Umfragen besagen, dass bei einer durchschnittlichen Beziehung in Deutschland der Sex nach zwei Jahren tot ist. Der Sex und die Lust auf den Partner sterben nicht aus Zufall so schnell in unseren Beziehungen. Wir verharren in dem gleichen monogamen System, das uns in der Erziehung stets vermittelt wurde. Trotz einer immer höheren Anzahl an Singles, Scheidungen und Unzufriedenheit kommt es zu keiner Weiterentwicklung. Aber muss das wirklich sein? Kann man überhaupt sexuell harmonisch mit nur einem Partner leben oder sind unsere Erwartungen durch Therapeuten, Filme und Erziehung zu hochgeschraubt? Warum halten wir immer noch an der alten, romantischen Vorstellung fest, in einem einzigen Menschen alle Facetten der Liebe wiederfinden zu können? Und warum müssen wir zwangsweise Liebe und Sex verbinden? In diesem Buch kommen endlich die wahren Gründe und Antworten zum Vorschein, um die sexuelle Lust wieder ordentlich anzuheizen. Dieser Ratgeber gibt Antworten auf die Fragen, die du dir gestellt hast und räumt mit Vorurteilen zum Thema Sexualität, Liebe und Treue radikal auf. Ein aufregendes Buch mit wahren Geschichten, die darauf warten, gelesen zu werden!
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 353
Veröffentlichungsjahr: 2020
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Max Nang
Lust Verlust
Hilfe, wir haben keinen Sex mehr! Liegt es an mir? Liegt es an dir? Wer ist schuld?
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Lust Verlust: Hilfe, wir haben keinen Sex mehr! Liegt es an mir? Liegt es an dir? Wer ist schuld?
Warum dieses Buch?
Teil A Warum stirbt die Lust?
Paare haben immer weniger Sex
Unsere Beziehungsgewohnheiten sind primitiv geblieben und unser moderner Lebensstil ist ungesund und realitätsfern
20 Gründe, die dazu führen, dass die Lust stirbt
1. Schlechte Ernährung tötet die Lust
1.1 Hormonelle Störungen: Östrogenüberschuss und Testosteronmangel vermindern die sexuelle Aktivität
2. Die sexuelle Treue oder die sexuelle Monogamie
2.1 Das gemeinsame Bett
3. Liebe und Sex vereinen, Überromantisierung der Liebe und der Beziehung, Konsumliebe
3.1 Unpassende Kosenamen und Babysprache entmännlichen und töten die Lust
3.2 Distanzlosigkeit und zu viel Harmonie, zu lieb sein
3.3 Die Konsumliebe tötet die Libido sehr schnell
4. Verlust der Weiblichkeit, Unterwerfung oder Vermännlichung der Frau, Verweiblichung des Mannes, Rollenverwirrung in der Beziehung
4.1 Bändigung der weiblichen Lust durch soziale Normen
4.2 Unkenntnis der Frauen über die Anatomie ihrer Sexualorgane und über ihre Sexualität
4.3 Die Verweiblichung des Mannes tötet die Lust
5. Geschlechtsformen: weite Vagina, zu kleiner und dünner Penis
6. Versagensangst, Potenz- und Erektionsstörungen bei Männern und Frauen
7. Minderwertigkeitskomplexe, mangelnde Selbstliebe, Körper- und Gliederkomplexe: Zu dick, zu dünn, zu kleine Brüste, zu dicker oder platter Po, zu kleiner Penis usw.
8. Vernachlässigung des Erscheinungsbildes, des Aussehens, der Sauberkeit, der guten Manieren
8.1 Schlechte Manieren, schlechtes Benehmen, antriebslose Couch-Potato, Zickereien
8.2 Volle und glatte Intimrasur: Die Jungfrau-Vagina, der Knaben-Penis
8.3 Gegenseitiges Nichtgefallen, Übergewicht, Magersucht, schlechte Körperpflege und Hygiene, schlechter Mund- und Körpergeruch bzw. inkompatibler Körpergeruch
9. Eifersucht, Vertrauensverlust, Kontrolle und Freiheitsentzug
10. Übersexualisierung und Untererotisierung, Banalisierung der Sexualität, Konsumsexualität
11. Sexueller Missbrauch in der Kindheit
12. Fixierung auf den Orgasmus, Überbewertung des Orgasmus als einziges Ziel in der Sexualität
13. Selbstlüge: Lüge, Unehrlichkeit, Vortäuschen von Gefühlen, aber auch zu viel Ehrlichkeit
14. Mangelnde Sexkenntnisse, langweiliger Sex, Monotonie, passive Frau, Fantasielosigkeit, Unterdrückung von Fantasien
15. Unterschiedliche Neigungen und nicht ausgelebte und unterdrückte Fantasien
16. Monokultureller und „monorassischer“ Sex
17. Schwangerschaft, Geburt, Kinder
17.1 Trauma Geburt – der Mann im Kreißsaal: Traumatische Geburtserlebnisse vieler Männer
17.2 Die Anti-Baby-Pille bei manchen Frauen und Kondome bei manchen Männern
18. Aufstieg von Social Media und Entertainment-Angeboten
19. Konsum von Pornografie und anschließende Selbstbefriedigung
19.1 Zu viel Konsum von Pornos
19.2 Übertriebene Selbstbefriedigung
20. Faulheit, Antriebslosigkeit, Druck und Stress
Wechseljahre: Kein Grund für Lustverlust und Orgasmusschwierigkeiten
Teil B Afrikanisch inspirierte Tipps und Tricks zur Luststeigerung für Mann und Frau
1. Sexuelle Polygamie
2. Eifersucht auf Sex in Schach halten
3. Sex von Liebe trennen, einfach lieben
4. Auch in der Liebe Distanz bewahren, ein bisschen Streit und eine gewisse Aggressivität können Lust fördern
5. Erotik und Sexualität fördern – Sexualisierung ablehnen
6. Frau sein und Weiblichkeit stärken, Mann sein und Männlichkeit stärken
7. So bleibt eine Mutter weiterhin auch eine sexuelle attraktive Frau – nur als Frau bist du erotisch: Wer will schon mit ‚Mutter‘ schlafen?
8. Versagensängste – bei Mann und Frau
9. Selbstbewusstsein stärken, sich selbst lieben und akzeptieren, wie man ist: Kein Penis ist zu klein und keine Vagina zu lasch, oder doch? Sich akzeptieren, aber an sich arbeiten!
10. Gute Sextechniken, abwechslungsreicher Sex und gesunde Selbstbefriedigung helfen der Lust
11. Benutzung von Sex Toys wie Dildo, Vibrator, usw.
12. Fantasien und Neigungen zulassen
13. Ehrlichkeit, Respekt und Vertrauen fördern
14. Schamhaare rasieren oder nicht? Schamhaare sind mehr als nur Haare: Schamhaare können auch sehr luststimulierend sein
15. Druck und Stress abbauen
16. Gesund und gut essen: Bestimmte Nahrungsmittel und Stoffe, die Lust fördern
17. Masturbation richtig nutzen, um die Ejakulation zu kontrollieren
18. Zusammenfassung der Tipps und weitere afrikanisch-inspirierte Tipps und Tricks für Frau und Mann zur Luststeigerung
Interviews Frauen und Männer erzählen ohne Tabus über ihre sexuellen Erfahrungen und geben nützliche Infos und Tipps, die uns allen helfen können
„Ich ließ mich von einer Frau verführen. Trotzdem bin ich nicht lesbisch und stehe auf Männer.“ Silke, 32 J, Büroangestellte
„Ich weiß nicht, wie es damit gewesen wäre. Ich habe keine Klitoris … Ich bin beschnitten.“ Aminata, 36 J, freie Journalistin
„Die Antibabypille nahm mir die Lust und ich dachte, ich wäre frigide geworden. Meine Frauenärztin verschrieb mir sogar Tabletten.“ Miriam, 23 J, Studentin der Sozialpädagogik
„Sie war mir zu männlich, aber ich bin nicht schwul und steh nicht auf Männer. Wenn ich einen Mann will, suche ich mir einen.“ Peter, 29 J, Dipl. Ing. Maschinenbau
„Auch nach 31 Jahren haben wir noch immer große Lust aufeinander. Nicht immer, aber immer öfter.“ Irmgard, 57 J, Hausfrau und Karl, 59 J, Steuerberater
„Ich liebe meinen Freund, aber ich schlafe seit 20 Jahren mit anderen Männern. Das ist unglaublich, wie das unsere Sexualität bereichert.“ Sophie, 47 J, Grundschullehrerin
„Nach nur 8 Monaten hatten wir nur noch sporadisch Sex. Ich hatte eigentlich keine Lust mehr, mit ihr zu schlafen. Immer das Gleiche.“ Johannes, 33J, Monteur
„Ich ließ mich mit 41 beschneiden, weil ich mich in einen Mann verliebte, der auch beschnitten war. Mein Peniskomplex war weg und der Sex intensiver.“ Robert, 42 J, Tänzer und Kaufmann
„‘Du bist nicht krank, du brauchst nur Sex. Suche dir einen, der es dir richtig besorgen kann‘, sagte mir mein Coach.“ Heike, 48 J, Abteilungsleiterin
„Ich habe nie einen Orgasmus gehabt.“ Sabiha, 39 J, Verkäuferin
„,Bist du schon drin?‘, fragte mich meine große Liebe.“ Max, 33 J, Sportmanager – kleiner Penis und Rollenspiele
„Pornos zerstörten meine Sexualität. Ich verlor die Lust, mit meiner Freundin zu schlafen, weil ich während des Pornoschauens immer masturbierte und der Orgasmus dabei intensiver zu sein schien als mit ihr, auch wenn ich danach depressiv wurde.“ Oli, 29 J, Immobilienmakler
„Sex ohne Ende und nichts hat mich befriedigt.“ Theresa, 27 J
„Je mehr ich masturbiere, desto einsamer und unbefriedigter bin ich.“ Karin, 31 J, Erzieherin
Eifersucht zerstörte die Liebe. „Ich konnte es nicht sehen, wenn sie sich ständig mit anderen Männern unterhielt und lachte.“ Brian, 37 J, Berater
Impressum neobooks
Nur heiße Luft in unseren Betten. Ängste machen sich breit in unseren Schlafzimmern!
In der Gesellschaft emanzipiert und im Bett unterworfen?
Passt es, dass Frauen heutzutage im Bett meist immer noch die unterworfene Rolle spielen und sich nur den Männerbedürfnissen anpassen?
"Vorsprung durch Technik", Rücksprung im Bett?! Warum schafft es der Mann, auf dem Mond zu landen, aber auf der Frau nur zu sacken?
Vorsicht, nicht geeignet für jeden: Dieses Buch kann deine Sexualität und deine Beziehung nachhaltig verändern.
Besuch uns auf www.indayi.de
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages.
1. Auflage Oktober 2019
© indayi edition, Darmstadt
Umschlaggestaltung, Satz und Lektorat: Birgit Pretzsch
Printed in Germany
ISBN: 978-3-947003-80-8
Max Nang
LUST VERLUST
Hilfe, wir haben keinen Sex mehr!
Liegt es an mir?
Liegt es an dir?
Wer ist schuld?
50 erstaunliche afrikanisch inspirierte Tipps und Tricks für intensive Lust,
leidenschaftlichen Sex und
gesteigerte Potenz
Mit 15 spannenden Interviews, in denen Menschen
tabulos über ihr Sexleben sprechen.
Über den Autor
Max Nang ist ein freidenkender Ratgeber-Autor, der gerne über schwierige, provozierende und tabuisierte Themen schreibt. Er möchte Menschen dabei unterstützen, ihr Leben und ihre Sexualität erfolgreich und glücklich zu entfalten. Er wohnt und lebt und schreibt in Darmstadt.
WARNUNG:
Das Lesen der Bücher von Max Nang kann deine Augen öffnen, die Ohren sensibilisieren, die Zunge schärfen, dein Herz berühren, dein Leben beeinflussen, deinen Horizont erweitern, deine Sorgen beseitigen, dich gesund machen und erhalten, dein Schicksal verändern und dich glücklich machen.
Danksagung an alle, die dazu beigetragen haben, dieses Buch möglich zu machen
Es ist nicht einfach, ein interaktives Buch zu schreiben, mit Notizen und Meinungen von so vielen Menschen.
Doch ich konnte viele Menschen finden, die bereit waren, ihre Erlebnisse und Erfahrungen in dieses Buch einfließen zu lassen. Überall traf ich Menschen, die so offen waren, mit mir über ihre Liebesbeziehungen zu reden und meine Fragen zu beantworten.
Am Ende musste ich sogar auswählen, welche Interviews und Beiträge ich für das Buch nehmen wollte. Es ist einfach fantastisch, wie ihr mit euren Beiträgen das Buch noch interessanter gemacht habt.
An euch alle sage ich Danke!
Mein besonderer Dank geht an Yonne M. Sie ist mehr als eine Freundin, sie ist eine sehr wichtige Person in meinem Leben. Sie war von Anfang an dabei, als ich ihr von der Idee erzählte. Sie hat mich in tiefgehenden Gesprächen und Diskussionen immer ermutigt und motiviert und mir neue Impulse gegeben. Ohne sie wäre dieses Buch nicht so, wie es ist.
Ich danke auch dir, Marie L., für deinen Beitrag zu diesem Buch und deine vielen Erkenntnisse.
Letztendlich danke ich auch unserem lieben Gott, dem ich alles verdanke, die Kraft und den Mut, dieses Projekt bis zum Ende zu führen.
Nur heiße Luft in unseren Betten? – Ängste machen sich breit in unseren Schlafzimmern!
Warum erlahmt die Lust auf Sex in der Gesellschaft und in der Partnerschaft immer schneller?
Was machen Frauen und Männer falsch und was kann man dagegen tun?
In der Gesellschaft emanzipiert und im Bett unterworfen, verklemmt und unemanzipiert? Ist es normal, dass Frauen heutzutage im Bett meist noch die unterworfene Rolle spielen? Sollte das das Bild der modernen Frau sein?
Und was ist mit den Männern: "Vorsprung durch Technik", Rücksprung im Bett?! Warum schafft es der Mann, auf dem Mond zu landen und auf der Frau nur zu sacken? Ist das das traurige Bild des modernen Mannes?
Fördert die Liebe wirklich die sexuelle Lust in der Partnerschaft? Sind Liebe und Sex wirklich liiert?
Ist Treue gefährlich für die Lust und Polygamie Doping für Sex?
Kann der Sex die Liebe stärken oder stärkt erst die Liebe die Lust?
Damit beschäftige ich mich in diesem neuen, alten Buch.
Das Buch beruht auf meinem ersten Buch von 2010 „Schwarz auf Weiß, Sextipps eines Afrikaners“. Es ist erweitert um noch mehr Recherchen, Interviews, Umfragen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und Beiträgen von Menschen und um geheime, afrikanisch-inspirierte Tipps zur Potenzsteigerung aus reinen Lebensmitteln.
Das Buch schreibe ich in der „du“ Form, damit es viel persönlicher ist.
Der Sex und die Lust auf den Partner sterben nicht aus Zufall so schnell in unseren Beziehungen.
Wir sind zwar im 21.Jahrhundert, bezeichnen uns als die modernsten Menschen, die die Welt je gehabt hat, aber die Sexualität und die Beziehungsformen folgen allem Anschein nach dieser Entwicklung nicht. Unbewusst halten wir an einer überholten, traditionellen und tief kirchlich geprägten Art der Sexualität, der Liebe und der Partnerschaft fest. Wir verteidigen somit die Theorien der Kirchen, aber kritisieren ständig die Kirche aufgrund ihrer Einstellung zur Sexualität. In meinem ersten Buch „Schwarz auf Weiß: Sextipps eines Afrikaners“ habe ich den Zusammenhang zwischen der Art unserer Beziehungen und der biblischen Lehre und Gesetzen ausführlich erklärt.
Ich wollte damit die Verbindung zeigen, von der das sexuelle Leben von Menschen, besonders in den westlichen Ländern, beeinflusst wurde und wird und dass dieses Verhalten bei der Lustlosigkeit eine große Rolle spielt. Heute ist es noch immer für viele Menschen schlimmer, über Sex zu reden, als über einen Mord, ein Verbrechen usw.
Trotz zahlreicher Indizien, dass unsere jetzige Beziehungsform die Probleme der Menschen in Partnerschaften nicht lösen kann und angepasst werden müssten, verharren wir dennoch in ihr. Weiterentwicklungen in diesem Sektor gibt es nicht.
Wir beharren auf einem System, das seine Grenzen gezeigt hat. Singles werden immer mehr, Scheidungen erreichen ein bedenkliches Niveau, in Beziehungen ist der Sex nach einigen Jahren, manchmal gar Monaten, schon lahmgelegt. Manche Partner leben nebeneinander, wie Geschwister. Männer kriegen immer schwerer einen hoch, halten kaum noch die Potenz und kommen immer früher. Frauen spüren immer weniger Lust, kennen ihren Körper immer weniger, usw.
Die Frage, die man sich stellt, ist selbstverständlich, ob es noch zeitgemäß ist, den Sex mit der Liebe gleichzustellen? Ist der Begriff Liebe, wie man ihn uns gelehrt hat – diese Anziehungskraft zwischen Mann und Frau – nicht zu sehr überromantisiert, eingeschränkt und überbewertet?
Viele Ratgeber greifen diese Fragen nur oberflächlich auf.
Viele Bücher über Sexualität scheinen mir immer sehr idealistisch zu sein, weit entfernt von der Realität und dem, was die Menschen wirklich machen. Sie beschreiben das Problem nicht so, wie die Menschen es erleben, sondern wie einige Psychologen, Therapeuten, Denker, die Medien, die Wirtschaft und die Medizin es haben wollen.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir uns nicht trauen, die Wahrheiten zu sehen und die Sache auf den Punkt zu bringen.
Diese große Selbstlüge wird aber von der Realität weggespült. Die weite Verbreitung von Prostitution, Liebeshäusern, Singletreffs, Swinger- und Sexclubs, die Häufung von Seitensprungagenturen, Sexanzeigen, Pornokonsum und Sexdownloads im Internet beweisen, dass sich die Gesellschaft selbst etwas vormacht. Der Mensch kommt innerlich in eine Konfrontation zwischen der idealen Welt und den eigenen (Trieb-) Bedürfnissen und der Unterdrückung dieses Triebs. Die Folge ist der Verlust der Lust auf den Partner.
Die nicht ausgelebten sexuellen Fantasien und eine unbefriedigte Sexualität sind immer noch große Verursacher von Krankheiten (Depressionen, Frustrationen, Migräne, u.v.m.), von allgemeinem Unwohlsein und bei manchen Menschen sogar ein Motivationsschub für verbrecherische Taten.
Du wirst in diesem Buch von vielen wahren Geschichten, auch aus Afrika, von vielen Thesen lesen, die dir vielleicht neu sind, die aber sehr hilfreich sein werden.
Für das bessere Verständnis schreibe ich ausschließlich in der männlichen Form, diese schließt selbstverständlich die weibliche Form ein: Partner bedeutet dementsprechend auch Partnerin. Stellen, die ausdrücklich von einem Geschlecht sprechen, werden als solche kenntlich gemacht.
Ich wünsche dir eine gute Lektüre und hoffe auf eine lebendige Diskussion und auf viele Kommentare auf www.indayi.de.
Ist Sex der Liebe gleichzustellen? Ist der Begriff Liebe, wie man ihn uns gelehrt hat – diese Anziehungskraft zwischen zwei Menschen – nicht zu sehr überromantisiert, eingeschränkt und überbewertet? Viele Bücher greifen diese Fragen nur oberflächlich auf.
Viele Ratgeber zum Thema Sexualität scheinen mir immer sehr idealistisch zu sein, weit von der Realität und Praxis entfernt. Sie beschreiben das Problem nicht so wie die Menschen es erleben, sondern wie einige Psychologen, Therapeuten, Denker, die Medien, die Wirtschaft und die Medizin es haben wollen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir uns nicht trauen, die Wahrheiten zu sehen.
Man kann viel einfacher über Vergewaltigung, über die schlimmsten Verbrechen, über Kriege, Tote usw. reden als über Sex. Das Wort Sex ist wie eine Bombe in den Ohren der meisten Menschen. Die Menschen des 21. Jahrhunderts wirken auf einmal 3 Buchstaben gegenüber gelähmt. Was die Sklaverei, die Atombombe und der Holocaust nicht geschafft haben, schafft der Sex: nämlich, uns zu beschämen.
Als ich mich entschied, dieses Buch zu schreiben, sagte eine mir sehr nahestehende Frau: „Warum willst du bloß über den Sex schreiben?! Das ist doch so peinlich!“
Man fragt sich dann: Warum haben die westlichen Menschen, diese „modernsten“ Menschen der Welt, die die Erfindung der Emanzipation, der Demokratie, der Menschenrechte und der Freiheit für sich reklamieren, Angst vor dem Wort SEX? Warum ist es hier peinlich, privat über Sex zu reden, aber nicht über Vergewaltigung und Kindesmissbrauch?
Sex ist doch eigentlich das Natürlichste, was der Mensch hat. Kann man sich so vor Sex hüten und fürchten und ihn trotzdem ungeniert genießen? Warum sind Europäer Sex gegenüber verklemmter und gehemmter als die Afrikaner zum Beispiel? Diese Fragen beschäftigen mich, seitdem ich nach Deutschland gekommen bin.
In Afrika habe ich durch die Medien und durch Sexfilme gelernt, was die westliche Sexualität ist bzw. sein sollte - das dachte ich zumindest. Frauen und Männer, die wissen, was sie wollen, sexuelle Freiheit, Offenheit, Lockerheit, viele Techniken, Genuss pur. In Deutschland veränderte sich meine Vorstellung von der Sexualität der Menschen in den westlichen Ländern aber radikal.
Es fing damit an, wie man Frauen kennenlernt; in Kamerun funktioniert das viel direkter und oft ohne Umwege. Man geht direkt zu der Frau und fängt an sie mit Poesie und Komplimenten zu verwöhnen und sagt ihr, was man will. Meine erste Erfahrung mit einer deutschen Frau war, wie man sich sicher vorstellen kann, sehr amüsant. Sie war Krankenschwester. Es war im April 1989. Ich war zum Studieren nach Deutschland gekommen. Ich war nicht mal zwei Wochen da, als ich wegen der Ernährung Magen-Darm-Probleme bekam und zum Arzt musste. Die Frau, die mich in Empfang nahm, begeisterte mich sofort. Und typisch kamerunisch fing ich an, bevor ich die Praxis wieder verließ, sie direkt anzubaggern. Ich wurde zu einem Poeten. Auf Englisch und Französisch rezitierte ich das Lied der Liebe. Zuerst war sie entsetzt, aber meine Hartnäckigkeit, mein Mut, die Macht der schönen Worte und das Preisen ihrer Schönheit drehte ihre Haltung in zufriedene Überraschung. Sie hörte dann weiter zu und sie und ihre Kollegin lachten sich kaputt. Später erzählte sie mir, warum es lustig gewesen war: Mit 25 hatte sie so etwas noch nie gesagt bekommen! In Deutschland, sagte sie, geht es subtiler vonstatten: Durch Flirt, Augenkontakt, Lächeln und so. Zwei Tage später wurde sie meine erste weiße Freundin. Sie verließ ihren Freund für mich.
Richtig überraschend und erstaunlich für mich war dann der Sex selbst. Ich fragte mich, ob mich die Medien, die Zeitungen, die Filme so getäuscht haben konnten? Ist denn alles, was die europäischen Medien in Afrika zeigen Fake-News? Ich dachte dann, mit anderen Frauen würde es besser gehen. Es kam die zweite Frau, die dritte und, und, und… Aber es wurde nicht besser und meine Enttäuschung war dementsprechend groß. Ich hatte erwartet, überfordert zu sein und Neues zu lernen, aber leider war ich der Überforderer, der „Lehrer“. Diese freien, sexuell emanzipierten Frauen mit vielen Sexkenntnissen und -techniken, die genau sagen, was und wie sie es wollen, die wild und beweglich sind, die vor Lust schreien und stöhnen, die den Männer den Kopf verdrehen, habe ich nicht gefunden. Diese selbstbewussten Frauen, die ich in Filmen, im Kino, in Zeitungen gesehen hatte, habe ich im Bett nie gesehen. Ich sah mehr „la femme soumise à l´homme“, die unterworfene Frau: Das heißt Frauen, die zu stark auf Männerbedürfnisse fixiert waren und erwarteten, dass der Mann ihnen genau sagte, wo und wie es langging, dass er sozusagen im Bett das Kommando übernahm, dass der Mann für ihre Lust verantwortlich war. Das war mir ganz allgemein neu bei Frauen.
Noch erstaunlicher für mich war es, als Frauen mir nach 15 Minuten Sex vorwarfen, dass ich angeben wolle. „Warum?“, fragte ich erstaunt. „Wie kannst du so lange durchhalten? Du kannst ruhig schon kommen, du musst mir nicht so lange zeigen, wie toll du bist“, antwortete eine Frau ironisch.
Ich war baff. Sind 15 Minuten zu viel, oder was? Ich erfuhr später, dass es hier manchmal schon nach ein oder zwei Minuten vorbei ist. Deswegen konnten sie sich einfach nicht vorstellen, dass es auch anders gehen kann und dachten, ich wollte ihnen etwas beweisen.
Mein Weltbild von Sex und Sexualität in Europa war total durcheinander.
Ich versuchte, mit deutschen Männern, die ich kennengelernt hatte, darüber zu reden, wie wir es in Afrika, in Kamerun, machen - ein Gespräch unter Männern halt. Die Männer lachten, bestimmt aus Höflichkeit. Aber sie schämten sich, über Sex zu reden, und deswegen konnte ich von ihnen nichts erfahren. Das war sehr frustrierend für mich, aber es machte mich auch stolz zu erkennen, dass wir es in Afrika doch gut haben und uns nicht beschweren sollten, im Gegenteil.
Ich versuchte es mit Frauen anderer europäischer Länder, aber meist war die Situation im Bett die gleiche.
Als Coach habe ich mit vielen Menschen - Frauen, Männern, Paaren verschiedener europäischer Nationen - gesprochen und mir so einen noch besseren Einblick in die Sexualität des Westens verschafft. Ich habe festgestellt, dass die Menschen hier mehr nach einem Ideal leben wollen, als nach der Realität und den eigenen Bedürfnissen. Es werden Theorien entwickelt, die die Menschen immer mehr hemmen anstatt sie zu befreien.
Die Medien übersexualisieren die Welt und verbreiten ein falsches Bild von Sex und der Sexualität; sie zeigen Sex als Konsumware. Je früher und schneller, desto besser für den Verkauf von Sexfilmen, Kondomen, Dildos und Accessoires.
Die Menschen bekämpfen zwar allem Anschein nach die kirchlichen Theorien über Sex und Liebe, aber insgeheim und unbewusst verhalten sie sich genau so, wie es diese Religion von ihnen in diesem Bereich erwartet: Sie leben monogam und treu. Untreue ist eine Sünde, sie schämen sich beim Thema Sex, sie unterdrücken Fantasien und verteidigen vehement Standpunkte wie: Liebe und Sex gehören unbedingt zusammen.
Aber die hohe Verbreitung von Prostitution, Liebeshäusern, Singletreffs, Swinger- und Sexclubs, die Häufung von Seitensprungagenturen und Sexdownloads im Internet, die Umfragen, die zeigen, dass 70% der Menschen fremdgehen, beweisen, dass sich die Gesellschaft selbst anlügt. Der Mensch kommt innerlich in eine Konfrontation zwischen der idealen Welt und den eigenen (Trieb-)Bedürfnissen. Die Folge ist der Verlust der Lust auf den Partner.
Ist sexuelle Polygamie wirklich unnatürlich? Garantiert die sexuelle Monogamie die sexuelle Erfüllung? Warum kann dann gerade sexuelle Treue, die man aus Liebesgründen eingeht, genau diese Liebe töten und warum kann Fremdgehen eine Beziehung retten? Ist es überhaupt sinnvoll, Sex und Liebe zu mischen? Warum ist Übersexualisierung gefährlich für die Lust? Warum sollte die Frau mehr auf ihre eigene Lust schauen als auf die des Mannes? Warum kommen Männer immer schneller? Ist ein „Zweiminuten-Sex“ wirklich zufriedenstellend für die Lust und befriedigend für die Frau? Warum können die jungen Leute von heute die Lust am Sex so schnell verlieren? Warum ist es wichtig für den Sex und die Partnerschaft, dass die Frau ihre Weiblichkeit behält und der Mann seine Männlichkeit? Warum verzichten Frauen auf ihre Fantasien, damit Männer zufrieden sind?
Ich habe mich entschieden, ungeschminkt über die Sexualität zu schreiben und weiß genau, dass das Buch sehr polarisieren wird. Viele werden meine Thesen lieben und ihnen zustimmen, viele werden sie aber auch verfluchen.
Es geht mir aber mehr darum, eine Diskussion anzustoßen, damit wir uns mit unserer Sexualität auseinandersetzen und aufhören, uns etwas vorzuspielen. Eine sexuell aktive und selbstbewusste Frau ist so wenig eine „Schlampe“ wie ein treuer Mann der beste Liebhaber ist.
Die nicht ausgelebten sexuellen Fantasien und eine unbefriedigte Sexualität sind immer noch große Verursacher von Krankheiten (Depressionen, Frustrationen, Migräne, u.v.m.), von allgemeinem Unwohlsein und bei manchen Menschen der Motivationsschub für verbrecherische Taten.
In diesem Buch wirst du durch viele wahre Geschichten, auch aus Afrika, verstehen, warum die Vereinigung von Liebe und Sex, sexuelle Treue sowie Eifersucht auf den Partner wegen Sex eine künstliche Gefühlsmontage ist. Ich habe die Gründe oder Tipps nicht nur einfach so dargestellt - ich habe immer versucht, bei jedem Grund und jedem Tipp den jeweiligen Hintergrund zu erklären, damit du als Leser die Ratschläge besser visualisieren kannst.
Besonders die Europäer waren mir gegenüber mit ihren Erfahrungen und in Gesprächen sehr ehrlich. Viele konnten sich gerade im Austausch mit mir sehr frei äußern, weil sie sich sagten, als Afrikaner würde ich sie in bestimmten Fällen besser verstehen als ein Europäer. Ein Mann sagte mir z.B.: „Ich kann dir ganz offen sagen, dass ich Lust auf andere Frauen habe, ohne dass du mich wie ein Alien ansiehst, da bei euch so etwas normal ist.“ Einem Landsmann, auch wenn er Psychologe wäre, hätte er dies nicht so offen sagen können.
Deswegen glaube ich, dass mein Buch die Gefühle vieler Menschen realitätsnah repräsentiert.
Dieses Buch richtet sich an alle Menschen: An Frauen, Männer, Heterosexuelle, Bisexuelle, Homosexuelle usw., die einfach eine gesundere Sexualität haben wollen.
Ich möchte mit diesem Werk Menschen von bestimmten „Gewissenshemmern“ befreien. Manche Lösungen und Vorschläge sind sehr unkonventionell und ungewöhnlich, aber gerade deswegen können sie wirklich helfen!
Für das bessere Verständnis schreibe ich ausschließlich in der männlichen Form, diese schließt selbstverständlich die weibliche Form mit ein: Partner bedeutet dementsprechend auch Partnerin. Stellen, die ausdrücklich von einem Geschlecht sprechen, werden als solche kenntlich gemacht.
Ich wünsche eine gute Lektüre und hoffe auf eine lebendige Diskussion auf www.lenssi.de
Ich danke all den Menschen sehr, ohne die das Buch nicht so geworden wäre wie ich es mir gewünscht habe.
Nur heiße Luft und tote Hose im Bett?
In der Gesellschaft emanzipiert und im Bett unterworfen, verklemmt und unemanzipiert? Die große Mehrheit der Frauen spielt heutzutage im Bett meist immer noch die unterworfene Rolle und Frauen sind trotz der starken gesellschaftlichen Entwicklung nach wie vor die Orgasmus-Loser. Soll das das Bild der Frau des 21. Jahrhunderts sein? Oder erinnert uns das nicht an die Vergangenheit?
Und was ist mit den Männern: „Vorsprung durch Technik“, Rücksprung im Bett?! Warum schafft es der Mann, auf dem Mond zu landen und auf der Frau nur zusammen zu sacken? Das ist das traurige Bild des modernen Mannes!
Die meisten Paare gehen mit Wunschträumen und unrealistischen Erwartungen in die Partnerschaft und kaum jemand weiß wirklich, wie man sexuell harmonisch zusammenlebt. Viele glauben, dass der Sex automatisch gut wird bzw. sie sexuell erfüllt fühlen, wenn sie sich lieben.
Aber Frauen und Männer ziehen sich immer weniger sexuell an. Sie haben immer weniger Sex. Manchmal kommt es sogar nach wenigen Wochen Beziehung nur noch selten zu sexuellen Handlungen oder die Lust ist gar komplett eingeschlafen. Immer mehr Männer ziehen es vor, sich selbst zu befriedigen; ihre Partnerin macht sie nicht mehr an und sie sehen in ihr nichts mehr, was ihre sexuelle Begierde weckt. Viele Frauen fühlen sich von Männern immer weniger angezogen und ziehen sogar ein sex-loses Leben dem Schlafen mit dem Partner vor.
Was machen diese Frauen und Männer falsch? Warum erlahmt die Lust auf Sex immer schneller, besonders in der westlichen Gesellschaft?
Die Gründe für diese Sex- und Lustlosigkeit haben zum großen Teil nichts mit dem zu tun, was man in Büchern liest, was in den Medien verbreitet wird oder was Paar- und Sextherapeuten predigen: nämlich Druck, viel Stress, wenig Zeit, viel Arbeit, Streit, Gewohnheit, natürliche Entwicklung, weil der Kick weg ist, usw. K.T.N. Len‘ssi zeigt in diesem Buch deutlich, dass das Schwinden der Lust auf Sex und der sexuellen Sehnsucht auf den Partner ganz andere, überraschende Gründe hat. Gründe, die man auf den ersten Blick gar nicht mit mangelnder Lust in Zusammenhang bringt.
Dieses Buch hilft, viele unausgesprochene Tabus zu erfahren und somit zu wissen, warum dein Partner plötzlich keine Lust mehr auf dich hat, warum er ihn gerade bei dir nicht hochkriegt und trotzdem mit anderen Frauen schläft, auch wenn er dich liebt. Warum sie dir immer vorspielt, Kopfschmerzen zu haben, wenn du Sex mit ihr haben willst, aber mit ihrem Liebhaber die ganze Zeit den besten Sex ihres Lebens genießt.
Viele erstaunliche Erkenntnisse warten auf den Leser und dieses Buch verändert die Sexualität von jedem radikal!
Die Menschen haben immer weniger Sex. Frauen und Männer ziehen sich immer weniger sexuell an. Das sexuelle Leben von Paaren erlahmt immer schneller. Meine eigenen Studien durch Vergleichsbefragungen von Paaren und Singles zeigen ein klares Ergebnis. Ich teilte die Befragten in mehrere Kategorien ein, je nach Jahrgang der Befragungen. Und zum Schluss kam heraus, dass Paare und Singles in den 1970ern viel mehr Sex hatten als in den 1980er-Jahren. In den 1980er-Jahren gab es mehr Sex als in den 1990ern. Und in den 2010er-Jahren hatten Paare und Singles am wenigsten Sex, im Vergleich zu den 1970er-Jahren sogar bis zu 10 Mal weniger. Das bedeutet, wenn Paare 1970 ca. 100 Mal Sex pro Jahr hatten, haben heute die meisten Paare durchschnittlich 10 Mal im Jahr Sex. Diese Zahl, 10 Mal pro Jahr, sinkt sogar noch weiter, wenn das Paar mehr als 10 Jahre zusammen ist. Besonders betroffen sind Menschen, die in einer Beziehung leben. Außerdem war zu beobachten, dass Menschen, die in den 1970ern oder früher geboren sind, deutlich häufiger Sex haben, als die Geburtsjahrgänge der 80er oder gar der 90er.
Je jünger die Befragten, desto weniger Sex hatten sie.
Wissenschaftliche Studien bestätigen diese Tendenz. Eine amerikanische Studie, die vermutlich für fast alle westlichen Länder gelten könnte, kommt zu dem Ergebnis, dass Erwachsene aller Altersgruppen heutzutage deutlich weniger Sex haben als früher. Die Studie kam zu dem Schluss, dass Paare in den frühen 2010er-Jahren siebenmal seltener Sex pro Jahr hatten, als in den frühen 1990ern. Schon ein Jahr vorher hatten die gleichen Wissenschaftler festgestellt, dass im Vergleich zu früher immer mehr junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren noch keinen Sexualpartner gehabt haben.
Eine Studie der Universitätsklinik Hamburg von 2010 mit 10.000 deutschen Männern ergab, dass nur noch ein Drittel von ihnen so viel Sex hatte wie Männer in den 70er Jahren. Und bei Männern über 40 läuft kaum noch was. Dagegen ist die Masturbationsrate explodiert. Immer mehr Menschen befriedigen sich selbst und vermeiden den Sexualkontakt mit anderen.
In verschiedenen Umfragen sagen über 70% der Jugendlichen, sie würden auf eine einsame Insel ihr Smartphone mitnehmen – nicht den Partner oder die Partnerin! Sie würden lieber auf Sex mit dem Partner verzichten und das Smartphone dabeihaben. Ja, denn damit kann man ja Pornos anschauen und masturbieren.
Die Flaute im Bett ist dramatischer, als man denkt. Immer weniger Menschen haben Sex. Die Sexaktivität in einer Partnerschaft war vor 20, 30 Jahren noch deutlich höher als heute und die Tendenz geht weiter stark nach unten. Bald wird Sex zwischen Frauen und Männern nur noch Traum sein. Die Roboter-Sexpuppen sind im Anmarsch.
Unsere Beziehungsgewohnheiten sind primitiv geblieben und fördern die langfristige Lust am Sex überhaupt nicht. Wir leben in Beziehungen wie vor 2000 Jahren.
In der Bibel steht: „Eheleute müssen einander treu sein. Ehebruch ist eine Sünde gegen Gott und gegen den Partner.“ (Hebräer 13:4). „Geschlechtsbeziehungen außerhalb der Ehe sind der einzige schriftgemäße Grund für eine Scheidung, der es einem erlaubt, sich wiederzuverheiraten.“ (Matthäus 19:6–9; Römer 7:2, 3).
Vergleiche nun diese Aussagen mit der propagierten Einstellung der Gesellschaft. Es ist fast eine exakte Kopie, wenn man das Wort „Ehe“ durch „Beziehung“ ersetzt. Die Menschen wenden dieses biblische Gesetz 1:1 an und gehen sogar noch viel weiter, indem sie diese Theorien auf alle Formen von Beziehungen ausweiten und nicht nur auf die Ehe beziehen.
Ich möchte hiermit nur die Verbindung aufzeigen, wie das sexuelle Leben von Menschen heute beeinflusst wird und darauf hinweisen, dass diese Einstellungen und Überzeugungen bei der Lustlosigkeit eine große Rolle spielen.
Wir leben im 21. Jahrhundert und bezeichnen uns als die modernsten Menschen, welche die Welt je gesehen hat, aber die Sexualität folgt dieser Entwicklung allem Anschein nach nicht.
Unbewusst halten Frauen und Männer an einer
überholten, traditionellen und tief kirchlich
geprägten Vorstellung von Sexualität, Liebe
und Partnerschaft fest. Sie verteidigen also
die Kirchentheorien, kritisieren aber trotzdem
ständig die Kirche für ihre Einstellung
zu Sexualität.
Die Art, wie die Menschen in Beziehungen leben, ist eine Bremse für die Entfaltung der Sexualität. Ja, Monogamie ist einer der Hauptgründe für die Lustlosigkeit in Beziehungen. Hier ist zu unterscheiden zwischen Lust und Liebe. Man kann sich noch so sehr lieben, aber die Lust auf Sex wird in dieser Beziehungsform immer kleiner werden. Experten versuchen, die Menschen zu beruhigen, indem sie sagen, dass es normal wäre, wenn die Prioritäten in einer Partnerschaft sich verlagern, wenn man lange zusammen ist und der Alltag es nicht einfacher macht. Das ist aber nicht ganz wahr. Dass man nicht immer Sex oder Lust auf Sex haben muss, ist doch klar und natürlich. Dass es Sex-Low-Phasen gibt, ist okay; Menschen sind keine Maschinen. Aber dass in vielen Beziehungen, in manchen sogar nach nur einigen Monaten, der Sex erlahmt, dass junge Menschen unter 30 nach 6 Monaten Beziehung kaum noch miteinander schlafen, dass 20-Jährige nur noch masturbieren, das alles ist nicht normal. Ich habe viele Gespräche geführt und viele Verhaltensweisen analysiert. Ich habe das afrikanische und das westliche System beobachtet und das Ergebnis war sehr schnell sehr deutlich. Vieles liegt im archaischen, katholisch geprägten Beziehungsmodell und einem ungesunden modernen Lebensstil begründet.
Trotz zahlreicher Indizien, dass unsere jetzige
Beziehungsform die Probleme der Menschen in
Partnerschaften nicht lösen kann und angepasst
werden müsste, verharren wir dennoch in ihr.
Weiterentwicklungen auf diesem Gebiet des
menschlichen Zusammenlebens gibt es nicht.
Wir beharren auf einem System, das seine Grenzen deutlich gezeigt hat: Es gibt immer mehr Singles, Scheidungen erreichen ein bedenkliches Niveau, in Beziehungen ist der Sex nach einigen Jahren, manchmal gar Monaten, schon lahmgelegt. Manche Partner leben nebeneinander her wie Geschwister. Männer kriegen immer schwerer einen hoch, halten kaum noch die Potenz und kommen immer früher. Frauen spüren immer weniger Lust, kennen ihren Körper immer weniger, usw.
Da stellt man sich zwangsläufig die Frage, ob es noch zeitgemäß ist, den Sex mit der Liebe gleichzustellen? Ist der Begriff Liebe, wie man ihn uns gelehrt hat – diese Anziehungskraft zwischen zwei Menschen – nicht zu sehr überromantisiert, eingeschränkt und überbewertet?
Viele Ratgeber greifen diese Fragen nur oberflächlich auf und viele Bücher über Sexualität scheinen mir immer sehr idealistisch zu sein, weit von der Realität und dem, was die Menschen wirklich machen, leben und erleben, entfernt. Sie beschreiben das Problem nicht so, wie die Menschen es erleben, sondern wie einige Psychologen, Therapeuten, Denker, die Medien, die Wirtschaft und die Medizin es haben wollen. Aber zu glauben, dass gesellschaftliche Veränderungen keine tiefgreifenden Veränderungen in Sex und Beziehungsformen mit sich bringen, ist - ob man es will oder nicht - eine große Heuchelei, die die totale Schwäche und das totale Versagen der Menschen aufzeigen.
Verschiedene Gründe können dazu führen, dass die Lust in einer Beziehung stirbt. Bei manchen Menschen kommen viele dieser Faktoren zusammen, bei anderen liegt nur ein Faktor vor.
Im ersten Moment weiß man nicht, warum die Lust kleiner geworden ist. Wenn man lange zusammen ist oder sich liebt, versucht man, sich einzureden, dass es normal ist, dass die Lust vergeht.
Doch wenn man sich ein bisschen mit sich selbst, seinen Bedürfnissen und denen des Partners auseinandersetzt, kann man erkennen, woran die Lust gestorben ist, und noch so einiges reparieren.
Hier folgen die 20 wichtigsten Gründe, warum die Lust in einer Beziehung sterben kann.
Die Ernährung ist der allererste und größte Feind der Libido.
Der erste Grund, warum die Lust überhaupt stirbt und warum immer weniger Menschen Sex haben, ist die schlechte Ernährung, auch wenn kaum jemand davon redet und die große Mehrheit der Menschen es nicht weiß. Im Buch von Len‘ssi „EREKTIONS & POTENZ-KILLER – Iss, trink & denk dich impotent und schlapp“ (ISBN 978-3-946551-71-3) habe ich detailliert darüber geschrieben.
Jahrelange ungesunde Ernährung kann zu einer Übersäuerung des Körpers und zu einem Mangel an Nähr- und Vitalstoffen führen. Ein Körper in saurem Zustand kann kaum nachhaltig eine gesunde Potenz haben. Ungesunde Ernährung durch ungesunde Nahrungsmittel ist eine echter Lust- und Potenzkiller.
Ein übersäuerter Körper führt zwangsweise
irgendwann zu Erektionsschwäche, trockener
Scheide, Impotenz und Lustlosigkeit.
Zu den schlechten säurebildenden Lebensmitteln gehören
Fleischwaren, Wurstwaren, Schinken
Milch und Milchprodukte (Quark, Joghurt, Kefir und alle Käsesorten, auch von Schaf und Ziege; gerade auch alle fettarmen Milchprodukte)
Stark verarbeitete Sojaprodukte (insbesondere das texturierte Sojaprotein, das mit TVP abgekürzt wird und in getrockneter Form als Grundlage für Hackfleischersatz, Gulaschersatz o. ä. angeboten wird)
Getreideprodukte aus Auszugsmehlen (Weißmehl, Back- und Teigwaren wie Kuchen, Gebäck, süße Teilchen, Nudeln etc., manche Frühstückscerealien wie z. B. Cornflakes, Fertigmüslis, Crispies, Crunchys etc.)
Produkte aus Gluten (Seitan), z. B. vegetarische Würste, Aufschnitt, Bolognese o. ä.
Sämtliche Produkte, die Zucker enthalten
Süßungsmittel wie Dicksäfte, aber auch Honig
Speiseeis, auch Wasser-, Soja- und Joghurteis – Ausnahme: basisches Eis
Fertigprodukte aller Art, insbesondere solche aus konventioneller Erzeugung
Kohlensäurehaltige Getränke, auch Wasser, besonders aus Plastikflaschen
Fertiggetränke wie Softdrinks (z. B. Limonade, Cola etc.), Fruchtsäfte aus Konzentrat, Isodrinks, Proteindrinks, Milchshakes, Drinks zum Abnehmen etc.
Tee (schwarzer Tee, Früchtetee, Eistee etc., lediglich Kräutertees sind basisch, ja sogar hochbasisch)
Alkohol und alkoholhaltige Produkte
Kaffee, auch Getreide-, Instant- und koffeinfreier Kaffee und koffeinhaltige Produkte
Alle fettarmen Produkte und Light Nahrungsmittel
Fettfreies Essen
Wiederholt kaltes Essen
Senf, Essig, Ketchup
Sauerkonserven
u.v.m.
Säuerliche Lebensmittel machen dick und erzeugen Entzündungen im Körper - Faktoren, die negative Einflüsse auf die Lust haben.
Eine Übersäuerung führt außerdem zur Bildung
von Schlacken, die zu Durchblutungsstörungen
führen und als ernsthafte Ursache von
Erektions- und Luststörungen gelten.
Schlacken sind Stoffwechselabbauprodukte, Verbrennungsrückstände, die sich in Zellen, Organen, im Gewebe und im Blut ablagern. Sie sind also Müll aus neutralisierten Säuren, Giftstoffen und chemischen Zusatzstoffen wie Farbstoffen, Aromastoffen, Konservierungsstoffen usw., die in der schlechten und ungesunden modernen Ernährung enthalten sind. Fast alle Lebensmittel, die einen Östrogenüberschuss verursachen, führen auch zu Schlacken im Körper. Diese Lebensmittel führen zu einer chronischen Übersäuerung des Körpers und zu einem Mangel an Vitalstoffen (Vitaminen, Mineralien, Spurelementen usw.).
Normalerweise scheiden wir die neutralisierten Säuren und Giftstoffe über unsere Ausscheidungsorgane (Haut, Nieren, Lunge, Darm) aus, aber wenn der Körper zu viel davon hat, sind die Organe überlastet. Dieser Müll lagert sich in den Organen ab, weil sie nicht mehr alles ausscheiden können; er wird zu Schlacke (Restmüll) und dadurch zu einer Gefahr. Die Schlacken gelangen überall hin im Körper, auch in den Blutkreislauf. Sie können zu vielen gesundheitlichen Problemen führen und auch die Potenz und Libido stark negativ beeinflussen. Besonders Frauen in den Wechseljahren, die sich schlecht ernähren, „produzieren“ zu viele Schlacken und können dadurch sexuelle Probleme erfahren, denn Schlacke verhindert eine gute Durchblutung:
So werden die Geschlechtsorgane nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Die Erregungsintensität wird weniger.
Wir leben in einer Welt voller Östrogene - man trifft sie fast überall an. Deswegen passiert es schnell, dass man einen Überschuss an Östrogenen im Körper hat und im Gegenzug einen Rückgang des Testosterons erlebt. Die Hauptursache dieses negativen Phänomens liegt in der schlechten Ernährung durch die oben genannten Lebensmittel.
Ein Überschuss von Östrogen im männlichen wie im weiblichen Körper führt automatisch zu einer Senkung des Testosteronspiegels mit negativen Folgen für die Libido:
Bei Frauen: Potenzstörungen, Rückgang der Libido und der sexuellen Aktivität, Schwierigkeiten beim Feuchtwerden, trockene Scheide, Verminderung der Lustempfindlichkeit an der Brust, der Vagina und allen Geschlechtsorganen und erogenen Zonen und Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu bekommen
Bei Männern: Potenzstörungen, Rückgang der Libido und der sexuellen Aktivität, Erektionsstörungen, Verminderung der Spermienproduktion, Reduzierung des Hodenvolumens, Schrumpfung des Geschlechtsorgans (nicht zu verwechseln mit kleinem oder großem Geschlechtsorgan, das nichts mit der Testosteronmenge zu tun hat), schlapper und schlaffer Penis, Frühejakulation, Feminisierung des Körpers und des Verhaltens.
Von allen Gründen, die dazu führen, dass die Lust stirbt, empfinde ich die sexuelle Treue und die sexuelle Monogamie als das größte Problem, um die Lust auf Sex langfristig aufrecht zu erhalten. Die Monogamie ist kein natürliches, biologisches Programm, sondern die Konsequenz aus bestimmten sozialen Realitäten und Veränderungen, verankert in der katholischen Religion, die früher vor allem die Lust der Frau sehr eingeschränkt hat.
Nicht die Untreue zerstört das Sexleben, sondern falsch verstandene Treue. Ich bin noch viel präziser und sage, die Untreue kann sogar die Lust auf den Partner erhöhen und dem Sex neuen Pepp geben. Die Treue, nur mit einem Partner Sex zu haben, tötet bei der Mehrheit der Menschen die Sehnsucht nach Sex. Das bedeutet nicht, dass diese Paare sich nicht lieben, aber sie ziehen sich sexuell nicht mehr an und haben kaum noch Sex miteinander.
Diese Tatsache ist in den Schlafzimmern der meisten Paaren Realität, auch wenn sie sich damit trösten, dass der Sex nicht das wichtigste in einer Beziehung ist. Das mag sein, aber darum geht es nicht. Es geht nur darum, zu zeigen, wie die Monogamie das sexuelle Leben, die Erotik und die Libido lahmlegt.
In einem Bericht aus dem Jahr 2010 von Michèle Binswanger, schweizerische Journalistin, in der Zeitung „Die Zeit“, konnte man lesen:
Wir pathologisieren Fremdgeher, dabei sind sie doch der Normalfall […]. Denn sexuelle Treue im umfassenden Sinn ist unmöglich. Wir können die Lust unterdrücken, wir können so tun, als gäbe es sie nicht. Aber es ist eine Täuschung. Als Liebende halten wir uns für die vornehmen Protagonisten einer Verfilmung von Romeo und Julia. Was die menschliche Sexualität angeht, wird aber Planet der Affen gespielt. Trotz ihrer romantischen Veranlagung, ist unsere Spezies reichlich sex-besessen. Weltweit fließen täglich Milliarden in den industriellen Komplex der Sexualität, Pornografie und Prostitution, Partnerbörsen und Seitensprungportale. Pharmaindustrie und Paartherapeuten verdienen daran, die Symptome unserer Krankheit zu lindern.“
(http://www.zeit.de/2012/13/CH-Monogamie)
Sexuelle Treue ist biologisch gesehen unmöglich und um sie möglich zu machen, muss man so an sich schrauben und so vieles in sich abtöten, dass man am Ende für den Sex selbst kein Gefühl mehr hat.
Der Mensch funktioniert leider nicht wie eine Maschine. Bei einer Maschine kannst du einen Teil abstellen, verändern und die Maschine kann weiterlaufen und die gleiche Leistung geben. Bei Menschen ist das anders: Jede Veränderung – sei es nur eine ganz kleine – bringt weitere Konsequenzen mit sich. Der Mensch ist von Natur aus nicht so eingestellt, dass er nur einen sexuellen Partner hat bzw. dass er sexuell nur auf eine bestimmte Person reagiert. Sex ist Trieb und hat mit Empfindungen, Lust und Begierde zu tun.
Sex ist nicht dazu da, um eine Liebe und eine
Beziehung zu bestätigen. Sex ist auch nicht nur
dazu da, um Kinder zu zeugen, wie die Dogmatiker
es in allen Kulturen gerne behaupten.
Zum Sex gehören auch wichtige natürliche Elemente, nämlich die Lust und der Genuss – nicht nur auf den und mit dem anderen, sondern auch und vor allem mit sich selbst. Wenn man von Lust und Genuss spricht, spricht man auch von Diversität. Erst die Diversität macht die Einfachheit zu etwas Besonderem. Die Vielfalt ist in jeder Hinsicht ein Gewinn. Ein moderner, starker und selbstbewusster Mensch, der seine Stärken kennt, ist vielfältig und demokratisch. Die Polygamie erlaubt diese Möglichkeiten der Entfaltung, die Monogamie ist wie der Kommunismus und lässt den Menschen sich selbst untreu werden.
In der Monogamie entsteht sehr schnell eine Übersättigung und Abstumpfung. Ich liebe zum Beispiel Mango-Suppen sehr. Wenn ich sie aber jeden Tag esse, kann ich Mango irgendwann nicht mehr sehen, nicht mehr essen und genießen. Wenn ich aber dazwischen immer mal etwas anderes esse und Mango weglasse, habe ich wieder mehr Lust auf Mango-Suppe. So geht es jedem von uns und zwar mit allem, was Genuss bereitet, und genauso geht es uns mit dem Sex.
„Sex mit jemand anderem“ UNTREUE zu nennen,
ist schon sehr bezeichnend. Das Wort alleine macht
Angst und bringt einen in Gewissenskonflikte.
Schon dieses Wort macht etwas Böses aus dir.
