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Seit jeher werden Hexen mit Kräuter- und Pflanzenwissen assoziiert. Die Arbeit im magischen Kräutergarten, das Wissen um die heilkräftigen und magischen Eigenschaften einheimischer Pflanzen und deren Verwendung in Küche und Ritualen gehört zum Handwerkszeug jeder modernen Hexe. Mit ihrem Buch stellt die praktizierende Hexe Minerva einen idealtypischenElemente-Hexengarten vor. Dabei zeigt sie Grundsätze der grünen Magie auf, stellt wichtige Heil- und Zauberpflanzen vor und gibt Tipps für deren Verwendung in der Zauberei. Mit vielen praktischen Gartentipps, anschaulichen Beetplänen und zauberhaften Anwendungsbeispielen wird das Anlegen, Pflegen und Nutzen eines Hexengartens zum Kinderspiel. Dank wertvollen Hintergrundwissens wird das Buch zum ultimativen Nachschlagewerk für die Grüne Hexe.
Greifbar und anschaulich zeigt das Gartenjahr die im Hexenglauben so wichtigen Grundsätze von Kreisläufen, Leben und Vergehen und den Jahreskreislauf auf. Im Zuge dessen wird die „grüne“ Magie und die Bedeutung der Pflanzenwelt für die magische Praxis beleuchtet. Dieses Buch stellt beispielhaft einen idealtypischen Hexengarten vor, bei dem die Pflanzen, einem intuitiven Konzept folgend, den vier Elementen und ihren Hauptthemen zugeordnet werden. Zugleich stellt das Buch ein „Standardwerk“ der grünen Hexerei dar, in dem Grundsätze der grünen Magie umrissen, zahlreiche heimische Heil- und Zauberpflanzen vorgestellt und Tipps für deren Verwendung gegeben werden.
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Seitenzahl: 239
Veröffentlichungsjahr: 2024
Impressum
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Die im Buch genannten Heilanwendungen und Rezepte dienen nur zur Information und ersetzen keinesfalls einen Besuch bei einem Facharzt. Die Anwendung erfolgt auf eigenes Risiko. Die Einnaheme von Heilkräutern kann schädliche Nebenwirkungen verursachen. Nehmen Sie niemals Heilpflanzen, insbesondere nicht solche, die Sie nicht mit Sicherheit bestimmen können, ohne Absprache mit Ihrem Arzt ein und lassen Sie sich umfangreich beraten.
Bei der Verwendung im Unterricht ist auf dieses Buch hinzuweisen.
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EIN E-BOOK DER EDITION MICHAEL FISCHER
1. Auflage 2024
© 2024 Edition Michael Fischer GmbH, Donnersbergstr. 7, 86859 Igling
Covergestaltung, Layout & Satz: Zoe Mitterhuber
Redaktion, Projektmanagement & Lektorat: Corinna Scherr
Textredaktion S. 32–45, 48–49, 51–59 und Schlussredaktion: Robert Sulzberger
Herstellung: Miriam Janner
Bildnachweis: alle Fotos © Christoph Winter außer:
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Umschlag: © white snow/Shutterstock, © Yumeee/Shutterstock, © Martyshova Maria/Shutterstock.
ISBN 978-3-7459-2368-1
www.emf-verlag.de
Inhalt
Vorwort
Die Hexe im Garten
Magie – was ist das eigentlich?
Grüne Magie – der magische Umgang mit der Natur
Das Hexenjahr
Magische Gartenpraxis
Einen Hexengarten anlegen
Ein magischer Raum zum Entfalten – das Planen des Hexengartens
Grundformen für den Hexengarten
Mit der Natur verbündet
Hilfsmittel für den Hexengarten
Der Boden, die Grundlage der Fruchtbarkeit
Der natürliche Jahresrhythmus
Pflanzen aussäen und vermehren
Pflanzenpflege
Der Hexengarten
Der Elementegarten – Pflanzen für jede Lebenslage
Segnungsritual zur Aktivierung deines Hexengartens
Element Feuer
Das Element Feuer in der Magie
Das Feuerbeet
Den Feuergarten gestalten
Magisch räuchern mit den Pflanzen aus dem Feuergarten
Zauber mit Feuerpflanzen
Feuermeditation, eine Reise in die Kraft
Element Wasser
Das Element Wasser in der Magie
Das Wasserbeet
Den Wassergarten gestalten
Magisch räuchern mit den Pflanzen aus dem Wassergarten
Zauber mit Wasserpflanzen
Wassermeditation gegen Anspannung und Stress
Element Erde
Das Element Erde in der Magie
Das Erdbeet
Den Erdgarten gestalten
Magisch räuchern mit den Pflanzen aus dem Erdgarten
Zauber mit Erdpflanzen
Erdmeditation, um mit deinem Garten in Kontakt zu treten
Element Luft
Das Element Luft in der Magie
Das Luftbeet
Den Luftgarten gestalten
Magisch räuchern mit den Pflanzen aus dem Luftgarten
Zauber mit Luftpflanzen
Luftmeditation für mehr Leichtigkeit
Das Zentrum
Das Zentrum – ein besonderer Kraftort in deinem Garten
Pflanzen für Liebe, Beziehung und Sexualität
Pflanzen für Heilungszauber
Pflanzen für Kreativität, Energie, Motivation und Neubeginne
Pflanzen für beruflichen Erfolg, Wohlstand und Stabilität
Pflanzen für Schutz- und Bannzauber
Den Altar gestalten
Magische Pflanzenöle herstellen
Zentrierende Meditation: die Reise zu deinem inneren Garten
Bezugsquellen
Über die Autorin
Vorwort
Unscheinbar wirkt er, der Zaubergarten, aber wenn du hinter den Zaun trittst und achtsam bist, zur Ruhe kommst, dann kannst du es fühlen: den Zauber der Pflanzen und die Kraft der Magie und der Liebe, die dort wächst. Wenn du dich auf den Hexengarten einlässt, dann entsteht ein heiliger Raum, ein Bereich, der dir Kraft gibt, dich magisch unterstützt und in dem du mit der Natur in Kontakt treten kannst.
Am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, wandere ich durch meinen Garten, begrüße neue Pflanzenkinder und schaue gespannt, was da aus den grünen Blättchen einmal werden will. Wenn ich gegen Mittag den Garten betrete, dann wallt mir der Duft des Baldrians schon entgegen. Überall hat er sich ausgebreitet. Baldurs Sonnensegen. Und die wundervolle Kamille, das Kraut Freyas, wächst ganz frech rund um meinen Altar in der Mitte des Zaubergartens. In den Vollmondnächten, wenn die Mondin klar am Himmel steht, sehen die Blüten des Holunderbaumes und des Mädesüß besonders magisch aus. Sie leuchten regelrecht. Wenn sie dann anfangen, ihre Köpfe zu neigen, ganz sachte der Stängel sich hin- und herwiegt, könnte man meinen, eine Elfe steht da, um mit ihnen zu tanzen. Wenn du genau hinsiehst, erkennst du nicht nur die kleinen Wesen, die da brummen und summen, um sich an den Blüten des Beinwells oder Lavendels zu laben. Nein, wenn du deine Sinne weitest, kannst du hinter die Welten schauen und erblickst die Naturgeister, die den Hexengarten beseelen. Das macht ihn so besonders. Im Hexengarten darf jede Pflanze dort wachsen, wo sie es will, jedes Beikraut hat seinen Platz, es sei denn, es wird bedrohlich für ein anderes Pflanzenwesen. Du kannst das Konstrukt vorgeben, aber das letzte Wort haben die Pflanzengeister.
Zu den heimischen Schamanenpflanzen gehören schon seit der Steinzeit auch die Giftkräuter wie der Fingerhut, die Tollkirsche oder auch der Eisenhut. Sie symbolisieren die Schatten, die dunkle Seite, mit der sich jede Hexe beschäftigen muss und sollte. Ohne diese alten, teils giftigen Hexenpflanzen wie Tollkirsche, Bilsenkraut oder Stechapfel wäre es nur ein normaler Kräutergarten. Aber der Hexengarten ist mehr als das, er verbindet Sichtbares mit Unsichtbarem, Licht und Schatten und das Weltliche mit dem Spirituellen. Genau wie du selbst wächst und verändert er sich ständig, er spiegelt dich wider. Ein Hexengarten blüht mit den Jahren auf und wirkt umso verwunschener und kraftvoller, je mehr du den Zauber zulässt. So wird der Zaubergarten ein Kraftort und ein Ruhepol, Quelle und Verkörperung deiner Magie.
Meine Intention ist es, dass du dieses Buch immer wieder zur Hand nimmst, um es als Nachschlagewerk und Inspirationsquelle zu nutzen. Ich hoffe, dass ich dir neue Anregungen und Wege eröffnen kann, um dein magisches Wissen über die Pflanzen und ihre Seele zu vertiefen. Möge dich dieses Buch auf deinem magischen Weg begleiten und dich inspirieren, deinen eigenen schamanischen Garten zu erschaffen und deine persönliche Verbindung zu den Kräutern und Pflanzen zu finden.
Minerva
Die Hexe im Garten
Grundlagen der Grünen Magie
„Zwar – man spricht von einer Waldfrau,
Irgendwo, – im blauen Grunde,
Einer Heidin; sondrer Dinge
Hat sie sonderbare Kunde.
Wohlvertraut mit allen Rätseln
Aller Kräuter und Gewächse,
Weiß sie Heiltrank zu bereiten
Und man nennt sie – eine Hexe.“
Friedrich Wilhelm Weber,
Dreizehnlinden
Magie – was ist das eigentlich?
Über Magie und darüber, was es bedeutet, eine Hexe zu sein, ließen sich ganze Bücher füllen. Letztlich muss aber jede Hexe selbst erkunden und erfahren, wie Magie in und durch einen selbst wirkt und welche Bedeutung die Magie und deren Praxis im eigenen Leben hat. An dieser Stelle kann ich nur einen kleinen Einblick in die Grundlagen der Magie, die Geschichte der Hexerei und auch in meinen eigenen Werdegang als Hexe geben.
Wie funktioniert Magie?
Das Wort „Magie“ geht über griechisch-lateinisch magia und altgriechisch μαγεία (mageía) auf μάγος (mágos) „Weiser; weise“ zurück. Linguistisch liegt ihm die indogermanische Wurzel magh- mit der Bedeutung „können, vermögen, helfen“ zugrunde, zu deren Wortfamilie auch „(ver)mögen“ und „Macht“ gehören. Magie geht von der Vorstellung aus, dass alles im Kosmos von einer transzendenten Kraft durchdrungen ist und wir durch bestimmte Handlungen, wie Zaubersprüche oder Rituale, auf diese kosmische Kraft Einfluss nehmen können. Diese durch den Zauber entstandene Energie wird „Magie“ genannt.
Für uns Hexen bedeutet Magie die Beeinflussung der Wirklichkeit mithilfe unseres Willens. Ein Großteil der bekannten Techniken, mit Magie zu arbeiten, beruht auf starker Willenskraft unter Zuhilfenahme eines Zaubers. Durch die Zauberhandlung wird die Intention, also das Ziel unserer Magie, in eine Aktion übertragen und so in die Wirklichkeit gesendet. Aber nicht wildes Zauberstabgefuchtel oder komplizierte Rituale bringen den gewünschten Erfolg, sondern geistige Klarheit und die konkrete Vorstellung, wie sich die Magie auswirken soll.
Dem Begriff liegen bestimmte mythologische Vorstellungen zugrunde und er ist oft in ein größeres religiöses System eingebunden. Im skandinavischen Raum der Wikingerzeit war das „seiðr“ (Zauber/Magie, oft auch böswilliger Natur) beispielsweise an den Kult der Göttin Freyja geknüpft und wurde vorwiegend von Frauen ausgeübt. Seit der Renaissance gilt der zauberkräftige Wille als zentraler Aspekt der Magie. Dieser stellt die Fokussierung des Geistes auf ein bestimmtes Ziel dar. Die Energie soll dabei in Form eines Rituals oder Zauberspruches kanalisiert werden. Bereiche, in denen moderne Magie oder magisches Denken Einzug gehalten haben, sind beispielsweise das Neuro-Linguistische Programmieren
(NLP) und positives Denken, Affirmationen, bestimmte psychotherapeutische Praktiken, Neoschamanismus, Channeling oder Divinationen.
Tipp
Ein wichtiger Grundsatz der Magie lautet: „Wisse, Wage, Wolle, Schweige“:
Erkundige dich, bevor du einen Zauber wirkst. Sei mutig, während du ihn wirkst. Sei dir sicher, wie er wirken soll. Und schweige, nachdem du ihn gewirkt hast. Nur so kann der Zauber gelingen.
Weiße und schwarze Magie
Bis etwa in das 13. Jahrhundert hinein wurden die Bereiche weiße und schwarze Magie nicht getrennt, da Magie gleichzusetzen war mit dem alten heidnischen Zaubern und dabei handelte es sich nach allgemeiner Auffassung um dämonische Kräfte. Man glaubte, dass schwarze Magie mit der Beschwörung böser Geister gewirkt wurde, deren Fähigkeiten durch magische Rituale zum Schaden eines Menschen nutzbar gemacht werden sollten.
Heute lässt sich generell sagen, dass es eine solche Einteilung in schwarze und weiße Magie nicht gibt. Magie ist nicht grundsätzlich gut oder böse. Stattdessen ist die Absicht des Zaubers ausschlaggebend. Zur Veranschaulichung lässt sich Magie mit einem Messer vergleichen: In der Hand eines kundigen Chirurgen rettet es Leben, in der Hand eines Mörders tötet es. Wichtig ist bei der Ausübung magischer Praktiken also, sich seiner Verantwortung und der Konsequenzen, die daraus entstehen könnten, sehr gut bewusst zu sein.
Magie hat in der Moderne viel mit einer positiven Einstellung und Denkweise zu tun. Die sogenannte weiße Magie dient dazu, Positives auszusenden, vor Übel zu schützen oder Heilungszauber zu wirken. Jeglicher Zauber, der darauf abzielt, anderen Lebewesen zu schaden oder diese ungefragt zu beeinflussen versucht, kann dagegen als schwarze Magie gesehen werden. Das gilt übrigens auch für den gern angewendeten Liebeszauber, denn dieser beeinflusst einen anderen Menschen, oft ohne dessen Wissen oder gegen dessen Willen. Stattdessen ist es ethischer, Zauber zu wirken, die allgemein darauf abzielen, Liebe und Harmonie im eigenen Umfeld zu verstärken und anzuziehen.
Hexen in der Moderne
Was bedeutet es, eine moderne Hexe zu sein und wie wird man zur Hexe? Immer wieder werde ich mit dieser Frage konfrontiert. Die Antwort ist im Prinzip immer dieselbe: Moderne Hexerei ist ein intensiver religiös-spiritueller Weg und gleichzeitig eine Lebenseinstellung, so individuell wie die Menschen, die diesen Weg gehen. Der moderne Hexenkult bietet die Möglichkeit der individuellen Entwicklung, da er fast ohne Dogmen auskommt. Dennoch ist das Gebot „schade niemandem, auch dir selbst nicht“ ein wichtiger Bestandteil des Hexenglaubens. Hexe zu sein und so zu leben, ist Berufung und kein Hobby, welches man hervorholt, wenn man möchte. Hexe ist man oder nicht.
Der Hexenkult ist eine Ur-Religion, basierend auf dem europäischen Schamanismus, der bereits vor der Christianisierung praktiziert wurde. Der Naturreligion ist das Leben an sich heilig und alle Menschen, Tiere und Pflanzen sind gleichermaßen zu ehren und zu achten. Noch immer studiert eine Hexe die Grundlagen der Elemente, die Naturzyklen und das Brauchtum, um mit der Natur und ihren Geistern in Kontakt zu treten.
Moderne Hexen glauben, dass die göttliche Energie in allem enthalten ist, offenkundig oder nicht. Es ist diese Mischung aus weiblicher und männlicher Energie (personifiziert durch Gott und Göttin), die das natürliche Ganze kreiert. Sie fühlen sich als Teil der Energie und versuchen in diesem Gleichgewicht zu leben. Sie glauben auch daran, dass man die allgegenwärtige Energie in Form von Zaubern nutzen kann, um etwas zu erreichen. Auch alle Göttinnen und Götter sind Teil dieser Energie. Das ist ein Grund, warum Hexen in der Regel sehr tolerant sind und Verständnis für alle anderen Kulturen und Religionen haben.
Sich moderne Hexe zu nennen, bedeutet gleichsam, eine Verantwortung für alles, was man tut, zu übernehmen. Unsere Dankbarkeit gegenüber den Göttern und den natürlichen Energien zeigen wir, indem wir acht Jahreskreisfeste begehen und dabei die Natur und die alten Götter ehren.
Mein Weg zur Hexe
Schon als Jugendliche interessierte ich mich für Ethnologie, Religionen und Archäologie. In den 1980er-Jahren beschäftigte ich mich mit den Traditionen und der Religion der europäischen Stämme, insbesondere den nordisch-germanischen und keltischen Seherinnen und stellte fest, dass ich mich diesen sehr nahe fühlte. In den 1990er-Jahren fiel mir das Buch Der Hexenkult als Ur-Religion der Großen Göttin von der Autorin Starhawk in die Hände. Ich versuchte, danach mehr über die alten und neuen Hexen zu erfahren und stieß dabei auf einen traditionellen Hexen-(Wicca)-Zirkel, dem ich beitrat, um weiterzulernen, dem ich aber heute nicht mehr angehöre.
1998 gründete ich meine erste Homepage „Hexenwissen” und einen kleinen Onlineshop. Damals begann ich mit dem Verkauf von Runen, schamanischer Kunst sowie Kräuterartikeln und schrieb kleine Abhandlungen dazu. Die Hexenkunst in ihren vielen Facetten sowie die alten Geschichten und Überlieferungen greife ich gern für mein kreatives magisches Handwerk auf. Kräuterkunde und die Grüne Magie spielten dabei schon früh eine große Rolle für mich.
Im Jahr 2000 reifte der Gedanke, einen Hexenladen zu eröffnen, den mein Mann und ich drei Jahre später realisierten. Momentan lebe und arbeite ich am Rande des Ruhrgebietes und betreibe dort meinen Hexenladen.
Ich lebe meine Berufung und sie nimmt viel Raum in meinem Leben ein. Ich bin Hexe – beruflich wie auch privat, immer und überall.
Grüne Magie – der magische Umgang mit der Natur
Die Begriffe „Naturmagie“ oder auch „Grüne Magie“ bezeichnen eine magische Praxis, die sich insbesondere dem Leben und Handeln im Einklang mit der Natur und den Pflanzen verschrieben hat. Für viele Hexen bedeutet das beispielsweise die Ausübung von überliefertem Brauchtum für damit verbundene Zauberpraktiken oder sich mit den Zyklen der Natur und der Heil- und Zauberkraft heimischer Pflanzen auseinanderzusetzen.
Die heilige Mutter Erde
Für alle alten Kulturen und Religionen und auch aus Sicht der modernen Hexen, Schamanen und der noch heute lebenden Naturvölker war und ist unser Planet nicht einfach eine neutrale Größe, sondern beseelt. Die Erde wird als Göttin, als Urmutter allen Lebens verehrt und hat als solche viele Namen: Gaia, Jörd, Patchamama, Mutter Erde. Der Begriff „Mutter Erde“ umfasst dabei nicht nur den Erdboden, sondern ebenso Gewässer, alle Lebewesen, die Luft und alle bekannten Naturphänomene inklusive der ihnen innewohnenden Geistwesen und Götter. Für viele Schamanen ist die Erde weiblich beseelt: Steine und Felsen sind ihr Leib. Wurzeln ihre Knochen, Bäume ihre Adern und Gräser und Kräuter ihr Haar.
Der Christianisierung zum Trotz blieb ein Teil dieses Gedankens der Beseeltheit der Erde bestehen. Wir finden ihn noch immer in Bräuchen wie etwa in Form der traditionellen Beschwichtigungsformeln und Dankgebete bei der Ernte von Heilkräutern oder dem Brauch, sich mit Erde die Hände von Sünden zu reinigen, der sich in der Volksreligion Russlands zum Teil bis heute erhalten hat.
Im Glaubensmuster vieler moderner Hexen kehren diese zu ihren Ursprüngen zurück. Sie sehen den Menschen als ein Teil des ewigen Zyklus der Natur und der großen Beseeltheit von Mutter Erde an. Die unendlich wiederkehrende Wandelbarkeit von Mutter Erde und allen Lebens wird von der Dreifaltigen Göttin verkörpert. Diese Gottheit, die sich im Gewand der jungen Frau, der nährenden Mutter und der Alten Weisen zeigt, wird auch im eigenen Garten greif- und erlebbar: Am Jahresanfang begegnen wir der Göttin in einem jungfräulichen Weiß. Dann erwacht sie aus ihrem Winterschlaf und mit den ersten warmen und sonnigen Tagen kehrt das Leben zurück. Erst noch zaghaft in jungem Grün, blüht die Gottheit in prachtvoller Schönheit und Frische auf und begegnet uns im Hochsommer in ihrer gesamten Üppigkeit von Farben und Düften. Da erleben wir ihren mütterlichen und fruchttragenden Aspekt. Mit zunehmend dunkler und kürzer werdenden Tagen vergeht die Fruchtbarkeit der Göttin und so wird uns im kalten Winter der dunkle Aspekt der Göttin offenbart. Weise und wissend zieht sie uns in den kalten Nächten in das Reich der Schatten, schenkt uns aber auch Ruhe und Stille, Rückzug und Geborgenheit. So überdauert sie den Winter, bis sie im Frühjahr verjüngt zurückkehrt und das Rad sich von Neuem zu drehen beginnt.
Die Hexe – Vermittlerin zwischen den Welten
Wenn wir heute mit dem Auto oder dem Zug durch die Landschaft unserer Heimat fahren, denken wir wohl kaum daran, dass diese Hügel und Täler vor 7000 Jahren von unendlichen Wäldern bedeckt waren. Mittendrin lagen damals, weit verstreut, die menschlichen Siedlungen. Diese kleinen Höfe waren umgeben von Ackerflächen und umzäunten Gärten – kultiviertem Land, das man der Erde mühsam durch harte Arbeit abgerungen hatte. Das Land teilt sich damit in zwei Bereiche: den bezwungenen und kultivierten Raum einerseits und den ursprünglichen, wilden Raum anderseits. Die Trennlinie zwischen diesen beiden Welten bildet der Zaun, die Hecke, der „Hag“. Den Pflanzen, die in diesem Zwischenraum, auf der Grenze zwischen Kultur und Wildnis wuchsen, wurden besonders magische Eigenschaften zugeschrieben. Die Hexe, althochdeutsch hagazussa, ist die „Zaunreiterin“, die diese Grenzregion betreten kann und die Anderswelt mit dem Diesseits zu verbinden weiß.
Übrigens sei darauf hingewiesen, dass Hexen keinesfalls ausschließlich weiblich sein müssen. Der Begriff umfasst heute Menschen jeden Geschlechts und die Informationen in diesem Buch wenden sich natürlich an alle interessierten Leser*innen. Historisch gesehen lag die Zauber- und Kräuterkunde jedoch vorwiegend in den Händen der Frauen.
Die Geschichte der Kräuterhexe
Bereits vor Jahrtausenden wurden Frauen als Heilerinnen und sogenannte Wurzelkundige verehrt. Mit „Wurzel“ war allerdings nicht nur der unterirdische Pflanzenteil gemeint, sondern eher der „Pflanzengeist“, also die Heilungskraft einer Pflanze. Der oder die Wurzelkundige ist nicht nur jemand, der die Pflanzen und ihre Heilkraft kennt, sondern auch Seher oder Schamanin, der oder die den Geist einer Pflanze erfühlt und ihre Stimme mit allen Sinnen in sich aufnimmt. So sind die Anfänge der „Kräuterhexe“ in jenen Zeiten zu finden, als es noch selbstverständlich war, den Geist einer Pflanze zu befragen, um seine Heilkraft zu erbitten, lange bevor die Medizin von deren heilkräftigen Inhaltstoffen wusste.
Einst war es die Hagazussa, die wurzelkundige Frau, heute als Hexe bekannt, die zwischen kultiviertem Land und wildem Wald umherwanderte. Sie kannte beides – die alltägliche Welt des Dorfes und die Welt der Geister und war imstande, in die Welten zu blicken und die Heilwirkung und die Seele der Pflanze miteinander zu verbinden.
Die nordischen Seidkona brauten heilkräftige Gebräue und standen unter der Herrschaft der Göttin Freya. Die geachteten Heilerinnen und Seherinnen waren die Völvas, Walpurgas, Valas oder Veledas.
Zauber- und Heilkundige waren auch die sogenannten Lachsnerinnen. Lachsen heißt zaubern oder heilen. Diese Frauen sangen Zauberlieder, berührten die Stellen, wo das Übel saß, besprachen Wunden und Warzen und trugen Kräuter auf. Diese Ur-Ahninnen der heutigen Kräuterhexen waren mit den Heilkräutern ihrer unmittelbaren Umgebung bestens vertraut, kannten die Standorte und wussten, wann und wie diese gepflückt werden mussten, damit sie ihre magische und heilende Wirkung am besten entfalten konnten.
Kräuterkunde und Magie war nicht ausschließlich Frauen vorbehalten, doch man kann sagen, dass Frauen ein vermehrtes Interesse an dieser Art der Heilkunde hatten. War doch insbesondere die geburtsbegleitende Heilkunst und die Frauenheilkunde etwas Überlebensnotwendiges. Die beruhigende Wirkung des Hopfens war diesen Kräuterweibern ebenso vertraut wie die stimmungsaufhellenden Wirkstoffe des Johanniskrautes oder die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften der Weidenrinde. Sie kannten die abtreibende Wirkung der Petersilie, die wehenfördernde von Beifuß und die fiebersenkende des Holunders und vermochten sie zur rechten Zeit einzusetzen. Das traditionell überlieferte Heilpflanzenwissen wurde mündlich in Märchen, Wiegenliedern und Reimen weitergegeben, die Arbeit mit Kräutern direkt beim Sammeln und Zubereiten gelehrt. Ebenso wichtig für ihr Verständnis der Heilung und Anwendung war das Wissen um die Zusammenhänge der elementaren Kräfte, über die Götter und Geister. Viele Heilkräuter wurden nicht nur als Medizin eingenommen, sondern auch als Talisman am Körper getragen, als Räucherpflanze verwendet oder einer kranken Person übers Bett gehängt. Kräuter hatten also nicht nur eine innere Wirkweise, sondern auch eine äußere, eine magische.
Obwohl der Anbau von Nutz- und Heilpflanzen nach der Christianisierung in den Klöstern weit verbreitet war, vermochten die Mönche und Nonnen nicht mit der Kunst der Wurzelfrauen zu konkurrieren. Besonders die Betreuung von Schwangeren lag weiterhin traditionell in den Händen dieser heilkundigen Frauen. Ihre Kenntnis um den weiblichen Körper, Verhütung und Sexualität zogen den Zorn des Klerus auf sich. Der Christianisierungseifer, und damit die Entmachtung alles Heidnischen, hatte auch den Verlust des alten Pflanzen- und Kräuterwissens zur Folge. So war zu Beginn des Mittelalters vom Wissensschatz der weisen Frauen und Heilerinnen nur noch wenig geblieben. Neue Impulse brachte Hildegard von Bingen, die ihre religiös-moralischen Betrachtungen mit heilkundlichen Anweisungen verknüpfte. Sie fragte die verbleibenden Kräuterweiber, wann und wie diese die Kräuter einsetzten und deutete die alten Rituale und das traditionelle Kräuterwissen christlich um. Damit trug sie maßgeblich dazu bei, dass die Fülle der einheimischen Pflanzenkunde nicht in Vergessenheit geriet.
Ab dem 16. Jahrhundert wandte sich die Medizin zunehmend der pharmazeutischen Chemie und deren synthetisch hergestellten Wirkstoffen zu. Das alte Kräuterheilwissen wurde aber von denen weiter gebraucht, die nicht die nötigen Mittel für die neue Medizin hatten. So lebten die Heilkräuterrezepte in den ländlichen und bäuerlichen Gebieten weiter. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts begann die moderne Medizin, die natürlichen Heilmethoden und die Wirkungsweise der Heilpflanzen „wiederzuentdecken“. Pflanzen wurden nun in ihre chemischen Bestandteile aufgeschlüsselt und einzelne Wirkstoffe extrahiert. Die ganzheitliche Betrachtung der Pflanze und die Magie dahinter blieb aber weiterhin den Kräuterheiler*innen, Spötenkieker*innen, Lachsner*innen oder Hexen überlassen.
So wie das Wissen um die Heilwirkung der Pflanzen in die Volksheilkunde überging, meist in Form von weitergereichten Familienrezepten, so lebte das Wissen um die Magie der Pflanzen und deren Zauber in mündlicher Überlieferung bis heute weiter. Und wer in der Gegenwart „Kräuterhexe“ als Suchbegriff im Internet eingibt, der findet eine Reihe an mittlerweile etablierten Berufen wie Kräuterhexe, Kräuterpädagog*in oder Kräuterfachfrau. Diese heutigen Zaunreiter*innen verbinden das moderne Wissen über die Inhaltsstoffe der Pflanzen und deren Wirkungsweisen mit den alten Geschichten, Brauchtümern, magischen Ritualen und Pflanzenzaubern.
Pflanzenmagie
Was damals und heute „Kräutermagie“ genannt wurde, wurzelte oft in einem tiefen Wissen um die Eigenschaften von Pflanzen, deren heilende und magische Anwendungen und dem Kontakt mit den sogenannten „Pflanzengeistern“. Heilpflanzen wurden zu bestimmten Tagen und Mondphasen geerntet und angewendet, um ihre magische Wirkung voll entfalten zu können. Ihre physischen Inhaltsstoffe wurden benutzt für die Heilung des Körpers und die ihnen innewohnende Magie für die Gesundung der Seele. Auch besaß jede Pflanze ihren eigenen Zauberspruch, mit dem sie angerufen, angesprochen oder angesungen wurde. Leider sind diese heidnischen Anrufungen zum großen Teil verloren gegangen oder wurden später durch christliche Gebete ersetzt. Wir haben aber ganz intuitiv die Möglichkeit, neue Zauber und Anrufungen für die Pflanzengeister zu erschaffen, wir müssen ihnen nur zuhören. Die Arbeit mit althergebrachten Zauberpflanzen ist immer geprägt von Intuition und Einfühlsamkeit – scheue dich daher nie, dich selbst zu fragen: Welche Bedeutung hat die Pflanze für mich persönlich? Wie möchte ich sie einsetzen? Was verbinde ich mit ihr?
Das Wissen um die magischen Eigenschaften der Pflanzen, von denen ich in diesem Buch schreibe, fußt stark auf der heidnischen, naturreligiösen Sichtweise unserer Ahnen. Zusätzlich gebe ich dir viele von meinen ganz persönlichen Erfahrungen mit heimischen Zauberpflanzen mit auf den Weg, die ich im Zuge meiner langjährigen magischen Tätigkeit mit den Pflanzenwesen gemacht habe, und zeige dir, welche Kräuter traditionell zu welchem Zweck und in welcher Form angewendet wurden. Dieses Wissen um die Zauberkraft einer Pflanze lässt sich mithilfe der Projekte, Zauber und Rituale im Buch direkt praktisch anwenden.
Das Hexenjahr
Der Kreislauf des Jahres wird in den acht Jahreskreisfesten zelebriert. Diese orientieren sich an natürlichen und astrologischen Phänomenen und markieren Beginn und Höhepunkt der Jahreszeiten sowie besondere Sonnenstände. Für uns Hexen sind diese Feste Momente des Innehaltens und Erinnerns, der Dankbarkeit, der Gemeinschaft und der Liebe – zu den Menschen, der Natur und zu uns selbst.
Samhain/Allerheiligen
31. Oktober / 1. November
Samhain wird am letzten Oktobertag gefeiert. Für viele Hexen markiert das Fest zum Winterbeginn auch den Beginn des neuen Jahres. Es gilt als Fest der Toten, bei dem die Tore zur Anderswelt offen stehen und die Ahnen die Welt der Lebenden besuchen.
Der Name Samhain leitet sich vom irischen „Sam-fuin“ ab, was „Sommer-Ende“ oder auch „Versammlungstag“ bedeuten kann. Bei anderen indogermanischen Völkern war das Fest der Göttin Holla geweiht: Die Göttin der Unterwelt öffnet zu Samhain ihre Pforten, damit die Toten die Lebenden und die Lebenden die Toten besuchen können. Um den Ahnengeistern den Weg zu weisen, höhlte man Rüben aus und stellten sie, mit brennenden Kerzen bestückt, in die Fenster – eine Tradition, die heute noch im Schnitzen von Kürbissen zu Halloween fortlebt.
Samhain ist die Zeit des Innehaltens, des Zurückblickens und des In-die-Zukunft-Sehens. Wir kommunizieren mit unseren Schutzwesen und Ahnen und danken für ihren Beistand und ihr Wohlwollen.
Passende Zauber und Rituale: Ahnenverehrung, Orakel
Yule/Wintersonnenwende
um den 21. Dezember
Die Wintersonnenwende fällt in den Zeitraum zwischen dem 21. und 26. Dezember. Sie kennzeichnet die längste Nacht des Jahres. Nun werden allmählich die Tage wieder länger werden, das Licht kehrt zurück. Dieses Versprechen der Natur wird seit vielen Jahrtausenden mit Sonnenfesten und -ritualen gefeiert.
Die langen Nächte der Mittwinterzeit werden auch als „Mütternächte“ bezeichnet. Nun feiern Hexen die Geburt des neuen Gottes aus dem Schoße der Göttin, als Erinnerung an die immerwährende Erneuerung des Lebens. Der ewige Kreislauf von Geburt, Wachstum, Fruchtbarkeit, Verfall, Tod und Wiedergeburt nimmt hier seinen Anfang. Yule ist ein Fest der Geburt und der Mutterschaft, der Erneuerung der Natur und der Sicherheit, dass das Licht wiederkehrt.
Alle Arbeiten ruhen in dieser Zeit. Wir schmücken immergrüne Pflanzen mit Symbolen der Fruchtbarkeit, um den Geist der Erneuerung zu ehren und um den Segen der Naturgeister in die Häuser zu holen.
Passende Zauber und Rituale: Reinigung, Orakel und Weissagungen, Ahnenverehrung, Feuerrituale
Imbolc/Lichtmess
1. Februar
Lichtmess wird Anfang Februar begangen. Imbolc war und ist ein Fest der rituellen Reinigung. Das zeigt auch der lateinische Monatsname Februar: februarius, „zur Reinigung gehörig“. In dieser Zeit wurden Häuser und Höfe gereinigt und meist neue Leute angestellt. Rund um Imbolc wird traditionell der Winter verbannt, um das Frühjahr zu begrüßen. Karneval und andere Feiern in dieser Zeit sind ein Überbleibsel dieser heidnischen Rituale des „Winteraustreibens“. Zu Lichtmess werden Haus und Hof
