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Gesunder Körper, entspannter Geist Lockere Muskeln, mobile Gelenke, geschmeidige Faszien, ein aktiver Stoffwechsel, wache Augen und ein stabiler Kreislauf – der Weg zu mehr Wohlbefinden liegt buchstäblich in Ihrer Hand: Massagen sind herrlich entspannend und haben zudem einen beeindruckenden Effekt auf die Gesundheit! Ob am Rücken oder am Bauch, im Gesicht, an den Armen oder an den Füßen – Massagen sorgen für einen schmerzfreien Bewegungsapparat, wirken sich positiv auf unterschiedliche Systeme des Körpers wie den Lymphfluss und den Herzkreislauf aus und helfen bei der Stressreduktion. Die besten Massagen für zu Hause Damit Ihnen die richtige Durchführung sowohl bei anderen Personen als auch bei Ihnen selbst gelingt, stellen der Sportmediziner Jean-Christophe Berlin und der Physiotherapeut Nicolas Bertrand eine Vielfalt an effektiven Massagegriffen für den gesamten Körper vor. Begleitet werden die über 80 Anleitungen von anschaulichen Illustrationen, sodass die Techniken einfach umzusetzen sind und nachhaltige Linderung garantiert ist. Dieses Handbuch enthält alles, was Sie wissen müssen, um Schmerzen zu vertreiben und das Wohlbefinden zu steigern – und sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun!
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Seitenzahl: 206
Veröffentlichungsjahr: 2023
Jean-Christophe BerlinNicolas Bertrand
MASSAGEHANDBUCH
Jean-Christophe BerlinNicolas Bertrand
MASSAGEHANDBUCH
Entspannt von Kopf bis Fuß
Mit den besten Griffen und Techniken fürlockere Muskeln, bewegliche und schmerzfreieGelenke und ein gesundes Lymphsystem
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen
Wichtige Hinweise
Dieses Buch ist für Lernzwecke gedacht. Es stellt keinen Ersatz für eine individuelle medizinische Beratung dar und sollte auch nicht als solcher benutzt werden. Wenn Sie medizinischen Rat einholen wollen, konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Arzt. Der Verlag und die Autoren haften für keine nachteiligen Auswirkungen, die in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit den Informationen stehen, die in diesem Buch enthalten sind.
Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wurde auf eine genderspezifische Schreibweise sowie eine Mehrfachbezeichnung verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen sind somit geschlechtsneutral zu verstehen.
1. Auflage 2023
© 2023 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Türkenstraße 89
80799 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Die französische Originalausgabe erschien 2019 bei Flammarion unter dem Titel Encyclopédie du Massage. © by Flammarion, Paris, 2022. All rights reserved.
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Der Verlag behält sich die Nutzung der eigenen Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.
Übersetzung: Elisabeth Liebl
Redaktion: Ulrike Reinen
Umschlaggestaltung: Sonja Vallant
Alle Illustrationen (Umschlag und Innenteil): Lise Herzog, außer: S. 218: Gëorgia Knap, S. 219: Clair Davies et al., S. 222: Jean Bossy; S. 272: Jean-Franҫois Fanet © Flammarion
Satz: Daniel Förster, Belgern
eBook: ePUBoo.com
ISBN Print 978-3-7423-2438-2
ISBN E-Book (PDF) 978-3-7453-2205-7
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-7453-2206-4
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.riva-verlag.de
Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de
Einführung
Berühren lernen
Wirkung der Massage auf den Körper
1 Die Grundtechniken
Wie Sie dieses Kapitel am besten für sich nutzen
So sind die Seiten aufgebaut
2 Massage der verschiedenen Körperpartien
Rückenmassage
Massage der Beine
Massage der Füße
Bauchmassage
Schultern und Arme
Massage der Hände
Massage von Hals und Brustkorb
Gesichtsmassage
3 Massagen für Wellness und Entspannung
Massagen für die Schönheit
Sportmassagen
Massagen gegen den Stress
Massagen in der Familie
4 Selbstmassage
Selbstmassage zur Muskelentspannung
Selbstmassage bei Stress und Erschöpfung
Selbstmassage für die Schönheit
Selbstmassage am Schreibtisch
Selbstmassage bei Schmerzen
5 Die Reflexzonenmassage
Typen der Reflexzonenmassage
Die Knap-Punkte
Triggerpunkte
Bindegewebsmassage nach Elisabeth Dicke
Reflexzonen des Fußes
Aurikulotherapie
6 Massagen aus aller Welt
Unterschiedliche Methoden – gleiches Ziel
Reiki
Ayurveda
Shiatsu
Thai-Massage
Orientalische Massage
Chinesische Massage
Anma
Weitere Massagen
7 Unverzichtbare Spezialtechniken
Faszientherapie
Querfriktion nach Cyriax
Beckenmassage
Schlusswort und Anhang
Die richtige Massage und die richtigen Behandler finden
Verwendete und empfehlenswerte Literatur
Alle Techniken auf einen Blick
Beispielvideos
Über die Autoren
Dank
In seinem Buch Medizinalrat Kersten: Der Mann mit den magischen Händen erzählt der Schriftsteller Joseph Kessel, wie der Massageguru von Heinrich Himmler den Lauf der Geschichte beeinflusste. Es gelang ihm nämlich, seinen Patienten, der traurige Berühmtheit erlangt hat, dazu zu bewegen, sich von Hitler zu lösen – wodurch er Millionen von Leben rettete. Allein das beweist schon, dass die Massage mehr ist als ein simples Wohlfühlinstrument!
Auch Freud setzte sie neben der Hypnose ein, um die Barrieren aufzulockern, die uns vom Unbewussten trennen. Und Aristoteles bezeichnete die Hand als das »Werkzeug der Werkzeuge«, weil sie die Verlängerung der Vernunft sei. Sie verbindet die Menschen miteinander. Die Mutter streichelt das Kind, das ins Leben tritt. Das Kind berührt alle Dinge zuerst mit der Hand, bevor es sie in den Mund steckt. Wer sehbehindert ist, »schaut« mit den Fingern. Der Schamane lindert Schmerzen durch Handauflegen. Und auch Friedensverträge werden geschlossen, indem man einen geschwisterlichen Handschlag tauscht.
Die Hand ist auch ein von vielen Therapeuten verwendetes Instrument der medizinischen Behandlung. Das Wort »Massage« kommt vom arabischen mass, was »berühren« heißt. Avicenna (ein persischer Arzt, 980 bis 1037) glaubte, dass die Berührung schädliche Substanzen aus den Muskeln ausleitet. Die Berührung war seiner Ansicht nach »eine Kraft, die in den Nerven der Haut und dem ganzen Körper wohnt«.
Die Weiterentwicklung der Massage ist eng verknüpft mit jener der Medizin. Bereits 5000 Jahre vor Christus beschrieben ägyptische Hieroglyphen verschiedene Massagetechniken. Etwa um die gleiche Zeit stimulierten in China Therapeuten per Massage Reflexzonen. Etwas später erhielt die Massage auch in den Behandlungsmethoden des indischen Ayurveda breiten Raum. Die griechischen Philosophen empfahlen Massage ebenfalls, und Hippokrates (460 bis 377 vor Christus) lobte ihre Vorzüge. Mit dem Aufstieg des Christentums, in dem Berührungen als suspekt angesehen wurden, verlangsamte sich die Verbreitung der Massage im Abendland. Dennoch berichteten auch die Kreuzfahrer nach ihrer Rückkehr aus dem Heiligen Land über die orientalische Massage. Doch im Westen mussten wir bis zum 19. Jahrhundert warten, als die ersten Hygienemaßnahmen aufkamen und die Massage ihren Platz in der modernen Gesellschaft einnehmen konnte. Von da an aber gehörte die Massage zu den wichtigsten medizinischen Techniken. Das vorliegende Handbuch wird Sie inspirieren. Wir haben hier eine Fülle von Techniken aus aller Welt beschrieben. Jede hat ihre eigene Geschichte und eignet sich für bestimmte Krankheitserscheinungen. Das verbindende Element ist der Wunsch, der massierten Person etwas Gutes zu tun. Wenn das Ihr Anliegen ist, werden Sie ihr damit helfen können.
Die therapeutische Massage allerdings gehört in die Hände der Profis. In einer Gesellschaft, in der sich die Menschen immer stärker voneinander entfremden, ist die Massage ein echter Trost. Im Beruf, aber auch im Privatleben lernen wir, anderen Menschen zu misstrauen. Wir hoffen, dass die Massage dazu beiträgt, das Eis der Isolation schmelzen zu lassen.
In den USA wurde kürzlich ein Versuch durchgeführt: Zwei Puppen, Nachbildungen erwachsener Affen, wurden in einen Käfig gesetzt. Die eine hatte eine Zitze mit warmer Muttermilch, die andere ein unglaublich weiches Fell. Dann ließ man ein Affenkind in den Käfig und erschreckte es, um zu sehen, zu welcher Puppe es sich flüchten würde. Es verkroch sich im weichen Fell, was ein klarer Beleg dafür ist, dass der taktile Trost wichtiger ist als Muttermilch.
Wir wünschen Ihnen, dass die Massage Ihnen das gleiche Gefühl von Schutz und Geborgenheit schenkt, die gleiche Entspannung und das Wohlbefinden, das unsere Kindheitserinnerungen prägt.
Zum einen können Sie es von vorn nach hinten durchlesen, denn die Darstellung der Techniken ist so aufgebaut, dass Sie einen Überblick über alle Formen des Massierens bekommen. Aber natürlich können Sie das Buch auch kapitelweise lesen, denn jedes Kapitel ist eine in sich abgeschlossene Einheit. Die verschiedenen Massagetechniken werden mit Abbildungen erklärt und bauen vom Schwierigkeitsgrad her aufeinander auf. Die simple Handhabung macht dieses Buch zum idealen Begleiter, sowohl für Erfahrene als auch für Laien, denn es lässt sich zum Lernen ebenso wie einfach zum Nachschlagen verwenden.
Uns ist beim Schreiben bewusst geworden, wie schwierig es ist, das eigene Wissen weiterzugeben. Denn gerade die Massage beruht eben nicht nur auf einer Kenntnis der Techniken, sondern vor allem auf Erfahrung. Daher haben wir auch viele Tipps aufgenommen, die unsere persönlichen Kenntnisse widerspiegeln. Aber das sind nur Hinweise, die nicht immer Ihren eigenen Empfindungen entsprechen müssen. Wir bilden uns nicht ein, im Besitz der einzig selig machenden Wahrheit zu sein.
Zusätzlich haben wir noch Videos gemacht, weil man durch Zuschauen leichter und schneller lernt, wie wir finden. Diese Videos können Sie mithilfe der im Buch (auf Seite 270) enthaltenen QR-Codes abrufen. Diese mit professioneller Unterstützung erstellten Videos haben wir ebenfalls nach Körperteilen geordnet, sodass Sie das Gelesene mithilfe dieser Videos gleich praktisch anwenden können. Suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie Ihr Tablet oder Ihren Computer sehen können, und lassen Sie sich von den Bildern leiten, wenn Sie mit Ihrem Massagepartner arbeiten.
Die Massage ist vor allem eine sinnliche Erfahrung. Wir vermitteln Ihnen hier das nötige Rüstzeug, aber am Ende zählt nur, was Sie daraus machen. Sie werden ständig dazulernen, bis Sie nicht nur irgendein Massageöl auftragen, sondern tatsächlich Masseur oder Masseurin sind.
Eines sollten Sie sich auf jeden Fall gut einprägen: Ein guter Masseur muss selbst massiert werden. Das ist unumgänglich! Denn wie wollen Sie eine Empfindung oder Emotion weitergeben, die Sie selbst nie erlebt haben? Also teilen Sie das Buch und die Erfahrung mit anderen Menschen.
Willkommen in der Welt neuer Sinneserfahrungen!
Wie der Kinesiotherapeut Boris Dolto, der zusammen mit seiner Ehefrau Françoise Dolto die moderne Kinesiotherapie in Frankreich begründete, meinte, ist die Massage ein Kontakt »zwischen zwei Körpern«, bei dem Schritt für Schritt die einzelnen Stücke eines Puzzles zusammengesetzt werden. Wenn alle am richtigen Platz sind, ist unser Körper ein anderer. Er hat ein neues »Bild« von sich. Man kann die Massage daher nicht auf die bloße Berührung reduzieren. Es handelt sich vielmehr um eine anspruchsvolle Technik, die alle Funktionen unseres Körpers beeinflusst.
Wir werden der Reihe nach den Einfluss der Massage auf alle Systeme kennenlernen, wie auf die Haut, den Kreislauf, die Muskeln. Aber es wäre falsch, diese Wirkungen isolieren zu wollen. Denn kaum berührt man den Körper – ob nun den eigenen oder einen fremden –, kommt eine Vielfalt von Reaktionen in Gang.
Daher geht es bei der Massage der Beine auch nicht nur um die Beine. Diese Massage beeinflusst auch den Blut- und Lymphkreislauf – das heißt Herz und Nieren – sowie das Nervensystem und damit alle Nervenstränge im Körper und das Gehirn. Diese Kettenreaktionen, die je nach Individuum sehr verschieden ausfallen können, machen aus der Massage die wirksamste Waffe gegen Stress.
Wir wissen schon aus der Einleitung, dass uns das Handauflegen ein Gefühl der Geborgenheit schenkt. Eine Massage von der Hand eines Menschen, dem wir vertrauen, sollte alle Spannungen lösen. Das ist der entscheidende Punkt. Sie können sich meine Überraschung vorstellen, als man mir in einem Frisiersalon in Dakar (Senegal) nach dem Schamponieren der Haare den Vorschlag machte, die Kopfhaut zu massieren. Ich war schon drauf und dran, Nein zu sagen, als das Mädchen meinte: »Aber das ist ein Vergnügen, mein Herr …« Die sehr langsame und sanfte Massage bewirkte augenblicklich, dass sich mein ganzer Körper entspannte. Ich gab mich diesen klugen Fingern vollkommen hin. Die Empfindung war mir neu, und sie hat mich begeistert.
Im Nachhinein hat sich wieder einmal gezeigt, dass eine wohlwollende Berührung unsere Widerstände überwinden kann. Daher sollten Sie sich der Massage immer »hingeben«. Legen Sie die Uhr ab, denken Sie nicht mehr an den nächsten Termin. Vergessen Sie, zumindest für kurze Zeit, Ihre Sorgen.
Die Massage als Auszeit von Ihrem hektischen Leben trägt dazu bei, dass Sie Ihren Blickwinkel weiten können. Sie kann Ihnen eine umfassende Entspannung schenken.
Um den besten Augenblick für Ihre Massage zu bestimmen, sollten Sie zuerst überlegen, ob Sie eine entspannende oder eher anregende Massage vorziehen.
Der Mensch ist ein »Tagtier«, was heißt, dass er tagaktiv ist. Im Laufe von 24 Stunden reagiert unser Körper jeweils unterschiedlich und erledigt seine »Arbeiten« immer zu gewissen Zeiten. Die Chronobiologie untersucht diese verschiedenen biologischen Rhythmen.
Die Veränderungen im Laufe eines Tages lassen sich sehr schön als Sinuskurve darstellen.
Sie sehen hier, dass wir in bestimmten Phasen aktiv sind: zwischen 5 und 8 Uhr am Morgen und zwischen 17 und 20 Uhr am Abend. Die Müdigkeit hingegen steigt zwischen 11 und 14 Uhr sowie nach 23 Uhr.
Wenn Sie sich also entspannen möchten, sollten Sie die Massage in die Phasen legen, in denen Sie nicht gerade hellwach sind: also nach 11 Uhr oder am Ende des Tages. Soll die Massage dagegen anregen, dann ist der beste Zeitpunkt der Morgen oder der frühe Abend. Auf jeden Fall aber sollten Sie eine Zeit wählen, in der Sie nicht gestört werden! Schließen Sie die Tür und widmen Sie sich der Zweisamkeit: Sie und der Masseur, Sie und die Massagepartnerin.
Decken Sie die Person, die massiert werden soll, grundsätzlich ganz zu, um keine Zweideutigkeiten entstehen zu lassen. In der Rückenlage geben Sie unter den Nacken ein kleines Kissen, damit dieser sich nicht zu sehr wölbt.
Das Beste ist natürlich ein Massagetisch – den man sich heute preislich leisten kann –, aber auch ein großer Esstisch erfüllt seinen Zweck. Und natürlich können Sie immer auf dem Boden praktizieren. In jedem Fall müssen Sie einige Regeln beachten, denn eine gute Massage hängt von einer guten Körperhaltung ab. Die Entspannung sollte schon einsetzen, wenn der Partner sich hinlegt.
Auf dem Rücken:
Achten Sie auf den Nacken, der sich meist zu sehr wölbt. Bedecken Sie die Brustregion, die – vor allem bei Frauen – meist sehr sensibel ist. Schieben Sie ein Kissen unter die Kniekehlen, damit sich Bauch- und Oberschenkelmuskulatur entspannen können.
Auf dem Bauch:
Damit der Kopf entspannt liegt, wird er entweder zur Seite gedreht und auf den Händen abgelegt. Oder Sie rollen ein Handtuch zusammen (wie unten gezeigt). Legen Sie ein Kissen unter den Bauch, damit die Lendenwirbel entlastet werden. Ein weiteres Kissen oder ein zusammengerolltes Handtuch unter den Füßen sorgt für Entspannung in den Beinen.
Bei der Massage spielt die Umgebung eine ganz entscheidende Rolle. Sie müssen eine angenehme Atmosphäre schaffen, in der sich Ihre Partnerin oder Ihr Partner wohlfühlt.
Stellen Sie alle äußeren Faktoren ab, welche die Massage stören könnten.
Schalten Sie Ihr Telefon oder Handy aus.
Wählen Sie einen ruhigen und angenehmen Raum.
Seien Sie ausschließlich für Ihren Massagepartner da und für niemanden sonst.
Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre.
Dimmen Sie das Licht.
Legen Sie Musik auf, die zur Massage passt.
Stecken Sie Räucherstäbchen an oder verwenden Sie einen anderen natürlichen Raumduft.
Achten Sie darauf, dass die Massage zur richtigen Zeit geschieht.
Berücksichtigen Sie die Chronobiologie (
Seite 10
).
Sie und Ihr Partner können sich ganz auf die Massage einstellen.
Massieren Sie nie unter Zeitdruck.
Diese Zeit gehört nur Ihnen beiden. Nutzen Sie sie!
Das ist eigentlich ganz einfach, denn das entscheidende Instrument sind Ihre Hände. Hilfsmittel, die Sie für die Selbstmassage brauchen, werden ab Seite 172 vorgestellt.
Wie Sie schon erfahren haben, ist ein Massagetisch wirklich sehr nützlich. Diesen sollten Sie mit einem Laken oder einem Badetuch abdecken. Kleine Kissen sind nützlich, um die einzelnen Körperteile zu stützen.
Legen Sie am besten immer Hand- und Badetücher bereit, falls Ihr Partner zugedeckt werden möchte. Respektieren Sie das Schamgefühl der Betreffenden.
Waschen Sie sich vor und nach der Massage die Hände mit einer rückfettenden Seife. Verwenden Sie ein Gleitmittel, am besten ein Öl oder eine Creme. Was sich hierfür eignet, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.
Es gibt eine ganze Reihe von Geräten, welche die Massage unterstützen können. Ob es sich nun um elektrische oder mechanische Apparate handelt: Wir besprechen sie hier nicht, weil sie unserer Meinung nach nicht von Bedeutung sind. Wir betreiben hier manuelle Therapie, wir arbeiten mit den Händen. Wie wollen Sie eine gute Massage geben ohne die Rückmeldung durch den berührten Körper?
Alles, was einen sanften Duft verströmt, ist hingegen willkommen. Natürliche Düfte schaffen eine wunderbare Atmosphäre und tragen so zur Entspannung bei.
Und schließlich sollten Sie nicht vergessen: Ihre Ruhe und Konzentration gehören zu den wichtigsten Werkzeugen der Massage.
Es gibt eine ganze Menge Cremes, die medizinisch wirksame Stoffe enthalten, doch mit diesen arbeiten wir nicht. Zum einen können die Wirkstoffe sehr aggressiv sein, zum anderen schaden sie mitunter sogar.
Neutrale Massagecremes aber können Sie jederzeit verwenden. Am besten wählen Sie eine glyzerinhaltige Creme, denn diese lässt die Hand schön gleiten und hinterlässt keine Flecken auf Tüchern und Kleidung. Von Talkum (zum Beispiel in Babypuder) ist hingegen ist abzuraten, weil es die Poren verstopft.
Ätherische Öle wurden schon in der Antike wegen ihrer kosmetischen und therapeutischen Kräfte angewandt. Und auch in heutiger Zeit weiß man ihre gesundheitlichen Vorzüge zu schätzen. Die Menschen wussten schon immer, welche Pflanzen aus der unmittelbaren Umgebung ihnen nützlich waren. Die ersten »Medizinmänner« und »Kräuterfrauen« wussten, wie man aus den Pflanzen die Wirkstoffe gewinnt. Zur Wundheilung legte man häufig die Pflanze direkt auf. Hippokrates, der berühmteste Arzt des Altertums, suchte die Selbstheilungskräfte der Patienten anzuregen, indem er ihnen ätherische Öle als Nahrungsergänzung oder Medizin verabreichte.
Heute werden die ätherischen Substanzen in Spitzenlaboratorien gewonnen und für Kosmetik und ästhetische Anwendungen gebraucht. Die moderne Aromatherapie verdankt sich unter anderem dem Ingenieur René-Maurice Gattefossé und dem Arzt Jean Valnet.
Ätherische Öle können bei fast allen Krankheiten eingesetzt werden. Gerade heute, da man uns rät, weniger Medikamente einzunehmen, erleben sie einen neuen Aufschwung.
Haut: Die semipermeable Zellmembran bedeckt die Oberfläche des Körpers. Sie schützt uns gegen äußere Widrigkeiten: Abschürfungen, Kälte, Hitze. Und sie verhindert, dass wir Mineralstoffe verlieren. Daneben scheidet sie Schadstoffe aus und regelt unsere Körpertemperatur. Die Dermis oder Lederhaut ist von einem Netz aus Kapillargefäßen durchzogen, in denen Blut und Lymphe zirkulieren. So gelangen die Wirkstoffe der Massageöle in den Körper. Die Haut ist ein großartiger Verteiler dieser Wirkstoffe. Gerade aus diesem Grund sollten wir darauf achten, dass wir unsere Haut nur mit gesunden, nährenden und natürlichen Ölen behandeln.
Ätherische Öle: Sie werden durch Dampfdestillation aus Pflanzen gewonnen. Diese Öle sind hochkonzentriert und eignen sich bestens für die Massage. Für den Körper stellen sie eine unglaublich reichhaltige »Nahrung« dar. Sie sind nicht nur reich an Vitaminen und Spurenelementen, sondern enthalten auch alle möglichen antiviralen, fungiziden, schmerzlindernden, krampflösenden und das Immunsystem ankurbelnden Wirkstoffe. Da ätherische Öle eine hohe Wirkstoffkonzentration haben, ist im Umgang mit ihnen Vorsicht geboten. Zur Massage müssen sie mit anderen Ölen verdünnt werden. Da manche Pflanzen selten sind und die Wirkstoffe nur sehr vorsichtig gelöst werden können, sind die Öle mitunter teuer. Außerdem ist die Qualität der Öle für die Massage von zentraler Bedeutung: Sie brauchen ein zu 100 Prozent natürliches Öl aus biologischem Anbau, wenn Sie es zum Massieren verwenden wollen. Der Hersteller sollte im Übrigen garantieren, dass keine Fremdstoffe oder Konservierungsstoffe zugesetzt wurden und die Gewinnung so schonend wie möglich erfolgt ist. Synthetische Öle sollten Sie nicht verwenden.
Pflanzenöle: Diese werden durch Auspressen zum Beispiel von Früchten, Blättern und Kernen gewonnen. Die Verwendung solcher Öle ist eine der großen Kulturleistungen des Menschen. Tatsächlich wurden sie schon in der Antike zu kosmetischen und hygienischen Zwecken eingesetzt. Aber natürlich müssen auch Pflanzenöle Ihrem Qualitätsanspruch gehorchen: Sie dürfen nicht raffiniert sein, müssen aus erster Kaltpressung kommen und von biologisch-organischen Pflanzen stammen.
Aromamischungen: Hierbei werden ätherische Öle miteinander kombiniert.
Massageöl: Es handelt sich um eine Mischung aus ätherischen Ölen in Pflanzenölen, die man auf die Haut aufträgt.
Verwenden Sie nicht zu viel Öl: für Körpermassagen nicht mehr als 10 bis 15 Tropfen ätherisches Öl auf 50 Milliliter Pflanzenöl; für Gesichtsmassagen 3 Tropfen ätherisches Öl auf 10 Milliliter Pflanzenöl.
Bei der Massage achten Sie darauf, kein Öl in die Augen oder an die Schleimhäute zu bringen. Falls doch einmal ein Spritzer dort landet, wo er nicht hinsoll, spülen Sie ihn mit reinem Pflanzenöl aus, denn dieses lindert auch die Hautreizung. Wasser nützt hier nichts, weil sich ätherische Öle nicht in Wasser lösen.
Pflanzenöle können Sie nach Belieben mischen. Eine Aromamischung aber sollten Sie nie aus mehr als drei verschiedenen ätherischen Ölen mischen. Beachten Sie, dass sich manche Öle nicht miteinander vertragen und Hautreizungen verursachen können, ja sogar allergisch wirken, wenn man sie mischt. Ätherische Öle sind im Allgemeinen mehrere Jahre haltbar, die Fläschchen sollten aber immer gut verschlossen sein, denn die ätherischen Substanzen sind flüchtig.
Bewahren Sie die Öle an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort auf. Pflanzenöle sollten Sie lichtgeschützt in einem undurchsichtigen Behälter aufbewahren. Am besten stellen Sie sie in den Kühlschrank, damit sie nicht ranzig werden.
Ranzige Öle sind für den Körper Gift. Sie müssen sie entsorgen! Daher ist es gut, für die Massage immer nur wenig Öl anzumischen, möglichst nur so viel, wie Sie für die bevorstehende Massage brauchen. So wird Ihr Massageöl immer wirksam, »lebendig« und von höchster Qualität sein.
Da ätherische Öle extrem konzentriert sind, müssen sie für Gesichts- und Körpermassagen mit Pflanzenölen verdünnt werden. Diese können die gewünschte Wirkung vervollständigen. Pflanzenöle spielen bei 80 Prozent der kosmetischen, aber auch bei therapeutischen Anwendungen eine Rolle, weil sie reich an Vitaminen und Spurenelementen sind.
Aprikosenkernöl
Aprikosenkernöl wirkt stark beruhigend und enthält viele Vitamine und Mineralstoffe. Ein großartiges Öl gegen vorzeitige Hautalterung oder bei sensibler Haut. Es ist weniger bekannt als Mandelöl, ersetzt dieses aber sehr gut.
Arganöl
Dieses Öl wird in Nordafrika schon seit Jahrhunderten eingesetzt. Es wirkt ausgleichend auf trockene Haut, die es mit Feuchtigkeit versorgt. Außerdem wirkt es der Hautalterung durch schädliche Umwelteinflüsse (Sonne, Kälte) entgegen und neutralisiert freie Radikale. Arganöl ist gut für Haut, die zur Akne neigt, vor allem, wenn es mit reinigenden ätherischen Ölen gemischt wird. Verwenden Sie es für Körpermassagen bei rheumatischen Erkrankungen.
Avocadoöl
Es enthält viele Vitamine, Proteine und darüber hinaus noch Lezithin. Daher eignet es sich gut für trockene Haut, die zu Ekzemen neigt.
Haselnussöl
Dieses Öl ist flüssiger als Mandelöl und dringt deshalb tiefer in die Haut ein. Daher ist es gut für anregende Massagen oder für die Massage der Muskeln (Rezepte auf Seite 22 und 23). Man verwendet es auch häufig bei geschädigter Haut, zum Beispiel bei Ekzemen oder wundem Po bei Babys.
Macadamiaöl
Dieses Öl ist noch wenig bekannt, obwohl es von der Haut bestens aufgenommen wird. Es regelt den Fluss der Lymphe und auch den Blutkreislauf. Mit ätherischen Ölen zur Entwässerung gemischt, ergibt es ein großartiges Öl für Lymphdrainage und alle ausleitenden Massageformen (Rezept auf Seite 22).
Mandelöl
Dieses bekannte Öl wirkt beruhigend und enthält hohe Mengen Vitamin A und Vitamin E. Es beruhigt gereizte und trockene Haut und eignet sich hervorragend für Massagen. Mandelöl lässt sich gut mit ätherischen Ölen zur Entspannung kombinieren (Rezept auf Seite 23).
Traubenkernöl
Dieses Öl ist unglaublich leicht und mild. Es stimuliert das Immunsystem.
Die folgenden sechs Öle sind sehr teuer, aber wirkstoffreich. Daher sind sie hervorragend geeignet für Gesichtsmassagen. Für Körpermassagen können sie mit anderen Pflanzenölen gemischt werden.
Borretschöl
Es regeneriert das Gewebe, ist allerdings schwierig aufzubewahren.
Jojobaöl
Jojobaöl spendet Feuchtigkeit und wird daher häufig in der Kosmetik verwendet.
Nachtkerzenöl
Das wunderbare Gesichtsöl wirkt vorzeitiger Hautalterung entgegen.
Ringelblumenöl
Ringelblumenöl stärkt das Gewebe, reguliert den Blutkreislauf, reduziert Entzündungen des rheumatischen Formenkreises und wirkt hervorragend gegen Nervosität.
Weizenkeimöl
Dieses antioxidative Öl ist wohlbekannt. Es enthält viel Vitamin E und verjüngt müde Haut, die zur Faltenbildung neigt.
Wildrosenöl
Das aus Rosa moschata gewonnene Öl ist vergleichsweise teuer. Aber es strafft und festigt die Haut, sodass Falten gemildert werden.
Hier handelt es sich um ein echtes Wundermittel, vor allem was die Wundheilung angeht. In allen heißen Ländern kennt man seine hautregenerierende Wirkung bei Sonnenbrand und anderen Verbrennungen. Da es beruhigend wirkt, setzt man es auch bei rauer, rissiger und ekzemanfälliger Haut ein. Sie können es sowohl für den Körper als auch fürs Gesicht verwenden, pur oder gemischt. Achten Sie darauf, dass Sie ein naturbelassenes Gel aus biologischem Anbau kaufen, denn es gibt leider auch eine ganze Menge Aloe-vera-Gele von schlechter Qualität auf dem Markt. Bleiben Sie anspruchsvoll: Testen Sie das Produkt, bevor Sie es kaufen.
Was wir Ihnen hier vorstellen, ist nur eine geringe Auswahl aus mehr als 200 ätherischen Ölen. Wir haben uns dabei auf jene konzentriert, die bei der Massage am wirksamsten sind. Ätherische Öle weisen die unterschiedlichsten Eigenschaften auf und sind heute – auch in guter Qualität – leicht zu bekommen, obwohl manche nicht ganz billig sind. Glücklicherweise reichen ja meist wenige Tropfen.
Öl der Bitterorange
Dieses Öl stärkt Zellen und Haut gleichermaßen. Es reguliert das Nervensystem, wirkt gegen Depressionen und beruhigt. Außerdem kurbelt es den arteriellen Blutfluss an. Ein gutes Öl zum Einschlafen, vor allem für Kinder, die leicht übererregbar sind. Darüber hinaus wirkt es gegen fette oder müde Haut.
Öl des Eukalyptusbaumes
Auch dieses Öl wird sehr gut vertragen, daher kann man damit gut die Haut von Kindern massieren, die an Viruserkrankungen leiden. Es wirkt stark antiviral und antibakteriell. Darüber hinaus stimuliert es das Immunsystem. Vor einer muskulären Belastung angewendet, sorgt es für einen guten Muskeltonus.
Öl der Immortelle
Immortellenöl ist ein ganz außergewöhnliches Heilmittel. Es ist vergleichsweise teuer und nicht so leicht zu bekommen. Auch bei diesem Öl gibt es keine Gegenanzeigen. Sie dürfen es auch bei Kindern anwenden. Es wirkt gegen blaue Flecken (besser als Arnikaöl), Krämpfe und Schock. Zudem lässt es sich als Blutverdünner einsetzen. Bei der Sportmassage trägt man es nach dem Training auf. Gut bei Prellungen, aber auch bei emotionalen Schocks. Wie das Zistrosenöl wirkt es sehr gut gegen Falten.
Öl der Lack-Zistrose
