Maßnehmen / Maßgeben - Fanti Baum - E-Book

Maßnehmen / Maßgeben E-Book

Fanti Baum

0,0

Beschreibung

Die vierte Ausgabe von Nebulosa fragt danach, welche Qualitäten und Quantitäten das Maßnehmen bzw. das Maßgeben in der Gegenwart erreicht haben, wie und welche Sichtbarkeiten durch Anwendung welcher Verfahren und Strategien zu welchem Zweck erzeugt werden, also wie Maße des Sichtbaren gegeben werden, und wer sie gibt.

Die Beiträge rekurrieren auf die Geschichte sozialer, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Diskurse des Maßnehmens und Maßgebens und fragen beispielsweise nach der Rolle von Maßen als Analysetechniken in den Konstitutionsprozessen des Sozialen, so in der ‚Selbstoptimierung‘ oder beim ‚Ethno-Marketing‘. Aus philosophischer Perspektive wird das Maß in der Wahrnehmung des Kunstwerks bei Heidegger und Blanchot und andererseits als Selbstmaß von Geist bzw. Gesellschaft bei Hegel bzw. Marx untersucht. Im Feld der Kunst wird das Entwerfen von Maßgeblichem sowohl auf der Produktionsseite in Formen der Projektarbeit als auch der Rezeptionsseite in den Maßgaben erscheinender und dargestellter Körper betrachtet.

Im künstlerischen Beitrag wird ein bisher unbekanntes Manifest nach Walter Benjamin gegeben. Das Forum verhandelt den Themenschwerpunkt der vorangegangenen Ausgabe: Gespenster aus vier kritischen und neue Gedanken eröffnenden Perspektiven.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 254

Veröffentlichungsjahr: 2013

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Nebulosa – Zeitschrift für Sichtbarkeit und Sozialität

04/2013

Maßnehmen / Maßgeben

Nebulosa

Zeitschrift für Sichtbarkeit und Sozialität

04/2013

Maßnehmen / Maßgeben

Herausgegeben von Eva Holling, Matthias Naumann und Frank Schlöffel

Neofelis Verlag

Nebulosa−Zeitschrift für Sichtbarkeit und Sozialität

04/2013: Maßnehmen / Maßgeben

Hrsg. v. Eva Holling / Matthias Naumann / Frank Schlöffel

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2013 Neofelis Verlag UG (haftungsbeschränkt), Berlin

www.neofelis-verlag.de

Alle Rechte vorbehalten.

Umschlaggestaltung: Marija Skara

E-Book-Format: epub, Version 2.0

ISSN: 2193-8490

ISBN: 978-3-943414-28-8

Erscheinungsweise: zweimal jährlich

Jahresabonnement 20 €, Einzelheft 12 €

Erhältlich in Ihrer Buchhandlung oder direkt beim Neofelis Verlag unter:

[email protected]

Ein Abonnement verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn die Kündigung nicht mindestens drei Monate vor Ende des Kalenderjahrs erfolgt ist.

Inhalt

Eva Holling / Frank Schlöffel / Matthias Naumann

Homo Meter/ Land und Redner_innen ein Maß geben / Keiner soll entkommen/Die aktuelle Ausgabe

Hannelore Bublitz

Vermessung und Modi der Sichtbarmachungdes Subjekts in Medien-/Datenlandschaften

Frank Engster

Maßgeblichkeit für: sich selbst

Das Maß bei Hegel und Marx

Bojana Kunst

Das zeitliche Maß des Projekts

Jörg Thums

Manifest für eine Apperzeption in der Zerstreuung

Christian Sternad

Das Maßlose des Werkes

Martin Heideggerund Maurice Blanchot über den Ursprung des Kunstwerkes

Fanti Baum

All this Useless Beauty oder das Maß durchqueren

Mirus Fitzner

Maßnehmen als rassistische Praxis

Warum das Konzept „Ethno-Marketing“auf rassistischen Grundannahmen basiert

Peter J. Bräunlein

Gelehrte Geisterseher.Anleitungen für den gepflegten Umgang mit Gespenstern

Gerald Siegmund

Gespenster-Ethik,oder warum Gespenster das Theater lieben

Julian Blunk

Die Gespenster bleiben nebulös

MałgorzataSugiera

Gespenst und Zombie als Denkfiguren der Gegenwart

Abbildungsnachweise

Call for Papers

Homo Meter: Über Maße

Den Idealen der Französischen Revolution ordnet das Hessische Eichamt die Einführung von gemeinsamen Maßen zu. Innerhalb von eingedeutschter ‚Einheit, Freiheit und Brüderlichkeit‘ scheint sich die Idee der vereinten Nation besonders in einem gemeinsamen Maßstab auszudrücken, der die Kleinstaaten vereinigen konnte, ohne die jeweiligen Herrschenden zu gefährden.1 Das Amt nennt Großherzog Ludwig (X.) von Hessen und bei Rhein als Initiator des neuen Maße- und Gewichtegesetzes von 1817, das der Vielfalt Einhalt und Referenz gebieten sollte. Es legt die Einführung des Dezimalsystems fest und die Entnahme der Grundmaße von Naturkonstanten.2 Damit agiert Ludwig mit seinem Gesetz noch vor der Einführung der von Frankreich initiierten, 1875 beschlossenen Convention du Mètre, die das Maßnehmen innerhalb der teilnehmenden Staaten regelt – auch heute noch. Kontrollierende Institutionen wie das Eichamt Hessen sind an die Unterzeichnung der Meterkonvention gebunden, welche im Système International d’Unités (SI) die sieben Grundmaße der Länge, Masse, Zeit, Stromstärke, thermodynamischen Temperatur, Stoffmenge und Lichtstärke für die Unterzeichnenden definiert. Maß gaben dabei zuallererst nicht nur Naturmaße, sondern auch sichere Referenzkörper, Ur-Maße, die heute in einer Platin-Iridium-Ausgabe3 vorliegen und im Bureau International des Poids et Mesures (BIPM4) unweit von Paris sicher verwahrt werden. Diese Verwahrung ist eine der in der Convention aufgelisteten Aufgaben der Maß-Institution, neben der Kontrolle und Kommunikation der Vereinheitlichung, der Forschung und der Anpassung der Maßstäbe an technische Entwicklungen.

Die Maßstäbe wurden also zunächst der Natur entnommen, um sie dann an anderes zu Messendes ab- und als Grundlagen an alle weiterzugeben, die Teil des Maßstabes sind – so definiert sich über Jahre hinweg eine maßgebende Autorität samt eines hohen bürokratischen Aufwands zur Organisation kollektiven Messens: offizielle ‚Bekenner‘-Unterzeichnungen werden gesammelt, regelmäßige Treffen der Generalkonferenz für Maße und Gewichte (CGPM) finden statt, Forschung und kontinuierliche Verbesserung der Paragraphen werden vollzogen und kommuniziert, um die Maße auf der Höhe der Zeit zu halten (1908 etwa war es nötig geworden, Stromstärke hinzuzufügen). Mit forscherischer Fantasie werden die Naturkonstanten im Laufe der Zeit immer spezifizierter. Statt von einem Erdmeridianquadranten ausgehend, bemisst sich die Länge eines Meters nun durch den Weg, den Licht als immer gleich schnelles in einer bestimmten Zeit zurücklegt.5Alle anderen Grundmaße sind – in ihrer Bemessung teilweise abhängig voneinander – ebenfalls Naturkonstanten, nur das Kilogramm bemisst sich noch am Objekt des Prototypen. Hier wird an einer Definition über eine Naturkonstante gearbeitet, denn „its long-term stability is not assured.“6So lange bleibt die Definition von 1889 weiter in Kraft: „The kilogram is the unit of mass; it is equal to the mass of the international prototype of the kilogram.“7Hier kommt das Maß immer wieder auf sich selbst zurück, ohne externen Referenzpunkt. Als eigenständiges System wird es so am deutlichsten; es erklärt und legitimiert sich selbst, ist Abmachung der Leute, die sich anschließen. Doch die Arbeit am Maß, die im Hintergrund des alltäglichen Messens geschieht, hat sich auch selbst Maßstäbe gesetzt, die ständig erweitert, aktualisiert und publiziert werden. So z. B. im „24th Meeting of the General Conference on Weights and Measures (2011)“, wo eine „redefinition of a number of units of the International System of Units (SI)“

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!