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MARCO POLO E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck!
E-Book (ePub) basiert auf: 10. Auflage 2025
Urlaub für Inselfans und Bergfreaks: Mit dem MARCO POLO Reiseführer nach Malaysia Im Urwald auf Orang-Utan-Suche gehen, mit Papageifischen schnorcheln oder doch lieber moderne Street Art fotografieren? Mach im Urlaub einfach jeden Tag was anderes! Malaysia hält auf engstem Raum eine riesige Vielfalt an Erlebnissen für dich bereit. Ob traumhafte Tropenstrände, spektakuläre Dschungel-Touren oder die größte (und übelriechendste) Blume der Welt – dein MARCO POLO Reiseführer verrät dir, was du hier auf keinen Fall verpassen darfst.
Wo die Kulturenvielfalt erfunden wurde: Erkunde Malaysia mit MARCO POLO
Mit den Tipps in deinem MARCO POLO Reiseführer bist du schon vor deiner Reise bestens vorbereitet und kannst deinen Urlaub entspannt genießen. Hier findest du alle wichtigen Infos zu Land und Leuten, zur Anreise und zum Weiterkommen vor Ort. Mit dem praktischen Malaiisch-Sprachführer fehlen dir nie die Worte und die Faltkarte zum Herausnehmen sorgt dafür, dass du immer den Überblick behältst. Entdecke Malaysia in deinem eigenen Rhythmus und erlebe unvergessliche Momente mit MARCO POLO!
ERLEBE LOS!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 160
Veröffentlichungsjahr: 2025
1 PETRONAS TWIN TOWERS
Absolutes Muss: die Aussichtsbrücke auf Malaysias lange Zeit höchstem Gebäude.
Westen der Halbinsel
2 JALAN ALOR FOOD STREET
Der Spaziergang über die Schlemmermeile in Kuala Lumpur führt durch alle Küchen Asiens.
Tipp: Atmosphärische Fotos machst du am östlichen Ende bei den Grillständen.
Westen der Halbinsel
3 GEORGE TOWN
Die vielleicht multikulturellste Stadt Malaysias – essen, ausgehen und die Atmosphäre genießen.
Tipp: Halt Ausschau nach den Streetart-Motiven – auf dem Foto wirst du zum Teil des Kunstwerks.
Westen der Halbinsel
4 PULAU PERHENTIAN
Die Strände der beiden Inseln sind einfach perfekt. Die kleinere, Perhentian Kecil, lockt zudem mit entspannter Backpacker-Stimmung.
Osten der Halbinsel
5 TAMAN-NEGARA-NATIONALPARK
Tropische Fauna, Flora und wilde Flüsse im wahrscheinlich ältesten Wald der Welt.
Tipp: Dreh ein Video in der Abenddämmerung, die Geräusche des Dschungels gehören einfach dazu.
Osten der Halbinsel
6 PULAU TIOMAN
Glasklares Meer mit Korallenriffen, blendend weiße Strände: Das Paradies liegt vor der Haustür.
Osten der Halbinsel
7 GUNUNG-MULU-NATIONALPARK
Riesige Höhlen, einsame Trekkingpfade und Millionen flatternde Fledermäuse, die am Abend die Deer Cave verlassen.
Tipp: Nutz die „Bewegte-Bilder“- Einstellung, denn die Fledermäuse sind schnell!
Sarawak
8 TUNKU-ABDUL-RAHMAN-NATIONALPARK
Weißer Strand und blaues Meer voller bunter Fische – die fünf Inseln des Parks sind ein echtes Tropenparadies (Foto).
Sabah
9 KLIAS WETLANDS RESERVE
Bei einer abendlichen Bootstour siehst du seltene Nasenaffen – und musst dafür nicht schwitzend durch den Dschungel wandern.
Tipp: Fotografier die Tiere, wenn sie sich im goldenen Abendlicht auf den Bäumen zur Nachtruhe sammeln.
Sabah
10 KINABATANGAN RIVER
Nashornvögel, Elefanten, Krokodile und vielleicht auch Orang-Utans: Sie alle triffst du bei der Fahrt über den Fluss.
Tipp: Unbedingt das Teleobjektiv einsetzen!
Sabah
DIE MARCO POLO BUCKETLIST
MARCO POLO TOP-HIGHLIGHTS
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... grün & fair
... Low Budget
... mit Kindern
... typisch
SO TICKT MALAYSIA
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Auf einen Blick
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Essen & Trinken
Shoppen & Stöbern
Sport
DEIN MARCO POLO URLAUBSPLANER
WESTEN DER HALBINSEL
Kuala Lumpur
Rund um Kuala Lumpur
Melaka
Rund um Melaka
Ipoh
Rund um Ipoh
George Town
Rund um George Town
Pulau Langkawi
Rund um Pulau Langkawi
OSTEN DER HALBINSEL
Kota Bharu
Rund um Kota Bharu
Kuala Terengganu
Rund um Kuala Terengganu
Kuantan
Rund um Kuantan
SARAWAK
Kuching
Rund um Kuching
Miri
Rund um Miri
SABAH
Kota Kinabalu
Rund um Kota Kinabalu
Mount Kinabalu
Rund um Mount Kinabalu
Sandakan
Rund um Sandakan
ERLEBNISTOUREN
Ein Besuch auf Penang
Ins Land der Malaien
Durch die Cameron Highlands
GUT ZU WISSEN
Ankommen
Weiterkommen
Im Urlaub
Notfälle
Wichtige Hinweise
Spickzettel Malaiisch
URLAUBS FEELING
REGISTER
IMPRESSUM
BLOSS NICHT!
BESSER PLANEN MEHR ERLEBEN!
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Alle Infos zum digitalen Angebot unter marcopolo.de/app
Leuchtendes Beispiel – Thean-Hou-Temple in Kuala Lumpur
DIE WELT ENTDECKEN - UND SCHÜTZEN
Malaysias Märkte sind voller Obst und Gemüse - und wetten, die Hälfte davon hast du noch nie gesehen oder gar probiert? Kauf kulinarische Abenteuer also auf dem lokalen Markt und lass dir dabei gleich zeigen, wie man die unbekannten Leckereien isst.
Möchtest du die lokale Natur besser kennenlernen und etwas für ihren Schutz tun? In verschiedenen Schildkröten-Schutzprogrammen wie auf Pulau Perhentian sowie auf der Insel Pulau Tioman (juaraturtleproject.com) kannst du gegen einen Obolus mithelfen und so den Erhalt der Meeresschildkröten unterstützen (Foto).
Osten der Halbinsel
Wie leben eigentlich die „normalen“ Malaien auf dem Land? In traditionellen malaysischen Dörfern, sogenannten Kampungs, können Touristen bei einheimischen Familien übernachten und oft auch am Alltag teilnehmen. Unter homestay.com findest du eine Fülle von Gastgebern.
Kadazan-Dusun, Rungus, Bajau oder Murut - dies sind nur einige der Ethnien Borneos. Wenn du mehr über sie erfahren willst, besuch eines der Cultural Villages wie Monsopiad oder das Mari Mari Cultural Village.
Sabah
Ökologisch wertvolle und umweltfreundliche Produkte zu erkennen, das ist gar nicht so einfach. Unterwegs in Malaysia hilft dir dabei das grüne Label MyHIJAU. Es macht Produkte und Dienstleistungen, die lokale und internationale Umweltstandards erfüllen, erkennbar. Weitere Infos und Listen unter dir.myhijau.my.
FÜR DEN KLEINEN GELDBEUTEL
Ruhe und Erholung vom Trubel in Kuala Lumpur findest du in den Lake Gardens. Der Eintritt zum Orchideengarten und dem angrenzenden Hibis- kusgarten ist wochentags frei.
Westen der Halbinsel
Fast schon unwirklich scheinen die 12 km nördlich von Kuala Lumpur gelegenen Batu Caves mit ihren hinduistischen Tempeln. Hier verbringst du locker einen halben Tag - und das auch noch kostenlos.
Westen der Halbinsel
Stoffe, Gewürze, Batiken ud sogar Drachen bekommst du zu unglaublich guten Preisen auf dem Pasir Siti Khadijah (Central Market) in Kota Bahru - allein dafür ist er einen Umweg wert.
Osten der Halbinsel
Der im Zentrum der Insel Penang gelegene chinesische Tempel Kek Lok Si (Foto) ist nicht nur wegen der 30 m hohen Statue der Göttin der Barmherzigkeit beeindruckend. Als Eintritt entrichtest du eine kleine Spende.
Westen der Halbinsel
Klassische Tänze und Musik, Schattenspiel, Selbstverteidigung, Kreiselwettkämpfe ... all das gibt es im Gelanggang Seni Kulturzentrum in Kota Bharu gratis.
Osten der Halbinsel
Der Botanische Garten in George Town liegt zwischen dschungelbedeckten Hügeln, kostet keinen Eintritt und lockt mit tropischer Vielfalt. Für Neulinge besonders interessant ist der Primärdschungel-Bereich.
Westen der Halbinsel
SPANNENDES FÜR GROSS & KLEIN
Im Bird Park von Kuala Lumpur erlebst du die Vogelwelt Malaysias (fast) ohne Gitter und darfst viele der Vögel mit dem dort erhältlichen Futter verwöhnen. Näher kommt man nicht heran!
Westen der Halbinsel
Der feinkörnige Sandstrand rund um Tekek vor Pulau Tioman ist nicht nur ideal für eine Sandburg, er ist auch ein wunderbares Revier für kleine Schnorchelanfänger, denn der Strand fällt sehr flach ab. Mit ein paar Brotstückchen lassen sich jede Menge bunte Fische heranlocken.
Osten der Halbinsel
Ganze drei Minuten dauert die Reise über eine der längsten Wasserrutschen der Welt im Escape Theme Park in Penang: Über 1100 m ist sie lang!
Westen der Halbinsel
Nicht nur für Kinder ist der Canopy Walkway im Taman-Negara-National- park, der durch die Baumwipfel führt, ein Abenteuer. Schwindelfrei sollte man allerdings sein.
Osten der Halbinsel
Im Aquaria KLCC tauchst du unter die Meeresoberfläche ab oder wanderst durch den Regenwald zur Küste mit ihren tropischen Korallenriffen. Das Highlight ist ein Acryltunnel durch die Welt der Ozeane mit großen Fischen und Schildkröten (Foto).
Westen der Halbinsel
Das interaktive Museum Petronas Science Centre in Kuala Lumpur macht Spaß und ist pädagogisch wertvoll. Teils werden wissenschaftliche Abläufe sogar als Theater nachgespielt.
Westen der Halbinsel
DAS ERLEBST DU NUR HIER
Die von den chinesisch-malaiischen Peranakan geprägte Nyonya-Küche verbindet seit Jahrhunderten chinesische Zubereitungsarten mit malaiischen Gewürzen - besonders authentisch gibt es sie in Melaka.
Westen der Halbinsel
Die Gotteshäuser verschiedenster Religionen, von Buddhismus, Islam und Christentum bis zu Daoismus und Hinduismus liegen in der Straße der Harmonie von George Town Tür an Tür - ein friedliches Miteinander.
Westen der Halbinsel
Den über 130 Mio. Jahre alten Taman-Negara-Nationalpark (Foto) kannst du auch ohne Guide erforschen. Besonders aufregend ist eine Nachtwanderung.
Osten der Halbinsel
Im Sarawak Cultural Village tauchst du ein in die ethnische Vielfalt Malaysias. Nicht nur zu den Völkern Borneos, auch zur Kultur der Malaien und der Chinesen findest du jede Menge Infos.
Sarawak
Das Riff rund um die Insel Pulau Sipadan zählt zu den schönsten Tauchgebieten Südostasiens. Es ist von menschlichen Eingriffen fast komplett verschont geblieben und überwältigt mit Fisch- und Farbenreichtum.
Sabah
Bei einem Besuch des Matang Wildlife Centre lernst du die sanften Menschenaffen aus nächster Nähe kennen und erfährst mehr über ihre Lebensweise.
Sarawak
Wo die wilden Orang-Utans wohnen
Gottheiten und Geisterschreck: Tempel Wat Chayamangkalaram in George Town
Strand, Schnorcheln, Dschungeltouren oder doch lieber Kultur und Kulinarik? Das multikulturelle Malaysia bietet auf engstem Raum eine unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten und viele spannende historische Hintergründe. Und dies nicht nur auf der westmalaysischen Halbinsel, sondern auch in den Borneo-Provinzen Sabah und Sarawak.
Grün, so weit das Auge reicht, umgeben von einem goldenen Rand makelloser Tropenstrände: So präsentiert sich Malaysia schon beim Anflug - wenn die Wolken mitspielen. Und der erste Eindruck täuscht nicht: In Sachen Natur hat das Land sagenhaft viel zu bieten: Mehr als 3,8 Mio. Hektar Dschungel, fast 5000 km Küste und jede Menge Nationalparks, in denen von Tigern bis zu Orang-Utans und Nasenaffen all die Tiere leben, die wir Europäer nur aus TV-Tierdokus kennen.
35 000 v. Chr.
Erste Siedlungen auf Borneo
Ab ca. 200 v. Chr.
Indische Händler führen Sanskrit und buddhistischhinduistische Kultur ein
1414
Melakas Herrscher tritt zum Islam über
1511
Portugiesen erobern Melaka
1641
Die Niederlande erobern Melaka und Westmalaysia
1824
Die malaiische Halbinsel geht an Großbritannien
1941/42
Japan besetzt British Malaya
1948–1960
Kolonialkrieg gegen die zurückkehrenden Briten
1957
Unabhängigkeit Malayas; ab 1963 heißt die Föderation mit Singapur, Sarawak und Sabah Malaysia. Singapur tritt 1965 aus
2018
Das Bündnis Pakatan Harapan stellt Mehrheit im Parlament, womit die Opposition erstmals die Regierungspartei ablöst
2022
Das Wahlalter wird von 21 auf 18 Jahre gesenkt
2024
Sultan Ibrahim Iskandar wird zum König gewählt
Malaysia nur auf seine Natur zu reduzieren, wird dem Land jedoch nicht gerecht: Der südostasiatische Staat ist mit rund 330 000 km2 Fläche etwas kleiner als Deutschland und verteilt sich auf die malaiische Halbinsel (Westmalaysia) und Ostmalaysia mit den Provinzen Sabah und Sarawak auf der Insel Borneo. Seit vielen Jahren gehört es zu den „kleinen Tigern“, den Schwellenländern, die mit rasanter Entwicklung auf sich aufmerksam machen. Wirtschaftlich steht Malaysia sogar gleich nach den Stadtstaaten Singapur und Brunei an dritter Stelle in Südostasien. Logisch, dass sich dieser wirtschaftliche Erfolg auch architektonisch und infrastrukturell unübersehbar bemerkbar macht - schon bei der Ankunft in der Hauptstadt Kuala Lumpur (von den Malaysiern meist nur KL genannt), dem klassischen Tor nach Malaysia: Den Flughafen als „modern“ zu bezeichnen, ist fast schon eine Untertreibung. In der Stadt selbst warten gewagte Wolkenkratzer wie die 451 m hohen Petronas Towers - lange Zeit die höchsten Türme der Welt - oder der brandneue 697 m hohe Merdeka Tower, drum herum leistet sich KL quasi eine neue, futuristische Stadt.
Im Kolonialviertel lebt das britische Empire noch immer, gleich nebenan lockt Chinatown mit seinen unzähligen shophouses, Marktständen und Imbissen.
Was dir auffallen wird: Inderinnen im Sari und mit fettem Goldschmuck schlendern hier genauso durch die Gassen wie Chinesinnen im Minirock und Malaien im traditionellen Sarong. Malaysia ist eine bunte Mischung aus mehr als 50 Ethnien, unter denen die Malaien nicht einmal zwei Drittel ausmachen.
Der Blick in die Geschichte zeigt, warum: Bereits vor Hunderten von Jahren segelten chinesische Kaufleute mit dem Monsun zur malaiischen Halbinsel und gründeten dort nicht selten auch eine Familie. Im 19. Jh. eroberte die British East India Company nach und nach das heutige Westmalaysia und holte Abertausende chinesischer Arbeitskräfte für die Zinnminen und indische Plantagenarbeiter ins Land. 1868 wurde die Region schließlich Teil der britischen Kronkolonien, erst 1957 erlangte es wieder die Unabhängigkeit, die beiden Borneo-Provinzen Sa- bah und Sarawak mit ihren indigenen Völkern gehören erst seit 1963 zu Malaysia. Für den Besucher hat diese bunte Mischung viele Vorteile: Wo sonst kann man innerhalb weniger Stunden alle großen Kulturen Asiens besuchen? Islamische Moscheen, christliche Kirchen, daoistische, buddhistische und hinduistische Tempel an einem Nachmittag. Im Alltag sorgt diese Vielfalt hin und wieder auch für Spannungen - bis heute leben die Ethnien eher nebeneinander her. Die politische Führung des Landes stellen vor allem die Malaien, während die Wirtschaft vorwiegend in chinesischer Hand liegt. Eines haben aber alle gemeinsam: Ausländischen Besuchern gegenüber sind sie extrem freundlich eingestellt. Und weil Englisch noch immer Umgangssprache ist, gibt es hier und da auch die Chance auf eine interessante Unterhaltung.
Bei aller Kultur zieht es doch irgendwann jeden Besucher Malaysias an den Strand - zu Recht! Doch an welchen? Die Auswahl ist groß, bei mehr als 4300 km Küste und fast tausend Inseln. Weißer Sand, glasklares Wasser, Palmen, Korallenriffe und Tauch- und Schnorchelreviere, die zu den schönsten der Welt gehören: Diese Beschreibung ist eigentlich immer richtig, egal, ob es sich um das eher internationale Langkawi oder das ursprüngliche Pulau Tioman handelt. Ob die Reise dabei an die West- oder Ostküste geht, ist nur eine Frage der Jahreszeit. Rotfeuerfische und Clownfische schwimmen dem Touristen überall vor die Brille, genauso wie Papagei- und Schmetterlingsfische. Und das ist nur der Anfang, denn in Sachen Tierwelt und Wow-Faktor hat Malaysia im Landesinneren genauso viel zu bieten. Ob im Taman-Negara-Nationalpark mitten auf der westmalaysischen Halbinsel oder in einem der 62 anderen Naturschutzgebiete und Wildreservate: Der tropische Regenwald ist ein eigener, faszinierender Kosmos. Die ultimative Portion Urwald jedoch wartet in den beiden Ostprovinzen Sabah und Sarawak auf Borneo - sogar regelrechte weiße Flecken gibt es hier noch tief im Dschungel, zum Beispiel im Danum Valley Conservation Area, wo Biologen immer wieder mal auf neue Pflanzen und Tierarten stoßen. Kein Wunder, dass Malaysia in vielerlei Hinsicht Stoff für mehr als eine Reise bietet ...
Der Animismus, also der Glaube an die beseelte Natur, war einst in ganz Südostasien verbreitet, auch in Malaysia. Für viele Ureinwohner, die noch heute den Animismus praktizieren, sind Omen in der Natur, Träume und die Kommunikation mit Verstorbenen von großer Bedeutung. Auch Chinesen pflegen ihre Beziehung zu den Ahnen und fürchten Dämonen. Schamanen und Hexenmeisterinnen sterben zwar langsam aus, aber der uralte Glaube wurzelt tief. Selbst wenn sich moderne Malaysier meist zu einer der Weltreligionen bekennen - an der Effizienz von weißer und schwarzer Magie zweifeln nur wenige.
„Bersih“ bedeutet so viel wie „sauber machen“ oder „aufräumen“ - und so heißt die Koalition aus Nicht-Regierungsorganisationen und Oppositionsparteien, die sich seit 2007 für den politischen Wandel einsetzt, z. B. für die Reform des Wahlsystems. In den Augen der Bersih-Bewegung (bersih. org) bevorteilte das ungerechte System die seit Jahrzehnten regierende Barisan-Nasional-Koalition, förderte Wahlbetrug und Korruption - und es bevorzugte eindeutig die ethnische Volksgruppe der Malaien (s. Thema „Bumiputra“). Im Mai 2018 schließlich geschah das Unglaubliche: Zum ersten Mal in der Geschichte des Staates Malaysia stellte die Barisan-Nasional- Koalition nicht mehr die Mehrheit im Parlament und damit auch nicht die Regierung. Der einst unter fadenscheinigen Gründen ins Gefängnis geworfene Oppositionelle Anwar Ibrahim wurde sogar zum designierten Ministerpräsidenten auserkoren. Tiefgreifende politische Änderungen gab es seither aber dennoch nicht, was vor allem bei den jüngeren Malaysiern zu Politikverdrossenheit führt. Immerhin wurde 2022 das Wahlalter von 21 auf 18 Jahre abgesenkt. Die Bersih-Bewe- gung regiert zwar inzwischen nicht mehr, Ibrahim ist allerdings weiterhin Premierminister in einer Koalition der nationalen Einheit.
Unterwegs in Malaysia fährst du hin und wieder durch monotone Palmwälder: Es sind keine Naturflächen, sondern Palmölplantagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat die Pflanze ihren Siegeszug an, mittlerweile ist Palmöl weltweit das am meisten genutzte Fett in der Lebensmittelindustrie und wird sogar zur Herstellung von Biotreibstoff verwendet. Zusammen mit Indonesien stellt Malaysia derzeit 85 Prozent der weltweiten Anbauflächen und exportiert jedes Jahr über 18 Mio. Tonnen Palmöl. Aus ökologischer Sicht ist das keine gute Entwicklung, denn für die Pflanzung der Monokulturen wird Urwald abgeholzt beziehungsweise brandgerodet. Kritik daran hört man vor Ort nicht überall gern, denn Palmöl spült viel Geld in die Kassen der Landbesitzer – mehr als 650 000 Kleinbauern sind von den Plantagen abhängig. Dennoch erließ die malaysische Regierung 2018 ein Gesetz, das die weitere Ausdehnung der Ölpalmplantagen verbietet, um den primären Urwald zu schützen. Ob dies auf Dauer erfolgreich sein wird, muss sich noch zeigen. Positiv ist: Mittlerweile gibt es immerhin einige nachhaltige Plantagen.
Wörtlich übersetzt bedeutet Bumipu- tra „Söhne der Erde“. Gemeint sind die Malaien und die Ureinwohner des Landes wie beispielsweise die Kadazan- Duzun oder Iban. Sie erhalten von der Regierung in Malaysia gezielte Unterstützung, z. B. in Form von Steuervergünstigungen, leichterem Zugang zu Regierungspositionen und Universitäten, besseren Bankkonditionen und vielen anderen Privilegien. Unter den chinesischen und indischen Malaysiern sorgt dies für Unmut, denn sie fühlen sich als Bürger zweiter Klasse. Das Problem ist: Sowohl Chinesen als auch Inder kamen in großer Menge während der britischen Kolonialzeit ins Land, die meisten leben mittlerweile in dritter oder vierter Generation dort. Wirtschaftlich sind vor allem die Chinesen oft erfolgreicher als die Malaien. Derzeit stellen die chinesischen Malaysier ungefähr 25 Prozent der Bevölkerung, die indischen Malaysier kommen auf rund sieben Prozent.
Palmölplantagen bestimmen das Bild Malaysias genauso wie der Dschungel
Verwirrung gibt es beim unterschiedlichen Gebrauch der Begriffe Malaysier und Malaien: Letztere sind Angehörige der malaiischen Volksgruppe, also der Bumiputra. Alle unterschiedlichen Ethnien zusammen - Malaien, Chinesen, Inder und die Nachkommen der Protomalaien - sind dagegen Malaysier, also Staatsbürger Malaysias.
Gewählter König: Sultan Ibrahim Iskandar und Königin Raja Zarith
Ähnlich wie einige europäische Länder, ist auch Malaysia eine parlamentarische Monarchie. Ungewöhnlich ist jedoch: Der König Yang di-Pertuan Agong („Erster unter den höchsten Durchlauchten“) wird alle fünf Jahre von den Sultanen der neun Bundesstaaten Johor, Kedah, Kelantan, Nege- ri Sembilan, Pahang, Perak, Perlis, Se- langor und Terengganu aus den eigenen Reihen gewählt. In Melaka, Penang, Sarawak und Sabah regiert hingegen ein Gouverneur. Die Allüren und Eskapaden mancher malaysischer royals stehen denen der britischen hingegen in nichts nach.
Eine Wanderung durch den malaysischen Dschungel ist ein regelrechter Ausflug in die Vergangenheit, denn die tropischen Regenwälder Malaysias sind sogar älter als der Amazonas. In Millionen von Jahren konnten sich die Flora und Fauna hier extrem vielseitig entwickeln. Allein auf der Halbinsel wachsen mehr als 8500 Pflanzenarten. INSIDER-TIPPRekordhalter unter den PflanzenNeben über tausend Orchideenarten gedeiht in Malaysia auch die Rafflesia: Mit bis zu 1 m Durchmesser hat sie die größte Blüte der Welt. Nur riecht sie leider nicht besonders gut, zumindest nicht für Menschen, denn die Pflanze lockt Insekten mit dem Geruch von verwesendem Fleisch an.
In den Regenwäldern des Flachlandes leben große Säugetiere wie Leopard, Gaur (seladang), Elefant, Tiger und Tapir, die du aber nur schwer zu Gesicht bekommst. Einzigartig sind auch die Orang-Utans, die nur auf Borneo und Sumatra leben. Die „Wald-Menschen“, so die wörtliche Übersetzung, sind durch illegalen Tierhandel und die Zerstörung ihres Lebensraums vom Aussterben bedroht. Engagierte Naturschutzorganisationen setzen sich für ihren Schutz ein, illegale Tierhändler erwartet sogar die Todesstrafe.
Zahlreicher noch als die Säugetiere sind die Vogelarten. Zu den mehr als 700 Arten gehören u. a. Königsfischer, Bienenfresser, Silberreiher und Eisvogel. Auch 150 000 Insektenarten sollen in Malaysia beheimatet sein, außerdem Krokodile, Echsen und viele Schlangenarten wie Kobra, Viper und Python. Völlig erforscht ist der Dschungel übrigens noch nicht: Erst vor wenigen Jahren lief den Biologen eine unbekannte Großkatze in die Fotofalle!
