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Du bist Mutter. Du bist Köchin, Putzfrau, Haushälterin, Taxifahrerin und Logistikerin. Ohne Dich läuft gar nichts. Du sorgst für alle. Aber sorgst Du auch für dich? Woher bekommst Du Deine Kraft und Energie für das alles? Die Autorin erzählt in frechem Ton von ihrem Alltag mit drei Kindern und wie sie es geschafft hat, all die alltäglichen Stressfallen zu meistern und dabei noch voller positiver Energie zu sein. Mit ihren 20 schnellen Entspannungstricks schaffst auch Du es, Dein Gedankenkarussell zu stoppen und die Anspannung aus Deinem Körper zu lösen! Werde zur entspanntesten und ausgeglichensten Version Deiner Selbst und damit zu einer noch liebevolleren Mutter und Partnerin.
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Seitenzahl: 69
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Sonja Baum – Molekularbiologin und Wissenschaftsjournalistin, lebt inzwischen als freie Autorin in Hamburg. Die Dreifachmutter moderiert erfolgreich die Literaturshow „Einstellungsgespräch“ und liest regelmäßig auf Lesebühnen ihre humoristischen Geschichten über den alltäglichen und wunderbaren Wahnsinn mit drei Kindern. www.sonja-baum.de
Mama am Rande des Wahnsinns
Ein ganz normaler Tag
Warum nur entspannte Eltern auch gute Eltern sein können
Kann ich Stress im Alltag mit Kindern vermeiden?
Stressfrei in 3 Minuten
Körperliche Entspannung
Sterne pflücken
Schütteln
Schultern loslassen
Augenentspannung
Kiefer lockern
Zungenentspannung
Fußmassage
Atmung
Ausseufzen
„Ich bin“-Atmung
Bewusstes Atmen
Achtsamkeit
Bewusste Wahrnehmung
Bewusstes Zählen
Zeitlupe
Dankbarkeit
Affirmationen
Mülleimer
Düfte
Fernöstliche Heilkunst
Zentralstrombehandlung
Fingergriff
EFT Klopftechnik
So baust du die schnellen Entspannungs-Tricks in deinen Alltag ein
Das Bonuspunktesystem
Ein Tag im Corona-Lockdown
Das Bonuspunktesystem
So funktioniert das Bonuspunktesystem
Gewichtung der Punktevergabe
Tagesbonus
Einlösen der Punkte
Die Belohnungen
Die Prämien-Übersicht
Punktesammeln – so funktioniert es
Muster-Bonuspunkteplan
Die Bonus-Woche
Bonuspunktesystem vs. freiwillig helfen
Ich bin keine Mama. Dieses Wort habe ich abgeschafft. „Mamaaaaaaa, Hunger!“, „Mamaaaaaa, Fernsehen!“, „Mamaaaaaaa, spielen!“, „Mamaaaaaaa, anschnallen!“ …
Bei uns heißt das „Mami“.
„Mamiiii, Hunger!“ nervt zwar auch, klingt aber viel netter. Viiiiiel netter. Mit „i“.
Das war harte Arbeit, das „Mamaaaaaa“ abzugewöhnen: „Ich heiße ‚Mami‘! ‚Mami‘ heißt das!“, reicht da nicht. Ich habe konsequent in allen Büchern, die ich vorgelesen habe und heute noch vorlese, „Mama“ gegen „Mami“ ausgetauscht. Hat funktioniert.
Was ich damit sagen will: Manche Stress-Situationen oder Stress-Auslöser kann man aktiv auflösen. Bei den meisten geht das aber nicht so einfach.
„Mutter-Sein“ zum Beispiel. Diese Situation kann und will man gar nicht auflösen. Fühle ich mich in dieses Wort „Mama“, „Mami“ oder „Mutter“ hinein, ist da bei mir erstmal ganz viel Liebe. Mama-Sein ist etwas absolut Wunderbares, Einzigartiges. Das unangefochten Schönste auf der Welt.
Aber dann! Dann fängt es in meinem Kopf auch schon an zu rattern: Die Kinder kommen gleich nach Hause, ich muss auch noch das Essen vorbereiten, ach Mist, die Waschmaschine, die hatte doch vorhin gepiept, die muss ich noch ausräumen, und achja, die Mittlere braucht noch ein neues Schreibheft für die Schule morgen, das muss ich auch noch besorgen … STRESS!!!
Der Satz „Ich bin Mutter“ birgt schon so viel Stress, der einfach in dem Dasein als Mutter und den ganzen Aufgaben einer Mutter begründet ist.
Dass es mich nur noch mindestens im Doppelpack gibt, daran habe ich mich erst bei Kind Nummer zwei gewöhnt. Das lag vor allem an den Fotos. Dass ich auf Fotos nicht mehr allein zu sehen war. Früher auf Fotos – und das ist noch gar nicht sooo lange her – da war ICH zu sehen. Also. Ich auf einem Berggipfel. Ich vor einem roten Ford Mustang Cabrio ZWEI-Sitzer in der Wüste Nevadas. Ich am Steuer eines Schnellbootes auf dem Lake Powell, mit wehendem Haar. Ich beim Tanzen. Ich beim Trinken. Ich.
Dann sahen die Fotos irgendwann so aus: Baby auf dem Arm und ich. Baby auf dem Arm und meine Brust. Stehendes Baby und meine Beine.
Dann so: Grimassen schneidender kleiner Junge (der damit im Übrigen noch heute jedes Foto versaut), Baby und ich.
Und dann – und bei diesem Foto hat es bei mir ‚klick‘ gemacht: Siebenjähriger Junge macht Grimasse, sechsjähriges Mädchen grinst ihr super verlässliches Foto-Grinsen, dreijähriges Mädchen macht Quatsch und ist verwackelt. Dahinter: mein Auge. Und ein Stück der Nase vielleicht.
Da habe ich es verstanden: Ich bin Mutter. Wobei in „ich bin“ schon ein Denk- beziehungsweise Formulierungsfehler liegt. Ich BIN nicht. Mich gibt es nicht. So wie auf den Fotos. Die Kinder sind da. Von mir gibt es nur noch Stücke. Die sich zu einem Ganzen zusammensetzen, sobald ich an „mich“ denke.
An mich denken tue ich wenig. Kids first. Und dann ich. Wer nochmal? Achja, ich! Ich!
Ich bin Mutter. Auf Fotos zumindest. Und für den objektiven Betrachter.
Aber.
Ich fühle mich überhaupt nicht so. Ich fühle mich immer noch wie damals. Als könnte ich bis nachts um 23 Uhr mit Freunden in der WG Wodka und Orangensaft im Wechsel trinken um dann, danach, um 23 Uhr, erstmal richtig loszulegen. Damals. Party in der Mensa. Mit Tanzen und Hopsen. Vor allem Hopsen. Und wild sein. SO fühle ich mich.
Heute trinkt man Gin Tonic. Um 19 Uhr. Bis etwa 21 Uhr. Keiner hopst. Und dann um 21 Uhr werde ich auch schon bald müde. Und ab 23 Uhr ist gar nichts mehr los mit mir.
Und ob ich mich nun so fühle oder nicht: Ich bin Mutter. „Mami“. Und. Ich bin Köchin. Ich bin Putzfrau. Ich bin Haushälterin. Ich bin Taxifahrerin. Ich bin Logistikerin. Und das sind NICHT die Berufe, die ich damals ins Poesie-Album geschrieben habe. Definitiv nicht.
Mein Mami-Dasein erinnert mich immer an Sisyphus. Es dreht sich alles im Kreis, es fängt immer wieder von vorne an:
Aufräumen,
Essenmachen,
Aufräumen,
Einkaufen,
Wäsche machen,
Aufräumen,
Essenmachen,
Und nebenbei oder vielmehr vor allem: Für die Kinder da sein. Und das am besten ganz liebevoll und entspannt – während man den Überblick verloren hat (zumindest wenn man mehr als ein Kind hat), wer wann zum Kurs muss, ob alle ihre Hausaufgaben erledigt haben, wer sein Instrument geübt hat, ob sie die Kaninchen gefüttert haben, ob die Kleine zusätzlich zu den Schulaufgaben auch noch lesen übt, wer eigentlich mal irgendwann geholfen hat den Tisch abzuräumen. Und den Müll könnten sie doch im Grunde genommen auch mal rausbringen.
Ganz liebevoll und entspannt?
Ich bin schon allein durch diesen ganzen so genannten Mental Load gestresst.
Und.
Ich habe chronisch keine Zeit.
Meditieren oder Yoga, schwimmen gehen oder in die Badewanne oder Sauna – das sind ohne Zweifel wunderbare und heilsame Entspannungstricks.
Aber Tipps wie „Mach doch mal Yoga!“ oder
„Meditieren hat mir geholfen, fang doch mal mit Meditieren an!“ stressen mich noch mehr.
Wann soll ich das machen?
Die gute Nachricht ist an dieser Stelle – Achtung, Spoiler: Es geht auch viel schneller mit dem Entspannen.
6 Uhr und 12 Minuten. Das ist so gar nicht meine Zeit. Meine Zeit beginnt um 8 Uhr und 23 Minuten. Frühestens. Meine Zeiten sind immer „krumm“. Das fühlt sich irgendwie besser an. Ist vermutlich ein Tick. Aber um Ticks geht es hier und heute um 6 Uhr 12 nicht. Heute geht es um Hektik. Oder, besser: Heute geht es mal ohne Hektik. Heute mach ich mal alles ganz in Ruhe. Habe ich mir vorgenommen.
Sonst klingelt der Wecker 15 Minuten später. Also um 6 Uhr 22. Aber heute stehe ich früher auf, trinke in Ruhe einen Cappuccino und dann geht es ganz gemütlich los. Denke ich.
Und höre etwas.
Tapp. Tapp tapp tapp. Mist. Das Geräusch kenne ich. Die Kleinste. Da kommt sie auch schon. Das war’s mit dem Cappuccino. Es sei denn, ich teile den Milchschaum mit ihr. Aber das kann ich nicht zur frühen Unzeit. Da brauche ich den Milchschaum für mich. Oder eben gar nicht. Egal. Nicht die Laune verderben lassen.
Die Kleinste hängt sich an meinen Arm und will kuscheln. Irgendwie bringt das jetzt meinen Zeitplan durcheinander. Aber gut. Kuscheln statt Cappuccino. Hört sich hier im Text super an. Aber. Stellt euch vor: Es gibt Momente, da will man auch mit dem süßesten Kind der Welt NICHT kuscheln.
Jetzt ist so ein Moment. Ich grummle immer noch wegen meines Cappuccinos, den ich nun nicht bekomme, schiebe sie vom Schoß und beginne mich fertig zu machen. Dann schleiche ich mich, um die Mittlere nicht aufzuwecken, mit der Kleinsten auf dem Arm zum Großen ins Zimmer.
Hier habe ich etwas richtig Tolles vor. Eine Kleiderstraße! Soll super sein, hab ich gelesen. Ich wecke ihn und suche dann seine Klamotten zusammen, um sie in der richtigen Anzieh-Reihenfolge quer durch sein Zimmer zu legen. Strumpf – Strumpf – Unterhose – Hose – Unterhemd – T-Shirt – Pulli. Die Kleine sitzt auf dem Teppich und beobachtet mich fasziniert, während der Große sich mühsam aus dem Bett quält.
„Guck mal“, sage ich, „tolle Sache, oder? Jetzt kannst du dich ganz einfach anziehen, der Reihe nach.“
