zum Parkplatz Gamshöhe fahren und von dort aus schon in wenigen Minuten zum Zielpunkt gelangen.

Das Wandernetz auf dem Bisamberg ist weitläufig, tolle Naturspielplätze auf der Elisabethhöhe und Falkenhöhe machen ihn zu einem idealen Familienausflugsziel.

1

Elisabethhöhe

Startpunkt für die kürzeste Tour: Parkplatz Gamshöhe

Gamshöhe 1

A-2102 Bisamberg

 

Nähere Informationen:

Gemeindeamt Bisamberg

Hauptstraße 2

A-2102 Bisamberg

+43 (0)2262 62000

www.bisamberg.at

  2 Betörende Flötenklänge

Korneuburg: Rattenfängerbrunnen und Rathaus

Ein hoher Brunnen aus weißem Stein prangt mitten auf dem Hauptplatz. Ganz oben befindet sich die Figur eines mittelalterlich gekleideten Mannes mit einer goldenen Flöte. Sie erinnert an eine Sage aus früheren Zeiten, in welcher die reiche Handelsstadt Korneuburg von einer verheerenden Rattenplage heimgesucht wurde. Rettung versprach damals ein Fremder: Er spielte auf seiner Flöte und die lästigen Nagetiere folgten seinen Klängen bis zur Donau, wo sie ertranken. Die Stadtherren wollten aber den versprochenen Lohn nicht bezahlen, weshalb der Rattenfänger im Jahr darauf mit einer anderen, größeren Flöte die Menschen bezauberte. Diesmal liefen alle Kinder mit ihm bis zum Fluss, bestiegen ein Boot und fuhren mit dem Unbekannten davon.

Heute tummelt sich wieder junges Volk auf dem Hauptplatz, der architektonisch hierzulande eine Besonderheit darstellt. Er weist die Form eines typisch schlesischen Ringplatzes auf, bei dem ein großer rechteckiger Platz um das mittige Rathaus und eine kleine Häusergruppe liegt. Die angrenzenden Patriziergebäude zeugen vom Wohlstand der Kaufmänner und vermitteln ein besonderes Ambiente.

Das Wahrzeichen der Stadt ist das neugotische Rathaus. Mit seinem auffallend gemusterten Dach und dem mittelalterlichen Turm sticht es schon von weitem aus dem Häusermeer heraus. Blickfänge an der Südfront über dem Balkon sind die prächtigen Standbilder, die Kaiser Franz Josef I. und Herzog Albrecht I. zeigen. Innen beeindruckt das Foyer mit einem imposanten Treppenaufgang sowie mit einer außergewöhnlichen Wappendecke – die Wahrzeichen bürgerlicher Familien des 15. und 16. Jahrhunderts sind hier verewigt. Vom Turm aus konnten die Wachtposten einst feindliche Angriffe oder Brände gut erkennen, heute ist er von Ostern bis Allerheiligen frei zugänglich.

Der Korneuburger Hauptplatz wird dienstag- und freitagvormittags zum Marktplatz, wo Sie in das geschäftige Treiben eintauchen oder in einem der Terrassencafés entspannt zuschauen können.

2

Rattenfängerbrunnen

Hauptplatz

A-2100 Korneuburg

www.sagen.at

 

Rathaus

Stadtgemeinde Korneuburg

Hauptplatz 39

A-2100 Korneuburg

+43 (0)2262 7700

www.korneuburg.gv.at

  3 Auf zu neuen Ufern

Korneuburg: Rollfähre am Korneuburger Donau-Ufer

Manche Erfindungen haben ein derart genial einfaches Prinzip, dass davon auch nicht technikaffine Menschen schwer beeindruckt sind. Ein Beispiel dafür ist eine Rollfähre. Sie überquert Flüsse von Ufer zu Ufer und kommt dabei völlig ohne Treibstoff aus.

Diese Meisterleistung der Ingenieurskunst können Sie an der Donau bei Korneuburg bewundern. Das schwimmende Transportmittel verkehrt nur mit Hilfe eines kräftigen Seiles und der Strömung hin und her. Jetzt wird es sogar für Physikmuffel spannend: Damit die Fähre den Fluss überquert, müssen zwei Kräfte zusammenspielen. Die eine wirkt durch das über den Fluss gespannte Stahlseil, an dem die Fähre beweglich angehängt ist. Dadurch wird verhindert, dass der Lastkahn mit Mann und Maus Richtung Wien abtreibt. Wenn der Kapitän nun das Gefährt durch Rudersteuerung schräg zur Strömung stellt, ermöglicht die Flussgeschwindigkeit als zweite Kraft das Übersetzen auf die andere Seite. Sogar das Tempo kann durch das Schrägstellen der Ruder beeinflusst werden. Die Naturgesetze sind zwar ein Garant für das immerwährende Funktionieren dieses Transportmittels, dennoch geben Außenbordmotoren die nötige Sicherheit für etwaige Notfälle.

Genug der Theorie, warum nicht einen Praxistest durchführen? Hier werden Fußgänger und Radfahrer ebenso verschifft wie Motorräder, Autos, Wohnwagen oder Traktoren. Auf der gegenüberliegenden Seite haben Sie zwar das schöne Weinviertel kurz verlassen, können aber einen Blick wie aus dem Bilderbuch darauf genießen und bei günstigem Wasserstand an einem kleinen Strand die Füße in die Donau tauchen.

Falls Ihnen viele Pedalritter entlang des Flusses auffallen, nicht wundern: Hier führt der rund 2.850 Kilometer lange Donauradweg vorbei, einer der beliebtesten Fernradwege Europas.

Das Restaurant Tuttendörfl verwöhnt seine Gäste mit gehobener Küche und wunderbaren Blicken auf die Donau. Am Golfplatz nebenan können Sie abschlagen oder eine Schnupperstunde buchen.

3

Rollfähre

Korneuburger Ufer

Donaulände 3

A-2100 Korneuburg

+43 (0)664 2155443

www.donaurollfaehre.at

 

RestaurantTuttendörfl

Tuttendörfl 6

A-2100 Korneuburg

+43 (0)2262 72485

www.tuttendoerfl.com

  4 Scharfes Auge, fester Griff

Leobendorf: Adlerwarte Kreuzenstein

Die Faszination für Greifvögel, die Könige der Lüfte, ist seit Menschengedenken ungebrochen. Bei einem Besuch der Adlerwarte Kreuzenstein kann man die edlen Tiere aus der Nähe betrachten und ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten bewundern. Große Volieren dieser Vogelstation bieten bei einem Rundgang detailreiche Blicke auf Seeadler, Geier, Wüstenbussarde oder Falken. Gebogene Schnäbel, scharfe Krallen und weite Schwingen wirken beeindruckend und furchterregend zugleich auf Jung und Alt. Informationstafeln erläutern zusätzlich Wissenswertes über Herkunft und Lebensweise der verschiedenen Arten.

Bei einer Flugvorführung zeigen ausgebildete Falkner die Ergebnisse ihres jahrelangen Trainings mit den intelligenten Greifvögeln. Ein besonders tiefes Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier wird gerade in der Falknerei eindrucksvoll erkennbar. Diese historische Jagdmethode ist etwa 3.000 bis 4.000 Jahre alt und entstand in den Steppen Asiens. Heute können Besucher auf einer Tribüne hautnah das Flügelrauschen über ihren Köpfen hinweg miterleben und außerdem feststellen, dass Eulen hingegen völlig lautlos fliegen. Die Erklärungen während der Schau über das Jagdverhalten und die Eigenheiten jeder vorgeführten Spezies sorgen für Staunen und Begeisterung, doch so manch erhabener Riesenflieger wird am Boden zu einem etwas tollpatschigen Sympathieträger. Für Freunde der Fotografie ergeben sich spannende Motive bei den waghalsigen Manövern der Flugkünstler.

Eine ideale Kulisse gibt die Burg Kreuzenstein ab, welche gleich nebenan imposant thront. Nach völliger Zerstörung ist ihr Wiederaufbau ab 1874 einer schillernden Persönlichkeit zu verdanken: Der gräfliche Kunstmäzen und Polarforscher Johann Nepomuk Wilczek hat hier viele seiner Träume verwirklicht.

Die Besichtigung der Burg Kreuzenstein ist nur mit Führung möglich. Dabei erfährt man Kurioses über die historischen Originalbauteile, die für die Errichtung aus ganz Europa zusammengetragen wurden.

4

Adlerwarte Kreuzenstein

Kreuzensteiner Straße

A-2100 Leobendorf

+43 (0)664 8998325

www.adlerwarte-kreu­zenstein.at

 

Burg Kreuzenstein

Kreuzensteiner Straße

A-2100 Leobendorf

+43 (0)664 1632700

www.kreuzenstein.com

  5 Das Leben feiern

Stetten: Tafeln im Weinviertel in der Riede Satzen

Die festlich gedeckte weiße Tafel unter freiem Himmel an den schönsten Plätzen im Weinviertel ist mittlerweile zu einem unverwechselbaren Symbolbild für stimmungsvollen Genuss in dieser Region geworden. Das großartige Konzept begeistert die Gäste, und das Angebot in den Sommermonaten von Tafeln im Weinviertel erweitert sich laufend. Jede der Veranstaltungen ist einmalig, denn in einer Saison wechseln die Schauplätze bei den einzelnen Events immer wieder.

Die großartige Kulisse ist einer der Hauptakteure des Abends, auch hier in den Weinbergen der Riede Satzen. Je nach Ort des Geschehens bietet sie weite Blicke über hügelige Weinfelder, bedient sich ehrwürdiger Innenhöfe von Gutshäusern und Schlössern oder lässt markante Kellergassen den lukullischen Tisch umrahmen. Der Sonnenuntergang veredelt das Ambiente mit mildem Licht und der Sternenhimmel krönt das unvergessliche Erlebnis dieses lauen Sommerabends. Sobald die Gäste auf den weiß bezogenen Stühlen Platz genommen haben, werden sie für die nächsten Stunden die stimmungsvolle Szenerie der Umgebung und edle Köstlichkeiten genießen dürfen. Weinviertler Spitzenköche bereiten ein Fünf-Gänge-Menü zu und kredenzen dabei kreative Interpretationen von Traditionsrezepten aus hiesigen Zutaten. Erstklassige Weine aus dem Umland runden das Essen ab, von fruchtig-frischen jungen Tropfen bis zu gehaltvollen Weinen. Diese Vergnüglichkeit wird zur bleibenden Erinnerung für Gaumen, Augen und auch Ohren, denn eine regionaltypische musikalische Begleitung gehört zum Tafeln im Weinviertel ebenso dazu wie das Bangen um gutes Wetter. Eine alternative Lokation in geschlossenen Räumlichkeiten steht für den Fall der Fälle jedenfalls bereit. Erheben Sie nun das Glas und stoßen Sie in netter Gesellschaft an einem herrlichen Fleckchen Erde auf die Schätze von Mutter Natur an.

Tafeln im Weinviertel kann auch zusammen mit einer oder mehreren Übernachtungen gebucht werden. Ein wunderbarer Anlass, um noch weitere besondere Erlebnisse in dieser Region zu genießen.

5

Tafeln im Weinviertel wird an rund 30 Plätzen angeboten

Etwa in der Riede Satzen

Am Kirchenweg 3

A-2100 Stetten

 

Weitere Informationen:

Weinviertel Tourismus

Wiener Straße 1

A-2170 Poysdorf

+43 (0)2552 3515

www.weinviertel.at

  6 Das verschwundene Meer

Stetten: Fossilienwelt

Vor 17 Millionen Jahren wogte ein tropisches Meer über weite Teile des Weinviertels, in den warmen Buchten lebte eine artenreiche Tierwelt und Mangrovenbäume säumten die Ufer. Dieses Paradies aus vergangenen Zeiten ist verschwunden, aber eine einzigartige archäologische Fundstelle lässt dessen damaligen Ausmaße erahnen. Vor wenigen Jahren wurde im Korneuburger Becken bei Stetten das weltweit größte fossile Austernriff mit rund 15.000 Riesenaustern freigelegt.

Diese enorme Ansammlung an versteinerten Muschelschalen hat sich vermutlich im Zuge einer gewaltigen Naturkatastrophe gebildet, wie in einer Multimediashow der Fossilienwelt eindrucksvoll dargestellt wird. Die gigantischen Überreste der größten jemals existierenden Austern sind teilweise über einen Meter lang und kommen heute nirgendwo sonst mehr auf unserer Erde vor. Im Zuge der umfangreichsten paläontologischen Grabung Österreichs wurde dieses Riff freigelegt und mit einer 600 Quadratmeter großen Halle überdacht, die im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann.