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Wie sieht eine Arbeitswelt aus, die Menschen und ihre Bedürfnisse ins Zentrum stellt?
Neue Mitarbeitende zu gewinnen und bewährte Mitarbeitende zu binden ist derzeit vielleicht die größte Herausforderung für jedes mittelständische Unternehmen. Wirklich nachhaltig gelingen kann das nur, wenn Menschen ihre Arbeit als sinnvoll erleben, sie ihnen Freude bereit und ihnen hilft, ihr Potenzial zu entfalten. Wie schaffen wir das?
Die Antworten, zu denen Samir Ayoub in seiner Laufbahn als mittelständischer Unternehmer gefunden hat…
…verpackt er in 40 orientierungsstiftende und praktikable Thesen. Sie zeichnen die Umrisse einer auf den Werten Sinn, Vertrauen, Verantwortung und Freiheit basierenden Arbeitswelt und beleuchten alle zentralen Handlungsfelder der Transformation. Neben Fragen von Führung, Organisation und Technologie legt Samir besonderes Augenmerk auf sein Spezialgebiet; das Handlungsfeld Raum und der Frage, wie zeitgemäße und innovative Bürokonzepte zu einer menschenzentrierten Arbeitswelt beitragen können.
Den Blick aufs große Ganze…
…eröffnen Samirs Freunde Christoph Quarch und Jan Teunen mit einem philosophischen Essay über die geistigen Grundlagen der modernen Arbeitswelt.
Das Buch richtet sich an alle Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Verantwortliche in den Bereichen HR bzw. People & Culture, denen an einer authentischen und wirksamen Transformation gelegen ist.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 71
Veröffentlichungsjahr: 2023
Widmung
Einführung
I.
NEW WORK. EINE MENSCHENZENTRIERTE ARBEITSWELT
II.
DIE DREI HANDLUNGSFELDER DER TRANSFORMATION
III.
MENSCHLICHE POTENZIALE ENTFALTEN
IV.
NEW LEADERSHIP. FÜHRUNG IN DER MENSCHENZENTRIERTEN ARBEITSWELT
V.
NEW OFFICE. RÄUME IN EINER MENSCHENZENTRIERTEN ARBEITSWELT
IV.
DER UMBAU DER ERWERBSGESELLSCHAFT IN EINE SINNGESELLSCHAFT.
DIE WIEDERENTDECKUNG DES MENSCHEN
Warum zeitgemäße Arbeitswelten funktional und ästhetisch sind - CHRISTOPH QUARCH UND JAN TEUNEN
AUSBLICK
Danksagung
Ich widme dieses Buch
meinem Vater KHALED AYOUB, von dem ich lernen durfte, dass kein Weg zu weit ist, um eine persönliche Vision zu leben, und meiner Mutter SYLVIA AYOUB, deren Lieblingsfarbe das Cover schmückt.
Was muss geschehen, dass Menschen gerne arbeiten? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sie ihre Arbeit als sinnvoll erleben; damit ihnen ihre Arbeit Freude macht; damit sie ihre Potenziale entfalten und das Beste aus sich machen können? Seit bald 30 Jahren beschäftigen mich diese Fragen. Gute und praktikable Antworten auf sie zu geben, ist meine persönliche Mission. Nun scheint es mir an der Zeit zu sein, die Einsichten und Erkenntnisse, die mir geschenkt wurden, weiterzureichen. Denn ich nehme wahr, dass vor allem eine Frage immer mehr Menschen umtreibt: Wie gelingt es, menschenzentrierte Arbeitswelten zu schaffen?
Hierauf habe ich Antworten gefunden, indem ich mit meinen achtzehn designfunktion-Teams und externen Projektpartnern zeitgemäße Konzepte für die Raum- bzw. Bürogestaltung entwickelt und realisiert habe. Dabei ist es unser Kernanliegen, wirksame Räume für die Potenzialentfaltung zu schaffen: Räume, die Menschen begeistern, anziehen und unterstützen. Mit erprobten und zugleich innovativen New-Office-Konzepten versuche ich, Menschen und Organisationen dabei zu unterstützen, ihre strategischen und operativen Ziele zu erreichen.
Doch habe ich über die Jahre gelernt, dass New-Office-Konzepte allein nicht genug sind. Als Unternehmer und erfahrene Führungskraft habe ich verstanden, dass moderne Raumkonzepte ihre Wirkung nur dann entfalten, wenn sie eingebettet sind in eine moderne Arbeitswelt: das, was man New Work nennt. Deshalb scheint es mir wichtig, ein klares Verständnis davon zu vermitteln, was es mit New Work auf sich hat, sodass es von Unternehmer:innen und Entscheider:innen in ihren Unternehmen sinnvoll und kulturell nachhaltig integriert werden kann. Vor allem ist mir daran gelegen, meine Kolleginnen und Kollegen im Mittelstand dabei zu unterstützen, ihre vielfältigen Herausforderungen mit einer klaren und praktikablen New-Work-/New-Office-Strategie zu meistern.
Gegenwärtig ist es eine der größten Herausforderungen, neue Mitarbeitende zu gewinnen und bewährte Mitarbeitende an das Unternehmen zu binden. Die Frage, wie man Wissensarbeit in der hybriden Arbeitswelt organisiert und Unternehmenskultur räumlich erlebbar macht, ist mehr denn je entscheidend für den nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Darum also geht es mir: Mit meinen 40 Thesen möchte ich einige aktuell geläufige Begriffe erklären und herausstellen, worauf es wirklich ankommt, wenn wir von New Work, Transformation von Wissensarbeit, Potenzialentfaltung, New Leadership, New Office und Zukunftsperspektiven sprechen. Ich hoffe, all denen, die für ihre Mitarbeitenden über die Gestaltung der Arbeitswelten entscheiden, auf diese Weise Inspiration und Orientierung zu geben, sodass sie ihrer großen Verantwortung gerecht werden können.
Weil es mir wichtig ist, bei allen konkreten Vorschlägen nicht den Blick aufs Ganze zu verlieren, habe ich den Cultural Capital Producer Jan Teunen und den Philosophen Christoph Quarch eingeladen, meine Thesen mit einem Essay über die geistigen Grundlagen menschenzentrierter Arbeitswelten in einen größeren Zusammenhang einzubetten.
Deshalb scheint es mir wichtig, ein klares Verständnis davon zu vermitteln, was es mit New Work auf sich hat, sodass es von Unternehmer:innen und Entscheider:innen in ihren Unternehmen sinnvoll und kulturell nachhaltig integriert werden kann. Vor allem ist mir daran gelegen, meine Kolleginnen und Kollegen im Mittelstand dabei zu unterstützen, ihre vielfältigen Herausforderungen mit einer klaren und praktikablen New-Work-/New-Office-Strategie zu meistern.
SAMIR AYOUB
im März 2023
Die Welt verändert sich. Klimawandel, geopolitische Verschiebungen, digitaler Wandel, ökonomische und politische Konflikte, aber auch veränderte Erwartungshorizonte der Menschen fügen sich zum Bild einer VUCA-Welt: Flüchtigkeit (Volatility), Ungewissheit (Uncertainty), Komplexität (Complexity) und Mehrdeutigkeit (Ambiguity) erweisen sich als grundlegende Signaturen unserer Zeit, die sich unweigerlich darauf auswirken, wie wir Arbeit organisieren. Eine der zentralen Herausforderungen für Unternehmen besteht heute darin, Mittel und Wege zu finden, wie angesichts der rasanten Veränderungsprozesse sowohl resiliente als auch innovative Arbeitskulturen generiert und bewahrt werden können.
Eine vielversprechende Antwort darauf ist New Work: ein stimmiger Dreiklang aus Organisation (New Leadership), Raum (New Office) und Technologie, der Menschen darin unterstützt, in die Selbstwirksamkeit zu kommen, mit ihrer Arbeit ihre Potenziale zu heben, sich selbst zu verwirklichen und ihr Tun als sinnhaft zu erfahren. Das zu unterstützen, ist das Gebot der Stunde.
Arbeit dient heute nicht mehr primär dem Broterwerb. Den arbeitenden Menschen geht es vielmehr um Sinnstiftung und Sinnerfahrung. Sinnstiftung ergibt sich aus der Wert- und Sinnorientierung eines Unternehmens. Sinnerfahrung ergibt sich daraus, dass Menschen etwas tun, das ihnen sinnvoll erscheint – worin sie sich selbst verwirklichen können, was ihren Werten und moralischen Normen entspricht. Sie wollen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Welt beitragen. Sie wollen einen Unterschied machen, der es ihnen erlaubt, sich mit Engagement und Begeisterung einzubringen. Und sie werden sich deshalb nur an solche Unternehmen binden, die glaubhaft eine eigene Wertbindung kommunizieren und praktizieren – eine Wertbindung, die sinnvoll erscheint, mit der man sich identifizieren kann und deren Visionen und Ziele als Motivationsquelle für das eigene Arbeiten erlebt werden.
Wo Menschen mit den Werten und Visionen eines Unternehmens in Resonanz sind, wächst ihre Bereitschaft, ihr Bestes zu geben und mit Leidenschaft und Energie zu arbeiten. Das steigert nicht nur die Selbstwirksamkeit und Verweildauer der Einzelnen, sondern auch die Innovationsfähigkeit und Resilienz des Unternehmens. Authentische und glaubwürdige Sinnstiftung wird in einer künftigen Sinngesellschaft zur Kernaufgabe der Unternehmensführung.
Arbeit dient heute nicht mehr primär dem Broterwerb. Den arbeitenden Menschen geht es vielmehr um Sinnstiftung und Sinnerfahrung. Sinnstiftung ergibt sich aus der Wert- und Sinnorientierung eines Unternehmens. Sinnerfahrung ergibt sich daraus, dass Menschen etwas tun, das ihnen sinnvoll erscheint – worin sie sich selbst verwirklichen können, was ihren Werten und moralischen Normen entspricht.
New Work ist keine Methode, sondern ein Kulturwandel. Bei New Work geht es darum, Arbeit so zu gestalten, dass sie die arbeitenden Menschen nicht schwächt, sondern stärkt. Das wird immer dann der Fall sein, wenn Menschen bei der Arbeit das tun können, was sie „wirklich, wirklich wollen“, wie New-Work-Pionier Frithjof Bergmann sagte. Deshalb ist es bei der Umstellung auf New Work mit rein kosmetischen Korrekturen oder oberflächlichen Veränderungen nicht getan. Vielmehr ist ein grundlegend anderes Mindset erforderlich, das Arbeit nicht länger als bloßes Mittel zum Zweck der ökonomischen Wertschöpfung versteht, sondern sie so organisiert, dass sie ihren Sinn in sich selbst trägt.
Das bedeutet nicht, dass wirtschaftliche Erträge in neuen Arbeitswelten nebensächlich werden. Das kann schon deshalb nicht der Fall sein, weil nur eine gesunde Wirtschaftlichkeit die für ein sinnerfülltes Arbeiten nötigen Voraussetzungen schaffen wird. Wohl aber bedeutet es, dass New Work die Implementierung und Kultivierung eines menschenzentrierten Werte-Tableaus erfordert, das neben dem materiell-monetären Gewinn auch die Sinnerfüllung und die Potenzialentfaltung der Menschen als Ziele eines Unternehmens zur Geltung bringt.
Der Kulturwandel wird in einer Organisation nur dann gelingen, wenn er durch ein klares Werte-Tableau unterfüttert ist. Werte motivieren, koordinieren und orientieren die Aktivitäten jeder und jedes Einzelnen und prägen zugleich deren Identität. Sie helfen allen Beteiligten, sicher durch Krisenzeiten zu navigieren, und dienen bei Konflikten als Leitplanken der Entscheidungsfindung. In einer menschenzentrierten Arbeitswelt werden vornehmlich solche Werte gelebt, die der Entfaltung der menschlichen Potenziale dienen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei Vertrauen, Freiheit, Verantwortung und Sinn.
Vertrauen ist das tragende Fundament des menschlichen Miteinanders. Ohne Vertrauen ist Kooperation nicht möglich. Nur in einem Raum des Vertrauens kann echte Begegnung gelingen. Nur wenn Menschen einander vertrauensvoll begegnen, können sie ihre Potenziale entfalten. Vertrauen wächst, wo Menschen sich aufeinander verlassen können, wo sie loyal einander unterstützen und offen bzw. transparent miteinander umgehen. In einer Kultur des Vertrauens sind die Menschen bereit, einander Vertrauensvorschuss zu gewähren: anderen gegenüber, aber auch sich selbst gegenüber. Herrscht in einem Unternehmen ein Klima des Vertrauens, werden die Menschen ihre Arbeit mit Selbstvertrauen und einer positiven Grundhaltung verrichten.
Wo Menschen einander vertrauen, öffnet sich ein Raum der Freiheit. Freiheit
