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Eigenverantwortung ist die Basis eines erfolgreichen und erfüllten Lebens. In der Berufswelt wird sie heute selbstverständlich vorausgesetzt. Doch nicht alle sind der damit einhergehenden Freiheit gewachsen. Zu sehr sind wir gewohnt, uns gegenseitig Verantwortungen zuzuschieben. Wir fühlen uns abhängig von den Meinungen anderer, von widrigen Umständen oder gar vom Schicksal. Der Schlüssel, um uns aus diesem Fahrwasser der Abhängigkeiten zu befreien, liegt in einem geglückten Selbstmanagement. Dan Wiener gelingt es in diesem Buch, uns dort zu packen, wo wir gerne ausweichen. Geduldig führt er uns Schritt für Schritt von der Vision zur Planung bis zum Erreichen des gesteckten Ziels. Als Künstler, Autor und Managementtrainer kennt der Autor die Tücken, Stolpersteine und inneren Schweinehunde nur zu gut, die es auf einem selbstbestimmten Weg zu gehen gilt. Entsprechend praxistauglich sind die Werkzeuge und Tipps, die er detailliert und mit vielen Beispielen anreichert. «Manage yourself, before others do» ist ein wertvoller Begleiter, um an die täglichen Aufgaben selbstbestimmter, dynamischer und zufriedener heranzugehen.
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Seitenzahl: 153
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Manage
Yourself,
Before
Others Do!
DAN WIENER
ManageYourself,
BeforeOthers Do!
Ein Handbuch zumselbstbestimmtenHandeln
Ein Buch aus der Edition Panta Rhei – On Demand
www.pantarhei.ch
© 2020 Das Recht an sämtlichen Text- und Bildinhalten liegt beim Autor dieses Buchs.
Projektkoordination, Lektorat und Korrektorat: Pantarhei PR
Umschlaggestaltung: fraufederer.ch
Layout und Satz: fraufederer.ch
e-Book: mbassador GmbH, Basel
Foto Seite 126: Alexander Preobrajenskij
ISBN 978-3-9525354-0-0eISBN 978-3-9525354-1-7
Website des Autors: www.c-culture.com
Inhalt
Vorwort
1.Bevor wir loslegen
1.1.Zwischen Eigenverantwortung und Sachzwängen
1.2.Schlagwort «Work-Life-Balance»
1.3.In sieben Schritten zum selbstbestimmten Handeln
1.4.Ziele des Handbuchs
2.Qualität und Wirkung
2.1.Persönliche Ziele und subjektive Qualität
2.2.Zieldefinition: Was? Wann? Wieviel?
2.3.Werte und Unternehmenskultur als Qualitätsgaranten
2.4.Entwickeln von Vision, Mission, Werten und Leitsätzen
2.5.Fehler, Misserfolge und Versagen
2.6.Fazit Qualität
3.Zeit und Prioritäten
3.1.Alles unter einen Hut bringen
3.2.Die To-do-Liste
3.3.Auswahl und Prioritäten
3.4.Zeiteinteilung und Agenda
3.5.Fazit Zeit
4.Fokus, Konzentration aufs Wesentliche
4.1.Konzentrationsfähigkeit
4.2.Störungen vorbeugen, Zeitfresser beseitigen
4.3.Persönlicher Tagesrhythmus
4.4.Nein sagen können
4.5.Ja sagen können
4.6.Fazit Fokus
5.Kreativität und Lösungen
5.1.Wozu es Kreativität braucht
5.2.Ist Kreativität lernbar?
5.3.Voraussetzungen für Kreativität
5.4.Kreativitäts-Katalysatoren und -Methoden
5.5.Nachbereitung von kreativen Phasen
5.6.Fazit Kreativität
6.Entscheid und Auswahl
6.1.Herbeiführung von Entscheiden
6.2.Der Entscheid als Teil des Fünf-Phasen-Kreislaufs
6.3.Wie kommt ein Entscheid zustande?
6.4.Fazit Entscheid
7.Nachhaltige Veränderung
7.1.Bereitschaft zur Veränderung
7.2.Sechs Erfolgsfaktoren für Veränderungen
7.3.Die Macht der Gewohnheit
7.4.Veränderungen nachhaltig implementieren
7.5.Fazit Veränderung
8.Gleichgewicht von Körper und Geist
8.1.Warum das Gleichgewicht so wichtig ist
8.2.Kein Rhythmus ohne Pausen
8.3.Energie für Körper und Geist
8.4.Ausgleich von Körper und Geist
8.5.Fazit Gleichgewicht von Körper und Geist
9.Schlussbemerkung
Über den Autor
Vorwort
Viel zu selten nehme ich mir Zeit für die Momente, in denen ich innehalten und in aller Ruhe überlegen kann, was mir eigentlich wichtig ist, was mich ausmacht, und welche Dinge ich gerne erreichen möchte. Mein Alltag ist bestimmt von all den dringenden Dingen, die erledigt werden müssen, die sich mir aufdrängen, mir zufallen oder die ich mir selbst in einem schwachen Moment eingebrockt habe.
Ich habe 2020 ein Theaterprojekt entwickelt mit dem Untertitel: «auf der Suche nach dem freien Willen.» Im Vorfeld bin ich anhand von Interviews folgenden Fragen nachgegangen:
Was will ich? Was kann ich? Was darf ich? Was soll ich? Was muss ich?
Es ging dabei um die grundlegende Frage, was ich bewusst gestalte, und wo ich inneren oder äusseren Zwängen folge. Zwei Dinge sind mir dabei aufgefallen: Die äusseren und inneren Zwänge sind oft grösser, als wir es wahrhaben wollen. Und daraus folgend möchten die meisten Menschen ihr Leben in einem stärkeren Masse und bewusster selbst gestalten. Die Frage ist nur: Wie stellen wir dies an?
Ich kenne viele Leute, die fleissig arbeiten, die ihre Leistung erbringen und für Firma und Kunden einen Mehrwert schaffen. Sei es, indem sie ein Unternehmen oder eine Organisation führen, sei es, indem sie als Angestellte alles gemäss ihrer Stellenbeschreibung, den ihnen übertragenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten und den Zielvereinbarungen, die sie unterschrieben haben, erledigen: Wenn sie einen guten Job machen, erhalten sie dafür ein Gefühl der Befriedigung und meist einen angemessenen Lohn.
In der Theorie ist allen klar, dass dabei nicht nur «was» wir tun, sondern auch «wie» wir es tun einen starken Einfluss auf die Qualität des Resultats hat. Das heisst, sowohl was ich leisten kann wie auch die Befriedigung durch diese Arbeit haben viel mit der Kultur und der Atmosphäre im Arbeitsumfeld zu tun; und mit der eigenen Fähigkeit, diese aktiv zu gestalten.
In der konkreten Umsetzung geht diese Erkenntnis allerdings oft verloren: im täglichen Stress, den üblichen Engpässen und widrigen äusseren Umständen. Immer wieder begegne ich in meiner Beratertätigkeit Menschen, die sich darüber beklagen, dass das persönliche Wohlbefinden und die Motivation durch die unternehmerischen Notwendigkeiten beeinträchtigt würden. Und diesen Schwierigkeiten begegne ich auf allen Hierarchiestufen.
Um eines gleich klar zu stellen: Es handelt sich bei diesen Personen keineswegs um erfolglose Faulenzer oder Leute mit besonders grossen persönlichen Problemen. Es sind Menschen mit einer positiven Grundhaltung, die ihren Beruf und ihre Verantwortung lieben und viel bewegen wollen. Aber auch diese Leute sind nicht gefeit vor einem Verlust an Motivation oder einer Überbelastung im Beruf, worunter nicht nur die Arbeit, sondern auch das Privatleben leidet.
Einige beklagen sich darüber, dass bei Entscheiden im Unternehmen der Shareholder Value über die menschlichen Werte gestellt wird, oder dass in grossen Firmen oft nur kurzfristige, «harte» Resultate gemessen werden. Und dies, obwohl die eingangs erwähnte Erkenntnis, dass neben dem Inhalt der Aufgaben auch die Art und Weise ihrer Umsetzung eine wichtige Rolle spielt, auch in diesen Kreisen bekannt wäre. Mit solchen Mechanismen konfrontierte Menschen träumen dann von Selbständigkeit oder der Arbeit in einem anderen Umfeld, zum Beispiel in einer NGO, einer kleineren Firma oder einer staatlichen Organisation. Doch wenn sie den Traum verwirklichen, merken sie oft, dass da die Sachzwänge genauso gross sein können.
Woran liegt es dann? Aus meiner Sicht mangelt es Menschen oft am Mut, für ihre Überzeugung einzustehen und Gegebenes zu hinterfragen, da dieser Mut Unannehmlichkeiten und Konflikte nach sich ziehen kann. Meiner Erfahrung nach ist dieser Weg aber langfristig befriedigender und produktiver. Denn nur so überprüfe ich regelmässig, ob das, was ich tue mit meinen Qualitätsansprüchen und höheren Zielen vereinbar ist.
Das schliesst nicht aus, dass ich Gemeinsames mittrage. Nur sollte ich proaktiv mitgestalten und nicht immer nur reagieren oder mich antreiben lassen, um dann erst zu spät festzustellen, dass ich das alles so nicht gewollt habe. Die Aufforderung im Titel dieses Buches lautet deshalb: «Manage Yourself – Before Others Do.» Leider ist der Titel nicht wirklich schlüssig auf Deutsch zu übersetzen, er bedeutet in etwa: «Bestimme über dich selbst, bevor es andere tun.»
Oft beschränken sich Ratschläge zum Thema selbstbestimmtes Handeln auf nur einen Bereich: Sei dies besseres Zeitmanagement oder das Setzen von Prioritäten. Oder sie begnügen sich mit dem Hinweis, etwas für das körperlich-mentale Wohlbefinden und die Erholung zu tun. Oder aber mit der Empfehlung, Veränderungsprozesse bewusster zu gestalten.
Im Laufe der Jahre und im Bemühen, in meiner Beratertätigkeit praxistaugliche Werkzeuge anzubieten, habe ich festgestellt, dass erst eine Kombination von allen relevanten Faktoren wirklich funktioniert. Deswegen sollen in diesem Handbuch zur Selbstorganisation sieben Bereiche miteinander verknüpft werden: Qualität, Zeit, Fokus, Kreativität, Entscheid, Veränderung sowie das Gleichgewicht von Körper und Geist.
Ich habe das Buch bewusst als praktische Anleitung geschrieben. Und auch wenn Sie vielleicht versucht sind, das eine oder andere Kapitel mit vermeintlich bereits bekanntem Inhalt zu überspringen, vergessen Sie nicht, dass erst die Verbindung aller Elemente die gewünschte Wirkung erzeugt.
Dan Wiener, 27. Oktober 2020
1Bevor wirloslegen
1.1.Zwischen Eigenverantwortung und Sachzwängen
Eigenverantwortung wird im heutigen Arbeitsalltag gefordert und gefördert. Innovation und Kreativität sind gefragt, das Arbeitsumfeld wird offener gestaltet und auch der Arbeitsplatz ist nicht mehr immer ein fixer Ort. Darüber hinaus wird die professionelle Leistung mit steigender Führungsverantwortung immer weniger in Stunden gemessen. Anstelle der Vereinbarung über die Arbeitszeit treten Leistungsvereinbarungen und Stellenprofile, die das Aufgabengebiet und die Kompetenzen definieren. Auf dem Top-Level ist man zudem für die Strategie selbst verantwortlich.
Diese Voraussetzungen alleine haben aber noch kein selbstbestimmtes Arbeiten zur Folge. Der Druck von aussen nimmt eher zu, da die Leistung nun in einem «freien Markt» abgerufen werden kann. Zudem besteht ein Konkurrenzkampf mit anderen – realen oder möglichen – Anbietern derselben Leistungen. Die Auftraggeber und Shareholder richten sich dabei in der Regel nicht nach der Machbarkeit einer Aufgabe, sondern nach ihren eigenen Notwendigkeiten und äusseren Sachzwängen. Für Fachpersonen bedeutet dies nicht nur, dass sie sich häufig selbst um die Sicherstellung ihrer Ressourcen bemühen müssen, auch die Unterscheidung zwischen Arbeitszeit und Freizeit verschwimmt zunehmend.
Insbesondere in einer Zeit, in der auch das Arbeiten von zu Hause immer häufiger wird, stellt dies Arbeitnehmende zunehmend vor die Herausforderung, sich selbst zu organisieren. Noch anspruchsvoller ist die Aufgabe für Führungspersonen, die neben dem Tragen der Verantwortung für die Gesamtstrategie der Organisation auch ihre Mitarbeitenden viel strategischer und zielbezogener führen müssen.
Bei der Bewältigung der Folgen dieser neuen Selbständigkeit werden die Mitarbeitenden jedoch kaum unterstützt. Die mit der steigenden Eigenverantwortung und Selbstorganisation verbundenen Aufgaben werden auch nicht in Leistungsvereinbarungen und Stellenprofilen definiert, sondern sind jeder und jedem selbst überlassen. Dabei wäre es im Hinblick auf die Qualität der eigenen Arbeit und das langfristige Wohlbefinden essenziell, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wo und wie wir selbst Einfluss auf die Arbeit und das Umfeld nehmen können. Denn wenn wir uns diese Fragen nicht stellen, tut das niemand.
Folgende Fragen können dabei helfen, die Eigenverantwortung zu stärken:
•Wie sehen meine ganz persönlichen Ziele aus, und wie mache ich mein Berufsleben lebenswert?
•Wie plane ich langfristig meine Verpflichtungen, damit ich keine physischen und psychischen Engpässe erlebe?
•Wie kann ich kontinuierlich meine Leistung und Motivation hochhalten, und wie gehe ich damit um, wenn ich einmal nicht erfolgreich bin?
•Wie bringe ich meine Arbeit und mein Privatleben in Einklang, sodass die unterschiedlichen Lebensbereiche voneinander profitieren und nicht aneinander leiden?
Indem ich versuche, Antworten auf diese Fragen zu finden, bestimme ich nicht nur was ich tue, sondern vor allem auch wie ich es tue. Und das wiederum ist ein erster bewusster Schritt, der sich nicht nur positiv auf meine Leistung auswirkt: Ich bin auch langfristig zufriedener und gesünder.
Äussere Einflussfaktoren und Sachzwänge
Stellen wir uns diese Fragen nicht, ergeben wir uns vollumfänglich den äusseren Einflussfaktoren und Sachzwängen. Nicht, dass diese unbedingt dem eigenen Wollen widersprechen müssen. Doch die obenstehenden Fragen helfen uns dabei, unsere persönlichen Ziele mit den beruflichen Anforderungen und den Zielen der Organisation zu koordinieren. Äussere Einflussfaktoren können und sollen also nicht einfach ausgeblendet werden. Im Gegenteil geht es darum, unsere eigenen Ziele und unseren persönlichen Stil mit den jeweiligen Partnern abzustimmen, damit ein möglichst gutes Resultat für alle möglich wird.
Wir sind mit unserer Verantwortung, unseren Kompetenzen und Fähigkeiten und unseren Ressourcen bei jedem Entscheid verschiedenen Einflussfaktoren ausgesetzt. Die folgende grafische Darstellung veranschaulicht das Gesamtgefüge, in dem wir uns bei jedem Entscheid bewegen. Bewusst sind im unteren Teil auch ausserberufliche Einflussfaktoren wie Gesellschaft oder Privatleben aufgeführt.
Alles was wir tun, steht immer auch in Beziehung zu anderen äusseren Einflussfaktoren und hat deshalb Auswirkungen auf unterschiedliche Bereiche unseres Lebens. Deshalb ist es wichtig, diese auch bei beruflichen Entscheiden oder im weiteren professionellen Kontext nicht aus den Augen zu verlieren. So trägt zum Beispiel jedes Unternehmen auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Es kann passieren, dass Mitarbeitende im Privatleben darauf angesprochen werden oder unangenehme Fragen beantworten müssen, wenn dieses unfreiwillig in die Schlagzeilen gerät. Auch ein Karriereschritt wird nicht nur das persönliche Verhältnis zu Kunden und weiteren beruflichen Kontakten beeinflussen, sondern voraussichtlich auch Auswirkungen auf das Privatleben haben.
1.2.Schlagwort «Work-Life-Balance»
In Kursen, Diskussionen und der einschlägigen Literatur zum Thema Selbstmanagement ist häufig von Work-Life-Balance die Rede. Der Begriff wird meist benutzt, um die Schwierigkeiten der Abgrenzung von Arbeits- und Privatleben oder den negativen Einfluss von zu viel Arbeit auf das Privatleben zu thematisieren.
Der Begriff der Work-Life-Balance ist jedoch schon an sich fragwürdig, da er suggeriert, dass Menschen entweder leben oder arbeiten. Die Tatsache, dass viele Menschen einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit bei der Arbeit verbringen, legt den Schluss nahe, dass auch bei der Arbeit «gelebt» wird. Und umgekehrt ist für viele Menschen ihre Arbeit ein wesentlicher Faktor für ihr Selbstverständnis und Selbstwertgefühl im Privatleben.
Das soll allerdings nicht heissen, dass es keine Probleme der Abgrenzung gäbe, oder dass Probleme und Druck bei der Arbeit keinen Einfluss auf das Privatleben hätten und umgekehrt. Viele Menschen leiden tatsächlich darunter, dass sie ihre Arbeit und ihr Privatleben nicht unter einen Hut bekommen. Gestörte Familienbeziehungen, gescheiterte Ehen, Herzinfarkte, chronische Krankheiten und sogar Selbstmorde können nicht selten mindestens zum Teil auf die Schwierigkeit der Vereinbarkeit dieser beiden Bereiche zurückgeführt werden.
Statt den scheinbar ewig dauernden Kampf zwischen Arbeit und Privatleben weiter voranzutreiben, soll hier ein System vorgeschlagen werden, das beide Aspekte umfasst: Bei allem, was wir tun, sollten wir uns von denselben Werten leiten lassen und wissen, wofür wir leben und arbeiten.
Um diesem Gleichgewicht auf die Spur zu kommen, kann es sich lohnen, sich ein paar grundsätzliche Fragen zu stellen:
•Was ist mir wichtig in meinem Leben? Wofür schlägt mein Herz? Was fasziniert mich?
•Was kann meine Arbeit – abgesehen von den finanziell-materiellen Grundlagen – dazu beitragen?
•Wie profitiere ich in meinem Privatleben von meiner Arbeit?
•Wie profitiere ich in meiner Arbeit von meinem Privatleben?
•Wie kann ich mich organisieren, damit sich die Dinge, die mir wichtig sind, positiv und nachhaltig weiterentwickeln?
Dabei sollten wir nicht vergessen, dass die Arbeit für viele Menschen weltweit eine Frage des schieren Überlebens ist. Sich solche Sinnfragen überhaupt stellen zu können, ist deshalb ein Privileg. Leider gibt es zu viele Menschen, die zwar dieses Privileg geniessen könnten, ihre Arbeit aber trotzdem nur als notwendiges Übel betrachten. Viele sind gefangen in einem Kreislauf der Unzufriedenheit, den sie aus materiellen Gründen – zum Beispiel aus Angst, ein kleines Stück ihres Wohlstandes aufgeben zu müssen – nicht durchbrechen können.
Gerade in solchen Situationen ist es besonders wichtig, sich die obenstehenden Sinnfragen immer wieder zu stellen und damit die Selbstmotivation zu stärken. Doch geht es auf dem Weg zum selbstbestimmten Handeln nicht nur darum, unser privates und berufliches Leben in Einklang zu bringen. Der persönliche Stil ist ein ebenso eigenständiger Faktor, der in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden sollte.
Der persönliche Stil in der Arbeit
Es ist völlig normal, dass im Privatleben und im Berufsalltag jeweils unterschiedliche Aspekte der Persönlichkeit stärker oder schwächer zum Vorschein kommen. Schwierig wird es, wenn die beiden Bereiche zu weit auseinander liegen und beim Übergang vom privaten ins berufliche Leben – oder umgekehrt – jedes Mal ein Verwandlungsprozess in Gang gesetzt werden muss: angefangen mit der Kleidung, über die Sprache bis zum Verhalten.
Es gibt zudem individuelle Aspekte des Verhaltens, die wir nicht einfach ablegen können, und die stark in unseren Berufsalltag einfliessen – und einfliessen sollen! So werden dieselben Aufgaben von verschiedenen Menschen – je nach Arbeitsstil – unterschiedlich gelöst. Gewisse Menschen arbeiten gerne unabhängig und alleine an einem Problem, andere möchten sich gerne von Anfang an mit Kolleginnen und Kollegen über ihre Eindrücke und Erfahrungen austauschen. Dritte wiederum sehen bereits eine Lösung, wo andere erst noch zu verstehen versuchen, worum es überhaupt geht.
Sichtbar wird der persönliche Stil zum Beispiel in einem klassischen Geschäftsgebäude mit genormten Einzelbüros. Haben die Mitarbeitenden die Gelegenheit, ihren Arbeitsplatz über längere Zeit zu besetzen, werden sie ihn trotz der Normierung früher oder später persönlich gestalten. So herrscht in einem Raum vielleicht das kreative Chaos, ein anderer wirkt kaum benutzt, ist funktional und «ohne überflüssigen Schnickschnack». Wieder andere Büros sind mit Kinderzeichnungen, persönlichen Fotos oder anderen «Beziehungs-Stellvertretern» geschmückt.
So unterschiedlich wie wir kommunizieren, denken oder Entscheide treffen, so individuell sind die Rezepte dafür, wie wir erfolgreich arbeiten. Deshalb gibt es auch nicht immer zwingend eine bessere oder schlechtere Vorgehensweise, sondern in den meisten Fällen einfach verschiedene Wege, die aber zum selben Ziel führen. Dies bedeutet jedoch auch, dass die Anwendung der in den folgenden Kapiteln aufgeführten Methoden je nach Individuum sehr unterschiedlich ausfallen kann.
Wie bereits erwähnt, spiegelt sich der persönliche Stil zum Beispiel in der Art und Weise, wie eine Person eine Aufgabe angeht, wie sie mit anderen kommuniziert oder wie sie führt. Um diese individuellen Verhaltensweisen zu verstehen, darzustellen und im Berufsalltag optimal nutzen zu können, wird in Seminaren und Coachings zu diesem Thema unter anderem die 3D-Behaviour-Methode1 eingesetzt.
Mithilfe dieser Methode wird sowohl das eigene wie auch das Verhalten anderer reflektiert, jedoch ohne dieses zu werten. Das bessere Verständnis der verschiedenen Verhaltensweisen erlaubt es zum einen, auf die Vor-und Nachteile, die der jeweilige persönliche Stil mit sich bringt, adäquat zu reagieren. Zum andern liefert es wichtige Anhaltspunkte, in welchen Aspekten eine Person noch dazulernen kann.
Während die persönlichen Elemente und Erkenntnisse der 3D-Behaviour-Methode in der konkreten Seminar- und Coaching-Arbeit stärker einfliessen können, soll im Rahmen des vorliegenden Handbuchs dieser kurze Hinweis genügen.
1.3.In sieben Schritten zum selbstbestimmten Handeln
Die weiteren Kapitel dieses Handbuchs sind sieben Themenbereichen gewidmet, auf die wir Einfluss nehmen sollten, um die persönliche Entwicklung und den Alltag selbst zu gestalten. Die Verbindung dieser Bereiche ergibt ein konsistentes System, das seine volle Wirkung erst in der Summe seiner Einzelteile entfaltet. In anderen Worten: Jeder einzelne Bereich stärkt den positiven Effekt der anderen und trägt damit zum Erfolg des gesamten Systems bei.
Verbindung der Themen
Die untenstehenden Fragen bilden den roten Faden, an dem sich das Handbuch orientiert. Sie werden in den folgenden Kapiteln im Detail erläutert und dienen einzeln wie auch in ihrer Gesamtheit als praktische Orientierungshilfe auf dem Weg zum selbstbestimmten Handeln. Die oben bereits erwähnte Verbindung der Themen ist dabei eine der wichtigen Grundlagen für den Erfolg der in der Folge beschriebenen Methoden und Ratschläge.
1.Welche Qualität möchte ich erreichen, welches sind meine persönlichen und beruflichen Ziele?
Wenn ich die gewünschte Qualität definiert habe, geht es darum, wie ich diese Qualitätsziele in meine Planung integriere: Welche Priorität und wieviel Raum gebe ich ihnen in meiner Agenda?
2.Wie setze ich die gesteckten Ziele in konkreten Aufgaben um, wo liegen meine Prioritäten und wie erstelle ich einen sinnvollen Zeitplan?
Die beste Planung hilft nichts, wenn ich sie nicht einhalte. Fokus hat mit Disziplin zu tun, aber auch mit mentaler Stärke: Wo sage ich ja, wo sage ich nein?
3.Wie plane und setze ich meine definierten Ziele und Prioritäten besser, und wie kann ich meinen Fokus trainieren?
Nur weil ich mir etwas vorgenommen habe, heisst das noch lange nicht, dass es so auch funktioniert. Manchmal stossen wir an Grenzen und es sieht aus, als ob die Aufgabe nie zu schaffen wäre: Welche kreativen Lösungen bringen mich weiter?
4.Wo ist Kreativität gefragt? Welche welche Räume, Reibung und Werkzeuge brauche ich, um kreative Lösungen zweiter Ordnung – «outside the box» – zu finden?
Wir könnten uns lange damit befassen, kreativ zu sein und immer neue Möglichkeiten zu entwickeln, wenn wir die Lösungen nicht konsequent auf ihre Plausibilität testen würden: Weshalb entscheide ich mich für welche Lösung?
5.Wie kann ich bewusst und systematisch Entscheidungen herbeiführen, die sowohl Logik, Intuition wie auch Instinkt berücksichtigen?
Wie setze ich meine Entscheide strukturiert um, sodass sich daraus nachhaltig die gewünschte Veränderung ergibt?
6.Wie setze ich getroffene Entscheidungen in einem gut strukturierten und nachhaltigen Veränderungsprozess um?
Gezielt herbeigeführte Veränderungen bringen zwar langfristig Verbesserungen, verursachen aber oft zunächst Verunsicherung. Es braucht Zeit, ein neues Gleichgewicht zu finden.
