Loslassen - Juliana Minden - E-Book

Loslassen E-Book

Juliana Minden

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Beschreibung

Warum ist das Loslassen so schwer? Liebeskummer kann sehr schmerzhaft sein und schlimmstenfalls weit über eine depressive Verstimmung hinaus gehen. Juliana Minden hilft mit ihrem Wissen aus Psychologie und Praxis, nach dem Ende einer Beziehung wieder auf die Beine zu kommen und sich vor erneutem Trennungsschmerz zu schützen. Unter anderem werden die folgenden Fragen geklärt: • Wie verhindert man erneuten Liebeskummer in der nächsten Beziehung? • Warum ist es so schwer, die Vergangenheit zu verarbeiten? • Was tun, wenn der Ex-Partner plötzlich wieder schreibt? • Wie geht man am besten mit Social Media um? • Warum sind Rebound Beziehungen oft nur von kurzer Dauer? Ein Buch für Frauen und Männer, um Trennungen zu verarbeiten und darin Antrieb für die eigene persönliche Entwicklung zu finden.

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Seitenzahl: 75

Veröffentlichungsjahr: 2018

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INHALT

Herzschmerz und seine vielen Gesichter

Verarbeiten

Warum Schmerz und Liebe zusammengehören

Was ein Drogenentzug mit Liebeskummer gemein hat

Welche zwei Dinge du zum Verarbeiten brauchst

Die Phasen, die den Liebeskummer prägen

Wie lange der Herzschmerz andauern wird

Loslassen

Freunde bleiben?

Deshalb ist es so schwer, loszulassen

Warum Social Media problematisch ist

Klare Verhältnisse schaffen

Die richtige Denkweise

Warum Rebound Beziehungen so oft enden

Prävention üben

In welchen Fällen Verdrängung eine Rolle spielen sollte

10 Hilfsmittel um abzuschließen

Wie du negative Gefühle bewältigst

Wenn der Ex sich wieder meldet

Drei Eigenschaften die du an dir kennen musst

Wiedersehen mit dem Ex

Ein gesundes Herz

Trennungen und Drehbücher

Abschließen

Appendix

Referenzen

HERZSCHMERZ UND SEINE VIELEN GESICHTER

Liebeskummer ist nach einer intensiven Trennung leider unvermeidlich. Er gehört zum Liebesspiel ebenso dazu wie die Schmetterlinge, die zu Beginn einer Romanze in deinem Bauch flattern.

Besonders schmerzhaft ist die enttäuschende Liebe. Wenn ein Streit oder ein einfaches Missverständnis das mühsam aufgebaute Gerüst der Beziehung jäh einstürzen lässt, der Kontakt sich plötzlich als ungewohnt schwierig erweist oder gar völlig abreißt. Du traust dich nicht einmal mehr, kurz anzurufen oder eine SMS zu schicken aus Angst, keine Antwort zu erhalten und noch weiter verletzt zu werden.

Liebeskummer spielt meist auch dann eine große Rolle, wenn du die Trennung in die Wege geleitet hast. Wie sehr dir dein Partner auch weh getan hat – du hast mit ihr oder ihm lange Zeit deine tiefsten Gedanken und Gefühle geteilt. Das kannst du nicht so einfach verarbeiten und vergessen. Schließlich gab es mal eine Zeit, als dir dieser Mensch etwas gegeben hat, was dir kein anderer geben konnte. 

Es mag der Gedanke daran sein, wie eine gemeinsame Zukunft mit diesem Menschen ausgesehen hätte oder die Enttäuschung darüber, etwas gesehen zu haben, das so womöglich nie existiert hat. Du warst dir sicher, einen ganz besonderen Seelenverwandten gefunden zu haben: Jemand, den du nun für immer verloren hast. Vielleicht wirst du glauben, ohne diesen Menschen zwar atmen, lachen und funktionieren, aber niemals wieder gänzlich glücklich sein zu können. 

Liebeskummer kann viele, verschiedene Gesichter haben. Da gibt es die Liebe, die nicht erwidert wird. Du entwickelst starke Gefühle für jemanden, aber obwohl du immer wieder die Nähe suchst, bleibt deine Zuneigung unerwidert. Deine Hoffnung wird immer kleiner und die Angst vor Zurückweisung immer größer. Es gehört zu den unschönsten Arten von Liebeskummer, wenn jener begehrte Mensch dir zwar physisch nahe ist, aber du Mal für Mal daran erinnert wirst, dass er sich emotional nie so zu dir hingezogen fühlen wird, wie du zu ihm.

Wenn ich mit meiner Beschreibung einen wunden Punkt treffe, den du lieber ganz tief in dir vergraben würdest, mag es womöglich nicht einfach sein, diese Worte zu lesen. Während du dieses Buch in den Händen hältst, wird der Trennungsschmerz womöglich noch tief in dir drinstecken. Solltest du dich dafür entscheiden, weiterzulesen, halte ich es für sehr wichtig, gleich am Anfang eine Sache vorwegzunehmen:

„Es wird besser werden.“

Diese wenigen Worte solltest du nicht als vages Versprechen, sondern als ernstzunehmende Tatsache annehmen. Du kannst es schaffen, die negativen Gefühle, die du jetzt spüren magst, zu überwinden. Ich möchte dir in diesem Buch dabei helfen, deiner Trauer auf eine gesunde und positive Art zu begegnen. Die nötige Motivation hast du bereits bewiesen, indem du dich für dieses Buch entschieden hast. Ich möchte dir auf den nächsten Seiten eine Hand reichen um schnell wieder auf die Beine zu kommen und stärker aufzustehen, als du es in diesem Moment vielleicht für möglich halten kannst. 

Deine Juliana Minden

VERARBEITEN

WARUM SCHMERZ UND LIEBE ZUSAMMENGEHÖREN

Nehmen wir einmal an, du kämst aus einer Beziehung heraus und würdest der Trennung von einem geliebten Menschen mit völliger Gleichgültigkeit begegnen. Im Umkehrschluss würde dies doch bedeuten, dass du all den schönen und intensiven Momenten mit deinem früheren Partner mit aufrichtigem Desinteresse begegnest. Jene Menschen, die nach einer Trennung keinerlei negative Emotionen verspüren, sind in vielerlei Hinsicht zu bemitleiden. Nach einem Beziehungsaus nicht mit Liebeskummer konfrontiert zu werden ist eher eine Seltenheit. Meist sind die Betroffenen hormonell gehemmt oder autistisch veranlagt. 

Die Trauer, die wir empfinden, wenn ein geliebter Partner geht, mag schmerzhaft sein, aber sie zeigt, dass wir Freude an Romantik und Zweisamkeit verspüren können. Auch unschöne Emotionen nehmen einen wichtigen Platz in unserem Gefühlsspektrum ein und besonders in der Liebe empfinden wir mit der gesamten Palette. Der Satz: „Ohne Schmerz kann es keine Liebe geben“ wird bei einigen Lesern Ungläubigkeit hervorrufen, manche werden ihm hingegen mit tiefster Zustimmung begegnen oder nachdenklich werden. Wie wäre es aber, wenn wir die Worte ein wenig umstellen? „Schmerz gehört auch zur Liebe dazu“ beschreibt denselben Sachverhalt. Wenn du Schmerz verspüren kannst, ist das ein gutes Zeichen. Es zeigt dir, wie weit dein emotionales Spektrum reichen kann und dient als wichtige Erkenntnis, dass du in deinem Empfinden nicht abgestumpft bist.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, im Kopf zu behalten, dass jener Schmerz in den allermeisten Fällen nur von temporärer Natur ist. Darauf möchte ich auf den nächsten Seiten näher eingehen.

WAS EIN DROGENENTZUG MIT LIEBESKUMMER GEMEIN HAT

Für Romantiker ist die Liebe etwas unerklärlich Magisches. Um deine eigenen Emotionen besser einordnen zu können, ist es jedoch wichtig, auch zu verstehen, dass das Ver- und Entlieben vor allem biologisch angetriebene Prozesse sind. Sie werden mehr vom Hirn als vom Herzen gesteuert und laufen bei den meisten Menschen ähnlich ab. Hormone sind der Grund dafür, warum du dich in der Phase der Verliebtheit oft rastlos und gutgelaunt fühlst und der Auslöser für die innere Unruhe, die du nach einer Trennung verspüren magst. Die Natur hat dieses Zusammenspiel der Hormone wohl so eingerichtet, damit wir auch nach dem Sex noch zusammenbleiben, um den Nachwuchs gemeinsam großzuziehen. 

Wissenschaftler vergleichen den Zustand des Verliebens mit einem Drogenrausch, weil er in denselben Hirnregionen abläuft. Im Belohnungszentrum deines Gehirns spielen das Glückshormon Dopamin und das Bindungshormon Oxytocin neben dem Botenstoff Serotonin eine wichtige Rolle. Auch die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin sind in dieser Phase beteiligt. Dopamin ist ein natürliches Aufputschmittel, das unsere Aufmerksamkeit auf angenehme und erfreuliche Dinge lenkt. Im Zustand der Verliebtheit laufen wir mit einem Dauergrinsen durch die Stadt und sind ständig gut gelaunt. Dopamin sorgt allerdings auch dafür, dass wir eine Art Tunnelblick für den Ursprung unserer Freude entwickeln. Wir scheinen nur noch Augen für den Partner zu haben und blenden negative Charaktereigenschaften unbewusst aus. Das Bindungshormon Oxytocin entsteht in der Hirnanhangdrüse bei positiven zwischenmenschlichen Kontakten und hat maßgeblichen Einfluss auf Liebe, Vertrauen und Treue in einer Beziehung. In der heißen Phase des Verliebtseins sinkt unser Serotoninspiegel erheblich. Dieser Botenstoff bedingt innere Ausgeglichenheit und wenn zu wenig davon ausgeschüttet wird, fühlen wir uns rastlos und unruhig. Als wenn die Unausgeglichenheit nicht schon genug wäre, kommen noch Stresshormone dazu. Adrenalin und Noradrenalin sorgen für Herzklopfen, Appetitlosigkeit und feuchte Hände, wenn sich der Lieblingsmensch in unserer Nähe befindet. Das Zusammenwirken all dieser Rauschhormone führt dazu, dass wir vor allem in der Anfangsphase regelrecht besessen vom neuen Partner sind. Die Hirnareale für rationales Denken sind dann fast gar nicht aktiv und wir entscheiden oft instinktiv und manchmal gegen jegliche Vernunft.

Wenn es zu einer Trennung kommt und der Partner plötzlich nicht mehr da ist, fehlen dem Körper auch die Glückshormone, die wir mit ihm verbinden. Kommt es zu einem drastischen Absinken an Dopamin im Gehirn, fühlen wir uns lust- und antriebslos. Der Serotoninspiegel sinkt und sorgt für mentale Unruhe. Die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden im Überfluss ausgeschüttet und bewirken emotionalen Stress. Die Euphorie ist nicht mehr da und muss Platz machen für Aggressivität, Herzrasen, Trauer und das Gefühl von innerer Leere. Der Zustand in unserem Körper kommt jenem gleich, den Betroffene bei einem Drogenentzug empfinden.

Die meisten Menschen machen während der Trennung eine solche hormonelle Umstellung durch. Mediziner bezeichnen es auch als reaktive Depression oder Anpassungsstörung. Die Anpassung an die neuen biologischen, emotionalen und physischen Verhältnisse fällt schwer. Anders als bei einer klinischen Depression findet ein gesunder Organismus hier jedoch in den allermeisten Fällen selbst wieder in den Zustand des hormonellen Gleichgewichts zurück. Die Symptome schwächen ab und verschwinden mit ausreichendem Abstand bald vollständig. Studien beweisen, dass auch die Hirnareale, welche für die Anziehung zum Ex-Partner zuständig sind, ihre Aktivität vermindern je mehr Zeit verstreicht. Also Kopf hoch! Auch wenn es dir in diesem Moment schwerfällt, es zu glauben: Du wirst dich erholen – auch, wenn es einige Monate oder gar ein Jahr dauern wird. Du kannst aber definitiv etwas tun, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Vermeide unnötige Stressfaktoren und richte deine Gedanken auf eine positive Zukunft. Versuche, dich in dieser Phase mit schönen Dingen zu befassen, um deine Glückshormone nach und nach wieder zu aktivieren. Die Zeit heilt bekanntlich alle Wunden – und dabei handelt es sich nicht nur um eine bloße Floskel.

WELCHE ZWEI DINGE DU ZUM VERARBEITEN BRAUCHST

Verarbeiten bedeutet, sich mit Erfahrungen auseinanderzusetzen, Eindrücke anzunehmen und Klarheit zu gewinnen. Du wirst dir mitunter die folgenden Fragen stellen müssen: 

Was ist alles passiert?

Welchen Anteil habe ich daran?