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Das Werkbuch für den WOW!-Effekt in Seminaren WOW! Das ist der Zustand, der unser Bewusstsein für kurze Zeit dramatisch verändert. Solche »Magic Moments« mit dem WOW!-Effekt brennen sich förmlich in unser Langzeitgedächtnis ein und bleiben dort über Jahrzehnte in Erinnerung. Das ist Ziel, Sinn und Zweck unserer Arbeit als Lehrende: wichtiges und nützliches Wissen und Können so zu verankern, dass sie zuverlässig abrufbar sind, wenn sie gebraucht werden. Das Kreieren von solchen magischen Momenten ist erlernbar. Der Autor stellt seine über Jahrzehnte verfeinerte Vorgehensweise dar und berichtet aus 40 Jahren Coaching-Erfahrung. Auch seine privaten Höhen und Tiefen tragen einen wichtigen Teil dazu bei, was er heute über das WOW! weiß und wie es nachhaltig Wirkung erzeugt. Gleichzeitig ist dieses Buch eine gut sortierte Fundgrube mit überraschenden Ideen, die für »alte Hasen« und »junge Füchse« im Trainingsgeschäft gleichermaßen wertvoll sind. - Was unterscheidet einen Virtuosen vom Durchschnitt? - Wann wirken gelernte Inhalte nachhaltig und effektiv? - Wie können Sie Ihre persönlichen Magic Moments erschaffen? Lernen Sie auf humorvolle und tiefgründige Weise, wie Sie sich langfristig von anderen Trainern unterscheiden können - und werden Sie dadurch noch erfolgreicher.
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Seitenzahl: 393
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Wolfgang R. Marschall
MAGIC MOMENTS
Wie Sie den WOW!-Effekt in Schulungenund Seminaren kreieren
In diesem Buch wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Originalauflage März 2021
© 2021 Wolfgang Marschall, LUDOKI GmbH
Lektorat: Dirk Peschl, Buch&media GmbH, München
Layout, Satz & Covergestaltung: Franziska Gumpp, Buch&media GmbH,
München
Umschlagvorderseite: Shutterstock
Illustrationen: Hannes Klein, inspiriert von bikablo® & Kommunikationslotsen
Fotografien: Wolfgang R. Marschall
Printed in Europe
ISBN 978-3-95780-228-6
INHALT
Vorwort
Vorwort
Mein Magic-Moment oderErlebnis bringt Ergebnis
Einleitung
Vorwort des Autors
Teil 1:
Mein Plädoyer für unseren Beruf
Wer profitiert davon, wenn Sie Ihren Beruf als Trainerrichtig gut machen?
Die Evolution des Einflusses
Ziel, Sinn und Zweck:Außergewöhnlicher Erfolg mit geringem Aufwand
Wie Teilnehmende zu den drei Prozentder High Performer werden
Das WOW! unter der Lupe
WOW! ist der natürliche Zustandam Anfang des Lebens
Typische Kennzeichen und Merkmalevon Magic Moments
Kreieren Sie Ihre eigenen Magic Moments
Das WOW! ist dort, wo der Fokus ist
Dein Körper ist klüger als du
Intuition braucht ordentliche Struktur
Denken will gelernt sein
Lernen mit dem WOW!-Effekt
Das Tor zum Unbewussten ist ein Muskel
Die Welt ist Klang
Die große Macht der kleinen Worte
Kennen Sie alle Ihre Talente?
Talent ohne Engagementist wie eine Rakete ohne Treibstoff
Grundbedingungen, um Fähigkeiten zu entwickeln
Motivation kann man nicht kaufen
Hinter jeder Fähigkeit steht eine Not
Teil 2:
Der ganzheitliche Trainingsprozess
Der Trainingsprozess –die Landkarte für ganzheitliches Lehren und Lernen
Die vier Kernfähigkeiten im Umgang mit Menschen
Training ist professionelle Beziehungsarbeit!
Wissen ist Macht, Unwissen macht machtlos
Inspirationen, die sich lohnen!
Herausforderungen mutig meistern
Die Balance der vier Kernfähigkeiten
Ehe-Crash mit Schleudertrauma
Die acht Phasen im Trainingsprozess
Phase 1 im Trainingsprozess:Glaubwürdigkeit und Enthusiasmus
Zeigen Sie, was Sie können! Können Sie, was Sie zeigen?
Sich als begeisterter Lerner zeigen
11,60 Meter
Die eigene Rolle kennen und leben
Wer macht was in welcher Rolle
Bleibe echt und authentisch – ohne Fake und Maske
Lust an Leistung – Erotik und explodierende Kreativität
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
Phase 2 im Trainingsprozess:Psychologie, Methodik und Didaktik
Die Sache mit den Persönlichkeitstypen
2001: Odysee im Denkraum
Liebe und Glück sind farbenfroh
Der Sweet Spot und Eskalation im Stress
Mythos Kreativität
8 Senses: Die acht Sinne
Sinne und Sinnlichkeit
Nur so zum Spaß: Wir basteln uns ein heißes WOW!
Tod: Business as usual
Gnoing – die Stimme stimmen
Fünf Übungen mit dem WOW!-Effekt
Phase 3 im Trainingsprozess:Planung, Organisation und Vorbereitung
Die Sparversion
Das 1:1-Prinzip
Wie ich lernte, Filme zu machen
Ziele und Wünsche vor dem Seminar
Wann wird ein Seminar ein WOW! für Teilnehmende?
Phase 4 im Trainingsprozess:Aufmerksamkeit, Absicht und Erlaubnis
Zeichnen Sie eine Roadmap Ihrer Weiterbildung.
Erlebnis bringt Ergebnis!
Machen Sie einen Goldenen Schnitt
Physik und Gruppendynamik
Wider die akademische Viertelstunde
Icebreaker 1: Wu wei – Das Nicht-Tun tun
Icebreaker 2: Verdeutlichen Sie die Relevanz des Trainings
Icebreaker 3: Wünsche, Ziele undkonkrete Ergebnisse definieren
Icebreaker 4: Geheimes Projekt (Alternative zu 3)
Icebreaker 5: Erzählen Sie eine bewegende Geschichte
Icebreaker 6: Spielen Sie mit den Persönlichkeiten
Icebreaker 7: Die Forrest-Gump-Methode
Phase 5 im Trainingsprozess:Strukturen, Ursache und Wirkung
Turbo für das Lernen vom Vorbild
Über-Raschung: Das Phänomen Zeit
Zen und die Kunst, Gemüse zu schnippeln
Ursache und Wirkung
HOLON – Struktur zur ganzheitlichen Kommunikation
Holon 5: Wertschätzens Feedback geben
Holon 2: Probleme lösen mit dem Einwandler
Phase 6 im Trainingsprozess:Experimente, Kreativität und Übung
Jetzt wird es spannend!
Fragen über Fragen
Transkript einer Demonstrationinnerhalb der Trainerausbildung
Verwertung dieser Demonstration
Können ist teurer als Wissen
Das Fragerundenspiel
Vom Kenner zum Könner
Heben Sie den Wortschatz
U.B.B.A: Der Unbeugbare Arm
Halbes Hemd macht Muskelprotze nass
Phase 7 im Trainingsprozess:Transfer, Umsetzung und Nachhaltigkeit
Mentoring und Coaching nach dem Kurs
Inspirieren zum proaktiven Tun
Verbindlichkeit in der Umsetzung
Lust als Triebkraft für jede Höchstleistung
Auf den Hund gekommen
Phase 8 im Trainingsprozess:Selbstreflexion und Integration
Bleiben Sie ein unzufriedener Anfänger
Erst Denken, dann machen
Scheitern macht gescheiter
Nach dem Training ist vor dem Training
Auf dem Gipfel ist es kühl und einsam
Mentor und Mentee
Sparring und Supervision
Trainer trainieren Trainer
Öffentliche Trainings
Teil 3:
Tipps, Tricks, Tools und Zaubereien
Die 4-D-Methode
Die 4-D-Methode in der Phase 4:Aufmerksamkeit, Absicht und Erlaubnis
Die Hantel
Hoberman Sphere
Matrjoschka
Besen
100 Spielfiguren
Einstellung versus Fähigkeiten
Die 4-D-Methode in der Phase 5:Strukturen, Ursache und Wirkung
Blinder Fleck
Schlüssel und Schloss
Seilschwingen
Die 4-D-Methode in der Phase 6:Experimente
PUZZLE
Die unmögliche Papierskulptur
Unterschrift mit links
Die 4-D-Methode in der Phase 7:Transfer, Umsetzung und Nachhaltigkeit
Bonsai
Schaschlik-Spieße
Blutdruckmessgerät
Zeitver(sch)wendung
Zusammenfassung: Trainer sein mit dem WOW!-Effekt
Was die Astrofotografiemit dem Trainerberuf gemeinsam hat
Nichts für Couch-Potatoes: Die Astrofotografie
Nichts für Couch-Potatoes: Der Trainerberuf
Teil 4:
Effizienz und Effektivität in der Weiterbildung
Nichtschwimmer auf dem 10-Meter-Brett
Wenn es eng wird im Markt
Schwarmintelligenz: Schaffen SieSpielräume für kreative Experimente
Das Beste aus zwei Welten:Externe und interne Trainer
Sind Mitarbeiter Objekte oder Subjekte?
Geben Sie den Abteilungendie Ressourcen, die es braucht
Der Dolchstoß von oben
Wenn der CEO die Richtung wechselt
Setzen Sie hohe Standards
Bauanleitung für Ihr WOW!im Unternehmen
Epilog
Kein Märchen: Vom Bettelmann zum König
Dank
VORWORT
Da gibt es einen, der für exzellentes Lernen steht wie wenige andere. Einen, der das aus gutem Grund tut. Weil er nämlich jeden Tag seines intensiven Lebens selbst ein Lernender geblieben ist.
Und wenn so einer dann die gesammelten Lernerfahrungen seines abwechslungs- und erfolgreichen Lebens zu Papier bringt, dann kann dabei ein Meisterwerk entstehen. So geschehen, bei einem, der auf den Namen Wolfgang Marschall hört und das hier vorliegende Buch verfasst hat.
Wolfgang Marschall ist Zahntechniker, Verkäufer, Trainer, Mentor, Autor und noch einiges mehr, was hier die Zeilen sprengen würde. Nach normalen Kategorien ist er schwer in Schubladen zu stecken und noch schwerer zu fassen.
Und genau das ist es, was dieses Buch ausmacht: Es ist multidimensional und im besten Sinne alles andere als normal. Es ist bereichernd und umfassend. Es beleuchtet das Thema Lernen und Lehren aus so raffinierten und erfahrenen Blickwinkeln, dass ich – frei nach Sokrates – erst nach dem Lesen wusste, was ich alles nicht wusste. Dadurch hat es mir Einblicke und Ausblicke erlaubt, die meine Arbeit als Lehrender bereichern und ganz sicher auch wertvoller machen.
Meine eigenen Wurzeln liegen in der Zauberkunst. Ich durfte bereits als Achtjähriger Menschen von der Bühne aus verzaubern und später sogar im Fernsehen wirken. Meine Expertise liegt demzufolge darin, magische Momente zu schaffen und zu begeistern. Wolfgang Marschall ist kein klassischer Zauberer. Hier hat er etwas geschaffen, das meiner Kunst in nichts nachsteht. Er hat mich durch dieses Buch mit unzähligen WOW!-Momenten verzaubert. Und das muss einer erst mal schaffen bei einem Zauberer!
Viel Vergnügen beim Lesen von Magic Moments und viel Spaß bei der Anwendung der begeisternden Techniken für Ihre Schulungen und Seminare!
Uwe von Grafenstein
Managing Partner bei Kalhammer & von Grafenstein
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis
und dem Grimme-Preis
VORWORT
MEIN MAGIC-MOMENT ODERERLEBNIS BRINGT ERGEBNIS
Vor 12 Jahren bin ich Wolfgang begegnet. Ich leitete meine erfolgreiche Handelsvertretung im Anzeigenvertrieb und gab regelmäßig Vertriebsseminare. Die Workload war unglaublich angewachsen, so dass ich zeitweise 100-Stunden-Wochen absolvierte – ich war sozusagen on fire! Damals war ich sogar stolz darauf, wenngleich eine leise Stimme mahnte, dass dies auf Dauer sicher nicht der richtige Weg sein konnte.
Ich suchte nach einem Coach und fand Wolfgang. Meine Frage war: »Wie kann ich meine Workload auf 60 Stunden in der Woche reduzieren und gleichzeitig den Umsatz verdoppeln?« Ja, anspruchsvolle Ziele spornen mich und wohl auch Wolfgang an. Die Methodenvielfalt und Wirksamkeit von Wolfgangs Repertoire beeindruckten mich und führten schneller als gedacht zum gewünschten Ergebnis – meinem Magic Moment.
Durch einen »Zufall« wurden wir Büronachbarn. Ich wollte von Wolfgangs Erfahrung profitieren und bei ihm hospitieren. Das erste gemeinsame Seminar war dann auch ein voller Erfolg. Beim Debriefing an der Hotelbar redeten wir darüber, dass Verkäufer meistens beim Kunden trainieren. Wir waren uns einig: Das ist der falsche Ort und falsche Zeitpunkt. Beim Kunden darf das Unternehmen Leistung von seiner Verkaufsmannschaft erwarten.
Wir wollten, dass die Teilnehmer im geschützten Raum spielerisch trainieren – im wahrsten Sinne des Wortes. Das war die Geburtsstunde des Claims »Spielend erfolgreich« und der LUDOKI GmbH mit einem guten Duzend Business- und Entwicklungsspielen, die unsere Kunden und lizenzierten Trainer nutzen, um Menschen und Unternehmen für das spielerische Lernen zu begeistern. Über 450 Trainer wurden als Multiplikatoren für unsere Methode ausgebildet. Die Teilnehmerzahl geht in die Zigtausende. Unsere Trainer profitieren nach wie vor von der Breite und Tiefe, die Wolfgang in seinen Ausbildungen vermittelt.
Menschen zu inspirieren, ihnen zu helfen an ihren großen und kleinen Stärken zu arbeiten und damit einen Beitrag zur persönlichen Weiterent-wicklung einzelner und der Wertschöpfungskette vieler Unternehmen zu leisten, ist sicher einer der schönsten und zugleich anspruchsvollsten Berufe. Als Impulsgeber, Mentoren, Trainer und Coachs haben wir eine hohe Verantwortung unser Wissen und unsere Methoden Up-to-date zuhalten, sowie selbst glaubhafte Vorbilder im Handeln und Lernen zu sein. Das vorliegende Werk bietet dafür einen umfangreichen Fundus an Ideen und sofort umsetzbaren Methoden.
Wolfgang nutzt oft sein 50 Jahre altes Werkbuch aus der Jugend als Analogie dafür, wie wichtig es ist, das Handwerk mit Bauplänen, Material, Werkzeugen und Methoden so lange zu üben, bis es mit Leichtigkeit und Freude gelingt. Wenn er über seine aufregende Geschichte mit leuchtenden Augen, seinem Enthusiasmus und Demut in der Stimme spricht, erzeugt das alleine schon einen Magic Moment.
Danke, Wolfgang, dass Du als Krönung Deiner Karriere ein Werkbuch für Trainings geschrieben hast, das sich weniger wie eine Anleitung, sondern viel mehr wie ein Roman liest und spannende Einblicke in dein Leben und deine Berufung eröffnet. Ich war einer der ersten, die das Buch lesen durften. Wir arbeiten schon elf Jahre sehr eng zusammen. Wir kennen uns gut. Und dennoch gab es beim Lesen wieder viele WOW!
Ihnen wünsche ich jetzt beim Lesen viele Inspirationen und Ihren zukünftigen Teilnehmenden viele Magic Moments.
Tarek Abouelela
Geschäftsführer LUDOKI GmbH
EINLEITUNG
VORWORT DES AUTORS
Als der Astrophysiker Jerry R. Ehmann vom Seti-Institut die Scans des Radioteleskops durchsah, welche außerirdische Lebenszeichen aufzeichnen sollten, entdecke er in einem der Ausdrucke der Nacht ein außergewöhnlich starkes Signal aus dem Sternbild Schütze, das in den vielen Jahren der Forschung nach Außerirdischen noch nie vorgekommen war. Das musste ihn so überrascht und verblüfft haben, dass er neben den Code »6EQJ5« mit einem roten Stift »Wow!« schrieb. Ein echter Magic Moment für ihn. Die Ursache dafür ist übrigens bis heute nicht eindeutig geklärt.
Die meisten von uns kennen das. Man sieht etwas, und tief aus dem Inneren steigt spontan dieses unbeschreibliche Gefühl auf, das sich dann als »Wow!« äußert. Das kann überall und jederzeit passieren: bei einer Sternschnuppe, im Konzert, im Restaurant, bei Begegnungen, bei der Arbeit, beim Feuerwerk. Sicher fallen Ihnen sofort solche Gelegenheiten ein. Es sind die Momente, die uns staunen lassen, in denen wir überrascht, überwältigt und beeindruckt sind. Künstler, Magier, Akrobaten oder Wissenschaftler können uns mit Ihrer Performance so entzücken, dass wir sprachlos sind und noch eben diesen einfachen Laut zustande bringen: »WOW!«
Wir Menschen lieben diese faszinierenden WOW!-Momente. Der Verstand setzt kurz aus, die Augen leuchten, es läuft einem kalt den Rücken hinunter, der Körper schüttet massenhaft Adrenalin, Dopamin und Endorphine aus, rechte und linke Hirnhälften sind synchronisiert und arbeiten perfekt zusammen – wir sind tatsächlich für einen Moment im besten Sinne »high«, oder besser gesagt: in einem idealen Zustand. Ich bin sicher: Sie erinnern sich mit lebhaften Bildern und Empfindungen an Ihre Magic Moments mit dem WOW! Das ist kein Wunder, denn im eben beschriebenen Zustand feuern abertausende Neuronen, was das Zeug hält, und schreiben alle sinnlichen Reize des Augenblicks fest ins Langzeitgedächtnis. Damit wird es eine ganzheitliche Körper-Geist-Erfahrung. Der erste Kuss, die erste leidenschaftliche Liebe – ein Feuerwerk der Gefühle – Sie werden das wohl nie vergessen.
Spätestens jetzt sollte klar sein, warum viel des Lehrstoffs in der Schule höchstens ein schwaches Glimmen im Hinterstübchen der meisten Schülerinnen und Schüler ist. WOW! Erlebnisse und MAGIC MOMENTS sind während der Schulstunden die absolute Ausnahme und wenn, dann in der Regel nicht vom Lehrkörper initiiert. Nur wenige Lehrpersonen vermögen die Kinder und Jugendlichen zu faszinieren, zu überraschen, zum Staunen zu bringen oder zu verblüffen. Kein Wunder, dass einem nach ein paar Jahren Schulpflicht die Lust am Lernen vergangen ist. Leider bleibt diese Aversion dann auch im beruflichen Kontext oft erhalten. Da nennen wir es dann Trainingsmüdigkeit. Welch ein Drama!
Dagegen kann ein einziges WOW! eine ganze Kaskade von aufregenden Ereignissen nach sich ziehen. Als ich vor zwei Jahren das erste Mal eine richtig gute Aufnahme des Orionnebels, Messier 42, auf Facebook sah, hat es mich echt umgehauen. Bis dahin ahnte ich nicht einmal, was da oben des Nachts am Himmel alles los ist. Das hat sich dramatisch geändert. Seitdem stand eine solche Fotografie bei mir ganz oben auf der Bucket List. Selbst gemacht, wohlgemerkt. Es muss eine Erfahrung sein, keine Konserve von irgendwoher. Dass das nicht so ganz einfach ist, konnte ich recht bald feststellen, denn es gehört neben Geld eine unfassbare Menge an Equipment mit Technik, Optik, Elektronik, Know-how, theoretischem Wissen sowie massenhaft Fehlschläge und viel Geduld dazu, sich dem Ziel auch nur anzunähern. Trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge kann man mich des Nachts um zwei Uhr frierend in der Pampa am Teleskop sehen, um noch stundenlang Sternchen zu fotografieren. Ein verhältnismäßig winziger WOW!-Moment mit einer enormen Wirkung auf meine Motivation, mein Engagement und mein eigenes lustvolles Lernen. Ich bin kein Einzelfall. Alle Menschen haben diese Fähigkeit, über sich selbst hinauszuwachsen und Dinge zu leisten, die sie sich nicht mal selbst zutrauen. Damit das gelingt, braucht es Gelegenheiten, Impulse, Inspirationen, Informationen.
In den Vorbereitungen für ein Fachbuch für Trainerinnen und Trainer wurde mir klar, dass es nicht irgendein beliebiges Buch zum Thema werden durfte, das dann in den Regalen verstaubt. Es sollte ein Werk sein, das Wirkung erzeugt, nützlich und wertvoll wird. Während meiner eigenen Lern- und Lebenszeit gab es eine Menge Momente, die sich über die Jahrzehnte unauslöschlich erhalten haben. Wäre es möglich, ein Buch zu machen, dass die Anzahl der WOW! auf diesem Planeten erhöht? Wie wäre es, wenn es gelänge, ein paar dieser Ideen dort einzupflanzen, wo sie am meisten gebraucht werden? In der Wirtschaft, in Schulen und überall, wo Menschen mit Menschen zusammenarbeiten? Das ist die Idee für dieses Buch. Das am häufigsten vorkommende Wort darin ist »Ich«. Es ist eben ein persönliches Werk.
Als ganz junger Mann war ich allein mit Zelt und einem gemieteten Lada Niva in Island unterwegs. Zu dieser Zeit gab es noch keinen Massentourismus. Man konnte von Glück sagen, wenn man im Hochland in zwei Wochen einer Handvoll Leute begegnete. Nach einer riskanten Fahrt durch eiskalte und tiefe Furten der Gletscherflüsse stieg ich auf einen der vielen mit jahrhundertealtem Moos bewachsenen Berge, die nur ein paar hundert Meter hoch sind. Von dort oben kann man bei guter Sicht bis an die Küste sehen. Was für ein atemberaubendes Panorama! Und ich ganz allein dort oben – genau zwischen Himmel und Erde. Noch heute packt es mich ob der Schönheit und Intensität dieses Magic Moments. Das ist nun vierzig Jahre her. Ein unvergessliches WOW!
Es ergibt Sinn zu erforschen, wie es gelingen kann, mehr solcher WOW!-Momente in unseren Alltag zu bringen. Das sind die Ankerpunkte in meinem Versuch, das Staunen und die Faszination auch im professionellen Lern- und Lehrumfeld stärker einzubringen. Ist das nötig? Ja, das ist nötig!
Eher unbewusst war ich mein ganzes Leben immer auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen, dem Extremen. Wenn man das ein paar Jahrzehnte macht, kommt ein ganzes Arsenal an Erlebnissen und Erfahrungen zusammen, die mich selbst staunen lassen und offenbar auch andere Menschen inspirieren und zu Experimenten einladen. WOW!-Momente sind spontane Ereignisse, die sich nicht ohne Weiteres auf Knopfdruck auslösen lassen. Schließlich ist das WOW! eine Wirkung, der eine Ursache vorausgeht. Also ist die Idee natürlich, die Umstände und Ursachen zu verstehen und zu schaffen, damit die Wahrscheinlichkeit für das WOW! zumindest gegeben sind. Das Zauberwort dazu heißt INSPIRATION.
Dazu prüfen wir in den vier Teilen und acht Kapiteln auch die Umstände und Ursachen, die mit großer Wahrscheinlichkeit die Inspiration und damit ein WOW! in Seminarräumen verhindern. Allein wenn man das abschafft, ist schon viel erreicht. Oder wie oft ist Ihnen schon ein WOW! entwischt, während Sie in einem abgedunkelten Raum einer Powerpoint-Schlacht mit 128 pixeligen Folien beiwohnten? Das geht auch anders und besser.
Ich möchte Organisationen, Trainerinnen und Trainer und besonders Sie ermutigen, das Alltägliche ungewöhnlich und das Ungewöhnliche alltäglich zu machen. Verblüffen Sie, bringen Sie die Leute zum Staunen, inspirieren Sie die Menschen mit überraschenden Impulsen – gute Leute lieben das!
Eines meiner ersten und wichtigsten Bücher ist das »Werkbuch für Jungen« von Rudolf Wollmann, welches ich mit zwölf Jahren zum Geburtstag bekam. Das hat mein ganzes Leben verändert. Ein wahres WOW!-Buch für mich. Deshalb möchte ich gerne, dass Sie mein Werk ebenfalls als Werkbuch für die Arbeit als Trainer verstehen. Es hat Anleitungen, Baupläne, Werkzeug- und Materiallisten, Tipps und Methoden. Ich gebe Ihnen alles preis, was ich weiß und kann. Nutzen Sie es – machen Sie etwas daraus! Schaffen Sie für sich und die Menschen, die sich Ihnen anvertrauen, unvergessliche MAGIC MOMENTS mit dem WOW!-Effekt.
Ich schreibe dieses Buch auch als Gegenentwurf für die Methoden der vielen selbsternannten Hauruck-Gurus und Motivationstrainer. Es gibt Alternativen, um Menschen zu inspirieren, deren Potenzial freizusetzen und Großartiges zu leisten. In den folgenden Kapiteln werde ich davon berichten, wie es mir gelungen ist, mein Potenzial zu erforschen und Leistungen zu vollbringen, die mich stolz machen, weil sie nicht selbstverständlich sind. Ich darf das nach fünfzig Berufsjahren in aller Bescheidenheit sagen. Ich fühle mich frei, gesund, kreativ, erfolgreich, zufrieden und glücklich. Der Weg war lang und steinig. Ich erzähle meine wahre Geschichte. Lassen Sie sich inspirieren und daran erinnern, dass Sie ein Genie sind. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, das eine oder andere Ihrer noch unbewussten Talente wach zu küssen und mit Leidenschaft zu beleben.
Wenn Fohlen geboren werden, stehen sie eine halbe Stunde später auf den wackeligen Beinchen. Nur eine Stunde später springen sie übermütig umher. Sie bringen schon bei ihrer Geburt alles mit, was sie für ihr Leben brauchen werden.
Bringen wir Menschen nicht auch schon alles mit? Der Kopf muss zuerst durch den engen Geburtskanal. Wir müssen unseren Körper und das Gehirn nach der Geburt entwickeln, wachsen und uns vergrößern. Dann müssen wir es über Jahre ausbilden und die Fähigkeiten entwickeln. Wir müssen fast alles lernen. Und wir können alles lernen! Genetisch und evolutionär sind wir so vorprogrammiert, dass das gesamte Potenzial entwickelt wird. Dazu muss die Umgebung sicher, mitfühlend, liebevoll, unterstützend und fordernd sein. Sind die Rahmenbedingungen nur eingeschränkt gegeben, wird sich das Potenzial bei uns Menschen nicht voll entfalten. Es schlummert dann lebenslang im Untergrund und wartet ab, bis jemand kommt und es aufweckt. Ich möchte, dass Sie das sind!
Als ich mit dem Schreiben anfing, war ich sicher, einen Ratgeber für Trainer anzufertigen, der als Gebrauchsanweisungen zur Gestaltung von Seminaren und Workshops dient. Über die Zeit hat sich der Fokus verschoben. Das wird so nicht funktionieren, bellte eine innere Stimme immer wieder. Das habe ich lange Zeit ignoriert. Der Preis war, dass das Schreiben eine Qual wurde. Wenn die innere Ökologie nicht stimmt, steht auch die Kreativität und der Flow nicht mehr zur Verfügung, weiß ich heute. Durch das Feedback von Uwe von Grafenstein, der mich als Mentor ein Stück weit begleitete, kam der Impuls, den Leitstern neu anzupeilen, der mich einst auf den Weg brachte. Ein Werkbuch sollte es ursprünglich sein. Nun ist es gewachsen.
Es ist das Buch über mein Lebenswerk – ein Werkbuch, verdichtet aus den Erfahrungen meines Lebens. Ich hoffe sehr, dass es Sie inspiriert und Ihnen ermöglicht, manche Fallgrube auf Ihrem Weg zu umgehen und auf Hinweise mit dem Zaunpfahl rechtzeitig zu reagieren. Wenn dann noch bessere Trainings mit dem WOW!-Effekt als Ergebnis entstehen, ist mein Ziel erreicht.
In diesem Werkbuch geht es um wirkungsvolles Trainieren mit dem WOW!-Effekt. Es dient als Nachschlagewerk, als Quelle für Inspirationen zu ungewöhnlichen Phänomenen und als Begleitbuch für Newcomer im Trainerberuf. Es ist meine persönliche Geschichte, damit Sie erkennen, dass Erfolg nicht von Glück oder idealen Rahmenbedingungen abhängt, sondern von Mut, Disziplin, Fleiß und Freude. Tatsächlich sind meine Voraussetzungen genau das Gegenteil gewesen. Wenn ich es mit miesen Grundbedingungen schaffen konnte, können Sie das auf jeden Fall!
»Wenn der Schüler bereit ist, zeigt sich der Meister«, sagt ein altes Zenwort. Immer wieder zeigten sich meine Meister auf dem Lebensweg. Ich nenne sie »Inspiratoren«. Das sind jene Menschen, die bei mir ein WOW! und damit einen bedeutenden Prozess ausgelöst haben. Einige dieser wichtigen Wegweiser habe ich mit Namen bei der Seitenzahl aufgeführt. Ein Bezug zum Thema der Seite wäre rein zufällig.
Ich organisiere die Inhalte im Teil 2 um den sogenannten Trainingsprozess, der aus acht aufeinander aufbauenden Phasen besteht. Umrahmt ist dieser kreisförmige Prozess durch die vier Kernfähigkeiten im Umgang mit Menschen.
Die Themenbereiche sind unterteilt in Unterkapitel, um die Inhalte transparenter und leichtee auffindbar zu machen. In jedem Kapitel finden Sie Tipps aus der Praxis für Ihre eigene Entwicklung und für wirkungsvolle Schulungen mit dem WOW!-Effekt. Bauanleitungen für Ihr WOW! runden die Kapitel ab. Gleichzeitig transportiere ich für Sie auch viele der Flops und Misserfolge, die ich Ihnen gerne ersparen möchte.
Die Grundidee ist der WOW!-Effekt. Damit meine ich einen Zustand, der unser Bewusstsein für kurze Zeit verändert. Solche Magic Moments mit dem Wow!-Effekt brennen sich förmlich in unser Langzeitgedächtnis ein und bleiben dort über Jahrzehnte in Erinnerung. Das ist Ziel, Sinn und Zweck unserer Arbeit: wichtiges und nützliches Wissen und Können so zu verankern, dass sie zuverlässig abrufbar sind, wenn sie gebraucht werden. Effizientes Lernen zu ermöglichen ist die zentrale Aufgabe für uns Trainer und Coaches. Mit dem WOW!-Effekt gelingt das sicherer.
Viele magische Momente
Wolfgang Marschall
Triboltingen (CH) im März 2021
TEIL 1:
MEIN PLÄDOYER FÜRUNSEREN BERUF
Sie besitzen dieses Werk, weil Sie eine Affinität zum Beruf der Trainerin oder des Trainers haben. Vielleicht ist es sogar Ihre Berufung. Für mich ist es einer der faszinierendsten und erfüllendsten Berufe überhaupt. Ich möchte Sie ermutigen, diesen anspruchsvollen Weg weiterzugehen und jeden Schritt zu genießen. Der Pfad ist so reich an Möglichkeiten und in der Lage, das Beste in Ihnen zutage zu fördern. So habe ich das erlebt. Nach fünf Jahrzehnten im Business kann ich mir diese Einschät-zung erlauben.
Sie können Dinge vollbringen,von denen Sie früher nicht einmal zu träumen wagten.
Ich war ein derber Schulversager. Flog mit 15 von der Schule. Abgestempelt als dumm, faul und gefräßig. Nicht nett und nicht sehr förderlich für den Selbstwert eines Heranwachsenden. Auf dem Arbeitsamt räumte man mir genau drei berufliche Möglichkeiten ein: Maurer, Gipser, Plattenleger. Eigentlich wollte ich Chemiker werden. WOW! Welch ein Kontrast.
Heute würde man sagen: Der Junge ist unterfordert – der Schulunterricht langweilt ihn! Das mit der Langeweile in der Schule stimmt. Im Keller des Elternhauses hatte ich ein kleines chemisches Labor eingerichtet: Bunsenbrenner, Erlenmeyerkolben, Liebigkühler sowie jede Menge gefährlicher und hochgiftiger Chemikalien. Anorganische Chemie war meine Welt. Nicht Algebra und Geschichte. Ich wurde kein Maurer.
Die Vorsehung hatte anderes mit mir vor. Es schenkte mir 1971 eine Lehrstelle in einem zahntechnischen Labor. Bunsenbrenner, strenge Gerüche, gefährliche Substanzen. Meine Rettung! Dachte ich. Dreieinhalb Jahre Lehrzeit waren damals kein Vergnügen. Labor fegen, zentnerschwere Gipssäcke schleppen, ekligen Dreck wegputzen, Besorgungen machen, niedere Hilfsarbeiten verrichten. Doch ich war handwerklich begabt. Es machte mir Freude, wertvolle und schöne Dinge mit meinen Händen zu erschaffen. Meine Leidenschaft für das Handwerk war erwacht.
In meinem eigenen Kellerlabor bereitete ich mich nach Feierabend auf die praktische Gesellenprüfung vor. Das Lernen der Fachtheorie, also Fachrechnen, Anatomie, Fachkunde, fiel mir jetzt ganz leicht, weil ich mich während der Lehre unsterblich in die schönste Frau der Welt verliebt hatte. Liebe beflügelt Intelligenz und Motivation auf magische Weise! Kein Mythos, sondern die wahrste Wahrheit. Das ist eine andere Geschichte. Später in einem anderen Kontext mehr davon.
Die beste Note meines Lebens war das Ergebnis der praktischen Prüfung als Zahntechniker: 1.0 – Sehr gut. WOW! Fachtheorie: 2,4. Immerhin. Niemand hatte mir das zugetraut. Nicht mal ich selbst.
Mein Plädoyer für den Trainerberuf
Lassen auch Sie sich nicht irritieren. Alle Menschen haben das Potenzial, traumhafte Dinge zu schaffen. Gute Schulnoten sind kein Garant für Erfolg und Glück im Beruf und im Leben. Manchmal braucht es einen Schubs von Fortuna oder einem wohlwollenden Menschen. Geschick, Leidenschaft, Mut, Freude und Fleiß sind noch wichtiger. Am wichtigsten jedoch sind die Menschen, die uns »wachküssen«, damit wir aufhören, nur zu träumen, und stattdessen anfangen, unsere Wirklichkeit zu gestalten. Das ist kein Beruf, das ist eine Berufung!
Sie können unfassbar viel Anerkennung und Wertschätzung erhalten, die Sie zu weiteren Höchstleistungen beflügeln.
Die erfolgreiche Abschlussprüfung als Zahntechniker brach den Bann. Ich begann an mich zu glauben. Offensichtlich konnte ich etwas, was andere gut fanden. Mit 21 war ich selbstständig. Meine Kunden waren Zahnärzte. Akademiker, die den Numerus Clausus mit 1.0 geschafft hatten. Diese schätzten meine präzise und schöne Handarbeit. Dafür war ich bekannt. Damit wurde ich erfolgreich. Niemand fragte je wieder nach meinen Zeugnissen.
Handwerker erstellen aus rohen Materialien etwas komplexes Neues. Das ist ein kreativer, ein schöpferischer Prozess. Es braucht Vorstellungskraft, Präzision, Orientierung, Planung. Bei der Zahntechnik kommt noch die Ästhetik dazu, denn Zahnersatz soll unsichtbar schön sein. Man erschafft ein Kunstwerk, das so perfekt ist, dass niemand es je entdeckt. Was für eine Herausforderung an die Bescheidenheit!
Wenn die Qualität des Werkes handwerklich und ästhetisch hoch oder sogar vollkommen ist, ist der Lohn groß! Patienten sind glücklich, weil sie wieder beißen und lächeln können. Zahnärzte sind glücklich, weil sie glückliche und zufriedene Patienten haben. Der Handwerker ist glücklich, weil er Menschen glücklich machen kann. Das Prinzip habe ich schon früh verstanden.
Wenn nun der Ehrgeiz dazukommt, entwickelt sich eine interessante Dynamik. Je höher die Qualität des Werkes, desto mehr Glück. Je mehr Glück, desto mehr Erfolg. Fazit: Höhere Qualität führt zu mehr Erfolg! Eine Binsenweisheit, die stimmt.
Was für das Handwerk und materielle Objekte gilt, kann für den Beruf des Trainers in der Weiterbildung nicht so falsch sein. Nur, dass wir nicht mit festen Werkstoffen, sondern mit virtuellen und geistigen Elementen arbeiten. Es ist Handwerk, das im Kopf stattfindet.
Mein Plädoyer
Wer andere glücklich macht, wird erfolgreich. Erfolg ist ein logisches Ergebnis aus hoher Qualität des Handwerks, gepaart mit dem Ehrgeiz, es jedes Mal noch besser zu machen. Das höchste Ziel ist es, Teilnehmende und Kunden glücklich zu machen und selbst zurückhaltend und bescheiden zu bleiben. Streben Sie nach Perfektion – egal, was Sie tun!
Sie können Tausende Menschen begeistern, bewegen, inspirieren, motivieren und auf ihrem Weg zum Erfolg begleiten.
Sie ahnen es vielleicht: Als junger Mensch war ich eine Kellerassel. Lichtscheu, grau und so schnell wie möglich unsichtbar. Nichts, aber auch gar nichts deutete je darauf hin, dass ich einmal auf Bühnen stehen, begeisternde Reden halten und Erwachsene als Lehrer unterrichten würde. Diese Wandlung ist ein WOW!
Hinter jeder Fähigkeit steht eine Not. Mit 15 – es stimmt, es war mein Schicksalsjahr – überfiel mich die Liebe auf den ersten Blick. Rabenschwarze Augen schauten mich kurz an, dann war es um mich geschehen. Und was macht dann die Kellerassel? Genau. Zwei Wochen lang begegnen sich zwei Wesen mit hüpfenden Herzen. Einer bekommt den Mund nicht auf. Anorganische Chemie und Mädchen anzusprechen haben nicht so viel gemeinsam. Diese erste Lovestory hatte kein Happy End. Als ich mich endlich durchgerungen hatte, mein einstudiertes Sprüchlein zu sagen, kam sie nicht mehr an die legendäre Bushaltestelle. Ich habe sie nie wiedergesehen.
Der Schmerz sitzt tief. Ein Entschluss hat sich daraus entwickelt: So etwas wird mir nie, nie, nie wieder passieren! Die Kellerassel musste ihr Schattendasein aufgeben und sich zeigen. Riskieren, emotional zertreten zu werden. Wer als Junge lernen möchte, Mädchen anzusprechen, muss Mädchen ansprechen. Flirten lernt man nicht in der Dunkelkammer. Wer wissen will, was Körbe sind, kann mich fragen. Ich weiß, wie sich Ablehnung, Spott und Hohn anfühlt. Ich weiß, wie weh es tut, welche Wunden es im Selbstwert schlägt.
Doch ich hatte mir das Versprechen gegeben. Weiter gelernt, bei anderen abgeschaut, ausprobiert, geübt, versagt, weitergemacht. Bis es klappte. Und dann: Streben nach Perfektion – siehe oben. Und wie es klappte! Ich fürchte, ich war irgendwann richtig gut darin. So gut, dass mich andere Jungs fragten, wie ich das mache. Sogar Mädchen wollten das wissen, denn sie kannten das Problem offenbar auch. Daraus wurden die ersten inoffiziellen Flirtkurse. WOW! das hat Spaß gemacht. Ich behaupte: Wer gut flirten kann, kann auch gut verkaufen!
Mein Plädoyer
Es gibt zwei Arten von Trainern und Trainerinnen: Die einen hatten einen bequemen Weg, die anderen nicht. Für Glaubwürdigkeit und Wirkung zählt mehr der anstrengende Werdegang. Die schweren Tritte von der erschreckenden Unfähigkeit bis zur virtuosen Leichtigkeit selbst gegangen zu sein, ermutigt und inspiriert andere Menschen durch das Vorbild. Erinnern Sie sich an Ihre eigenen durchlebten Nöte und wie Sie diese gemeistert haben. Nichts ist überzeugender als die Lernerfahrungen aus der eigenen Geschichte.
Sie können an einem guten Tag mehr Geld verdienenals der Durchschnitt der Arbeitnehmer in einem Monat.
Es stimmt. Manche Kollegen fakturieren für einen Einsatztag mehrere Tausend Euro. Würde man das hochrechnen, käme man leicht auf 100.000 Euro und mehr pro Monat bei 20 Einsatztagen. Auch wenn es diese Honorare gibt, es ist die Ausnahme.
Red Adair, der wohl berühmteste Feuerwehrmann der Welt, hatte schon in den Sechzigern des letzten Jahrhunderts einen Tagessatz von einer Million Dollar. Warum? Weil er einen Verlust von mehreren Hundert Millionen Dollar pro Tag verhindern konnte. Ein gutes Geschäft – für beide.
Bevor ich mich ernsthaft für Chemie interessierte, habe ich versucht, alte Röhrenradios zu reparieren. Wenn ich nicht weiterwusste, wurden die schweren Kisten zum Radio- und Fernsehtechniker geschleppt. Auf der Rechnung stand dann nach getaner Arbeit: Elektrolytkondensator ersetzt: 12 Pfennig (ist schon 50 Jahre her). Gewusst wo: 1 Stunde Werkstatt 15,-Mark. Summe: 15,12 Mark.
Beide Beispiele zeigen, dass sich auch die Tagessätze von Trainern aus Know-how und dem operativen Transfer zusammensetzen könnten. Der Nutzen für unsere Kunden ist entscheidend. Je höher der effektive Nutzen und der entstehende Wert, desto höher das Honorar.
Hohe Qualität des Nutzens – großer wirtschaftlicher Erfolg. Das Prinzip kennen Sie schon. Wenn Sie als Trainerin oder Trainer in den Markt wollen, können Sie sich an den Honoraren Ihrer Kollegen orientieren. Die liegen irgendwo zwischen 400 bis 4000 Euro pro Tag, je nach Thema und Expertise. Das funktioniert, solange Sie eine Leistung anbieten, die andere genauso platzieren. Es geht dann halt über den Preis. Oder Sie wählen die andere Methode und finden heraus, welchen effektiven und wirtschaftlichen Nutzen Ihre Leistung im Verhältnis zum Aufwand erzeugt und stellen diesen Wert in Rechnung.
Mein Anspruch war immer, die Dinge anders zu machen als alle anderen. Und was mache ich heute anders? Ich spiele! Ich verdiene mein Geld mit dem spielerischen Lernen im Business. Das machen nicht so viele Trainer auf diesem Planeten. Der Aufwand ist gering, die Wirkung stark. Die Leute lieben das und sind glücklich damit. Und ich auch!
Mein Plädoyer
Finden Sie Ihr Ding! Das, was Sie besser und schneller, effektiver und eleganter, früher und radikaler bewirken können als alle anderen. Dann müssen Sie nie mehr über Tagessätze diskutieren. Seien Sie ein Red Adair in Ihrem Fach!
Sie können Ihrem Dasein Sinn und Bedeutung gebenund etwas tun, was Sie wirklich erfüllt.
Wir müssen unser Leben in der Gegenwart und vorwärts in die Zukunft leben und können es doch nur in der Nachbetrachtung bewerten. Wenn ich mein berufliches Leben reflektiere, wird es ganz eindeutig: Was ich heute mache, ist die logische Konsequenz aus den vielen Stationen meiner Geschichte. Ich sollte keinen einfachen Start haben. Ich sollte kämpfen lernen. Ich sollte lieben lernen. Ich sollte reden lernen. Ich sollte schweigen lernen. Ich sollte meine Talente, Fähigkeiten und die Bestimmung kennenlernen. Ist das bei Ihnen so ganz anders?
Als ganz junger Mann lebte ich für einige Zeit als Mönch in einem japanischen Zen-Kloster. Um 4:15 Uhr aufstehen, sitzen und meditieren, arbeitend meditieren, meditierend arbeiten. Erleuchtung finden oder zumindest den Sinn des Lebens, war die Idee. Gefunden habe ich etwas anderes: mich selbst. Und zusätzlich eine lebenslange Dosis an Bewusstsein, Disziplin, Achtsamkeit, Konzentration und Wertschätzung für alles Existierende.
Die Berufung zeigte sich erst später, viel später. Sicher sollte ich erst mal durch die ganzen Prüfungen und dramatischen Tiefpunkte geläutert werden. Vielleicht, um mich würdig zu zeigen? Das erinnert mich an die »Heldenreise« in den Mythen und Sagen. Zuerst muss der erschreckende innere Drache besiegt und gezähmt werden, bevor man ihn reiten darf.
Das höchste Gut von einflussreichen Menschen ist ihre Glaubwürdigkeit. Die kann man sich nicht kaufen oder erschwindeln. Man muss sie sich erarbeiten. Manchmal mit Blut, Schweiß und Tränen. Abkürzungen sind da nicht vorgesehen.
Mein Plädoyer
Als Trainer zu arbeiten, kann ein toller Traumberuf sein. Wenn es Ihre wahre Berufung ist, werden Sie schon durch dick und dünn gegangen sein, oder es steht Ihnen noch bevor. Hindernisse, feuerspeiende Drachen, Flops und Krisen sind kein Beleg dafür, dass sie nicht geeignet sind. Es sind Prüfungen, die Sie kraftvoller machen, Ihnen Würde, Demut und Glaubwürdigkeit verleihen. Das Gute gibt es nicht umsonst.
Sie können eine Fülle von wertvollen Kenntnissen und Fähigkeiten entwickeln, die Ihr ganzes Leben bereichern.
Wie viele meiner Kollegen bin auch ich in den Trainerberuf hineingestolpert. Sicher wusste ich, was ich tat, wenn es ums Verkaufen ging. Nur sind es verschiedene Welten, etwas selbst zu können und anderen diese Kompetenz zu vermitteln. Nicht jeder, der gut Gitarre spielt, ist auch ein guter Musiklehrer. Jeder hat seine Geschichte und seine Geschichten. Jeder hat seine eigenen Ambitionen, Stärken, Motive, Ziele. Dazu kommen Unterschiede im Charakter und der Lernstrategie, Zugangskanäle, Verhaltenspräferenzen, Persönlichkeit, u. v. m.
Mir fällt der Vergleich mit dem Sternenhimmel ein. Wer immer in einer großen Stadt mit all den künstlichen Lichtern lebt, wird die unzähligen Sterne, Dunkelnebel und Galaxien höchstens erahnen können, die es um uns herum milliardenfach schon immer gibt. Das ändert sich, sobald man an einem wirklich dunklen Ort bei Neumond für eine Weile in den wolkenlosen Himmel schaut. Welch ein Wunder. WOW! Und noch faszinierender wird es, wenn man Instrumente wie Feldstecher oder Teleskope nutzt, die so viel mehr von dem offenbaren, was uns sonst entgeht.
So ähnlich ist es, wenn Sie anfangen, nach innen zu schauen, in das eigene innere Universum, das ebenso grenzenlos und erstaunlich ist. Auch dafür gibt es Instrumente, die das Spektrum der Sichtbarkeit innerer Prozesse und Phänomene erweitern und das Staunen in unendliche Dimensionen führen. Und es lohnt sich unermesslich.
Einerseits werden Sie sich besser verstehen. Ursachen und deren Wirkungen werden klarer. Sie übernehmen die bewusste Lenkung Ihres Lebensgefährtes. Andererseits werden Sie Ihre Mitmenschen besser kennenlernen und erahnen, welches Potenzial in den anderen schlummert. Vielleicht werden Sie sich neu in das Leben mit all seinen Tücken und Möglichkeiten verlieben.
Mein Plädoyer
Bleiben Sie auf Entdeckungsreise zu sich selbst. Sobald Sie erfahren, welche unfassbaren Wunder in Ihnen selbst verborgen waren und sind, werden Sie die Andersartigkeit und Einzigartigkeit Ihrer Mitmenschen neu zu schätzen wissen und respektvoll darauf reagieren. Das Erforschen der Phänomene unserer Existenz ist Bewusstseinserweiterung mit legalen Mitteln: berauschend, belebend und mit positiven Nebenwirkungen für den Rest des Lebens.
Sie können ein Leben voller Magic Moments und mächtiger WOW! führen und diese Power an andere weitergeben.
Magic Moments sind für mich das sicherste Zeichen dafür, dass etwas Bedeutendes passiert. Diese ganz besonderen Sekunden, die uns staunen lassen, bleiben fast ewig im Gedächtnis. Sie können sogar ganz wesentlich unseren Lebensweg beeinflussen. Wenn wir etwas erleben, was in dem Moment überhaupt nicht vorhersehbar ist, unsere Vorstellungskraft sprengt oder der Vernunft widerspricht, streikt das Gehirn für einen Moment. WOW! ist dann oft der einzige Begriff, der uns noch über die Lippen geht.
Es fehlt die Referenz, der Vergleich aus dem Erfahrungsschatz der Vergangenheit. Ein »Whiteout«, das Gegenteil von Blackout, weil in diesem Moment ein leerer Raum im Erfahrungsgebäude geöffnet wird, der gefüllt werden will. Der Geist sucht nach einer Erklärung für das Phänomen. Diese »weiße Leinwand« will und kann nun mit Sinnvollem beschrieben werden.
Ein perfekter emotionaler Zustand zum Lernen! Kinder haben diesen Zugang ein paar Jahre lang, denn es ist ja fast alles neu und unerklärlich. Deshalb lernen sie so schnell und so viel in so kurzer Zeit. Es dürfte klar sein, dass es sich lohnt, diese Zustände auch bei Erwachsenen zu kreieren. Eine spannende Aufgabe für alle Lehrenden. Kleiner Tipp: Kinder spielen den ganzen Tag.
In meiner Karriere hatte ich unzählige WOW! Am Anfang wurden die wenigsten davon durch mich kreiert – ich war da eher Konsument. Das hatte den Nachteil, dass ich überrascht und von den WOW! regelrecht überfallen wurde. Interessant wird es, wenn man vom Konsumenten zum Produzenten der WOW! wird. Und das geht.
Mein Plädoyer
Sie kennen vielleicht die Ehrlich-Brüder. Die liefern mit ihren magischen Shows ein WOW! nach dem anderen. Auch WOW!-Effekte in Trainings folgen Gesetzmäßigkeiten. Ein erster Zugang: Suchen Sie zunächst in Ihrem eigenen Leben nach den Magic Moments und untersuchen Sie die Umstände. Sie werden ein Muster erkennen. Damit haben Sie schon fast das Geheimnis entdeckt, wie Sie die Power der WOW! und der Magic Moments weitergeben können.
Teilnehmer absichtlich zum Staunen zu bringen, ist keine Geheimwissenschaft. Verblüffen, überraschen, Denkroutinen zu unterbrechen, das kann man lernen. Dahinter steckt immer perfekt durchdachtes und perfekt inszeniertes Handwerk, das tausendmal geübt und trainiert sein muss, bevor es auf die Bühne geht.
Sie lernen viele interessante Menschen kennen,die Ihr Weltbild erweitern und Ihre Denkweise bereichern.
Als Trainer kommen Sie viel herum. Räumlich und thematisch. Es kann gut sein, dass Sie in einer Woche mit Handwerkern, IT-Spezialisten, Büroangestellten, CEOs, Führungskräften und Verkäufern zu tun haben. Dazu kommen noch unterschiedlichste Branchen, Kulturen, Sichtweisen, Zielvorstellungen oder Sprachen. Diese Vielfalt an Herausforderungen fordert die Intelligenz und die Empathie. Wenn Sie sich wirklich darauf einlassen, erweitert das logischerweise Ihre Perspektiven und Kompetenzen.
Im Grunde meines Herzens bin ich immer noch Handwerker. Ich liebe es, wenn am Abend das Tagwerk sichtbar, blitzblank, schön und fertig vor mir steht. So funktionierte meine Welt 20 Jahre lang. Nur, was passiert, wenn man dann kein materielles Produkt mehr als Leistung anbieten kann? Stattdessen »nur« Know-how, Wissen, Fähigkeiten, Coaching, Beratung, Finanzdienstleistungen oder Versicherungen?
Beispiel: Um virtuelle und abstrakte Produkte zu verkaufen, braucht es eine andere Vorgehensweise als beim Verkaufen von begreifbaren Objekten. Wie funktionieren »Handwerker« anders als »Kopfarbeiter«? Ich kann garantieren, dass es vollkommen andere Kommunikation und Vorgehensweisen je nach Zielgruppe braucht. Um das zu verstehen und zu lernen, muss das bestehende Weltbild und die eigene Denkweise erweitert werden. Das ist immer ein Gewinn. Für einen selbst und für die Zielgruppe!
Mein Plädoyer
In unserem Beruf ist eine ganze Menge Flexibilität, Agilität, Neugier und Lernbereitschaft gefordert. Das hört sich nach Arbeit an – und das ist es auch. Wir müssen oft über den eigenen Schatten springen, die mentale Komfortzone verlassen und uns auf andere Sichtweisen, Werte und Mentalitäten vorurteilsfrei einlassen. Da hilft eine Eigenschaft, die Neugier heißt.
Der Lohn ist groß, wenn Sie es mit Dale Carnegie halten, der im Buch ›Wie man Freunde gewinnt‹ schreibt: »Sie werden mehr Menschen in einer Woche kennenlernen, wenn Sie sich wirklich für sie interessieren, als wenn Sie ein Jahr lang versuchen, andere für sich zu interessieren!«
Sie können eine wichtige Aufgabe erfüllen,die in Zeiten der Digitalisierung mehr denn je gefragt sein wird.
Man wird Sie glauben machen wollen, dass die Digitalisierung unsere gesamte Arbeitswelt auf den Kopf stellt. Und das stimmt. Wo ich diese dramatischen Veränderungen nicht wirklich erkennen kann, ist beim Lernen und Weiterentwickeln von sozialen Interaktionen. Wir Menschen sind analoge, biologische Wesen. Im Gegensatz zu digitalen und mechanischen Maschinen ist unser Sein und Tun weder sicher programmierbar noch vorhersehbar. Das wird sich zu unseren Lebzeiten nicht wesentlich ändern.
Sicher wird es ständig Fortschritte geben, die äußerst hilfreich sind. So wie den Operationsroboter Da Vinci, der die minimal invasive Chirurgie revolutioniert, wird es immer mehr clevere technische Assistenzen geben. Nur: Das sind keine sozialen, sondern künstliche Apparaturen, die raffinierten Programmen folgen.
Künstliche Intelligenz wird sich mehr und mehr in vorhersehbaren Kommunikationen etablieren. Bei der Reservierung von Tischen in Restaurants funktionieren automatische Dialogsysteme schon recht gut. Alexa lässt grüßen. Längst schlagen Computer jeden menschlichen Gooder Schachspieler. Ob es in absehbarer Zukunft digitale Systeme geben wird, die ein trauriges Kind oder den enttäuschten Kunden trösten können, bezweifle ich.
In Organisationen wird gerade viel Geld ausgegeben, um alles Mögliche zu digitalisieren. Leider wird nicht überall mit gleicher Intensität auch in die soziale Kompetenzentwicklung in Führung, Verkauf, Projektleitung, Kundendienst, Kultur, Coaching oder Supervision investiert. Es wird ein Ungleichgewicht entstehen – mit absehbaren Folgen. Nicht erst dann sind die Trainerinnen und Trainer gefragt. Für die genannten Szenarien müssen echte Menschen mit echten Menschen empathisch und kreativ arbeiten.
Mein Plädoyer
In vielen Unternehmen begegnen mir die Bemühungen um Fortschritte der Digitalisierung. Und es ist eine gute Idee, damit als Trainer Schritt zu halten. Gleichzeitig weiß ich, dass die Qualität sozialer Interaktionen zwischen Menschen immer den Unterschied machen wird. Deshalb ist es auch wichtig, dass Sie selbst unaufhörlich von und mit realen Menschen lernen, wie man mit realen Menschen herausfordernde Situationen meistert.
Sie können das Beste in sich selbst zutage fördern, Ihr Potenzial ausschöpfen und über sich selbst hinauswachsen.
In meinen Ausbildungen habe ich oft einen Zapfen vom Küstenmammutbaum dabei. Der sieht erst mal ganz unscheinbar aus. Klein wie ein Hühnerei. Ähnelt dem Zapfen einer heimischen Kiefer. Viele Leute glauben, das sei der Samen. Doch die Samen verstecken sich zwischen den Zapfenschuppen. Ein einzelner Samen ist nur ca. zwei bis drei Millimeter groß, ganz dünn und ultraleicht. Und selbst das winzige Ding ist nicht verantwortlich für den höchsten Baum auf dem Planeten. In der Samenkapsel befindet sich gut geschützt die DNA, die alle genetischen Informationen enthält. Darin ist fest eingeschrieben, dass daraus keine Fichte und keine Tanne wird.
Kann man sich einen größeren Kontrast vorstellen? Aus einer mikroskopisch kleinen Molekülkette wird der größte Baum der Welt. 110 Meter hoch. Wenn die Bedingungen stimmen! Das heißt, die richtige Kombination aus Temperatur, Feuchtigkeit, Licht, Nährstoffen muss gegeben sein. Und dann braucht es immer noch viel Glück, damit die Sprösslinge nicht gefressen oder durch Feuer vernichtet werden.
In uns allen ist das genetische Potenzial vorhanden, etwas Großartiges zu werden. Und das kann nur gedeihen, wenn die Umstände es erlauben. Leider lassen uns ungünstige Bedingungen oder Einflüsse manchmal glauben, wir seien nichts Besonderes. Dann hören wir auf, an unsere Talente, Begabungen und das Potenzial zu glauben, es zu hegen und zu pflegen.
Die gute Nachricht: In jedem Alter lässt sich schlummerndes Potenzial erwecken und realisieren. Dazu muss man lediglich die begrenzenden Faktoren infrage stellen und verändern. Das sind oft die Überzeugungen, Glaubenssysteme, die einschränkende Sozialisierung und vieles mehr. Die innere Einstellung und Haltung zu sich selbst und zum Rest der Welt kann jederzeit verändert werden.
Mein Plädoyer
Kaum ein anderer Beruf ist so sehr dafür geeignet, unser Bestes zu erwecken. Trainerinnen und Trainer haben jeden Tag die Chance, über sich hinauszuwachsen und ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Dabei hilft die Natur und jemand, der sich auskennt. Bei Pflanzen sind das die Gärtner. Bei Menschen die Mentoren. Gute Mentoren können uns dabei unterstützen, der oder die zu werden, die wir sein können und sollen.
BAUANLEITUNG FÜR IHR WOW!
• Finden Sie Ihre eigenen Gründe, warum Sie – und gerade Sie – Trainerin oder Trainer sind oder werden wollen. Sie werden das in Ihrer Geschichte finden.
• Auch wenn Sie nicht jede Geschichte laut erzählen: Ihre Mitmenschen spüren, ob Sie nur Blubbern oder ob echte Lebenserfahrung, Substanz und Wahrheit mitschwingt.
• Suchen Sie nach Ihren Tops und besonders nach den Flops, die Ihr Leben bereichert haben. Darin sind die Lernerfahrungen verborgen, die Sie glaubwürdig machen. Wer keine Geschichte hat, hat auch keine Zukunft!
• Recherchieren Sie im Trainermarkt. Das Netz und die sozialen Medien sind voll mit Angeboten. Angeblich gibt es allein in Deutschland über 45.000 Trainer und Berater. Suchen Sie nach Ähnlichkeiten und Unterschieden zu sich selbst.
• Fragen Sie Trainer. Gute Trainer geben gerne Auskunft über ihre eigene Geschichte, die Expertise und den Karriereweg. Wenn Sie Glück haben, finden Sie sogar einen Mentor, der Sie auf dem Weg begleitet. Sie müssen nicht alles neu erfinden. Nur sich selbst.
• Wenn Sie sich als Neueinsteiger in den Trainermarkt wagen wollen, machen Sie kleine Schritte. Bei einigen Trainern oder Trainerorganisationen können Sie für eine Weile hospitieren und dabei prüfen, ob Ihre Neigungen und Eignungen passen.
• Bilden Sie sich weiter. Auch wenn Sie den Job als Trainer schon 20 Jahre lang machen, gibt es so unendlich viel Spannendes zu lernen. Zeigen Sie sich selbst als Lernender, wenn Sie andere lehren.
WER PROFITIERT DAVON, WENN SIE IHREN BERUF ALS TRAINER RICHTIG GUT MACHEN?
Niemand von uns agiert isoliert. Wir alle sind Teil einer Gesellschaft von Mitmenschen, die direkt oder indirekt miteinander vernetzt sind. Deshalb wirkt das, was Sie tun oder nicht tun, auf das Gesamtsystem ein.
BAUANLEITUNG FÜR IHR WOW!
Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und schreiben Sie hier im Buch oder in Ihr Lerntagebuch die Antworten auf diese Fragen.
Was haben Sie ganz persönlich davon, wenn Sie Ihren Job richtig, richtig gut machen?
Welche Wirkungen hat Ihr Erfolg in Ihrer Herkunftsfamilie, also Eltern und Großeltern?
Wenn Sie Ihren Job richtig gut machen, was haben Ihre eigene Familie, Ihr Partner, Ihre Kinder und Kindeskinder davon?
Wie profitiert Ihre professionelle Familie, Ihr Team, Ihr Netzwerk davon, wenn Sie richtig erfolgreich sind?
Welchen Nutzen erzeugen Sie für Ihre Auftraggeber aus dem Unternehmen, wenn Sie Ihren Job als Trainer leidenschaftlich, effektiv und effizient ausüben?
Was bewirken Sie für Ihre Kunden, die Teilnehmer in Ihren Seminaren, wenn Sie sie befähigen und mit Ihrem Vorbild inspirieren?
Welche Wirkungen erzeugen Sie für die Gesellschaft und das Wirtschaftsgeschehen, wenn Sie Ihr Potenzial ausschöpfen und Ihr Wissen und Können weitergeben?
Was hätte es für Folgen für das Gesamtsystem, wenn Sie hinter Ihren Möglichkeiten bleiben und Ihren Job nur halbherzig ausüben?
Ziehen Sie Ihre Schlüsse aus dieser Ausarbeitung. Werden Sie sich der Verantwortung und der Möglichkeiten, die Ihr Beruf mitbringt, bewusst und handeln Sie angemessen danach. Sie selbst und viele Menschen in Ihrem Umfeld werden es Ihnen danken.
DIE EVOLUTION DES EINFLUSSES
Während Sie diesen Text lesen, beeinflusse ich Sie. Ihre Aufmerksamkeit ist auf diese Zeile gelenkt. Ich bin in Ihrem Kopf. Ich wirke auf Ihr Denken ein, auf Ihr Empfinden, das Sprechen und Handeln. Ganz bewusst. Wenn mir das gelingt, werden sich Ihre Verhaltensoptionen und Wahlmöglichkeiten erweitern. Ich verfolge also eine Absicht, ein strategisches Ziel, um ein Ergebnis zu erreichen. Meine Absicht ist, Sie zu inspirieren, Sie für einige neue Ideen zu begeistern, die Ihre Arbeit beleben, die Wirkung erhöhen, wodurch Sie selbst mehr Freude und Erfolg haben.
Seit es Menschen gibt, beeinflussen wir uns gegenseitig. Wir machen das immer. Es ist so gut wie unmöglich, nicht beeinflusst zu sein oder zu beeinflussen. Beeinflussung passiert unbewusst und gelegentlich sehr bewusst. Die Methoden, um Ziele und Ergebnisse bei anderen zu erreichen, unterscheiden sich ganz erheblich. Untersuchen wir einmal die verschiedenen Formen der Beeinflussung, die sich durch die Geschichte der Menschheit zieht.
GEWALT
