Mach mal Esspause! - Cora Dittkrist - E-Book

Mach mal Esspause! E-Book

Cora Dittkrist

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Beschreibung

Die moderne Lebensweise entfernt uns immer weiter von unserem natürlichen Biorhythmus. Viele Menschen arbeiten mit Dauererreichbarkeit unter Hochdruck. Sie leiden zunehmend unter Übergewicht, Schmerzen, Depressionen und Schlafmangel – dies ist der Grundstein für weitere ernste Folgeerkrankungen! Die Nahrungsaufnahme erfolgt nebenbei, zu viel, zu süß, zu fett, zu oft! Der natürliche Ess- und Schlaf-/Wach-Rhythmus wird übergangen, das System leidet. Stoppen Sie dies, drücken Sie die Resettaste und "rebooten" Sie sich! Das Intervallfasten ist die perfekte Methode dafür und reicht Ihnen die Hand, um wieder in Ihren Rhythmus zu finden. Dieser Ratgeber, Rezepte inklusive, zeigt Ihnen verschiedene Wege, um Ihren Organismus zu unterstützen und Ihren Alltag ausgewogen und nachhaltig zu optimieren.

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Seitenzahl: 238

Veröffentlichungsjahr: 2023

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MACH MAL ESSPAUSE!

CORA DITTKRIST

MACH MAL ESSPAUSE!

K|V|M

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet

über <https.//dnb.de> abrufbar.

Cora Dittkrist

MACH MAL ESSPAUSE!

Die Inhalte dieses Buches sind vom Autor und Verlag sorgfältig erwogen und geprüft, dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Eine Haftung von Autor und Verlag für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Verlag weist ausdrücklich darauf hin, dass im Text enthaltene externe Links vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden konnten. Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags ist daher ausgeschlossen.

1. Auflage 2023

KVM-Verlag in der Quintessenz Verlags-GmbH

Postfach 42 04 52; D–12064 Berlin

www.kvm-verlag.de

© 2023 Quintessenz Verlags–GmbH, Berlin

Ifenpfad 2—4, D–12107 Berlin

Lektorat: Renate Mannaa, Berlin

Gesamtherstellung: Quintessenz Verlags–GmbH, Berlin

eISBN 978–3–86867–666–2

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Die besten Ärzte der Welt sind Dr. Essen, Dr. Ruhe und Dr. Fröhlich.

JONATHAN SWIFT

INHALT

Einleitung

Über die Autorin

INTERVALLFASTEN

Was ist Intervallfasten?

Warum Intervallfasten wichtig ist

Grundregeln

Der Plan — welche Variante ist für Sie umsetzbar?

Ernährungs-Stress-Dankbarkeits-Wünsche-Tagebuch

BEWUSSTSEIN

Wer bin ich und was will ich?

Immer diese Ausreden

Neustart zur Selbstfürsorge

Stress erkennen und reduzieren

ACHTSAM LEBEN

Glück und Gesundheit

Stoffwechsel

Unsere Selbsthilfemechanismen

Glückshormone

Wir müssen besser trinken

Stoffwechselkuren

BEWEGUNG & ENTSPANNUNG

Bewegt leben

Gewicht — Psyche — Immunsystem

HIT–Workout — 12 Übungen in 7 Minuten

Ideen für einen bewegten Alltag

Yoga

Besser schlafen und dankbar sein

Entspannungstechniken

GESUND ESSEN

Natürliche Ernährung

Den Stoffwechsel verstehen

Essen Sie sich glücklich, jung und gesund

Fast Food vs. Good Food

So koche ich

Rezepte

Was Sie sich noch Gutes tun können

Fazit

Workout-Videos

Danksagung

Quellen

EINLEITUNG

Was ist so interessant am Intervallfasten bzw. warum halten Sie dieses Buch in der Hand? Haben Sie übers Intervallfasten schon mal etwas im Freundeskreis gehört? Wurde berichtet, dass dadurch plötzlich das Thema „Wechseljahre“ mit den Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen verschwunden war? Hat eine Mitarbeiterin mit dieser Methode ganz viel Gewicht verloren und sieht blendend aus? Berichtete ein nahestehender Verwandter bei einem leckeren Abendessen darüber, dass er fast komplett schmerzfrei ist, seitdem er diese Ernährungsform gewählt und umgesetzt hat? Hat Ihnen ein Kollege erzählt, dass er plötzlich viel fitter ist und besser schläft, nachdem er seine Ernährung in dieser Form veränderte?

Was steckt hinter diesem Intervallfasten? Warum ist es gerade jetzt wichtiger und aktueller denn je?

Wie Sie und viele andere vermutlich auch nutzte ich den Jahreswechsel 2020/21, um Revue passieren zu lassen. Mich beschäftigte immer wieder die Frage: „Warum wurden in dieser weltweiten Pandemie hauptsächlich Abstandhalten, Hygiene und Maskentragen als Mittel gegen einen Virus empfohlen?“ Keine Silbe, kaum mehr Reportagen, dass jeder Einzelne mithilfe einer gesunden Lebensführung schon so viel für sich selbst tun und somit sich schützen kann. Eigentlich ist dies auch jedem klar, aber „Stay-at-Home“ wurde interpretiert mit „Ich mache es mir auf der Couch gemütlich – mit Chips, Drinks & Co.“. Somit entstand oft auch noch der „Corona-Speck“, der nun wieder verschwinden soll, sich aber leider nicht so einfach verdünnisiert.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Belege dafür, dass neben einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, Sport bzw. Bewegung, Entspannung sowie Stressreduktion das Intervallfasten auf Körper, Geist und Seele einwirkt, das Immunsystem stärkt und als freudigen Nebeneffekt Gewicht reduziert bzw. optimiert.

Prof. Andreas Michalsen ist ein großer Befürworter des Intervallfastens! Er hat u. a. zwei wunderbare Bücher geschrieben und auf eine Frage eines Interviewpartners, wie er das Gesundheitssystem verbessern würde, sagte er: „Ernährung muss in einem Medizinstudium viel intensiver gelehrt werden, damit jeder Patient versteht, dass er die Verantwortung für sich und seine Gesundheit selbst in der Hand hat. In den Schulen muss dies ein Fach sein, das Kinder und Eltern begeistert. Denn 70–80 % aller chronischen Erkrankungen haben ihren Ursprung in einer ungesunden Ernährungsweise.“ Und in der Folge wächst jährlich die Zahl der Risikopatienten.

Gerade jetzt ist es doch um so wichtiger, die eigene Gesundheit aktiv zu stärken. Werden Sie kein Risikopatient! Wenn Sie schon zu einer Risikogruppe gehören, versuchen Sie alles, damit sich Ihr Gesundheitszustand verbessert!

Hören Sie auf Ihren „inneren Arzt“, wie Frau Dr. Petra Bracht empfiehlt! Alle Fans des Intervallfastens sind sich einig, dass es der leichteste Weg ist, „sich rundum besser zu fühlen“, indem einfach die Zeit der Nahrungsaufnahme begrenzt wird. Und dies könnte noch viel mehr in Ihrem Leben positiv verändern!

Ich möchte Sie mitnehmen auf eine Reise in Ihren faszinierenden Körper, Ihr Wissen rund um Ernährung, Bewegung, Sport und Entspannung auffrischen, mit vielen Tipps ergänzen und Sie ermutigen, diese sofort umzusetzen … und vielleicht auch den ein oder anderen Ernährungsmuffel (den es bestimmt auch in Ihrem Umfeld gibt) überzeugen, dass es eine ziemlich gute Idee ist, einfach ein paar Gewohnheiten im Alltag umzustellen, um gesund und fit zu bleiben.

Ich möchte Ihnen aber nicht vermitteln, dass es gesundheitlich ok ist, wenn Sie nach dem Motto verfahren „16 Stunden nichts essen und die anderen 8 Stunden alles rein, was geht“. Damit würden Sie sich nach der Wohltat für Ihren Körper sofort wieder Schaden zufügen. Dieses Buch soll keinesfalls dogmatisch sein, aber auch nicht voller Freibriefe. Intervallfasten ist mehr als ein Trend oder eine neue Diät, auf die der Jo-Jo-Effekt folgt. Es ist eine Einstellung, eine Bejahung zu einem wirklich gesunden, aktiven und bewussten „Sein“!

Ich möchte Sie zum Mitmachen einladen – machen Sie sich Notizen, markieren Sie die für Sie wichtigen Texte, Merksätze, Ideen und ergänzen Sie diese mit Ihren eigenen! Machen Sie aus diesem Buch Ihren persönlichen Ratgeber!

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg dabei!

Ihre

Cora Dittkrist

ÜBER DIE AUTORIN

Cora Dittkrist, geb. 1967 in Arosa / Schweiz, begeisterte Sportlerin, reiselustig und naturverbunden. Wuchs im Hochsauerland auf. Absolvierte eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau und studierte dual Sport- und Touristikmanagement in Marburg / Lahn. Die Gesundheit und ein Jobangebot führten sie nach Sylt. Sie bereiste von hier aus die Welt, lernte andere Kulturen und deren Küche kennen. Bildete sich auf den Gebieten Fitness und Ernährung stets weiter. Erwarb zahlreiche Trainerlizenzen im Bereich Fitness und Kampfsport und arbeitete nebenberuflich als Personaltrainerin und Yogalehrerin. 9 / 11 erschütterte die Reisebranche und nach zweijähriger Auszeit auf Mallorca absolvierte sie ihre Prüfung zur Heilpraktikerin. Seitdem begleitet sie begeistert Menschen, die bereit sind, in sich und ihre Gesundheit zu investieren. Sie arbeitet in eigener Praxis, bietet unterschiedliche Ernährungs-, Bewegungs- und Behandlungskonzepte an. Aber am liebsten wandert sie mit den Fastengästen über die Inseln Sylt und Mallorca. Dabei motiviert sie die Kursteilnehmer, sich selbst mehr wertzuschätzen – und zwar hier und jetzt.

WAS IST INTERVALLFASTEN?

Im Intervall von Zeit zu Zeit zu fasten, ist nicht neu. Es ist auch keine weitere Modediät oder nur eine Strategie zum Abnehmen ohne den berüchtigten Jo-Jo-Effekt. Diese Ernährungsform ist eine wunderbare Möglichkeit, den Organismus bei seinen täglichen Auf- und Abbauprozessen zu unterstützen, sich dadurch insgesamt fitter, vitaler und ausgeglichener zu fühlen, somit auch den Aufgaben des Alltags gelassener zu begegnen. Dabei können Sie trotz einer genussvollen Ernährung Ihr Wohlfühlgewicht erhalten und bewahren. Dazu soll das Intervallfasten Ihren Körper regelrecht verjüngen und es ist das beste „Anti-Aging“-Mittel, das Sie sich gönnen können. Da es unterschiedliche Varianten gibt, fällt die Umsetzung im Alltag auch leicht.

Unser Körper kann verzichten und dies auch auf Essen! Der Verzicht darf aber nicht gesehen werden als ein Verbot oder sich etwas vorzuenthalten, sondern als Geschenk einer gesunden Pause!

Es gibt zahlreiche Studien, die die großen gesundheitlichen Vorteile bestätigen! Während die moderne Lebensweise uns zunehmend belastet, unterstützt das „Back to roots“ unsere Selbstheilungskräfte! Bedenken Sie die lange Entwicklungsgeschichte der Menschheit mit den Phasen der Entbehrung in Hungerszeiten! Der menschliche Körper ist es schon lange gewohnt, Nahrung aufzunehmen, zu verwerten und, wenn es mehr gab, für Notzeiten zu speichern. Wenn es einen strengen und langen Winter gab oder der Mensch kämpfen oder fliehen musste, konnte er auf diese Reserven zurückgreifen und überleben. Es liegt also in seinen Genen, auch wenn der Verzicht meist nicht freiwillig war.

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Fasten ist der stärkste Appell an die natürlichen Selbstheilungskräfte des Menschen, sowohl leiblich wie seelisch gesehen.

DR. HEINZ FAHRNER

Egal in welchen Kulturen, Ländern, Religionen – es ist ein regelmäßig auch heute stattfindendes Ritual, bewusste Fastenperioden zu zelebrieren. Dass die Reduktion von Nahrung eine tiefe Verbundenheit mit dem Glauben an eine höhere Macht fördern soll, steht meist im Vordergrund. Doch haben viele Gläubige dabei auch sicherlich erfahren, dass es ihnen danach gesundheitlich wesentlich besser ging.

Schon im 5. Jahrhundert vor Christi wurden Fastenkuren zur gezielten „Vertreibung“ von Giftstoffen und Krankheiten von dem Arzt und Lehrer Hippokrates von Kos („Vater der Medizin“) verordnet. Es entwickelten sich weitere Verfahren für die Reinigung der Säfte (Blut, Urin, Galle) und die Heilung von Krankheiten. Dazu gehörten Schwitzkuren, Aderlass, Darmreinigung, Wickel, Schröpfen und weiterhin der kurweise Verzicht des Essens u. a. mit „Wasserfasten“. Tatsächlich fasteten in so manchen Klöstern die Mönche mit Bier, welches extra für diese Zeit gebraut wurde. Allerdings geht man heute davon aus, dass dies eher an der mangelhaften Trinkwasserqualität lag, da Klärwerke ja noch nicht existierten!

Die Kloster-Medizin im 6. –12. Jh. beschäftigte sich intensiv mit der Erforschung von Kräutern und Heilpflanzen für Tees, Tinkturen, Pasten und Salben. Hildegard von Bingen (10. Jh.) ist noch heute bekannt für ihre Schriften und einer nach ihr benannten Fastenform. Pfarrer Sebastian Kneipp vervollständigte mit den Kaltwasserkuren und Wickeln die Bandbreite der naturheilkundlichen Behandlungen. Kneipp-Medizin erfreut sich nach wie vor einer großen Beliebtheit in vielen Kureinrichtungen.

Vielleicht kennen Sie es auch, dass Sie zu Beginn eines grippalen Infekts überhaupt keinen Appetit haben. Der Kopf ist heiß, der Körper matt. Sie wollen sich zurückziehen, schlafen und somit gesunden. Die klassische Hühnersuppe, Wasser und Tee sind das Einzige, was Sie vielleicht noch aufnehmen wollen. Dies erklärt sich durch das Fiebern und die vielleicht begleitenden Durchfällen. Der hohe Wasser- und Salzverlust verursacht einen erhöhten Kopfdruck und der Körper fordert einen Ausgleich! Der Hunger meldet sich, wenn es Ihnen wieder besser geht. Aber beginnen Sie dann mit einem Hamburger, Torte oder Chips? Nein, hier doch eher mit frischem Obst und leichten, aber kräftigenden, vitalstoffreichen Speisen, oder? Ihr Körper und somit Ihr eigener innerer Arzt wissen instinktiv, was er braucht und ihm guttut.

Fasten ist in unseren Genen verankert. Moderne medizinische Verfahren bestätigen immer wieder, welche Heilkraft unsere Körperzellen haben, wenn sie nicht ständig überfüttert werden. Doch genau dies geschieht heute vermehrt in unseren Industrienationen. Gepaart mit Stress und Bewegungsmangel, setzen sich die Pfunde dann zusätzlich um die Hüften. Früher „rannte das Essen vor uns her“ und wir mussten es uns erarbeiten. Aber die Zeit des Nichtessens hat uns auch dazu befähigt. Wir hatten die Kraft, den Mut und die Ausdauer dazu. Haben uns nicht maulig zurückgezogen, wenn es nichts gab, sondern waren notgedrungen angespornt weiterzusuchen. Somit liefen unsere Vorfahren täglich 10–40 km. Heutzutage sind wir in der Lage, in kürzester Zeit im Supermarkt einen Vorrat für mehrere Wochen einzukaufen, aber es macht augenscheinlich nicht glücklich und zufrieden. Die meisten eilen genervt durch die Gänge, stehen mit ihren vollen Einkaufswagen mürrisch an den Kassen, laden die Ware ins Auto und fahren gestresst nach Hause. Gelaufen werden dabei kaum 1.000 Schritte täglich.

Seit dem 15. Jh. finden sich in der Sprachkultur die Bezeichnungen „petit déjeuner“ und „breakfast“. Sie werden gerne als „Frühstück“ übersetzt. Doch genauer betrachtet ist es das „Fastenbrechen“, also das „Unterbrechen vom (Nacht-)Fasten“. Tatsächlich haben die Menschen viele Jahrtausende das Intervallfasten automatisch betrieben. Das Abendbrot war meist gegen 19 Uhr beendet. TV und andere digitale Medien gab es nicht, somit auch keinen Grund, sich knabbernd mit einer Tafel Schokolade oder der Tüte Chips auf der Couch noch stundenlang wachzuhalten und durch die Programme zu zappen. Man ging früh schlafen und beendete ab ca. 7 Uhr mit der ersten Mahlzeit nach einer ca. 12-stündigen Esspause das nächtliche Fasten.

Während bis in die 1970er-Jahre hinein meist nur dreimal täglich Essen auf dem Tisch stand, vielleicht am Sonntag oder Geburtstagen mal die Torte genossen wurde, „gönnen“ sich heute die Menschen oft mehr als 3–4 Mahlzeiten, kombiniert mit überkalorischen „Kleinigkeiten“. Nicht zu vergessen ist, dass der moderne Lebensstil immer bequemer wurde und diese Kombination gesundheitlich einen großen Tribut fordert. Schon vor der Pandemie 2020 sank die durchschnittliche Lebenserwartung und das trotz einer weitaus besseren medizinischen Versorgung.

Der Naturliebhaber, Internist und Wissenschaftler Dr. Otto Buchinger (1878–1966), einer der größten Vorreiter des heutigen Heilfastens, litt unter starken rheumatischen Schmerzen, galt als arbeitsunfähig und seine Ärzte konnten ihm nicht weiterhelfen. Er heilte er sich durch ein 17-tägiges Heilfasten selbst. Angespornt durch dieses verblüffende Ergebnis, entwickelte er das Konzept des „Buchinger-Heilfastens“, um es auch für anderen Patienten erlebbar zu machen. Er gründete eine Klinik am Bodensee, die heute seine Familie mit einem großartigem Ärzteteam fortführt und damit für die Verbreitung des Konzeptes sorgt.

Ich habe das große Glück, schon seit fast zwei Jahrzehnten Fastengruppen zu begleiten, die ihren Urlaub nutzen, um in wunderschönen Urlaubsdestinationen eine Heil- oder Basenfastenkur zu vollziehen! Sie wollen mehr für sich und ihre Gesundheit tun, verzichten freiwillig und investieren damit in ihre Gesundheit.

Ich erlebe dabei in jeder Woche wahre Metamorphosen von müden, überarbeiteten Menschen, die genervt anreisen und nur noch den Wunsch haben, die stressige Zeit hinter sich zu lassen. Egal ob beruflich, schulisch oder privat, jeder hat sein „Päckchen“ zu tragen. Sie wollen einfach die „Reset-Taste“ drücken, runterfahren, den ganzen Ballast abwerfen. Sie haben den Wunsch, mit einem neuen Lebensgefühl durchstarten zu dürfen, in einem regenerierten und ein paar Kilo leichteren Körper. Nach vielleicht ein paar anstrengenden Phasen der Umstellung wirken sie gelassener, kehren in sich und genießen es, Zeit zu haben, nichts planen zu müssen, einfach nur „hinterherzulaufen“. Dann gegen Ende der Woche, der Stolz auf sich selbst, die strahlenden klaren Augen, das verbesserte glatte Hautbild, es wird gelacht und gealbert wie auf einem Schulhof, sie wirken so viel glücklicher, jünger und entspannter! Tragen am Tag der Abreise die Hosen, die vorher nicht mehr passten, sind dankbar für alles, verabschieden sich unter Tränen in den Augen und fühlen sich wie neugeboren!

Wir bewegen uns während dieser Fastenzeit sehr viel an der frischen Luft, wandern, radeln, und die Gäste entspannen sich noch mit Yoga, Sauna, Massagen und Meditation. Wir sprechen über Stress, Ernährung und die Gründe, warum sie ihre Bedürfnisse für andere zurückstellen. Fasten ist mehr als einfach „nur mal nichts zu essen“. Es unterstützt, sich selbst besser kennenzulernen, mit allen Träumen, Gedanken, Ängsten, Sorgen, Schwächen und Stärken, sich zu fokussieren, was wirklich wichtig ist, was im Leben zählt, welchen Sinn ich darin sehe und welche Ziele ich wirklich habe. Natürlich gehört auch zu jeder Art des Fastens das bewusste Genießen! Doch damit sind nicht allein das Essen oder die Spaßfaktoren wie Alkohol, Süßigkeiten und Kaffee gemeint, sondern die Wahrnehmung dessen, was ich schon habe, wer ich bin, wie ich lebe, was und wer mich umgibt, warum ich meinen Job gern habe und meine Familie und Freunde liebe – es geht darum, eher dankbar, wertschätzend und positiv das Leben wahrzunehmen als nur pessimistisch, zu selbstkritisch sowie perfektionistisch zu sein.

Selbstfürsorge statt Selbstoptimierung!

Chronische Erkrankungen und Übergewicht sind zumeist die Begleiterscheinungen eines ungesunden Lebensstils. Davor liegt oft eine lange Geschichte von Überforderung von außen, aber auch hohe Ansprüche an sich selbst. Die Hülle wird kaschiert mit teurer Kleidung und Make-up, das innere Kind leidet. Viele sagen, dass sie sich selbst überhaupt nicht mehr wahrnehmen. Der Tag ist getaktet, die Freizeit verplant, die Wochenenden sind überfrachtet.

Die Tage, Wochen, Jahre rennen und alle wollen „später“ – wenn die Kinder groß sind, die Rente erreicht ist oder der erhoffte Lottogewinn kommt – endlich Zeit haben. Zeit für die Lieben, Zeit für sich selbst, Zeit für gesunde Ernährung, Zeit für Sport, Zeit für Ruhe und Entspannung …

Dann lautet der Rat: Nehmen Sie sich jetzt schon die Zeit dafür – ein „Später“ gibt es vielleicht gar nicht mehr, weil Ihr Körper, Geist und Seele bereits vorher kapituliert haben!

Carpe diem – nutze den Tag!

Langzeitfasten wie das Heilfasten von ein bis drei Wochen ist für viele Menschen kaum vorstellbar. Sie haben großen Respekt davor und auch ein bisschen Angst „zu verhungern“! Ich glaube, diese Befürchtung kennt jeder Fasteneinsteiger. Sie ist zwar unbegründet, aber durchaus nachvollziehbar. Wer weiß, vielleicht bringe ich Sie aber auch im Laufe der folgenden Seiten auf den Geschmack und Sie probieren es doch einmal aus. Bis dahin ist das Kurzzeitfasten, also im Intervall zu fasten, genial für Einsteiger und auch Fastenerfahrene.

Der große Vorteil: Das Intervallfasten ist eine wunderbare Möglichkeit, die eigenen inneren Selbsthilfeprogramme tagtäglich zu unterstützen – für ein langes vitales und glückliches Leben! Denn wie heißt es im Englischen so schön: Live your life – not your age!

Natürlich können Sie diese Ernährungsform auch erst einmal für ein paar Wochen ausprobieren. Es gibt so viele Varianten, dass ich überzeugt bin, dass das Intervallfasten für sie ein selbstverständlicher Baustein in Ihrem Tagesablauf werden wird.

Für die Menschen, die bereits Fastenerfahrung haben, ist dies zudem eine hervorragende Variante, um nicht wieder in alte Muster zu fallen. Denn das geschieht leider immer wieder. Direkt nach dem Langzeitfasten wird zu schnell zu viel gegessen und dann schlägt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt zu und legt die Kilos wieder grinsend um Bauch und Hüfte. Dies gilt auch für alle, die schon die x-te Modediät gemacht und damit zwar erfolgreich Kilos verloren haben, aber schon wenige Wochen später mehr als vorher wogen. Verabschieden Sie sich endgültig vom Diätenmarathon und beginnen Sie, sich Pausen vom leckeren Essen zu gönnen!

Intervallfasten bedeutet nicht, einen Tag oder eine bestimmte Anzahl von Stunden nichts zu essen und dann zu „All you can eat“ zu wechseln! Es bedeutet:

Intervall – ein zeitlicher Abschnitt für eine gesundheitsorientierte Ernährung

Fasten – ein freiwilliger und bewusster Verzicht für die körpereigene Selbstheilung

WARUM INTERVALLFASTEN WICHTIG IST

In den Zeiten des Nichtessens soll der Körper verarbeiten dürfen, sich entgiften, reinigen und natürlich regenerieren. Das gilt auch für unsere Bauchspeicheldrüse, die u. a. das Insulin herstellt. Dieses Hormon braucht der Körper, damit Zucker aus dem Blut in die Zelle transportiert werden kann und Sie Kraft und Energie haben. Würde das Insulin dies nicht machen, würden die Blutgefäße quasi von innen kandieren (das Problem der Diabetiker), immer unelastischer werden, und das wäre lebensgefährlich. Wenn dieses Hormon ab und an abgerufen wird, weil ich meine zwei bis drei Mahlzeiten konsumiere, ist dies vollkommen ok! Dann kann das Hormon auch die Zuckermoleküle zu den Zellen bringen und diese öffnen freudestrahlend ihre Tore.

Bei vielen Menschen, obwohl keine Schwerstarbeiter, sondern Schreibtischtäter, sieht ein Essalltag häufig leider so aus:

Morgens

Kaffee mit Milchschaum (150 kcal)

Snacks

Riegel (150 kcal)

belegtes Brötchen (300 – 450 kcal)

Mittags

Pizza, Burger, Pasta & Co. (400 – 800 kcal)

Nachmittags

Stückchen Kuchen (200 – 400 kcal)

Latte Macciato (150 kcal)

Abends

gemeinsam mit der Familie oder allein vor dem TV die Brot- oder warme Mahlzeit (ca. 800 kcal)

Tüte Chips (ca. 500 kcal)

vielleicht noch 1 Glas Bier oder Wein (ca. 100 – 160 kcal)

Durch so eine tägliche „Esskultur“ mit ca. 3.000–3.500 kcal wird der Organismus ständig befüllt mit viel zu viel Zucker, Fetten, Säuren und leeren Kalorien. Alles muss mithilfe der Kaumuskulatur, den Verdauungssäften, Enzymen und Hormonen zerkleinert werden, damit der Körper damit arbeiten kann und die Zellstrukturen – also die kleinsten Funktionseinheiten – optimal versorgt werden. Über das (hoffentlich gute) Kauen und Einspeicheln gelangt gerade der Einfachzucker mithilfe des Enzyms Amylase über den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf. Nun muss aber dort das Insulin dafür sorgen, dass der Zuckerspiegel nicht zu hoch wird und die Moleküle die Zellen erreichen. Wie erwähnt, wenn das Ganze nicht so häufig gefordert wird, ist der Spiegel ok. Aber bei der o. g. Zuckermast kommt es mittel- bis langfristig zur Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse und der Zuckerspiegel im Blut bleibt hoch und wird nicht in die Körperzellen transportiert. Die Körperzellen brauchen aber Energie und schreien „Hunger“. Dazu wird mit der erneuten Ausschüttung von Insulin die Fettverbrennung gestoppt und auf Fetteinlagerung programmiert.

Ein weiteres wichtiges Hormon, welches ein zufriedenes und warmes Gefühl der Sättigung geben sollte, heißt Leptin und wird in seiner Wirkung, dies dem Hirn mitzuteilen, regelrecht unterdrückt. Somit haben viele Menschen, die sich eher mit einfachen Kohlenhydraten und schlechten Fetten ernähren, immer Appetit auf mehr. Genau dieses Phänomen wird sich in der Tiermast zunutze gemacht. Die Tiere werden so gefüttert, dass sie nie „satt“ werden und ständig mehr futtern, als sie dies auf der Weide tun würden. Doch bevor sie z. B. einen Diabetes bekommen, wartet schon der Schlachthof auf sie. In Deutschland gibt es mittlerweile über 7 Millionen Diabetiker. Und es gibt eine hohe Dunkelziffer von Menschen, die schon eine Vorstufe entwickelt haben – die Insulinresistenz. Viele wissen es noch nicht einmal.

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Meine Mutter sagte immer: „Man muss ja nicht erst auf den Brunnenrand klettern …“

CORA DITTKRIST

Lassen Sie es nicht so weit kommen! Denn gerade der Diabetes Typ 2 ist mit einer Umstellung auf gesunde Ernährung mit viel Bewegung und einhergehender Gewichtsreduktion gut zu therapieren. Sie sollten nur nicht warten, bis Sie eine solche Diagnose erreicht, sondern schon vorher aktiv werden! Falls Sie bereits eine entsprechende Diagnose erhalten haben, ist es um so wichtiger, nun den „Hebel“ umzulegen und die Ernährungsweise zu verändern.

WAS PASSIERT BEIM FASTEN IM KÖRPER?

Nehmen wir an, Sie haben am Vorabend um 20 Uhr Ihre Mahlzeit beendet, dann verarbeitet Ihr Organismus den Nahrungsbrei und bezieht für die Energiebereitstellung in Ihren Zellen vorwiegend die Glukose, also den Zucker, für alle notwendigen Körpervorgänge. Irgendwann ist der Vorrat aufgebraucht und für die weitere Kraft werden Brennstoffe aus der Reserve benötigt, die dann aus der Muskulatur und Leber kommen, dem gespeicherten Glykogen. Aber es muss auch eine weitere Alternative her und das sind die Fettzellen, sprich: das „Hüftgold“. Während des Abbauprozesses von Fettsäuren entstehen Ketone, die werden nun wunderbar von allen Zellen genutzt. Auf die Gehirnzellen wirken sie sogar heilend und regenerativ. Sie bemerken vielleicht im Mund einen metallischen, leicht säuerlichen Geschmack. Leider kommt es zu diesem Keto-Mundgeruch, aber mit guter Mundpflege bleibt er unbemerkt. Wenn Ihre letzte Mahlzeit zuckerarm war, kommen Sie sogar schneller in den Fastenprozess – ein Grund, auf Chips und Alkohol auf der Couch zu verzichten! Wenn Sie auch noch Sport treiben: Bingo! Die Ketose ist sogar stimmungsaufhellend, unterstützt die Bildung von Glücksbotenstoffen (Fasteneuphorie), gibt viel positive Energie und ist für die Konzentration perfekt geeignet. Je länger Sie in Ihrem inneren „Kannibalismus“ bleiben, desto besser – denn ganz klar, die Pfunde schmelzen! Zudem startet nun der Körper mit seiner Zellreinigung. Dieses Aufräumen nennt sich Autophagie und beschreibt die körpereigene Zellreparatur. Prof. Michalsen hat dafür ein schönes Bild: „Ein Auto kann auch nicht während der Fahrt repariert werden.“ Diese Reparatur, die Autophagie, ist ein wahres Naturwunder und zurecht wurde die Entdeckung 2016 mit einem Nobelpreis der Medizin ausgezeichnet!

Durch das Intervallfasten „schlagen Sie viele Fliegen mit einer Klappe“!

Durch die langen Esspausen entlasten Sie Ihre Bauchspeicheldrüse, der Fettstoffwechsel, also die Ketose, bleibt aktiv und Sie bleiben kreativ.

Sie bleiben in Ihrem Selbstheilungsprogramm und entrümpeln Ihren Organismus.

Das Leptin dringt wieder durch und signalisiert dem Hirn schneller das Gefühl „Ich bin satt und zufrieden – stopp“. Damit hören Sie eher auf zu essen, auch wenn noch etwas auf dem Teller ist. Die Portionen werden automatisch kleiner und somit fühlen Sie sich auch nicht „vollgestopft“.

Sie bleiben konzentriert, kräftig, vital und auch noch gut gelaunt.

Die Reparatur beginnt ab einer ca. 12-stündigen Fastenzeit und ist bei 72 Stunden abgeschlossen. Ein niedriger Insulinspiegel ist dafür eine Voraussetzung. Aber auch regelmäßiger Sport (Kraft- und Ausdauersport), bestimmte Nahrungsmittel (dazu später mehr) aktivieren den Vorgang. Beim jährlichen Heilfasten wird man also sicher den größten Vorteil genießen dürfen. Es gibt aber auch Ansätze, dass eine Fastenwoche mit bis zu 750 kcal (täglich) einen ähnlichen Effekt hat. Auf den folgenden Seiten werde ich Ihnen alle Arten vorstellen.

POSITIVE EFFEKTE FÜR IHRE GESUNDHEIT

In den folgenden Kapiteln werde ich auf verschiedene Vorgänge in unserem Körper mit all den Wundern in seinen vielen Billionen Zellen eingehen. Auch wenn Ihnen anfangs einige Begriffe unbekannt oder ungewohnt sein mögen, werden Sie nach der Lektüre dieses Buches Ihr hinzugewonnenes Wissen leicht umsetzen können.

Zunächst einige Studienergebnisse von Forschungszentren und Universitäten zu den Themen „Zellverjüngung“, „erhöhte Fettverbrennung“ und „Selbstheilung“. Lassen Sie sich von den großen Vorteilen begeistern, die Ihnen regelmäßige Esspausen von mindestens 12 Stunden bringen! Natürlich ist dies kein Heilversprechen, es sind die Ergebnisse aus langjährigen Versuchen und Erfahrungsberichten. Durch Zeiten des Fastens kann der Körper sein Selbsterhaltungs- und Selbstheilungsprogramm intensiver nutzen. Dazu sollte er aber nicht wieder vollgestopft werden mit dem, was auch Sie als „ungesund“ einstufen.

Bitte besprechen Sie auch mit Ihrem Hausarzt oder Ernährungstherapeuten, welche Variante des Intervallfastens für Sie geeignet sein kann. Ebenso sollten Sie an Ihre Check-ups denken und sich regelmäßig untersuchen lassen. Ursachen unklarer Symptome und Schmerzen sind immer abzuklären.

Die meisten Studienergebnisse kommen aus dem englischsprachigen Raum, aber auch deutsche Forscher können zunehmend die Ergebnisse bestätigen. Darüber hinaus werden durch den gezielten Praxiseinsatz dieser Essmethode bei chronisch Erkrankten eindeutig positive Ergebnisse erzielt.

Der US-Mediziner und Altersforscher Prof. Dr. med. Valter Longo (University of California) konnte mit seinem Team zahlreiche positive Studien der Öffentlichkeit präsentieren. Eine davon löste das große Interesse am Intervallfasten aus: Labormäuse gleichen Alters aus einer Zuchtlinie hatten sich gleich viel bewegt und die gleiche Menge Futter erhalten – allerdings mit einem Unterschied: Die eine Gruppe Mäuse hatte freien Zugang zu ihrer Futterstelle, die andere Testgruppe erhielt ihr Futter nur zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Das Ergebnis: Die Mäuse, die jederzeit essen durften, waren deutlich fetter als die, die nur begrenzt Zugang hatten. Außerdem lebten die schlanken Mäuse deutlich länger. Die Forschung ging aber noch weiter und so konnte das Institut folgende Aussage guten Gewissens tätigen: „Bei Nagetieren schützt intermittierendes oder periodisches Fasten vor Diabetes, Krebs, Herzerkrankungen und Neurodegeneration, während es beim Menschen hilft, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Asthma und rheumatoide Arthritis zu reduzieren.“

Fasten kann das Altern verzögern und Krankheiten vorbeugen und behandeln, während die durch chronische diätische Eingriffe verursachte Nebenwirkung minimiert wird. Weiterhin senkt sich der IGF-1-Spiegel (engl. Insulin-like growth factor 1; insulinähnliche Wachstumshormon). Dies ist entscheidend bei der Regulierung der Selbsterneuerung und Regeneration unserer Stammzellen. Es wurde auch festgestellt, dass der Gehalt der Proteinkinase A durch die Esspause gesenkt wird und dadurch die Zellerneuerung effizienter abläuft. Das genannte Enzym ist an der Regulation des zellulären Energiestoffwechsels beteiligt. Bei Krebserkrankungen ist dieser erhöht. Fasten scheint einen besonderen Schutz für die gesunden Zellen darzustellen, Tumorzellen hingegen blieben ungeschützt und konnten durch die Behandlung effektiver bekämpft werden. Viele Krebsarten leben von Zucker und „verhungern“, wenn sie ihn über die Nahrung nicht erhalten. Das Fasten senkt den Insulinspiegel und somit das Krebswachstum. Durch eine zumeist begleitende Gewichtsreduktion normalisieren sich die Blutfett- und Zuckerwerte, Entzündungsmarker senken sich, die Studienteilnehmer schliefen besser und hatten mehr Energie für Bewegung.

Weltweit wurden ähnliche Versuche gestartet. Natürlich wurde auch verglichen, ob ein ähnliches Ergebnis auch zu erwarten ist, wenn die Tiere „nur“ auf kalorienreduzierte Diät gesetzt werden. Die Versuchsergebnisse waren ähnlich positiv. Allerdings müsste die Diät dann auch dauerhaft durchgeführt werden. Hier zeigt sich, dass das Intervallfasten viel alltagstauglicher ist!

Eine im Journal of Nutritional Biochemistry veröffentlichte Studie zeigt einen Anstieg von BDNF (engl. Brain-derived neurotrophic factor) – ein Protein, das auf bestimmte Neuronen im Hirn wirkt und für das Langzeitgedächtnis wichtig ist. Bei Depression ist dieser Wert vermindert und soll durch Antidepressiva behandelt werden. Fasten könnte hier eine positive Wirkung haben.

In einer Studie im Magazin Free Radical Biological and Medicine wurde bestätigt, dass Fasten den Grad an oxidativen Stress und Entzündungen im Körper verringert, zusätzlich auch an Erkrankungen wie Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen.

Prof. Dr. Andreas Michalsen (Professor für klinische Naturheilkunde an der Charité und Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus in Berlin) forscht, lehrt und behandelt mit Ernährungsmedizin, Heil- und Intervallfasten. Er berichtet davon begeistert in seinen Büchern, zahlreichen Interviews und Podcasts. So stellt er in seinem Buch „Mit Ernährung heilen – Besser essen, einfach fasten, länger leben“ die These auf: „Die Erbanlagen sind höchstens zu 10 oder 20 % ‚schuld‘. Selbst wenn man ‚schlechte Gene‘ hat, kann man durch einen gesunden Lebensstil sein Krankheitsrisiko entscheidend reduzieren.“ Er berichtet über positive Heilungsverläufe, z. B. bei Multipler Sklerose, Diabetes- und Bluthochdruckpatienten. Auf seiner Website ist zu lesen: „Die moderne Naturheilkunde ist wissenschaftlich fundiert und sie ist die einzige Antwort auf die steigende Zahl chronischer Leiden“. Die WHO schätzt, dass ca. 50–70 % der chronischen Erkrankungen ernährungsabhängig sind!