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Der virtuelle Raum – ein Körperumraum So wie Kleidung oder Architekturen Körperumräume bilden, welche unsere Körpergrenzen real erweitern und transformieren, so formt auch der virtuelle Raum Körper und Körperumraum. Louise Walleneit untersucht, wie notwendig körperliche Kommunikation für die Gemeinschaft ist, dafür hat sie eigens einen tastsensiblen Raum gebaut, der körperliche Interaktion wahrnimmt und (Schritte und Berührungen auf der Stoffmembran) in akustische Abdrücke von Begegnungen übersetzt. "cloudmeeting" ist ein tastsensibler Raum, der wie ein begeh- und anziehbarer textiler Touchscreen zu erfahren ist. Bewegung und Interaktion der User*innen im Raum werden über Sensoren digital übersetzt und unmittelbar als transformierbarer Eigensound an die Personen rückgekoppelt.
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Seitenzahl: 15
Veröffentlichungsjahr: 2022
Louise Walleneit
cloudmeeting
MMKoehn
Barbara John cloudmeeting –ein multisensorisches Raumexperiment
Am Anfang seines 1967erschienenen Buches The Medium is the Massage stellte Marshall McLuhan fest: „The medium, or process, of our time – electric technology – is reshaping and restructuring patterns of social interdependence and every aspect of our personal life.“ 1Das damals immer stärker werdende Eindringen neuer Technologien in den Alltag, vom Multi-Channel-TV bis zu neuen Formen der Telekommunikation, hatte schon für McLuhan das Potenzial, die elektronische Schalttechnik als Erweiterung unseres Zentralnervensystems zu betrachten. 2
Nach über fünf Jahrzehnten ist diese Utopie der Verschmelzung von Körper und Technik allmählich schrittweise Realität geworden. Louise Walleneit hat für ihre Installation cloudmeetingeinen Raum geschaffen, in dem diese Schnittstelle zwischen Körper und digitalen Medien multisensorisch erfahrbar wird. In einem Infotext zu ihrer Arbeit fasst sie ihre Intentionen folgendermaßen zusammen:„Ausgehend von der Fragestellung, welchen Einfluss die Digitalisierung sozialer Gefüge auf die kommunikative Interaktion unserer Körper und unser sinnliches Wissen hat, initiiert cloudmeetingHandlungen, die Körperwissen durch Erfahrung entstehen lässt.“ 3
Die Künstlerin unternimmt ein Experiment, in dem das Wechselspiel zwischen Körper, Raum und Medien erprobt wird. Auf spielerische Art und Weise kann ein Bewusstsein entstehen für ihre Verschmelzung und wechselseitige Beeinflussung.
Man betritt einen hell erleuchteten, allseitig mit grauen Textilbahnen bespannten Kubus. Statt auf dem festen Fußboden unserer Alltagsräume stehen wir auf einer interaktiven Fläche. Sensoren unter dem Boden und hinter den Wänden lösen je nach Trittstärke, Geschwindigkeit und Nähe im Bewegungsverlauf elektronische Klänge aus. So entsteht ein individueller Klangraum aus den Bewegungen des eigenen Körpers. Walleneit arbeitete für die Realisierung des Projektes mit dem Leipziger Klangkünstler und Interface-Designer Olli Holland zusammen. Der Titel der Arbeit cloudmeetingdeutet es schon an: Louise Walleneit möchte diesen Raum für Mitautorschaft mehrerer Akteure öffnen. Das
