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MARCO POLO E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck! Ab sofort sind Sie noch besser für Ihre nächste Reise ausgerüstet – alle Karten aus dem E-Book lassen sich jetzt mit einem Klick downloaden, ausdrucken, mitnehmen oder für später speichern. Weitere Zusatzfunktionen: - Einfaches Navigieren durch praktische Links - Weblinks führen direkt zu den Websites der Tipps - Offline-Karten und Google Maps-Links – zur schnellen Routenplanung Unser Tipp: Erstellen Sie Ihren persönlichen Reiseplan durch Lesezeichen und Notizen… und durchsuchen Sie das E-Book mit der praktischen Volltextsuche! E-Book basiert auf: 13. Auflage 2017 Kompakte Informationen, Insider-Tipps, Erlebnistouren und digitale Extras: Erleben Sie mit MARCO POLO Brasilien intensiv von den Stränden in Rio de Janeiro bis zu den Urwäldern am Amazonas – mit dem MARCO POLO Reiseführer kommen Sie sofort in Brasilien an. Erfahren Sie, welche Highlights Sie neben dem Zuckerhut und der magischen Stadt Salvador da Bahia nicht verpassen dürfen, wie Sie einen Offroad- Trip auf dem Pferderücken in die Sümpfe des Pantanal organisieren und wo Sie jeden Abend zum Sonnenuntergang am Strand des Paraíba-Flusses gratis Ravels Bolero auf einem Ruderboot lauschen können. Mit den MARCO POLO Ausflügen und Touren erkunden Sie Brasilien auf besonderen Wegen und mit den Low-Budget-Tipps sparen Sie bares Geld. Die Insider-Tipps der Autorin lassen Sie Brasilien individuell und authentisch erleben und mit den Low-Budget-Tipps sparen Sie bares Geld. Erkunden Sie Brasilien in all seinen Facetten mit den maßgeschneiderten MARCO POLO Erlebnistouren. Die kostenlose Touren-App führt Sie digital auf den besonderen Wegen der Erlebnistouren. Und der Online-Update-Service mit aktuellen Veranstaltungen (Ausstellungen, Konzerten, Festivals, Sportevents...) für die nächsten 6 Monate, brandaktuellen Informationen zu den Inhalten und zusätzlichen Insider-Tipps hält Sie immer auf dem neuesten Stand.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 192
Veröffentlichungsjahr: 2017
Inhalt
Symbole & Preiskategorien
Rein ins Erleben
Die wichtigsten MARCO POLO Highlights!
Die besten MARCO POLO Insider-Tipps
Best of ...
Tolle Orte zum Nulltarif
Typisch Vietnam
Schön, auch wenn es regnet
Entspannt zurücklehnen
Auftakt
Im Trend
Fakten, Menschen & News
Essen & Trinken
Einkaufen
Der Südosten
MARCO POLO Highlights
Belo Horizonte
Rio de Janeiro
São Paulo
Der Nordosten
MARCO POLO Highlights
Fortaleza
Natal
Olinda
Recife
Salvador
São Luís
Amazonien
MARCO POLO Highlights
Belém
Manaus
Der Westen
MARCO POLO Highlights
Brasília
Pantanal
Der Süden
MARCO POLO Highlights
Curitiba
Florianópolis
Foz do Iguaçu
Porto Alegre
Erlebnistouren
Sport & Wellness
Mit Kindern Unterwegs
Events, Feste & Mehr
Links, Blogs, Apps & Co.
Bloss Nicht!
Praktische Hinweise
Sprachführer Portugiesisch
Impressum
Reiseatlas
Autorin
Ganz einfach orientieren und jederzeit wissen, wo genau Sie gerade sind: Die praktische App zu den Erlebnistouren sorgt dank Offline-Karte und Navigation dafür, dass Sie immer auf dem richtigen Weg sind. Außerdem zeigen Nummern alle empfohlenen Aktivitäten, Genuss-, Kultur- und Shoppingtipps entlang der Tour an.
Immer auf dem neuesten Stand in Ihrer Destination sein: Der Online-Update-Service bietet Ihnen nicht nur aktuelle Tipps und Termine, sondern auch Änderungen von Öffnungszeiten, Preisen oder anderen Angaben zu den Reiseführerinhalten. Einfach als PDF ausdrucken oder für Smartphone, Tablet oder E-Reader herunterladen.
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CORCOVADO »
Zu Füßen der Christusstatue in Rio de Janeiro stockt der Atem angesichts der Ausblicke zur Karte(siehe auch »)
ZUCKERHUT »
Auf diesem Felsen in Rio sehen Sie den schönsten Sonnenuntergang der Welt zur Karte(siehe auch »)
INSTITUTO INHOTIM »
Eine umwerfende Kombi: In einem botanischen Garten bei Belo Horizonte stellen über 100 Künstler ihre Werke aus zur Karte
OLINDA »
Die barocke Perle des Nordostens präsentiert ihre kolonialen Schätze in traumhafter Küstenlage zur Karte(siehe auch »)
FERNANDO DE NORONHA »
Mehr als eine Insel im Atlantik: die Spitze des Paradieses – vor allem für Taucher und Schnorchler zur Karte
SALVADOR »
Die „schwärzeste“ Stadt Brasiliens steckt voller Musik, Magie und Geheimnisse zur Karte(siehe auch »)
CHAPADA DIAMANTINA »
Tafelberge, Wasserfälle, Höhlen: eine urwüchsige Landschaft im Nordosten zur Karte(siehe auch »)
REGENWALD »
Von Manaus auf Abenteuerkurs: von der Urwaldlodge aus tief in den Amazonas-Dschungel eintauchen zur Karte
BRASÍLIA »
Oscar Niemeyers kühne Moderne: Die Hauptstadt vom Reißbrett ist ebenso ungewöhnlich wie faszinierend zur Karte
PANTANAL »
Wildlife pur: Jaguare, Ameisenbären, Aras und Tukane, Kaimane und Vogelschwärme im größten Feuchtgebiet der Erde zur Karte
BONITO »
„Schön“, die wörtliche Übersetzung des Ortsnamens, ist eine glatte Untertreibung; „atemberaubend“ ist passender für die Region im Südwesten mit kristallklaren Flüssen, unterirdischen Lagunen und vielen Tieren zur Karte
CATARATAS DO IGUAÇU »
Die Wasserfälle von Iguaçu sind aus jeder Perspektive ein gewaltiges Naturschauspiel (Foto)zur Karte
LENÇÓIS MARANHENSES »
In der gewaltigen Dünenlandschaft des Nationalparks im Nordosten fühlen Sie sich wie auf einem anderen Planeten zur Karte
BAROCK IN MINAS GERAIS »
Religiöse Pracht und barocker Überfluss künden in Minas Gerais vom einstigen Goldrausch (Foto)zur Karte(siehe auch »)
KARNEVAL »
Ob in Rio, Salvador oder Olinda: Der rauschhafte Karneval ist ein unvergessliches Erlebnis
Samba am Hafen »
Die echten Sambistas von Rio de Janeiro treffen sich in der Hafengegend, in der Bar Trapiche Gamboa oder bei der Karnevalsgruppe Escravos da Mauá
Wo der Fisch glitzert »
Japan mitten in Brasilien: Im authentischen japanischen Restaurant Shin Zushi in São Paulo betreten auch die meisten Brasilianer fremdes Terrain
Paradiesische Zustände »
Die Pousada do Toque an der Praia do Toque zwischen Maceió und Recife im Nordosten ist ein kleiner Garten Eden, aber mit Spitzenservice
Strand mit Aussicht »
Für die schönsten Strände Rios müssen Sie früh aufstehen – sonst sind die Parkplätze besetzt. Grumari und Prainha liegen noch hinter Barra. Der Blick vom Point do Grumari auf die Küste ist einzigartig
Tropischer Überfluss »
Köstlichkeiten aus dem Meer und exotische Früchte, gemischt zu originellen Gerichten – das können Sie im Paraíso Tropical in Salvador genießen
Für Feinschmecker »
Ein Frühstück wie das im Gasthaus der Estalagem de Alcino in Lençois in den Bergen der Chapada Diamantina haben Sie (vermutlich) noch nicht gesehen
Wie ein Fisch im Wasser »
Das Schnorcheln im Rio Sucuri bei Bonito ist ein einzigartiges Erlebnis: Im kristallklaren Wasser wuseln Schwärme von bunten Fischen um Sie herum (Foto)
Exotische Erfrischung »
In der Sorveteria Cairu in Belém gibt es Eis aus exotischen Tropenfrüchten, von deren Existenz Sie bisher vielleicht noch nie gehört haben
Ungeahnte Genüsse »
Gehen Sie auf kulinarische Entdeckungstour und probieren Sie einmal die Amazonas-Spezialität Tacacá – perfekt zubereitet von Gisela – auf dem Platz am Opernhaus von Manaus. Das erfrischende Kribbeln im Mund kommt von den Jambu-Blättern
Ab in die Wildnis! »
Ein echtes Abenteuer für Naturfans: Erleben Sie das einzigartige Feuchtgebiet des Pantanal und seinen unglaublichen Artenreichtum an Pflanzen und Tieren auf der weitläufigen Fazenda Barranco Alto am Rio Negro
Geschenke für die Meeresgöttin »
Bei der Festa de Yemanjá im Bundesstaat Bahia – die größte findet in Salvadors Stadteil Rio Vermelho statt – sind die Candomblé-Trommeln am Strand zu hören (Foto)
Zu Gast bei Oscar »
Das wie die Hauptstadt selbst von Oscar Niemeyer entworfene Hotel Brasília Palace garantiert das schönste Brasília-Feeling: mit Blick auf die Lagune und Joggen vor dem Präsidentenpalast
Der Geschmack Brasiliens »
In ihrem Restaurant Brasil a Gosto in São Paulo zaubert die junge, kreative Küchenchefin den unverwechselbaren Geschmack Brasiliens auf den Teller
Der Chronist von Bahia »
Die Casa do Rio Vermelho in Salvador ist dem Schriftsteller Jorge Amado gewidmet, der die Menschen und die Kultur Bahias in seinen Werken verewigt hat
Stadtansicht »
Vom 75 m hohen Fernsehturm aus können Sie die Kapitale Brasília, Oscar Niemeyers Wunderstadt im Flugzeugdesign, im Überblick bestaunen
Die Blicke von Zuckerhut und Corcovado kosten Geld, der Besuch der Aussichtsplattform Dona Marta in Rio ist kostenlos. Sie schauen auf den Zuckerhut und die Guanabara-Bucht, im Rücken haben Sie den Corcovado mit der Christusstatue
Der Ibirapuera-Park in São Paulo ist für die Paulistas so wichtig wie der Central Park für die New Yorker. Joggen, schlendern, Basketball spielen, skaten oder eine Kunstausstellung besuchen. Sonntags gibt’s Konzerte auf der Freiluftbühne – umsonst und draußen (Foto)
Der Karneval in Salvadors Altstadt ist bunt, vielfältig und kostenlos – anders als die großen Blocos de Trio oder der Besuch in einem Camarote. Bunte Afrogruppen, ausgelassene Fanfarentrupps und verrückte Minitrios sind in den Kopfsteingassen unterwegs
Der Zuckerhut ist ein Muss für jeden Rio-Besucher, aber wenn die Schlangen zu lang sind, das Budget eng geworden ist: Den Morro da Urca können Sie zu Fuß erklimmen, kostenlos. Auch von dort ist der Blick auf die Strände schon beeindruckend
Von der Aussichtsplattform des Edifício Altino Arantes genießen Sie den kostenlosen Blick auf São Paulos unüberschaubares Hochhausmeer, bei guter Sicht 40 km weit – atemberaubend!
Wer im Nordosten unterwegs ist, sollte sich den Sonnenuntergang am Strand des Paraíba-Flusses in João Pessoa nicht entgehen lassen: Jeden Abend spielt hier Jurandy do Sax auf einem Ruderboot im Fluss Maurice Ravels wohl bekanntestes Stück – Eintritt frei!
Krebse klopfen, frittierten Fisch essen, flirten, mit Freunden lachen, im Familienkreise zusammensitzen – der Besuch einer Strandbar gehört zu den liebsten Beschäftigungen der Brasilianer am Wochenende. Machen Sie mit, z. B. in der Barraca do Loro in Salvador
Der Samba und Brasilien, das gehört einfach zusammen. Eine der besten Samba-Rodas der Stadt gibt es mit der Samba da Ouvidor samstags im Zentrum von Rio. Dann sorgen exzellente Musiker für Stimmung; mit Essen und Getränken können Sie sich in den umliegenden Bars versorgen
Die Kellner tragen schwarze Pluderhosen und säbeln von einem langen Spieß das köstliche Grillfleisch in dünnen Scheiben auf die Teller. Rodízios heißen diese Art von Grillrestaurants, die es in ganz Brasilien gibt. Die besten gehören zur Kette Fogo de Chão, ein besonders schönes Lokal ist jenes in Rio de Janeiro (Foto)
Wenn Sie im Juni/Juli in Brasiliens Nordosten unterwegs sind, begegnen Sie der Tradition der Festas Juninas auf wimpelgeschmückten Dorfplätzen. Holzfeuer, gerösteter Mais, Liköre, Erdnüsse, Orangen und Süßspeisen gehören ebenso dazu wie die kleinen Musikgruppen mit Ziehharmonika, Triangel und Trommel
Capoeira, der brasilianische Kampftanz, wird in Schulen und Sportstudios trainiert. Oft gibt es einen Tag in der Woche, an dem Roda ist. Manchmal treffen sich Capoeiristas auch spontan zu einer Roda auf der Straße, z. B. bei den religiösen Festen in Salvador, den Lavagems und der Festa de Yemanjá, 66
Acarajé in Bahia, Beiju im Nordosten, Tacacá im Amazonasgebiet – die Brasilianer lieben ihre improvisierten Imbissstände, die am frühen Nachmittag öffnen und in jeder Region eine andere Spezialität anbieten. Probieren Sie mal Tacacá in Belém!
Wenn es mal regnet, bleiben Sie unter den Tribünen des Pacaembu-Stadions im Fußballmuseum in São Paulo trocken. Die Stimmung im Stadion wird akustisch nachempfunden
Besuchen Sie die Festungen im Stadtteil Barra, wenn’s in Salvador mal regnet. Die Bilder von Carybé geben einen farbenfrohen Eindruck vom Alltag in Bahia, den der Fotograf Pierre Verger in Schwarz-Weiß festgehalten hat
Wenn es draußen so richtig grau ist, dann leuchten die Vitrinen der Shoppingcenter von São Paulo noch strahlender und bunter. An Regentagen bleiben Sie beim Einkaufsbummel nicht nur trocken, Sie verpassen dann ja auch keinen Strandnachmittag oder einen idyllischen Sundowner (Foto)
Stilvoll Kaffee trinken und süßes Gebäck genießen – das können Sie in der Confeitaria Colombo in Rios Zentrum. Zwischen Spiegeln und Kristalllüstern träumt man da von alten Zeiten
Den täglichen Regenschauer können Sie kaum vermeiden in Belém. Am besten sind Sie um diese Zeit im Museu Paraense Emílio Goeldi. Der Deutsch-Schweizer Emil Goeldi hat das Raritätenkabinett eines Naturforschers in ein modernes Museum verwandelt
Eine deftige Feijoada am frühen Nachmittag, begleitet von einer Caipirinha und vielleicht einer Sambagruppe – dabei vergisst man den Regen. Lecker ist der Bohneneintopf im Jobi in Rio
Was gibt es Schöneres, als am frühen Morgen oder am späten Nachmittag am Wasser entlangzulaufen. Wenn die ersten Sonnenstrahlen die Oberfläche zum Glitzern bringen oder die letzten Himmel und Wolken rosa-violett färben. Wo das am schönsten ist? Am Strand von Copacabana (morgens) oder Ipanema (nachmittags) (Foto)
Wenn Ihnen die Hektik São Paulos zu viel wird, besuchen Sie die im Zentrum liegende Basílica de São Bento. Morgens singen hier die Mönche gregorianische Gesänge. Im dunklen Innenraum finden Sie den ganzen Tag über Ruhe und können die Gedanken sammeln
Ob am Strand, am Flughafen oder in der Karnevalslounge: Überall, wo Massageliegen oder -stühle stehen, können Sie sich durchkneten lassen. Besonders stimmungsvoll geht das unter den Palmen des Jardim de Alah an der Küstenstraße in Salvador
Kaum etwas ist so entspannend, wie bei Regen sanft in einer Hängematte zu schaukeln, den Tropfen beim Fallen zuzuhören, zu lesen, zu dösen, seinen Gedanken nachzuhängen. Das geht besonders gut in der Pousada Vila Sereia in Boipeba
Schauen Sie mal nach oben! In den Bergen der Chapada Diamantina ist die Sicht nach oben häufig komplett klar. Da spannt sich der funkelnde Sternenhimmel mit dem Kreuz des Südens von Horizont zu Horizont – das macht den Kopf frei
Hier können sich die Damen der Schöpfung einmal richtig verwöhnen lassen: Care Body & Soul in Rios edlem Stadtteil Ipanema ist einer der angesagtesten Beautysalons des ganzen Landes
„Der erste Eindruck von diesem Lande ist der einer verwirrenden Üppigkeit. ... Hier hat die Natur in einer einmaligen Laune von Verschwendung alles auf einen Raum gedrückt, was sie sonst auf mehrere Länder verteilt“, schrieb der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig vor über 70 Jahren in seinem Buch „Brasilien, Land der Zukunft“. Brasilien hat alles im Überfluss: so viel Fläche, dass ganz Europa beinahe hineinpasst, rund 8000 km Küste, das größte Regenwaldgebiet, den längsten Fluss der Erde, stellenweise so viele Tier- und Pflanzenarten auf einem Hektar wie in ganz Europa zusammen, zwei der größten Städte der Welt, über 190 Mio. Menschen mit Hautfarben in allen Tönen, unterschiedlichster Herkunft und Kultur: Portugiesen, Spanier, Deutsche, Italiener, Litauer, Polen, Syrer, Libanesen, Japaner, Koreaner und vor allem Afrikaner, die als Sklaven über drei Jahrhunderte lang ins Land gebracht wurden. Von den Ureinwohnern, den Indianern, leben nur noch wenige Hunderttausend auf einer Fläche so groß wie Deutschland, die ihnen von armen Siedlern und Goldsuchern streitig gemacht wird.
Brasilien ist ein Land der Superlative und Kontraste. Es überwältigt durch die überbordende Natur, die Schönheit der Menschen, die Mischung der Kulturen und die Ekstase des Karnevals. Aber Brasilien verstört auch durch seine Gegensätze: von Arm und Reich, Agrarbusiness und intakter Natur, Lebensfreude und alltäglicher Gewalt. Den Südosten dominieren die Millionenstädte Rio de Janeiro und São Paulo, zwei Städte, deren Antagonismus Sie auch als Besucher spüren. Beim Anflug auf São Paulo ein endloses Hochhausmeer, kaum ein Flecken Grün – beim Anflug auf Rio die Spitzen der Berge, die dicht gedrängten Häuser der Favelas, während im Hintergrund in den geschwungenen Buchten das Blau des Meeres aufblitzt. Die Wirtschaft gibt den Takt in der Megapole São Paulo vor, während der Alltag in Rio noch immer von Strand und Samba auf der einen und dem Überlebenskampf in den Favelas auf der anderen Seite geprägt zu sein scheint. Im Karneval, wenn sich die lebenstrunkene Stadt und ihre cariocas genannten Einwohner feiern, erreicht das Stadt-Feeling seinen Höhepunkt. Das Hinterland Rios und São Paulos ist hügelig und ländlich, und je weiter es in die Berge von Minas Gerais geht, desto barocker und katholischer wird die Stimmung. Der Nordosten Brasiliens, die nach Europa und Afrika zeigende Spitze, beginnt mit Bahia und endet in São Luís kurz vor der Amazonasmündung. Dazwischen liegen 3300 km Strände, palmengesäumt, mit Dünen, Steilküsten oder Buchten, Urlaubsparadiese für Touristen aus Brasilien und aller Welt. Das Sertão genannte Inland ist trocken und bergig. Manchmal regnet es mehrere Jahre nicht, sodass Mensch und Vieh nicht genug Wasser haben. Kein Wunder, dass die meisten Bundesstaaten des Nordostens auf den Tourismus als Haupteinnahmequelle setzen.
In Salvador ist Brasilien Afrika am nächsten. In der ersten Kolonialhauptstadt wurden seinerzeit die meisten Sklaven an Land gebracht, sodass bis heute über 85 Prozent ihrer Einwohner afrikanischer Herkunft sind. Die historische Altstadt mit ihren prächtigen Barockkirchen und Kolonialhäusern wurde zum Weltkulturerbe erklärt. Genauso wie der Samba, die von den Sklaven mitgebrachten Rhythmen und Tänze, die mit der Karnevalsmusik die ganze Welt eroberten. Die Holländer setzten sich Anfang des 17. Jhs. in Olinda bei Recife fest, von wo sie über 20 Jahre lang Teile des Nordostens beherrschten. Auch das barocke Kleinod Olinda ist heute Weltkulturerbe, und in Recife gibt es eine lebhafte Musikszene, die traditionelle Rhythmen des Nordostens mit Rap und Funk vermischt. Fortaleza ist die Hauptstadt des ebenso windigen wie sonnengeküssten Bundesstaats Ceará. In dem von Franzosen gegründeten São Luís, der Hauptstadt des Bundesstaates Maranhão, mit seinen mit Kacheln geschmückten Kolonialbauten spürt man schon die Nähe zur Karibik. Die überwiegend afrobrasilianische Bevölkerung hört Reggae und feiert mit afrobrasilianischen Mysterienspielen.
Je weiter man in Brasilien nach Westen kommt, desto weiter wird das Land, desto grenzenloser wirkt es. Da sind die Ebenen, die für Rinderzucht und Getreideanbau genutzt werden, und die cerrados des trockenen Planalto, auf dem sich – über 1000 km von Rio und São Paulo entfernt – die Hauptstadt Brasília erhebt. 40 000 Bauarbeiter stampften die Stadt innerhalb von vier Jahren aus der roten Erde. Der Wildnis des Westens kommt man in den Sümpfen des Pantanal nahe, wo es bis heute mehr Tiere als Menschen gibt. Nördlich des Pantanal, da wo der Planalto zum Amazonasbecken abfällt, beginnt das größte Regenwaldgebiet der Welt, die grüne Lunge unseres Planeten. Amazonien bedeckt fast die Hälfte Brasiliens, ein Ökosystem mit eigenen Gesetzen. In den letzten 40 Jahren sind rund 18 Prozent der Regenwaldfläche verlorengegangen, das sind 710 000 Quadratkilometer – eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland. Illegale Abholzungen und Brandrodungen für Rinderzucht und Soja-Anbau sind hauptverantwortlich dafür. In den letzten Jahren sind die Rodungsraten allerdings erheblich zurückgegangen – auch in Brasilien wächst das Umweltbewusstsein. Der Süden Brasiliens ist die Region der europäischen Einwanderer. Dort, wo Brasilien an Argentinien und Uruguay grenzt, liegen die weiten Ebenen der Pampa. Hier kämpften die stolzen Gauchos für ihre Unabhängigkeit und gaben den Bewohnern des südlichsten Bundesstaates Rio Grande do Sul ihren Namen. Auch musikalisch sind sie mit Milonga und Gitarrenmusik ihren südlichen Nachbarn nahe. Wagnis und Weite liegen dicht neben Tradition und Enge. Auf dem Land leben die deutschen und italienischen Immigranten teilweise noch wie unsere Großeltern. Canyons und Wasserfälle, Hortensien und Kiefern, Sommer und subtropische Winter, in denen es sogar schneien kann. Und im Sommer, wie überall in Brasilien, geht es an die Strände.
Brasilien ist seit Mitte der 1980er-Jahre eine stabile Demokratie. Mit Präsident Lula hatte erstmals die breite Mehrheit einen Vertreter an der Spitze des Landes, mit dem auch das Establishment zurechtkam. Seine Nachfolgerin übernahm 2011 ein boomendes Land mit starker Währung und einem funktionierenden politischen System. Dilma Roussef war die erste Frau auf dem Präsidentensessel, eine unnachgiebige Kämpferin, mit der Brasilien aber in eine tiefe Krise geriet. Während der Militärdiktatur hatte sie sich im bewaffneten Widerstand engagiert, war verhaftet und gefoltert worden. Als Präsidentin musste sie sich 2016 einem Impeachverfahren stellen, das schließlich zu ihrer Absetzung führte und ihren Vize, den liberal-konservativen Michel Temer, als neuen Präsidenten einsetzte. Ausgerechnet im Jahr der Olympischen Spiele in Rio, geriet das Land damit in eine tiefe wirtschaftliche, politische und ethische Krise. Nie zuvor wurden die parteiübergreifenden Korruptionsskandale so schonungslos in die Öffentlichkeit gebracht; zahlreiche Unternehmer sitzen in Untersuchungshaft, Politiker wurden zum Rücktritt gezwungen. Die Wirtschaft steckt in einer Abwärtsspirale, die Inflation steigt, die Zukunft ist ungewiss. Neuwahlen wird es voraussichtlich nicht geben, erst 2018 werden die Brasilianer wieder zur Wahl eines neuen Präsidenten gebeten.
Das Grün des Urwalds, das Gelb des Goldes, das Blau der Flüsse und des Meeres, die weißen Sterne der Bundesstaaten wie Satelliten darin: Die Fahne wird schon im Kindergarten gehisst und jede Woche die Nationalhymne gesungen. Brasilianer ist man/frau mit Leib und Seele, besonders wenn die Nationalmannschaft Fußball spielt oder man selbst in der Ferne weilt. Saudade heißt Sehnsucht, und die spüren Brasilianer häufig. „Brasilien verkörpert das Emotionale und Gefühlsbetonte wie wenige andere Kulturen“, sagt der französische Anthropologe Michel Maffesoli, „eine Vorstellungswelt, in der die Gefühle als Widerstand gegen die Schwierigkeiten herangezogen werden.“ Lächeln allen Widrigkeiten zum Trotz – das Land der Zukunft ist Brasilien geblieben.
1500
Pedro Álvares de Cabral nimmt das Land des Brasilholzes für Portugal in Besitz
1534
Aufteilung in zwölf Capitanias, königliche Lehen
1624–54
Invasion der Holländer im Nordosten Brasiliens
1763
Rio de Janeiro wird Hauptstadt
1808
João VI. flüchtet vor Napoleon aus Lissabon nach Rio
1822
Sein Sohn Pedro I. ruft die Unabhängigkeit aus und wird Kaiser
1840
Dom Pedro II. wird zum Kaiser gekrönt und regiert Brasilien von da an fast 50 Jahre lang
1888
Ende der 350 Jahre dauernden Sklaverei durch das von Prinzessin Isabel unterzeichnete „Goldene Gesetz“
1889
Großgrundbesitzer und hohe Militärs setzen den Kaiser ab, Brasilien wird Republik
1930
Getúlio Vargas übernimmt mit einem Staatsstreich die Macht. Sein Estado Novo wird 1945 von den Militärs beendet
1956
Juscelino Kubitschek wird Präsident und treibt die Industrialisierung voran
1960
Einweihung Brasílias als Hauptstadt
1964
Das Militär putscht sich an die Macht, wo es sich 20 Jahre hält
1985
Der erste gewählte Präsident nach der Militärdiktatur, Tancredo Neves, stirbt noch vor Amtsantritt. Nachfolger wird Vize José Sarney
1994
Präsident F. H. Cardoso stabilisiert das Land mit der Einführung des Real
2003–2010
Mit Luiz Inácio Lula da Silva übernimmt 2003 erstmalig ein Arbeiter das Präsidentenamt
2011
Dilma Roussef, ebenfalls Mitglied der Arbeiterpartei PT, wird Lulas Nachfolgerin auf dem Präsidentensessel
2014
Bei der Fußball-WM in Brasilien wird Deutschland Weltmeister
2016
Im Jahr der Olympischen Spiele in Rio steckt Brasilien in einer tiefen Krise. Präsidentin Dilma Roussef wird durch ein Impeachment-Verfahren abgesetzt; Nachfolger wird Michel Temer
Hamburgueria Vom Amazonas bis zum Rio de la Plata: Burger sind die beliebteste Zwischenmahlzeit der Brasilianer. Für viele gehört ein Besuch bei einer der Ketten zum Wochenendprogramm; Trend in Großstädten sind Hamburguerias Artesanães, also Designerburger. Das Fleisch wird über Holzkohle gegrillt, das Brot eigens gebacken, die Sauce frisch angerührt. In São Paulo haben inzwischen sogar Traditionsbotecos eine eigene Hamburger-Abteilung. Ein Tipp dort: Hamburgueria do Sujinho (Rua Maceió 64 |Consolação |€).
Neues Szeneviertel Die Praça Mauá in Rios Zentrum ist seit Jahrhunderten das Herz der Stadt. Liebeshungrige Matrosen gingen hier an Land, staunende Reisende und Glücksritter aus aller Welt. Wie viele Hafenviertel galt die Gegend lange als zwielichtige No-Go-Area. Zu den olympischen Spielen wurde sie saniert; an der Praça Mauá eröffneten zwei Museen, und in den Straßen rundum zogen Bars und Restaurants in leerstehende Lagerhäuser (siehe auch >>).
Eisboom Es begann damit, dass Pappkakteen die Tiefkühltruhen zierten, aus der die Paleta Mexicana, Eis am Stiel, verkauft wurde: süße Milchcreme, eingeschlossen in Frucht- oder Schokoeis. Alle probierten die Neuheit. Dass die gar nicht aus Mexiko kommt, sondern eine brasilianische Erfindung ist, wurde erst später bekannt. Wirklich aus Italien kommt der „Milchkuss“, köstliches Eis, das in den weiß gestrichenen und im Retrostil eingerichteten Eisdielen von Bacio di Latte serviert wird (Filialen in São Paulo und Rio de Janeiro).
Essen auf Rädern Es begann wie so vieles in Brasilien als Improvisation. An der Strandpromenade von Salvador stärkten sich die Nachtschwärmer am mobilen Imbissstand Quatro Rodas
