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AUF DAS BESTE REDUZIERT – In "Like a Virgin" von Linh Nguyen steht der alkoholfreie Genuss im Mittelpunkt. Schluss mit drögen Fruchtsäften mit Minischirm. Hier wird der Mocktail zum Star. In 60 innovativen, farbenfrohen und überraschenden Rezepten zeigt Nguyen, dass alkoholfrei keineswegs langweilig sein muss. Shaken, Rühren, Schichten, Muddlen: Und das mit kreativen Rezepten rund um selbstgemachte Säfte und Sirupe, Tonics und Bitters. Mehr als nur ein klassisches Rezeptbuch ist "Like a Virgin" zugleich ein Gesamtwerk, das Novizen und Neugierigen die Welt der Mixology näher bringen soll. Von der Grundausstattung hin zu einem umfangreichen Glossar ist das Buch als absoluter Wegweiser für Cocktailfans.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 95
Veröffentlichungsjahr: 2025
LINH NGUYENFOTOS: DANIEL ESSWEIN
DIE MOCKTAIL BIBEL
EINLEITUNG
DIE KUNST DER BALANCE
Wie man einen perfekt ausbalancierten Drink kreiert
HERSTELLUNGSTECHNIKEN
DIE GRUNDLAGEN DER MIXOLOGIE
Zutatenkunde und Bar-Equipment
Grundausstattung für Spirituosen & co.
Grundausstattung Säfte
Grundausstattung frisches Obst & Kräuter
Grundausstattung Sirupe
Grundausstattung zum Auffüllen
Grundausstattung Eis
DAS BASIC-EQUIPMENT
Grundausstattung für die heimische Bar
ESPUMA & AIR
Zwei Techniken für das gewisse Extra im Glas
GESCHMACK NEU DEFINIEREN
Eigene Sirup-Kreationen
ALKOHOLFREIE DESTILLATE
Aromatik ohne Promille
GARNIER- UND DEKORATIONSVORSCHLÄGE
REZEPTE
CLASSICS
Die Klassiker im Mocktail-Umhang
SPRIZZZ
SIGNATURE MOCKTAILS
TIPPS & TRICKS
Die Pannenhilfe
Personalisierung
Atmosphäre
SCHLUSSWORT
SERVICE
Glossar
Bezugsquellen
Bar-Empfehlungen
Danksagung
Callwey Verlag
Impressum
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Mein Name ist Linh Nguyen, und ich lade euch herzlich dazu ein, mit mir in die Welt der Mixologie einzutauchen – eine Welt, die ich im Lauf der Jahre auf meine ganz eigene Art definiert habe. Mein Ansatz ist einzigartig und wird vielleicht manches Mal anders sein, als ihr es gewohnt seid. Doch genau darin liegt die Schönheit: Mixologie ist nicht nur ein Handwerk, sondern eine Kunst, die ich mit all meinen Sinnen lebe.
Dabei war es gar nicht der klassische Weg, der mich hinter die Bar führte. Die Welt der Cocktails und Bars war mir lange Zeit fremd – ein mysteriöser Ort, der im Glanz von Glas und Flüssigkeit badete, wo Drinks Geschichten erzählten und jede Zutat eine ganz eigene Bedeutung hatte. Doch während mir die Welt sprudelnde Cocktails und berauschende Spirituosen bot, war ich auf der Suche nach etwas anderem: nach der Kunst der Verführung …
Ich freue mich darauf, euch mit diesem Buch auf eine Reise in die Mixologie mitzunehmen, bei der wir zusammen diese Kunst erkunden. Wir werden Geschmäcker entdecken, Geschichten erzählen und Drinks kreieren, die nicht nur köstlich sind, sondern berühren. Willkommen in meiner Welt der Sinne.
Geboren wurde ich 1988 in Rathenow in Brandenburg als Kind vietnamesischer Eltern. Meine Familie zog bald darauf nach Marburg, wo ich aufwuchs, zur Schule ging und später mein Abitur machte. Nach einem Bachelorstudium, das wenig mit dem zu tun hatte, was ich heute mache, führte mich mein Weg zunächst abseits der Barwelt. Doch es dauerte nicht lange, bis ich als Quereinsteigerin in einem Hotelbetrieb landete – eine Entscheidung, die meinen Weg in die Welt der Cocktails und der Gastfreundschaft prägen sollte. Nachdem ich meinen „International Bartender“-Schein in Barcelona gemacht hatte, blieb ich fast fünf Jahre fest angestellt in der Hotelbar. Dort erlernte ich die Grundkenntnisse des Mixens und entwickelte mich persönlich und beruflich zu der Person, die ich heute bin, auch wenn ich immer wieder auf Herausforderungen stieß, die mir vor Augen führten, dass es heute immer noch Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern gibt.
Nach diesen knapp fünf Jahren spürte ich, dass ich etwas Eigenes schaffen wollte. Ich hatte das Bedürfnis, die Mixologie auf meine eigene Weise zu erforschen, weiterzuentwickeln und neu zu definieren. Mixologie ist für mich mehr als das Erstellen einer Barkarte – es ist eine Art der Sinneserfahrung. In meiner Arbeit vereine ich heute Geschmäcker mit Kunst und Musik und lasse die Sinne ineinanderfließen. Das, was wir hören, fühlen, sehen und schmecken, gehört für mich zusammen und prägt das Erlebnis eines guten Drinks.
2019 beschloss ich, an meinem ersten Cocktail-Wettbewerb teilzunehmen, um zu präsentieren, was ich konnte. Es war der Anfang einer Reise, die mich weit führte. Dieser erste Wettbewerb, ein Meilenstein, war die Lady Amarena Competition, eine Meisterschaft ausschließlich für Frauen. Zum 100-jährigen Geburtstag der Firma Fabbri und zu Ehren der Erfinderin der Amarenakirsche, Rachele Fabbri, hat das bekannte italienische Familienunternehmen 2005 diesen Wettbewerb ins Leben gerufen. 2021 wurde ich deutsche Meisterin, und 2022 gewann ich schließlich das Global Final – der Moment, in dem ich als Lady Amarena International und The Best Female Bartender oft the World ausgezeichnet wurde. Damit holte Deutschland erstmalig Gold. Dieser Sieg war der entscheidende Startschuss für meine heutige Karriere und hat mich motiviert, meinen eigenen Weg in der Mixologie zu gehen.
Die World Class, der weltweit größte Bartender-Wettbewerb, war ebenfalls prägend: Als Finalistin für Deutschland lernte ich, meine Fähigkeiten auf ein neues Level zu heben. Und beim IWCC – International Wörthersee Cocktail Cup konnte ich mehrere Gruppensiege und einen beeindruckenden zweiten Platz overall erreichen. Schließlich wurde ich zur Rolling Pin European Bartender 2022 gewählt, was meine Position in der Branche weiter festigte.
Danke dafür, Johannes Roiner und Lars Hense, dass ihr mich fordert und fördert und seither treue Wegbegleiter seid. Siege verzeichnet man gemeinsam oder gar nicht!
2023 wagte ich den großen Schritt in die Selbstständigkeit. Mir wurde klar, dass mein Ansatz in der Mixologie anders ist als das, was konventionell in vielen Bars gelebt wird. Ich wollte mich auf das konzentrieren, was mir wirklich wichtig ist: Genuss, der über das Geschmackliche hinausgeht. Ich entwickle Drinks, die die Sinne berühren, die Farben sprechen lassen und Gefühle transportieren – und am Ende einfach großartig schmecken.
In dieser Zeit durfte ich an außergewöhnlichen Projekten arbeiten. Ich habe Duft-Cocktails für Bruno Banani kreiert und ein sensorisches Erlebnis für den Lena Gercke Signature-Duft gestaltet. Diese Projekte erlauben es mir, meine femininen, gefühlvollen Ansätze auf ganz neuen Ebenen umzusetzen. Auch als TV-Bartenderin in der Vox-Sendung „First Dates“ mit Roland Trettl bin ich aktiv. Dort erlebe ich, wie Liebe und Genuss Hand in Hand gehen, und darf Teil eines großartigen Teams sein, das Genussmomente mit Herzblut zelebriert.
Es ist die Balance der Aromen, das Spiel der Gewürze, die Frische der Kräuter, die Süße und der Anklang von Säure, die einem Getränk Leben einhauchen.
Unsere Welt wird so stark von alkoholischen Getränken dominiert, da wollte ich nicht nur Alternativen anbieten, sondern kreative Genussmomente erschaffen, die für sich selbst stehen. Denn für mich ist das Erfinden alkoholfreier Drinks eine Ausdrucksform, die einen Teil meines Lebens ausmacht. Es ist die Leidenschaft, die ich zelebriere, wenn ich in jeder Mischung, in jedem Shake und jedem Tropfen meinen Gästen und Freunden zeigen kann, dass sich Genuss und alkoholfrei nicht ausschließen.
Und hier, in Like a Virgin, teile ich mit euch die Geheimnisse und die Kunst des Mixens – komplett promillefrei!
Schon immer war ich eine verantwortungsbewusste Person, besonders im Umgang mit Alkohol. Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, am Arbeitsplatz keinen Alkohol zu konsumieren. Auch mein typisches Feierabendgetränk bestand meist aus einer Coke Zero.
Ich sah meine Profession als etwas sehr Ernsthaftes, als eine Kunst und eine Verantwortung. Diese Einstellung spiegelte sich auch in meinem Privatleben wider: Ich trinke selten und wenn, bleibt es meistens bei einem Glas. Viele fanden das ungewöhnlich und fragten mich oft, wie ich den perfekten Drink kreieren könne, ohne dabei Alkohol zu verwenden. Die Antwort ist einfach: Um die Balance und das Geschmacksprofil eines Drinks zu erfassen, reichen oft schon ein paar wenige Tropfen. Es geht um die feine Abstimmung, die Präzision und die Kunst der Aromen – und dafür muss ich nicht regelmäßig Alkohol trinken. Das Geschmacksprofil wird nach dem Abschmecken für immer in meinem sensorischen Gedächtnis gespeichert, so, wie wir es mit dem Geschmack einer Banane oder Schokolade machen.
Aus diesem Grund ist es mir wichtig, klassische Cocktails auch als alkoholfreie Variante anzubieten. Es gibt viele Menschen, die zu besonderen Anlässen, bei Feierlichkeiten oder auf Events gerne das volle Geschmackserlebnis genießen möchten, ohne dabei auf Alkohol zurückgreifen zu müssen – etwa weil sie noch fahren müssen, aus gesundheitlichen Gründen, aufgrund einer Schwangerschaft oder weil sie einfach bewusst auf Alkohol verzichten möchten.
Zu oft stehen solche Menschen abseits, werden nur mit Softdrinks, Saft oder einem schlichten Tonic abgespeist. Für mich ist das unzureichend. Ich möchte Drinks anbieten, die den gleichen Geschmack und die gleiche Raffinesse wie ihre alkoholischen Gegenstücke besitzen. Warum sollte jemand auf den Genuss eines klassischen Cocktails verzichten, nur weil er oder sie keinen Alkohol konsumieren möchte? Es geht darum, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, mit einem Drink anzustoßen, der mehr als nur eine bloße Alternative ist – sondern ein echter Genussmoment, der sich voll entfalten kann.
Dabei ist mir als Bartender bewusst, welche Wirkung Alkohol auf den Körper haben kann. Ich nehme meine Verantwortung ernst und sehe es als meine Aufgabe, meine Gäste respektvoll und verantwortungsbewusst zu beraten. Es ist mir wichtig, darüber aufzuklären und Alternativen zu bieten, die sowohl geschmacklich als auch erlebnisorientiert überzeugen.
Alkohol hat tiefgreifende Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Sinne, und ein bewusster Umgang damit ist unerlässlich. Mocktails bieten eine Möglichkeit, ohne die potenziellen Nebenwirkungen oder Gefahren von Alkohol voll in den Geschmack und das Erlebnis eines Cocktails einzutauchen. Sie sind ein Genuss ohne Kompromisse und bieten allen, die sich für diesen Weg entscheiden, eine ebenso reiche und tiefgründige Erfahrung wie jedes alkoholische Pendant.
Ich möchte den Alkohol nicht verteufeln - im Gegenteil: Ich liebe Spirituosen und schätze ihre Vielschichtigkeit und die Geschichten, die sie erzählen. Doch genauso wichtig ist mir ein bewusster, achtsamer Umgang damit. Das ist nicht nur ein Appell an meine Kolleginnen und Kollegen, sondern auch eine Botschaft an den Nachwuchs in der Mixologie: Genuss und Verantwortung gehen Hand in Hand. Und wer wirklich versteht, was Alkohol im Körper bewirkt, kann ihn mit der nötigen Sorgfalt einsetzen – um so einen perfekten Cocktail zu kreieren oder sich bewusst für die alkoholfreie Alternative zu entscheiden.
Das Thema Alkohol vs. kein Alkohol ist eines, das in vielen Bereichen unseres Lebens tief verwurzelt ist, nicht nur in der Gastronomie, sondern auch im Alltag – wobei ich in der Gastronomie oft beobachte, dass der Konsum von Alkohol fast schon zum Lebensstil dazugehört. Aussagen wie „Ein kurzer Shot, um den Abend zu überleben“, „Gastro ist eben stressig, da gehört das dazu“ oder „Mach dich mal locker, Linh“ sind nicht selten. Doch dieser scheinbar selbstverständliche Umgang birgt Gefahren. Wenn Alkohol ein ständiger Begleiter wird – sei es aus Gewohnheit, sozialem Druck oder Stressbewältigung – rückt der eigentliche Genuss schnell in den Hintergrund.
Doch auch im normalen Leben scheint der Verzicht auf Alkohol oft Erklärungsbedarf nach sich zu ziehen. Warum muss man sich rechtfertigen, wenn man sich bewusst entscheidet, keinen Alkohol zu trinken? Sagt jemand: „Ich bleibe heute alkoholfrei“, kommen sofort Fragen wie: „Geht es dir nicht gut? Bist du schwanger?“ – oder gar unglaubliche Blicke, als sei diese Entscheidung ungewöhnlich oder erklärungsbedürftig.
