In der Polygamie lebt's sich besser! - Max Nang - E-Book

In der Polygamie lebt's sich besser! E-Book

Max Nang

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Beschreibung

Umfragen besagen, dass bei einer durchschnittlichen Beziehung in Deutschland der Sex nach zwei Jahren tot ist. Sex und die Lust auf den Partner sterben nicht aus Zufall so schnell in unseren Beziehungen. Wir verharren in dem gleichen monogamen System, das uns in der Erziehung stets vermittelt wurde. Trotz einer immer höheren Anzahl an Singles, Scheidungen und Unzufriedenheit kommt es zu keiner Weiterentwicklung. Aber muss das wirklich sein? Kann man überhaupt sexuell harmonisch mit nur einem Partner leben oder sind unsere Erwartungen durch Therapeuten, Filme und Erziehung zu hochgeschraubt? Warum halten wir immer noch an der alten, romantischen Vorstellung fest, in einem einzigen Menschen alle Facetten der Liebe wiederfinden zu können? Und warum müssen wir zwangsweise Liebe mit Sex verbinden? In diesem Buch kommen endlich die wahren Gründe und Antworten zum Vorschein, um der sexuellen Lust wieder ordentlich einzuheizen.

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Seitenzahl: 319

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Max Nang

In der Polygamie lebt's sich besser!

Damit die Lust nie vergeht

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

In der Polygamie lebt’s sich besser

Über den Autor

Über dieses Buch

Danksagung an alle Personen, die dazu beigetragen haben, dieses Buch möglich zu machen

Vorwort- Warum dieses Buch?

Gründe, die dazu führen, dass die Lust stirbt

Die sexuelle Treue oder die sexuelle Monogamie

Monogamie: die große Lüge und Heuchelei

Eifersucht, Kontrolle und Freiheitsentzug

Liebe und Sex vereinen: Überromantisierung der Liebe und der Beziehung

Die weit verbreitete Definition von Liebe ist zu egoistisch

Distanzlosigkeit und zu viel Harmonie

Übersexualisierung und Untererotisierung, Banalisierung der Sexualität

Das Aussehen: Die Banalisierung der visuellen Anziehungskraft des Körpers und Vernachlässigung der Macht der Wirkung des Körpers und der Kleidung

Fixierung im Sex auf Orgasmus, Überbewertung des Orgasmus & der Orgasmus als einziges Ziel in der Sexualität

Übertriebene Selbstbefriedigung (Masturbation). Zu viel und zu oft masturbieren. Männer, die sehr viel masturbieren, kommen zu früh. Frauen, die es häufig tun, können beim Sex mit dem Partner schwer kommen

Rollenverwechslung in der Beziehung, Verlust der Weiblichkeit, Unterwerfung und Vermännlichung der Frau, Verweiblichung des Mannes

Die Verweiblichung des Mannes tötet die Lust:

Die Anti-Baby-Pille bei manchen Frauen und Kondome bei manchen Männern

Kondome

Zu starker Konsum von Pornos

Schwangerschaft und Geburt. Ein Trauma bei manchen Männern, die bei der Geburt dabei waren

Vorzeitiger Samenerguss und Penisschlaffheit bei Männern und dadurch entstehende Versagensängste (zu früh kommen, schlappe Erektion, Impotenz), Angst bei Frauen davor, keinen Orgasmus zu bekommen, abgelehnt zu werden, trocken zu sein, usw.

Minderwertigkeitskomplexe, mangelnde Selbstliebe, Körper- und Gliederkomplexe: Zu dick, zu dünn, zu kleine Brüste, zu dicker oder platter Po, zu kleiner Penis usw.

Geschichte 1:

Geschichte 2:

Geschichte 3:

Größe des Penis

Gegenseitiges Nichtgefallen, schlechte Körperpflege und Hygiene, schlechter Mund- und Körpergeruch bzw. inkompatibler Körpergeruch

Selbstlüge: Lüge, Unehrlichkeit, Vortäuschen von Gefühlen

Mangelnde Sexkenntnisse, langweiliger Sex, Monotonie, Fantasielosigkeit, Unterdrückung von Fantasien

Langweiliger Sex:

Unterschiedliche Neigungen und nicht ausgelebte und unterdrückte Fantasien

Druck, Stress, Arbeit

Aber auch Frauen erleben beim Sex Leistungsdruck

Falsche und schlechte Ernährung: Nahrungsmittel und Chemikalien in Nahrungsmitteln, die die Lust töten, gefährliche Kosmetikprodukte

Weitere Gründe, die dazu führen, dass die Lust stirbt

Afrikanisch inspirierte Tipps und Tricks zur Luststeigerung für Mann und Frau

Sexuelle Polygamie

Eifersucht auf Sex in Schach halten

Sex von Liebe trennen, einfach lieben

Auch in der Liebe Distanz bewahren, ein bisschen Streit und eine gewisse Aggressivität können Lust fördern

Erotik und Sexualität fördern – Sexualisierung ablehnen

Frau sein und Weiblichkeit stärken, Mann sein und Männlichkeit stärken

So bleibt eine Mutter weiterhin auch eine sexuelle attraktive Frau – nur als Frau bist du erotisch: Wer will schon mit ‚Mutter‘ schlafen?

Versagensängste – bei Mann und Frau

Versagensängste bei der Frau

Versagensängste beim Mann

Selbstbewusstsein stärken, sich selbst lieben und akzeptieren, wie man ist: Kein Penis ist zu klein und keine Vagina zu lasch - oder doch? Sich akzeptieren, aber an sich arbeiten!

Gute Sextechniken, abwechslungsreicher Sex & gesunde Selbstbefriedigung helfen der Lust

Benutzung von Sex Toys wie Dildo, Vibrator, usw.

Fantasien und Neigungen zulassen

Ehrlichkeit, Respekt und Vertrauen fördern

Schamhaare rasieren oder nicht? Schamhaare sind mehr als nur Haare: Schamhaare können auch sehr luststimulierend sein

Druck und Stress abbauen

Gesund und gut essen: Bestimmte Nahrungsmittel und Stoffe, die Lust fördern

Masturbation richtig nutzen, um die Ejakulation zu kontrollieren

Interviews – Frauen und Männer erzählen ohne Tabus über ihre sexuellen Erfahrungen und geben nützliche Infos und Tipps, die uns allen helfen können

„Ich ließ mich von einer Frau verführen. Trotzdem bin ich nicht lesbisch und stehe auf Männer.“ Silke, 32 J, Büroangestellte

„Ich weiß nicht, wie es damit gewesen wäre. Ich habe keine Klitoris … Ich bin beschnitten.“ Aminata, 36 J, freie Journalistin

„Die Antibabypille nahm mir die Lust und ich dachte, ich wäre frigide geworden. Meine Frauenärztin verschrieb mir sogar Tabletten.“ Miriam, 23 J, Studentin der Sozialpädagogik

„Sie war mir zu männlich, aber ich bin nicht schwul und steh nicht auf Männer. Wenn ich einen Mann will, suche ich mir gleich einen.“ Peter, 29 J, Dipl. Ing. Maschinenbau

„Auch nach 31 Jahren haben wir noch immer große Lust aufeinander. Nicht immer, aber immer öfter.“ Irmgard, 57 J, Hausfrau und Karl, 59 J, Steuerberater

„Ich liebe meinen Freund, aber ich schlafe seit 20 Jahren mit anderen Männern. Das ist unglaublich, wie das unsere Sexualität bereichert.“ Sophie, 47 J, Grundschullehrerin

„Nach nur 8 Monaten hatten wir nur noch sporadisch Sex. Ich hatte eigentlich keine Lust mehr, mit ihr zu schlafen. Immer das Gleiche.“ Johannes, 33J, Monteur

„Ich ließ mich mit 41 beschneiden, weil ich mich in einem Mann verliebte, der auch beschnitten war. Mein Peniskomplex war weg und der Sex intensiver.“ Robert, 42 J, Tänzer und Kaufmann

„‘Du bist nicht krank, du brauchst nur Sex. Suche dir einen, der es dir richtig besorgen kann‘, sagte mir mein Coach.“ Heike, 48 J, Abteilungsleiterin

„Ich habe nie einen Orgasmus gehabt.“ Sabiha, 39 J, Verkäuferin

„,Bist du schon drin?‘ fragte mich meine große Liebe.“ Max, 33 J, Sportmanager: Sein kleiner Penis und die Rollenspiele

„Pornos zerstörten meine Sexualität. Ich verlor die Lust, mit meiner Freundin zu schlafen, weil ich während des Pornoschauens immer masturbierte und der Orgasmus dabei intensiver zu sein schien als mit ihr, auch wenn ich danach depressiv wurde.“ Oli, 29 J, Immobilienmakler

„Sex ohne Ende und nichts hat mich befriedigt.“, Theresa, 27 J

„Je mehr ich masturbiere, desto einsamer und unbefriedigter bin ich“ Karin, 31 J, Erzieherin

Eifersucht zerstörte die Liebe. „Ich konnte es nicht sehen, wenn sie sich ständig mit anderen Männern unterhielt und lachte.“ Brian, 37 J, Berater

Geheimrezepte aus Afrika zur Potenzsteigerung, aus reinen, natürlichen Lebensmitteln und mit positiven Nebenwirkungen für Körper und Seele (kurzer Auszug)

Über indayi edition

Impressum neobooks

In der Polygamie lebt’s sich besser

Besuch uns auf www.indayi.de

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages.

1. Auflage März 2020

© indayi edition, Darmstadt

Umschlaggestaltung, Lektorat und Satz: Dinah Jacobi

Co-Lektorat: Hanna-Sophie Göthlich, Selma Magnor

Max Nang

Damit die Lust nie vergeht - so hältst du dein Sexleben am Brennen!50 weltbeste Tipps & Tricks für

mehr Sex

mehr Lust

mehr Freude

mehr Ausdauer

Afrikanisch inspirierter Sex- und Beziehungsratgeber

Sex-Tuning auf afrikanisch – ohne Tabu!Inkl. natürlichen Potenzsteigerungsmitteln

Mit 15 spannenden Interviews, in denen Menschen tabulos über ihr Sexleben sprechen.

Über den Autor

Max Nang ist ein freidenkender Ratgeber-Autor, der gerne über schwierige, provozierende und tabuisierte Themen schreibt. Er möchte Menschen dabei unterstützen, ihr Leben und ihre Sexualität erfolgreich und glücklich zu entfalten. Er wohnt und lebt und schreibt in Darmstadt.

Über dieses Buch

Die stagnierende und romantische Vorstellung einer idealen Monogamie-Beziehung herrscht vor allem in Europa seit dem Mittelalter vor. Nang geht der Frage nach, inwieweit Monogamie überhaupt dem menschlichen Wesen entspricht.Aus dieser Fragestellung heraus entwickelt sich das Buch zu einem umfassenden Ratgeber in Sachen Eifersucht, Treue und sexueller Anziehung.

Nur heiße Luft in unseren Betten. Ängste machen sich breit in unseren Schlafzimmern!

In der Gesellschaft emanzipiert und im Bett unterworfen?

Passt es, dass Frauen heutzutage im Bett zumeist immer noch die unterworfene Rolle spielen und sich nur den Männerbedürfnissen anpassen?

"Vorsprung durch Technik", Rücksprung im Bett?! Warum schafft es der Mann, auf dem Mond zu landen, aber auf der Frau nur zusammenzusacken?

Vorsicht, nicht geeignet für jeden: Dieses Buch kann deine Sexualität und deine Beziehung nachhaltig verändern.

Danksagung an alle Personen, die dazu beigetragen haben, dieses Buch möglich zu machen

Es ist nicht einfach, wenn man ein interaktives Buch schreiben will, mit Notizen und Meinungen von so vielen Menschen.

Doch ich konnte viele Menschen finden, die bereit waren, ihre Erlebnisse und Erfahrungen in dieses Buch mit einfließen zu lassen.

Überall traf ich Menschen, die so offen waren, mit mir über ihre Liebesbeziehungen zu reden und meine Fragen zu beantworten.

Am Ende musste ich sogar auswählen, welche Interviews und Beiträge ich für das Buch nehme. Es ist einfach fantastisch, wie ihr mit euren Beiträgen das Buch noch interessanter gemacht habt.

An Euch alle sage ich Danke.

Mein besonderer Dank geht an Yonne M. Sie ist mehr als eine Freundin, sie ist eine sehr wichtige Person in meinem Leben. Sie war von Anfang an dabei, als ich ihr von der Idee erzählte. Sie hat mich in tiefgehenden Gesprächen und Diskussionen immer ermutigt, motiviert und mir neue Impulse gegeben. Ohne sie wäre dieses Buch nicht so, wie es ist.

Ich danke auch Dir, Marie L., für deinen Beitrag zu diesem Buch und deine vielen Erkenntnisse.

Ich danke letztendlich unserem lieben Gott, dem ich alles verdanke, die Kraft und den Mut, dieses Projekt bis zum Ende zu führen.

Vorwort- Warum dieses Buch?

Nur heiße Luft in unseren Betten? Ängste machen sich breit in unseren Schlafzimmern!

Warum erlahmt die Lust auf Sex in der Gesellschaft und in der Partnerschaft immer schneller?

Was machen Frauen und Männer falsch und was kann man dagegen tun?

In der Gesellschaft emanzipiert und im Bett unterworfen, verklemmt und unemanzipiert? Ist es normal, dass Frauen heutzutage im Bett meist noch die untergeordnete Rolle spielen? Sollte das das Bild der modernen Frau sein?

Und was ist mit den Männern: "Vorsprung durch Technik", Rücksprung im Bett?! Warum schafft es der Mann, auf dem Mond zu landen und auf der Frau nur, zusammenzusacken? Ist das das traurige Bild des modernen Mannes?

Fördert die Liebe wirklich die sexuelle Lust in der Partnerschaft? Sind Liebe und Sex wirklich liiert?

Ist Treue gefährlich für die Lust und Polygamie Doping für Sex?

Kann der Sex die Liebe stärken oder stärkt erst die Liebe die Lust?

Damit beschäftige ich mich in diesem neuen, alten Buch.

Das Buch beruht auf meinem ersten Buch von 2010 „Schwarz auf Weiß, Sextipps eines Afrikaners“. Es ist erweitert um noch mehr Recherchen, Interviews, Umfragen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Beiträge von Menschen und um geheime, afrikanisch-inspirierte Tipps zur Potenzsteigerung aus reinen Lebensmitteln.

Das Buch schreibe ich in der „du“ Form, damit es persönlicher ist.

Der Sex und die Lust auf den Partner sterben nicht aus Zufall so schnell in unseren Beziehungen.

Wir sind zwar im 21.Jahrhundert, bezeichnen uns als die modernsten Menschen, die die Welt je gehabt hat, aber die Sexualität und die Beziehungsformen folgen allem Anschein nach dieser Entwicklung nicht. Unbewusst halten wir an einer überholten, traditionellen und tief kirchlich geprägten Art der Sexualität, der Liebe und der Partnerschaft fest. Wir verteidigen somit die Theorien der Kirchen, aber kritisieren ständig die Kirche aufgrund ihrer Einstellung zur Sexualität. In meinem ersten Buch „Schwarz auf Weiß: Sextipps eines Afrikaners“ habe ich den Zusammenhang zwischen der Art unserer Beziehungen und der biblischen Lehre und Gesetzen ausführlich erklärt.

Ich wollte damit die Zusammenhänge aufzeigen, von der das sexuelle Leben von Menschen, besonders in den westlichen Ländern, beeinflusst wurde und wird und dass dieses Verhalten bei der Lustlosigkeit eine große Rolle spielt. Heute ist es noch immer für viele Menschen schlimmer, über Sex zu reden, als über einen Mord, ein Verbrechen usw.

Trotz zahlreicher Indizien, dass unsere jetzige Beziehungsformen die Probleme der Menschen in Partnerschaften nicht lösen kann und angepasst werden müssten, verharren wir dennoch in ihnen. Weiterentwicklungen in diesem Sektor gibt es nicht.

Wir beharren auf einem System, das seine Grenzen gezeigt hat. Die Anzahl der Singles nimmt zu, Scheidungen erreichen ein bedenkliches Niveau, in Beziehungen ist der Sex nach einigen Jahren lahmgelegt, manchmal sogar schon Monaten. Manche Partner leben nebeneinander, wie Geschwister. Männer kriegen immer schwerer einen hoch, halten kaum noch die Potenz und kommen immer früher. Frauen spüren immer weniger Lust, kennen ihren Körper immer weniger, usw.

Die Frage, die man sich stellt, ist, ob es noch zeitgemäß ist, den Sex mit der Liebe gleichzustellen? Ist der Begriff Liebe, wie man ihn uns gelehrt hat – eine Anziehungskraft zwischen Mann und Frau – nicht zu sehr überromantisiert, eingeschränkt und überbewertet?

Viele Ratgeber greifen diese Fragen nur oberflächlich auf.

Viele Bücher über Sexualität scheinen mir sehr idealistisch zu sein, weit von der Realität und dem, was die Menschen wirklich machen, weit entfernt. Sie beschreiben das Problem nicht so, wie die Menschen es erleben, sondern wie einige Psychologen, Therapeuten, Denker, die Medien, die Wirtschaft und die Medizin es haben wollen.

Ich habe den Eindruck, dass wir uns nicht trauen, die Wahrheiten anzuschauen und die Sache auf den Punkt zu bringen.

Diese große Selbstlüge wird aber von der Realität weggespült. Die weite Verbreitung von Prostitution, Liebeshäusern, Singletreffs, Swinger- und Sexclubs, die Häufung von Seitensprungagenturen, Sexanzeigen, Pornokonsum und Sexdownloads im Internet beweisen, dass sich die Gesellschaft selbst etwas vormacht. Der Mensch kommt innerlich in eine Konfrontation zwischen der idealen Welt und den eigenen (Trieb-) Bedürfnissen und der Unterdrückung dieses Triebs. Die Folge ist der Verlust der Lust auf den Partner.

Die nicht ausgelebten sexuellen Fantasien und eine unbefriedigte Sexualität sind immer noch große Verursacher von Krankheiten (Depressionen, Frustrationen, Migräne, uvm.), von allgemeinem Unwohlsein und bei manchen Menschen sogar Motivation für verbrecherische Taten.

Du wirst in diesem Buch von vielen wahren Geschichten, auch aus Afrika, und von vielen Thesen lesen, die dir vielleicht neu sind, die aber sehr hilfreich sein werden.

Für das bessere Verständnis schreibe ich ausschließlich in der männlichen Form, diese schließt selbstverständlich die weibliche Form ein: Partner bedeutet dementsprechend auch Partnerin. Stellen, die ausdrücklich von einem Geschlecht sprechen, werden als solche kenntlich gemacht.

Ich wünsche dir eine gute Lektüre und hoffe auf eine lebendige Diskussion und auf viele Kommentare auf der Coaching-Seite: www.mycoacher.jimdo.com

Gründe, die dazu führen, dass die Lust stirbt

Verschiedene Gründe führen dazu, dass die Lust in einer Beziehung stirbt. Bei manchen kommen viele dieser Faktoren zusammen, bei anderen aber nur einer.

Im ersten Moment weiß man nicht, warum die Lust kleiner geworden ist. Man versucht es als normal anzusehen oder sich einzureden, dass es normal ist, dass die Lust vergeht, wenn man lange zusammen ist oder wenn man sich liebt.

Doch wenn man sich ein bisschen mit sich selbst, seinen Bedürfnissen und denen des Partners auseinandersetzt, kann man erkennen, woran die Lust gestorben ist und noch so einiges reparieren.

Hier sind einige wichtige Gründe, warum die Lust in einer Beziehung sterben kann.

Die sexuelle Treue oder die sexuelle Monogamie

Von allen Gründen, die dazu führen, dass die Lust stirbt, empfinde ich die sexuelle Treue und die sexuelle Monogamie als das größte Problem, die Lust auf Sex langfristig aufrecht zu erhalten. Die Monogamie ist kein natürliches, biologisches Programm, sondern die Konsequenz aus bestimmten sozialen Realitäten und Veränderungen, verankert in der katholischen Religion, die vor allem früher die Lust der Frau sehr eingeschränkt hat.

Nicht die Untreue zerstört das Sexleben, sondern falsch verstandene Treue. Ich bin noch viel präziser und sage, die Untreue kann sogar die Lust auf den Partner erhöhen und dem Sex neuen Pepp geben. Die Treue, nur mit einem Partner Sex zu haben, tötet bei der Mehrheit der Menschen die Sehnsucht nach Sex. Das bedeutet nicht, dass diese Paare sich nicht lieben, aber sie ziehen sich sexuell nicht mehr an und haben kaum noch Sex miteinander.

Diese Tatsache ist in den Schlafzimmern der meisten Paare Realität, auch wenn sie sich als Trost sagen, dass der Sex nicht das Wichtigste in einer Beziehung ist. Das mag sein, aber darum geht es nicht. Es geht nur darum, zu zeigen, wie die Monogamie das sexuelle Leben, die Erotik und die Libido lahmlegt.

In einem Bericht von Michèle Binswanger, schweizerische Journalistin des Jahres 2010, in der Zeitung „Die Zeit“, konnte man lesen:

Wir pathologisieren Fremdgeher, dabei sind sie doch der Normalfall […]. Denn sexuelle Treue im umfassenden Sinn ist unmöglich. Wir können die Lust unterdrücken, wir können so tun, als gäbe es sie nicht. Aber es ist eine Täuschung. Als Liebende halten wir uns für die vornehmen Protagonisten einer Verfilmung von Romeo und Julia. Was die menschliche Sexualität angeht, wird aber Planet der Affen gespielt. Trotz ihrer romantischen Veranlagung, ist unsere Spezies reichlich sex-besessen. Weltweit fließen täglich Milliarden in den industriellen Komplex der Sexualität, Pornografie und Prostitution, Partnerbörsen und Seitensprungportale. Pharmaindustrie und Paartherapeuten verdienen daran, die Symptome unserer Krankheit zu lindern.“

(http://www.zeit.de/2012/13/CH-Monogamie)

Sexuelle Treue ist biologisch gesehen unmöglich und um sie möglich zu machen, muss man so an sich schrauben und so vieles in sich abtöten, dass man am Ende für den Sex selbst kein Gefühl mehr hat.

Der Mensch funktioniert leider nicht wie eine Maschine. Bei einer Maschine kannst du einen Teil abstellen, verändern und die Maschine läuft weiter, sie bringt die gleiche Leistung. Bei Menschen ist das anders. Jede Veränderung – sei es nur eine ganz kleine – bringt weitere Konsequenzen mit sich. Der Mensch ist von Natur aus nicht so eingestellt, dass er nur einen sexuellen Partner hat bzw. dass er sexuell nur auf eine bestimmte Person reagiert. Sex ist Trieb und hat mit Empfindungen, Lust und Begierde zu tun.

Sex ist nicht dazu da, um eine Liebe und eine Beziehung zu bestätigen. Sex ist auch nicht nur dazu da, um Kinder zu zeugen, wie die Dogmatiker es in allen Kulturen gerne behaupten.

Zum Sex gehören auch wichtige natürliche Elemente, nämlich die Lust und der Genuss – nicht nur auf den und mit dem anderen, sondern auch und vor allem mit sich selbst. Wenn man von Lust und Genuss spricht, spricht man auch von Diversität. Erst die Diversität macht die Einfachheit zu etwas Besonderem. Die Vielfalt ist in jeder Hinsicht ein Gewinn. Ein moderner, starker und selbstbewusster Mensch, der seine Stärken kennt, ist vielfältig und demokratisch. Die Polygamie erlaubt diese Möglichkeiten der Entfaltung, die Monogamie ist wie der Kommunismus und lässt den Menschen sich selbst untreu werden.

In der Monogamie entsteht sehr schnell eine Übersättigung und Abstumpfung. Ich liebe zum Beispiel Mango-Suppen sehr. Wenn ich sie aber jeden Tag esse, kann ich Mango irgendwann nicht mehr sehen, nicht mehr essen und genießen. Wenn ich aber dazwischen immer mal etwas anderes esse und Mango weglasse, habe ich wieder mehr Lust auf Mango-Suppe. So geht es jedem von uns und zwar mit allem, was Genuss bereitet und genauso geht es uns mit dem Sex.

„Sex mit jemand anderem“ UNTREUE zu nennen, ist schon sehr bezeichnend. Das Wort alleine macht Angst und bringt einen in Gewissenskonflikte. Schon dieses Wort macht aus dir etwas Böses.

Untreue war schon in alten Gesellschaftsformen ein Thema, als moralisch verwerflicher Akt, als Unzucht und Sünde, besonders seit der Zeit nach Christus. Die westliche Vorstellung von Sexualität ist sehr von der katholischen Kirche und ihrer kulturellen Entwicklung geprägt. Die katholische Kirche wird ihrerseits sehr stark von Männern dominiert.

Sex mit verschiedenen Partnern ist aus Sicht der Bibel nicht vorgesehen. Außerehelicher Verkehr ist nach der katholischen Kirche Unzucht.

So steht es in der Bibel:

„... so habe ein jeglicher seine eigene Frau und eine jegliche ihren eigenen Mann.“ (1.Kor.7,2).

Sex mit einem Partner hat seinen Platz nur im geschützten Rahmen der Ehe oder im erweiterten Sinne nur in einer Beziehung, wie die modernen Menschen das Konzept übertragen haben. Laut der Kirche wird beim Geschlechtsverkehr neben der körperlichen Vereinigung auch eine geistige Vereinigung vollzogen. Es entsteht – ob gewollt oder nicht – eine geistige Einheit und Bindung zwischen den beiden Beteiligten. Deswegen ist es unmöglich, dass man mit einem Menschen Sex hat, ohne sich mit ihm geistig zu vereinen. Dies wird deutlich in folgenden Bibelzitaten:

„Darum wird der Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, dass sie zu einem Fleische werden. Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib und schämten sich nicht.“ (1. Mose 2,24-25) Und noch deutlicher in: „Wisset ihr aber nicht, dass, wer einer Hure anhängt, ein Leib mit ihr ist?“ „Denn es werden“, spricht Jesus, „die zwei ein Fleisch sein.“

Weiter heißt es: „Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm. Fliehet die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch [sonst] begeht, ist außerhalb des Leibes; der Unzüchtige aber sündigt an seinem eigenen Leib. Oder wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, welchen ihr von Gott empfangen habt und dass ihr nicht euch selbst angehöret? Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlichet Gott mit eurem Leibe!“ (1. Kor 6,16-20).

Die Untreue als Schande und Sünde zu bezeichnen war/ist auch ein Instrument, das gegen die Sexualität der Frauen gerichtet wurde und noch wird. Früher hatten Frauen kaum ein Recht auf Sexualität. Es war schmutzig, wenn eine Frau beim Sex Lust empfand. Sex wurde wie das Essen betrachtet, das die Frau dem Mann kochen und servieren musste. Frauenlust spielte dabei keine große Rolle. Alles war auf die Männerlust fixiert. Während Frauen zur monogamen Lust gezwungen waren, durften Männer aber ungeniert mehrere Sexpartnerinnen haben. Ein weiterer Beweis für diese Doppelmoral ist die Tatsache, dass es viele „Gottesvertreter“ gab und gibt, die trotz ihrer biblischen Regeln Sex mit anderen Frauen und Männern hatten (und haben).

Die Frauen kämpften, um sich von dieser Unterdrückung und Bevormundung der Männer zu befreien. Die Männer konnten nicht standhalten, weil es auch, von der Natur aus gesehen, keine Gründe gab, den Frauen bezüglich der Lust und Sexualität nicht die gleichen Rechte zuzugestehen. Mit der allgemeinen Emanzipation und Entwicklung hatte man sich nun zumindest öffentlich von der religiösen Begründung der Ablehnung der sexuellen Untreue entfernt. Die Ablehnung wurde nun moralisch erklärt, indem man den Menschen auf eine sehr subtile Art glaubhaft machte, dass Sex und Liebe zusammengehören und Sex nur in der Ehe bzw. in einer Partnerschaft zu genießen sei. Dafür aber musste man auch die Grundidee der Ehe ändern und die Menschen überzeugen, dass man ausschließlich aus Liebe heiratet und die Ehe nun nicht mehr nur eine gesellschaftlich notwendige Lebensgemeinschaft ist. Die Liebe wurde romantisiert. Den inneren Werten und der innerehelichen Sexualität wurde mehr Gewicht gegeben und die außereheliche Sexualität verdammt. Damit hat man das Verhalten der Menschen in Sachen Treue und Untreue in Schach gehalten, aber diesmal mit der Zustimmung der Frauen und fern der Religion, die niemand mehr haben will. Wer will schon akzeptieren, dass die Bibel seine Sexualität mitbestimmt?

Aber im Endeffekt hat sich nicht viel geändert. Die Männer können weiterhin mehrere Partner haben, mal öffentlich, mal geheim. Mit geschickten Worten und Theorien schaffen es die Männer zu beweisen, dass eine sexuell aktive Frau eine „Hure“ und ein sexuell aktiver Mann ein „echter Kerl“ ist. Ist nicht jeder Mann ein bisschen stolz, wenn man ihn Casanova nennt?

Wie du siehst, Treue ist nicht mit der Natur der Menschen zu erklären, sie ist auch keine körperliche Notwendigkeit, sondern nur ein Instrument, mit dem die Männer versuchen (früher zumindest), die Sexualität der Frauen zu kontrollieren.

Monogamie: die große Lüge und Heuchelei

Dass man den sexuellen Trieb langfristig nicht nur auf einen Menschen fixieren kann, zeigen meine Umfragen, meine Erfahrung und Umfragen in den Medien. Ich habe seit Jahren über hunderte von Menschen befragt – Männer und Frauen – zu ihrer Lust, mit anderen Menschen zu schlafen. Über 60 % der Befragten sagten mir, dass sie mindestens schon einmal fremdgegangen sind. Von den 60% sagten ca. 30%, dass sie es gern getan haben und es öfter tun würden. Über 65% waren Frauen und das erstaunt mich sehr. Meine eigenen Erfahrungen gehen in die gleiche Richtung: Von hundert Frauen, mit denen ich geschlafen habe, waren mindestens 75 in Beziehungen. Sie waren entweder verheiratet oder fest liiert.

Repräsentative Umfragen in Deutschland besagen, dass mindestens 35% bis 65% der Deutschen fremdgehen, dabei stehen die Frauen den Männern in fast nichts nach.

Alle Gelegenheiten werden genutzt, um die Lust auf den „fremden“ Körper auszuleben. Es geht so weit, dass sogar im Kindergarten, an Sportplätzen und in Schulen Eltern vom Deckmantel und Schutz ihrer Kinder profitieren, um Affären zu haben. Es geht sehr versteckt vonstatten, niemand ahnt etwas und keiner wird es jemals zugeben. Diese Verlogenheit stärkt die Lust in der Partnerschaft nicht. Diese Falschheit und Heuchelei ist das, was den Sex in der Partnerschaft tötet.

Ich habe, als ich an der ersten Auflage dieses Buches schrieb, mit älteren Frauen gesprochen. Es war nicht einfach, in Kontakt mit ihnen zu kommen und über so ein Tabuthema zu reden. Damals (vor 6 Jahren) schaffte ich es aber doch, mit immerhin 21 Frauen zwischen 78-85 Jahren interessante Gespräche zu führen. Mittlerweile habe ich über 100 Frauen dieser Altersgruppe getroffen und mit ihnen über ihre Sexualität gesprochen. Es entstanden erstaunlicherweise sehr interessante und offene Gespräche mit viele Erkenntnissen, die beweisen, dass ein monogames Sexleben unglücklich macht und die Lust auf den Partner bremst.

Es war erschreckend zu hören, dass über 90% von ihnen behaupten, dass sie Sex niemals genossen haben und gar nicht wissen, wie sich ein Orgasmus anfühlt.

Sie behaupten, dass sie Sex nie gemocht haben. Viele haben nur einen Mann kennengelernt, keine dieser Frauen ist je fremdgegangen. Das erstaunlichste dabei war/ist, – und das hat mich sehr bewegt und es scheint auf den ersten Blick widersprüchlich zu ihrer Behauptung, Sex habe ihnen nie gefallen – dass fast alle diese Frauen mir von ihren sexuellen Fantasien erzählten und mir sagten, dass ihre Lustbegierde woanders war/ist und sie einfach keine Lust hatten, mit ihren Ehemännern Sex zu haben.

M., 81 Jahre, sagte mir: „Obwohl ich niemals Lust spürte, wenn mein Mann mit mir schlief, fand ich R., den Bäcker sehr erotisch. Jedes Mal, wenn ich ihn sah, spürte ich, dass Sex vielleicht doch gut sein könnte. Nur sein Anblick machte mich feucht.“

Ich fragte sie, warum sie dann nicht mal etwas dafür getan hatte, den Bäcker zu erobern. Sie antwortete: „Hören Sie mal zu, junger Mann, nicht nur, dass es schlimm gewesen wäre, wenn mein Mann dies erfahren hätte, nein, schlimmer noch wäre gewesen, was die Menschen über mich gesagt hätten! So etwas gehört sich nicht. Ich wollte keine billige Dame sein.“

Wer weiß, hätte M. diese Erfahrung mit R. gehabt, hätte dies vielleicht sogar ihre Sexualität mit ihrem Mann entfaltet und gerettet. Sie hat in den letzten 25 Jahren ihrer Ehe, bis zum Tod ihres Mannes fünf Jahre zuvor, keinen Sex mehr gehabt. Irgendwann hatte sie einfach entschieden, keinen Sex mehr zu haben, weil keine Lust da war. Wie schade! Alle diese Frauen haben sehr unter der Sexlosigkeit gelitten. Die Erfahrungen dieser Frauen durchleben die meisten Paare auch heute.

Ich habe mit Frauen und Männern gemeinsam und getrennt voneinander Gespräche im Rahmen meines Coachings geführt. Die Beurteilung der Sexualität in den gemeinsamen und den getrennten Sitzungen war sehr unterschiedlich. Sie bekannten sich nur dann zu ihren Fantasien und zu ihrer Lust auf etwas anderes, wenn sie alleine mit mir redeten. Sie hatten Angst, dass der Partner es falsch verstehen könnte und die Sache persönlich nehmen würde, wenn man sagt, dass man manchmal etwas will, aber das nichts mit dem anderen zu tun hat. Es war auch nicht ganz einfach, diesen Paaren zu verstehen zu geben, dass es keine Demütigung des Partners bedeutet, mit jemand anderem zu schlafen. So fest sitzt die Erziehung im Kopf. Viele merkten erst danach, dass viele Probleme – seien es körperliche oder seelische – mit einer unbefriedigten Sexualität und der Unterdrückung der Fantasie zu tun hatten.

Ich erzähle euch nun von meiner eigenen Erfahrung, davon, wie der Versuch, mit nur einer Partnerin Sex zu haben, beinahe die Sexualität in der Partnerschaft lahmgelegt hätte.

Einmal habe ich das Experiment gewagt und versucht, meiner Partnerin sexuell treu zu bleiben. Ich war entschlossen, nicht fremdzugehen und habe mir gesagt, ich liebe meine Partnerin über alles, das sollte doch ausreichen, um meine Potenz und meine Manneskraft lebendig zu halten. Sie war stolz, als ich ihr verkündete: „Liebling, ab heute bist du die Einzige in meinem Bett.“ Ich habe wirklich daran geglaubt, ich wollte es! Ich dachte, dass ich ihr damit das größte Geschenk ihres Lebens mache. Man liebt sich doch gegenseitig so sehr! Nach circa drei Monaten fing ich an, immer weniger Lust auf Sex zu verspüren. Ein paar Wochen später musste ich mich immer sehr konzentrieren, um mein Glied steif zu bekommen. Das war für mich sehr belastend, ich versuchte sogar, mit Tricks dem Beischlaf zu entgehen. Das, worauf ich immer stolz gewesen war, war auf einmal verschwunden. Potenzmittel halfen nur halb so gut wie sonst. Ich fühlte mich immer mehr wie ein halber Mann, aber ich tat alles, um diesen Druck vor meiner Partnerin zu verstecken. Sie tat so, als würde ihr nichts fehlen, als wäre alles total normal, als wäre sie sexuell befriedigt. Aber wenn ich mich erinnerte, wie unser Sex davor gewesen war, wusste ich innerlich, dass es nur eine Farce war. Irgendwann hat mir meine Konzentration nicht mehr geholfen, als ich mit ihr schlafen wollte und an diesem Tag konnte ich gar nicht mehr tricksen, um zu erklären, warum ich keinen Sex haben konnte. Ich konnte nicht tricksen, weil meine Partnerin mich frontal mit den Tatsachen konfrontierte: „Was ist los? Gefalle ich dir nicht mehr? Liebst du mich nicht mehr? Ist die andere schöner als ich oder ist sie im Bett besser als ich? Warum tust du mir so etwas an? Glaubst du, ich habe nicht seit Monaten gemerkt, dass etwas nicht stimmt?“

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich überhaupt keinen Zusammenhang zwischen meiner Entscheidung, nur eine einzige Frau zu beglücken, und dem jetzigen Zustand herstellen. Wir hatten ein ganz offenes, direktes, konstruktives Gespräch, um die Gründe herauszufinden; zumal ich ihr glaubhaft erklärte, dass ich keine andere Frau hatte und ich sie wirklich liebte und sie mich sexuell anzog! Sie war diejenige, die mir sagte: „Hey – was hast du mir doch immer am Anfang gesagt? Dass ein Mann mit nur einer Frau mit der Zeit impotent wird ... Kann der Grund vielleicht darin liegen?“ Da habe ich gemerkt, dass das große Geschenk, dass ich ihr machen wollte, das mieseste Geschenk war, welches ich je einer Frau in meinem Leben gemacht hatte! Erst da wurde mir bewusst, dass ich diese ganzen Monate unbewusst meine Lust auf andere Frauen unterdrückt hatte. Ich hatte mir eingeredet, dass es, wenn man eine Frau liebt, normal sein muss, nur mit ihr Sex zu haben. Ich hatte dabei jede Lust auf andere Frauen stark unterdrückt, unwissend, dass ich dadurch auch die Lust und Potenz in Bezug auf meine Partnerin unterdrückte.

Irgendwann hat sich diese Unterdrückung dann auch auf meine Partnerin ausgewirkt. Sie als treibende Kraft brachte mich dann dazu, wieder das zu sein, was ich bin und woran ich glaube. Glaube mir, es dauerte nicht mal 48 Stunden und auf dem Rückweg nach Hause rief ich meine Partnerin spätnachts an und sagte: „Hey Schatz, mach dich bereit, ich komme...“

Sie wusste, ich war wieder ein Mann geworden und unsere Sexualität hat nie mehr gelitten. Ein solches Experiment werde ich nie mehr wagen!

„Ich habe gemerkt, jedes Mal, wenn ich mit einer anderen Frau schlafe, habe ich noch mehr Lust auf meine Partnerin. In allen Beziehungen, wo ich treu sein musste, verlor ich nach einigen Monaten die Lust auf meine Partnerin“, sagte mir Raoul B.

Eine andere Umfrage mit mittlerweile über 280 Paaren, die seit 7 Jahren läuft (bei der ersten Auflage des Buches vor 6 Jahren waren es 80 Paare), bestätigt diese Tendenz. Von allen Paaren, die seit Jahren zusammen sind und sich sexuell treu sind, läuft nur bei ca. 5% das Sexleben noch einigermaßen. Aber bei Paaren, bei denen es mit der Treue nicht so ernst genommen wird, sind über 60% sexuell zufrieden und haben ein reges Sexleben.

Es ist ein Fakt, den jedes Paar bei sich selbst beobachten kann: Sex immer nur mit ein und demselben Partner lässt langfristig die Lust absterben. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, wie bei allen Dingen. Es gibt Menschen, bei denen sexuelle Treue das Sexleben nicht beeinträchtigt. Aber man stellt es immer so dar, als würde das bei der großen Mehrheit der Menschen funktionieren, die langfristig monogam leben.

Achtung: Es ist anders, das heißt nicht lustfördernd und deswegen auch lusttötend, wenn man fremdgeht, weil der Sex mit dem Partner nicht mehr schön und befriedigend ist. Wenn man mit anderen Männern oder Frauen schläft, weil man keine Lust mehr auf den eigenen Partner hat. In diesem Fall wird das „Schlafen mit anderen“ den Rest der noch vorhandenen Lust auch noch töten und die Beziehung zerstören. Viele denken erst an „Fremdgehen“, wenn der Sex in der Partnerschaft schon sehr tot ist. Viele Menschen wagen es, erst dann fremdzugehen, wenn ihre Sexualität seit Monaten stillgelegt ist, manchmal sogar seit Jahren; erst dann, wenn der Partner einen sexuell überhaupt nicht mehr anzieht!

In einem solchen Fall warne ich die Menschen immer davor, sich auf Abenteuer mit anderen einzulassen, ohne darüber mit dem Partner ganz klar zu reden. Oft verliebt man sich in diesem Fall in den Neuen und die Partnerschaft geht zu Bruch. Hier hat dann Sex mit jemand anderem als dem Partner sein Ziel verfehlt. Das passiert oft, wenn man Sex zu sehr mit der Liebe vereint.

In der Monogamie verschwindet die sexuelle Lust auf den Partner schnell. Um die Paare zu beruhigen, sagen Therapeuten, Psychologen, Forscher und Experten in der Branche, dass es normal sei, dass sich zwischen Paaren irgendwann die Prioritäten ändern. Man will uns weismachen, dass so etwas nach der Verliebtheitsphase normal wäre. Es ist nicht überraschend, dass diese Experten so etwas sagen. Sie meinen es vielleicht auch ehrlich, weil sie es selbst nicht anders kennen. Es läuft sexuell bei ihnen wie bei den meisten anderen Menschen auch.

Ich widerspreche dieser Theorie aber vehement. Meine eigene Erfahrung (und dies mit nicht nur einer Frau), die Berichte von vielen Menschen, die ich angesprochen habe und das Ergebnis meiner Umfragen zeigen eine andere Realität. Nein, dass die Lust in einer Beziehung langsam zurückgeht, weil man lange zusammen ist, ist nicht normal. Ich habe mit reiferen Männern in Afrika geredet und auch mit meinem Vater. Die Antwort war klar: Auch nach 30, 40 Jahren Ehe hatten sie immer noch sehr guten Sex mit ihren Ehefrauen. Die Lustintensität war nicht weniger. Die Qualität war sogar mit den Jahren noch besser geworden. Dies bestätigt, wie gesagt, auch meine eigene Erfahrung. Nach 12 Jahren Beziehung war der Sex im 12. Jahr viel besser als in den ersten Jahren. Bezüglich meiner Lust auf meine Partnerin hatte sich nichts geändert, im Gegenteil. Dass es Momente gibt, in denen man keine Lust auf Sex hat, ist natürlich, aber das hat nichts damit zu tun, dass man schon lange zusammen ist. Das kann genauso in einer frischen Beziehung passieren.

Die sexuelle Monogamie bringt auch die Monotonie mit sich. Es kommt nichts Neues, das Gleiche wird jahrelang gemacht, ohne Entwicklungen, ohne Abwechslung – immer die gleichen Positionen, der gleiche Ablauf. Die Frau weiß nicht, wie sie den Mann anmachen kann und der Mann weiß nicht richtig, wie er die Frau befriedigen kann. Die Erfahrungen, die man mit anderen Frauen oder Männern gemacht hätte und mit denen man die eigene Beziehung hätte bereichern können, fehlen.

Fazit:

Sexuelle Monogamie und Sex mit nur ein und demselben Partner wird langfristig zu fast 100% die Lust auf diesen Partner auslöschen. Die Triebunterdrückung ist fatal für die Gesundheit und die Potenz. Am Ende werden solche Paare, wenn sie sich nicht bereits getrennt haben, wie Bruder und Schwester leben; auch das kann gehen, aber man muss sich fragen, ob man das möchte.

Eifersucht, Kontrolle und Freiheitsentzug

Eifersucht wegen Sex ist wie eine Krankheit. Wir können viele Gefühle in den Menschen kontrollieren. Mit der Eifersucht aber scheint es viel schwieriger zu sein. Eifersucht macht krank, Eifersucht deprimiert, Eifersucht macht einsam, Eifersucht ist eine scharfe Waffe gegen die Lust. Manche Männer übertreiben und werden sogar eifersüchtig auf einfache Dildos. Unglaublich, dass sie dieses tote, künstliche Ding als Konkurrenten betrachten, was auch zeigt, wie irrational die Eifersucht ist.

Eifersucht auf Sex ist nicht so normal, wie man es uns zu verstehen geben will.

Eifersucht entsteht oft in einer Beziehung, wo es gerade Stress, Zweifel, Unzufriedenheit, Egoismus gibt oder da, wo der eine einen Minderwertigkeitskomplex hat. Das heißt dort, wo der eine glaubt, nicht richtig geliebt und geschätzt zu werden.

Genau wie bei Männern ist Eifersucht bei Frauen eine destruktive Krankheit. Eifersucht kann bei Frauen explosiver sein als bei Männern, sie reagieren schneller und aggressiver. Eifersucht bei Frauen führt zu tiefer Verletzung, weil Frauen das Fremdgehen der Männer als eine persönliche Niederlage betrachten. Sie beziehen diese Tat auf sich selbst: „Was habe ich falsch gemacht? Bin ich nicht mehr hübsch genug für ihn? Genüge ich ihm nicht? Ist er nicht zufrieden mit mir im Bett? Was hat die andere, was ich nicht habe?...“ Vieles hat immer mit „ich, ich, ich“ zu tun – das macht eine eifersüchtige Frau gefährlich!

Im Gegensatz zu Männern, die bei Eifersucht eher der Partnerin gegenüber laut werden oder sie gar verlassen, aber nicht immer direkt gegen den Liebhaber vorgehen, sind Frauen anders. Sie wollen sich nicht einfach nur trennen. Da sie sich persönlich verletzt und angegriffen fühlen, wollen sie Rache und zwar sowohl am Partner, als auch an seiner Liebhaberin!

In meinem Coaching habe ich festgestellt, dass die sex-eifersüchtigsten Menschen diejenigen sind, die kaum Sex miteinander haben oder ihn nicht richtig genießen oder Menschen, bei denen die Beziehung schon lange nicht mehr in Ordnung ist.

Eine Erklärung dafür ist die Angst, dass der andere woanders mehr genießt, so dass er sich verliebt und weggeht. Wir kommen später wieder auf diesen Punkt Sex und Liebe zurück.

Ich habe auch festgestellt, dass Männer, die sehr selbstbewusst sind und sich sicher sind, dass sie ihre Partnerinnen sexuell gut befriedigen, toleranter waren als die Männer, die in unserem Sprachgebrauch „Schlappschwanz“ genannt werden. Es war auch umgekehrt festzustellen, dass Frauen mit zufriedener und aktiver Sexualität viel toleranter und weniger eifersüchtig sind als diejenigen, die nicht so befriedigt sind.

Allgemein kann ich sagen, Männer und Frauen mit befriedigender Sexualität und Menschen, die selbstbewusst und selbstsicher sind, können eher tolerieren, dass der Partner mal mit einem anderen Sex hat.

Frauen und Männer, die mit sich selbst Probleme haben, ängstlich, wenig selbstbewusst oder sexuell unbefriedigt sind, können es nur schwer ertragen, dass der Partner mit einem „Fremden“ Sex hat. Das hat nichts mit gesellschaftlichem Niveau, Bildung oder finanziellem Stand zu tun.

In der ursprünglichen und richtigen afrikanischen Kultur („richtig“ als Gegenteil zur „falschen“ Kultur, die entstanden ist nach der militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Besetzung Afrikas durch Europäer) hat man Eifersucht auf Sex als eine Teufelsbesessenheit und als Primitivität betrachtet. Es war ein Zeichen der Stärke und Größe, wenn der Mann wusste, dass seine Frauen Liebhaber haben.

Dass Frauen auch ein Recht auf Liebhaber haben, ist eine sehr alte afrikanische Erkenntnis, schon seit der Zeit vor Jesus Christus bis heute.

Wie könnte einer, der sich Mann nennt, eifersüchtig sein?!