Lovestory - Elke Krüsmann - E-Book

Lovestory E-Book

Elke Krüsmann

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14,99 €

  • Herausgeber: Mosaik
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2015
Beschreibung

Schön, wenn man den Mann fürs Leben gefunden hat. Noch schöner, wenn man ein paar mehr kennt.

Die Liebe ist der große Sehnsuchtstrip, der alles verändert. Aber warum ist es so schwer, den Goldrichtigen zu finden? Und wieso geben sich manche Frauen mit dem Nebendarsteller zufrieden, wo sie doch den Star verdient hätten?

Elke Krüsmann nimmt ihre Leserinnen mit auf eine inspirierende Reise in die Welt der großen Gefühle. Sie erklärt mit analytischem Blick und einem Schuss Humor die sieben Liebesgeheimnisse, die jeder kennen sollte.

In diesem Buch erfahren Sie

- warum sich schon in der Kindheit entscheidet, welcher Partner am besten zu Ihnen passt,

- weshalb es immer die Frau ist, die in der Liebe die Spielregeln bestimmt,

- und wie diese Erkenntnis Ihnen hilft, zu bekommen, was (und wen) Sie wollen.

Am Ende wissen Sie nicht nur, wie Sie Ihren individuellen Mix aus Persönlichkeit und Glamour optimal präsentieren – Sie haben auch das große Glück am Haken.



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Seitenzahl: 267

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Buch

Kann man Liebe lernen?

Die Liebe kommt, die Liebe geht. Doch wie können wir sie festhalten und das Glück einer ausfüllenden Beziehung bei uns halten? Ist es Zufall oder Schicksal – oder gibt es verborgene Gesetze, die uns lenken? Elke Krüsmann studiert das wunderbare Phänomen seit Langem und ist sich sicher: Wer die Regeln der Liebe kennt, identifiziert bei der Partnerwahl mit hoher Trefferquote die geeigneten Kandidaten, durchschaut die Manöver, die Paare in Krisen zur Trennung treiben – und kann sie vermeiden.

Autorin

ELKE KRÜSMANN, studierte Germanistik und arbeitet seit 25 Jahren als Journalistin. Nach Stationen als Autorin u. a. bei den Magazinen Ambiente und Bunte schreibt sie heute bei der Zeitschrift Elle vor allem über Themen aus dem Bereich Psychologie. Sie lebt mit ihrem Mann in München.

Außerdem von Elke Krüsmann im Programm:

Endlich Lady! ( auch als E-Book erhältlich)

Elke Krüsmann

LOVESTORY

Die 7 Geheimnisse gelingender Beziehungen

Die Ratschläge in diesem Buch wurden von der Autorin und vom Verlag sorgfältig erwogen und geprüft, dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autorin bzw. des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

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1. Auflage

© 2015 Wilhelm Goldmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung: zeichenpool

Layout und Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling/Kim Winzen

JE · Herstellung: IH

ISBN 978-3-641-16698-4

www.mosaik-verlag.de

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Für Bernd

Inhalt

EINLEITUNGWas ich von der burmesischen Schamanin Parwati über die Liebe lernte

Geheimnis Nummer eins:AM ANFANG MUSS ES KNALLEN

Je heftiger die Herzattacken zu Beginn einer Beziehung, desto lang anhaltender die Nachwirkungen

Geheimnis Nummer zwei:EIN LOVER KOMMT SELTEN ALLEIN

Warum ein bestimmter Typ Mann uns immer wieder magisch anzieht. Und was das über unsere verborgenen Sehnsüchte aussagt

Geheimnis Nummer drei:LIEBER EINMAL GANZ GELIEBT ALS ZEHNMAL HALB

Souveräne Frauen müssen nicht jedem Mann gefallen – nur dem richtigen

Geheimnis Nummer vier:LASS DIE LEUTE RÄTSELN, DANN VERGESSEN SIE DICH NIE

Wie man einen Hype um seine Person entfacht

Geheimnis Nummer fünf:WER NICHT SUCHT, WIRD FÜNDIG

Warum Bindungen sich festigen, wenn man in der Liebe loslässt

Geheimnis Nummer sechs:SELBSTERKENNTNIS IST DER KÖNIGSWEG ZUR ZWEISAMKEIT

Wie die Position, die wir in der Geschwisterfolge einnehmen, unsere Vorlieben bei der Partnerwahl prägt. Und warum sich schon in der Kindheit entscheidet, mit wem wir als Erwachsene glücklich werden

Geheimnis Nummer sieben:DIE ROSAROTE BRILLE IM HAUS ERSPART DEN SCHEIDUNGSRICHTER

Die magische Formel für dauerhaftes Glück

ANMERKUNGEN

BIBLIOGRAFIE

EINLEITUNG Was ich von der burmesischen Schamanin Parwati über die Liebe lernte

Wie kommt es eigentlich, dass wir uns an bestimmte Momente in unserem Leben sehr detailliert erinnern können, während andere schon nach wenigen Tagen aus unserem Gedächtnis entschwinden? Wissenschaftler haben dieses Phänomen analysiert und herausgefunden: Immer dann, wenn eine Situation mit intensiven Gefühlen verbunden ist, prägt sie sich uns besonders nachhaltig ein. Aus einem Segelflugzeug die Welt von oben zu betrachten, auf der Teenagerparty den ersten Blues mit einem geliebten Menschen zu tanzen – solche Augenblicke sind mit tiefen Glücksempfindungen aufgeladen. Deshalb vergessen wir sie nie. So ging es mir mit einem Erlebnis, das ich in den neunziger Jahren in Asien hatte. Es veränderte meinen Blick auf die Liebe und inspirierte dieses Buch.

Sie hieß Parwati, und sie saß jeden Tag auf ihrem Stammplatz auf der U-Bein-Brücke, die über den Taungthaman-See führt. Auf meinen Streifzügen durch den Ort Amarapura, nicht weit von Mandalay, kam ich oft an ihr vorbei. Wir grüßten uns jedes Mal mit einem Lächeln. Aber nie sprach sie mich an, wie all die anderen Wahrsager und Schamanen, die auf dieser längsten Teakholzbrücke der Welt um Kundschaft buhlten.

Die papierdünne Haut ihres Gesichts, die Fältchen um ihre Augen, das offene, aber auch ein bisschen schüchterne Lächeln, die graziöse Bewegung, mit der sie ihr Haar glättete – irgendetwas an ihr zog mich an, ohne dass ich sagen konnte, was es war. Ich genoss unsere Vertrautheit, die ganz ohne Worte auskam. Nur einmal schaute sie mir ernst und forschend in die Augen und sagte: »Don’t worry about men. One lover never comes alone.«

Wusste sie etwas über mich, was sie eigentlich gar nicht wissen konnte? Ich widerstand der Versuchung, ihre Schamanen-Kompetenz auf die Probe zu stellen. Ich war seit einem halben Jahr in Asien und seit mehreren Wochen in Myanmar unterwegs. Im Bannkreis von unzähligen Tempeln, Göttern und Geistern hatte ich mir abgewöhnt, alle Phänomene der Welt mit meinem Verstand erklären zu wollen.

Die Reise, die ich damals Anfang der neunziger Jahre, angetreten hatte, war kein Urlaub im klassischen Sinn. Sie war eher eine Flucht. Ein Ablenkungsmanöver, das Herz und Hirn auf andere Gedanken bringen sollte. Ein Liebeskummer hatte mich so heftig aus meiner seelischen Balance gekippt, dass ich keine Ahnung hatte, wie oder wann ich aus den Sümpfen der Traurigkeit jemals wieder herausfinden würde. Außerstande, in meinem Job als Redakteurin wie gewohnt zu funktionieren, kündigte ich meine Stelle, plünderte mein Sparkonto und nahm eine halbjährige Auszeit, die ich zunächst auf Bali, später in Thailand und Myanmar verbrachte.

Was ich brauchte, war eine kräftige Dosis heilende Magie. Deshalb zerstörte ich gleich am Anfang das Foto des abtrünnigen Geliebten, das ich in einem silbernen Medaillon um den Hals getragen hatte, in einer kleinen rituellen Verbrennungszeremonie. Die Vertiefung im Inneren des Medaillons, die Platz für ein Foto oder ein anderes kleines Souvenir bot, war nun leer – ein visuelles Symbol für mein damaliges Leben, das seinen Halt verloren hatte und mit Sinn gefüllt werden wollte.

An meinem letzten Tag in Myanmar unternahm ich mit dem Fahrrad noch einmal einen Ausflug in die Umgebung von Amarapura. Als ich das Rad über die U-Bein-Brücke schob, braute sich am Himmel ein Gewitter zusammen. Kurz bevor ein heftiger Regen losbrach, erreichte ich einen kleinen Tempel. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. Unter dem Vordach wollte ich warten, bis das Gewitter sich verzog. Eine Stunde oder länger schaute ich in das herabstürzende Wasser und hing meinen Gedanken nach. Plötzlich hörte ich das Geräusch eines Zündholzes, mit einer raschen Bewegung in Brand gesetzt. Neben mir stand Parwati. Sie lächelte und nahm ein paar Züge von ihrer burmesischen Cheeroot-Zigarre. Dann begann sie mit leiser Stimme wie in Trance zu sprechen und stieß dabei kleine Rauchwölkchen aus. Sie benutzte englische Wörter, doch die Silben verschwammen zu einem fremden und geheimnisvollen Sound. Ich lauschte diesem Mantra, ohne viel zu verstehen. Immer wieder fiel der Begriff »love«. Sie spürte wohl, dass auf diesem Gebiet mein Problem lag. »Love«: Sie sprach das Wort mit lang gezogenem V aus. Es klang, als streife ein Windhauch durch die Blätter in einem Palmenhain. So standen wir, bis der Regen nachließ und die Zigarre niedergebrannt war. »My name is Parwati«, sagte sie und umarmte mich ganz zart, bevor sie in der vor Feuchtigkeit dampfenden Landschaft verschwand.

Ich fuhr zurück ins Hotel und packte meinen Koffer. Dabei ging mir die Ansprache, die Parwati an mich gerichtet hatte, nicht aus dem Kopf. Ich nahm mein Notizbuch und schrieb ein paar ihrer Weisheiten, die mir im Gedächtnis geblieben waren, auf. Natürlich auch die klugen Sätze »One lover never comes alone« oder »If you want your love to get strong, you have to let it go«. Als ich in der Sicherheitsschleuse des Flughafens mein Medaillon in den Behälter für metallene Gegenstände legte, sprang der Deckel auf und ich entdeckte, dass etwas Glänzendes darin lag: ein goldener Punkt.

Ich beschloss, mich darüber nicht weiter zu wundern. Denn wenn ich auf dieser langen Reise etwas gelernt hatte, dann Folgendes: Man sollte nicht versuchen, jedes Rätsel bis in den letzten Winkel auszuleuchten. Im Geheimnis steckt oft mehr Wahrheit als in der Analyse.

Was für ein Schatz in meinem Notizbuch mit den Weisheiten Parwatis steckte, entdeckte ich erst nach und nach. Die burmesische Schamanin hatte mir Erkenntnisse hinterlassen, die mein Leben fundamental veränderten. Die Liebe, so war mir nach der Begegnung mit Parwati klar geworden, lässt sich nicht mit den gleichen Methoden erobern, wie wir etwa ein Karriereziel im Beruf verfolgen. Einsatz zeigen, die Schlagzahl erhöhen, die Sache auf direktem Wege ansteuern: Wer so vorgeht, bekommt im Job irgendwann, was er will. In der Liebe dagegen hatte derlei Übermotiviertheit bei mir meist dazu geführt, dass das Interesse des Gegenübers verpuffte.

Nach meiner Rückkehr aus Myanmar versuchte ich es daher mit der entgegengesetzten Strategie. Und siehe da: Sobald ich aufhörte, die Dinge zu forcieren, sondern sie einfach geschehen ließ, entwickelten sich neue Bekanntschaften meistens zu meiner Zufriedenheit. »If you want your love to get strong, you have to let it go«, hatte Parwati gesagt. In anderen Worten: Bindungen festigen sich oft in dem Moment, in dem man in der Liebe loslässt. An diese Weisheit hielt ich mich, als ich wenige Monate nach meiner Reise – ich hatte inzwischen einen neuen Job in einer neuen Stadt angetreten – meinen jetzigen Mann kennenlernte. Ich vertraute einfach darauf, dass er genau so wie ich daran interessiert war, das zarte Pflänzchen unserer Zuneigung mit regelmäßigen Liebesbeweisen aufzupäppeln. Ich gab ihm Raum, diese Absichten auch zu zeigen. Und ich verzichtete darauf, offensiv Dates und andere Aktivitäten einzufordern, wie ich es in früheren Beziehungen getan hatte.

Dank dieser neuen Entspanntheit im Umgang mit der Liebe und beflügelt von dem Gefühl, selbst geliebt zu werden, wurden mir plötzlich Flirtchancen auf dem Silbertablett serviert. »One lover never comes alone«: Auch mit diesem Satz hatte Parwati also recht gehabt.

Die Liebe, soviel hatte ich beim Nachdenken über ihre Weisheiten verstanden, funktioniert nach ganz eigenen Spielregeln. Sie zu präzisieren und aufzuschreiben, könnte auch das Leben anderer Singles verändern: Dieser Gedanke elektrisierte mich und inspirierte mich zu diesem Buch. Was Sie in der Hand halten, ist eine Gebrauchsanweisung, die Ihnen hilft, das schönste Gefühl der Welt weise zu managen. Sie basiert auf meinen eigenen Beobachtungen und Reflexionen aus den letzten 25 Jahren und auf den Erkenntnissen vieler kluger Menschen von der Schamanin Parwati bis zum Starpsychologen John Gottman und der Soziologin Eva Illouz. Denn egal, ob man sich dem schönsten Gefühl der Welt mit den Mitteln der Forschung oder der persönlichen Erfahrung nähert: Die Erkenntnisse, auf die es ankommt, sind einfach und universell. Sie sind jedem, der sich ihnen öffnet, zugänglich.

Die Liebe funktioniert nach einer eigenen Logik. Wer ihre Spielregeln versteht, wird nie mehr kostbare Lebenszeit mit dem falschen Mann oder der falschen Frau verschwenden. Nach Lektüre dieses Buches durchschauen Sie die wichtigsten Geheimnisse der Anziehung. Sie identifizieren, ob der Mensch, der gerade Ihr Herz berührt, Ihnen auch wirklich guttut. Sie erkennen, auf wen Sie selbst anziehend wirken und warum. Und Sie verstehen, wie man eine Beziehung so gestaltet, dass sie für Krisen gut gerüstet ist und ein Leben lang hält. In mehreren Tests gewinnen Sie wertvolle Erkenntnisse über sich selbst. Dieses Buch wird Ihnen helfen, das Wesen der Liebe besser zu verstehen und den Menschen zu finden und zu binden, der Sie glücklich macht. Lassen Sie sich überraschen! Und vertrauen Sie bei Ihrer Suche nach dauerhaftem Glück auf zwei Ressourcen, die auch in anderen Bereichen Ihres Lebens zum Erfolg führen: Ihrer Intuition und Ihrer Intelligenz.

Die Schamanin Parwati (© Elke Krüsmann)

Geheimnis Nummer eins: AM ANFANG MUSS ES KNALLEN

Je heftiger die Herzattacken zu Beginn einer Beziehung, desto lang anhaltender die Nachwirkungen

Im Leben jeder Singlefrau gibt es Phasen, in denen sie entmutigt am Küchentisch sitzt und sich fragt: Werde ich ihn jemals finden, den Mann, der mein Herz in Wallung bringt? Und falls das nicht der Fall ist: Ginge es eventuell auch eine Nummer kleiner? Könnte ich mich nicht einfach mit einem netten Menschen zusammentun, der nicht schmutzt, nicht trinkt und nicht weiter stört? In der Screwball-Komödie »Wir verstehen uns wunderbar« mit Charlotte Rampling und Jean Rochefort wird eine solche Beziehung gezeigt. Man sieht zwei über fünfzigjährigen, attraktiven und kultivierten Menschen dabei zu, wie sie in einem Schloss bei London ihren Alltag teilen. Am Abend schlendern sie in Pyjama und Morgenmantel ins Badezimmer und putzen sich die Zähne. Ein paar nette Worte, ein kleiner Scherz – dann dreht man sich den Rücken zu, und jeder geht in sein eigenes, separates Schlafzimmer. Es dauert eine Weile, bis der Zuschauer erfährt: Die beiden sind gar kein Ehepaar. Sondern der Mann ist schwul, und die zwei führen keine Ehe, sondern unterhalten eine Art Wohngemeinschaft. Ginge so etwas auch mit einem nicht schwulen Mann? Und würde sich mit der Zeit vielleicht sogar eine Art Liebe einstellen? Angeblich gibt es in anderen Teilen der Welt ja noch arrangierte Ehen, wo eine solche pragmatische Liaison, so hört man immer wieder, wunderbar funktioniert.

Im Alter um die dreißig war ich von meinem Singledasein derart zermürbt, dass ich drauf und dran war, mir einen blassen ehemaligen Kommilitonen schönzureden, der – wie ich – seinen Solostatus ebenfalls loswerden wollte. »Den Schnurrbart könnte ich ihm vielleicht noch ausreden.« Mit diesen Worten pries ich ihn gegenüber einer Freundin an. »Dann sähe er eigentlich ganz passabel aus.« Sie zog die Augenbrauen hoch und feuerte mit der ganzen Autorität ihrer Persönlichkeit nur zwei Sätze ab: »Lass es sein! Du kannst dich nicht selbst betrügen!«

Das erste Gebot in der Liebe: Du sollst keine Kompromisse eingehen

An diese Worte musste ich denken, als ich kürzlich einen Artikel über ein in Dänemark entwickeltes Fernsehformat las. »Gift ved foerste blik«, heißt diese Projekt, zu deutsch »Hochzeit auf den ersten Blick«. Die Idee: Vier Experten, das heißt eine Anthropologin, eine Paarberaterin, ein Sextherapeut und eine Pfarrerin, stellen Pärchen aus zwei Menschen zusammen, die sich bisher vollkommen fremd waren. Anschließend müssen die beiden im Standesamt Hochzeit halten. Danach werden sie mindestens einen Monat lang von einem Kamerateam begleitet, erst in den Flitterwochen, dann im Alltag. Am Ende können sie sich entscheiden: Wollen wir verheiratet bleiben oder lassen wir uns scheiden?

Funktioniert das Experiment »arrangierte Ehe« auch in unserer individualistischen Gesellschaft? Ist es möglich, dass Liebe aus dem Nichts entstehen kann, wenn man zwei Partner zusammenführt, die Beziehungsprofis aus einer großen Menge von Kandidaten füreinander ausgesucht haben? Springt der Funke über?

Das vorläufige Ergebnis: Die arrangierte Ehe ist kein wirkliches Erfolgsmodell. Am Ende der Dokumentation war nur eines von drei Paaren noch zusammen. Daraus folgt für alle, die noch auf der Suche sind, eine klare Handlungsanweisung: Geht keine Kompromisse ein! Am Anfang muss es knallen. Je heftiger die Herzattacken, desto größer die Chance, dass sich aus einem Flirt eine Dauerliebe entwickelt.

Die amerikanischen Psychologen Sandra Murray, John Holmes und Dale Griffin machten die wissenschaftliche Probe aufs Exempel. Ein Jahr lang verfolgten sie das Liebesglück von über hundert jungen Paaren. Sie ließen sie Dutzende von Fragebögen ausfüllen, in denen es unter anderem um die charakterliche Beurteilung ihrer jeweiligen Partner ging. Ein Drittel der Beziehungen scheiterte im Verlauf dieses einen Jahres. Das Seltsame daran: Es handelte sich fast ausnahmslos um jene Paare, die sich besonders klug, stimmig und objektiv über die Stärken und Schwächen ihres Partners geäußert hatten. Die anderen – die nämlich, die einander von Anfang an kritiklos vergöttert hatten – waren zum Schluss der Untersuchung weiterhin zusammen.

Die Forscher stellten bei diesen Paaren die erhöhte Bereitschaft fest, ihre Ansprüche geschmeidig den Realitäten anzupassen und Erkenntnisse zu ignorieren, die nicht in das heile Beziehungsbild passten – eine Verdrängungsleistung, die sich auszahlte. Und noch eine Erkenntnis: Je leidenschaftlicher der Beginn, desto besser entwickelte sich die Beziehung.

Die besten Beziehungen fangen mit einem Urknall an

Eine andere Umfrage bewies darüber hinaus, dass der Zeitpunkt eine entscheidende Rolle spielt. Mehr als zwei Drittel aller befragten Paare, die sich als glücklich einschätzten, gaben an, dass sie sich innerhalb von nur acht Wochen kennen und lieben gelernt hatten. Was offenbar bedeutet, dass Liebe auf den ersten (zweiten, dritten) Blick doch kein Mythos ist. Sondern sogar die Voraussetzung dafür, dass sich eine Beziehung überhaupt entwickelt. Der Urknall der Gefühle mit all seinen euphorischen und anstrengenden Begleiterscheinungen scheint unersetzlicher Bestandteil einer funktionierenden Partnerschaft zu sein. Findet er nicht statt, ist die Basis von Anfang an brüchig.

Das Liebesleben der TV-Moderatorin Sabine Christiansen illustriert diese Erfahrung geradezu lehrbuchhaft. Nachdem ihre Ehe mit dem Fernsehproduzenten Theo Baltz 2001 auseinandergebrochen war, ging Christiansen 2003 eine Beziehung mit dem wesentlich älteren ehemaligen Vorstandschef des Bayer-Konzerns, Manfred Schneider, ein. Rein rational betrachtet, war der grauhaarige Wirtschaftskapitän eine gute Partie. Doch auf allen Fotos, die die beiden gemeinsam zeigten, wirkten sie eher wie ein gutes Team, nicht wie ein Liebespaar.

2006 lernte Christiansen dann bei einem Essen ihren jetzigen Mann Norbert Medus kennen. Ein attraktiver Unternehmer ihrer Altersklasse. An seiner Seite verwandelte sich die nüchterne Norddeutsche in ein Glamourgirl. Sie trug ihr Haar plötzlich länger und lässiger, legte sich einen jugendlich-femininen Modestil zu. Und lächelt seitdem so rückhaltlos glücklich in jede Kamera, als sei sie von innen angestrahlt. »Sabine Christiansen im Liebesrausch«, titelte eine Boulevardzeitung. Die Begeisterung für ihren Mann hält bis heute an.

Natürlich kann der Funke auch mal verspätet überspringen und auf diese Weise den besten Freund unversehens ins Objekt der Begierde verwandeln. Aber erstens ist das die statistische Ausnahme, und zweitens gilt auch hier die Devise: Entweder die beiden offenbaren sich sofort, oder das Feuer erlischt wieder und hinterlässt eine belanglose Erinnerung.

Das zweite Gebot der Liebe: Pflege deine Illusionen über den Partner

Was daraus folgt? Im Zeitalter des Machbarkeitswahns eigentlich etwas Schönes. Die Erkenntnis nämlich, dass Liebe bis zu einem gewissen Grad Schicksal ist, weil sie auf Komponenten beruht, die wir nicht bewusst beeinflussen und schon gar nicht erzwingen können. Dazu gehört beispielsweise die innere Bereitschaft bei beiden, sich auf etwas Neues einzulassen. Plus ein glückliches Zufallstreffen, das beide im Nachhinein als das Wirken höherer Mächte interpretieren. Und außerdem eben der feste Wille, sich den Traumpartner als solchen zu erhalten.

Letzteres heißt tatsächlich nichts anderes, als sich die Wirklichkeit so weit zurechtzubiegen, bis sie ins Liebesschema passt. Alle psychologischen Untersuchungen beweisen, dass Menschen, die ihre Illusionen hegen, über ein stabileres Nervenkostüm verfügen als notorische Realisten (sprich: Schwarzseher).

Und damit wären wir beim Pferdefuß der Sache angelangt. Denn nicht jeder ist gleichermaßen begabt für das Ausblenden unangenehmer Tatsachen. Was die berühmten Positive-Thinking-Tipps bringen, wissen alle von Natur aus kritischen Geister: gar nichts, weil sich nicht herbeidenken lässt, was man nicht fühlt. Aber wenn es uns erwischt hat (und viele kleine Zeichen unserer neuen Eroberung uns bestätigen, dass es ihm genauso geht): Was können wir tun, um aus dem ersten Aufflammen unserer frischen Liebe einen Dauerbrand zu entfachen? Ganz bewusst die rosarote Brille aufsetzen und uns daran erinnern, dass Liebe das poetischste aller Gefühle ist. Deshalb haben große Wortkünstler wie Goethe, Rilke, Else Lasker-Schüler und Ingeborg Bachmann sie auch nicht diskutiert und problematisiert, sondern besungen und bedichtet. Wir sollten es – gerade am Anfang – genauso machen!

Heute Abend gehen wir aus

Natürlich soll alles ganz spontan ablaufen. Aber das klappt besser, wenn man sich ein bisschen vorbereitet …

Falls er Sie um Vorschläge bittet – aus Höflichkeit oder mangels eigener Ideen: Seien Sie präpariert, wohin man gehen könnte.Gänzlich ungeeignet: Lokale, in denen Sie tausend Bekannte treffen und laufend Bussis verteilen müssen. Das hebt möglicherweise Ihr trendiges Image, aber mit ihm kommen Sie dort nie zur Sache.Verliebtsein verschlägt einem den Appetit. Essen Sie trotzdem schon eine Kleinigkeit zu Hause. Sonst steigt Ihnen schon der erste Prosecco zu Kopf. Und überhaupt: Wer zu viel trinkt, redet auch zu viel – und ist meistens auch weniger geistreich, als er glaubt.Essen Sie auch im Lokal eine Kleinigkeit. Sie sind schließlich kein verkrampfter Diät-Apostel und wollen auch nicht so rüberkommen.Bestehen Sie nicht auf getrennten Rechnungen. Dass Sie emanzipiert sind, wissen Sie selbst – und müssen es niemandem beweisen.Was Sie ihm nicht verzeihen dürfen: bei Tisch mit dem Handy telefonieren. Bekannte begrüßen, ohne Sie vorzustellen.

Let’s talk

Aber worüber und wie?

Geben Sie ihm die Möglichkeit zur Selbstdarstellung. So erfahren Sie viel, und er fühlt sich geschmeichelt. Zuhören ist wichtiger als selber quatschen.Tun Sie nicht so, als wüssten Sie über alles Bescheid. Zauberlehrlinge sind sympathischer als Oberlehrer.Machen Sie ihm Komplimente, die klassischerweise Frauen gemacht werden (schöne Hände, Augen etc.). Das verblüfft.Halten Sie Gesprächspausen lieber aus, als sie durch Unsinn zu überspielen.Tabuthemen: potenzielle gemeinsame Kinder oder Wohnung, vergangene Enttäuschungen, Anzahl der Exlover.

Und danach?

Es ist passiert. Was Sie jetzt auf keinen Fall tun oder sagen sollten:

»Ich bin eigentlich viel zu dick.« Sätze wie diesen müssen Sie sich verkneifen. Er findet Sie schön und braucht nicht auf mögliche Makel hingewiesen zu werden.»Glaub nicht, dass es bei mir immer so schnell geht.« Glaubt er eh nicht, er hält sich höchstens für einen brillanten Verführer. Und Sie sind kein Schulmädchen, das sich für irgendetwas entschuldigen müsste.Erzählen Sie nicht gleich Ihren Freundinnen von Ihrer neuen Errungenschaft. Lassen Sie es eine Weile, wie es ist: verzaubert.Schleppen Sie ihn auch nicht gleich zu Ihren Cliquen-Treffs mit. Eine frische Liebe braucht ein geheimnisvolles Nirwana. Und keinen Check-up durch Freunde und Bekannte.Rufen Sie ihn am nächsten Tag nicht an. Er muss sich melden. Daran hat sich bis heute nichts geändert.Und daran können Sie merken, ob er wirklich auf Sie steht: Er ruft sofort an. Er holt Sie ab und bringt Sie in Ihr Büro. Er plant ganz selbstverständlich das nächste Date. Good luck!

Geheimnis Nummer zwei: EIN LOVER KOMMT SELTEN ALLEIN

Warum ein bestimmter Typ Mann uns immer wieder magisch anzieht. Und was das über unsere verborgenen Sehnsüchte aussagt

Ein Mann steht in der Mitte eines begehbaren Kleiderschranks und wählt die Garderobe für seinen Arbeitstag. Die Kamera fährt vorbei an Fächern, in denen Schuhe wie Kunstobjekte präsentiert werden, sie streift Kleiderstangen mit grauen Anzügen und weißen Hemden, fokussiert schließlich die Schublade, in der mehrere Dutzend akkurat zusammengerollte Krawatten liegen. Es ist Christian Grey, die männliche Hauptfigur in der Verfilmung von E. L. James’ Erfolgsroman »Fifty Shades of Grey«. Vor der Tür wartet bereits der Fahrer, der ihn ins Büro seines Unternehmens bringen wird, in einem Glaspalast in bester Lage, Grey durchquert das Foyer mit federnden Schritten. Der Film »Fifty Shades of Grey« braucht nur wenige Sekunden, um zu zeigen: Hier regiert ein Master of the Universe. Ein Herrscher über eine makellose Traumwelt, überdies mit einem beeindruckend attraktiven Körper gesegnet.

Als Anfang des Jahres 2015 die Verfilmung des Romans ins Kino kam, wurde wieder viel darüber spekuliert, was das Buch und seine zwei Fortsetzungen so erfolgreich gemacht hatte. Von der Trilogie wurden weltweit inzwischen mehr als siebzig Millionen Exemplare verkauft. Der Roman handelt von der Studentin Anastasia, die mit dem Unternehmer Christian Grey eine von Herrschaft und Unterwerfung geprägte Beziehung eingeht, die jedoch permanent reflektiert und ausgehandelt und am Ende durch eine klassische Liebesbeziehung ersetzt wird.

Warum moderne Frauen von einem Supermann träumen

Was fasziniert Millionen Leserinnen an der Geschichte dieser Amour fou, die über weite Strecken von sadomasochistischen Sexspielen handelt? Die israelische Soziologin Eva Illouz beschäftigt sich in einem Essay unter dem Titel »Die neue Liebesordnung« mit dieser Frage. Sie geht davon aus, dass Texte, die eine solche Popularität erlangen, »in verschiedenster Form soziale Widersprüche transportieren und thematisieren«, mit denen eine Gesellschaft lebt. In einer Zeit, in der die Unsicherheit stärker geworden ist, in der viel weniger klar ist, wer was zu tun hat, was es bedeutet, ein Mann oder eine Frau zu sein, sagt Eva Illouz, könne Sadomasosex der Ausdruck eines Wunsches nach Rollen mit klaren Regeln sein.

Es gibt aber noch eine andere Erklärung für das Phänomen, warum dominante Männer in unserer beschleunigten Zeit mit ihrem komplexen Alltag auf Frauen so einen unwiderstehlichen Reiz ausüben. Viele moderne Multitaskerinnen, die zwischen Job, Kinderkrippe und Fitnessstudio hin und her hetzen, fühlen sich von ihrem Leben schlicht überfordert. Sie spüren, dass ihre Partner genauso hilflos und überlastet sind wie sie selbst. In diesem Klima gedeiht die Sehnsucht nach dem Supermann. »Sind Sie ein Kontrollfreak?«, fragt Anastasia Grey in dem Interview, das sie für eine Studentenzeitung macht. Es folgt ein Gegenschnitt auf Greys Gesicht, auf dem sich ein selbstsicheres Lächeln ausbreitet: »Ich behalte über alles die Kontrolle.«

Eine solche Botschaft ist für den weiblichen Teil der »erschöpften Gesellschaft« (so der Titel eines Buches des Psychologen Stephan Grünewald) sehr verführerisch. Eine nicht repräsentative Umfrage im Freundeskreis jedenfalls ergab, dass siebzig Prozent der Befragten – allesamt emanzipiert und eigenständig – gelegentlich von einem Mann träumen, der sie in den Arm nimmt und zu ihnen sagt: »Entspann dich, Liebes, und lass mich machen. Wenn du nächste Woche von deinem Meeting in Italien zurückkommst, ist die Steuererklärung erledigt, die defekte Wasserspülung repariert.«

Mr. Grey verführt mit dem Lifestyle der Upper Class

Was Grey darüber hinaus so faszinierend macht, ist sein glamouröser Lebensstil. Die Psychologen der Filmfirma Universal Pictures fanden heraus, dass es gar nicht die Sexszenen waren, die die Leserinnen des Romans am meisten genossen haben. Viel mehr schwelgten sie in der Beschreibung von Christian Greys Welt. Ein Universum, in dem der Mann seine Geliebte mit dem Hubschrauber abholt und nach der ersten Liebesnacht in seinem Penthouse auf dem Flügel konzertreif Musikstücke spielt.

Wann immer wir uns von einem Mann magisch angezogen fühlen, hat das also nicht nur damit zu tun, dass er so gut definierte Brustmuskeln hat oder so unterhaltsam erklärt, warum der Schriftsteller Michel Houellebecq ein Genie ist. Jeder Mensch, in den wir uns verlieben, repräsentiert auch bestimmte Sehnsüchte und Ideale, die uns wichtig sind. Und die wiederum sagen nicht nur über den Mann eine Menge aus, sondern werfen vor allem ein vielsagendes Spotlight auf uns selbst. Denn er hat, was uns selbst zum Glück noch fehlt – genau dazu brauchen wir ihn ja schließlich. Und was wir zu bieten haben, ist bei ihm Mangelware. Acht Sekunden brauchen die unbewussten Schichten unserer Seele angeblich, um Haben und Soll beim anderen aufzuspüren. Unsere Großhirnrinde hinkt mit der intellektuellen Analyse des erotischen Prozesses jedoch manchmal Jahre hinterher. Deutlich schneller geht es, wenn Sie sich genau anschauen, auf welchen Typus Mann Sie grundsätzlich fliegen. Denn irgendetwas haben sie alle gemeinsam, die Ihren Blutdruck angenehm in die Höhe treiben und Ihre Augen zum Glitzern bringen.

Die folgenden Passagen sind eine Einladung an Sie, Ihren geheimen Obsessionen auf die Spur zu kommen und herauszufinden, mit welcher Masche ein Mann Sie um den Finger wickelt. Und was das über Ihre Persönlichkeit aussagt. In der Galerie der Verführer, die Sie auf dieser und den nächsten Seiten kennenlernen werden, wäre Christian Grey übrigens eine Mischung aus Macher und Gentleman-Romantiker. Wie im Falle Grey kommt es auch im wirklichen Leben häufiger vor, dass Sie auf einen Mischtyp zwischen zweien der vorgestellten Charaktere treffen.

Ihre geheime Sehnsucht: sich von einem starken und souveränen Gegenüber führen zu lassen

Der Mann, der diese Fantasie bedient: der Macher. Er taucht auf, wann immer Sie ihn brauchen, weist Sie in die enge Parklücke ein, bietet beim Regenschauer seinen Schirm, bei Finanzierungsproblemen seine Steuertipps an. Vom ersten Augenblick an kümmert er sich um Sie. Dabei sind Sie gar nicht der Typ des hilflosen Weibchens, das um männliche Hilfestellung buhlt. Sie haben Ihr Leben auch allein gut im Griff, Organisieren gehört sogar zu Ihren Stärken. Doch wie Sie es genießen, mal nicht alles selbst machen zu müssen! Den ersten gemeinsamen Wochenendtrip hat er glänzend vorbereitet. Damit Sie sich in Ruhe fürs Dinner schön machen können, zieht er sich diskret an die Hotelbar zurück. Sollten Sie bei seiner Rückkehr immer noch an Ihrer Frisur basteln, greift er geduldig zur Zeitung. Bevor Sie sich eingestehen, dass Sie ernsthaft verliebt sind, wissen Sie: Mit diesem Mann ist das Leben leichter und schöner.

Der Trick, mit dem er Sie verführt: Er behandelt Sie ganz als Frau. Sie sind so stolz auf Ihre Selbständigkeit und Ihre lebenspraktischen Talente, dass viele Männer sich neben Ihnen irgendwie überflüssig vorkommen. Einer, der sich von ihrem Ich-kann-alles-allein-Trip nicht abschrecken lässt, hat Ihren wahren Kern erkannt: Sie sind trotz allem durch und durch ein Weib, das sich gern verwöhnen lässt. Gibt er Ihnen die Chance, Ihre feminine Seite voll auszuleben, hat er Sie in der Tasche. Wegen Ihrer Tüchtigkeit gelobt zu werden, ärgert Sie nämlich mittlerweile zutiefst. Dass Sie Ihr Leben auch allein bestens auf die Reihe kriegen, ist für Sie schließlich eine Selbstverständlichkeit.

Was Sie zu bieten haben: Selbstständigkeit, eine gut entwickelte weibliche Identität, die Sie allerdings zunächst verstecken; eine natürliche Erotik. Was Ihnen fehlt: Mut, sich schwach zu zeigen und um Hilfe zu bitten; Stolz auf Ihre passiveren, weichen Seiten. Sie neigen dazu, diese zu verachten.

Ihre geheime Sehnsucht: einen exquisiten Lebensstil zu genießen

Der Mann, der diese Fantasie bedient: der Gentleman-Romantiker. Sie fühlen sich mit ihm wie in einem alten Hollywood-Movie. Das erste Date: ein Candlelight-Dinner im Luxusrestaurant. Er: ein Musterbeispiel an Souveränität und bestem Benehmen. Sie selbst: eine Königin. Sogar seine Zärtlichkeiten in dieser Umgebung sind erlesen und dezent. Beim anschließenden Champagner in seinem Penthouse funkeln die Lichter der Stadt mit den Kerzen, die er angezündet hat, um die Wette. Sein Geplauder ist amüsant, seine Stimmung so heiter, als wäre zwischen ihm und Ihnen sowieso schon alles klar. Wie zufällig spickt er seine Rede immer häufiger mit erotischen Anspielungen. Sie haben die Wahl, seine Bälle anzunehmen oder sie ins Aus passieren zu lassen. Sie genießen das Spiel, das ewig so weitergehen könnte. Irgendwann entschließt er sich jedoch, den Austausch von Zärtlichkeiten zwischen Ihnen zu intensivieren. Wenn Sie jetzt wirklich in einem Hollywood-Movie wären, würden Sie nach kurzem Schwächeln höflich, aber entschieden Ihr Handtäschchen schnappen und den Traummann in dieser Nacht allein lassen. Sie sind aber nicht im Film. Und deshalb bleiben Sie vielleicht.

Der Trick, mit dem er Sie verführt: Er behandelt Sie wie die VIP, die Sie ja auch sind. Mit seinen perfekten Inszenierungen gelingt es ihm, dass Sie sich in seiner Nähe sofort begehrenswert und wichtig fühlen. Die Selbstverständlichkeit, mit der er sich die schönen Dinge des Lebens einfach nimmt, finden Sie hinreißend. Zwar wissen Sie noch nicht, ob Sie nur ein Posten auf der Skala von Annehmlichkeiten bei ihm sind oder ob tiefere Gefühle hinter seinen Avancen stecken. Doch Ihre Unsicherheit wird von der erotischen Atmosphäre, die er zu schaffen versteht, jedes Mal weggeblasen. Außerdem sind Sie fasziniert, mit welcher Schnelligkeit er Sie in sein Leben integriert.

Was Sie zu bieten haben: überdurchschnittliche Attraktivität, Anpassungsfähigkeit, Natürlichkeit (Sie reagieren auf seine Angebote nicht wie ein verzicktes Töchterchen, sondern haben ehrliche Freude an seinem Lebensstil).

Was Ihnen fehlt: ein klarer Blick dafür, was sich hinter der schicken Kulisse abspielt; das Bewusstsein für Werte, die in einer Beziehung wichtiger sind als Lifestyle.

Ihre geheime Sehnsucht: gebraucht zu werden

Der Mann, der diese Sehnsucht bedient: der sensible Seelenarbeiter. Er ist anders als die anderen Männer: feinsinniger, gefühlvoller, empfindsamer. Er passt in keine Skatrunde, wäre in der Fankurve des Fußballstadions eine Fehlbesetzung.

Obwohl Sie ihn gerade erst kennengelernt haben, haben Sie von ihm schon nach dem zweiten Glas Rotwein mehr erfahren als von manchen Männern nach einem halben Jahr. Psychologisch detailliert hat er Ihnen dargelegt, warum der in einer Woche zu erwartende Besuch seiner Mutter ein solcher Stressfaktor in seinem Leben ist. Dagegen hat noch nicht einmal die Therapie geholfen, die er vor kurzem beendet hat. In der Esoterik-Ecke kennt er sich ebenfalls bestens aus. Mit einem leicht verschmitzten Zug um seine weichen Lippen ergreift er sanft Ihre Hände, natürlich nur, um Ihnen aus den Handlinien die Vielfältigkeit Ihres komplizierten Charakters zu offenbaren. Von ihm fühlen Sie sich verstanden, weil er auf der gleichen Wellenlänge in die Tiefen der Psyche segelt wie Sie.

Der Trick, mit dem er Sie verführt: