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Flugbegleiterin Frau Kolb bahnt sich mühevoll einen Weg nach vorne ins Cockpit. Entsetzt sieht sie beide Piloten ohnmächtig auf ihren Sitzen in den Sicherheitsgurten hängen. Die Köpfe sind auf die Brust gesunken. Der Arm von Kapitän Silber liegt auf dem Steuerhorn und wird durch den Autopiloten leicht hin und her bewegt. Schlagartig macht sich in ihr Verzweiflung breit. Beide Piloten sind ausgefallen. Das Flugzeug wird nur noch durch den Autopiloten gesteuert. Die Maschine wird weiter fliegen bis der Kraftstoff verbraucht ist und dann abstürzen. Der Purser und Frau Kolb finden unter den Passagieren einen Arzt der feststellt, daß die Piloten in den nächsten Stunden nicht in der Lage sein werden aus ihrer Ohnmacht zu erwachen. Ein Passagier verschafft sich Zutritt ins Cockpit und behauptet die Maschine landen zu können. Es stellt sich heraus, daß er lediglich Kenntnisse hat, die er sich auf einem Flugsimulator erworben hat. Es gelingt mit der Flugsicherung eine Verbindung herzustellen. Zusammen mit einem Kapitän am Boden versucht der Ersatzpilot, auf dem Frankfurter Flughafen, die Maschine auf den Boden zu bringen. Ängste und Zweifel an seinen Fähigkeiten quälen ihn. Ist es möglich, daß ein Passagier dazu in der Lage ist ein so kompliziertes Gerät wie ein Verkehrsflugzeug zu fliegen und zu landen? Befragte Piloten lehnen dies rundwegs ab.
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Seitenzahl: 121
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Mathes Kramer
Mayday - Mayday - Mayday
Drama über den Wolken
Beide Piloten sind ausgefallen!
Das Flugzeug fliegt mit Autopilot!
Ein Passagier versucht die Maschine zu landen!
Dramatische Stunden im Cockpit!
Alle handelten Personen sind frei erfunden.
Namensgleichheiten sind rein zufällig.
Institutionen, Verkehr mit Funkstellen und ähnlichem sind, zum Verständnis für nicht fachkundige Leser, vereinfacht dargestellt.
Die Idee zu dieser Geschichte entstand, als der Autor in einer Zeitung gelesen hat, dass ein Passagier, nach dem Ausfall des Piloten, ein Flugzeug gelandet hat. Ist so etwas überhaupt möglich. Aussagen von Piloten verneinen dies rundweg! Aber, lesen Sie, lieber Leser, die Geschichte von Bernd Schneider.
Freunde des Microsoft Flight Simulators will der Autor zu einer sachkundigen Diskussion anregen.
Personen dieser Geschichte
Bernd Schneider Passagier
Gabi Schneider Ehefrau von Bernd Freitag
Horst Ebert Kapitän bei einer großen Fluggesellschaft
Paul Braun Co Pilot bei einer großen Fluggesellschaft
Herr Melzer Prüfkapitän (Shecker)
Werner Schmitt Sportflugzeugpilot
Dietmar Silber Kapitän
Hans Meisner Co Pilot
Dr. Sachs Arzt
Herr Seidel Purser (Chef der Flugbegleiter)
Frau Kolb Flugbegleiterin
Frau Hoffman Flugbegleiterin
Frau Serina Flugbegleiterin
Damian Schröder Kapitän einer Boeing 737 – 800
Heinz Bauer Kapitän einer Boeing 737 – 800
Herr Kern Ermittler der Flugunfalluntersuchung
Herr Baier Ermittler der Staatsanwaltschaft
Frau Moll Vertreterin der Fluggesellschaft Air Sun
Mayday-Mayday-Mayday-Drama über den Wolken
Kapitel 1
Wer ist Bernd Schneider?
Kapitel 2
Absturz mit Schrecken!
Kapitel 3
Technisches - und menschliches Versagen!
Kapitel 4
Pilotencheck im echten Flugsimulator!
Kapitel 5
Flug im echten Flugsimulator!
Kapitel 6
Flug mit einer Cessna!
Kapitel 7
Ein Drama nimmt seinen Lauf!
Kapitel 8
Schock in der Kabine!
Kapitel 9
Flugsicherung Frankfurt – Krisenstab!
Kapitel 10
Gabi erzwingt sich Zugang ins Cockpit!
Kapitel 11
Frankfurt Flugsicherung – Tower!
Kapitel 12
Tower Frankfurt!
Kapitel 13
Das Drama nimmt seinen Abschluss!
Kapitel 14
Nachts, wieder daheim!
Kapitel 15
Schlagzeilen!
Kapitel 16
Ermittlungen!
Kapitel 17
Abschluss
Wer kann schon sagen wie er wirklich ist? Beurteilt wird man immer von seinem Umfeld, seinen Freunden, seinen Arbeitskollegen, seinen Vereinskameraden, seinen Familienangehörigen und nicht zuletzt seiner Ehefrau. Eine eigene Einschätzung ist sicher nur bedingt möglich.
Alle bilden sich ein Urteil über meine Person. Für die einen bin ich vielleicht ein umgänglicher liebenswerter Mensch, die anderen sehen in mir nur meine Ecken und Kanten. Das Spektrum das ich ausstrahle, wirkt wohl auf meine Mitmenschen individuell, in vielen, vielen Facetten, für manche bin ich vielleicht unausstehlich.
Versuche ich einmal einige wenige, aber aus meiner Sicht wesentliche, Charaktereigenschaften von mir zu beschreiben. Natürlich kann diese Betrachtung nicht objektiv sein. Zuviel neigt man sicher, bei seiner eigene Person, zu einer gewissen Selbstüberschätzung. Aber sei es drum, ich versuche es. Eines vorweg: Selbst halte ich mich für einen Durchschnittsmenschen mit allen seinen Fehlern und Schwächen.
Geboren kurz vor Kriegsbeginn, hat mich die Kriegs- und Nachkriegszeit sicherlich stark geprägt.
Mein Vater war aus dem Krieg nicht zurückgekehrt.
Schwierig waren die Jahre nach Kriegsende. Meine Mutter musste arbeiten gehen, um mich zu ernähren.
Es war außer einer alten Oma niemand da, der auf mich aufgepasst hätte. Ich war mehr oder weniger ein Straßenkind.
Diese zeitenbedingte Situation ging, glücklicherweise ohne Folgen, für mich mit Beginn meiner Lehrzeit zu Ende. Ich bin, wie ich glaube, zu einem selbstbewussten jungen Mann herangewachsen. Beruf und ständige Weiterbildung bestimmten mein weiteres Leben.
Neben dem Berufsleben habe ich auch nicht versäumt die schönen Dinge des Lebens zu genießen. Auf viel Sport und viele Reisen habe ich immer großen Wert gelegt. Nach meiner Heirat waren mir meine Frau und meine Kinder am wichtigsten.
Aber so glatt wie sich das alles anhört, war mein Leben doch nicht. Berufliche Erfolge und Misserfolge wechselten sich ab. Es war ein Hoch und Tief, auch mit existenziellen Nöten. Um ein erfolgreicher Geschäftsmann zu werden, dazu fehlt mir die nötige Härte. Ich denke, ich bin innerlich zu weich. Das Wohl der Leute, die für mich gearbeitet haben, stellte ich immer über die Belange meiner Firma.
Aber es gab auch sehr gute Zeiten. Eine andere von mir und meiner Frau gegründeten Firma, brachte uns über Jahre hinweg ein gutes Einkommen, ohne ständige Geldsorgen.
Mein inneres Seelenleben erlebt auch immer wieder ein Auf und Ab. Ich kann mich riesig über etwas freuen und herzhaft lachen, andererseits treten mir schon einmal Tränen in die Augen, wenn ich schockierende Bilder im Fernsehen über Menschen- und Tiermisshandlungen, oder berührende Bilder und Szenen in Filmen sehe.
Wenn mir jemand in die Seele schauen könnte, würde er mich vielleicht als Weichei betrachten. Andererseits habe ich schon oft Situationen gemeistert bei denen es um das Leben von mir und mir anvertrauter Menschen ging. Dabei blieb ich nach außen hin eiskalt, überlegen und handlungsfähig. Innerlich schlug mein Puls auf Turbotouren. Ich empfinde es als seltsam, dass zwei so entgegengesetzte Gemütszustände in mir nebeneinander Platz haben.
Eine meiner Ecken und Kanten ist sicherlich, dass ich ab und zu schnell einmal aufbrausend werden kann. Zwar tut mir dies sofort wieder leid. Aber passiert ist passiert. Nach einem Streit kann ich mich schnell wieder in den Griff bekommen und es fällt mir auch kein Zacken aus der Krone mich, wenn ich mich im Unrecht fühle, zu entschuldigen.
Wem ich etwas zusage, der kann sich hundertprozentig auf mich verlassen. Ich empfinde mich als ehrlich. Freude empfinde ich bei guter Musik, Theaterbesuchen und vor allem an Lesen, Lesen, Lesen.
Vieles habe ich in meinem Leben sicherlich falsch gemacht, manches war auch aus meiner Sicht gut. Würde ich noch einmal alles gleich machen? Sicherlich nicht.
Aber ich bin heute zufrieden mit meinem Leben, habe Frau und Kinder und es geht mir gut. Ein fast normales Leben also! Soviel zu mir.
Wie mich andere sehen und beurteilen? Jeder wahrscheinlich anders.
"Noch eintausend Fuß."
Die Stimme im Autopiloten gibt die derzeitige Flughöhe an.
Gespannt und aufmerksam werden mit kurzem Blick die Instrumente kontrolliert. Der Fahrtmesser zeigt 140 Knoten. O.k. Die Höhe stimmt. Alle Instrumente zeigen richtige Werte an. Das Fahrwerk ist ausgefahren und verriegelt. Die Landeklappen sind voll gesetzt. Alles klar zur Landung! Die Landebahnlichter zeigen an, dass sich das Flugzeug im richtigen Gleitwinkel der Landebahn nähert. Die rechte Hand liegt auf den Schubhebeln.
Die Stimme aus dem Autopiloten sagt die abnehmende Höhe über der Landebahn an:
"Fünfhundert Fuß." - "Vierhundert Fuß." - "Dreihundert Fuß."
Bernd Schneider, der Pilot, das bin ich, schaltet die automatische Schubkontrolle und dann den Autopiloten aus, um das letzte Stück der Landung von Hand zu fliegen.
Plötzlich, wie ein Blitz aus heiterem Himmel steigt die Nase der Maschine hoch. Verdutzt drücke ich das Steuerhorn und die Schubhebel nach vorne. Keine Reaktion. Ich bin viel zu niedrig. Die Triebwerke drehen nur langsam hoch. Das Flugzeug beginnt zu zittern und sich an allen Ecken zu schütteln.
Ungläubig sehe ich die Instrumente wild umher tanzen und ein leises Stöhnen dringt aus meiner Kehle: "Was ist das?"
Die Maschine dreht sich und kippt über die linke Tragfläche ab, die Triebwerke heulen auf. Ich versuche das Flugzeug unter Kontrolle zu bekommen. Keine Chance. Es geht alles rasend schnell. Im Seitenfenster sehe ich den Boden blitzschnell näher und näher kommen, die Maschine schlägt auf dem Boden auf und zerbirst in einem lodernden Feuerball!
Auf dem Stuhl vor dem Bildschirm sitzend starre ich ungläubig auf die brennenden Trümmer, die mir mein Flugsimulator anzeigt. Mein Puls ist bestimmt auf einhundert und achtzig. Habe ich einen Fehler gemacht oder hat das Programm wieder einmal gesponnen?
Glücklicherweise war alles nur ein Flug mit dem Flugsimulator und ich lebe noch.
Auch beim wirklichen realem Fliegen gibt es immer wieder einmal Flugunfälle, die entweder auf menschliches Versagen, Ausfall technischer Geräte, oder sonstigen nicht voraussehbarer Umstände geschehen. Ausgelöst durch meinen unvorhergesehenen Absturz am Flight Simulator kommt mir so eine wahre, tragische Begebenheit in den Sinn:
Um ca. Mitternacht startete eine Linienmaschine mit zwei erfahrenen Piloten an Bord. Das Flugzeug befindet sich im Steigflug, um seine Reiseflughöhe zu erklimmen. Der Autopilot ist eingeschaltet.
Der Geschwindigkeitsmesser des Kapitäns ist fehlerhaft und zeigt eine zu hohe Geschwindigkeit an, obwohl das Flugzeug zu langsam ist. Der Fahrtmesser des Copiloten zeigt die richtige Geschwindigkeit an. Der Autopilot und die automatische Schubkontrolle erhalten jedoch ihre Messwerte vom defekten linken Fahrtmesser auf der Seite des Kapitäns. Da dieser eine falsche, zu hohe Geschwindigkeit anzeigt, fährt der Autopilot die Schubkraft der Triebwerke zurück, statt diese hochzufahren.
Der Kapitän versucht zusätzlich durch hochziehen der Maschine die Fahrt zu verringern. Dadurch wird die Maschine noch langsamer, es kommt zu einem Strömungsabriss an den Tragflügeln, die Maschine kippt nach vorne, dreht sich auf den Rücken, wird unkontrollierbar und stürzt ins Meer ab.
Es war ein tragischer Unfall hervorgerufen durch einen fehlerhaften Fahrtmesser und weitere die Fluggeschwindigkeit betreffende, falsche, irritierende Warnanzeigen und die darauf folgende Fehlfunktion des Autopiloten. Im letzten Moment haben die Piloten den Fehler wohl erkannt, richtig gehandelt und den Autopiloten abgeschaltet, aber es war zu spät. Die Maschine stürzte ins Meer.
Auf dem Stimmenrecorder, der geborgen werden konnte, ist noch die verzweifelte Stimme des Co Piloten an seinen Kapitän zu hören: Give Power - Give Power!
Trotzdem! Das Fliegen ist das sicherste Verkehrsmittel der Welt, wenn auch die wenigen Abstürze viele Menschenleben fordern.
In meiner Jugendzeit war ich bei einem Luftsportverein und habe das Segelfliegen gelernt. Aus beruflichen Gründen habe ich leider den Kontakt zu meinem Verein und zur Fliegerei verloren.
Heute ist eines meiner Hobbys das Fliegen auf dem Microsoft Flight Simulator. Das Fliegen mit diesem Simulator ist bestimmt kein Spiel sondern eher eine semi professionale Beschäftigung. Ob Airbus, Boeing oder Bombardier, Sportflugzeuge (wie die Cessna) und viele andere Flugzeuge mehr, erfordern jahrelanges Training, um fast realistische Flüge wie Berufspiloten durchführen zu können.
Zwei mit mir befreundete Piloten, die von meiner Leidenschaft wussten, haben mich einmal mit nach Frankfurt in einen großen, echten Flugsimulator mitgenommen. Diese für mich verrückte und faszinierende Geschichte erfolgte ganz spontan.
Abends 22:30 Uhr klingelt bei mir das Telefon. Wer ruft so spät noch an? Als ich den Hörer abnehme, höre ich eine vertraute Stimme.
„Bernd, ich habe dir versprochen dich einmal in den Flugsimulator in Frankfurt mitzunehmen. Morgen früh habe ich meinen Pflichtcheck. Willst du mitkommen?“ Für einen Augenblick verschlägt es mir die Sprache. Nie habe ich daran geglaubt, dass dieses Versprechen Wirklichkeit werden könnte.
„Ja natürlich, das ist ja phantastisch, ich freue mich riesig!“
„Du musst aber früh aufstehen. Komme mit deinem Auto um 5:30 zu mir. Wir fahren dann mit meinem Wagen zum Flugplatz nach Frankfurt.“
„Alles was du willst!“
„Ok. Dann bis morgen.“
Kleider richten, Wecker stellen und dann ab ins Bett.
Am nächsten Morgen. Paul Braun, beschäftigt als Co-Pilot bei einer großen Fluggesellschaft, erwartet mich bereits.
„Hallo Bernd, bist Du fit und ausgeschlafen? Dann wollen wir uns mal gleich auf den Weg machen. Wir müssen pünktlich sein.“
„Hallo Paul. Danke, dass du es möglich gemacht hast, mich mitzunehmen. Ich bin schon sehr gespannt und auch ein bisschen aufgeregt.“
„Der erste Kapitän mit dem ich heute den Check zusammen machen muss ist Horst Ebert, den du ja auch gut kennst. Ich habe ihn gefragt, ob er etwas dagegen hat, wenn ich dich mitbringe. Er hat sofort zugestimmt.“
Vor dem praktischen Check im Simulator wurde noch ein sogenanntes Briefing zusammen mit dem Prüfkapitän gemacht. Eines der Themen über das gesprochen wurde, war der Absturz einer Verkehrsmaschine und ob dieser Unfall zu verhindern gewesen wäre.
Ja! Er brauchte nicht zu sein. Schon am Boden zeigte ein Fahrtmesser Unregelmäßigkeiten und die Maschine hätte erst gar nicht starten dürfen. Auch während des Steigflugs mit immer langsamer werdender Geschwindigkeit und eines Schüttelns der Maschine kurz vor dem Überziehen, das weißt auf einen drohenden Strömungsabriss hin, hätte man noch handeln können. Auf die direkte Frage des Prüfungskapitäns: „Verhindert, ja oder nein?“, waren sich die Prüfungskandidaten nicht ganz sicher. Vielleicht?, eher ja.
Über dieses Unglück habe ich schon berichtet.
Dann begannen fünf spannende Stunden, die ich bis heute nie vergessen habe. Der Check entscheidet darüber ob die Piloten weiter eingesetzt werden können, oder eine Nachschulung durchgeführt werden muss.
Vom Briefingsraum bis zum Flugsimulator ist nur ein kurzer Weg.
Von außen sieht dieses Gerät, auf seinen vielen Hydrauligstelzen, die alle Flugbewegungen nachstellen, schon krass und utopisch aus. Innen erwartet uns dann das original nachgebaute Cockpit einer Verkehrsmaschine mit seinen verwirrenden Anzeigen, Lämpchen, Instrumenten, Schaltern und Hebeln. Das Licht im Cockpit war sehr gedämpft.
Sofort habe ich vergessen, dass wir uns in einem Simulator befinden. Eine eigenartige Atmosphäre umgibt mich.
Ich glaube wirklich im Cockpit einer richtigen Maschine zu sein und meine Sinne schalten die Realität aus.
Alle nehmen wir unsere Sitzplätze ein. Horst der Kapitän bei diesem Check sitzt auf der linken Seite. Paul der Co-Pilot auf der rechten Seite.
Mein Platz ist in der Mitte hinter den beiden Piloten. Auch ich bekomme Kopfhörer, wie die Piloten sie tragen, und kann den ganzen Funk mit dem Tower und der Flugsicherung mithören. Leider sind meine Englischkenntnisse sehr dürftig.
Der Prüfkapitän Herr Melzer hat weiter hinten seinen Platz und programmiert von dort aus die entsprechenden Flugprogramme und Situationen die für den Check jeweils gebraucht werden. Während der gesamten Prüfungszeit beobachtet er die beiden Piloten und beurteilt deren Aufgabenbewältigung.
Die Maschine steht startbereit auf der Landebahn in Frankfurt. Der Flug soll nach Köln gehen. Natürlich ist zur Erschwernis des Fluges schlechtes Wetter eingestellt, nur geringe Sichtweite. Von den Flughafengebäuden sieht man, wenn man aus den Cockpitfenstern schaut, nichts. Auch die Startbahn ist nur auf kurze Entfernung sichtbar.
Nach den Checklisten wird der Start vorbereitet und alle Punkte akribisch abgearbeitet. Der Flug kann beginnen. Die Landeklappen sind auf Startposition ausgefahren.
Dann heißt es: „Take-off!“
Die Schubhebel werden auf Startleistung nach vorne geschoben und mit einer erstaunlichen Beschleunigung rollt die Maschine los. Immer schneller geht es voran. Ich werde in den Sitz gepresst. Der Mittelstreifen der Bahn jagt immer schneller unter uns durch. Der Co Pilot sagt seinem Kapitän die Geschwindigkeiten an:
„100 Knoten.“ Der Kapitän schaut auf seinen Fahrtmesser und bestätigt:
„100 Knoten.“ Beide Fahrtmesser gehen genau.
„Rotieren.“ höre ich Paul ansagen.
Ich weiß, ab dieser Ansage kann man abheben. Horst zieht am Steuerhorn, die Maschine hebt die Nase und geht in den Steigflug. Mein Magen hebt sich, ich spüre wie wir abheben, wir fliegen. Paul, fährt das Fahrwerk ein. Man hört es an einem leichten Rumpeln.
Noch während des einfahren meldet sich die Flugsicherung und teilt mit, dass irrtümlich ein Transplantat in unserer Maschine nicht nach Köln sondern nach Hamburg gebracht werden muss.
