Marketing für Brenner - Helmut Knöpfle - E-Book

Marketing für Brenner E-Book

Helmut Knöpfle

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Beschreibung

Sie sind Brenner und benötigen eine Ideenbank mit einfach umsetzbaren Gedanken zur Vermarktung ihrer Brennerei-Erzeugnisse? Marketing-Experte Helmut Knöpfle zeigt Wege und Ideen, wie Sie Ihre Produkte professionell am Markt platzieren. Erfahren Sie, wie ein erfolgreicher Marketingplan aussieht, worauf es beim Verkaufsgespräch ankommt, wie Sie positive Kundenerlebnisse schaffen und warum Networking so wichtig ist. Stimmen Sie Ihre Marketingstrategie ganz individuell auf Ihren Betrieb ab und lassen Sie sich inspirieren, Ideen weiterzudenken, um Kunden mit Ihren Produkten glücklich zu machen. Denn: Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 170

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Helmut Knöpfle

Marketing für Brenner

Kommunikation – Verkauf – Erfolg

Inhalt

Vorwort

Was ist Marketing eigentlich?

Spirituosenkonzerne, ihre Strategie und was man sich davon abschauen kann

Marketing – ein Überblick

Kreativität hat nichts mit Geld zu tun

Produktvielfalt ist kein Ziel

Kreative Meetings

Marketing – Definition, Ziele und Strategien

Die Einfachheit als goldene Regel

Von der Idee bis zur Markteinführung

Unternehmensphilosophie – Ihre Philosophie

Außendarstellung im Kontakt mit dem Kunden

Persönlichkeit zeigen

Ihr Marketing-Plan

Marktanalyse

Marktbeobachtung

Marktprognose

Die vier „P“s des Marketings

Ihr Logo: kurz, prägnant, unverwechselbar

Von anderen lernen

Die 10 Regeln des Marketings

Checkliste Ihrer Marktsituation

Die SWOT-Analyse

Emotionssysteme des Menschen

Customer Experience Management

Checkliste – mit den Augen Ihrer Kunden

Die Emotion hat Gründe, die die Vernunft nicht kennt

Der Ort – Ihre Brennerei

Das Ereignis – Ihre Brennerei erleben

Das Produkt und Ihre Arbeit

Von der Idee zur Realisierung

Ideen über Ideen – ein Gedankenanstoß

Das Verkaufsgespräch

Der erste Eindruck

Die Kontaktaufnahme bzw. Anwärmphase

Die Bedarfsanalyse

Das Angebot

Der Abschluss

Checkliste der Bedarfssituation

Die Gastronomie

Vorträge halten

Zuhörer integrieren

Zuhörer fesseln

Spannung oder Langeweile

Körpersprache bewusst einsetzen

Checkliste zur Bewertung von Vorträgen

Ihr Netzwerk

Grundsätzliches zum Networking

„Small Talk“ – wie geht das?

Einige Grundregeln des Small Talk

Das Social Web

So schaffen Sie sich einen guten Ruf im Netz

So säubern Sie das Internet von übler Nachrede

Instagram, Hashtags, Facebook

Das Pro und Kontra zu Social Media

Markenbotschafter

Virales Marketing

Der virale Effekt

Guerilla-Marketing

Messen

Der Messeauftritt – Brennerei gegen Industrie

Fremde Hausmessen

Ihre eigene Hausmesse

Die Vorbereitung einer Messe

Kooperationen

Der Logo-Friedhof

Kooperationsvorlage

Marketing-Glossar

Service

Der Autor

Impressum

Vorwort

Erwarten Sie bei diesem Buch kein klassisches A-B-C-Marketing-Werk nach den Richtlinien der Studiengänge an Universitäten für Werbung und Kommunikation. Wir beginnen nicht beim Lehrstoff der Hochschulen oder gar einem 08/15-Volkshochschul-Seminar in Werbung aller Art. Sie haben am Schluss ein Glossar wichtiger Begriffe aus dem Marketing, aus dem Sie einhergehende Aufgaben individuell für sich und Ihren Betrieb ableiten können. Was Sie als Brenner eher nicht benötigen, ist ein Nachschlagewerk, wie man Kennzahlen in eine bunte Statistik umwandelt und alles möglichst positiv darstellt. Vielmehr soll dieses Werk eine Ideenbank sein, mit einfach umsetzbaren Gedanken aus und für die Praxis.

Der wahre Zweck von Büchern sollte sein, den Geist zu eigenem Denken zu verleiten.

Sie halten einen bunten Strauß an Möglichkeiten in Händen, die Sie, lieber Leser, inspirieren sollen. Inspirieren, Ideen weiterzudenken und hinter den Horizont der Werbung und des Marketings zu blicken. Erfinden Sie Strategien, die auf Sie passen, erweitern Sie und definieren Sie Ihre eigenen Wege, um Kunden zu gewinnen und mit Ihren Produkten glücklich zu machen. Die Auffassung des Marketings, eine treffsichere Werbung betreiben zu können, ist in den letzten 100 Jahren von einer Auffassung zur nächsten gesprungen, und bisher hat keine Strategie einen hundertprozentigen Erfolg gewährleistet.

Unternehmen, Produkte, Marken und natürlich die Persönlichkeiten, die all dem vorstehen, sind so unterschiedlich, wie es Menschen auf diesem Planeten gibt.

Nehmen Sie dieses Buch als Inspiration für Ihre eigenen Ideen, die ich damit provozieren möchte. Lassen Sie Ihrer Vision freien Lauf und erfinden Sie Ihre eigene Marketing-Strategie, ganz individuell auf Ihr Unternehmen abgestimmt.

Was ist Marketing eigentlich?

Schauen wir doch einfach mal im Lexikon nach. Der Begriff „Marketing“ wird im Wörterbuch erklärt mit den Worten: Bereitstellung von Gütern oder Dienstleistungen, um Kundenbedürfnisse zu befriedigen.

Somit steht das Ziel relativ einfach und klar fest: Marketing soll Wünsche des Kunden ermitteln und die Produkte des Unternehmens diesen Anforderungen anpassen und somit Gewinne erzielen.

Eine weitere, sehr wichtige und höchst interessante Aufgabe des Marketings ist das Vorhersehen von Kundenbedürfnissen, was gewissermaßen an Hellseherei grenzt – Sie haben bestimmt schon bemerkt, dass neun von zehn (teilweise unüberlegten) Neueinführungen nach etwa zwei Jahren wieder vom Markt verschwunden sind. Die Aufgabe ist eher so zu verstehen, dass das Marketing Kundenbedürfnisse wecken soll, von denen der Kunde noch gar nicht weiß, dass er sie hat. Der potenzielle Kunde weiß also noch nicht, dass er ein Produkt erwerben soll – erst durch gezielte Aktivitäten des Marketings erfährt er davon, identifiziert sich damit und will das Produkt haben. So ist also die Aufgabe des Marketings nicht nur die Bewerbung von Artikeln, sondern auch eine gewisse Mitbestimmung in der Entwicklungsphase von Konsumgütern.

Spirituosenkonzerne, ihre Strategie und was man sich davon abschauen kann

Wer nicht wirbt, der stirbt, so heißt ein bekannter Slogan. Dieser Satz ist unbedingt richtig, vorausgesetzt man deutet das Wörtchen „werben“ oder „Werbung“ korrekt und kann dies für sich persönlich oder sein Unternehmen erfolgbringend umsetzen.

Aber wie geht das eigentlich, dass große Spirituosen-Marken im Fernsehen, in Zeitschriften, in Städten auf großen Plakaten und vielen weiteren Flächen so prominent zu sehen sind? Wer bezahlt das eigentlich?

Nehmen wir an, von einem bestimmten amerikanischen Whiskey werden pro Jahr über 9 Millionen Flaschen nur in Deutschland verkauft und pro Flasche wird nur 1 Euro als Werbe-Budget zugrunde gelegt. Somit ergibt dies ein Werbebudget von etwa 9 Millionen Euro, welche in einem Jahr investiert und nicht einfach ausgegeben werden können. Genügend also, nicht nur um in den Bekanntheitsgrad zu investieren, sondern auch, um parallel eine intensive Marktforschung zu betreiben. Die am besten zum Produkt passende Zielgruppe kann nun mit konstruktiv entwickelten und ansprechenden Werbemaßnahmen bespielt werden. Der Absatz soll schließlich im Folgejahr nicht nur gehalten, sondern auch gesteigert werden. Ein fantastisches Szenario, gewissermaßen eine Art Jackpot: Millionen von verkauften Flaschen, eine zahlungswillige und treue Zielgruppe, die fleißig für Absatz sorgt und volle Kassen beschert.

Frage lieber den erfahrenen Mann um Rat, als einen Gelehrten.

Glauben Sie jetzt aber bitte nicht, dies sei ein einfaches Unterfangen. Und glauben Sie auch nicht, dass dies alles so exakt geplant werden kann!

Marketing – ein Überblick

Marketing-Strategien legen fest, mit welchen Mitteln die Marketing-Ziele erreicht werden sollen. Es ist wichtig zu verstehen, was eine Strategie ist und inwiefern sie sich von einer Taktik unterscheidet. Als Strategie bezeichnet man die übergreifende Methode, die man auswählt, um innerhalb eines bestimmten zeitlichen Rahmens spezielle Ziele umzusetzen. Die Strategie befasst sich nicht mit den Details der anschließenden Umsetzung, denn dies ist dann eher der Taktik zuzuordnen. Bei all diesen Überlegungen steht folgende Frage im Mittelpunkt: Warum soll der Kunde mein Produkt kaufen?

Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.

Ein Produkt, welches in den verschiedensten Verkaufskanälen verfügbar ist, verlangt natürlich auch unterschiedlichste Maßnahmen der Konsumenten-Ansprache. Zum einen in der Werbung, zum anderen auch in der Logistik und Verfügbarkeit für den Konsumenten. Jede Art von Verkaufsstelle hat ihre eigenen, manchmal sehr unterschiedlichen Ansprüche. Der Lebensmittel-Einzelhandel, der Facheinzelhandel, der Fachgroßhandel, die Abholmärkte und vor allem die breit gefächerte Palette der gastronomischen Einrichtungen, in denen die Marken erlebbar gemacht werden.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Produktmanager einer bestimmten Marke und haben den Auftrag, das Budget so einzusetzen, dass die Ihnen anvertraute Marke den Absatz nicht nur hält, sondern auch noch um 50 000 Flaschen im kommenden Jahr steigert. Sie haben nahezu alle Möglichkeiten, aber welche ist nun die richtige, um eine Absatzsteigerung sicher zu erreichen? Setzen Sie auf TV-Werbung, so müssen sie zunächst einen Werbespot produzieren. Was aber ist die Story, was soll die Aussage sein, welche Zielgruppe wollen Sie ansprechen, welcher Sender und welche Sendezeit ist die richtige? Oder wählen Sie Zeitschriften und Plakatwerbung? Vielleicht schicken Sie Promotion-Teams durch die Gastronomie und den Lebensmittel-Einzelhandel? Auch Geschenkpackungen für den Handel versprechen vielleicht Erfolg: eine Flasche mit zwei Gläsern? Oder versuchen Sie Ihr Glück mit der Vergabe von Listungsgeldern in fünfstelliger Höhe bei den großen Handelsketten, um auf einen Schlag in 2500 Verbrauchermärkten in Deutschland verfügbar zu sein? Oder Sie nehmen von allem etwas?

Alleine all diese Entscheidungen zu treffen, bringt Sie sehr schnell an Ihre Grenzen, denn die Ideen und Möglichkeiten, die aus den verschiedenen Verkaufs- und Konsumorten kommen, sind nahezu unerschöpflich. Nicht nur unerschöpflich, sondern auch so unterschiedlich, dass man sich unbedingt der Hilfe von Werbe- bzw. Promotion-Agenturen bedienen muss.

In den Werbeagenturen sitzen durchaus kreative Köpfe, die sich den ganzen Tag Gedanken darüber machen, wie man ein bestimmtes Produkt, welches vielleicht aus Marktforschungen als Idee entstanden ist, am besten weiterentwickelt und vermarktet. In diesen Kreativbüros arbeiten Leute mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Erfahrungen: Verkäufer, Psychologen, Grafiker, Designer, Entwickler und viele weitere schlaue Personen. In ausgefeilten Workshops und Meetings werden Ideen geboren, die man als einzelner vermutlich nie zu erdenken vermag.

Die beste Einzellösung ist meist immer noch schlechter, als die schlechteste Teamlösung.

Allerdings kann die Kreativität und der Einfallsreichtum der Agenturen nicht umsonst bezogen werden – man lässt sich dies entsprechend bezahlen. Aber wie gesagt, bei einem vorgenannten Budget in Millionenhöhe ist vieles möglich.

Kreativität hat nichts mit Geld zu tun

Was macht man aber, wenn man sich keine Marktforschungsstudien und keine exklusive Werbeagentur mit sprühenden Ideen leisten kann? Welche Möglichkeiten hat man als Kleinbrenner, um effektiv und kostengünstig Strategien zu entwickeln, die ebenfalls zu einem respektablen Ziel führen?

Die einzige revolutionäre Kraft ist die Kraft der menschlichen Kreativität.

Am Anfang steht die Idee zu einem bestimmten Produkt. Sie möchten zum Beispiel einen Bitter-Likör auf den Markt bringen. Eine erste Abfüllung ist produziert, Ihnen schmeckt die Neuentwicklung sehr gut und Sie wollen am besten gleich morgen mehrere hundert Flaschen abfüllen und irgendwie an den Mann bringen. Stopp! Bevor Sie in großen Mengen produzieren, testen Sie Ihr Produkt, testen Sie Ihre Meinung und die von Ihnen erdachte Strategie der Vermarktung bzw. lassen Sie testen. Dazu benötigen Sie als Kleinbrenner keine geldvernichtende Produktentwicklungsagentur, denn Sie haben mit Sicherheit Freunde und Bekannte, die Sie in einem Qualitätszirkel zusammenführen können. Das heißt, Sie benennen eine Gruppe von Leuten, die Ihre Produkte kritisch, aber auch konstruktiv testen.

Am Beispiel eines Bitter-Likörs wäre nun folgende Maßnahme denkbar: Sie besorgen sich fünf ähnliche Mitbewerber-Produkte, die vergleichbar mit ihrer Neuentwicklung sind – also ähnlich im Geschmack, Preis und Alkoholgehalt. Ihre Qualitätszirkel-Mitglieder werden nun diese fünf Produkte plus ihrer Neuentwicklung verkosten. Ob dies in einer Gruppe gemeinsam oder einzeln geschieht, ist unerheblich. Ebenfalls soll der Verkoster nicht wissen, dass sich ein Produkt von Ihnen in der Reihe befindet. Es geht nur darum festzustellen, welches Produkt geschmacklich gut ankommt und welches nicht.

Der Erfolg liegt in der Vorbereitung.

Bei der Verkostung der sechs Produkte sind einige sehr wichtige Regeln einzuhalten: Sie präsentieren die sechs zu verkostenden Produkte ohne Nennung des Produktnamens. Der Verkoster darf die Flaschen auch nicht sehen. Sie nummerieren die Gläser, schenken an einem nicht einsehbaren Ort ein und die Verkoster probieren, ohne zu wissen, welche konkreten Produkte sich in den Gläsern befinden. Eine typische Blindverkostung. So kommen Sie zu einem neutralen und unbefangenen Ergebnis, um zu erfahren, welches Produkt den Verkostern am besten schmeckt und welches am wenigsten.

So könnte eine Blindverkostung aussehen.

Vielleicht reicht ihnen eine kleine Anzahl an Tests und Personen nicht aus, um ein eindeutiges Ergebnis zu erzielen. Sollte dem so sein, so verkosten und befragen sie weitere Personen in gleicher Art und Weise.

Zur Degustation: Sie haben zuvor einen Verkostungsbogen erarbeitet, auf dem verschiedene sensorische bzw. gustatorische, aber auch demografische Parameter der Teilnehmer abgefragt werden. Und nun das Wichtigste: Der Verkoster muss eine Schulnote vergeben. Aber Sie kennen das mit Sicherheit: Ihr Qualitätszirkel, bestehend aus Freunden, Bekannten und vielleicht Verwandten, vermutet natürlich, dass sich ein neues Produkt aus Ihrem Hause unter den sechs Produkten versteckt und bewertet alles mit der Schulnote 2 und 3, also gut bis befriedigend. Somit stellt der Verkoster sicher, dass er bei der Bewertung nicht in Ungnade fällt, da er oder sie ja sicher ein Produkt aus Ihrer Produktion vermutet. Mehrfach 2er- und 3er-Noten sind für Sie absolut keine Hilfe. Deshalb müssen Sie die Verkoster zwingen, hart und eindeutig zu urteilen. Das funktioniert am einfachsten mit der Maßgabe, dass jede Note nur einmal vergeben werden darf. Das heißt, der Verkoster hat einen eindeutigen Gewinner mit der Note 1 und einen klaren Verlierer mit der Note 6.

Das Feedback der Verkoster ist manchmal schmerzhaft, aber es hilft.

Wenn Ihr eigenes Produkt überwiegend mit den Noten 1 und 2 abschneidet, haben Sie zumindest in dieser kleinen Zielgruppe alles richtig gemacht. Liegen die Wertungen bei Noten 3 und schlechter, steht für Sie eindeutig fest, dass bei Ihrem Produkt nochmals nachgearbeitet werden muss und die Mitbewerberprodukte besser abschneiden. Da nur Sie wissen, welche Produkte sich in der Blindverkostung befinden, können Sie ableiten, wie ein Produkt geartet sein muss, um den bevorzugten Geschmack des Verkoster-Panels, stellvertretend für Ihre Zielgruppe, zu treffen.

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.

Vielleicht müssen Sie diese Blindverkostung auf Besucher Ihres Hofladens ausweiten und diesen Test weitere zwanzig Male oder öfter durchführen, um auf ein eindeutiges Ergebnis zu kommen. Je mehr Personen an Ihrer Blindverkostung teilnehmen, umso eindeutiger wird das Ergebnis. Die Verkoster kommen aus unterschiedlichen sozialen Schichten mit den unterschiedlichsten Geschmacksempfindungen. Vielleicht schneidet Ihr Produkt bei den ersten zehn Testern miserabel ab, vielleicht gehören gerade diese Personen nicht zu Ihrer Zielgruppe. Also: die Flinte nicht gleich ins Korn werfen, sondern besonders darauf achten, dass Sie möglichst unterschiedliche Personen in Ihre Verkostung mit einbeziehen.

Einen Nagel schlägt man nicht mit einem einzigen Schlag in die Kiste.

Später, wenn Sie die Daten der Verkosterbögen zusammenführen, auswerten und vergleichen, können Sie genau ablesen, welche Gruppe von Leuten auf Ihr Neuprodukt besonders gut anspricht.

Deshalb sollte der anonym gehaltene Verkosterbogen in einem zweiten Blatt weitere Informationen abfragen, um später auch Rückschlüsse auf eine mögliche Kernzielgruppe ziehen zu können, zum Beispiel Alter, Wohnort (städtisch/ländlich), Ausgeh- und Kaufverhalten etc. Dies sind hilfreiche Indikatoren, die helfen, ein Produkt in der weiteren Entwicklung gestalten zu können. Ähnliche Tests mit den Personen Ihres Qualitätszirkels bzw. Verkoster-Panels finden Anwendung im Entwicklungsfortgang der Produktausstattung, also Flaschenart, Etikett, Farbe, Schrift und Verpackung. Gleiches geschieht auch mit der Bewertung Ihres Etiketts bzw. Marken- oder Produktnamens. Allerdings ist hier die wirklich ehrliche Meinung Ihres Qualitätszirkels gefragt.

Wie kommt man an Personen, die ehrlich, konstruktiv aber auch kritisch mitmachen wollen?

In einer Blindverkostung einer Brennerei vor mehreren Jahren resultierte der Tenor, dass man keine Personen finden würde, die mitmachen wollten. Nur „mitmachen“ ist auch kein guter Anspruch. Daraufhin wurden die auserwählten Personen mit dem Titel des Produkt-(mit)-Entwicklers empfangen und sehr schnell bildete sich ein eingeschworener Kreis von sehr engagierten, aber auch konstruktiv-kritischen Personen mit dem Willen zum Erfolg!

Produktvielfalt ist kein Ziel

Wenn Sie als Brenner mit Begeisterung, Optimismus und Erfindergeist am Werke sind, haben Sie ohnehin die wichtigsten Grundvoraussetzungen an Ihrer Seite. Eine Frage an Sie: Wie viele gleichartige Produkte haben Sie im Angebot? Vielleicht einen Williams-Christbirne-Edelbrand mit 40 %vol., einen Birnenschnaps mit 38 %vol., einen unfiltrierten Birnenbrand mit 42 %vol., einen holzfassgelagerten Williams mit 43 %vol., einen Williams-Likör mit 25 %vol. und vielleicht noch weitere drei oder vier Birnenvarianten? Als Obstbrenner haben Sie selbstverständlich alle Möglichkeiten, unterschiedliche Abfüllungen herzustellen. Für den Obstbrenner ist es ein Paradies, mit seinem Können verschiedene Produkte aus nur einer Obstsorte in bunter Vielfalt herzustellen. Für den Käufer oder Konsumenten ist dies oftmals nur anstrengend und teilweise auch verwirrend.

Der Mensch tut sich nicht selten schwer, Entscheidungen zu treffen.

Werfen wir einen Blick auf die Wodka-Szene. Sie erinnern sich: Noch vor wenigen Jahren haben die großen Wodkaproduzenten nicht nur ihr Hauptprodukt im Markt positioniert. Sie haben zusätzlich auch sogenannte Flavours, also Wodka mit verschiedenen Geschmacksrichtungen auf den Markt gebracht – angefangen bei Apfel, Zitrus, Kokos, Mango, Melone bis zu Vanille, um nur ein paar zu nennen. Wie viele von diesen vielen unterschiedlichen und doch gleichen Sorten sind heute noch in den Regalen zu finden? Unternehmen Sie einen Streifzug durch die Spirituosenabteilung des Lebensmittelhandels oder besichtigen Sie die Bars und Gastronomie: Wie viele Varianten einer einzigen Marke sind noch zu finden? Ich bin überzeugt, dass das Ergebnis ernüchternd sein wird. So ist vermutlich weniger doch mehr. Fragen Sie sich also kritisch: Brauche ich eine weitere Birnenbrand-Variante, wenn ich bereits fünf Abfüllungen im Sortiment habe?

Markt- und Konsumforscher tönen zu Recht: Neun von zehn Neueinführungen scheitern. Vermutlich können Sie mir dies auch bestätigen? Wenn Sie sechs verschiedene Spirituosen auf Birnenbasis im Regal in Ihrem Hofladen haben, werden vielleicht zwei davon erfolgreich sein und der Rest versteht sich als Ladenhüter.

Zu viele gleichartige Produkte im Sortiment verwirren und verunsichern den Konsumenten in seiner Entscheidung.

Mehr Absatz erreichen zu wollen, indem man noch mehr Produkte der gleichen Kategorie anbietet, anstatt sich zu fokussieren, ist als kritische Entscheidung zu betrachten. Sie verdrängen nicht andere, sondern kannibalisieren sich selbst! Sie kennen mit Sicherheit sogenannte Mono-Produkte. Eine erfolgreiche Kräuterlikör-Marke mit Hirschgeweih ist ein schönes Beispiel. Ist diese erfolgreich? Hier gibt es nur eine Antwort: Ja. Auch ein bekannter Energy-Drink aus Österreich machte es ebenfalls in Perfektion vor. Ein Produkt, ein Erfolg. Glauben Sie, dass die Sugar-free-, Red-, Blue- oder Silver-Edition nur annähernd dem Absatz der Muttermarke das Wasser reichen können bzw. kostendeckend oder gewinnbringend sind? Lassen Sie sich also nicht von äußeren Umständen oder studierten (Werbe-)Leuten beeinflussen, die Ihre Materie als Brenner nicht vollständig kennen und um Sortimentsausweitung bitten, nur um vielleicht mehr verkaufen zu können. Prüfen Sie Ihr Sortiment und Ihre Ausrichtung genau. Eine unklare und nicht durchdachte Markenpolitik spuckt wie eine nasse Rakete. Ein klar definiertes Portfolio hat Kraft, wie die Flamme eines Schweißbrenners.

Der Erfolg eines Betriebes ist nicht unbedingt von finanziellen Mitteln abhängig, sondern vielmehr von Kreativität, Einfallsreichtum und Kontinuität. Manche Produkte der Konzerne kommen, begeistern für (sehr) kurze Zeit und verschwinden wieder. Ob schlussendlich Geld damit verdient wurde, ist fraglich. Produkte zu entwickeln, die unabhängig von kurzzeitigen Trends in einer festen Verwenderschaft bestehen, gelten zwar als Herausforderung, sind aber die sichersten Erfolgsgaranten.

Ein kreatives Meeting.

Kreative Meetings

Die Aufgabe der Kreativität ist nicht, zu sehen, was noch niemand gesehen hat, sondern zu denken, was noch niemand gedacht hat, was man sehen bzw. haben will.

Edward de Bono, geb. 1933, britischer Mediziner, Kognitionswissenschaftler und Schriftsteller, gilt als einer der führenden Lehrer für kreatives Denken. Er hat eine Vielzahl von Techniken entwickelt, die helfen sollen, neue Ideen zu finden und sich aus eingefahrenen Denkmustern zu lösen. Nachfolgend eine Strategie, wie die Kreativität in Meetings erheblich gefördert werden kann.

Die Methode der sechs konstruktiven Hüte

Meetings sind manchmal wie Minenfelder. Die meisten gehen mit Vorurteilen in ein solches Gruppengespräch. „Das wird wieder nichts, zu viele Nörgler und Negativdenker…!“

Mit der „Sechs-Hüte-Methode“ werden Probleme, aber auch Herausforderungen am effektivsten gelöst, denn man betrachtet das Thema aus sechs verschiedenen Perspektiven. Am besten wird jede Perspektive an jeweils einen Teilnehmer des Meetings vergeben, welcher nun die Aufgabe hat, aus einer ganz bestimmten Sicht zu bewerten:

Weiß (Fakten)Dieser Typ betrachtet die Fakten – nüchtern, analytisch und wertfrei. Er verschafft sich einen Überblick. Dabei werden keine Emotionen berücksichtigt, was zu Beginn für viele nicht einfach erscheint.

Rot (Emotion)Das Bauchgefühl. Dieser Typ ist nicht rational, sondern emotional und intuitiv. Er hört auf seine innere Stimme und bewertet die Fakten.

Schwarz (Risiko)Der Kritiker. Skepsis bestimmt sein Denken. Wo lauern unbedachte Risiken und Gefahren? Was spricht gegen das Projekt? Allerdings urteilt er ebenfalls objektiv und nicht gefühlt.

Gelb (Optimismus)Dieser Typ ist das genaue Gegenteil des Schwarzmalers. Er ist ein Optimist, sucht und formuliert Chancen. Jedoch ohne Euphorie. Die obliegt allein dem Typ Rot.

Grün (Kreativität)Der Kreative hat immer Ideen. Diese sind verrückt, gehen über den Tellerrand hinaus und müssen nicht immer gut sein, aber dank seiner assoziativen Gedanken beflügelt er den Geist der anderen.

Blau (Ordnung)Er ordnet alles, moderiert, dirigiert, entscheidet. Dieser Typ sucht das beste Ergebnis, das aber nicht zwingend von ihm stammen muss, sondern von der gesamten Gruppe entwickelt wird.

Mit diesem Kreativitätsszenario kommen Sie am besten zu einem sinnvollen Ergebnis und können anhand dessen weitere Entscheidungen zur Umsetzung treffen.

Marketing – Definition, Ziele und Strategien

Was bedeutet Marketing?

Plan und Entschlossenheit sind die wesentlichen Grundlagen zur Erreichung von Zielen.

Marketing ist die Bereitstellung von Produkten oder Produktideen, um Kundenbedürfnisse zu befriedigen.

Marketing kann und soll auch Kundenbedürfnisse wecken. Im Unterschied zum Verkauf strebt das Marketing an, die Kundenbedürfnisse vorauszusehen und entsprechende Produkte anzubieten bzw. in der Entwicklungsphase mit zu beeinflussen.

Was sind Marketing-Ziele?

Ein Marketing-Ziel gibt vor, welche Produkte in welcher Stückzahl in einem bestimmten Marktsegment während eines festgelegten Zeitraums verkauft werden sollen.

Was sind Marketing-Strategien?

Marketing-Strategien legen fest, mit welchen Mitteln die Marketing-Ziele erreicht werden „können“.

Beachten Sie: Wenn ein Theoretiker (also ein Innendienst-Mitarbeiter, der den Markt nur aus Büchern kennt, zwar durchaus studiert hat, aber noch nie im Außendienst war) sich an Marketing-Strategien versucht, wird es meist ohne großen Erfolg bleiben. Um erfolgreich zu sein, müssen Sie den Markt genau kennen.

Die Einfachheit als goldene Regel

Ein entschlossener Mensch kann mit einem Schraubenzieher mehr anfangen, als ein unentschlossener mit einem ganzen Werkzeugladen.

Halten Sie die folgenden sieben Punkte bitte schriftlich fest.

1.Unternehmensziel