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Materialien für einen Vorhang im Tempel zu Jerusalem - beschrieben im Protevangelium Jacobi
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Seitenzahl: 29
Veröffentlichungsjahr: 2016
Das Protevangelium Jacobi ist eine frühchristliche Darstellung des Marienlebens, die vermutlich in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhundert n. Chr. entstanden ist. Sie kann nicht viel später geschrieben sein, da Clemens von Alexandrien (gest. 215 n. Chr.) und Origenes (gest. 253/254 n. Chr.) sie bereits kannten. Der Name leitet sich von dem griechischen πρῶτος (das Erste) ab und könnte mit „Anfangsevangelium“ übersetzt werden. Der Titel ist von dem französischen Humanisten Guillaume Postel (15101581) geprägt worden.. Der ursprüngliche Titel lautet: ΓΕΝΕΣΙΣ ΜΑΡΙΑΣ, ΑΠΟΚΑΛΨΙΣ ΙΑΚΩΒI - Ursprung Marias, Offenbarung des Jakobus.
Der Verfasser ist unbekannt, vermutlich war er ein heidenchristlicher Autor, und möglicher Weise wurde das Evangelium auf Griechisch in Ägypten und nicht in Palästina geschrieben, da der Verfaser die jüdischen Gepflogenheiten und Vorschriften nur mangelhaft kennt. Die älteste Handschrift ist der Papyrus Bodmer 51 aus dem 3. oder 4. Jahrhundert n.Chr. Das Protevangelium wurde in viele Sprachen übersetzt, ins Syrische, Georgische, Armenische, Lateinische, Slawische und Koptische. Das Evangelium war in der gesammten Kirche sehr beliebt, wurde aber nicht in den Kanon der biblischen Schriften übernommen. In der Westkirche wurde es offiziell verboten, in der Ostkirche wurde es sogar in die Liturgie aufgenommen.
Das Evangelium beschäftigt sich in Zweidrittel des Werkes mit dem Leben der Maria und ihrer Familie und im letzten Drittel mit der Geburt Jesu. Es endet mit dem Kindermord in Bethlehem auf Befehl des Königs Herodes. In einem Nachtrag wird von der Verfolgung Johannes des Täufers und der Ermordung seines Vaters Zacharias berichtet.
Ein besonders Merkmal ist die Aufwertung der Familien. Die Eltern von Maria, Joachim und Anna, sind wohlhabende Juden, und Joseph ist ein Art Bauunternehmer, der auch weiter entfernte Bauunternehmen zu realisieren hat.
Inhaltsangabe
Nach langen Jahren der Kinderlosigkeit wird Joachim und Anna ein Mädchen geboren, das den Namen „Maria“ erhält. Mit drei Jahren wird Maria in den Tempel gebracht und verlebt dort ihre Kindheit. Zur Jungfrau herangewachsen, muß sie den Tempel verlassen und wird von Josef, einem älteren Bauunternehmer2 mit erwachsenen Söhnen in sein Haus aufgenommen. Maria wird von Gott auserwählt, einen Vorhang für den Tempel anzufertigen. Gleichzeitig wird sie schwanger, obgleich sie mit Joseph weder verlobt noch verheiratet ist. Joseph will sie heimlich verlassen. Ein Engel erscheint ihm und verkündet, daß Maria einen Sohn gebären wird, den sie von Gott empfangen hat und der ausersehen sei, die Welt zu erlösen. Joseph behält Maria bei sich. Kaiser Augustus befiehlt eine Volkszählung, und Joseph muß mit seiner Familie nach Bethlehem ziehen. Vor der Stadt gebiert Maria in einer Felsengrotte ihren Sohn Jesus. Magier aus dem Osten kommen, geleitet von einem neuen Stern, um den neugeborenen König der Juden zu huldigen. Sie kehren heim, ohne König Herodes den Namen und den Aufenthalt des Knaben zu nennen, wie er befohlen hatte. Herodes läßt daraufhin alle Knaben unter zwei Jahren in Bethlehem töten. Maria vebirgt ihren Sohn in einer Krippe und rettet so sein Leben.
Die Anbetung der Hirten und die Flucht nach Ägypten fehlen in dieser Legende
Beschreibung eines Vorhanges in der Stiftshütte und im Tempel
Die Bundeslade mit den Tafeln, auf denen die zehn Gebote aufgezeichnet waren, führten die Juden auf ihrem Weg in das Gelobte Land mit sich. Sie wurde bei jedem Rast in einem besonderen Zelt, der Stiftshütte, aufgestellt und hinter einem Vorhang verborgen.
Du sollst einen Vorhang machen aus hyatinth-, scharlach- und purpurfarbigem Garn und gewirkter Leinwand3.
